Immobilienwirtschaftliches Glossar

1 / 9 - A - Abd - Abg - Abs - Abw - Ai - Alte - Angel - Ap - Are - Ass - Aus - Av - B - Bar - Bau - Bauh - Baul - Baus - Baustoff - Be - Ben - Betonf - Bin - Bo - Boh - Bre - Bur - C - Ci - D - Dar - Dep - Do - Dre - E - Eink - Ek - Er - F - Fam - Fer - Fi - Flachm - Fo - For - Fr - Frem - Fro - Funk - G - Gas - Gef - Geh - Geschi - Gi - Gr - Gru - Grunds - Grup - H - Hau - He - Ho - Holz - Hoteli - Hu - I - Immobilienl - In - Ins - J - K - Kap - Kat - Ke - KG - Kle - Kn - Kon - Kor - Kran - Kry - L - Lai - Lat - Lee - Li - Lo - M - Markt - Mau - Mehr - Mietf - Mis - Mol - Müh - N - Ne - Ni - No - O - Ol - P - Par - Pe - Pfer - Pl - Po - Pr - Pu - Q - R - Raum - Reet - Ren - Ri - Rok - Ru - S - SB - Sche - Schil - Schm -Schu - Se - Sel - Si - So - Sp - Spi - St - Staf - Stan - Stat - Sti - Sto - Strau - Stuhl - Sub - T - Te - Ter - Tief - Tor - Tr - Tri - Tro - Tun - Turm - U - Ug - Un - V - Verbl - Verk - Verm - Vi - Vo - W - Wasser - Wei - Wert - Wi - Wo - Wohnung - Wu - Z - Zi - Zu

Einträge zu Verk - Verl

Verkaufsfläche (Einzelhandel): Von Kunden begehbare und / oder einsehbare Fläche, die dem unmittelbaren Warenabsatz dient und entsprechend ausgestattet ist.

Verkehrsbau (Disziplin): Ein bauingenieurliches und verkehrswissenschaftliches Tätigkeitsfeld, das sich der Planung, dem Bau, der Instandhaltung und Instandsetzung land- und wassergebundener verkehrlicher Infrastrukturen, aber auch dem Abbruch von Verkehrsanlagen bzw. -bauwerken verschreibt. Die Disziplin wird auch als »Verkehrsbauwesen« bezeichnet.

Verkehrsbau (Struktur): Siehe → Verkehrsbauwerk.

Verkehrsbauwerk: Ein Bauwerk, das verkehrlichen Zwecken, also der menschlichen Fortbewegung über Land und Wasser sowie durch die Luft dient.

Verkehrsbauwesen: Ein bauingenieurliches und verkehrswissenschaftliches Tätigkeitsfeld, das sich der Planung, dem Bau, der Instandhaltung und Instandsetzung land- und wassergebundener sowie dem Lufttransport dienender verkehrlicher Infrastrukturen, aber auch dem Abbruch von Verkehrsanlagen bzw. -bauwerken verschreibt. Synonym verwendet wird der Begriff »Verkehrswegebau», wobei die Errichtung einiger luftverkehrlicher Anlagen streng genommen nicht dem Wegebau zugeordnet werden kann.

Verkehrsbeeinflussungsanlage (Verkehrswesen): Eine im Zusammenhang eines Verbundes gleichartiger und / oder verschiedener technischer Installationen eingesetzte, zentral gesteuerte Einrichtung zur Glättung und Stabilisierung des Verkehrsgeschehens. Zu diesen Installationen zählen → Strecken-, → Knoten- und → Netzbeeinflussungsanlagen.

Verkehrsberuhigung: Ein Ansatz bzw. ein Maßnahmenbündel zur Verdrängung von Durchgangsverkehren und gezielten Verlangsamung quartiersinternen Kraftfahrzeugverkehrs. Mittel zum Zweck sind Geschwindigkeitsbegrenzungen, eingezogene Bodenschwellen, vorgenommene Straßenverengungen und dergleichen mehr.

