Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Stuhl - Sty

Stuhl (Dachkonstruktion): Die Kurzbezeichnung für einen → Dachstuhl, also die Tragkonstruktion eines → Daches. Der Begriff leitet sich von »Gestell« ab. Nach einem engen Verständnis trägt der Dachstuhl (bei Holzdächern) die Dachsparren, nicht aber die Dachhaut. Gemäß einem erweiterten Verständnis steht der Begriff für die gesamte (hölzerne) Dachkonstruktion.

Stuhl, liegender (Dachkonstruktion): Ein → Dachstuhl, dessen Stuhlsäulen ausgehend von den Außenwandbereichen schräg zur Dachmitte bzw. dem → First hin aufsteigen.

Stuhl, stehender (Dachkonstruktion): Ein → Dachstuhl mit senkrechten Stuhlsäulen. Es gibt drei Varianten: 1. Einfach stehender Stuhl: Dieser Typ weist nur eine Reihe, zumeist unter dem First errichteter Stuhlsäulen auf. 2. Doppelt stehender Stuhl: Eine Konstruktion mit zwei Reihen symmetrisch angeordneter Stuhlsäulen. 3. Mehrfach stehender Stuhl: Eine Konstruktion, die Typen 1 und 2 verbindet oder mehr als drei Reihen von Stuhlsäulen aufweist.

Stuhlpfosten: → Stuhlsäule (Dachkonstruktion).

Stuhlsäule (Dachkonstruktion): Eine Stütze, die (gewöhnlich im Verbund mit anderen) eine → Pfette trägt.

Stuhlwand (Dachkonstruktion): Ein in Firstrichtung verlaufender konstruktiver Verband von Stuhlpfosten, Stuhlschwellen, Streben und Rähmen.

Stukkateur: Die österreichische Schreibweise von »Stuckateur«. Früher eine Berufszeichnung, die sich auf die Herstellung von und die Arbeit mit Stuck bezog. Heute ist das Aufgabenfeld des (nicht nur in Deutschland) offiziellen Ausbildungsberufes weiter gefasst. Zu den Tätigkeitsfeldern zählen u. a. das Verputzen von Wänden, die Herstellung und Montage von abgehängten Decken und Leichtbauwänden und die Wärmedämmung.

Stulp (Fensterbau): Eine lotrechte, am → Stulpflügel eines aus zwei Flügeln bestehenden Fensters befindliche Profilleiste.

Stulpflügel (Fensterbau): Einer von zwei Flügeln eines Fensters ohne stehenden Mittelposten, der eine lotrechte Profilleiste aufweist, die in geschlossenem Zustand als Anschlag des zweiten Flügels dient.

Stulpkante (Schließtechnik): Die vordere Kante eines Schlosses.

Stumpengleis: Eine im Schweizerdeutsch gebräuchliche Bezeichnung für ein → Stumpf- bzw. → Stutzgleis.

Stumpfanschlag (Fenster, Tür): Im Grunde ein fehlender Anschlag, das heißt ein Fenster bzw. eine Tür wird in eine durchgehend glattwandige Maueröffnung (ohne Aussparung) eingebaut. Der Vorteil gegenüber → Innen- und → Außenanschlag liegt darin, dass Fenster und Türen in einer beliebigen Tiefe eingesetzt werden können.

Stumpfgleis: Die Entsprechung der → Sackgasse oder → Stichstraße im schienengebundenen Verkehr. Mit anderen Worten: Ein Schienenstrang mit »totem», ohne Verknüpfung mit anderen Gleisen auslaufendem Ende. Bei → Kopfbahnhöfen sind alle Gleise Stumpfgleise.

Stundenhotel: Ein Haus, das Zimmer auf Stundenbasis vermietet. Derartige Häuser werden in vielen Ländern von Liebespaaren aufgesucht, in der westlichen Welt jedoch zuvorderst von Prostituierten mit ihren Freiern.

Stupa (der / die): Ursprünglich ein Hügelgrab indischer Könige. Mit der Verbreitung des Buddhismus mutierten Stupas zu Aufbewahrungsorten von Reliquien. Typische Elemente und Symbole eines Stupa sind seine quadratische Basis, ein halbkugeliges Kuppelgewölbe, die Reliquienkammer und eine oft juwelenverzierte Spitze.

Stupika (Tempelbau): Eine gewöhnlich verzierte, haubenähnliche Bekrönung von Türmen südindischer Hindu-Tempel.

Sturmbock: Siehe → Rammbock (historisch).

Sturmfreiheit (Festungsbau): Die Höhe einer Mauerkrone bzw. einer Bastions- oder Wallkante über dem Fundament bzw. dem vorgelagerten Gelände. Als sturmfrei galten Wehranlagen, deren Höhe die Länge von Sturmleitern übertraf.

Sturmleiter (historisch): Eine Leiter, die zwecks Einnahme eines Mauerabschnittes einer Befestigung eingesetzt wurde.

Sturmpfahl (Burgenbau): Entgegen der naheliegenden Vermutung ein defensives Element. Es handelte sich um einen aus der Außenseite einer Wehrmauer ragenden, aus Holz, seltener aus Metall gefertigten, regelhaft zugespitzten Pfahl. Als einer von vielen unter dem Zinnenkranz in Reihe geschalteten Pfählen verwehrte dieses zumeist in aufsteigendem Winkel verankerte Element mittels Sturmleitern antretenden Feinden einen unmittelbaren Angriff auf die Mauerkrone.

