Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Vo – VZ

VOB (Bauwesen, Deutschland): Steht für »Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen», früher als »Verdingungsordnung für das Bauwesen« bezeichnet.

VOB/A: Das Kürzel bezeichnet den ersten Teil der bundesdeutschen Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen. Er enthält allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen.

VOB/B: Der amtliche Kürzel für den zweiten Teil der deutschen Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen. Dieser Teil regelt allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen.

VOB/C: Der offizielle Kürzel für den dritten Teil der bundesdeutschen Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen. Dieser enthält Bestimmungen bezüglich der allgemeinen technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV).

Vogelflugziegel: Ein vom österreichischen Architekten Anton Brenner (Junior) Anfang der 1980er Jahre entwickelter → Ziegel. Der rechteckige Ziegel besitzt ein Lochbild, das aus einer Abfolge jeweils zweier aneinandergesetzter Hohlwinkel besteht. In der Aufsicht ergibt sich die Anmutung eines ziehenden Vogelschwarms. Der Ziegel ist aufwendig in der Herstellung und besitzt in Bezug auf seine wärmedämmenden Eigenschaften (zumindest) keine Vorteile gegenüber modernen porosierten Ziegeln.

Vogt (historisch; Burgenwesen): Ein von einem Feudalherren eingesetzter Verwalter einer → Burg.

Vogthaus: Auch »Voitenhaus« genannt. Das Wohnhaus eines bestellten, zumeist adligen Verwalters einer → Burg oder eines (wehrhaften) Schlosses.

Voitenhaus: Eine andere Bezeichnung für das → Vogthaus.

Volksaltar: Eine von mehreren Bezeichnungen des → Laienaltars.

Vollauslastung (Hotellerie): Eine hundertprozentige Auslastung der verfügbaren Zimmer- oder Bettenkapazität.

Vollbelegung (Hotellerie): Eine hundertprozentige Auslastung der verfügbaren Zimmer- oder Bettenkapazität.

Vollbelegungstage (Hotellerie): Insbesondere in Österreich, Süddeutschland und der Schweiz in der Ferienhotellerie verbreitete Messgröße, die angibt, wie viele Tagen ein Hotel rechnerisch vollständig belegt war. Sie wird zumeist auf die Bettenauslastung bezogen. Berechnungsformel: Anzahl der Übernachtungen bzw. verkauften Betten geteilt durch die Bettenanzahl des jeweiligen Hauses. Die Erfassung von Vollbelegungstagen unterscheidet sich von dem international üblichen Ansatz, die Auslastung als Prozentsatz anzugeben, der sich auf die verfügbaren Zimmer (oder Betten) bezieht.

Vollfilterrohr: Ein ab Werk mit einer geotextilen Ummantelung versehenes Dränrohr (Entwässerungsrohr).

Vollholz: Ein Holzprodukt, das aus einem Baustamm herausgearbeitet wurde. Vollholz kann durch Fräsen, Hobeln oder Sägen in Form gebracht sein. Entscheidend ist, dass keine Veränderung des Holzgefüges erfolgt. Zum Vollholz zählen → Rundhölzer und → Schnitthölzer.

Vollholzparkett: Ein aus → Massiv- bzw. → Vollholz bestehender Fußbodenbelag, der sich aus zahlreichen rechteckig oder (seltener) quadratisch zugesägten Holzstücken zusammensetzt.

Vollklimaanlage: Umgansgsprachliche Bezeichnung für Klimaanlagen, die kühlen, heizen, be- und entfeuchten.

Vollmühle: Eine andere Bezeichnung der im hohen Mittelalter aufgekommenen → Walkmühle. An sich handelte es sich um ein Gerät bzw. eine Maschine, in übertragenem Sinn zugleich um die Bezeichnung für ein Gebäude, in dem textile Gewebe gewalkt, also veredelt bzw. oberflächlich verfilzt wurden.

Vollplastik (Kunst, Architektur): Eine rundum dreidimensional herausgearbeitete, also plastische Darstellung, die – anders als die → Rundplastik – eine primäre Schauseite aufweist.

Vollsortimenter (Einzelhandel): Ein Einzelhandelsbetrieb, dessen Warenangebot das gesamte Artikelspektrum einer Branche einschließlich ergänzender Artikelgruppen abdeckt.

