Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Verm – VG

Vermessungspfeiler: Zwecks Markierung eines häufig bzw. wiederholt genutzten Vermessungspunktes aufgestellter, gemauerter, gehauener oder aus Beton gegossener → Pfeiler. Diese Markierungen finden sich beispielsweise im Bereich von Großdämmen und Staumauern.

Vermietbare Zimmeranzahl (Beherbergungsgewerbe): Hotels und Pensionen sind nicht stets und ständig in der Lage, all ihre Zimmer anzubieten. Beispielsweise münzen sich Modernisierungen in phasenweise geminderte Angebotskapazitäten um. Die »vermietbare Zimmeranzahl« errechnet sich aus der Grundgesamtheit multipliziert mit 365 (Schaltjahr = 366) abzüglich zeitweilig unvermietbarer Zimmer (Anzahl mal Ausfalltage). Resultierende Werte sind meist nur im Rahmen von Budgetplanungen bedeutsam, da z. B. saisonale Nachfragetiefs genutzt werden, um zu modernisieren.

Vermieter: Natürliche oder juristische Person, die einem Dritten eine Sache gegen Zahlung eines regelmäßig zu entrichtenden Entgeltes zur befristeten Nutzung überlässt. U. a. in Land- und Forstwirtschaft und der Hotellerie wird von »Verpächter« gesprochen.

Vermietermarkt: Eine Angebots-Nachfrage-Konstellation, die der Vermieterseite im Zuge anstehender Vertragsverlängerungen und Neuanmietungen eine starke Verhandlungsposition beschert. Ein Vermietermarkt liegt regelhaft vor, wenn sich erhebliche Angebotsengpässe einstellen oder abzeichnen.

Vermietung (immobilienbezogen): Die gegen regelmäßig zu zahlendes Entgelt erfolgende Überlassung einer Immobilie oder einer Teilfläche bzw. Flächeneinheit an einen Nutzer.

Vermietungsgrad: Auch als »Vermietungsstand« und »Vermietungsquote« bezeichnet. Der Anteil zu einem Stichtag vermieteter Flächen gemessen an der verfügbaren Gesamtmietfläche eines Gebäudes oder eines Quartiers.

Vermietungsleistung: Das auf Nutzungsarten, Qualitätskategorien und / oder Größenklassen bezogene Flächenvolumen, das innerhalb eines bestimmten Gebietes während eines abgesteckten Zeitraumes vermietet wird.

Vermietungsquote: Auch als »Vermietungsgrad« und »Vermietungsstand« bezeichnet. Der Anteil zu einem Stichtag vermieteter Flächen gemessen an der verfügbaren Gesamtmietfläche eines Gebäudes oder eines Quartiers.

Vermietungsstand: Der Anteil zu einem Stichtag vermieteter Flächen gemessen an der verfügbaren Gesamtmietfläche eines Gebäudes oder eines Quartiers. Andere Begriffe sind »Vermietungsgrad« und »Vermietungsquote«.

Vermietungsvolumen: Die Summe innerhalb eines Marktraumes bzw. Teilmarktes während einer bestimmten Periode vermieteter Flächen. Vermietungsvolumina werden nach Nutzungsarten erfasst und zumeist nach Qualitätsstandards und / oder Größenklassen aufgeschlüsselt.

Vermittlungsmakler (immobilienbezogen): Ein Branchenvertreter, der – anders als der → Nachweismakler – zwingend Zugang zum Verkäufer einer Immobilie bzw. einem potentiellen Käufer besitzen muss und eine direkte Verhandlung zwischen beiden interessierten Parteien ermöglicht. Regelhaft begleitet der Vermittlungsmakler transaktionsbezogene Gespräche.

Vermörtelung (boden- / baugrundbezogen): Eine überholte Bezeichnung für eine → Bodenverfestigung durch Eintrag bzw. Zugabe von Bindemitteln.

Verpächter: In Bezug auf Grund und Boden (Land- und Forstwirtschaft) sowie im Bereich der Hotellerie die Bezeichnung für »Vermieter«. Es handelt sich um eine natürliche oder juristische Person, die einem Dritten eine Sache gegen Zahlung eines regelmäßig zu entrichtenden Entgeltes zur befristeten Nutzung überlässt.

