Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Z – ZH

Zackenbogen: Eine gotische, u. a. für das → Maßwerk typische Bogenform, deren → Laibung sich aus Kreissegmenten bzw. Pässen zusammensetzt, an deren Übergangspunkten sich Nasen ausbilden. Die Grundform ist der → Dreipass- bzw. → Kleeblattbogen. Der »echte« Zackenbogen setzt sich aus vier oder mehr Kreissegmenten zusammen. Andere Bezeichnungen sind »Fächerbogen« und »Vielpassbogen«.

Zahnbalken: Ein getrepptes, zumeist als Unterkonstruktion im Treppenbau eingesetztes Fertigteil aus → Beton oder eine aus Holz oder Bandstahl gefertigte Entsprechung.

Zahneisen: Ein von → Steinmetzen und → Steinbildhauern zur Bearbeitung (vergleichsweise) weicher Gesteine genutzter Flachmeißel mit gezahnter Schneide. Eingesetzt wird er zur Formgebung, aber auch zur Oberflächenstrukturierung.

Zahnfläche (Werkzeug): Ein → Steinbeil mit gezahnten Kopfflächen bzw. Schneiden.

Zahnfries: Eine andere Bezeichnung für das Deutsche Band. Es handelt sich um ein Zierwerk an Backsteinbauwerken, das im Übergangszeitraum von der → Romanik zur → Gotik verbreitet war. Die Ornamentierung setzt sich aus Backsteinen zusammen, die um 45 Grad gegeneinander gedreht sind und eine Keilform ausbilden, deren Vorderkante mit dem Mauerwerk abschließt.

Zahnkelle: Eine andere Bezeichnung der Aufstreichkelle. Es handelt sich um ein Fliesenlegerwerkzeug. Dieses besteht aus einer rechteckigen, mit einem Griff versehenen Platte, die an einem Rand oder an zwei Seiten gezahnt ist. Die Zahnung dient zur Durchkämmung aufgebrachten Fliesenklebers.

Zapfen (Zimmermanns- / Tischlerwesen): Ein abgesetztes, zumeist rund oder rechteckig ausgeführtes Ende an einem Holzbauteil, dessen Querschnitt gegenüber dem Holzstück verjüngt ist. Zapfen dienen der Verbindung zweier Bauteile; ihr aufnehmendes Gegenstück ist der Schlitz (bei echteckiger bzw. quaderförmiger Form) oder das Zapfenloch (bei zylindrischer Form).

Zapfenloch (Zimmermanns- / Tischlerwesen): Die aufnehmende Form einer → Zapfenverbindung, eine der Zapfenform angepasste Hohlform.

Zapfenverbindung (Zimmermanns- / Tischlerwesen): Eine Verbindung zweier Bauteile, die im Wesentlichen aus einem → Zapfen und einem diesen aufnehmenden Zapfenloch bzw. Schlitz besteht; teils werden zusätzliche Befestigungsmittel eingesetzt.

Zarih: Ein Scheingrab bzw. Kenotaph der muslimischen Architektur.

Zarge: Der in die Maueröffnung eingesetzte, mit der Wand in Berührung stehende Einbaurahmen für Fenster und Türen.

Zargen-Doppelfenster: Ein Verbund von zwei, an einer rahmenden Zarge befestigten Fensterflügeln, wobei der äußere zum Freien hin, der innere zum Innenraum hin aufschwingt.

Zaun: Eine Abgrenzung bzw. Einfriedigung aus Brettern, Stäben, Rohr oder Drahtgeflecht, also – anders als → Mauer oder → Wand – eine nicht massive Konstruktion. Zäune sind mehrheitlich sichtoffen bzw. durchbrochen ausgelegt.

Zaun, lebender: Eine von Pflanzen gebildete Abgrenzung bzw. Einfriedung mit der Funktion eines → Zauns. Lebende Zäune können durch Ansatz von Hecken, Büschen, Weidenstecklingen usw. ausgebildet werden.

