Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu W – Wash

WA (Bauplanungsrecht, Deutschland): Der amtliche Kürzel für »Allgemeines Wohngebiet«. Gemäß → Baunutzungsverordnung handelt es sich um einen Siedlungsbereich, in dem neben der vorherrschenden Wohnnutzung Einzelhandelsgeschäfte, gastronomische Einheiten sowie (kleine) nicht störende Handwerksbetriebe zulässig sind.

Wabenblockziegel: Eine andere Bezeichnung des Thermowabenziegels. Es handelt sich um einen vom österreichischen Architekten Anton Brenner (Junior) Anfang der 1980er Jahre entwickelten → Ziegelstein. Der rechteckige, an beiden Längsseiten mit einer mittigen Einbuchtung versehene Mauerziegel besitzt ein Lochbild, dessen Grundelement zwei einander gegenüberliegende Winkel bilden, die zusammen an das Bild einer Wabe erinnern.

Wachspyker (historisch): Eine alte Bezeichnung für eine → Warte, die zum Zweck der Feindsichtung und -beobachtung errichtete wurde. Zumeist handelte es sich um Turmbauten, die in geländebeherrschenden Lagen errichtet wurden und einen wehrhaften Charakter besaßen.

Wachtturm: Eine zwecks Feindsichtung und -beobachtung erbaute → Warte. Zumeist handelte es sich um wehrhafte Turmbauten, die mehrheitlich in geländebeherrschenden Lagen außerhalb von Burganlagen und Stadtbefestigungen errichtet wurden, teils aber auch in diese einbezogen sein konnten.

Waffenkammer (gegenwärtig): Eine gesicherte Räumlichkeit bzw. eine Abfolge von Räumen, in der Handwaffen (Pistolen, Revolver, Gewehr usw.) sowie ergänzende Ausrüstungsgegenstände verwahrt werden. Entsprechende Einrichtungen finden sich vor allem in Militär-, Polizei- und Schießsporteinrichtungen.

Waffenkammer (historisch): Eine laienhafte Bezeichnung der → Rüstkammer.

Waffenmanufaktur: Ein Gebäude bzw. Gebäudekomplex, das bzw. der auf die Anforderungen einer personalintensiven, arbeitsteiligen, von Handarbeit geprägten vorindustriellen Serienfertigung von Waffen ausgelegt war. Manufakturen erlebten ihre Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert.

Wagenhalle (ÖPNV): Eine zumeist von einer Halle oder mehreren Hallen geprägte Parkeinrichtung für Triebwagen von Eisen- und Straßenbahn. Wagenhallen verfügen zumeist über mehr oder minder leistungsfähige Reparatureinrichtungen.

Wagenumlauf (Bergbau): Eine den Förderschacht umlaufende Gleisschlinge.

Wagenumtrieb (Bergbau): Siehe → Wagenumlauf (Bergbau).

Wagnerei (Werkstätte): Die in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz übliche Bezeichnung für einen Raum oder ein Gebäude, in dem Räder, Wagen und (meist) hölzerne landwirtschaftliche Geräte angefertigt werden.

Wagnerwerkstatt: Siehe → Wagnerei.

Wakala (arabisch): Eine Karawanserei. Ursprünglich handelte es sich um eine an einem Handelsweg bzw. einer Karawanenstraßen erbaute, regelhaft von Mauern eingefasste Herberge, die grundlegende Versorgungsmöglichkeiten für Menschen und Tiere (Nahrung, Wasser) bereithielt. Viele dieser Orte entwickelten sich zu Marktorten. Im Arabischen werden diese Einrichtungen auch »Khan« bzw. »Chan« genannt.

Wald: Im eigentlichen Sinn ein von weitgehend geschlossenen, natürlichen bzw. naturnah belassenen Baumbeständen geprägtes Gebiet. Kurz: Ein Naturwald (Ur- oder Sekundärwald). Im Gegensatz dazu steht der → Forst als gepflegter Wirtschaftswald.