Verkehrsentwicklungsplan: Eine langfristig ausgerichtete, als strategische Handlungsleitlinie dienende Planung der verkehrsinfrastrukturellen Entwicklung eines bestimmten Raumes (Stadt, Land, Staat). Entsprechende Pläne beruhen auf projektiven Modellen in Bezug auf die voraussichtliche Verkehrsentwicklung (Verkehrsaufkommen, Verkehrsaufteilung usw.). Ziel der Planung ist es regelhaft nicht alleine, jeweilige Infrastrukturen an erwartete Nachfragestrukturen anzupassen; vielmehr geht es darum, steuernd einzugreifen, also z. B. auf eine Verlagerung der Mobilität von Individualverkehrsmitteln auf den → ÖPNV zu unterstützen. Der Verkehrsentwicklungsplan wird auch als »Generalverkehrsplan« bezeichnet.

Verkehrsfläche (Architektur): Eine Gebäudefläche oder die Gesamtheit aller Gebäudeflächen, welche der horizontalen und vertikalen Erschließung eines Gebäudes dienen, also den Zugang sowie die Bewegung von Menschen und Gütern innerhalb eines Gebäudes gewährleisten.

Verkehrsfläche (Raumplanung): Eine dem Schienen-, Straßen- oder Luftverkehr gewidmete Fläche. Ebenfalls zu den Verkehrsflächen zählen Stellplatzareal sowie Landflächen, die der Nutzung von Wasserwegen dienen.

Verkehrsfläche (Schweiz, BfS-Definition): Gemäß → Arealstatistik alles Land, das für den öffentlichen oder privaten Personen- und Güterverkehr genutzt wird. Zur Verkehrsfläche zählen u. a. Straßen, Schienenwege, oberirdisch geführte Rohrleitungen, Flughäfen und Telekommunikationseinrichtungen. Eingeschlossen sind zudem Bürogebäude und Serviceeinrichtungen, die dem Verkehrsbereich zuzuordnen sind (Bahnhöfe, Lagerhallen, Werkstätten). Weiterhin zählen Flächen, die zur Sicherung von Verkehrswegen oder der Minderung verkehrlicher Auswirkungen dienen, zu dieser Flächenkategorie (Böschungen, Lärmschutzwände usw.). Interessanterweise – und kaum nachvollziehbar – schließt die Definition Wasserwege aus, Flächen unter der Wasseroberfläche hingegen ein.

Verkehrsinfarkt: Ein häufig, regelmäßig oder während der Hauptverkehrszeiten ständig auftretender Zustand kapazitativer Überlastung von → Verkehrswegen bzw. → Verkehrsinfrastrukturen, also eine »Verstopfung», die sich in erhebliche Zeitverluste der Verkehrsteilnehmer, häufig auch zusätzliche örtliche Lärm- und Abgasbelastungen übersetzt.

Verkehrsinfrastruktur: Eine Sammelbezeichnung für Bauwerke, die starken bzw. (nahezu) ständigen Personen- und / oder Güterbewegungen zwischen mehr oder minder weit voneinander entfernten Orten dienen. Zur Verkehrsinfrastruktur zählen Straßen, Flughäfen, Wege, Wasserstraßen usw., nicht jedoch technische Einrichtungen, die ausschließlich einem direkten vertikalen Transport dienen (Aufzüge).

Verkehrsinsel: Eine im Straßenraum gelegene, allseitig von Fahrbahnen und / oder Gleiskörpern umschlossene, baulich von diesen abgesetzte Fläche, die Fußgängern vorbehalten ist.

Verkehrsnetz (physisch): Die Gesamtheit aller mittel- oder unmittelbar miteinander verbundenen ober- und unterirdischen Anlagen, die zur vornehmlich horizontalen Überbrückung größerer Entfernungen durch Personen oder Güter bestimmt sind. Hierzu zählen insbesondere Straßen und Wege, Wasserstraßen, Häfen, Schienenstrecken, Flugplätze und Flughäfen. Im weiteren Sinn definiert, umfasst das Verkehrsnetz zudem sämtliche Bauwerke, die genannte Anlagen funktional ergänzen.

