Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Wi – WM

Wichhaus (Burgen- / Festungsbau): Eine andere Bezeichnung für einen → Scharwachtturm; u. a. auch »Pfefferbüchse« oder → »Wiekhaus« genannt.

Widder (Belagerungs- / Sturmtechnik): Ursprünglich ein langer Rammbock, an dessen Stoßende eine aus Eisen gefertigte Nachbildung eines Widderkopfes saß. In späterer Zeit wurde der Begriff auf verschiedene Rammen bezogen, die dazu dienten, Tore aufzubrechen oder Breschen in Wehrmauern zu legen.

Widdum: Siehe → Widum (vor allem südliches Bayern).

Widerlager (Bauwesen): In permanenter Form zumeist massive Bauteile, die horizontale Auflagerkräfte und möglicherweise auftretende vertikale Kräfte aufnehmen und in den Baugrund ableiten.

Widerlager (Brückenbau): Ein Endpunkt einer Brückenkonstruktion bzw. jener Bauteil, der den Übergang zwischen einem Brückenbauwerk und den an beiden Enden befindlichen Erddämmen bildet.

Widerstandsklasse (Einbruchsschutz): Eine im Rahmen der Europäischen Normenreihe bzw. in der EN 1627 festgelegte Kategorie, die sich auf Fenster, Fenstertüren und Türen bezieht. Die jeweilige Widerstandsklasse wird auf Grundlage der Widerstandszeit gegen unterschiedliche Tätertypen (»Vandale», Gelegenheitstäter, Gewohnheitstäter, erfahrener Einbrecher) und die jeweilige Einbruchsmethode bzw. verwendete Einbruchswerkzeuge bestimmt. Ursprünglich wurden sechs Widerstandsklassen unterschieden, heute sind es sieben.

Widum (Österreich): Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude einer katholischen Pfarre.

Widum (vor allem südliches Bayern): Das (ursprünglich) zum Selbstunterhalt eines kirchlichen Amtsträgers bestimmte Immobilienvermögen bzw. eine → Pfarrpfründe einschließlich Pfarrhaus.

Wiekhaus (Burgen- / Festungsbau): Ein Scharwachtturm, also ein Burgmauern, Türme oder Bastionsspitzen krönendes Erkertürmchen mit eckigem oder kreisförmigem Grundriss. Es trägt entweder ein Dach oder wird von einer krenelierten Plattform abgeschlossen. Die Mauerpartien sind vielfach mit → Schießscharten und → Maschikulis versehen. Dieses gewöhnlich vorspringende, von einer Konsole getragene wehrbauliche Element kam im 12. Jahrhundert auf und blieb bis ins 16. Jahrhundert in seiner Funktion erhalten. Inhaltsgleiche Begriffe sind »Echaugette« und »Pfefferbüchse«.

Wiener Fenster: Ein → Kastenfenster, bei dem Außen- und Innenflügel nach innen aufgehen. Das äußere Flügelfenster ist kleiner als das innere Gegenstück dimensioniert, um durch das lichte Maß zu passen.

Wiener Pflaster: Ein Verlegemuster, bei dem die Einzelsteine in einem 45-Grad-Winkel zum Straßen- oder Platzrand angeordnet sind. Der zumeist als »Diagonalpflaster« bezeichnete Oberflächenbelag kann als gekipptes → Reihenpflaster verstanden werden. Den randlichen Abschluss bilden drei- oder fünfeckige Steine.

Wiener Secession: Eine in Wien entwickelte Linie des → Jugendstils.

Wiener Sezession: Siehe → Wiener Secession.

Wiener Stock-Fenster: Eine seltenere Bezeichnung für das → Wiener Fenster.

Wiener Verband (Pflaster): Siehe → Wiener Pflaster.

Wierde: Eine andere Bezeichnung der → Warft bzw. → Wurt.

Wiese, Grüne (Planungswesen): Ursprünglich eine bildhafte Umschreibung, die zum fachsprachlichen Ausdruck mutierte. Sie steht für städtebaulich unintegrierte Standorte. Mit anderen Worten: für Standorte, die außerhalb eines gewachsenen, entstehenden oder geplanten Siedlungskörpers liegen.

