Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Strau - Stro

Straußenfarm: Ein landwirtschaftlicher Betrieb, der auf die gewerbsmäßige Aufzucht und Haltung von Straußen zum Zeck der Fleischgewinnung spezialisiert ist.

Straußenwirtschaft: Siehe → Straußwirtschaft.

Straußwirtschaft: Eine von Winzern in eigenen Räumen betriebene, nur jahreszeitlich geöffnete Gastwirtschaft, in der Weine aus Eigenproduktion sowie eine begrenzte Auswahl regelhaft kalter Gerichte angeboten werden. Der Betrieb zählt nicht zu den Gewerben. Andere Begriffe sind »Besen-», »Hecken-« oder »Häckerwirtschaft«.

Strebe: Bei technischen Fachwerken ein schräg eingezogener → Balken, der zur Ableitung von Druck- und Schubkräften bzw. zur Aussteifung dient.

Strebe, fliegende (Architektur, Bauwesen): Eine alte Bezeichnung für den gotischen → Strebebogen.

Strebeapparat (Gotik): Eine selten verwendete Bezeichnung für das → Strebewerk.

Strebebogen (Gotik): Ein konstruktives und zugleich schmückendes Element gotischer (und neugotischer) → Sakralarchitektur, das zusammen mit → Strebepfeilern das → Strebewerk bildet. Die Bögen überspannen die → Seitenschiffe großer, hoch aufragender → Kirchenbauwerke; im Verbund mit → Strebepfeilern sorgen sie für eine Lastableitung (siehe Bild rechts).

Strebemauer (Gotik): Ein vergleichsweise breit ausgeführter, abgeschrägter, nicht gestufter → Strebepfeiler.Strebewerk des Linzer Doms

Strebepfeiler (Gotik): Ein zumindest in unteren Bereichen in die Außenwand gotischer (und neugotischer) Kathedralen bzw. ihrer → Seitenschiffe einbezogener → Pfeiler. Im Verbund mit → Strebebögen sorgen diese Pfeiler für eine Ableitung des Gewölbedrucks von Mittelschiff und Hochchor und sichern das Bauwerk gegen winderzeugte Lasten. Zu den Strebepfeilern werden auch oben rückversetzte bzw. abgekaffte Vertreter gezählt (siehe Bild rechts).

Strebewerk: Ein Außenverbund von → Strebepfeilern und → die Seitenschiffe von Kirchenbauwerken überspannenden Strebebögen, der kennzeichnend für gotische (und neugotische) → Sakralbauwerke ist. Wenngleich Strebewerke durchaus als architektonisches Stilmittel aufzufassen sind, beruhte ihre Entwicklung zuvorderst auf dem Wunsch gotischer Baumeister, hohe, lichte, reich befensterte Kirchenbauwerke zu schaffen. Mit statischen Ansätzen der → Romanik war dies nicht möglich. Erst das Strebewerk gestattete es, den Gewölbeschub aus basilikalen Mittelschiffen und dem Hochchor abzuleiten und hohe Kirchengebäude gegen den Einfluss von Windlasten zu sichern. Das rechts eingefügte Bild zeigt eine Fassadenpartie mit Strebewerk. Bei dem Kirchenbauwerk handelt es sich um den im neugotischen Stil erbauten Dom in Linz, Oberösterreich (Aufnahme: Elmar Pfeiffer, Mai 2012).

Strecke (Bergbau): Ein waagrecht (= söhlig) oder schwach geneigt verlaufender, stollenähnlicher Beförderungsweg für Gerätschaften, Personen und Abbaumaterial. Strecken werden – anders als Stollen – mittelbar, das heißt über Schächte usw. erschlossen.

Streckenbeeinflussungsanlage (Verkehrswesen): Eine Installation zur Glättung und Stabilisierung des Verkehrsgeschehens auf einer knotenfreien → Straße bzw. Strecke. Zu den Streckenbeeinflussungsanlagen zählen u. a. → Wechselverkehrszeichen.

Streckenweiche (Bergbau): Auch als »Abzweig« und »Brückenfeld« bezeichnet. Angesprochen ist ein räumlicher Bereich, an dem eine Strecke von einer anderen abgeht bzw. zwei Strecken auseinanderlaufen.

Streichbalken: Ein auf Krag- der Konsolsteinen lagernder, entlang einer Mauer verlaufender → Balken.