Zauntritt: Eine mehr oder minder komplex ausgeführte Konstruktion, die es Fußgängern, nicht jedoch Huf- bzw. Weidetieren gestattet, einen Zaun bzw. eine Einfriedung zu übersteigen. Verbreitet bestehen Zauntritte aus treppenartig angeordneten Brettern, teils aus Steinen oder aus einer stehleiterähnlichen Konstruktion. Häufig weist die Einfriedung an dieser Stelle eine abgesenkte Oberkante auf.

Zaunübertritt: Siehe → Zauntritt.

ZBK (Wohnungswesen): Ein vor allem in Immobilienanzeigen verwendetes Kürzel, der für »Zimmer, Küche, Bad« steht.

Zeche (Bergbau): Eine fachsprachliche Bezeichnung für ein Steinkohlebergwerk.

Zechenanschlussbahn: Im Bergwerkseigentum stehende Bahn- bzw. Gleisanlagen, die Verbindung mit dem öffentlichen, dem übergeordneten Bahnnetz verbunden sind.

Zechenbahn: Siehe → Zechenanschlussbahn.

Zechenbrache: Das Gelände einer stillgelegten → Zeche. Gebäude und Anlagen können weiterhin vorhanden, aber auch ganz oder teilweise niedergelegt bzw. demontiert sein.

Zechengelände: Das einem Steinkohlebergwerk zuzuordnende (oberirdische) Areal.

Zechenhaus: Anfänglich ein zumeist zweistöckiges, in aller Regel bewachtes Verwaltungs-, Versammlungs- und Lagergebäude (für Handwerkzeuge der Bergleute) eines Kohlenbergwerks; vielfach war eine kleine Kapelle integriert. In jüngerer Zeit dienten Zechenhäuser weitgehend reinen Verwaltungszwecken.

Zechensterben: Ein plakativer Begriff für die reihenweise Schließung bzw. Stilllegung von Steinkohlebergwerken.

Zedent: Ein Gläubiger, der seine Forderung (im Rahmen einer → Zession) an einen Dritten überträgt, der damit zum neuen Gläubiger wird.

Zehntscheuer: Eine historische süddeutsche Bezeichnung für einen aus dauerhaften Baustoffen errichteten, regelhaft mehrgeschossigen Getreidespeicher.

Zeichner (Immobilienfonds): Ein Anleger, der mindestens einen Fondsanteil bzw. Anteilsschein erwirbt oder erworben hat.

Zeichnungsschein (Geschlossener Immobilienfonds): Eine vom → Fondsinitiator erstellte Beitrittserklärung, die von beteiligungswilligen Anlegern auszufüllen ist. Formal stellt der Zeichnungsschein ein Angebot des Anlegers an den Initiator bzw. eine Fonds- oder Treuhandgesellschaft dar. Wird dem Beitrittswunsch entsprochen, ist der Anleger nach Ablauf der Widerspruchsfrist zum Beitritt, also zur Zahlung der vereinbarten Zeichnungssumme (zzgl. eines regelhaft fälligen Aufschlags) verpflichtet.

Zeidlergeld (historisch): Eine von einem Waldimker an einen Waldbesitzer bzw. -eigentümer zu entrichtende Nutzungsabgabe.

Zeilenbebauung (gegenständlich): Eine bandartige Abfolge von → Gebäuden.

Zeilenbebauung (prozessual): Die Errichtung aneinandergereihter Gebäude, die in ihrer Gesamtheit einen bandartigen Zusammenhang bilden.

Zeilendorf: Ein entlang einer Straße, eines Weges, Deiches, Ufers oder einer sonstigen Leitlinie entwickeltes Dorf, dessen Einzelhöfe auf einer Seite dieser Leitlinie aneinandergereiht sind. Zeilendörfer sind zugleich Hufendörfer, was bedeutet, dass zum Hof gehörige Landstücke an diesen anschließen und streifenförmig ausgreifen.