WiGa (Mietwesen): Ein vorwiegend in Immobilienanzeigen genutztes Kürzel für »Wintergarten«.

Wighaus (Burgen- / Festungsbau): Ein selten auftauchende Bezeichnung für einen → Scharwachtturm bzw. ein → Wiekhaus.

Wilde Deckung: Eine Spielart der Schieferdeckung. Die einzelnen Platten werden erst auf der Baustelle vom Dachdecker endgültig geformt und zu einem individuellen , uneinheitlichen Gesamtmuster gefügt. Diese Form der Dachdeckung entfaltet vor allem bei Dächern mit Schwüngen bzw. Wellen ihre volle optische Wirkung.

Wilde Deponie: Eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Ort, an dem größere Abfall- bzw. Müllmengen ungenehmigt bzw. widerrechtlich abgelagert werden.

Wildschutzzaun: Siehe → Wildzaun.

Wildzaun: Ein in mehreren Varianten hergestellter Zaun, der dazu dient, Wildtiere abzuhalten. Wildzäune werden aus verknoteten Drähten hergestellt; sie besitzen ein rechteckiges Geflecht, dessen Maschengröße (gewöhnlich) und von unten nach oben zunimmt. Beim Pfahlzaun dienen, dem Namen entsprechend, Pfähle als Trag- bzw. Fixierungselemente. Eine zweite Form stellt der Scherenzaun dar, bei dem scherenartige Stützen zum Einsatz kommen. Der Hängezaun besitzt ein in rund 3 m Höhe verlaufendes Tragseil, das im Abstand von 20 – 25 m an Dreibeinstützen befestigt ist; das Zaungeflecht tragen Haltedrähte. Rotwild-Zäune sind regelhaft 2 m hoch (von in Deutschland einwandernden Elchen können sie übersprungen werden).

Wimberg: Siehe → Wimperg.

Wimperg: Ein gotisches Zierelement in Form einer giebelähnlich ausgeführten Überhöhung von Fenstern, Türen und Portalen.

Windberge: Eine hohe → Zinne.

Windbrett: Ein schmales, flaches Brett, das unter dem Dachüberstand am → Ortgang angebracht ist, um Windangriffen zu begegnen.

Windeldecke (historisch): Eine in bäuerlichen Häusern zu findende Holzbalkendecke, deren Felder (die Räume zwischen den Balken) → Staken ausfüllen, die mit Lehmstroh umwickelt sind.

Windfang: Ein kleiner Raum, der zwischen der Eingangstür eines Gebäudes und einer zweiten, innen anschließenden Tür liegt, die den eigentlichen Zugang zum Wohnraum bzw. zur Nutzfläche darstellt. Verbreitet ist der Windfang in Form eines kleinen, zumeist überdachten An- bzw. Vorbaus ausgeführt.

Windfass (Bergbau): Häufiger als »Wetterhut bezeichnet. Eine auf die oberirdische Ausmündung kleinerer Wetterschächte gesetzte, mit Steuer versehene, fassähnliche Konstruktion aus Holz oder Blech, der Wind auffängt und in einen Schacht leitet. In diesem Fall dient der Wetterhut der Belüftung. Eine ebenfalls mit Steuer versehene Spielart wird so eingestellt, dass sie sich gegen die Windrichtung dreht. Dadurch erfolgt die Luftbewegung schräg durch den Wetterhut, wodurch ein Sog entsteht und der Wetterhut die Entlüftung verbessert.

Windfeder: Ein schmales, flaches Brett, das unter dem Dachüberstand am → Ortgang angebracht ist, um Windangriffen zu begegnen.

Windmantel: Eine Saumzone eines Wald- bzw. Forstbestandes, der von Gehölzen mit tief liegendem Astwerk bewachsen ist. Dieser Saumbereich schützt den Baumbestand vor Sturmschäden und Austrocknung. Andere Bezeichnungen sind »Trauf« und »Waldmantel«.

Windmühle: Ein Bauwerk, dessen Mahl- bzw. Zerkleinerungseinrichtung durch Windkraft angetrieben wird. Der Antrieb beruht auf einem von Flügeln gebildeten Rad, dessen Drehung mittels einer Welle auf die Mahleinrichtung übertragen wird.

