Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Zu – Zy

Zubau: Österreichischer Ausdruck für »Anbau«.

Zubuße (historisch, Bergbau): Ein je → Kux einer defizitär arbeitenden → Zeche durch den jeweiligen Kuxinhaber bzw. → Gewerken zu zahlender Zuschuss, der zur Deckung laufender Kosten und / oder bestehender Verbindlichkeiten herangezogen wurde.

Zubußzeche (historisch, Bergbau): Eine defizitär betriebene → Zeche, deren fortdauernder Betrieb nur durch Zuschüsse der Kuxinhaber bzw. → Gewerken zu gewährleisten war.

Zuchthaus: Ein Gefängnis bzw. eine Gefangenenanstalt, deren Insassen verschärften Strafbedingungen unterliegen. Kennzeichnend für Zuchthäuser war (und ist in vielen Ländern), dass Inhaftierte (häufig in Ketten) zu körperlich verschleißenden Arbeiten herangezogen wurden. Typisch waren (und sind) z. B. Einsätze in Steinbrüchen, im Straßenbau oder im Bereich der Landgewinnung.

Zuckerrohrplantage: Eine großflächige landwirtschaftliche Nutzungseinheit, die auf einer gezielten Anpflanzung von Zuckerrohr (einem Süßgras) sowie dessen ertragsorientierter Pflege gründet. Kennzeichnend ist eine arbeitsaufwendige, absatzorientierte Massenerzeugung in Monokultur. Im weiteren Sinn schließt der Begriff alle Anbauflächen, die erschließenden Wege und Straßen sowie sämtliche Betriebs- und Wohngebäude ein.

Zugabewasser (Baustoff): Gleichbedeutend mit »Anmachwasser«. Es handelt sich um Wasser, das einem Stoff bzw. einer Stoffmischung zugesetzt wird, um eine abbindende, leicht verarbeitungsfähige Masse zu erzeugen. Typische Anwendungen sind die Herstellung von Beton und Mörtel.

Zugbaum: Ein Balken zum Heben und Senken einer → Zugbrücke.

Zugbrücke: Eine mittels Ketten oder (Draht)Seilen in der Vertikalen bewegliche Brücke. Zugbrücken waren ein typisches Element vieler Burgen. Heute werden sie besonders über Wasserstraßen gespannt, um diese im Bedarfsfall für Schiffe oder Yachten passierbar zu halten. Insbesondere in Zusammenhang mit Wehrbauten wird die Zugbrücke auch als »Fallbrücke« bezeichnet.

Zugofen: Auch »Windofen« genannt. Dieser Typ stellte den ersten einfach regulierbaren Ofen dar. Er besitzt ein oben abknickendes Rohr, das aus der Deckplatte in einen Kamin geführt wird. Bauratbedingt entsteht bei Befeuerung ein Zug, dessen Stärke sich durch eine in die Ofentür eingelassene Luftklappe steuern lässt.

Zugsäge: Namensgemäß eine Säge, die ausschließlich in Zugrichtung wirkt. Der Grund liegt in ihrer speziellen Zahnung. Dieser Sägetyp wird vor allem bei Arbeiten eingesetzt, die auf einen glatten, splitter- und risslosen Zuschnitt abheben.

Zulassungsziegel: Ein → Mauerziegel, der infolge eines modernen Herstellungsverfahrens die Mindeststandards gemäß DIN übertrifft. Derartige Ziegel werden vom Deutschen Institut für Bautechnik zugelassen. Letztlich stellen alle zeitgemäßen Ziegelvarianten Zulassungsziegel dar.

Zuluft (Klimatechnik): Ein in ein Gebäude bzw. einen Raum gerichteter Luftstrom oder ein behandelt in eine Lüftungsanlage geführtes Luftgemisch. Weniger gestelzt ausgedrückt: Luft, die in einen Raum eintritt oder eingeführt wird.