Zeitablauf (Erbbaurecht, Deutschland): Das Enddatum der Vertragslaufzeit eines → Erbbauvertrages. Der Zeitablauf verbindet sich mit einem Rückübergang des Rechts an den → Grundstückseigentümer.

Zeitbürgschaft: Eine → Bürgschaft beschränkter zeitlicher Gültigkeit.

Zeit-Distanz-Methode: Im Rahmen von Markt- und Standortanalysen eingesetztes Verfahren zur Bestimmung des → Einzugsgebietes bzw. einzelner Zonen des Einzugsgebietes. Die Abgrenzung verschiedener Zonen erfolgt auf Grundlage von Fahrzeitintervallen und einer Berechnung der Wegstrecken, die innerhalb eines Zeitintervalls zurückgelegt werden können. Es ergeben sich → Isochronen, die Gebiete mit einer bestimmten Einwohnerzahl umlaufen. Anhand objekt- bzw. nutzungsrelevanter → Verbrauchsausgaben und → Kaufkraftindices lassen sich nun die jeweiligen zonalen Marktpotentiale berechnen.

Zeit-Distanz-Verfahren: Siehe → Zeit-Distanz-Methode.

Zeitwert: 1. Buchhalterisch der Anschaffungswert eines Vermögensgegenstandes abzüglich Abschreibungen, die seit dem Erwerb vorgenommen wurden. 2. Der Wert eines Gutes zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Zelge: Eine Bezeichnung für ein landwirtschaftlich genutztes Flurstück einer Dorfgemeinschaft bzw. einer dörflichen Siedlung, auf dem alle Landeigentümer zur selben Zeit dieselbe Frucht anbauten bzw. dieselben Arbeitsschritte (Pflügen, Säen, Ernten) vorzunehmen hatten.

Zellenbüro: Eine abgeschlossene räumliche Büroeinheit, die regelhaft über einen Flur erschlossen wird. In Deutschland herrschte das Zellenbüro mit Ein- oder Mehrpersonenbelegung in Verwaltungsgebäuden lange vor. Als Pluspunkt gilt, dass es ein ungestörtes (und andere nicht beeinträchtigendes) Arbeiten zulässt. Als nachteilig werden u. a. Kommunikationsbrüche infolge gegenseitiger Abkapselung und eine vergleichsweise geringe Flächeneffizienz angeführt. Nebenbei bemerkt: Als erstes, vielfach als Blaupause herangezogenes Bürohaus mit Zellenstruktur gelten die zwischen 1559 und 1581 in Florenz (Italien) errichteten Uffizien.

Zellengewölbe: Eine spätgotische, selten verwirklichte Gewölbeart, die ein modifiziertes → Sterngewölbe darstellt. Anders als dieses besitzt das Zellengewölbe keine einheitlich bzw. durchgehend ausgemauerten → Kappen. Vielmehr werden diese von pyramidalen Hohlformen aufgelöst, die eine starke dreidimensionale Wirkung entfalten. Das Zellengewölbe wird auch »Diamantgewölbe« genannt.

Zeltdach: Ein → Dach, das sich aus vier dreieckförmigen, oben zusammenlaufenden Dachflächen zusammensetzt. Das Zeltdach wird auch als »Pyramidendach« bezeichnet.

Zement: Ein nichtmetallischer anorganischer, feingemahlener Stoff, der als hydraulisches Bindemittel von Mörtel und Beton dient. Mit Wasser angemacht, erstarrt und erhärtet Zement. Hauptbestandteil ist kieselsaures Calcium.

Zementestrich: Ein zweckoptimierter Beton, der genutzt wird, um einen fugenlosen Unterboden bzw. einen Untergrundaufbau für Bodenbeläge herzustellen. Gegenüber dem im Wohnungsbau usw. verwendeten Beton wird die Oberflächenfestigkeit des Estrichs im Bereich von Industrieanlagen häufig durch → Zusatzmittel erhöht.

Zementgold: Häufiger als »Betongold« bezeichnet. – Eine scherzhafte Bezeichnung für ein Gebäude. Der Begriff wird zumeist auf Renditeobjekte bezogen.