Waldhufendorf: Ein vor allem in Rodungsgebieten deutscher Mittelgebirge verbreiteter Dorftyp. Kennzeichnend sind zwei Merkmale: 1. Je nach Topographie auf einer Seite oder beiderseits einer Straße gereihte, freistehende Einzelhöfe. 2. Eine Flur, die von Äckern gebildet wird, die sich in straßenabgewandter Richtung als teils schmaler, teils auch breiter, zugleich langgestreckter Streifen an den jeweiligen Hof anschließen. Das Waldhufendorf zählt zu den → Reihendörfern.

Waldhufensiedlung: Siehe → Waldhufendorf.

Waldmantel: Ein Saumbereich eines Wald- bzw. Forstbestandes, der einen Bewuchs mit tief liegendem Astwerk aufweist. Dieser Randbereich dient dazu, den Baumbestand vor Sturmschäden und Austrocknung zu bewahren. Andere Bezeichnungen sind »Trauf« und »Windmantel«.

Walke: Kurzbezeichnung der → Walkmühle.

Walkmühle: An sich ein Gerät bzw. eine Maschine, in übertragenem Sinn zugleich die Bezeichnung für ein Gebäude, in dem gewalkt wurde. Im Bereich der Tuchherstellung dienten im hohen Mittelalter aufgekommene Walkmühlen der Veredelung bzw. oberflächlichen Verfilzung textiler Gewebe.

Wall (ursprüngliches Verständnis, anthropogen): Eine Aufschüttung aus Erdreich und / oder Steinen, die zur Einhegung eines Bereiches dient. Wälle dienten häufig als Befestigungen.

Wallburg: Bis ins Mittelalter errichtete Befestigungsanlagen, die im Wesentlichen aus einer aus Erdreich aufgeschütteten Einhegung bestanden. Teils wurde der Wallkern von einer Mauer oder einer aus Stämmen errichteten Wand gebildet. Wallburgen waren regelhaft von Gräben eingefasst, die Wallkrone häufig mit Palisaden, teils mit Mauern versehen.

Wallfahrtskapelle: Ein kleines Kirchengebäude am Endpunkt eines Pilgerweges.

Wallfahrtskirche: Ein größeres, teils monumentales Kirchenbauwerk am Endpunkt eines Pilgerweges. Vertiefend siehe → Wallfahrtsort.

Wallfahrtsort: Ein Ort, dem derart große religiöse Bedeutung zukommt, dass er zahlreich Pilger anzieht. Vielfach handelt es sich um Orte, an denen Reliquien aufbewahrt werden. Häufig sind des Stätten, die als Schauplätze von Wundern bzw. wundersamer Erscheinungen gelten. Derartige Orte erzeugen mehrheitlich ein durch und durch kommerzialisiertes Umfeld; viele verdanken ihren Wohlstand dem bewussten Spiel mit der Leichtgläubigkeit von Religionsangehörigen bzw. dem Wirken geschäftstüchtiger Reliquienjäger und -fälscher sowie der Verbreitung erfundener Begebenheiten.

Wallflorstein: Eine andere Bezeichnung für »Florwallstein», »Hangflorstein« oder »Pflanzring«. Es handelt sich um ein topf-, becken- bzw. trogartiges, aus Beton vorgefertigtes Behältnis, das im Verbund mit anderen zur (optisch ansprechenden) Böschungssicherung genutzt wird. Diese Elemente sind regelhaft so geformt, dass sie miteinander verzahnbar sind, sich also eine stabile horizontale Verbindung herstellen lässt. Wallflorsteine besitzen zumeist runde, quadratische oder rechteckige Grundflächen. Von unten nach oben rückspringend gegeneinander gesetzt, werden sie herangezogen, um wandartige Konstruktionen zu errichten.

Wallgraben (Burgen- / Festungsbau): Ein unmittelbar vor einer Wehrmauer, einer Bastion bzw. einem Wall ausgehobener oder ausgesprengter → Graben.

Wallschild (Festungsbau): Die deutsche Bezeichnung für ein → Ravelin.

Walm (Dach): Geneigte Dachfläche auf der Giebel- bzw. Schmalseite eines Daches. Ein vollständiger Walm überzieht die gesamte Giebelfläche, lässt sie also gleichsam verschwinden.