Windmühle, Chinesische: Ein sehr alter, weitgehend eingriffsfrei zu betreibender Windmühlentyp, der zu den → Horizontalwindmühlen zählt. Kennzeichnend sind eine vertikale Drehachse sowie daran befestigte, sich selbst ausrichtende Dschunkensegel.

Windmühle, Deutsche: Eine seltenere Bezeichnung der Bockwindmühle. Es handelt sich um eine → Mühle, die aus einem Stützgestell (Bock), einem starken Pfahl und einem Hauskörper besteht, der die Mahleinrichtung beinhaltet. Das Mühlenhaus ruht dabei auf dem Pfahl, der es ermöglicht, die gesamte aufsitzende Einheit in den Wind zu drehen.

Windmühle, Persische: Eine alte konstruktive Variante der → Horizontalwindmühle. Es handelt sich um eine Mühlenart, bei der aus Brettern oder bespannten Holzgattern bestehende Antriebselemente an einer vertikalen Drehachse befestigt sind. Kennzeichnend für die persische Spielart ist, dass der Antrieb von einer Windfangmauer in Form eines angeschnittenen Turms eingefasst wird. Bauartbedingt können diese Mühlen nicht mit dem Wind geführt werden.

Windofen: Dieser Typ stellte den ersten einfach regulierbaren Ofen dar. Er besitzt ein oben geknicktes Rohr, das aus der Deckplatte des Ofens in einen Kamin geführt wird. Bauartbedingt entsteht bei Befeuerung ein Zug, dessen Stärke sich durch eine in die Ofentür eingelassene Luftklappe steuern lässt. Der Ofentyp wird auch als »Zugofen« bezeichnet.

Windrispe: Ein langes, rund 4 cm dickes und 10 cm breites Holz, das der Längs- bzw. Diagonalversteifung hölzerner Dachtragewerke dient. An der Sparrenunterseite befestigt, vereitelt es eine Scherung der Sparren.

Windwassermühle: Namensgemäß eine → Mühle, die Wasser- und Windkrafteinsatz in sich verbindet. Beide Antriebe sind bei diesem Typ mit einer gemeinsamen Königswelle verbunden. Da zwei Antriebe vorliegen, waren die Baukosten hoch, woraus sich eine beschränkte Verbreitung der Mühlenart erklärt.

Winkellegstufe: Eine weniger geläufige Bezeichnung der → Winkelstufe.

Winkelschmiege: Ein justierbarer Winkel, den Handwerker zur unmittelbaren Übertragung von Winkeln auf ein Werkstück einsetzen. Die aus Holz oder Metall bestehende Schmiege setzt sich aus einem geschlitzten Schenkel und einer ausklappbaren Zunge zusammen, die sich mittels einer Schraube feststellen lässt.

Winkelstufe: Wie die → L-Stufe eine Stufe, die Tritt- und Setzstufe in einem Element kombiniert. Der Unterschied liegt darin, dass die Setzstufe bei diesem Winkelprofil an der Vorderkante der Trittstufe ansetzt.

Winkelturm: Ein von Ludwig Winkel entwickelter, 1934 als Patent registrierter Typ des → Hochbunkers, der zuvorderst auf den Schutz vor Luftangriffen ausgelegt war. Kennzeichnend ist die hohe, schlanke Form, die in einer kegelförmigen Spitze ausläuft. Große Winkeltürme boten mehreren Hundert Menschen Schutz.

Winterpfalz: Eine besonders gut auszustattende und zu bevorratende → Pfalz. Der Grund: Während der Wintermonate kam der Reiseverkehr weitgehend zum Erliegen; Herrscher und Hofstaat verweilten über Monate hinweg an Ort und Stelle.

Winzergut: Ein Weingut, ein Weinbaubetrieb.

Winzerhaus: Ein Wohnhaus eines Winzers bzw. Weinbauern, das häufig Wirtschaftsbereiche im Untergeschoss, in Anbauten oder im Keller aufweist (Kelterraum, Weinabfüll- und Weinlagerräume).

