Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Turm - Ty

Turm: Gemäß gängiger Definitionen ein Bauwerk, dessen Höhe ein Mehrfaches seines Siegesturm in Chittaurgarh (Rajasthan, Indien)Durchmessers beträgt. Derartige Begriffsbestimmungen greifen allerdings zu kurz. So wären z. B. Wolkenkratzer als Türme einzuordnen, während unstrittig als Türme zu erachtende Bauwerke durch das definitorische Raster fallen würden. Ein wesentliches Definitionskriterium ist in der Bauwerksfunktion zu suchen, die Türme von Häusern abhebt. Häuser sind Rahmen bzw. Schnittstelle allgemeiner Aktivitäten, eine Hülle für die Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse (Wohnen usw.) und allgemeiner Notwendigkeiten (Arbeiten); Türme sind hingegen Spezialbauwerke, die einem jeweils sehr eingeschränkten Zweck dienen. Typische Turmfunktionen sind Beobachtungs-, Frühwarn-, Orientierungs- oder Sendezwecke. Wehr-, Leucht-, Fernsehtürme oder Wetterwarten veranschaulichen das. Vor diesem Hintergrund lassen sich Türme als vergleichsweise hohe Bauwerke definieren, die einem besonderen Zweck dienen, der sich mit regelhaft nicht nennenswerten ein- und auswärts gerichteten Bewegungsströmen verbindet. Das Foto zeigt den Siegesturm in der indischen Rajputen-Festung Chittaurgarh, Rajasthan (Bild: Elmar Pfeiffer, Februar 2012).

Turm, befestigter: Eine andere Bezeichnung für einen Wehrturm. Dabei handelt es sich um einen mit starken Mauern versehenen → Turm, der auf Verteidigungszwecke ausgelegt ist. Wehrtürme bilden ein wesentliches Element vieler Verteidigungsanlagen (Burgen, Stadtbefestigungen usw.), können jedoch auch in Alleinlage vorkommen.

Turm, bewehter: Siehe → Turm, befestigter.

Turm, offener (Burgenbau): Eine andere Bezeichnung für einen Schalenturm. Es handelt sich um einen zum Innenbereich hin offenen, gleichsam abgeschnittenen Turm mittelalterlicher Burgen und Stadtbefestigungen. Gelang es einem Feind, den Turm zu nehmen, fand er darin keine Deckung.

Turmbahnhof: Eng definiert ein oberirdischer Bahnhof der Eisenbahn, der Gleisanlagen auf zwei oder mehr Ebenen besitzt. Die Anzahl der Stockwerke entspricht regelhaft der Anzahl ein- bzw. ausgehender Bahnstrecken, die sich im Bahnhof kreuzungsfrei schneiden. Weiter definiert, zählen auch teils unterirdisch angelegte mehrgeschossige Bahnhöfe zu den Turmbahnhöfen.

Turmbau (prozessual): Die Errichtung eines → Turms.

Turmburg: Eine auf gewachsenem Boden bzw. Fels gegründete Wohn- und Wehranlage, die im Kern aus einem Turm bzw. turmähnlichen Bauwerk besteht, das allenfalls von wenigen, kleineren Gebäuden ergänzt wird. Turmburgen waren eine vor allem während des 11. und 12. Jahrhunderts verbreitete Burgenform. Nicht zu verwechseln ist sie mit der auf einer künstlichen Aufschüttung errichteten → Motte.

Turm des Schweigens: Ein auf den Parsenturm bezogener Ausdruck. Es handelt sich um eine Stätte, an die Leichname vor der eigentlichen Bestattung gebracht wurden, um sie von Vögeln entfleischen zu lassen. Die Bestattungsart ist typisch für Anhänger des Zoroastrismus, dürfte jedoch auch von anderen Glaubensrichtungen praktiziert worden sein.

Turmfundament: Die konstruktive Ausbildung des Übergangs vom Turmbauwerk zum Bauwerksuntergrund.

Turmgründung: Siehe → Turmfundament.

Turmhelm: Ein hohes, spitz zulaufendes Turmdach mit mehreckigem Grundriss bzw. polygonaler Basis. Andere Bezeichnungen sind »Dachhelm« und »Helmdach«. Eine insbesondere in Süddeutschland und Österreich verbreitete Spielart ist der → Zwiebelhelm.