Vollturm (Burgenbau): Ein → Turm, dessen Erdgeschoss mit Erde und Geröll verfüllt ist.

Vollvermietung: Ein Zustand, in dem sämtliche vermietbare Flächen einer Immobilie von zahlenden Nutzern belegt sind.

Vollwärmeschutz (gegenständlich): Eine (umgangssprachliche) Bezeichnung für ein → Wärmedämmverbundsystem.

Vollzapfen (Zimmermanns- / Tischlerwesen): Ein → Zapfen, der in ein → Zapfenloch geführt wird, welches das zu verbindende Holzteil vollständig durchstößt. Der Zapfenkopf schließt bündig mit der Rückseite dieses Holzes ab oder ragt ein wenig über diese hinaus.

Vollziegel (Mauerziegel): Ein → Ziegel mit höchstens 15 % volumenbezogenem Lochanteil; eine Lochung ist – sofern vorhanden – senkrecht zur Lagerfläche ausgebildet.

Volumenziffer (Baurecht, Schweiz): Eine Kennzahl, die das maximal zulässige bzw. das bestehende Verhältnis zwischen oberirdischem Gebäudevolumen und Grundstücksfläche angibt. Es handelt sich um die eidgenössische Entsprechung der deutschen → Baumassenzahl. Die Baumassenziffer wird auch »Baumassenziffer« genannt

Volute: Bezeichnung für eine Spiral- bzw. Schneckenform. In der Architektur handelt es sich um ein ornamentales, verbreitet für die Gestaltung von Giebeln, Kapitellen und Säulen eingesetztes Element. Verwendet wurde es bereits in der Antike; in Europa erlebte es seine weiteste Verbreitung während der Renaissance.

Volutengiebel: Ein seitlich von → Voluten eingefasster Giebel.

Volutenpolster: Ein ausladender, kissenförmiger Kämpfer oberhalb eines Kapitells bzw. einer Säule mit kreisförmig eingerollten Seiten.

Vorarlberger Bauschule (Barock): Eine Bezeichnung für den von der → Auer Zunft geprägten Sakralbaustil, der auf dem sogenannten → »Vorarlberger Münsterschema« beruht.

Vorarlberger Münsterschema (Barock): Eine von der → Auer Zunft entwickelte Raumgliederung für Kirchenbauwerke. Kennzeichnend sind einschiffige, tonnengewölbte, lichtdurchflutete Langhäuser in Form von Wandpfeilerbauten, die beidseitig von aufeinanderfolgenden Kapellen und durchlaufenden Emporen begleitet werden. Das regelhaft im Osten liegende Querhaus greift nur wenig über die Bauflucht hinaus. Das Langhaus setzt sich in einem an die → Vierung anschließenden Chor fort.

Vorarlberger Schule (Barock): Die Kurzbezeichnung der barocken → Vorarlberger Bauschule.

Vorbaubalkon: Eine andere Bezeichnung für den Anbaubalkon. Es handelt sich um einen Balkon, der mittels Konsolen mit der Gebäudewand verbunden und an der dem Freien zugewandten Seite auf Stützen gelagert ist. Die Bodenplatte besteht aus Aluminium, Beton oder Holz. Vorbaubalkone werden sowohl im Neubaubereich realisiert als auch zur kostengünstigen Nachrüstung von Bestandsgebäuden herangezogen.

Vorbereitender Bauleitplan: Ein → Flächennutzungsplan. Siehe auch → Bauleitplan.

Vorbeugender Brandschutz: Ein Oberbegriff für alle baulichen, anlagentechnischen, ausstattungsbezogenen und organisatorischen Maßnahmen, die vorausschauend ergriffen werden, um eine Brandentstehung möglichst auszuschließen und eine Ausbreitung von Bränden zu verhindern.

Vorburg: Ein der Kernburg vorgelagerter, höhenmäßig in aller Regel unter dieser gelegener Burgbereich. In der Vorburg befanden sich Lagerbauten, Pferde- und Viehställe, Gesindeunterkünfte und Wohnstätten der nicht zur burgherrlichen Familie gehörenden Besatzung. Im Falle drohender feindlicher Angriffe dienten Vorburgen zumeist als zeitweilige Unterkunft fliehender Landbewohner.