Walm (Gewölbe): Bei Tonnengewölben die dreieckigen Abschnitte zwischen Widerlager und Gewölbescheitel, die sich ergeben, wenn die Gewölbeecken durch (gedachte) Diagonalen verbunden werden. Der Gewölbewalm wird auch als »Wange« bezeichnet.

Walmdach: Eine von einem → First abgeschlossene Dachform, die auch auf der Giebel- bzw. Schmalseite eines Hauses vollständig herabgezogene Dachflächen kennzeichnen.

Walzwerk: Eine industrielle Metallbearbeitungsstätte, in der aus vorgeformten Metallkörpern (z. B. Barren) Bänder, Bleche, Stäbe usw. gefertigt werden, die als Halbzeuge für eine weitere Verarbeitung dienen.

Wand: Ein vertikales, raumteilendes bzw. raumtrennendes und raumdefinierendes Bauteil, dessen Länge und Höhe ein Mehrfaches der Stärke (Tiefe) betragen. Anders als → »Mauer« bezeichnet »Wand« eine Funktion, keine Bauweise. Sie kann, muss jedoch nicht, aus einzelnen Bausteinen bestehen. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass Mauern als einzelne bzw. alleine stehende Bauteile bestehen können, während eine Wand im Sinne eines raumdefinitorischen Elementes nur als solche zu bezeichnen ist, wenn sie im Verbund mit anderen steht.

Wand, einschalige: Eine Wand, deren Querschnitt aus einem kompakten konstruktiven Verbund besteht, also keinen aus anderweitigem Baustoff hergestellten oder ungefüllt belassenen Kern besitzt. Der auch als »monolithisch« bezeichnete Aufbau stellt die älteste Form der Wandkonstruktion dar.

Wand, monolithische: → Wand, einschalige.

Wand, Spanische: Ein »Wandschirm« bzw. »Paravent«. Es handelt sich um eine zusammenlegbare bzw. zusammenfaltbare, bewegliche Wand. Paravents dienen als Raumteiler, Sicht- oder Windschutz, teils als bloßes Zierelement. Sie besitzen mit Scharnieren verbundene, mit Stoff oder Platten (Holz etw.) ausgefüllte Rahmen (Leporello).

Wand, zweischalige: Im Grunde zwei gemauerte oder anderweitig hergestellte Wände bzw. ein Verbund von Außen- und Innenschale. Die Innenschale bildet die Tragkonstruktion. Die mit ihr durch Anker verbundene Außenschale – auch »Verblend-« oder »Vorsatzschale« genannt – dient als Wetterschutz. Zwischen beide Mauern wird zumeist eine Dämmung eingebracht.

Wandabdeckung (baulich): Ein dauerhafter Schutz eines freiliegenden oberen Wandabschlusses, der dazu dient, Feuchte- und Gefrierschäden zu vermeiden. Wandabdeckungen werden zumeist aus Beton, Betonfertigteilen, Dachziegeln oder Blech hergestellt. Sie können flach, pult- oder satteldachähnlich ausgeführt sein. Zumeist greifen Abdeckungen beidseitig über die Wand hinaus.

Wandausgleichsmasse: Mörtel- bzw. Spachtelmasse, die zur Beseitigung von Unebenheiten in Wandflächen dient.

Wandbaustoff: Zur Herstellung einer → Wand eingesetztes Material bzw. ein zur Herstellung von Wänden geeignetes Material.

Wandelhalle: Eine etwas angestaubte Bezeichnung für das Foyer, also einen großen, saalartigen Vorraum in einem öffentlichen Gebäude bzw. Bauwerk (Hotel, Konzerthalle, Oper usw.), der als Eingangshalle und / oder Aufenthaltsbereich (während Vorführungspausen usw.) dient.

Wandelturm (historisch): Ein → Belagerungsturm.

Wandfuß: Die unterste Partie einer → Wand.

Wandgetäfel: Siehe → Wandvertäfelung (gegenständlich).

Wandkies: Unmittelbar an der Wand gewonnener Kies, der oftmals in natürlichen Zustand als Verfüllmaterial herangezogen wird. Er besitzt keine Größtkorngrenze und weist häufig ein breites Größenspektrum auf. Andere Bezeichnung sind »Füll-« und »Rohkies«.