Zunft, Auer (Barock): Ein auf Familienverbünden aus Au beruhender Zusammenschluss von Baumeistern, Maurermeistern und Stuckateuren aus dem Bregenzerwald im heutigen österreichischen Bundesland Vorarlberg. Die Zunft arbeitete weit überwiegend für geistliche Auftraggeber, voran für Benediktiner- und Prämonstratenserklöster in Süddeutschland (Schwaben), dem Elsass und in der Schweiz. Im Laufe ihrer Tätigkeit entwickelte die Zunft eine Raumgliederung für sakrale Bauwerke, die als »Vorarlberger Münsterschema« bekannt wurde. Kennzeichnend sind einschiffige, tonnengewölbte, lichtdurchflutete Langhäuser in Form von Wandpfeilerbauten, die zu beiden Seiten von aufeinanderfolgenden Kapellen und durchlaufenden Emporen begleitet werden. Das regelhaft im Osten anschließende Querhaus erscheint verkürzt, greift also kaum über die Bauflucht hinaus aus. Das Langhaus setzt sich in einem an das Querhaus ansetzenden Chor fort. Die Innengestaltung prägen weiße Stuckarbeiten sowie mit vorkragendem Gebälk versehene → Pilaster. Bekannte Mitglieder der Zunft waren die Familien Beer und Thumb sowie Caspar Mosbrugger. Der Baustil der Zunft wird als »Vorarlberger Bauschule« bezeichnet.

Zusammengesetzter Durchstich (Wasserbau): Eine Verbindung bzw. Abfolge mehrerer → Durchstiche.

Zusammengesetztes Hängewerk: Eine Konstruktion, die sich aus mehreren → einfachen Hängewerken oder einem einfachen und mehreren → doppelten Hängewerken zusammensetzt. Da der Hängebalken an mehreren Punkten befestigt ist, lassen sich große Spannweiten überbrückt.

Zusammenlegung (Landwirtschaft, Österreich): Die Entsprechung der deutschen → Flurbereinigung.

Zusatz (Betonbau): Siehe → Zusatzmittel und → Zusatzstoff.

Zusatzmittel (Betonbau): Gelöste oder aufgeschlämmte Stoffe, die Frisch- oder Festbeton beigemischt werden, um dessen Abbindeverhalten, Dauerhaftigkeit, Dichte, Verarbeitbarkeit usw. zu beeinflussen. Zusatzmittel werden in solch kleinen Mengen zugegeben, dass sie bei der Betonrezeptur volumenbezogen nicht berücksichtigt werden müssen.

Zusatzstoff (Betonbau): Ein mineralischer oder organischer Feinstoff, der → Beton beigemengt wird, um dessen stoffliche Eigenschaften zu beeinflussen bzw. zu verbessern. Zu unterscheiden sind weitgehend inaktive Zusatzstoffe (Gesteinsmehl, Pigment) sowie puzzolanische bzw. latent hydraulische Stoffe (Flugasche, Silikatstaub, Trass). Anders als → Betonzusatzmittel sind Zuschlagstoffe volumenbezogen relevant.

Zuschlag (Bauwesen): Die Beimengung natürlicher oder künstlicher mineralischer Stoffe zu Beton-, Mörtel-, Putzmischungen usw.. Eingebracht werden Zuschläge, um die Baustoffeigenschaften zweckoptimal anzupassen.

Zuschlagstoff (Bauwesen): Natürliche oder künstliche mineralische Stoffe, die vor allem Beton-, Mörtel- und Putzmischungen beigegeben werden, um die Eigenschaften des Baustoffs zweckoptimal zu verändern.

Zuschreibung (Grundbuchswesen): In Deutschland ein Eintrag in der Spalte »Bestand« des → Bestandsverzeichnisses, der mitteilt, aus welchem Grundbuch ein → Grundstück übernommen wurde, ob es aus einer Teilung oder einer Vereinigung hervorging. Der Begriff wird analog in Österreich verwendet.

Zuwetter (Bergbau): Einem → Grubenbau durch einen Wetterstrom zugeführte Frischluft.

ZVG (Zwangsvollstreckung, Deutschland): Das Kürzel für »Zwangsversteigerungsgesetz«.

ZVDH (Dachbau): Steht für → »Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks«; der eingetragene Verein ist in Köln ansässig.