Vordeckung (Dachkonstruktion): Eine flächenhaft entwickelte, (zumindest) bis zum Abschluss der Dacheindeckung als Regen-, Staub- und Windschutz für unterliegend Gebäudebereiche dienende Bedeckung bzw. Maßnahme. Vordeckungen werden zumeist auf Basis von Kunststoff- oder Bitumenbahnen hergestellt.

Vorerhitzer (Lüftungstechnik): Wärmeüberträger, der 1) winterliche Außenluft aufheizt, um Frostschäden in wassergefüllten Anlagenteilen zu vermeiden, 2) zur Filtertrocknung verwendete Luft erwärmt, um einer Filterdurchnässung vorzubeugen, 3) die Luft vor einer Verdunstungsbefeuchtung erwärmt, um deren Feuchteaufnahmekapazität zu erhöhen.

Vorderlader: Siehe → Vorderladerofen.

Vorderladerofen: Ein → Ofen, der im jeweiligen Standraum (z. B. der Wohnstube), nicht in einem benachbarten Raum (z. B. Flur oder Küche) mit Brennstoff beschickt wird. Diese Öfen werden also in jenem Raum befüllt, in dem ihre unmittelbare Wirkung erwünscht ist.

Voreröffnungskosten: Finanzielle Aufwendungen, die im Vorlauf einer Betriebseröffnung (Hotel, Einzelhandelsgeschäft usw.) anfallen. Hierzu zählen Personal- bzw. Personalanwerbungskosten, Marketingkosten, Kosten für die erste Bestückung des Warenlagers und andere Posten mehr.

Vorfahrt (Hotellerie): Vor dem Haupteingang eines Hotels angelegter Fahrstreifen bzw. Haltebereich, der zum Ein- und Ausladen von Gästegepäck sowie zum ersten Empfang von Gästen, insbesondere bei Veranstaltungen, dient.

Vorfälligkeitsentschädigung: Eine an den Darlehensgeber fließende Kompensationszahlung bei vorzeitiger Rückführung eines Darlehens.

Vorfeld (Burgenbau): Die unmittelbare Umgebung einer → Burg, die von Feinden Deckung bietenden Elementen befreit und zumeist mit Annäherungshindernissen versehen war.

Vorfluter (Hydrologie, Wasserbau): Ein natürliches oder künstlich geschaffenes Gerinne, das Niederschlagswasser, Abwasser oder Bodenwasser kontinuierlich oder phasenweise in ein größeres Gewässer abführt.

Vorgehängte Dachrinne: Eine mittels Aufhängung im Bereich der Dachtraufe befestigte Rinne, die von der Dacheindeckung ablaufendes Niederschlagswasser sammelt und über ein Fallrohr in den Untergrund (Kanalisation, Sammelbecken usw.) abführt.

Vorgespärre: Ein über die Gebäudefront hinausgezogenes, im Freien vor einem Dachgiebel liegendes Sparrenpaar. Das Vorgespärre ruht auf auskragenden Pfetten. Durch den vorgezogenen Giebel entsteht ein verbesserter Witterungsschutz. Eine ältere, nach wie vor geläufige Bezeichnung ist »Freigespärre«.

Vorgetragenes Bild: Eine Übersetzung des italienischen »quadro riportato«. Es handelt sich um ein unmittelbar auf eine Wand- oder Deckenfläche gemaltes Bild, das in einen Stuckrahmen gefasst ist. Der Betrachter wird gleichsam genarrt, insofern der Eindruck entsteht, dass es sich um ein aufgehängtes Bild, nicht um eine Wand- bzw. Deckenmalerei handelt.

Vorgraben (Burgen- / Festungsbau): Der äußere Graben eines Doppelgrabensystems oder auch ein im Vorfeld einer Befestigungsanlage ausgehobener Graben.

Vorhallenbank: Eine mehrsitzige Entsprechung des → Vorhallenstuhls.

Vorhallenstuhl: Eine im ausgehenden 17. Jahrhundert in England aufgekommene Sitzgelegenheit für wartende Besucher, die zum festen Bestandteil der Ausstattung von Vorhallen herrschaftlicher Anwesen wurde. Die Rückenlehnen der regelhaft ungepolsterten, ohne Armlehnen ausgeführten Stühle waren häufig mit dem geschnitzten Familienwappen des Eigentümers versehen; sie dienten als Statussymbol.