Verkehrswasserbau: Eine Spezialdisziplin des → Verkehrsbauwesens. Dieser bauingenieurliche und verkehrswissenschaftliche Bereich widmet sich der Planung, dem Bau und Ausbau sowie dem Unterhalt gewässergebundener verkehrlicher Infrastrukturen (Kanäle, Schleusen, Häfen usw.) einschließlich dem Flussbau.

Verkehrsweg: Ein von starken und (nahezu) ständigen Personen- und / oder Güterbewegungen gekennzeichnete, linear entwickelte Verbindung zwischen Orten (Straßen, Wasserstraßen usw.).

Verkehrswegebau (Disziplin): Ein bauingenieurliches und verkehrswissenschaftliches Tätigkeitsfeld, das sich der Planung, dem Bau, der Instandhaltung und Instandsetzung land- und wassergebundener verkehrlicher Infrastrukturen, aber auch dem Abbruch von Verkehrsanlagen bzw. -bauwerken verschreibt. Die Disziplin wird auch als »Verkehrsbauwesen« bezeichnet.

Verkehrswegeinfrastruktur: Die quantitativ und qualitative Ausstattung eines Raumes mit → Verkehrswegen.

Verkehrswert (Grundstückswertermittlung): Auch als »Marktwert« bezeichnet. Der Verkehrswertbegriff wird international mit abweichendem Wortlaut, inhaltlich jedoch übereinstimmend definiert. Stellvertretend seien zwei deutschsprachige Definitionen angeführt: 1. § 194 BauGB (Deutschland): Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der in dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und den tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstandes der Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre. 2. IVSC (International Valuation Standards Comittee / TEGoVA (The European Group of Valuers‘ Association: Europäische Bewertungsstandards 2003): Der Marktwert ist der geschätzte Betrag, zu dem eine Immobilie in einem funktionierenden Immobilienmarkt zum Bewertungsstichtag zwischen einem verkaufsbereiten Verkäufer und einem kaufbereiten Erwerber nach angemessenem Vermarktungszeitraum in einer Transaktion im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verkauft werden könnte, wobei jede Partei mit Sachkenntnis, Umsicht und ohne Zwang handelt. In der 6. Ausgabe der European Valuation Standards (TEGoVA, 2009, S. 15) findet sich eine weitgehend identische Definition: The estimated amount for which the property should exchange on the date of valuation between a willing buyer and a willing seller in an arm’s length transaction after proper marketing wherein the parties had each acted knowledgeably, prudently and without compulsion.

Verkehrswertdefinition (Grundstückswertermittlung): Siehe → Verkehrswert.

Verkehrswertermittlung: Die Ableitung des → Verkehrswertes für ein bebautes oder unbebautes → Grundstück. Als Grundlage der Ableitung dienen → Ertragswertverfahren, → Vergleichswertverfahren, die DCF-Methode und (bei Renditeobjekten nur eingeschränkt belastbar) das → Sachwertverfahren.

Verkehrswertgutachten: Ein qualifizierter, auf Grundlage nachvollziehbarer Prämissen erstellter Bericht, in dem der Markt- bzw. → Verkehrswert eines bebauten oder unbebauten Grundstücks abgeleitet wird.

Verkehrswertschätzung: Eine Pi mal Daumen vollzogene Taxierung des Verkehrswertes, aber auch eine fundierte, eingehend begründete Wertermittlung. Denn: Der Verkehrswert lässt sich nicht berechnen; jeder ermittelte Betrag beruht auf persönlich getönten Einschätzungen und Ableitungen. Vor diesem Hintergrund ist der Begriff »Verkehrswertschätzung« dem Ausdruck »Verkehrswertermittlung« vorzuziehen.

