Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Un – Uw

Undulation (Mauerwerk): Ein Prinzip bzw. Zustand, bei dem Lagerfugen nicht horizontal ausgerichtet sind, sondern durchhängen bzw. wellenartig verlaufen. Undulationen traten häufig bei antikem → Polygonalmauerwerk auf.

Uniform System of Accounts for the Lodging Industry: Ein international einheitliches Buchhaltungs- und Controllingsystem im Bereich der Hotellerie. Es beruht auf einer Gliederung nach Hotelbereichen bzw. Erlösgruppen und Kostenstellen. Nahezu die gesamte Konzern- und Kettenhotellerie nutzt dieses auch als Benchmarking-Instrument verwendbare System.

Untendreher: Eine Kranart, deren Turm auf einem unmittelbar auf dem Unterbau gelagerten Schwenkwerk sitzt. Der Turm dreht sich also bei jeder Schwenkbewegung vollständig mit. Untendreher kommen vor allem bei der Errichtung vergleichsweise niedriger Gebäude in wenig beengtem Umfeld zum Einsatz.

Unterbau (Brückenbau): Die zwischen → Brückenoberbau und Baugrund vermittelnden Pfeiler und Widerlager. Der Unterbau leitet die Lasten des Oberbaus bzw. auf diesen einwirkende Lasten in die Gründung ab.

Unterburg: Eine Vorburg bzw. eine ehemalige Vorburg.

Unterdach (Dachboden): Ein Südtirol und dem Wallis verbreitete Bezeichnung für → »Dachboden«.

Unterdach (konstruktiv): Ein zusätzlicher Schutz gegen witterungsbedingte Einflüsse (vor allem Regen) in Form eines eigenständigen Verbundes von Dichtungs- und Deckschichten, der als Bestandteil der Gebäudehülle unter der (primären) Dacheindeckung eingezogen wird. Unterdächer bilden eine zusätzliche, vor eindringender Feuchte und / oder Windangriffen schützende Ebene aus.

Unterdeckbahn (Dachkonstruktion): Eine wasser- und winddichte Bahn, die als Bestandteil der Gebäudehülle auf einer stabilen Unterlage – z. B. aus Holz- oder Holzwerkstoffplatten – unterhalb der Dacheindeckung eingezogen wird. Sie bildet eine zweite Schutzebene gegen eindringendes Wasser und Windeinwirkungen aus. Siehe auch → Unterspannbahn.

Untere Burg: Eine andere Bezeichnung der → Vorburg.

Unterfangbauweise (Tunnelbau): Auch »Belgische Bauweise« und »Firststollenbauweise« genannt. Bei diesem Verfahren beginnt der Vortrieb entlang eines Firststollens mit dem Ausbruch, der Abstützung und Ausmauerung der → Kalotte. Die Widerlager werden ausgehend von einem Richtstollen durch seitliches Einschlitzen erzeugt. Der Tunnel entsteht gleichsam von oben nach unten.

Untergrundspeicher (Energiewirtschaft): Eine großvolumige Speichereinrichtung, die natürlich entstandene und zweckentsprechend überarbeitete oder künstlich geschaffene unterirdische Hohlräume nutzt. Seichermedien sind vor allem Erdgas und Erdöl. Infolge großen Volumens eigenen sich diese Speicher zum Ausgleich saisonaler Bedarfsschwankungen.

Unterhalt (Immobilie): Eine vor allem in der Schweiz genutzte Bezeichnung für die → Instandhaltung einer Immobilie, also die Aufrechterhaltung eines bestimmungsgemäßen Zustandes.

Unterhaltungselektronikfachgeschäft: Namensgemäß ein unterhaltungselektronische Produkte vertreibender Einzelhandelsbetrieb mit tief gegliedertem Sortiment, der Service- und Beratungsleistungen hervorhebt und sein Angebot auf kleiner bis mittelgroßer Fläche präsentiert. Anders als → UE-Fachmärkte sind Fachgeschäfte überwiegend auf einen Branchenausschnitt spezialisiert.

Unterhaltungselektronikfachmarkt: Ein großflächiger, zumeist preisaggressiv auftretender Betrieb, der ein breites und / oder tiefes Sortiment aus dem Bereich von Computern (PCs, Laptops, Notebooks), Stereoanlagen, DVD-Playern, Spielekonsolen, Digitalkameras, Fernseh- und Radiogeräten etc. (= Braune Ware) führt. Das Konzept beruht auf Selbstbedienung, wobei Beratungs- und Serviceleistungen angeboten werden. Die gängige Mindestbetriebsgröße bewegt sich um 600 qm. Durchaus nicht typisch für → Fachmärkte, besitzt dieser Vertreter eine entwickelte Fähigkeit, zwei Stockwerke zu erschließen.