Zwangsmischer (Bauwesen): Ein mit Mischwerkzeugen (Schnecken, Schaufeln usw.) bestückter trogartiger Behälter, der zur Mischung trockener, feuchter / und oder nasser Baustoffe herangezogen wird. Sein Einsatz ermöglicht eine rasche, vollständige Durchmischung sehr unterschiedlicher Stoffe (Lehm, Stroh usw.).

Zwangsversteigerung (immobilienbezogen): Ein rechtliches Instrument der Zwangsvollstreckung, die von Amtsgerichten durchgeführt wird. Ein entsprechendes Verfahren kann von Gläubigern eingeleitet werden, wenn ihrin Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann oder will. Voraussetzung ist ein auf Antrag erteilter Gerichtsbeschluss, der eine Zwangsversteigerung anordnet. Dieser Beschluss ist ins Grundbuch einzutragen; er entzieht dem Schuldner das Verfügungsrecht über seine Immobilie (Boden, Gebäude usw.), kommt also einer Beschlagnahme durch den Gläubiger gleich. Der Gläubiger besitzt nun das Recht, seine Ansprüche im Rahmen einer vom zuständigen Gericht anberaumten Versteigerung des Grundstücks zu befriedigen.

Zweckarchitektur: Eine baulich-gestalterische Ausprägung, die Funktion radikal über Formensprache stellt. Grundsätzlich handelt es sich um eine Linie, die auf funktionale Notwendigkeiten reduzierte Gebäudehüllen bzw. Fassaden und puristische Innengestaltungen erzeugt. Der Ausdruck ist »unglücklich« gewählt, insofern jede Immobilie einen Zweck erfüllt bzw. erfüllen soll.

Zweckbau: Ein → Gebäude bzw. → Bauwerk, bei dem funktionale Aspekte als alleiniger baulich-gestalterischer Maßstab dienen.

Zweckbauwerk: Siehe → Zweckbau.

Zweckgebäude: Ein → Gebäude, bei dem funktionale Aspekte als alleiniger baulich-gestalterischer Maßstab dienen.

Zweckgesellschaft (Immobilienleasing): Eine juristische Person, die für einen eindeutig definierten Zweck gegründet wird. Im Bereich des Immobilienleasings handelt es sich regelhaft um eine Objektgesellschaft, die aus rechtlicher und steuerlicher Sicht als wirtschaftlicher Eigentümer der jeweiligen Immobile bzw. der in ihr zusammengefassten Objekte ist. Ein Zweck der Gesellschaftsgründung liegt darin, den Leasinggeber vor Insolvenzrisiken aus dem Bereich des Leasingnehmers bzw. das Objekt vor dem Zugriff Dritter zu schirmen. In der Branche geläufige englischsprachige Bezeichnungen für eine Zweckgesellschaft sind »Single Purpose Company (SPC)« / »Special Purpose Company (SPC), »Special Purpose Vehicle (SPV)« und »Single Purpose Entity (SPE)« / »Special Purpose Entity (SPE)«.

Zweibettzimmer (Beherbergungsgewerbe): Ein Gästezimmer für zwei Personen, das getrennten Betten besitzt. Das englischsprachige Pendant ist der »Twin Room«.

Zweibolzentreppe: Ein → Bolzentreppe, deren aufeinanderfolgende → Trittstufen beidseitig durch stehende Stahlbolzen miteinander verbunden sind. Wandseitig lagern die Trittstufen regelhaft auf Tragelementen.

Zweihäuptige Schalung (Betonbau): Eine aus Holz-, Kunststoff- oder Metallelementen zusammengesetzte, aus zwei gegenüberliegenden, miteinander verspannten Einfassungen bestehende Schalung, die als Gussform dient.

Zweiläufige Treppe: Namensgemäß eine → Treppe, die zwei, durch ein eingeschaltetes Podest verbundene Läufe aufweist. Bei geradläufigen Treppen wird der Übergang von einem Vollpodest gebildet, bei richtungsändernder Laufführung von Halb- oder Viertelpodesten, keilförmigen Podesten oder entsprechen geformten stufenähnlichen Elementen.

Zweiraumwohnung: Eine andere Bezeichnung der → Zweizimmerwohnung.

