Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu T – Tau

Tabaktrafik: Ein österreichischer Begriff, der alltagssprachlich nahezu durchgängig zu »Trafik« verkürzt wird. Es handelt sich um eine konzessionierte Vertriebsstelle für Tabakwaren, die zumeist auch als Lotto- / Tottostelle fungiert und regelhaft Zeitungen, Zeitschriften, Magazine und Fahrkarten des → ÖPNV verkauft. Die Besonderheit liegt darin, dass Trafiken als einzige Ladengeschäfte berechtigt sind, Tabakwaren zu Originalpreisen abzugeben.

Täber: Eine andere, vor allem in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für einen → Tabor, eine → Wehrkirche.

Tabor: Zunächst eine Bezeichnung für eine hussitische Wagenburg, in späterer Zeit eine im österreichischen Sprachgebrauch gängige Bezeichnung für eine → Wehrkirche.

Tadelakt: Hochgradig verdichteter, wasserabweisender Kalkputz mit Glanzeffekt, der in antiker Zeit in Marokko entwickelt wurde und – zum hochwertigen Glanzputz fortentwickelt – u. a. in Palästen und Badehäusern Verwendung fand.

Tafelgut: Ländereien, aus denen Landesfürsten unmittelbar, d. h. ohne Einflussnahmemöglichkeit der Landstände Erträge ziehen konnten. Andere Bezeichnungen waren »Kameralgut», »Kammergut« und – ab dem 19. Jahrhundert – »Staatsdomäne«.

Tafelstube (historisch): Beheizbarer Raum, der seit dem 15. Jahrhundert in deutschen Schlössern eingerichtet wurde. Er diente der fürstlichen Familie – im Gegensatz zur → Hofstube – als privates Esszimmer.

Täfelung: Andere Bezeichnung für »Getäfel« bzw. »Vertäfelung«. Es handelt sich um einen Zusammenhang tafelartiger Elemente, die zumeist als Füllungen eines Rahmenwerks eine Wand oder eine Decke verkleiden. Getäfel dient zuvorderst zierenden Zwecken, kann u. a. jedoch auch zur Verbesserung akustischer Raumeigenschaften herangezogen werden.

Taffel-Stube: Alte Schreibweise der → Tafelstube.

Tagbau: Österreichische Entsprechung von → »Tagebau«.

Tagebau (Methode): Ein Abbauverfahren, bei dem Bodenschätze an der Oberfläche bzw. oberflächennah, ohne Anlage von Schächten und Stollen abgebaut werden. Frühe Formen des Tagebaus dienten der Ton-, Sand-, Kies- und Naturwerksteingewinnung.

Tagebau (örtlich): Ort, an dem Bodenschätze unmittelbar an der Oberfläche bzw. oberflächennah, ohne Anlage von Schächten und Stollen abgebaut werden.

Tagebuch (Grundbuchwesen, Schweiz): Ein Teil des Grundbuchs, in dem Grundbuchmeldungen in zeitlicher Reihenfolge bzw. nach ihrem Eingangsdatum eingetragen werden. Protokolliert werden Anmeldungen zu Eintragungen, Änderungen, Löschungen von Grundbucheinträgen, zu Aufnahmen eines Grundstücks in das Grundbuch, zu Entlassungen aus dem Grundbuch, zu Änderungen von Grundstücksgrenzen und zur Eintragung von Gläubigern.

Tagesbruch (Bergbau): Eine Vertiefung an der Erdoberfläche, die infolge des Einsturzes eines Grubenbaus sichtbar entstand bzw. entsteht.

Tageslichtarchitektur: Ein baulicher Ansatz, der Tageslichtausnutzung als wesentlichen funktionalen Faktor betrachtet und Gebäude bzw. Bauwerke auf eine maximale Ausbeute bzw. Lichtqualität hin optimiert. Besondere Bedeutung besaß die Tageslichtausnutzung zu Zeiten, als es keine leistungsfähigen künstlichen Lichtquellen gab. Tageslichtarchitekturen unterscheiden sich je nach geographischer Breite bzw. vorherrschenden Lichtverhältnissen. In höheren Breiten bzw. in Gebieten mit überwiegend bedecktem Himmel und diffusem Licht entstanden vielfach Gebäude mit hoch in die Fassade eingelassenen, großen Fenstern. Für Gebäude in niederen Breiten bzw. in strahlungsreichen Gebieten sind hingegen niedrig eingelassene, kleine Fensteröffnungen kennzeichnend, um eine direkte Einstrahlung weitgehend zu vermeiden.

Tageslichtergänzungsbeleuchtung: Eine künstliche Beleuchtung dunklerer Bereiche von Räumen, die nur teilweise ausreichend von Tageslicht erhellt sind. Durch einen verminderten Leuchtdichtekontrast zwischen ausreichend natürlich belichteten und dunkleren Zonen werden u. a. Blendeffekte vermieden.

