Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Tra

Trabantensiedlung: Siehe → Trabantenstadt.

Trabantenstadt: Häufig (aber fälschlich) mit »Satellitenstadt« gleichgesetzt oder als »Schlafstadt« bezeichnet. Definitorisch herrscht auch in Fachkreisen Widersprüchlichkeit vor. Grundsätzlich können unter dem Begriff große Siedlungen verstanden werden, die vielfach von ausgeprägter Höhenentwicklung gekennzeichnet sind, also städtisch anmuten, dies aufgrund allenfalls minimalistischer Infrastrukturen in funktionaler Hinsicht jedoch nicht sind. Es handelt sich regelhaft um (ehemalige) Auspendlerwohnorte, die bzw. deren Kerne mehrheitlich in einem Rutsch am Reißbrett entwickelt wurden. Ohne eine nahe Kernstadt wären diese Siedlungen weder entstanden noch lebensfähig. Der Begriff wird vielfach auch auf entsprechende Siedlungen bezogen, die sich innerhalb der administrativen Grenzen der Kernstadt befinden.

Trafik: Eine österreichische Bezeichnung für eine konzessionierte Vertriebsstelle von Tabakwaren, die gewöhnlich auch als Lotto- / Tottostelle fungiert und regelhaft Zeitungen, Zeitschriften, Magazine und Fahrkarten des → ÖPNV verkauft. Die Besonderheit liegt darin, dass Trafiken als einzige Ladengeschäfte berechtigt sind, Tabakwaren zu Originalpreisen abzugeben.

Tragbolzentreppe: Eine → Treppe, deren Trittstufen auf einer oder beiden Seiten mittels regelhaft senkrecht stehender stählerner Bolzen montiert sind; die Trittstufen werden gleichsam aufgeständert. Diese Konstruktionsart gestattet es, auf → Setzstufen und → Treppenwangen zu verzichten.

Tragdeckschichtmischgut: Ein Asphalt, der die Funktionen von Asphaltdecke und -tragschicht in sich vereint. Sie wird insbesondere im Wegebau eingesetzt.

Träger (Bauelement): Ein meist waagerecht verlaufender Balken, also ein gemessen an seiner Länge mit einem kleinen Querschnitt versehenes Element. Es dient dazu, Auflasten an Wänden oder Stützen abzuleiten. Als Träger eignen sich nur hochgradig zugfeste Bau- bzw. Werkstoffe (Holz, Stahl, Stahlbeton usw.).

Träger, gekuppelter: Ein in der modernen Bautechnik bedeutungsloser, früher als Unterzug verwendeter Eisenträger, der aus mehreren Abschnitten bzw. Segmenten zusammengesetzt war.

Tragfähigkeit (Boden, Baugrund): Ein insbesondere von Bodenart, Topographie und örtlichen Grundwasserverhältnissen bestimmtes Maß, das angibt, welchen Lasten ein Boden bzw. Baugrund ausgesetzt werden kann, ohne dass (nennenswerte) Setzungen bzw. Verlagerungen oder Grundbrüche auftreten. Die Tragfähigkeit entscheidet wesentlich darüber, welche Gründungsart und Fundamentstärke zu wählen ist. Die Tragfähigkeit lässt sich z. B. durch → Lastplattendruckversuche bestimmten.

Tragfähigkeit (Gebäude): Eine andere Bezeichnung für »Standsicherheit«. Angesprochen ist ein Zustand, der vorliegt, wenn ein Gebäude oder Bauwerk gegen Kräfte gefeit ist, die auf dessen Einsturz, ein Gleiten, Abrutschen, Umkippen usw. hinwirken. Als (rechnerisch) tragsicher ist ein Gebäude zu erachten, wenn dessen Tragwerk (implizit also jeder einzelne Tragwerkteil) mindestens jenen Beanspruchungen standhält, die aus seiner Nutzung zu erwarten sind. Anders ausgedrückt: Der berechnete Quotient aus verkraftbaren und zu erwartenden Beanspruchungen muss einen Wert von größer oder gleich 1 erreichen. Praktisch sind Sicherheitszuschläge einzukalkulieren, da es unverantwortlich wäre, ein Gebäude lediglich auf den rechnerischen Grenzzustand hin auszulegen.