Zweischaliger Schornstein: Ein Hausbau verbreiteter Typ von → Schornstein, der aus einem Schacht besteht, in dem sich ein Innenrohr befindet.

Zweischaliges Mauerwerk: Im Grunde zwei gemauerte Wände, die eine Außen- und eine Innenschale darstellen. Die Innenschale dient als Tragkonstruktion. Die mit dieser durch Anker verbundene Außenschale – auch »Verblend-« oder »Vorsatzschale« genannt – bildet den Wetterschutz. Zwischen beide Mauern wird zumeist eine Dämmung eingebracht.

Zweischalige Wand: Nicht notwenig gemauert, ansonsten jedoch identisch mit → zweischaligem Mauerwerk.

Zweischneuß: Ein vor allem im spätgotischen → Maßwerk zu findendes Ornament, das sich aus zwei, in einem einfassenden Kreis miteinander verbundenen → Fischblasen zusammensetzt.

Zweiseitiger Wendehammer (Verkehrswesen): Ein → Wendehammer, bei dem die zuführende Sackgasse (annähernd) mittig in den Wendebereich einmündet.

Zweispänner (Wohnungsbau): Eine Erschließungsform bzw. Gebäudekonfiguration, bei der je Etage zwei → Wohneinheiten bestehen.

Zweispitz (Steinbearbeitung): Ein Steinmetzwerkzeug, auf dessen Stiel ein beiderseits überstehendes, gerade ausgeführtes oder zu beiden Seiten abwärts gebogenes Eisen sitzt, dessen Enden zugespitzt sind. Der auf eine beidhändige Führung ausgelegte Zweispitz dient der groben Bearbeitung weicher Gesteine.

Zweiständerhaus (Landwirtschaft): Ein → Hallenhaus, dessen Deckenbalken auf zwei entlang der Längsachse angeordneten Ständerreihen ruhen, also nicht von den Außenmauern getragen werden. Aus dieser Grundanlage ergibt sich die das Innere kennzeichnende Diele.

Zwei-Sterne-Haus: Siehe → Zwei-Sterne-Hotel.

Zwei-Sterne-Hotel: Ein Beherbergungsbetrieb, dessen Ausstattung und Serviceleistungen mittleren Gästeansprüchen genügen. Es handelt sich um ein Haus der Standard-Kategorie gemäß deutscher → Hotelklassifikation.

Zwei-Sterne-Haus: Siehe → Zwei-Sterne-Hotel.

Zweisternhaus: Siehe → Zwei-Sterne-Hotel.

Zweisternhotel: Siehe → Zwei-Sterne-Hotel.

Zweistöckiger Vertrag (Hotellerie): Eine vertragliche Konstellation, die »klassische« Pachtlösungen mit dem Managementvertrag verbindet. Die Grundlage bildet ein Pachtvertrag, auf den der Pächter einen Managementvertrag aufsattelt.

Zweite Abteilung (Grundbuchwesen, Deutschland): Bei einem Grundbuchblatt die zweite von drei auf die → Aufschrift (Deckblatt) und das → Bestandsverzeichnis folgenden Abteilungen. Hier werden grundstücksbezogene Lasten und Beschränkungen – nicht jedoch in Abteilung III eingetragene → Grundpfandrechte – vermerkt.

Zweites Barock: Eine bauliche Mode des → Historismus, die barocke Gestaltungs- bzw. Stilelemente aufgriff. Sie verbreitete sich in Europa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts; ihre Blütezeit fiel in die Gründerjahre (ab 1871). Zu den neobarocken Bauwerken zählten z. B. Schloss Herrenchiemsee (Bayern) und der Berliner Dom.

Zweiturmfassade: Eine andere Bezeichnung der Doppelturmfassade, also eine → Fassade mit zwei seitlich platzierten, gewöhnlich symmetrischen → Türmen.

Zweiturmtor: Ein von zwei, regelhaft baugleichen Türmen flankiertes → Tor.

Zweiviertelgewendelte Treppe: Eine einläufig ausgeführte → Treppe, deren → An- und → Austritt um 180 Grad gegeneinander versetzt sind, wobei die Mittelpartie – anders als bei der → halbgewendelten Treppe – länger ausgebildet ist als An- und Austrittsarm.

