Immobilienwirtschaftliches Glossar

1 / 9 - A - Abd - Abg - Abs - Abw - Ai - Alte - Angel - Ap - Are - Ass - Aus - Av - B - Bar - Bau - Bauh - Baul - Baus - Baustoff - Be - Ben - Betonf - Bin - Bo - Boh - Bre - Bur - C - Ci - D - Dar - Dep - Do - Dre - E - Eink - Ek - Er - F - Fam - Fer - Fi - Flachm - Fo - For - Fr - Frem - Fro - Funk - G - Gas - Gef - Geh - Geschi - Gi - Gr - Gru - Grunds - Grup - H - Hau - He - Ho - Holz - Hoteli - Hu - I - Immobilienl - In - Ins - J - K - Kap - Kat - Ke - KG - Kle - Kn - Kon - Kor - Kran - Kry - L - Lai - Lat - Lee - Li - Lo - M - Markt - Mau - Mehr - Mietf - Mis - Mol - Müh - N - Ne - Ni - No - O - Ol - P - Par - Pe - Pfer - Pl - Po - Pr - Pu - Q - R - Raum - Reet - Ren - Ri - Rok - Ru - S - SB - Sche - Schil - Schm -Schu - Se - Sel - Si - So - Sp - Spi - St - Staf - Stan - Stat - Sti - Sto - Strau - Stuhl - Sub - T - Te - Ter - Tief - Tor - Tr - Tri - Tro - Tun - Turm - U - Ug - Un - V - Verbl - Verk - Verm - Vi - Vo - W - Wasser - Wei - Wert - Wi - Wo - Wohnung - Wu - Z - Zi - Zu

Einträge zu Vi – VMk

Via praetoria (historisch, Militärwesen): Die wichtigste, die zum Haupttor führende Straße innerhalb eines römischen → Kastells.

Via principalis (historisch, Militärwesen): Die zweite, exakt senkrecht zur → via praetoria ausgerichtete Hauptachse eines römischen Militärlagers; sie verband gewöhnlich zwei Seitentore eines Lager- bzw. Garnisonskomplexes.

Via sagularis (historisch, Militärwesen): Eine im Lagerinneren, unmittelbar hinter dem Wall verlaufende Ringstraße eines römischen Militärlagers.

Vibrationsbohle: Ein tragbares Motorgerät zur Nivellierung und Verdichtung aufgebrachter Betonmischungen bzw. Betondecken.

Vibrationsplatte: Eine händisch geführte, durch Motorkraft angetriebene Baumaschine, die zur Verdichtung des Untergrundes dient. Die Verdichtung erfolgt über eine rüttelnde bzw. auf und ab bewegte Metallplatte. Das Gerät kommt bei Flächen mittlerer Größe zu Einsatz.

Vibrationsstampfer: Ein händisch geführtes, motorgetriebenes Gerät, das im Erdbau zur kleinflächigen Verdichtung bindiger Böden eingesetzt wird. Unterhalb des Führungs- und Antriebsblocks sitzt eine starke Metallscheibe, die getaktet vom Boden abhebt bzw. auf in ihn niedergeht und ihn stampfend verdichtet. Das Gerät wird auch als »Rüttelstampfer« bezeichnet.

Vibrostampfer: Die Kurzbezeichnung des → Vibrationsstampfers.

Viehgatter: Ein aus Latten, Draht, Metallrohren oder Metallstäben bestehendes Tor, das einseitig mit Scharnieren befestigt ist und auf der Gegenseite einen Schließmechanismus (Riegel, Schlaufe) besitzt.

Viehgitter: Eine bodengleich über einer flachen oder schachtartigen Aushebung verlegte Metallstab- oder Rohrkonstruktion, die von seitlichen Zäunen oder Mauern begrenzt wird. Die Abstände zwischen einzelnen Elementen sind so bemessen, dass Huftiere keinen sicheren Tritt finden. Viehgitter werden oft auf Wirtschaftswegen verlegt; sie erübrigen den Einbau von → Gattern.

Viehsperre: Eine Vorrichtung, die verhindert, dass Huftiere ein eingezäuntes oder von Mauern umschlossenes Areal verlassen oder betreten können. Es gibt horizontale (siehe → Viehrost) und vertikale Sperren: Letztere bestehen zumeist aus gegeneinander versetzten Holz- oder Metallelementen.

Vielpass: Ein vor allem im gotischen → Maßwerk verwendetes Zierelement. Das Ornament setzt sich aus mehr als drei ringförmig angeordneten Kreissegmenten bzw. Pässen zusammen, an deren Übergangspunkten sich Nasen ausbilden. Gewöhnlich handelt es sich bei den Segmenten um Halb- oder Dreiviertelkreisbögen. Je nach Anzahl der Kreissegmente bzw. Symmetrieachsen wird von Vier-, Fünf-, Sechspass usw. gesprochen. Siehe auch → Vielpassbogen.