Tageslichtquotient (Lichtplanung): Die Relation der von Tageslicht auf der → Nutzebene eines Raumes erzeugten Beleuchtungsstärke zur Lichtstärke im Außenbereich.

Tagesöffnung (Bergbau): Eine andere Bezeichnung für das »(Stollen)Mundloch«. Ein an der Erd- bzw. Tagesoberfläche – zumeist in einem Hang oder einer Bergflanke – gelegener Stolleneingang.

Tagungshotel: Eine funktionsorientierte bzw. zielgruppenbezogene Bezeichnung für ein → Hotel, das seine Kompetenz als Veranstaltungsort von Kongressen bzw. kopfzahlstarken Veranstaltungen mit gewerblichem Hintergrund betont und entsprechend große, oft teilbare Räumlichkeiten mit benötigter technischer Infrastruktur vorhält.

Tagungsraum: Ein mehr oder minder großes Zimmer, das für die Abhaltung längerer Sitzungen bzw. für den Informationsaustausch innerhalb einer größeren Runde bestimmt ist.

Tagungssaal: Ein großer Gebäuderaum, der zum Abhalten geschäftlicher bzw. nicht im privaten Bereich angesiedelter Zusammenkünfte mit Schwerpunkt im Besprechungs- und Redebetrieb dient und technisch entsprechend ausgerüstet ist.

Tagungszentrum: Ein baulicher, regelhaft gewinnorientiert betriebener Komplex (oder Gebäudetrakt), der darauf ausgelegt ist, besucherstarken Veranstaltungen mit gewerblichem bzw. nicht im privaten Bereich angesiedeltem Hintergrund einen Rahmen zu bieten. Derartige Einrichtungen besitzen zahlreiche Räume und / oder Säle unterschiedlicher bzw. anpassungsfähiger Größe; sie sind mit funktionsgerechten Medieninfrastrukturen ausgestattet. Vielfach sind → Hotels, Bars und Restaurants angegliedert oder unmittelbar integriert. Andere Bezeichnungen sind »Kongresszentrum« und »Konferenzzentrum«.

Tagwerk (Freskomalerei): Die deutsche Entsprechung von → »Giornat«.

Takenfeuerung: Siehe → Takenheizung.

Takenheizung: Eine Ofenbauweise, die im Gefolge der sich entwickelnden Gusseisenherstellung im ausklingenden 15. Jahrhundert aufkam. Sie ging aus Platten hervor, die Kaminrückwände vor der Hitze des offenen Feuers schützten und zugleich die Wärmeabstrahlung in den Raum hinein verstärkten. Diese Platten wurden zur Grundlage einer raumübergreifenden Heizung, indem sie zu einem unmittelbaren Übergang zwischen dem Standraum des Ofens und einem benachbarten Zimmer gemacht wurden. Motto: Feuere hier, heize hier und dort. Verbreitet war die Takenheizung insbesondere in Frankreich, den heutigen Beneluxländern und grenznahen deutschen Territorien (Eifel, Hunsrück, Münsterland, Saargebiet).

Takenplatte (historisch): Eine zunächst in bäuerlichen Häusern verwendete gusseiserne Platte, die dazu diente, die Wärme des Herdfeuers in die Stube zu übertragen. Diese Platten wurden in eine Aussparung der zwischen Küche und Stube befindlichen Feuerwand eingemauert.

Taktschiebeverfahren (Brückenbau): Eine Bauweise, die auf einer Herstellung von Brücken- bzw. Überbauteilen am Ort beruht. Diese werden nach und nach – gleichsam getaktet – in einer hinter dem Widerlager befindlichen Schalung betoniert und durch Kabel miteinander verspannt. Sodann wird das erhärtete Brückenteil leicht angehoben und die gesamte Reihe fertiggestellter Teile entlang der Längsachse vorangeschoben.

Tala: Ein → Geschoss bzw. → Stockwerk hinduistischer Tempelbauwerke.

Talbrücke: Ein über ein Tal oder eine Talung hinweggespannte Wegeverbindung bzw. Brücke.

Talburg: Eine Form der →. Talburgen gestatteten es, natürliche Zugschneisen von Feinden zu sperren und Handelswege zu kontrollieren. Ein wesentlicher Grund ihres Baus dürfte Bequemlichkeit gewesen sein: Wasser floss zumeist vor den Toren, was Tiefbrunnen überflüssig machte. Zudem erübrigten sich anstrengende Wege, die Versorgung fiel leicht.

Talsohle: Der Talgrund.

Tambour (Architektur): Ein unter einer Kuppelwölbung bzw. zwischen → Pendentif und Kuppel befindlicher, befensterter Gebäudeteil, der gewöhnlich trommelförmig ausgeführte ist (daher auch die aus dem Französischen übernommene Bezeichnung).

