Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Tro - Tum

Trockenestrich: Ein aus Hartholzfaser-, Gipsfaser-, Gipskarton-, Perlite-, OSB-Platten usw. hergestellter Unterbodenaufbau.

Trockenmauerwerk: Ein ohne Mörtelverwendung gefügtes Natursteinmauerwerk.

Trockenverglasung: Eine Verglasung, bei welcher die Scheiben über Dichtprofile mit dem Flügelprofil verbunden sind. Die Dichtigkeit sichert ein angemessener Anpressdruck.

Trogbrücke: Eine → Brücke, deren Hauptträger über das Deck bzw. die Fahrbahnplatte hinausragen. Diese Brücken besitzen regelhaft eine geringe Höhe; sie werden als Fußgänger- und Eisenbahnbrücken eingesetzt.

Trophäe (Kunst, Architektur): Ein von der Renaissance bis in den frühen → Klassizismus verbreitetes Zierelement, das in Form einer vollplastischen Darstellung, als Relief oder Gemälde umgesetzt wurde. Zumeist zeigen Trophäen straußartig zusammengefasste Waffen, teils Musikinstrumente oder anderweitige Gegenstände. Trophäen symbolisierten Macht und Selbstbewusstsein; sie finden sich vielfach über Portalen, Torfahrten und in Giebelfeldern.

Trompe: Eine unten offene, trichter- oder halbkugelförmige Aufwölbung zwischen zwei rechtwinklig aufeinandertreffenden Mauern, die einen quadratischen Raum in einen polygonalen oder kreisförmigen überführt. Trompen finden sich in zahlreichen islamischen Kuppelbauwerken.

Trompenkuppel: Eine runde oder polygonale Segmentkuppel, deren Grundriss über vier → Trompen in einen quadratischen Raum übergeführt ist.

Tropfenleiste: Siehe → Regula.

Tropfkante: An vorspringenden Bauteilen wie → Fensterbänken bestehende Kanten, Profile oder Rillen, die zur Wasserabführung dienen. Sie werden eingesetzt, um Schäden infolge einer Wassereinwirkung an Fassaden usw. auszuschließen. Inhaltsgleiche Begriffe sind »Tropfleiste« und »Wassernase«.

Tropfleiste: Siehe → Tropfkante.

Tropfnase: Kanten, Profile oder Rillen, die an vorspringenden Bauteilen (→ Fensterbänken usw.) zur Wasserabführung dienen. Sie werden eingesetzt, um Schäden an Fassaden usw. auszuschließen. Die Tropfnase wird auch »Wassernase« genannt.

Trophy: Kurz für »trophy building« oder »trophy property«. In den deutschen Branchenjargon übernommener Begriff, der architektonisch, ausstattungs- und standortbezogen herausragende Gebäude bezeichnet. Salopp gesagt handelt es sich um »Vorzeigeimmobilien«.

Trophy Building: Siehe → »trophy«.

Trophy Property: Siehe → »trophy«.

Trottoir: Ein aus dem Französischen entlehntes Wort für »Bürgersteig«. Es handelt sich um einen fahrbahnseitig regelhaft durch → Bordsteine begrenzten, straßenbegleitenden Gehweg; der Begriff bezieht sich auf innerörtliche Gehwege.

Trum (Bergbau): Ein durch Mauerung oder Zimmerung hergestellter Schachtabschnitt bzw. eine entsprechende Schachtabteilung mit besonderer Zweckbestimmung (z. B. Ein- und Ausfahrt, Förderung, Bewetterung).

Trümmerbirne: Ein kugel- oder birnenförmiges Abbruchwerkzeug, das sich insbesondere zum Niederlegen von Mauerwerk eignet. Die Masse bewegt sich zwischen einer halben Tonne und acht Tonnen. An einen Seilbagger montiert, wird das Gewicht in Schwingung versetzt. Die zerstörende Wirkung entsteht durch Aufprall auf die abzureißende Gebäudepartie.

Trutzburg (umgangssprachlich): Im landläufigen Verständnis kein Burgentyp, sondern eine besonders wehrhafte → Burg, die als kaum einnehmbar erachtet wird.

Tschumpus: Eine in der österreichischen Umgangssprache gebräuchliche Bezeichnung für ein Gefängnis bzw. eine Justizvollzugsanstalt.