Zweizimmerwohnung: Ein → Wohnung mit zwei sinnvoll als Wohn- oder Schlafzimmer nutzbaren Räumen. Verbindliche definitorische Größenangaben bestehen nicht. Bei Bezug auf deutsche Wohnstandards können Räume mit mindestens 9 qm Fläche und mindestens einem → Fenster als → Zimmer eingestuft werden. Räume für Küche und Bad stellen keine Zimmer dar.

Zwergarkade: Siehe → Zwerggalerie.

Zwerchgalerie: Siehe → Zwerggalerie.

Zwerchhaus: Eine oft mehrgeschossige, auffallend hoch aus einem geneigten Dach aufsteigende Spielart des → Dacherkers; der → First stößt (nahezu) rechtwinklig auf jenen des Hauptdaches und reicht nahe an diesen heran; die Giebelpartie verlängert die Gebäudeaußenwand.

Zwerggalerie: Ein in Kirchengebäuden der deutschen und italienischen → Romanik zu findender, von schlanken Säulen gegliederter, nach außen geöffneter Gang unter dem Dachgesims. Die Galerie wurde zumeist im Apsisbereich ausgeformt, umläuft fallweise aber das gesamte Langhaus; sie diente vor allem der Fassadengliederung bzw. als Zierde, ist jedoch begehbar.

Zwickel (Architektur): Eine dreiseitig definierte Fläche. Vertiefend siehe → Bogenzwickel und → Gewölbezwickel.

Zwickelmauerwerk: Ein in Trockenwerksmauertechnik hergestellter Verbund unregelmäßiger, einseitig behauener oder gespaltener Feldsteine, deren Zwischenräume von kleinteiligem Gesteinsmaterial ausgefüllt sind.

Zwiebeldach: Eine insbesondere bei süddeutschen und österreichischen Kirchen anzutreffende, mit dem → Glockendach verwandte Dachform. Kennzeichnend sind eine geschwungene Linienführung und ein mehreckiger Grundriss. Die Ansicht erinnert an eine auf den Kopf gestellte Zwiebel. Anders als beim Glockendach laufen die Dachflächen im unteren Bereich zunächst konvex auseinander, bevor sie nach oben in konkave Flächen übergehen, die in der Spitze zusammenlaufen. Das Zwiebeldach wird auch »Zwiebelhelm« genannt.

Zwiebelhelm: Eine insbesondere bei süddeutschen und österreichischen Kirchen anzutreffende, mit dem → Glockendach verwandte Dachform. Kennzeichnend sind eine geschwungene Linienführung und ein mehreckiger Grundriss. Die Ansicht erinnert an eine auf den Kopf gestellte Zwiebel. Anders als beim Glockendach laufen die Dachflächen im unteren Bereich zunächst konvex auseinander, bevor sie nach oben in konkav ausgeführte Flächen übergehen, die in der Spitze zusammenlaufen. Der Zwiebelhelm wird auch »Zwiebeldach« genannt.

Zwillingsfenster: Zwei mittels einer mittigen Säule bzw. durch einen Mittelpfosten gekuppelte Fenster bzw. Fensteröffnungen. Fachsprachlich wird das Zwillingsfenster auch »Biforium« genannt.

Zwillingsschleuse (Wasserbau): Eine → Schleuse mit zwei hydraulisch miteinander kommunizierenden Kammern. Das Wasser der mit unterschiedlichen Wasserständen betriebenen Kammern wird untereinander ausgetauscht, indem bei einer Schleusung ein Teil des Wassers der gefüllten Kammer in die zu füllende Kammer eingelassen wird.

Zwillingsturm: Zwei baugleiche Türme, die miteinander verbunden sind.

Zwillingsturmtor: Ein von zwei baugleichen Türmen flankiertes Tor.

Zwingburg: Eine Burganlage, die anders als die Mehrheit aller → Burgen weniger Wohn- und Verteidigungsaufgaben erfüllte, sondern errichtet wurde, um das umgebende Land zu sichern bzw. zu beherrschen. Erbaut wurden Zwingburgen in Gebieten, die einem Herrschaftsbereich einverleibt wurden und / oder deren Bevölkerung sich als aufsässig erwies.