Wandluke: Mittels einer Klappe verschließbare Wandöffnung.

Wandpaneel: Pplattenartiges, zur Vertäfelung einer → Innenwand genutztes Element, das zumeist aus Holz hergestellt ist. Die grundsätzlich Tafeln sind zumeist dreidimensional überarbeitet, weisen also optisch wirksame Erhebungen und / oder Vertiefungen auf.

Wandpaneelierung (gegenständlich): Ein Verbund tafelartiger Elemente, die eine Innenwand verkleiden. Eine Paneelierung – eine andere Bezeichnung ist »Vertäfelung« – dient zuvorderst zierenden Zwecken, kann u. a. jedoch auch zur Verbesserung akustischer Raumeigenschaften genutzt werden.

Wandpaneelierung (prozessual): Die Herstellung einer Wandvertäfelung.

Wandpfeiler: Der deutsche Ausdruck für »Pilaster«. Es handelt sich um einen in einen Mauerverbund eingebundenen, zur Gliederung von Fassaden eingesetzten Teilpfeiler, der tragende Funktionen erfüllen kann oder reinen Zierzwecken dient. In Putz oder Stuck ausgeführt, bilden Wandpfeiler u. a. ein verbreitetes Element der Scheinarchitektur.

Wandsand (Rohstoffgewinnung): Unmittelbar an der Wand gewonnener → Sand. Bei ungesiebtem Sand können die Korngrößen erheblich variieren; ungesiebter Wandsand wird vorwiegend für Füllzwecke verwendet, weshalb er auch als »Füllsand« bezeichnet wird.

Wandschalung (Betonbau): Aus Holz-, Kunststoff- oder Metallelementen zusammengesetzte Schalung, die als Gussform bzw. (zeitweilige) Einfassung einer zu betonierenden Wand dient. Zu unterscheiden sind zweihäuptige Schalungen, bei welchen beide Schalungsseiten miteinander verspannt werden, und einhäuptige bzw. einseitig entwickelte Schalungen, bei denen der vom Beton erzeugte Druck über Abstützböcke abzuleiten ist.

Wandschirm:  Ein »Paravent« bzw. eine »Spanische Wand«. Es handelt sich um eine zusammenlegbare bzw. zusammenfaltbare, bewegliche Wand. Paravents dienen als Raumteiler, Sicht- oder Windschutz, teils als bloßes Zierelement. Sie besitzen mit Scharnieren verbundene, mit Stoff oder Platten (Holz etw.) ausgefüllte Rahmen (Leporello).

Wandsockel: Der unterste, baulich bzw. gestalterisch von höheren Bereichen einer → Wand abgesetzte bzw. abgehobene Abschnitt. Wandsockel treten zumeist in Form einer vorspringenden Partie bzw. einer gleichsam verdickten Basis auf.

Wandsohle: Standfläche bzw. untere Begrenzung einer → Wand.

Wandstärke: Dicke einer → Wand.

Wandtafel: Siehe → Wandpaneel.

Wandvertäfelung (gegenständlich): Zusammenhang tafelartiger Elemente, die eine → Innenwand verkleiden. Vertäfelungen dienen zuvorderst dekorativen Zwecken, können u. a. jedoch auch zur Verbesserung akustischer Raumeigenschaften herangezogen werden.

Wandvertäfelung (prozessual): Die Herstellung einer Wandvertäfelung.

Wandvertafelung (gegenständlich): Siehe → Wandvertäfelung (gegenständlich).

Wandvertafelung (prozessual): Die Herstellung einer gegenständlichen → Wandvertäfelung.

Wandvorlage: Eine einer → Mauer bzw. → Wand vorgelegtes (ihr angesetztes) Bauglied mit statischen und / oder zierenden Funktionen.

Wandwange (Treppe): Die schrägen, Stufen tragenden Bauteile einer → Treppe, die einem → Treppenauge abgewandt bzw. der Wand zugekehrt sind.