Tragfähigkeitsnachweis (Bauvorlagenverordnung, Statik): Siehe → Tragsicherheitsnachweis (Bauvorlagenverordnung, Statik).

Tragsicherheitsnachweis (Bauvorlagenverordnung, Statik): Eine andere Bezeichnung für den → Standsicherheitsnachweis. Namensgemäß handelt es sich um einen Beleg der → Trag- bzw. Standsicherheit eines Gebäudes bzw. Bauwerks. Bayerns Bauvorlagenverordnung vom 10. November 2007, Stand 09. November 2009, führt die Anforderungen an einen entsprechenden Nachweis in § 10 wie folgt aus: (1) Für den Nachweis der Standsicherheit tragender Bauteile einschließlich ihrer Feuerwiderstandsfähigkeit ... sind eine Darstellung des gesamten statischen Systems sowie die erforderlichen Konstruktionszeichnungen, Berechnungen und Beschreibungen vorzulegen. (2) Die statischen Berechnungen müssen die Standsicherheit der baulichen Anlagen und ihrer Teile nachweisen. Die Beschaffenheit des Baugrunds und seine Tragfähigkeit sind anzugeben. Soweit erforderlich, ist nachzuweisen, dass die Standsicherheit anderer baulicher Anlagen und die Tragfähigkeit des Baugrunds der Nachbargrundstücke nicht gefährdet werden. (3) Die Standsicherheit kann auf andere Weise als durch statische Berechnungen nachgewiesen werden, wenn hierdurch die Anforderungen an einen Standsicherheitsnachweis in gleichem Maße erfüllt werden.

Tragwerk (Bauwesen): Die Gesamtheit aller Last (ab)tragenden Elemente eines Gebäudes bzw. Bauwerks. Zu den Tragwerkskomponenten zählen Balken / Träger, Decken, Stützen, Wände und die Gründung.

Trakt: 1. Ein Teilgebäude, Gebäudeabschnitt bzw. Gebäudeflügel. 2. Ein baulich abgegrenzter Funktionsbereich innerhalb eines → Gebäudeensembles.

Tram (Holzbau): In der Zimmermannssprache ein → Balken.

Tram (Verkehrswesen): Eine regional gängige Kurzbezeichnung der → Straßenbahn.

Trambahn: Eine → Straßenbahn.

Tramdepot: Eine zumeist von einer Halle oder mehreren Hallen beherrschte Parkeinrichtung für Straßenbahnzüge. Im Depot erfolgt gewöhnlich die Fahrzeug- und Personaleinsatzplanung; vielfach verfügen Tramdepots über Einrichtungen, die es gestatten, kleinere Reparaturen vorzunehmen.

Tramgleis(e): Die paarigen Führungsschienen der Räder einer Straßenbahn.

Tranchée (Festungsbau): Der Laufgraben einer → Festung.

Tranchéekavalier (Festungsbau): Ein zwei bis drei Meter hoher, aus → Faschinen, Erdreich und Sandsäcken im Laufgraben einer Festung hergestellter Wall, der Schützen und Kanonieren eine erhöhte Feuerstellung bot.

Tranchéereiter: Siehe → Tranchéekavalier (Festungsbau).

Tranchéekatze: Eine andere Bezeichnung für den → Tranchéekavalier.

Transept (Kirchenbau): Eine andere Bezeichnung für ein → Querschiff.

Transitionsstil (Architektur): Ein Übergangsstil zwischen zwei klar voneinander abgrenzbaren baulich-gestalterischen Linien bzw. Moden. Im Grunde handelt es sich um keinen durchgesetzten Stil, sondern um eine kurzwellige Strömung, die noch in der Tradition des Ausgangsstils steht, andererseits bereits formensprachliche Elemente bzw. Ausprägungen erkennen lässt, die sich in der Folgezeit zu einer eigenständigen Stilrichtung verdichten bzw. verbinden.