Verkeilung (Fenstereinbau): Eine regelhaft mittels Holzkeilen vorgenommene zeitweilige Montagesicherung zwischen dem Blendrahmen eines Fensters und dem Mauerwerk; die Verkeilung bleibt bis zur endgültigen Befestigung am Mauerwerk bestehen.

Verkippen (Tagebau): Das Aufschütten von Abraum, dessen Transport auf eine Halde; vielfach bezieht sich der Begriff auf das Verfüllen großflächiger oberirdischer Hohlformen (z. B. bereits abgebauter Lagerstättenbereiche).

Verkippung: Siehe → Verkippen (Tagebau).

Verklotzung (gegenständlich): Zwischen Rahmen und Glaskante eines Fensters eingesetzte Klötze. Siehe → Klotz (Fensterbau).

Verklotzung (prozessual): Auch »Klotzung«. Der Einsatz bzw. die Platzierung von Klötzen zwischen Rahmen und Glaskante eines Fensters. Siehe → Klotz (Fensterbau).

Verknüpfung (Holzbau): Die Verbindung einzelner Hölzer zu einem Holzverband.

Verlagszeche (historisch, Bergbau): Eine → Zeche, die nach Abzug zum weiteren Betrieb benötigter Mittel in der Lage war, während defizitärer Betriebsphasen eingebrachte → Zubußen schrittweise zurückzuzahlen. Die Bezeichnung haftete einer Zeche an, bis der Schuldenabbau abgeschlossen war. Ergänzend siehe → Ausbeutezeche und → Zubußzeche.

Verlängerungsoption (Mietvertragswesen): Dem Mieter eingeräumtes Recht, die überlassene Immobilie bzw. darin angemietete Räumlichkeiten nach Ablauf einer festen Grundmietzeit weiterhin zu nutzen. Die Konditionen werden regelhaft bei Vertragsabschluss vereinbart. Die Option greift im Allgemeinen automatisch, sofern kein Verzicht bzw. keine Kündigung ausgesprochen wird. Teils bedarf es einer ausdrücklichen Erklärung, die Option ziehen zu wollen. Vereinbarte Optionen begünstigen den Mieter; sie schränken die Verfügungsmacht des Eigentümers ein.

Verlegemörtel: Ein spezieller → Mörtel, der als unmittelbarer Untergrund für Pflasterbaustoffe (Steine, Platten) dient; er gestattet es, Unebenheiten des Untergrundes auszugleichen, die Verlegehöhe zu adjustieren und stabilisiert das Pflaster. Verlegemörtel werden auch als »Bettungsmörtel« bezeichnet.

Verlegemuster (Pflasterung): Das jeweilige Anordnungsschema, nach dem die einzelnen Steine eines → Pflasters oder Fliesenbelages verbaut werden.

Verlegepflug: Ein an eine Zugmaschine angebautes oder selbstfahrendes Gerät zur Verlegung unterirdischer Kabel und Rohrleitungen. Der Pflug verbreitert sich ausgehend von der schmalen Oberkante nach unten. Durch Verdrängung entsteht ein Tunnel, in den Kabel oder Rohre eingeführt werden können, ohne offene Gräben schaffen zu müssen.

Verlegezone (Elektroinstallation): Ein regelhaft linear entwickelter Bereich in Decken, Fußböden, Wänden, in dem stromführende Kabel verlegt werden. Verlegezonen sind aus Gründen der Sicherheit und Arbeitserleichterung bei → Unterputzverlegungen notwendig.

Verlies: Ein zumeist in einem Keller bzw. unterirdischen Gewölbe oder starken Turm untergebrachtes Gefängnis. Es kann sich um einen Raum oder eine Reihe voneinander getrennter Räume handeln. Kennzeichnend ist, dass regelhafte keine Fensteröffnungen bestehen.

Verlorene Schalung (Betonbau): Eine → Schalung (Gussform), die nach Aushärten des Betons an Ort und Stelle verbleibt. Nach Baufertigstellung ist sie nicht mehr sichtbar und – logischerweise – anderweitig nicht mehr verwendbar, also gleichsam verloren.