Wange (Gewölbe): Bei → Tonnengewölben die dreieckigen Abschnitte zwischen Widerlager und → Gewölbescheitel, die sich ergeben, wenn die Gewölbeecken durch (gedachte) Diagonalen verbunden werden. Die Gewölbewange wird auch als »Walm« bezeichnet.

Wange (Treppe): Schrägen, die Stufen tragenden Bauteile einer → Treppe.

Wange, äußere (Treppe): Siehe → Wandwange.

Wange, innere (Treppe): Schräge, Stufen tragenden Bauteile einer → Treppe, die einem → Treppenauge zugekehrt sind.

Wangentreppe: Zumeist aus Hartholz hergestellte → Treppe, deren Stufen an beiden Enden in früher gestemmte, heute gewöhnlich gefräste Wangennuten eingesetzt sind. → Wangen und Stufen werden zumeist miteinander verschraubt; der früher zur Verspannung der Wangen übliche Einsatz von Zugschrauben ist heute vergleichsweise selten zu beobachten.

Wanne, Braune: Aus Bentonit bzw. Bentonit-Geotextilien hergestellte Bauwerksabdichtung, die vor allem die Außenwände im Kellerbereich schützt.

Wanne, Schwarze: Eine umlaufende, (überwiegend) unter der Bodenoberkante auf der Wandaußenseite befindliche Gebäude- bzw. Bauwerksabdichtung, die als → Bitumendickbeschichtung ausgeführt oder aus Kunststoffbahnen hergestellt ist.

Wanne, Weiße: Eine aus wasserundurchlässigem Beton hergestellte, Feuchtigkeit bzw. drückendes Wasser aussperrende Keller- bzw. Raumabdichtung; sie erübrigt zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen.

Wappenkartusche: Eine von einem plastisch ausgebildeten Zierrahmen eingefasste Fläche, die das (Familien)Wappen des Gebäudeeigentümers, des Stifters oder (seltener) des Baumeisters wiedergibt. Wappenkartuschen finden sich u. a. über Burgtoren, Schloss- und Palaisportalen.

Warenhaus: Großflächiger Einzelhandelsbetrieb mit sehr breitem Sortiment – Stichwort: Alles unter einem Dach. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Bekleidung, Schuhe und Haushaltswaren. Oftmals sind Lebensmittel- bzw. Genussmittelabteilungen und gastronomische Einrichtungen einbezogen. Große Warenhäuser führen bis zu 140.000 Artikel, die Giganten unter ihnen bis zu 200.000. Der Verkauf erfolgt vornehmlich in Kundenvorwahl. Warenhäuser erstrecken sich generell über mehrere Stockwerke; sie weisen entsprechend aufwendige, im Unterhalt vergleichsweise kostenintensive Erschließungssysteme (Rolltreppen) auf. Warenhäuser bilden erstrangige Magnetbetriebe, wenngleich sich ihre Leitfunktion (in Deutschland) abschwächt. In zahlreichen Mittelstädten und kleineren Großstädten schlossen und schließen einst florierende Häuser (Bremerhaven, Moers, Plauen usw.). Auch in Metropolen greifen Konsolidierungsprozesse (ein Beispiel bietet München).

Warenhauskette: Ein Unternehmen, das eine Reihe → Warenhäuser in Eigenregie betreibt oder ein Verbund auf Franchise- bzw. Genossenschaftsbasis geführter Warenhäuser.

Warf: Siehe → Warft.

Warft: Eine andere Bezeichnung der Wurt. Eine Warft ist eine künstlich geschaffene, hügelartige Erhöhung, die vor allem in Küstengebieten zu finden ist. Sie dient dazu, Gebäude vor Überschwemmungen bzw. Fluteinwirkungen zu schützen.

Warmdach: Das einschalige Dach stellt eine unbelüftete Konstruktion dar. Die → Dachhaut liegt unmittelbar auf der zum Innenraum hin durch eine Dampfsperre begrenzten Dämmschicht.

Wärmebedarf (Gebäude): Das Produkt aus Heizlast und Heizdauer bzw. die in kWh ausgedrückte Wärmemenge, die zur Beheizung eines Raumes auszuwenden ist. Der Bedarf beinhaltet Transmissions- und Lüftungswärme.