Zwinger (Burgenbau): Bei Burgen eine von zwei Wehrmauern gebildete Anlage. Kennzeichnend ist, dass der Haupt- bzw. Ringmauer in einigem Abstand eine zweite, vollständig umlaufende oder abschnittsweise hochgezogene Wehrmauer vorgelagert ist. Vielfach finden sich von Türmen flankierte Toranlagen, die als Zwinger ausgelegt sind. Ein auch architektonisch herausragendes Beispiel bietet der Scherenbergzwinger der Würzburger Festung Marienberg.

Zwinger (Stadtbefestigung): Bei Stadtbefestigungen bezeichnet der Zwinger den Raum zwischen innerem Tor – regelhaft das Haupttor – und einem Vortor. Anders als bei Burgen beschränkten sich die Zwinger mehrheitlich auf die Torbereiche, die gegebenenfalls als Doppeltoranlagen, teils auch als dreigliedrige Toranlagen ausgebildet wurden.

Zwinger (Tierhaltung): Ein eingezäuntes, ummauertes oder vergittertes Areal, in dem Lauf- oder Raubtiere gehalten werden (der Begriff wird weder auf Vieh noch auf flugfähige Vögel angewendet). Weniger feinsinnig formuliert handelt es sich um ein Tiergefängnis, das von großflächigen Gehegen bis hin zu käfigartigen Gebilden reicht.

Zwingermauer: Siehe → Zwingmauer.

Zwingmauer (Wehrbau): Eine äußere, der Ring- bzw. Hauptmauer von Burgen vorgelagerte Wehrmauer.

Zwingnuss (Schließtechnik): Bei einem Panikschloss, das eine geteilte → Drückernuss aufweist, die dem Rauminneren zugewandte Drückernuss, über die Falle und Riegel ohne Schlüsseleinsatz zurückgezogen werden.

Zwischenbahnsteig: Ein → Bahnsteig, der mit nur einer Verkehrskante versehen, jedoch nicht als → Hausbahnsteig einzustufen ist.

Zwischendecke (allgemein): Ein flächenhafter, in hohe Räumlichkeiten eingezogener horizontaler Raumteiler, der eine zweite begeh- bzw. nutzbare Ebene schafft. Zwischendecken können über die volle Grundfläche eingezogen werden oder nur Teile des Raumes überspannen.

Zwischendecke (Leichtbaudecke): Ein bisweilen synonym mit → »abgehängte Decke« gebrauchter Begriff.

Zwischenetage: Ein Halbgeschoss bzw. Mezzanin. Kennzeichnend ist eine gegenüber Regelgeschossen geringere Höhe, meist auch eine gemessen an den Vollgeschossen kleinere Fläche. Das Mezzanin findet sich häufig zwischen Erdgeschoss und erstes Obergeschoss geschaltet, oft bildet es – ohne Deckenschräge – das letzte Stockwerk unter dem Dach.

Zwischenfort: Siehe → Zwischenwerk (Festungsbau).

Zwischengeschoß: Die österreichische Schreibweise von → Zwischengeschoss.

Zwischengeschoss: Ein Halbgeschoss bzw. Mezzanin. Kennzeichnend ist eine gegenüber Regelgeschossen geringere Höhe, meist auch eine kleinere Fläche. Das Mezzanin findet sich oft zwischen Erdgeschoss und erstes Obergeschoss eingezogen, häufig bildet es – ohne Deckenschrägen – die letzte Etage unter dem Dach.

Zwischenhandlauf: Ein bei vielen breiten und überbreiten Treppen zu findender, zumeist mittig platzierter Handlauf. Er dient einerseits dazu, die Begehungssicherheit zu erhöhen, indem Nutzern fernab der Treppenränder eine Haltemöglichkeit geboten wird. Andererseits kann er als Trennhandlauf fungieren, der Ein- und Ausgangsverkehr bzw. den auf- und abwärts gerichteten Verkehr entzerrt.

Zwischenmieter (juristisch): Eine Person, die ein Gebäude, eine Wohneinheit oder eine Untereinheit auf Grundlage einer vertraglichen Spielart des Untermietvertrags bezieht. Konkret: Sie nutzt die entsprechenden Räume während der Abwesenheit des eigentlichen Nutzers gegen Entgeltzahlung.