Tambour (Wehrbau): Ein mit zinnenbewehrten oder mit Schießscharten versehenen Mauern ausgestattetes Defensivwerk zur Deckung von Brücken und Toren.

Tan Brown: Handelsbezeichnung für einen grobkörnigen indischen Granit schwarzbrauner Färbung. Verwendet wird das Gestein u. a. zur Herstellung von Boden-, Terrassen- und Treppenbelägen.

Tangentialfahrbahn (Autobahn): Siehe → Tangentialrampe.

Tangentialrampe (Autobahn): Eine andere Bezeichnung der direkten Verbindungsrampe. Diese ist eine Straße, die bei niveaufreien Kreuzungen bzw. Autobahnkreuzungen den Wechsel von der einen zur anderen Autobahn ermöglicht. Die Tangentialrampe kennzeichnet, dass sie weder über eine andere Fahrbahn führt noch unter einer anderen hindurchführt.

Tan Yellow: Einer von zahlreichen Handelsnamen des Padang Gelb. Der mittelkörnige, gelbliche Granit, der teils ins Rosa tendiert, wird in China abgebaut. Das Gestein wird als Naturwerkstein vor allem im Garten- und Landschaftsbau (Gehwegplatten usw.).

Tante-Emma-Laden: Umgangssprachliche Bezeichnung für einen kleinflächigen Grundversorger bzw. ein Lebensmittelgeschäft, dessen Kundschaft fast ausschließlich aus einem fußläufigen Einzugsbereich stammt. Die offizielle Bezeichnung ist »Nachbarschaftsladen«.

Tapis vert: Einer von vielen französischen Ausdrücken, die in die Fachsprache deutscher Garten- und Landschaftsarchitekten eingingen; dieser steht für ein schlichtes, nicht von Hecken oder Rabatten eingefasstes Rasenparterre.

Taschenkunst (historisch, Bergbau): Ein mittelalterliches Wasserhebewerk, das zur Entwässerung von Grubenbauen bzw. Bergwerken eingesetzt wurde. Wesentliche Bestandteile waren ein vertikal montiertes Rad, eine senkrechte Holzröhre, eine Endloskette und an dieser befestigte, regelhaft aus Leder gefertigte Wasseraufnahmebehälter. Eine andere Bezeichnung ist »Heinzenkunst«.

Tass: Ein beiderseits des Scheune(n)flurs angelegter Lager- bzw. Stapelbereich in quer geteilten Scheunen.

Tauband (Architektur): Eine Verzierung in Form eines verdrehten, gewundenen Taus, die sich als Schnitzwerk vor allem bei Fachwerkgebäuden des 16. und 17. Jahrhunderts im Bereich der Ständer an Stockwerkschwellen findet.

Taubenhaus: Ein mehr oder minder großes Gebäude bzw. ein Gebäudeteil, in dem Tauben gehalten und / oder gezüchtet werden. Bei frühen Taubenhäusern handelte es sich vielfach um feste, turmartige Bauten bzw. große, freistehende Gebäude. Was heute nach Hobby klingt, besaß wirtschaftliche Bedeutung, insofern Taubenhäuser mehrheitlich der Dünger- und Fleischproduktion (und dem militärischen Nachrichtenwesen) dienten.

Taubenschlag: → Taubenhaus.

Tauchrüttler: Ein Baugerät, das in frischen Beton bzw. den Schalungsraum gesenkt wird, um ihn mittels erzeugter Vibrationen zu verdichten. Andere Bezeichnungen sind »Flaschenrüttler« und »Innenrüttler«.

Taufbecken: In heute gebräuchlicher Ausprägung ein oft in oder auf einem kunstvoll verzierten Sockel sitzende Hohlform. Sie dient primär dazu, (überwiegend) Säuglinge, die nicht für sich entscheiden können, rituell in die irrationalen Vorstellungen anhängende Christengemeinschaft aufzunehmen. In frühen Zeiten wurden vielfach großflächige Basins als Taufbecken verwendet.

Taufkapelle: Ein kleines → Kirchengebäude oder ein Bereich innerhalb von Kirchenbauwerken, dessen Funktion sich im Wesentlichen auf die Durchführung von Taufen beschränkt. Vertiefend siehe → Taufkirche.

Taufkirche: Ein eigenständiges → Kirchengebäude, das im Wesentlichen für Taufzwecke genutzt wurde. Die Errichtung dieser Gebäude beruhte einerseits auf christlicher Prüderie (da vielfach erwachsene Täuflinge die Zeremonie ursprünglich nackt begingen), anderseits entstanden sie, da es Ungetauften untersagt war, Kirchengebäude zu betreten.

Taustab: → Tauband (Architektur).

Taustrick: → Tauband (Architektur).