Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Verbl – Verj

Verblasen (Bergbau): Die Spritzverteilung von → Beton auf den Umfassungen eines Grubenbaus, um diese zu stabilisieren und gegen Ausbrüche zu sichern.

Verblender: Ein Stein, der Teil der sichtbaren Vormauer bzw. Außenschale eines zweischaligen Mauerwerks ist.

Verblendmauerwerk: Ein Zierzwecken, teils auch als Witterungsschutz dienendes → Mauerwerk, das vor ein anderes (tragendes) Mauerwerk gesetzt ist.

Verblendschale: Siehe → Verblendmauerwerk.

Verbrauchermarkt: Auf Selbstbedienung gründendes Einzelhandelsgeschäft mit Verkaufsflächen zwischen 1.500 qm und < 5.000 qm, vorherrschendem Lebensmittelangebot und vergleichsweise hohem Anteil an Non-Food-Artikeln. Verbrauchermärkte stehen zwischen (→) Supermarkt und (→) SB-Warenhaus. Durchschnittlich führen sie rund 27.000 Artikel, davon rund ein Drittel im Food-Bereich. Etwa 70 % des Umsatzes entfallen auf Lebensmittelverkäufe.

Verbrauchermarktkette: Ein Unternehmen, das mehrere → Verbrauchermärkte in Eigenregie betreibt oder ein Verbund auf Franchise- bzw. Genossenschaftsbasis geführter Verbrauchermärkte.

Verbrauchernahe Versorgung: Eine (nicht nur in Deutschlands) Planungswesen verankerte Leitvorstellung, die darauf abhebt, Einzelhandelseinrichtungen an Standorten anzusiedeln bzw. zu erhalten, die für eine größtmögliche Anzahl von Verbrauchern bestmöglich, vor allem ohne erforderlichen Rückgriff auf Pkw erreichbar sind. Der Begriff wird im alltäglichen Sprachgebrauch vielfach auf Grundversorgungseinrichtungen verkürzt; tatsächlich handelt es sich jedoch um ein alle Bedarfsstufen einschließendes Prinzip. Wie die Entwicklung des Handelsnetzes zeigt, versagten entsprechende Steuerungsansätze in Bausch und Bogen.

Verbraucherpreisindex: Eine in Zahlen gefasste Zeitreihenbetrachtung zur Preisentwicklung eines vordefinierten Warenkorbes. Der VPI bildet u. a. eine Grundlage für die Indexierung gewerblicher Mietverträge.

Verbrechen (Bergbau): Das von einem unerwünschten Ereignis ausgelöste Einbrechen, Einstürzen bzw. Zusammenbrechen eines Grubenbaus (Schacht, Strecke, Stollen).

Verbundestrich: Ein unmittelbar auf den unterliegenden Rohbeton aufgebrachter → Estrich, der sich mit dem Beton auf molekularer Ebene bzw. stoffschlüssig verbindet.

Verbundglas: Ein aus zwei oder mehr Glasscheiben bestehender Verbund, bei dem zwischen einzelne Scheiben eine organische bzw. nicht mineralische Stoffschicht – zumeist ein Gießharz – eingebracht ist.

Verbund-Sicherheitsglas: Ein aus einander abwechselnden Schichten von Glas und Kunststofffolie aufgebautes Flach- bzw. Scheibenglas. Im Falle eines Bruches, bindet die Folie entstehende Bruchstücke (bis zu einem gewissen Grad). Starkes Verbund-Sicherheitsglas ist als »Panzerglas« bekannt.

Verdachung (Architektur): Eine schmückende, Fenster und Türen bekrönende Gesimspartie.

Verdeckter Leerstand: Eine ungenutzte Gebäudefläche, deren Zustand durch Maßnahmen verschleiert wird, die eine Belegung durch einen zahlenden Nutzer vorspiegeln. Typisch sind derartige Ansätze in → Einkaufszentren, die mit einem hohen Sockelleerstand zu kämpfen haben; hier bestücken benachbarte Geschäfte häufig die Schaufensterfronten leerstehender Einheiten.

Verdichtungsraum (siedlungsbezogen): Eine Ballung, Massierung, Verdichtung administrativer Siedlungseinheiten. Der Begriff steht für eine Kernstadt und ihr verstädtertes Umland (= monozentrische Agglomeration) oder auch mehrere miteinander verflochtene Kernstadt-Umland-Räume (= polyzentrische Agglomeration). Entscheidend ist, dass Kernstadt und Umlandgemeinden bzw. mehrere Stadt-Umland-Räume derart eng miteinander verflochten sind, dass keine nennenswerten physischen Grenzen mehr ersichtlich sind. Andere Begriffe für »Ballungsgebiet« sind »(Siedlungs-)Agglomeration« und »Ballungsraum«.

Verdingungsordnung für Bauleistungen: Heute als → »Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen« bezeichnet.