Vorhangbogen (Architektur): Ein Bogen, dessen Form an seitlich geraffte Vorhänge erinnert. Er setzt sich aus zwei oder mehr konvex aufsteigenden Seitenpartien zusammen.

Vorhangfassade: Eine raumschließende Außenwand, die aus großflächigen, im Baukörper ankernden Elementen besteht. Vorhangfassaden finden sich zumeist bei Gebäuden, die in → Skelettbauweise errichtet wurden bzw. werden; sie tragen lediglich ihr eigenes Gewicht, keine anderweitigen statischen Lasten.

Vorhaupt: Siehe → Vorkopf (Brückenbau).

Vorholz (Dach): Bei einem → Sparrendach jener Abschnitt des Deckenbalkens, der nach außen über den Sparrenfuß hinausgeht. Der Deckenbalken reicht also über den gebildeten Dreiecksrahmen hinaus.

Vorkaufsrecht: Das einem Vertragspartner eingeräumte Recht, im Verkaufsfall den Zuschlag für ein Objekt zu erhalten, sofern sein Angebot (zumindest) gleichauf mit dem von dritter Seite gebotenen Kaufpreis liegt.

Vorklärbecken: Eine auf die mechanische Vorbehandlung von Abwasser ausgelegte Komponente einer Kläranlage. Es handelt sich um ein mit minimaler Geschwindigkeit durchströmtes Becken, in dem sich Schwebeteilchen und größere Objekte absetzen. Der entstehende Primärschlamm wird der weiteren Bearbeitung zugeführt.

Vorkopf (Brückenbau): Ein nahe der Basis bzw. im Bereich der Wasseroberfläche bei Brückenpfeilern ausgebildeter keilartiger Vorsprung mit spitzer, teils auch leicht gerundeter Vertikalkante, der stromauf weist. Vorköpfe dienen der Ablenkung von Treibgut und treibenden Eisschollen. Der Vorkopf wird u. a. auch als »Pfeilersporn« bezeichnet.

Vorkragen: Das Vorspringen, Überstehen, Ausgreifen eines Bauteils oder Stockwerks über eine darunter befindliche Bauwerks-, Gebäude- oder Mauerpartie.

Vorkragung: 1. Ein Bau- oder Gebäudeteil, das über die → Baufluchtlinie oder die Grundfläche eines Gebäudes hinausragt. Beispiele bieten Balkone, Erker, bestimmte Dachformen, Träger oder Konsolen. 2. Der Überstand bzw. das Vorspringen eines Stockwerks oder Bauteils über die darunter liegende Gebäude-, Bauwerks- oder Mauerpartie.

Vormerkung (Sachenrecht, Grundbuchwesen): Eine im Grundbuch eingetragene Ankündigung, dass an einem Grundstück bestehende Rechte von deren derzeitigem Inhaber auf einen Dritten übertragen werden. Sobald vollzogen, besitzt der Begünstigte einen Rechtsanspruch auf den Vollzug der Übertragung; sie schützt seine Interessen (z. B. gegen Zwangsvollstreckungsmaßnahmen bei Insolvenz des Veräußerers).

Vorort / vor Ort (Bergbau): Jener Streckenteil eines Bergwerks, an dem der Abbau erfolgt bzw. jener Bereich, in dem die Hauer arbeiten.

Vorort (Siedlungswesen): Auch als »Vorstadt« oder »Suburb« bezeichnet. Ein vergleichsweise funktionsarmer, gewöhnlich vorwiegend wohnorientierter, stadtnaher Siedlungsbereich, dessen berufstätige Bevölkerung überwiegend aus Auspendlern besteht. Kennzeichnend war bzw. ist ein weitgehend homogener Sozialstatus. Suburbs entstanden bzw. entstehen häufig in Form von Ein-Generationen-Siedlungen. Einen Sonderfall stellen um Industriewerke entstandene Vororte dar, die vielfach Einpendlerüberschüsse aufweisen.

Vorortgemeinde: Eine verwaltungstechnisch eigenständige Siedlungseinheit, deren Bevölkerung weitestgehend auf die Infrastrukturen einer angrenzenden bzw. benachbarten → Stadt zurückgreift bzw. von diesen abhängig ist.

Vorsatzschale: Die Außenschale einer zweischaligen Wand. Eine andere Bezeichnung ist »Verblendschale«.