Wärmebedarfsausweis (Deutschland): Auch als »Energiebedarfsausweis« bezeichnet. Es handelt sich um ein Zertifikat, das für Neubauten (und Sanierungsobjekte usw.) seit 2002, für Bestandsgebäude seit 2008 zu erstellen ist. Es soll mögliche Käufer oder Mieter einer Immobilie darüber informieren, welche Heizwärmemenge das Gebäude bei üblicher Nutzung im Jahr benötigt. Der berechnete Heizwärmebedarf wird pro Quadratmeter Wohnfläche ausgewiesen. Der Ausweis gibt nicht nur Auskunft über die energetischen Qualitäten eines Gebäudes, sondern skizziert auch Einsparmöglichkeiten. Das Dokument ist Käufern oder Mietern eines Gebäudes auf Anforderung vorzulegen.

Wärmebrücke: Ein Bauteil oder Bauteilbereich, der Wärme schneller nach außen leitet, als andere Bauteile. Bei niedrigen Außentemperaturen fällt hier die Temperatur im Gebäudeinneren ab; es kann zur Bildung von Kondenswasser kommen, welches die Entstehung von Feuchteschäden begünstigt. Zudem wirken Wärmebrücken negativ auf den Heizenergiebedarf zurück.

Wärmedämmputz: Schwer entflammbarer → Putz mit vergleichsweise hohem Anteil an Leichtzuschlägen (aufgeschäumtes Polystyrol usw.), der eine Trockenrohdichte von höchstens 600 kg pro Kubikmeter und einen Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit von maximal 0,2 W / (m * K) aufweist.

Wärmedämmung (gegenständlich): Stoffe und Elemente, die eingesetzt werden, um transmissionsbedingte Wärmeschwankungen in Gebäudeinnenbereichen zu vermindern.

Wärmedämmung (prozessual): Durchführung von Maßnahmen, die transmissionsbedingte Wärmeschwankungen in einem Gebäude bzw. Bauwerk vermindern. Mit anderen Worten: Es handelt sich Maßnahmen, die Wärmedurchgänge zwischen Innen- und Außenraum herabsetzen, den Innenbereich (bzw. Teile des Innenbereiches) also vor Erwärmung oder Abkühlung schützen.

Wärmedämmverbundfassade: Ein außen gedämmtes Fassadensystem bzw. eine Gebäudeaußenwand mit armierter und verputzter Dämmung. Vertiefend siehe → Wärmedämmverbundsystem.

Wärmedämmverbundsystem: Mehrschichtiger Materialverbund, der vorwiegend zur Wärmedämmung von Gebäudeaußenwänden einschließlich Kellerwänden und Fundamenten genutzt wird. Kernkomponente moderner WDVS sind zumeist Mineralfaser- oder (Hart-)Schaumplatten, die an der Wandoberfläche durch Kleber oder Dübel befestigt werden. Die so hergestellte Oberfläche wird mit einem Armierungsmörtel beschichtet, auf den wiederum ein Oberputz aufgebracht wird. Kennzeichnend ist (bei Außeneinsatz) eine nach außen hin zunehmende Wärmedämmfähigkeit und ein in derselben Richtung abnehmender Dampfdiffusionswiderstand.

Wärmedämmverglasung (gegenständlich): Eine andere Bezeichnung für ein → Mehrscheiben-Isolierglas.

Wärmedämmwert (Bauphysik): Siehe → Wärmedurchgangskoeffizient (Bauphysik).

Wärmedurchgangskoeffizient (Bauphysik): Eine Maßzahl, in der sich der Wärmestromdurchgang durch eine Stoffschicht ausdrückt. Konkret gibt der Koeffizient die pro Zeiteinheit durch eine Fläche von 1 qm fließende Energiemenge an, wenn zwischen beiden Seiten eine Lufttemperaturdifferenz von 1 Kelvin besteht. Bezogen auf einzelne Bauteile handelt es sich um einen spezifischen Leistungswert, dessen Höhe entscheidend von der Wärmeleitfähigkeit und Stärke des eingesetzten Baustoffs abhängt. Es gilt: je niedriger der Wärmedurchgangskoeffizient eines Baustoffs bzw. Bauteils, desto besser dessen wärmedämmende Eigenschaften.