Sturmschutzkeller: Ein vollständig oder überwiegend unterirdischer Gebäudeteil oder ein separat angelegter unterirdischer Raum, der eigens zum Schutz von Personen, Heimtieren und Gütern vor Sturmeinwirkungen errichtet oder nachträglich auf diesen Zweck hin ausgelegt wurde. Bekannte Beispiele liefern die vielfach mit Zugangsklappen versehenen Tornadokeller in den südöstlichen USA.

Sturmzeug (historisch): En Oberbegriff für Gerätschaften, die zur Erstürmung von Befestigungen eingesetzt wurden. Beispiele bieten Belagerungstürme und Sturmleitern.

Sturz (Bauelement): Ein → Träger bzw. Balken, der eine Maueröffnung überspannt bzw. beiderseitig auflagernd nach oben abschließt.

Sturzbohle (Deckenkonstruktion): Eine die Stirnwand einer → Bohlenstube oben abschließende Bohle, die als Deckenauflager dient. Die Auflagerseite ist regelhaft gezahnt.

Sturzriegel: Ein Maueröffnungen bzw. Fenster und Türen oben abschließender Balken im → Fachwerkbau.

Sturzstein: Ein länglich geformter Stein, der eine Maueröffnung überspannt bzw. beiderseitig auflagernd nach oben abschließt.

Stutzbasilika: Eine seltene Bezeichnung für die Pseudobasilika. Es handelt sich um einen vor allem während der Spätgotik verbreiteten Kirchenbautyp, der eine Mischform von → Basilika und → Hallenkirche darstellt. Gemesse an basilikalen Maßstäben erhebt sich das Mittelschiff gewöhnlich weniger hoch über die Seitenschiffe, die überstehenden Mauerpartien sind nicht befenstert, d. h. es besteht kein → Obergaden.

Stütze (Bauteil): Ein (annähernd) senkrechtes, lastabtragendes Bauteil, dessen Länge ein Mehrfaches seines Durchmessers beträgt. Typische Stützen sind tragende Pfeiler und Säulen.

Stützenraster: Ein gebäudespezifisch modifizierbares Ordnungssystem, nach dem Stützen (vertikale Tragelemente) im Gebäudeinneren angeordnet werden. Der Begriff bezieht sich auf das Anordnungsmuster (quadratisch, rechteckig usw.) und die → Achsmaße.

Stützenwechsel (Architektur): Eine sich wiederholende Abfolge von starken und dünnen Säulen bzw. Pfeilern oder von Säulen und Pfeilern. Entsprechende Anordnungen waren typisch für romanische Basiliken.

Stützenwechsel, niedersächsischer (Architektur): Eine sich wiederholende Abfolge von je zwei Säulen und einem Pfeiler.

Stützenwechsel, rheinischer (Architektur): Eine sich starr wiederholende Folge von Säule auf Pfeiler.

Stützenwechsel, sächsischer (Architektur): Eine sich wiederholende Abfolge von je zwei Säulen und einem Pfeiler.

Stutzgleis: Eine andere Bezeichnung für ein Stumpfgleis. Es handelt sich um ein Gleis, das in einem → Prellbock ausläuft oder anderweitig abgeschlossen wird, also nur aus einer Richtung befahrbar bzw. mit einem übergeordneten Gleissystem verbunden ist. Bei → Kopfbahnhöfen sind alle Gleise Stutzgleise.

Stützkörper (Wasserbau): Der aus Erde, Kies, Sand, Schotter oder gröberem Felsgestein hergestellte Kern eines → Damms, → Staudamms oder → Deiches.

Stutzkuppel: Eine zur Überbauung quadratischer bzw. rechteckiger Räume herangezogene Gewölbeform, die als Ausschnitt eines Halbkugelgewölbes bzw. als abgeflachter Ausschnitt der Schale einer Hängekuppel aufgefasst werden kann. Gemessen an der Hängekuppel weist die Stutzkuppel eine mindere Höhe auf, wodurch die Stirnbögen nicht halbkreisförmig ausgeprägt, sondern als Bogensegmente ausgeformt sind. Infolge der flachen Wölbung erzeugt die Stutzkuppel Druck auf ihre begrenzenden Ränder, wodurch vergleichsweise starke Mauern notwendig sind. Die Stutzkuppel ist auch unter den Bezeichnungen »Böhmische Kappe« und »Platzel-« bzw. »Platzlgewölbe« bekannt.

Stützmauer: Streng genommen ein aus einzelnen Steinen gefügter, als → Mauer zu definierender Verbund, der zur Sicherung von Geländeeinschnitten (Böschungen usw.) oder Geländeabtreppungen (Ackerbauterrassen usw.) bzw. zum Abfangen von Erddruck dient. Praktisch wird der Begriff vielfach gleichbedeutend mit »Stützwand« verwendet.

Stützwand: Ein als → Wand zu definierendes Bauwerk, das zur Sicherung von Geländeeinschnitten (Böschungen usw.) oder Geländeabtreppungen (Ackerbauterrassen usw.) bzw. zum Abfangen von Erddruck dient.

Style Rayonnant (Architektur): Die vorherrschende baulich-gestalterische Line der französischen Hochgotik, die zwischen 1240 und 1350 in Mode war. Sie entwickelte sich weg von Ansätzen, die Größe und nüchterne Raumkonzepte in den Vordergrund rückten; sie verschrieb sich einer Betonung zweidimensionaler Elemente und einer Multiplikation verschiedener Zierelemente in verschiedenen Maßstäben. Kennzeichnend waren ein reiches → Maßwerk und ausnehmend große Fensterflächen. Der Stil ging in den spätgotischen → Flamboyant-Stil über.

Stylobat (Architektur): Die oberste Stufe des getreppten Unterbaus (= Krepis bzw. Krepidoma) antiker griechischer Tempel.

Stylobates (Architektur): Siehe → Stylobat.