Tüchel (Wasserversorgung, historisch): Eine im Schweizerdeutsch verwendete Bezeichnung für »Deichel«. Es handelt sich um eine Holzröhre, die durch behutsames Durchbohren eines Baumstamms in Längsrichtung angefertigt wurde. Als Ausgangsmaterial dienten vor allem harzreiche Tannen- oder Kiefernstämme, die vor dem Bohrvorgang längere Zeit in Weihern oder Teichen gewässert wurden. Tüchel kamen vor allem in waldigen Regionen Zentraleuropas zu Einsatz, um Leitungen für Trink- und Brauchwasser oder (bergbauliche) Abwässer herzustellen.

Tuchhalle: Ein im späten Mittelalter aufgekommenes Verkaufs-, Messe- und Lagerhaus der Tuchmacherzunft, das gewöhnlich Räumlichkeiten für gesellige Anlässe beinhaltete. Eine inhaltsgleiche Bezeichnung ist »Gewandhaus«.

Tuchwalkmühle: An sich ein Gerät bzw. eine Maschine, in übertragenem Sinn zugleich die Bezeichnung für ein Gebäude, in dem textile Gewebe gewalkt, also veredelt bzw. oberflächlich verfilzt wurden.

Tudorarchitektur: Siehe → Tudor-Architektur.

Tudor-Architektur: Eine baulich-gestalterische Ausdrucksform, die nach dem englischen Königshaus der Tudor (1485 – 1603) benannt ist. Es handelt sich um eine späte Spielart der → Gotik. Kennzeichnend war, dass sich bauliche Symmetrien verloren, dass einzelne Stockwerke, Fassadenpartien und Gebäudekörper häufig sehr unterschiedlich gestaltet wurden. Besonders deutlich tritt dies bei Fachwerkgebäuden jener Zeit hervor. Typische bauliche Elemente sind mehreckige Erker und Flankierungstürmchen, Dreiecksgiebel bzw. Abfolgen entsprechender → Giebel, von Zinnen abgeschlossene Mauern, → Lanzettfenster, der → Tudorbogen (ein außerordentlich stark abgeflachter Spitzbogen) und aufwendig gestaltete Dachkamine.

Tudorbogen (Architektur): Ein Spitzbogen mit schwach gekrümmter → Laibung, also ein flacher, gedrückt wirkender Bogen, der ein typisches Element von Gebäuden der Tudor-Zeit war. Andere Bezeichnungen sind »normannischer Bogen« und »englischer Bogen«.

Tudor-Bogen: Siehe → Tudorbogen.

Tudorgotik: Siehe → Tudor-Architektur.

Tudorstil: Siehe → Tudor-Architektur.

Tuff: Ein zu mehr als 75 Volumenprozent aus Pyroklasten bzw. Vulkanasche bestehendes, zumeist vergleichsweise weiches Gestein, dem Lufteinschlüsse gute Dämmeigenschaften bescheren. Als → Naturwerkstein wird Tuff als Baustoff eingesetzt.

Tuffgestein: Siehe → Tuff.

Tulou: Der Begriff bedeutet »rundes Stockwerkdorf«. Es handelt sich um eine von den Hakka (China) im 12. Jahrhundert entwickelte, bis heute lebendige Dorfform. Diese Siedlungen, die mehrere Hundert Bewohner beherbergen können, besitzen ca. 1 bis 2 m starke Außenmauern, die auf Lehmbasis errichtet werden. Gewöhnlich sind drei bis fünf Stockwerke vorhanden, wobei untere Etagen – typisch für Wehrbauten – keine Fenster aufweisen. Im Inneren werden die einzelnen Stockwerke von Holzkonstruktionen in Form umlaufender Balkone erschlossen. Herzstück ist ein im Mittelpunkt gelegener Tempel. Lagerhäuser und Werkstätten werden von konzentrisch geführten Wegen erschlossen. Die ziegelgedeckten Dächer stehen über die Außenfassade über, um die Lehmwände vor niederschlagsbedingten Schäden zu schützen.

Tumulus: Ein Grabhügel, ein Hügelgrab. In Europa waren Tumuli vor allem während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit verbreitet.