Verpachtung: In Bezug auf Land- und Forstwirtschaft sowie im Bereich der Hotellerie die Bezeichnung für »Vermietung«. Es handelt sich um eine befristete Nutzungsüberlassung, die gegen Zahlung eines regelmäßig zu entrichtenden Entgeltes erfolgt.

Verputz: Eine andere Bezeichnung für »Putz«. Es handelt sich um eine auf Grundlage von Mörtel oder Baugips hergestellte, zunächst plastische, später aushärtende Masse, die zum Belag bzw. Bewurf von Mauern und Wänden dient.

Versatz (Bergbau): Taubes Gestein bzw. nicht abbauwürdiges Material, mit dem aufgelassene Grubenbaue bzw. Hohlräume verfüllt werden.

Versatzbauweise (Tunnelbau): Bei der »Italienischen Bauweise« wird zunächst das untere Drittel des Tunnelquerschnittes ausgebrochen; Sohlgewölbe und untere Widerlagerteile werden unmittelbar darauf fertiggestellt.

Verschiebebahnhof: Die österreichische, auch in manchen deutschen Gegenden verbreitete Bezeichnung des Rangierbahnhofs. Es handelt sich um eine güterverkehrliche Bahnanlage, in der Frachtzüge zusammengestellt werden.

Verschiebekopf (Kreuzverband, Mauerwerk): Ein → Binder bzw. ein quer zur Fluchtrichtung vermauerter Stein, der an den Anfang jeder zweiten → Läuferschar gesetzt wird. Beide Enden der jeweiligen Läuferschicht schließen mit einem Dreiviertelstein.

Verschleißgruppe (Fliesen): Eine Reihe verschiedener Fliesen, die unter Bezugnahme auf den Grad ihrer → Abriebbeständig zu einer Klasse zusammengefasst sind. Unterschieden werden fünf Verschleiß- bzw. Abriebgruppen. Gruppe I eignet sich für eine Verlegung im Barfuß- und Hausschuhbereich in Sanitär- und Schlafräumen eignen. Gruppe II ist auf leichte Beanspruchungen in Wohnbereichen (ohne Eingangszonen, Küchen, Treppen etc.) ausgelegt. Gruppe III hält mittleren Beanspruchungen stand. Gruppe IV ist auf hohe Beanspruchungen (z. B. in Eingangsbereichen, Küchen, Büroeinheiten) ausgelegt. Gruppe V widersteht sehr hohen Nutzungsintensitäten. Die Abriebbeständigkeit wird durch Schleif- und Sandstrahlprüfungen bestimmt.

Verschluchtung (Städtebau): Eine licht- und sichtraubende, wahrnehmungsbezogene Verengung des Straßenraumes infolge einer beider- oder mehrseitigen Einfassung durch hoch aufragende Gebäude.

Versiegelung (bodenbezogen, physisch): Gebäude bzw. Bauwerke (Häuser, Straßen usw.) einschließlich unterirdischer Anlagen (Fundamente, Kanäle etc.), die gewachsenen Boden bzw. entsprechende Bodenhorizonte gegenüber der Atmosphäre bzw. Einwirkungen atmosphärischer Prozesse abschotten.

Versiegelung (bodenbezogen, prozessual): Die dauerhaft bzw. langfristig vorgesehene Bedeckung gewachsenen Naturbodens Bodens durch Gebäude bzw. Bauwerke (Häuser, Straßen usw.) einschließlich unterirdischer Anlagen (Fundamente, Kanäle etc.). Der Begriff »Versiegelung« macht deutlich, dass Bedeckungen angesprochen sind, die eine örtliche Versickerung ausschließen. In der Summe oder bei großflächiger Ausprägung wirken diese mehr oder minder einschneidend auf die Grundwasserbildung und jeweilige Abflussregime zurück.

Versorgung, verbrauchernahe: Eine (nicht nur in Deutschlands) Planungswesen verankerte Leitvorstellung, die darauf abhebt, Einzelhandelseinrichtungen an Standorten anzusiedeln bzw. zu erhalten, die für eine größtmögliche Anzahl von Verbrauchern bestmöglich, vor allem ohne erforderlichen Rückgriff auf Pkw erreichbar sind. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff häufig auf Grundversorgungseinrichtungen gemünzt; tatsächlich handelt es sich um ein bedarfsstufenübergreifendes Prinzip. Wie die Entwicklung des Handelsnetzes zeigt, versagten entsprechende Steuerungsansätze in Bausch und Bogen.