Unterhaupt (Wasserbau): Bei Schleusenanlagen der Binnenschifffahrt der untere, der flussabwärts befindliche Bereich, der das Schleusentor aufnimmt.

Unterlagsboden: Im Schweizerdeutsch die Bezeichnung für den deutschen »Estrich», also einen fugenlosen, aus einer erhärtenden Masse gebildeten Unterboden bzw. einen Untergrundaufbau für Bodenbeläge.

Unterlicht: Die untere, zumeist unbewegliche Partie eines quer geteilten Fensters.

Untermiete (Wohnungssegment): Ein Zustand, bei dem der eigentliche → Mieter einer Wohnstätte (Wohnung, Haus) einem Dritten ein befristetes Nutzungsrecht an der gesamten Wohnfläche oder einem Teil derselben eingeräumt hat und dafür ein regelmäßiges Entgelt vereinnahmt.

Unterputz: Bei zwei- oder mehrlagigen → Putzen die untere, unmittelbar auf die Wand aufgebrachte Putzschicht. Unterputz erfüllt mehrere Aufgaben: 1. Er gleicht Unebenheiten des Mauerwerkes aus. 2. Er schließt womöglich vorhandene Löcher. 3. Er überdeckt das Fugenmuster. 4. Er bildet den Haftgrund für den Oberputz.

Unterputzverlegung (Elektrik): Die Anbringung bzw. Installation elektrischer Leitungen unter einer Putzschicht bzw. in einem Wandschlitz. Diese im Ergebnis unsichtbare Verlegung bedingt, dass die Kabel innerhalb klar definierter Verlegezonen zu verlegen sind.

Unterrähm: Ein unter den Deckenbalken eingezogenes → Rähm.

Unterspannbahn (Dachkonstruktion): Eine wasser- und winddichte, oben und unten hinterlüftete Bahn, die unterhalb der Dacheindeckung von Steildächern über den → Sparren gespannt wird. Unterspannbahnen leiten durch die Dachdeckung gedrungenes Wasser oder eingewehten Schnee nach unten ab. Siehe auch → Unterdeckbahn.

Unterspannung: → Unterspannbahn (Dachkonstruktion).

Unterwasser (Wasserbau): Bezogen auf wasserbauliche Anlagen, die zwei Gewässerabschnitte mit unterschiedlich hohem Wasserspiegel verbinden, der niedriger gelegene Wasserkörper.

Unterwasserseite (Wasserbau): Ein Fachausdruck, der in Zusammenhang mit wasserbaulichen Anlagen genutzt wird, bei denen auf beiden Bauwerksseiten Wasserkörper bzw. Gerinne zu finden sind (Schleusen, Wehr usw.). Er bezeichnet die auf den tiefer gelegenen Bereich ausgerichtete Seite.

Unterzentrum (Raumplanung): Ein zwischen → Kleinzentrum und → Mittelzentrum stehender → zentraler Ort. Idealtypisch besitzen Unterzentren vollumfänglich entwickelt Grundversorgungseinrichtungen, decken also den gesamten (normalen) täglichen Bedarf ab. In mehr oder minder eng begrenztem Umfang deckt der örtliche Einzelhandel zudem die Nachfrage nach Warengruppen des mittelfristigen Bedarfs ab.

Unterzug (Bauwesen): Ein → Träger, der dazu dient, die Last einer auflagernden → Decke oder → Wand aufzunehmen und an andere Bauteile abzuleiten.

Urbanisierung: Lehnwort für »Verstädterung«. Der Begriff bezeichnet dreierlei: 1. Die physische Ausbreitung von Städten in bislang nicht städtisch geprägte Umlandbereiche hinein. 2. Die Ablösung ländlicher Siedlungsformen durch städtische Bau- und Funktionszusammenhänge. Dieser Prozess kann infolge der Ausdehnung einer Kernstadt ablaufen, jedoch auch gleichsam aus sich heraus geschehen. 3. Die Verbreitung stadttypischer Einstellungen und Lebensweisen.