Vielpassbogen: Eine andere Bezeichnung des Zackenbogens. Es handelt sich um eine gotische, u. a. für das → Maßwerk typische Bogenform, deren → Laibung sich aus Kreissegmenten bzw. Pässen zusammensetzt, an deren Übergangspunkten sich Nasen ausbilden. Die Grundform ist der → Dreipass- bzw. → Kleeblattbogen. Der »echte« Zackenbogen setzt sich aus vier oder mehr Kreissegmenten zusammen.

Viereckturm: Ein → Turm mit quadratischem oder rechteckigem Grundriss.

Vierkanter: Siehe → Vierkanthof (Landwirtschaft).

Vierkanthof (Landwirtschaft): Ein Gehöft mit zumeist quadratischem, teils rechteckigem Grundriss. Die vollständig bebauten Seiten werden von regelhaft zweigeschossigen, miteinander verbundenen Gebäuden gleicher Höhe gebildet. Die Gebäude besitzen eine ungebrochene First- bzw. Trauflinie. Der umschlossene Innenhof ist über eine oder mehrere Torfahrten erreichbar. Frei stehende Vierkanter kommen insbesondere in Bayern sowie Teilen Ober- und Niederösterreichs vor. Im ostdeutschen Raum finden sich entsprechende Höfe vielfach in Dorflagen. Errichtet wurden Vierkanthöfe vorwiegend aus leicht bearbeitbarem Naturstein, aus Lehmziegeln (während der Frühphase) und aus Back- bzw. Ziegelsteinen.

Vierpass: Ein vor allem im gotischen → Maßwerk verwendetes Zierelement mit vier Symmetrieachsen. Das Ornament setzt sich aus vier ringförmig angeodneten Kreissegmenten bzw. Pässen zusammen, an deren Übergangspunkten sich Nasen ausbilden. Gewöhnlich handelt es sich bei den Segmenten um Halb- oder Dreiviertelkreisbögen.

Vierspänner (Wohnungsbau): Eine Erschließungsform bzw. Gebäudekonfiguration, bei der je Geschoss vier → Wohneinheiten bestehen.

Vierständerhaus: Eine geräumigere Fortentwicklung des → Zweiständerhauses, bei dem Wohn- und Wirtschaftsbereiche deutlicher voneinander getrennt sind als beim Vorläufer. Namensgemäß besitzt es vier statt zwei Ständerreihen. Zwei dieser Reihen sind in die Wände der → Deele einbezogen, zwei in die Außenwände.

Vier-Sterne-Haus: Siehe → Vier-Sterne-Hotel.

Vier-Sterne-Hotel: Ausstattungs- und servicebezogen ein hohen Gästeansprüchen genügender Beherbergungsbetrieb bzw. ein Haus der First-Class-Kategorie gemäß deutscher → Hotelklassifikation (siehe Hotelkategorien, 2.2.4 First Class).

Viersternhaus: Siehe → Vier-Sterne-Hotel.

Viersternhotel: Siehe → Vier-Sterne-Hotel.

Viertelgewendelte Treppe: Eine einläufige, podestlose → Treppe, die eine Wendelung von 90 Grad aufweist.

Vierung (Architektur): Jener Raum, der sich ergibt, wo Haupt- und Querschiff eines Kirchenbauwerks einander kreuzen, also rechtwinklig durchdringen.

Vierung, echte: Jener quadratische Raum, der entsteht, wo das jeweils gleich hohe und breite Haupt- und Querschiff eines Kirchenbaus zusammentreffen.

Vierungsbereich: Die Überschneidungsfläche von Haupt- und QuerschiffVierungskuppel der Theatinerkirche, Odeonsplatz,München eines Kirchengebäudes.

Vierungsgewölbe: Eine oberer, von außen nach innen aufschwingender Abschluss einer → Vierung.

Vierungskuppel: Eine den Durchdringungsraum von Haupt- und Querschiff eines Kirchengebäudes überspannende → Kuppel. Rechts die Vierungskuppel der Theatinerkirche – eigentlich »Sankt Katejan« – am Odeonsplatz in München (Bild: Elmar Pfeiffer, November 2012).

Vierungsquadrat (Kirchenbau): Ein im Bereich der gegenseitigen rechtwinkligen Durchdringung von Lang- und Querschiff entstehender Raum mit quadratischem Grundriss.

Vierungsraum: Der Bereich, in dem Haupt- und Querschiff eines Kirchengebäudes einander dreidimensional durchdringen bzw. überschneiden.

Vierungsturm: Ein über der → Vierung eines Kirchengebäudes (Raum, in dem Haupt- und Querschiff einander durchdringen), hochgezogener → Turm. Sichtachsenbezogen markiert dieser Raum den kultischen Kernbereich eines Kirchengebäudes. Der Turm spiegelt dies im äußeren Erscheinungsbild. Vierungstürme stehen insbesondere in der normannisch-englisch-irischen Kirchenbautradition des Mittelalters. Auf dem Kontinent zählten sie im Bereich der Scheldegotik zu den kirchenbaulich prägenden Elementen. Der Turm kann eine offene Basis besitzen oder durch eine Gewölbedecke vom Innenraum getrennt sein. Vertiefend siehe → Laternenturm.