Versorgungstechnik: Technische Einrichtungen, die zur regulierbaren Versorgung von Gebäuden und Bauwerken mit Energie (Strom, Wärme), Wasser und Luft, aber auch der Entsorgung, dem Schutz von Gebäuden und der Gebäudeautomation dienen. Der Begriff bezeichnet auch das Fachgebiet selbst. Er ist über alle Gebäudetypen, Gebäudegrößenklassen und Bauwerksarten hin anwendbar.

Versottung: Ein Niederschlag von Teer und Schwefel an der Innenseite von Schornsteinen, der zu einer Durchdringung der Mantelsteine führen kann. Zur Versottung kommt es bei ungenügender Temperatur im Schornstein abziehender Gase.

Verstädterung (großräumig, zahlenbezogen): Die anteilige Zunahme als → Stadt einzuordnender Siedlungen.

Verstädterung (habituell): Die Ausbreitung städtischer Lebensweisen. In diesem Zusammenhang wird auch von »sozialer« oder »soziologischer Verstädterung« gesprochen. Ein inhaltsgleiches Lehnwort ist »Urbanisierung« (mit entsprechendem Zusatz).

Verstädterung (räumlich, fallbezogen): Die Ausdehnung einer Stadt in ihr Umland hinein. Mit anderen Worten: die Ablösung ländlicher Siedlungsformen durch städtische Bau- und Funktionszusammenhänge. Ein gleichbedeutendes Lehnwort ist »Urbanisierung«.

Verstädterung, funktionale: Eine Ausbreitung städtischer Wirtschaftsweisen in ein ländlich geprägtes Umland hinein. Die Bezeichnung steht zuvorderst für eine Ausdehnung tertiärer Wirtschaftszweige sowie eine Transformation verbreiteter Wohnformen. Ein derartiger Funktionswandel geht grundsätzlich mit einer → soziologischen Verstädterung einher.

Verstädterung, soziale: Siehe → Verstädterung, soziologische.

Verstädterung, soziologische: Die Verbreitung städtischer Verhaltensweisen, Normen und Wertvorstellungen unter ländlichen Bevölkerungen. Hierzu zählen u. a. Anpassungen in Bezug auf verbreitete Familienstrukturen, das Konsum- und Freizeitverhalten oder die berufliche Orientierung.

Verstädterungsgrad: Auch als »Urbanisierungsgrad« bezeichnet. Der für einen Betrachtungsraum ermittelte Bevölkerungsanteil, der in de facto städtischen Siedlungseinheiten lebt.

Verstädterungsquote: Siehe → Verstädterungsgrad.

Verstädterungsrate: Der innerhalb eines Bezugszeitraums erfolgende anteilige Zuwachs in Städten lebender Einwohner an der Gesamtbevölkerung eines bestimmten Gebietes.

Verstrebung: Eine stabilitätserhöhende Querverbindung von → Balken.

Verteilerdose (Elektrik): Eine → Abzweigdose, eine → Installationsdose.

Vertikalachse (Architektur): Eine auf den Aufriss bezogene bzw. senkrechte Gerade, die als Leitlinie einer optischen und / oder funktionalen Flächen- bzw. Raumgliederung dient.

Vertikale Keilzinkung (Holz): Eine vor allem im konstruktiven Holzbau verwendete Form der → Keilzinkung nicht quadratischer Bauteile. Hierbei ist das Zinkenprofil an der Breitseite der Hölzer sichtbar.

Vertikalscharte (Burgen- / Festungsbau): Eine senkrecht ausgerichtete, gleichsam stehende → Scharte.

Vertrag, zweistöckiger (Hotellerie): Eine vertragliche Konstellation, die »klassische« Pachtlösungen mit dem Managementvertrag verbindet. Die Grundlage bildet ein Pachtvertrag, auf den der Pächter einen Managementvertrag aufsattelt.