Verdrängungslüftung: Eine energetisch effiziente Form, verbrauchte bzw. belastete Raumluft auszutauschen. Dabei wird die Raumluft gleichsam als Block durch zugeführte Frischluft aus dem Gebäudeinneren befördert.

Verdünnungslüftung: Die neben der energetisch effizienteren → Verdrängungslüftung zweite Art der Luftführung in Innenräumen. Namensgemäß zielt diese Lüftungsart darauf ab, die Raumluft mittels erzeugter Strömungswalzen mit zugeführter Außenluft zu durchmischen.

Verfallung (Dachkonstruktion): Ein zwei → Anfallspunkte verbindender Gratabschnitt, der bei der Konstruktion zweier Firste unterschiedlicher Höhe entsteht.

Verflechtungsstrecke (Autobahn): Ein Straßenabschnitt, in dem Zu- und Abfahrtsverkehr eines Autobahnkreuzes zusammenlaufen.

Verformung, elastische (Baustoffe): Eine lastbedingte Formänderung, die sich nach Entfernen der Last umkehrt, das heißt, die ursprüngliche Form stellt sich wieder ein.

Verformung, plastische (Baustoffe): Eine lastbedingte, erst nach längerer Zeit abgeschlossene Verformung, die sich nach Entfernen der Last – anders als bei der → elastischen Verformung – nicht umkehrt. Kurz: Es handelt sich um eine dauerhafte Formänderung. Der Vorgang wird auch als »Kriechen« bezeichnet.

Verformungsmodul (Boden): Eine Kenngröße, welche die Verformbarkeit von Böden bzw. deren Widerstand gegen mechanische Beanspruchungen beschreibt.

Verfüllziegel: Ein mit Lochkanälen versehener → Backstein mit Stoßfugenverzahnung. Die Lochkanäle werden mittels eines Schlittens mit Spezialmörtel verfüllt, wobei zeitgleich die Lagerfuge der folgenden Ziegelschicht erstellt wird.

Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (Deutschland): Kurz »VOB«. Ein dreiteiliges Werk, das die Ausschreibungs-, Vergabe- und Ausführungsmodalitäten durch die öffentliche Hand beauftragter Bauleistungen regelt. Teil A enthält Bestimmungen bezüglich der Vergabe, Teil B Ausführungsbestimmungen, Teil C allgemeine technische Vertragsbedingungen. Die VOB regelt u. a. – über das BGB hinausgehend – Haftungs- und Qualitäts- bzw. Gewährleistungsfragen.

Vergebührung (Mietwesen, Österreich): Ein Vorgang, bei dem Mietvertragsabschlüsse bzw. neue Mietverträge (für Wohnungen, Gewerberäumlichkeiten usw.) mit einer behördlicherseits eingezogenen Gebühr belegt werden.

Verglasungsklotz (Fensterbau): Ein kleines, rechteckiges, oft profiliertes Teil, das zwischen Fensterrahmen und Glaskante eingesetzt wird. Klötze unterstützen Dampfdruckausgleich und Falzraumbelüftung und schützen Randverbund und Glaskante.

Vergleichswertmethode: Eine zwar korrekte, doch selten verwendete Bezeichnung des → Vergleichswertverfahrens.

Vergleichswertverfahren: Eine auf erzielten Verkaufspreisen – also Echtzahlen – beruhende Wertermittlungsmethode. Anwendbar ist dieses Verfahren nur dann, wenn zwei Maßgaben erfüllt sind: 1. Es muss eine größere Anzahl zeitnah erfolgter bzw. erfasster Verkaufsfälle vorliegen. 2. Die als Basis herangezogenen Vergleichsobjekte und das jeweilige Bewertungsobjekt müssen weitgehend identische Merkmale aufweisen. Das Verfahren kommt vor allem bei Objekten zur Anwendung, die auf Basis von Preisen je Flächeneinheit bzw. nicht primär ertragsorientiert gehandelt werden. Zu diesen zählen insbesondere unbebaute Grundstücke, Eigentumswohnungen und Reihenhäusern.

Vergleichszahl, Landwirtschaftliche: Ein für landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe auf Grundlage einer Verrechnung verschiedener Faktoren vergebener Punktewert. In die Ermittlung gehen u. a. → Acker- und / oder → Grünlandzahl, die jeweilige Betriebsgröße sowie die Erreichbarkeit betriebszugehöriger Flächen ein.

Verjüngungsgrundsatz: Siehe → Verjüngungsprinzip.

Verjüngungsprinzip: Grundsatz der Wertermittlung, wonach sich Gebäude durch Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen an einen zeitnahen bzw. aktuellen Zustand bzw. Standard heranführen, also gleichsam verjüngen lassen. Das Prinzip ist in Zusammenhang mit der einem Gebäude zuzugestehenden Restnutzungsdauer bedeutsam (siehe → Ertragswertverfahren).