Turmhügelburg: Eine deutsche Bezeichnung für die aus dem Französischen entlehnte »Motte«. Es handelte sich um eine überwiegend aus Holz erbaute Spielart der → Burg. Motten wurden (anders als → Turmburgen) auf aufgeschütteten Erdhügeln errichtet. Ihr zweites prägendes Merkmal ist die Dominanz eines auf diesem Hügel hochgezogenen, von einem Graben und / oder Wällen bzw. Palisaden eingefassten Turms, der Wohn- und Wehrzwecken diente. Bei großflächigen Erdaufschüttungen wurden hier gewöhnlich auch Wirtschaftsgebäude angesiedelt. Die meisten Motten besaßen jedoch eine oder mehrere Vorburgen, wodurch der Wohnturmbereich zur Kern- bzw. Hochburg wurde. In der oder den Vorburgen fanden sich die Wirtschaftsgebäude. Zu unterscheiden sind einteilige Anlagen, bei denen die Kernburg innerhalb der Vorburg liegt, und mehrteilige Anlagen, bei denen Kern- und Vorburg(en) neben- bzw. hintereinander angeordnet sind.

Turmknauf: Siehe → Turmkugel.

Turmknopf: Siehe → Turmkugel.

Turmkugel: Ein zumeist rund, oval oder zapfenförmig ausgearbeiteter Metallkörper, der Dächer von Burg-, Kirch-, Schlosstürme usw. ziert; er selbst wird oftmals von Aufsätzen (Wetterfahne, Kreuz usw.) gekrönt. Verbreitete wurden Turmkugeln aus Kupfer hergestellt, oft vergoldet. Teils entstanden Hohlkörper, die »magische« Gegenstände oder Hinterlassenschaften an die Nachwelt enthielten.

Turmruine: Die baulichen Überreste eines → Turms bzw. ein bis zur Funktionsuntüchtigkeit verfallener Turm.

Turmsockel: Der unterste oberirdische, von der übrigen Fassade abgesetzte bzw. abgehobene Abschnitt eines → Turms.

Turmwindmühle: Ein bis in das 13. Jahrhundert zurückzuverfolgender, aus Stein errichteter Mühlentyp. Namensgebend ist die an einen gedrungenen Turm erinnernde Form. Das Mühlenhaus war ursprünglich mit einer starr aufgesetzten, zumeist kegelförmigen Kappe oder einer flachen Haube versehen, an der ein Flügelkreuz oder Windrad angebracht wurde; jüngere Vertreter der Turmwindmühle erhielten drehbare Kappen. Beim Bautyp mit fester Kappe können die Flügel nicht am Wind ausgerichtet werden.

Türnitz: Siehe → Dürnitz.

Türöffnung (konstruktiv): Eine bei der Herstellung einer Außen- oder Innenwand oder eines Dachs frei bzw. offen gelassene Partie, die zum Einsetzen einer → Tür bestimmt ist.

Türrahmen (gefüllte Tür): Die Einfassung einer → Türfüllung oder der tragende Rahmen einer durchgängigen Türbekleidung. Dieses Konstruktionselement kommt nicht bei Türen vor, die durchgängig aus Massivholz oder einer entsprechenden Holzwerkstoffplatte bestehen.

Türrahmen (Türstock): Die mit der Wand verbundene Einfassungskonstruktion einer → Tür.

Türriegel (Fachwerk): Ein waagerechtes, zwei Pfosten bzw. Ständer unmittelbar über einer Türöffnung miteinander verbindendes Kantholz. Kurz: Ein Türsturz.

Türschnalle: Eine andere Bezeichnung für eine Türklinke bzw. einen → Türdrücker.

Türstiel: Beim Fachwerkbau ein die Türöffnung begrenzender Pfosten bzw. Ständer.

Türstock (Hausbau): Der in die Maueröffnung eingesetzte, mit der Wand in Berührung stehende Türrahmen. Andere Ausdrücke sind »Türfutter« und »Türzarge«.

Türsturz: Ein Bauglied, das eine Türöffnung nach oben abschließt.

Türzarge: Der in die Maueröffnung eingesetzte, mit der Wand bzw. Mauer in Berührung stehende Türrahmen. Andere Ausdrücke sind »Türfutter« und »Türstock«.

Tuskische Säulenordnung: Eine andere Bezeichnung der → toskanischen Säulenordnung.

Twin Room (Hotellerie): Ein Gästezimmer für zwei Personen, das getrennte Betten besitzt. Das deutschsprachige Pendant ist »Zweibettzimmer«.

Tympanon: Ein ausgeschmücktes Giebel- oder Bogenfeld bzw. eine Schmuckfläche in Giebeldreiecken und Bogenfeldern. Das architektonische Element kam u. a. bei griechisch-römischen Tempelbauten sowie bei byzantinischen, romanischen und gotischen → Sakralbauwerken vor.

Tympanum: Siehe → Tympanon.