Vertrieb (Immobilienfonds, Abteilung): Eine für die → Platzierung von Fondsprodukten verantwortliche Unternehmensabteilung. In vielen Firmen sind Akquise- und Vertriebsverantwortung weitestgehend getrennt; hier besitzt der Vertrieb sehr beschränkte Möglichkeiten, die Einkaufsaktivitäten zu beeinflussen. In anderen Unternehmen wackelt gleichsam der Schwanz mit dem Hund; hier bestimmt der Vertrieb die Objektakquise maßgeblich (mit). Da eine zumindest latente Neigung besteht, sich die Arbeit zu vereinfachen (und Erfolge feiern zu können), zielen Vertriebsleute häufig auf hohe Renditezahlen ab. – Die sich im Nachhinein vielfach als illusorisch erweisen, weil höhere Nettoanfangsrenditen regelhaft mindere Objektqualitäten spiegeln, die sich – »vertriebslogisch« begründet in kaum einer Kalkulation auch nur annähernd berücksichtigt – in erhöhte Risiken und oftmals erhebliche Einnahmeausfälle übersetzen.

Vertrieb (Immobilienfonds, prozessual): Der Verkauf von Anteilen an einem Immobilienfonds. Zur vertrieblichen Aktivität zählt der Aufbau neuer bzw. die Pflege und Harmonisierung bestehender Absatzkanäle. Weiterhin deckt der Begriff die Verhandlung vertraglicher Modalitäten einer Zusammenarbeit zwischen Fondsgesellschaft und Vertriebspartner(n) ab.

Vertugadin (Garten- / Landschaftsarchitektur): Ein künstlich getrepptes, den Rängen eines Amphitheaters ähnelndes Rasenareal.

Vervielfältiger: Im Ertragswertverfahren ein nachschüssiger Rentenbarwertfaktor einer Zeitrente, der sich aus Liegenschaftszinssatz und Restnutzungsdauer errechnet.

Verwahrung (Bergbau): Dauerhafte Absperrung, Versiegelung oder Verfüllung eines aufgelassenen → Grubenbaus.

Verwaltungsgebäude: Eine verwaltenden Nutzungen dienende Immobilie. Der Begriff bezieht sich zuvorderst auf Behördengebäude und am Produktionsstandort größerer Unternehmen befindliche Verwaltungstrakte.

Verzapfung (gegenständlich): Eine Zapfenverbindung, d. h. eine Verbindung zweier Bauteile, die im Wesentlichen aus einem → Zapfen und einem Zapfenloch bzw. Schlitz besteht; teils werden zusätzliche Befestigungsmittel eingesetzt.

Verzapfung (prozessual): Die Herstellung einer Zapfenverbindung bzw. einer → Verzapfung (gegenständlich).

Verzug (Bergbau): Die Auskleidung der zwischen einzelnen Bauen gelegenen Zwischenräume. Konkret: Zum Schutz gegen Steinfall usw. werden beim Streckenvortrieb stehende Stützbalken eingezogen (→ Ausbau). Die zwischen ihnen liegenden Flächen sind zu verkleiden, um mechanische Belastungen auszugleichen. Dies geschieht mittels hinterfüllter Einbauten (= Verzug), die heute gewöhnlich aus Stahlblech, Mattengewebe oder Maschendraht bestehen.

Veste: Alte Bezeichnung für eine → Burg. Der Begriff erhielt sich in Eigennamen (Veste Coburg usw.).

Vestibül (Neuzeit): Eine repräsentative, saalartige Eingangshalle.

Vestibül (römische Antike): Ursprünglich eine platzartige, regelhaft dekorierte Raumaufweitung vor dem Eingang der Wohnhäuser wohlhabender Bürger, später eine Bezeichnung für den zwischen Eingang und Innenhof vermittelnden Bereich.

Veterinarium (historisch, Militärwesen): Das Pferdelazarett eines römischen Militärlagers bzw. Kastells.

VF (Architektur): Das Kürzel für »Verkehrsfläche(n)«. Angesprochen sind Flächen, welche der horizontalen und vertikalen Erschließung eines Gebäudes dienen, also den Zugang sowie die Bewegung von Menschen und Gütern innerhalb eines Gebäudes gewährleisten.

VF (Raumplanung): Das Kürzel steht für »Verkehrsfläche«. Angesprochen ist eine dem Schienen-, Straßen- oder Luftverkehr gewidmete Fläche. Ebenfalls zu den Verkehrsflächen zählen Stellplatzareal sowie Landflächen, die zur Nutzung von Wasserwegen erforderlich sind.

vfdb (Brandschutz): Das Kürzel der »Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e. V.«.

VG (Glas): Kürzel für → »Verbundglas«.

VGF (Immobilienfonds, Deutschland): Kürzel des »VGF Verband Geschlossene Fonds e.V.« mit Sitz in Berlin.