Zementleim: Ein zähflüssiges Gemisch aus → Zement und Wasser, das als Grundlage der Betonherstellung dient.

Zementrabitzdecke: Eine → Drahtputzdecke, deren Oberfläche aus Zementputz hergestellt ist.

Zementrabitzwand: Eine → Drahtputzwand, deren Oberfläche aus Zementputz besteht.

Zementstein: Ausgehärteter → Zementleim.

Zenana: Die im Kernbereich bzw. dem Inneren eines Hauses oder Palastes gelegenen Frauengemächer oder ein entsprechender, Frauen vorbehaltener Trakt. Zenanas kennzeichnen die muslimische Kultur bzw. Architektur im südlichen Asien (z. B. im indischen Bundesstaat Rajasthan).

Zenotaph: Eine andere Schreibweise von → »Kenotaph«.

Zentralbau (Architektur): Ein Bauwerk, das regelhaft einen (großen) offenen Innenraum umschließt und (annähernd) gleich lange Hauptachsen aufweist. Anders ausgedrückt: Die primären Sicht- und Bewegungsachsen kreuzen sich gleichsam im Zentrum. Der Fall ist dies bei kreisförmigen, kreuzförmigen, (schwach) ovalen, gleichmäßig polygonalen oder quadratischen Grundrissen.

Zentralbau (lagebezogen): Ein Gebäude oder Bauwerk, das eine (angenäherte) Mittelpunktlage innerhalb eines baulichen Gesamtzusammenhangs einnimmt.

Zentralbauwerk (lagebezogen): Ein → Bauwerk, das sich im (angenäherten) Mittelpunkt eines baulichen Gesamtzusammenhangs befindet.

Zentraler Ort (Siedlungswesen): Eine Siedlungseinheit, die Funktionselemente (Einzelhandels-, Dienstleistungs-, Bildungs-, Infrastruktureinrichtungen usw.) prägen, die neben der Versorgung der ortseigenen Bevölkerung auch der Nutzung durch Umlandbewohner dienen. In Bezug auf ihre jeweilige versorgungstechnische Stellung bzw. die Absatzreichweite einzelner Angebote sind zentrale Orte je nach Größe und großräumiger Siedlungskonstellation mehr oder minder bedeutend für das Umland. Anders ausgedrückt: Sie entfalten unterschiedliche Bedeutungsüberschüsse. Diese Tatsache birgt eine Ableitung: Siedlungssysteme sind regelhaft von Rangfolgen bzw. Ortshierarchien gekennzeichnet. Grundsätzlich gilt, dass Orte gehobener Stellung sämtliche Leistungen bzw. Infrastrukturelemente nachrangiger Orte aufweisen (sollen), diesen gegenüber jedoch zusätzliche Funktionen erfüllen.

Zentralgebäude (funktional): Ein → Gebäude, in dem die wichtigsten Nutzungen untergebracht sind, die in einem mit mehreren Gebäuden bebauten, als funktionale Einheit aufzufassenden Standort angesiedelt sind.

Zentralgebäude (lagebezogen): Ein → Gebäude, das den (angenäherten) Mittelpunkt eines baulichen Gesamtzusammenhangs einnimmt.

Zentralheizung: Eine gebäudetechnische Anlage zur Wärmeerzeugung und -verteilung. Sie setzt sich aus Wärmeerzeuger, Verteilsystem und in jeweiligen Räumen installierten Heizflächen zusammen. Die Wärmeverteilung erfolgt regelhaft über erhitztes, in Rohren zirkulierendes Wasser. Zentralheizungen können in Mehrfamilienhäusern und einzelnen Wohnungen eingesetzt werden.

Zentralheizungsanlage: → Zentralheizung.