Vorstadt: Auch als »Vorort« oder »Suburb« bezeichnet. Ein vergleichsweise funktionsarmer, gewöhnlich vorwiegend wohnorientierter, stadtnaher Siedlungsbereich, dessen berufstätige Bevölkerung überwiegend aus Auspendlern besteht. Kennzeichnend war bzw. ist ein weitgehend homogener Sozialstatus. Suburbs entstanden bzw. entstehen häufig in Form von Ein-Generationen-Siedlungen. Einen Sonderfall stellen um Industriewerke gewachsene Vororte dar, die vielfach Einpendlerüberschüsse aufweisen.

Vortor (Burgen-, Festungsbau): Das äußere Tor einer von zwei oder mehr hintereinander geschalteten Toren geprägten Anlage, oft das äußere Tor einer Doppelturmanlage.

Vortrieb (Bergbau): Das Auffahren einer → Strecke.

Vortrieb (Tunnelbau): Der Ausbruch des Stollens bzw. der Tunnelröhre. Im wesentlichen sind zwei Vortriebsverfahren zu unterscheiden, nämlich → Schildvortrieb und → Sprengvortrieb. Der Begriff bezeichnet auch die je Zeiteinheit geschaffene Vortriebsstrecke.

Vorwerk (Burgen- / Festungsbau): Eine der → Kernburg bzw. dem Kernbereich einer → Festung vorgelagerte Verteidigungseinrichtung. Vorwerke dienen dem Zweck, feindliche Angriffe zu stören, direkte Angriffe auf die Kernwerke zu unterbinden, feindliche Kräfte zu schwächen bzw. aufzureiben.

Vorzeitiger Bebauungsplan (Baurecht, Deutschland): Ein → Bebauungsplan, der aufgestellt, geändert, ergänzt oder aufgehoben wird, bevor der örtliche → Flächennutzungsplan aufgestellt ist. Statthaft ist dies, wenn dringende Gründe ein entsprechendes Vorgehen erfordern und der Bebauungsplan der angestrebten städtebaulichen Entwicklung nicht widerspricht. Sofern ein Flächennutzungsplan z. B. bei Gebietsänderungen von Gemeinden fortbesteht, kann ein vorzeitiger Bebauungsplan aufgestellt werden, bevor der Flächennutzungsplan entsprechend ergänzt oder geändert ist. Vergleiche § 8 Absatz 4 Baugesetzbuch.

Votivkapelle: Eine → Kapelle, die einem angebeteten Heiligen – meist in Form eines Gelübdes zugesagt – gestiftet wurde, nachdem das Gebet als erhört galt.

Votivkirche: Ein → Kirchengebäude oder -bauwerk, das eine Person oder Personengruppe – häufig auf Grundlage eines Gelübdes – erbauen ließ und einem angebeteten Heiligen widmete bzw. stiftete, nachdem eine Notlage bereinigt oder ein Wunsch erfüllt war.

Voute (Rundung): Auch »Deckenkehle« genannt. Ein ausgerundeter Übergang zwischen einer Wand und einer Saal- oder Zimmerdecke. Vouten finden sich häufig in herrschaftlichen Villen und Schlössern.

Voute (Tragwerk): Eine Verbreiterung bzw. Vergrößerung eines Balkens, einer Platte oder eines Trägers im Bereich des Auflagers. Die Voute ist häufig dreieckförmig entwickelt bzw. in Form einer konkav konturierten Verbreiterung ausgeführt. Die Formgebung dient dazu, die Tragfähigkeit zu erhöhen und gleichzeitig den Materialbedarf gering zu halten. Im Bereich des Stahlbetonbaus werden Vouten heute kaum noch eingesetzt, da ihre Herstellung komplexe Schalungen und Bewehrung erfordert. Verbreitet sind Vouten hingegen nach wie vor im Stahlbau.

Voute (Vertiefung): Eine Decken- oder Wandvertiefung, in die zwecks indirekter Beleuchtung verwendete Leuchtkörper eingesetzt werden.

VPI: Der gebräuchliche Kürzel für »Verbraucherpreisindex«. Der Index bildet u. a. eine Grundlage für die Indexierung vieler gewerblicher Mietverträge.

VSG (Glas, Bauwesen): Der gebräuchliche Kürzel für → »Verbund-Sicherheitsglas«.

VVG (Lichttechnik usw.): Ein Kürzel für »verlustarmes Vorschaltgerät«.