Transportbeton-Mischanlage: Ein ortsgebundenes → Betonwerk, in dem → Beton entsprechend der gewünschten Rezeptur gemischt wird, um anschließend von Fahrmischern zum Einsatzort befördert zu werden.

Transportgewerbegebiet (TGG): Ein planungsrechtlich ausgewiesenes Gebiet, auf das eine oder mehrere Gemeinden Transport-, Lager- und Distributionsbetrieben konzentriert wissen wollen. Wesentliche Ziele sind Verkehrsminimierungen und geminderte Beeinträchtigungen anderer Funktionsräume. Teils sollen neu ausgewiesene, infrastrukturell gut erschlossene TGG dazu dienen, Arbeitsplätze zu schaffen. Der Gedanke verlockt grundsätzlich, zumal Lager- und Transportunternehmen vergleichsweise hohe Anteile gering qualifizierter Arbeitnehmer beschäftigen. Allerdings belegen verbreitet brachliegende TGG ein mangelndes logistisches Verständnis federführender Planungsinstanzen.

Transportnetzwerk (physisch): Ein Verkehrsnetz bzw. die Gesamtheit aller mittel- oder unmittelbar miteinander verbundenen ober- und unterirdischen Anlagen, die zur vornehmlich horizontalen Überbrückung größerer Entfernungen durch Personen oder Güter bestimmt sind. Hierzu zählen insbesondere Straßen und Wege, Wasserstraßen, Häfen, Schienenstrecken, Flugplätze und Flughäfen. Im weiteren Sinn definiert, umfasst das Verkehrsnetz zudem sämtliche Bauwerke, die genannte Anlagen funktional ergänzen.

Trasse: Der Verlauf von Straßen- und Schienenverkehrswegen, künstlichen Wasserwegen und Überlandleitungen.

Trassee: Eine in der Schweiz (auch) gebräuchliche Schreibung von → Trasse.

Trassierung: Die Auswahl, Festlegung bzw. Bestimmung einer → Trasse.

Trassierungselement: Ein Teilstück einer → Trasse, das im Planungsstadium auf mathematischer Grundlage bestimmt wird. Horizontale Trassierungselemente sind Geraden, Übergangs- oder Kreis- bzw. Vollbögen, vertikale Elemente – z. B. Rampen – sind durch ihre Längs- und Querneigung bestimmt.

Trauf: Ein Wald- bzw. Forstrandbereich in Form eines Bewuchses mit tief liegendem Astwerk. Dieser Saumbereich dient dazu, den Baumbestand vor Sturmschäden und Austrocknung zu schützen. Andere Bezeichnungen sind »Wald-« und »Windmantel«.

Traufbohle: Die unterste, der → Traufe am nächsten liegende → Dachlatte, auf welche die erste Reihe von Dachziegeln aufgelegt wird (bei anderen Dachlatten werden sie eingehängt). Die Oberseite der Traufbohle ist der Dachneigung angepasst; die Latte besitzt einen größeren Querschnitt als die übrigen Dachlatten.

Traufe: Die an der Breitseite eines geneigten Daches verlaufende Tropfkante, die in niederschlagsreichen Regionen zumeist mit einer Dachrinne versehen ist.

Traufgesims: Ein → Gesims mit Traufleiste oder – dem Mehrheitsverständnis entsprechend – ein der → Traufe folgendes Gesims.

Traufsima: Ein Wasser ableitender Dachrand griechischer und römischer Bauwerke. Siehe auch → Sima.

Traufständig: Die Situation, dass der Trauf (und damit der → First) eines Gebäude oder Bauwerkes parallel zur (Hauptstraße) Straße oder eine Platzachse verläuft.

Traufständigkeit: Siehe → traufständig.

Traverse (Festungsbau): Ein quer zur Mauerlinie geführter Wall oder Bau auf einem Wall, der vor feindlichem Seitenfeuer schützt.

Travertin: Ein poröser, als Quellkalk ausgefällter, vergleichsweise poröser Kalkstein, der trotz mäßiger Festigkeit verbreitet als Baustoff eingesetzt wurde und wird.