Zentralität: Die Stellung einer Stadt oder Gemeinde innerhalb einer versorgungstechnisch definierten Zentrenhierarchie. Mit der Anzahl und Qualität von Funktionen, die ein Ort für seine Bevölkerung bzw. jene des Umlandes erfüllt, desto höher seine Rangposition bzw. seine Zentralität. Die örtliche Einzelhandelszentralität, beispielsweise, lässt sich in den → Zentralitätsindex fassen.

Zentralitätsindex: Gemeindebezogener Kennwert, der das Verhältnis von örtlichem Einzelhandelsumsatz zu ortseigenem Marktpotential abbildet. Die Berechnungsformel lautet: Umsatz (in Währungseinheit) * 100 geteilt durch Marktpotential (in Währungseinheit). Werte über 100 besagen, dass Kaufkraftzuflüsse (grundsätzlich auftretende) Abflüsse übersteigen. Kurz: Der Ort erzielt einen versorgungstechnischen Bedeutungsüberschuss. Werte unter 100 drücken eine negative Kaufkraftstrombilanz aus. Es fließt also mehr Kaufkraft ab als zu.

Zentralitätskennzahl: Eine vergleichsweise selten genutzte Bezeichnung des → Zentralitätsindex'.

Zentralitätskennziffer: Eine andere Bezeichnung für → »Zentralitätsindex«.

Zentralmischverfahren: Eine Methode der Baugrund- bzw. Bodenverfestigung, bei der Boden abgetragen, in eine Mischanlage (mobil oder stationär) verfrachtet und dort mit Wasser und Bindemitteln vermischt wird. Die entstandene Masse wird zur Baustelle transportiert und verbaut. Siehe auch → Baumischverfahren.

Zentrenhierarchie: Ein von Wettbewerbsmomenten, funktionalen Verflechtungen und Austauschprozessen gekennzeichnetes System → zentraler Orte unterschiedlich stark ausgeprägter versorgungstechnischer Bedeutung bzw. Marktstellung.

Zentrenrelevantes Sortiment: Ein Ausdruck aus dem Planungswesen, der vor allem in Zusammenhang mit der Genehmigungsfähigkeit → großflächiger Einzelhandelseinrichtungen an städtebaulich unintegrierten Standorten bedeutsam ist. Der Begriff wird häufig mit »innenstadtrelevantes Sortiment« gleichgesetzt, bezeichnet streng logisch gesehen jedoch ein Sortiment, das für diese oder jene Zentrenart bedeutsam ist. – Gleich ob gewachsen (Hauptzentrum, → Stadtteilzentrum, → Nahbereichszentrum) oder am Reißbrett entwickelt (→ Einkaufszentrum / Shopping Center, → Fachmarktzentrum). Kurzum: Grundsätzlich sind alle → Sortimente bzw. Artikel- und Warengruppen auf die eine oder andere Weise zentrenrelevant, also zentrenbildende bzw. Zentren stabilisierende Komponenten. Die definitorische Schlüsselfrage lautet: Auf welche Art von Zentren wird abgehoben. Antwort: auf gewachsene oder planmäßig entwickelte Versorgungskerne bzw. Lagen, die für eine Verbrauchermehrheit zu Fuß oder mittels öffentlicher Nahverkehrsmittel erreichbar sind (Nahversorgungs-, Stadtteil-, Stadtzentren). Für diese Zentren bedeutsame Sortimente setzten sich regelhaft aus Artikelgruppen zusammen, die je Wareneinheit einen geringen Flächenanspruch aufweisen, von nahezu allen Kundengruppen nachgefragt und von vielen Verbrauchern vergleichsweise häufig benötigt werden, also dem kurz- und mittelfristigen Bedarfssegment zuzurechnen sind. Typische Beispiele bieten Bekleidung und Schuhe sowie – auch wenn aus vielen hochrangigen Zentren weitgehend verschwunden – Nahrungs- und Genussmittel. Nicht zentrenrelevante Sortimente umfassen vorwiegend schwer transportierbare, vergleichsweise selten nachgefragte Artikel (Baustoffe, Gartenbedarf, Möbel, Teppichböden usw.). Eine pauschale Einstufung geht fehl, da eine wirklichkeitsgerechte Bewertung nur möglich ist, wenn örtliche Verhältnisse berücksichtigt werden.