Wippausleger: Eine andere Bezeichnung des Nadelauslegers. Es handelt sich um einen Kranausleger, der im unteren Bereich der Turmspitze drehbar gelagert ist und über ein über die Turmspitze rollengeführtes Seil gehoben und gesenkt wird. Wippausleger gibt es bei → Oben- und → Untendrehern.

Wippbaum (Burgen- / Brückenbau): Häufiger als »Schwungrute« bezeichnet. Es handelt sich um einen von regelhaft zwei paarig angeordneten Balken, der zum Öffnen und Schließen einer Zugbrücke dient.

Wippbrücke: Ein zum Kreis der beweglichen Brücken zählender Konstruktionstyp mit (zumeist) einer anhebbaren, hinter dem Auflager in Form eines Kreissegmentes ausgeformten Klappe. Dieses durch Zahnstangen gesteuerte Kreissegment rollt beim Öffnen bzw. Schließen gleichsam ab. Der Brückentyp wird auch »Schwingbrücke« genannt.

Wippe (Spielgerät): Ein aus zentralem Ständer und mittig befestigtem, auf- und abwärts beweglichem Balken bzw. Brett (zumeist mit Haltegriffen) bestehendes Spiel- bzw. Freizeitgerät.

Wippmühle: Eine andere Bezeichnung der Kokerwindmühle. Es handelt sich um eine Fortentwicklung der → Bockwindmühle. An die Stelle des Stützgestells trat ein gemessen an der oberen Mühlenpartie ausladender Unterbau aus Holz oder Stein, in dem Mahlgeräte, Arbeitsflächen, oft auch die Müllerwohnung unterbracht wurden. Dieser Bereich ist entweder mit einem pyramidenähnlichen Dach versehen oder selbst entsprechend geformt; teils wurden sechseckige Grundrisse gewählt. Auf diesen Bauteil setzt ein Hohlzylinder mit durchlaufender Antriebswelle auf. Dieser drehbare Mühlenkasten trägt die Mühlenflügel. Bekanntere Bezeichnungen sind »Kokerwindmühle« und »Holländische Jungfer.

Wirkungsgradverfahren (Lichtplanung): Eine Methode zur Berechnung der durchschnittlichen Beleuchtungsstärke von Räumen. Entscheidende Parameter sind Lampenlichtstrom, Leuchtenwirkungsgrad und → Raumwirkungsgrad.

Wirtel (Architektur): Ein plastisch ausgeformter Schaftring einer → Säule oder eines Rundpfeilers. Der Wirtel war ein auch konstruktiv wirksames Zierelement der Romanik und Gotik.

Wirtepatent (Schweiz): Eine regelhaft personengebundene Erlaubnis, eine genehmigungspflichtige ࢐ Gaststätte zu betreiben, mithin eine Gaststättenkonzession.

Wirtschaft (Gastronomie): Ein → Gasthaus, eine Gaststätte.

Wirtschaftliche Due Diligence:Siehe ࢐ Due Diligence, wirtschaftliche.

Wirtschaftsbereich (Hotellerie): Innerhalb eines Hotels nur dem Personal bzw. beauftragten Firmen zugänglichen Flächen bzw. Räumlichkeiten, die der Betriebsführung dienen. Beispiele: Küchen, Anrichten, Büros, Lager, Wäscherei.

Wirtschaftsgebäude (Landwirtschaft usw.): Ein nicht bzw. allenfalls in minimalem Umfang zu Wohnzecken genutztes Gebäude, das für den Betrieb eines Hofes bzw. Anwesens erforderlich ist. Typische Beispiele sind Ställe, Scheunen und sonstige feste Lagergebäude.

Witthum: Siehe → Wittum.

Wittum: Das (ursprünglich) zum Selbstunterhalt eines kirchlichen Amtsträgers bestimmte Grundvermögen bzw. eine → Pfarrpfründe einschließlich Pfarrhaus.

WK (Einbruchsschutz): Das Kürzel für → »Widerstandsklasse«.

WM (Mietwesen): Ein vor allem in Immobilienanzeigen verwendetes Kürzel für »Warmmiete«.