Vierung, abgeschnürte: Ein Raum, der sich ergibt, wenn ein Hauptschiff und ein diesem gegenüber niedrigeres oder teils durch Mauervorsprünge abgeteiltes Querschiff aufeinander treffen.

Vihara (Indien): Ursprünglich eine einfache Struktur aus Holz oder auch eine Höhle, die buddhistischen Mönchen während der Monsunzeit als schützende Unterkunft diente. Seit dem 2. Jahrhundert v. u. Z. bezeichnete der Begriff einen ummauerten, quadratisch ausgelegten Hof bzw. Platz, den einfache Wohnzellen der Mönche umgaben. Letztlich stand die Bezeichnung für eine vollständige Kloster- bzw. Tempelanlage.

Villa (historisch): Ein antikes römisches Landhaus gehobener Art. Es handelte sich weit überwiegend um reine Wohngebäude, die sehr häufig von reichen Stadtbürgern erbaut wurden.

Villa (Neuzeit): Ursprünglich – in Anlehnung an die ältere historische Bedeutung – ein in repräsentativem Stil erbauter, von einem großflächigen Garten umgebener Familienwohnsitz. Im 18. Jahrhundert verbreiteten sich diese Wohnsitze vermehrt im unmittelbaren Umland bzw. Vorfeld von Städten. In jüngerer Zeit veränderte sich der Villenbegriff zumindest teilweise, insofern die gewohnt repräsentationslüsterne Gestaltung der Gebäude vielfach hinter eine avantgardistisch angehauchte Anmutung zurücktrat.

Villengebiet: Siehe → Villenviertel.

Villengegend: Siehe → Villenviertel.

Villenviertel: Häufig im stadtnahen Umland entstandene Siedlungsbereiche, die von großen, repräsentativ gestalteten Einfamilienhäusern mit einfassenden Gärten geprägt sind. Mit fortschreitendem Flächenwachstum der Städte gingen diese gehobenen Vororte mehrheitlich Brihadeeshwarar Tempel in Thanjavur (Tamil Nadu, Indien)in städtischen Siedlungskörpern auf; dieser Prozess ist noch heute an ihrer oft inselartig anmutenden Erscheinung ablesbar.

Villikation: Ein Hofverband im Rahmen des mittelalterlichen europäischen Grundherrschaftssystems. Dieser Verband bestand aus dem herrschaftlichen, vom Grundherren oder einem bestellten Verwalter geführten → Fronhof, der zugleich Gerichtssitz war, sowie umgebenden Höfen dienstpflichtiger Bauern.

Vimana: Ein pyramidaler, gestufter, oft aus einem hohen Sockel emporsteigender Turm hinduistischer Tempel. Rechts ein Foto des Brihadeeswarar Tempels (in der deutschen Schreibung auch »Brihadeshvara») in Thanjavur, Tamil Nadu, Indien (Aufnahme: Elmar Pfeiffer, Februar 2012). Dieser zwischen 995 und 1010 n. u. Z. unter der Chola-Dynastie errichtete Shiva-Tempel zählt zum UNESCO Weltkulturerbe; er markiert – zusammen mit dem kleineren Gegenstück in Gangaikonda – den Höhepunkt der Vimana-Baukunst (vertiefend siehe die Bildergalerien »Brihadeeshwara Temple« und »Gangaikonda Cholapuram»).

Vinschgauer Marmor: Eine von mehreren früher gebräuchlichen Bezeichnungen für den → Laaser Marmor.

VIP (Bauwesen): Ein Kürzel, der für »Vacuum Insulated Panel« steht und im Deutschen als Kurzzeichen der → Vakuumdämmplatte dient.

Viridarium: Ein Lust- bzw. Ziergarten der römischen Antike. Der Nutzgarten wurde als »hortus« bezeichnet.

Viscount White: Eine Handelsbezeichnung für einen weißen bis weißgrauen indischen Paragneis mit feinkörniger Struktur. Das forstharte, politurbeständige Gestein wird als Boden-, Treppen-, Terrassen-, Wandbelag verwendet und zu Küchenarbeitsplatten verarbeitet.

Visierschlitz (Burgen- / Festungsbau): Ein Mauerspalt, der zum Anvisieren eines Angreifers mit einer Schusswaffe dient.

VK (Handel): Ein Kürzel für → »Verkaufsfläche«.

VKF (Handel): Ein in Handelsgutachten, handelsbezogenen Planungen und Genehmigungen gebräuchliches Kürzel für → »Verkaufsfläche«.

VLSA (Verkehrswesen): Das Kürzel für »Verkehrslichtsignalanlage«.

VMz (Mauerziegel): Ein Kürzel für »Vormauerziegel«.