Urbanisierungsgrad: Der »Verstädterungsgrad« steht für den bezogen auf einen Betrachtungsraum ermittelten Bevölkerungsanteil, der in de facto städtischen Siedlungseinheiten lebt.

Urbanisierungsrate: Der innerhalb eines Zeitraumes registrierte, auf die Gesamtbevölkerung eines bestimmten Gebietes bezogene prozentuale Zuwachs in Städten lebender Einwohner.

Urbar (Recht): Die Kurzform von → »Urbarium«.

Urbaramt (historisch): Eine Art Grundbuchamt, in dem das Register grundherrlicher Eigentumsrechte sowie der von Untertanen zu erbringenden Dienste bzw. Leistungen aufbewahrt wurde. Vertiefend siehe → Urbarium.

Urbarium (Recht, historisch): Ein mittelalterliches Register grundherrlicher Eigentumsrechte sowie der von Untertanen zu erbringenden Dienste bzw. Leistungen. Modern ausgedrückt handelte es sich um ein → Grundbuch, in dem u. a. → Hypotheken und Steuerpflichten ausgewiesen waren.

Urbarmachung: Die Umwandlung natürlicher bzw. naturbelassener Areale oder ganzer Gebiete in landwirtschaftlich genutzte Flächen. Ein inhaltsgleicher Begriff ist »Kultivierung«.

Urinal: Ein zum Urinieren im Stehen dienendes, regelhaft spülbares, an einer Wand montiertes Becken. Der Vorteil von Urinalen gegenüber gewöhnlichen Toiletten liegt in einer schnellen, berührungsfreien Benutzbarkeit. Bei Männertoiletten Standard, setzten sich Frauenurinale (angesichts anatomischer Merkmale des weiblichen Geschlechts nachvollziehbar) nicht durch. Umgangssprachlich werden Urinale zumeist als »Pinkelbecken« bezeichnet.

Urnenhalle: Ein regelhaft auf oder bei einem Friedhofsgelände oder einem Krematorium gelegenes Gebäude oder ein Gebäudeteil (Gewölbe, Gruft, Saal) zur Aufnahme von Urnen, die Überreste feuerbestatteter Verstorbener beinhalten. Die Urnenhalle wird auch »Kolumbarium« genannt.

Urushringa: Ein dem Hauptturm nordindischer Hindu-Tempel entspringendes Bauwerk, das eine verkleinerte Nachbildung des Hauptturmes darstellt.

USALI (Hotellerie / Beherbergungsgewerbe): Das Kürzel steht für »Uniform System of Accounts for the Lodging Industrie«. Namensgemäß handelt es sich um ein standardisiertes Buchhaltungs- und Controllingsystem. Es beruht auf einer Gliederung nach Hotelbereichen bzw. Erlösgruppen und Kostenstellen. Nahezu die gesamte Konzern- und Kettenhotellerie nutzt dieses auch als Benchmarking-Instrument verwendbare System.

Uthlandfriesisches Bauernhaus: Siehe → Uthlandfriesisches Haus.

Uthlandfriesisches Haus: Ein Verwandter und Vorläufer des → Geesthardenhauses. Es handelt sich um einen in → Ständerbauweise errichten, von einer Diele quer geteilten Langbau. Er besitzt gewöhnlich dünne, nicht tragende Außenwände aus Ziegelsteinen und ein reetgedecktes Dach. Die Schmalseite ist der Hauptwindrichtung zugekehrt. Der Haustyp verbindet Wohn- und Wirtschaftsbereiche unter einem Dach. Der Stallbereich mit Heuboden besitzt einen giebelseitigen Eingang. Wie andere norddeutsche Haustypen besitzen auch dieser eine → Klöndör (Klöntür). Kennzeichnend ist weiterhin ein hoher, breiter Spitzgiebel über dem Eingang; er dient der Fluchtwegsicherung im Fall eines Dachbrandes. Nach dem Jahr 1800 versank der Haustyp im Neubaubereich in der Bedeutungslosigkeit.

Utlucht: Das im Niederdeutschen gebräuchliche Wort für eine → Auslucht bzw. einen → Standerker.

U-Wert (Bauphysik): Die Kurzbezeichnung des → Wärmedurchgangskoeffizienten.

Uw-Wert: Die Kurzbezeichnung für den → Wärmedurchgangskoeffizienten eines ganzen Fensters (Rahmen und Scheibe). W steht für das englische Wort »window«.