Wärmedurchgangswiderstand (Bauphsik): Der Kehrwert des → Wärmedurchgangskoeffizienten. Es gilt: je höher der Widerstand, desto besser die Wärmedämmung.

Warme Kante (Fenster, Türen, allgemein): Einfassung des Glases, die eine erhöhte Wärmedämmung bewirkt.

Warme Kante (Mehrscheibenisolierglas): Eine Randkante, bei welcher der Glasscheibenabstand von einem aus wenig wärmeleitfähigem Material hergestellten Halter gewährleistet wird.

Wärmepumpenheizung: Technische Einrichtung zur aktiven, steuerbaren Erwärmung von Räumen bzw. Gebäuden und / oder zur Warmwassererzeugung. Sie entzieht einem natürlichen Medium (Boden / Erdreich, Grundwasser, Umgebungsluft) Wärme und erhöht deren Temperatur mittels einer Wärmepumpe.

Wärmestube (Kloster): Fachsprachlich als »Kalefaktorium« bezeichnet; ein beheizbarer Raum eines Klosters.

Warmsanierung: Ein feinsinniger umgangssprachlicher Ausdruck für einen Versicherungsbetrug, der auf gezielter Brandstiftung durch den jeweiligen Gebäude- oder Wohnungseigentümer beruht. Zumeist sind betroffene Objekte deutlich über Wert versichert. Nach der Zerstörung streicht der Täter – sofern nicht überführt – die Versicherungssumme ein. Entweder er »saniert« sich finanziell oder baut neu, wodurch die jeweilige Immobilie in gewisser Weise saniert wird.

Warte (baulich): Eine Beobachtungs- und / oder Ausschauzwecken dienende bauliche Einrichtung. Beispiele bieten Stern- und Wetterwarten oder der Feindsichtung dienende Türme.

Warth: Befestigter, oft von einem Graben umlaufener Turm, der zwecks Feindsichtung und -beobachtung, aber auch zur Sicherung von Handelswegen erbaut wurde. Diese wehrhaften Turmbauten befanden sich mehrheitlich in geländebeherrschenden Lagen außerhalb von Burganlagen und Stadtbefestigungen.

Wartturm: In Form eines Turms errichtete → Warte. Typische Vertreter stellten → Burg- und → Stadtwarten dar.

Waschbeton: Ein → Beton, dessen Gesteinskörnung durch Auswaschung von Zementbestandteilen oberflächlich sichtbar gemacht bzw. freigelegt wird. Das herkömmliche Herstellungsverfahren beruht auf dem Einsatz von → Erstarrungsverzögerern, die entweder unmittelbar auf die Schalungsinnenseite oder auf ein Einlagepapier aufgebracht werden. Nach Abnahme der Schalung wird die nicht bzw. nur ansatzweise abgebundene Betonoberfläche mit einem Hochdruck-Wasserstrahl bearbeitet (oder gebürstet) und der Zement ausgespült. Zurück bleibt eine strukturierte Oberfläche. Eine zweites, bei der Herstellung von Fertigplatten mit feiner Körnung genutztes Verfahren, beruht auf der Direktauswaschung. Dabei erfolgt die Wasserbehandlung direkt nach dem Pressen der Betonplatten.

Waschbetonfassade: Eine aus → Waschbeton bestehende Gebäudeaußenwand.

Waschbetonplatte: Eine aus → Waschbeton hergestellte Betonplatte, deren Oberflächenstruktur – bei feiner Körnung – gewöhnlich durch → Direktauswaschung erzeugt wurde.

Waschhausgeld (historisch): Ein für die Nutzung eines im Eigentum dörflicher Gemeinwesen stehenden Waschhauses zu entrichtendes Entgelt.

Wash-Factor (Hotellerie): Der Prozentsatz gebuchter Gästezimmer, der infolge vorgenommener Stornos oder unterbliebener Gästeanreisen letztlich nicht ausgelastet wurde bzw. wird.