Zwischenmieter (Überbrückungsmieter): Eine natürliche oder juristische Person, die ein Gebäude oder eine Untereinheit gegen Entgeltzahlung während jener Zeitspanne nutzt, die der Vermieter nach vorheriger Freiwerdung der Flächen benötigt, um einen seinen Ertragsvorstellungen entsprechenden Nachnutzer zum Einzug zu bewegen.

Zwischenmietverhältnis (juristisch): Siehe → Zwischenmietvertrag (juristisch).

Zwischenmietverhältnis (überbrückende Vermietung): Siehe → Zwischenmietvertrag (überbrückende Vermietung).

Zwischenmietvertrag (juristisch): Eine Sonderform des befristeten Untermietvertrags, bei dem ein Gebäude, eine Gebäudeeinheit oder ein Raum während der längerfristigen Abwesenheit des Nutzers einem Dritten gegen Zahlung eines Geldbetrages überlassen wird.

Zwischenmietvertrag (überbrückende Vermietung): Ein regelhaft kurzläufiger Mietvertrag, der abgeschlossen wird, um die Zeit zwischen dem Auszug eines Mieters und dem Einzug eines vergleichbare Mieten zahlenden Nutzers einnahmewirksam zu überbrücken.

Zwischenpfette: Ein auf mittlerer Dachhöhe angebrachter, zwischen First- und Fußpfette verlaufender Träger, auf dem die Dachsparren aufliegen. Die Zwischenpfette wird zumeist »Mittelpfette« genannt.

Zwischenpodest (Treppe): Ein Absatz, der zwei Treppenläufe miteinander verbindet; Zwischenpodeste liegen regelhaft auf halber Höhe zwischen zwei Geschossdecken.

Zwischenstock: Siehe → Zwischenstockwerk.

Zwischenstockwerk: Ein Halbgeschoss bzw. Mezzanin. Kennzeichnend ist eine gegenüber Regelgeschossen geringere Höhe, meist auch eine gemessen an den Vollgeschossen kleinere Fläche. Das Mezzanin findet sich häufig zwischen Erdgeschoss und erstes Obergeschoss geschaltet, oft bildet es – ohne Deckenschräge – das letzte Geschoss unter dem Dach.

Zwischenvermietung (juristisch): Eine Sonderform der Nutzungsüberlassung auf Grundlage eines befristeten Untermietvertrags. Dabei wird ein Gebäude, eine Gebäudeeinheit oder ein Raum während der Abwesenheit des Nutzers einem Dritten gegen Zahlung eines Geldbetrages überlassen.

Zwischenvermietung (überbrückende Vermietung): Eine in aller Regel kurzläufige Vermietung, die vorgenommen wird, um die Zeit zwischen dem Auszug eines Mieters und dem Abschluss eines erlösbezogen ähnlich attraktiven Mietvertrags einnahmewirksam zu überbrücken.

Zwischenwerk (Festungsbau): Eine zwischen einzelne → Forts einer → Festung bzw. eines Festungssystems geschaltete befestigte Stellung. Diese Kleinforts wurden errichtet, um entfernungsbedingt im Verteidigungsgürtel entstehende Lücken zu schließen oder tote Winkel, die andere Forts nicht bestreichen konnten, auszuräumen. Zwischenwerke besaßen zumeist einen vergleichsweise engen Verteidigungsbereich.

Zwölfort: Eine Proportionsschablone die vor allem zur Schaffung gotischen → Maßwerks herangezogen wurde. Sie gründet auf zwei einander überschneidenden bzw. durchkreuzenden Sechsecken.

Zyklopenmauerwerk: Eine Spielart des Bruchsteinmauerwerks, die aus ausnehmend großen, bis zu mehreren Tonnen schweren, vieleckigen bzw. unregelmäßig geformten Steinen besteht. Daraus ergibt sich ein entsprechendes Fugenbild. Ein bekanntes Beispiel bietet die nahe Cuzco (Peru) gelegene Inkafestung Sacsayhuamán.