Zentrum (allgemein): Ein bedeutender räumlich und funktional definierter Nutzungsschwerpunkt mit mehr oder minder großem Einzugsgebiet.

Zentrum (zentraler Ort): Eine Siedlungseinheit, die Funktionselemente (Einzelhandels-, Dienstleistungs-, Bildungs-, Infrastruktureinrichtungen usw.) prägen, die neben der Versorgung der ortseigenen Bevölkerung auch der Nutzung durch Umlandbewohner dienen. In Bezug auf ihre jeweilige versorgungstechnische Stellung bzw. die Absatzreichweite einzelner Angebote sind zentrale Orte je nach Größe und großräumiger Siedlungskonstellation mehr oder minder bedeutend für das Umland. Anders ausgedrückt: Sie entfalten unterschiedliche Bedeutungsüberschüsse. Dieser Fakt birgt eine Ableitung: Siedlungssysteme sind regelhaft von Rangfolgen bzw. Ortshierarchien gekennzeichnet. Grundsätzlich gilt, dass Orte gehobener Stellung sämtliche Leistungen bzw. Infrastrukturelemente nachrangiger Orte aufweisen (sollen), diesen gegenüber jedoch zusätzliche Funktionen erfüllen.

Zentrum, Produktionslogistisches (ZPL): Dieses Zentrum bündelt – produktionsnah – Transport-, Lager- und Zulieferunternehmen. Prototypische Vertreter sind um große Automobilwerke herum entstandene Cluster. Es handelt sich gleichsam um das Gegenstück des → Güterverteilzentrums.

Zepterlehen (historisch): Ein im Heiligen Römischen Reich vom König bzw. Kaiser an einen kirchlichen Fürsten vergebenes Lehen. Diese Lehensform kam infolge des Konkordats von Worms (1122) auf.

Zession: Die Abtretung einer Forderung. Konkret: Ein Gläubiger (Zedent) überträgt seine Forderung an eine andere Person (Zessionar), die dadurch zum (neuen) Gläubiger wird. Vorgenommen wird die Zession durch Abschluss eines Verfügungsgeschäfts. Formpflichten bestehen nicht. Weiterhin muss der Schuldner – von Ausnahmen abgesehen – nicht über die Zession unterrichtet werden.

Zession, offene: Anders als bei der stillen Zession wird der Schuldner über die Forderungsabtretung durch den Gläubiger unterrichtet. Fortan ist er verpflichtet, den Forderungsempfänger (Zessionar) unmittelbar zu bedienen.

Zession, stille: Eine Forderungsabtretung durch den → Zedenten, bei welcher der Schuldner nicht über die erfolgte Übertragung unterrichtet wird. Da der Schuldner nichts von der Abtretung weiß, fließen seine Zahlungen weiterhin an den Zedenten. Um die Ansprüche des → Zessionars zu befriedigen, wird diesem regelhaft eine Einziehungsermächtigung erteilt.

Zessionar: Jene Person, auf die eine Forderung im Rahmen einer → Zession übertragen wird. Der »Empfänger« wird zum neuen Gläubiger.

Zeughaus: Ein Gebäude oder Gebäudetrakt, das bzw. der zur Aufbewahrung, Wartung und Instandhaltung von Waffen, Rüstungen und sonstigem Kriegsgerät diente. Der Begriff bürgerte sich in der frühen Neuzeit, als → Burgen auf den Artilleriekampf ausgelegten → Festungen wichen, zunehmend ein. Bereits frühzeitig erfüllten Zeughäuser auch repräsentative, u. a. in musealen Sammlungen alter Waffen gespiegelte Funktionen.

ZFH (Wohnungswesen): Ein Kürzel für »Zweifamilienhaus«.

ZH (Versorgungstechnik): Ein Kürzel für »Zentralheizung«.