Streulage: Eine nicht-zentrale → Lage abseits der Funktionskerne, die ein nur ansatzweiser bzw. schütterer Durchsatz mit gewerblichen Einrichtungen kennzeichnet. Bezogen auf den Einzelhandel sind Streulagen vielfach von Schließungen ansässiger Handelsgeschäfte, nachrückenden Not- und Ersatznutzungen und zunehmenden Leerständen gekennzeichnet.

Strickbau: Eine andere Bezeichnung der Blockbauweise. Der Begriff steht für ein Verfahren, bei dem geschälte, behauene oder zugesägte Baumstämme aufeinandergeschichtet werden. Als Basis der Wände dient ein Fundament aus Stampflehm oder Stein oder ein Holzrahmen. An den Eckpunkten werden die verbauten Stämme bzw. Balken verkämmt oder verblattet. Die Bauweise lässt sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen. Moderne Blockbauten werden vielfach aus Hölzern errichtet, die auf Standardmaße zugeschnitten und gespundet oder mit Nut und Feder versehen sind.

Strickbauweise: Siehe → Strickbau.

Strip City: Eine entlang bedeutender Verkehrsachsen bestehende Abfolge miteinander verketteter, nahezu lückenlos entwickelter Siedlungsbereiche, die sich als Band gering verdichteter Büro-, Industrie-, Einzelhandels- und Wohngebiete darstellt. Schräg ausgedrückt stellen Strip Cities → Suburbs bedeutender Verkehrsadern dar. Sie erstrecken sich teils über Hunderte Kilometer. Beispiele finden sich zwischen Atlanta (GA) und Raleigh (NC) oder zwischen Washington DC und Norfolk (VA) (vertiefend siehe US-Städte: Stand und Entwicklung).

Strohballenbauweise: Eine Bautechnik, bei der Strohballen zum Wandaufbau herangezogen werden. Zu unterscheiden sind die tragende und die nichttragende Variante. Bei der erstgenannten Form tragen die Wände das Dach. Die zweite Form ist an sich keine »echte« Strohballenbauweise, insofern lediglich die von einem Ständerwerk gebildeten → Gefache mit Strohballen geschlossen werden.

Strohboden: Eine geläufige Bezeichnung für den → Dachboden einer → Scheune.

Strohdach: Ein → Dach, dessen Eindeckung aus Stroh hergestellt ist bzw. wird. Als Ausgangsmaterial wurde weit überwiegend Roggenstroh, bisweilen auch Weizenstroh verwendet.

Strohdachdecker: → Strohdecker.

Strohdachdeckung (gegenständlich): Eine aus Stroh bzw. Strohbündeln hergestellte Dacheindeckung.

Strohdachdeckung (prozessual): Die Herstellung einer aus Stroh- bzw. Strohbündeln bestehenden Dacheindeckung.

Strohdecker (Dachkonstruktion): Ein auf Dachdeckungen mit Stroh spezialisierter Handwerker. Angesichts erhöhter Brandgefahr werden Strohdächer in Europa heute kaum noch verwirklicht, sodass der traditionsreiche Berufszweig zunehmend erlischt.

Strosse (Tunnelbau): Die unteren zwei Drittel des Tunnelquerschnitts.

Strukturachse (Städtebau): Eine räumliche Leitlinie, die zuvorderst der funktionalen Gliederung einer Stadt oder eines Siedlungsbereiches dient.

Strukturbeton: Ein → Sichtbeton mit gestalteter bzw. bewusst strukturierter Oberfläche. Die Strukturierung kann durch in die Schalung eingebrachte Matrizen oder durch manuelle / maschinelle Bearbeitung der frischen Betonoberflächen erzeugt werden. Strukturbeton wird auch als »Texturbeton« bezeichnet.

Struktureller Leerstand (gebietsbezogen): Flächenbestände, die infolge einer absolut betrachtet negativen Entwicklung innerhalb eines Marktgebietes oder bedingt durch eine (relative) Positionsverschlechterung innerhalb einer räumlichen Hierarchie als nicht mehr marktgängig bzw. vermietbar einzustufen sind. Korrekterweise sollte von »strukturbedingtem Leerstand« gesprochen werden.

Struktureller Leerstand (objektbezogen): Hierbei handelt es sich um ungenutzte Flächen in Gebäuden, die aufgrund funktionaler und / oder baulicher Überalterung als nicht mehr marktgängig bzw. vermietbar einzustufen sind. Entsprechende Standortgüte vorausgesetzt, können derartige Bestände durch Sanierung oder Restrukturierung in einen vermietungsfähigen Zustand versetzt werden.

Strukturlack: Eine zur Gruppe der UV-Lacke zählende, filmbildende Beschichtung, die bei ihrer Aushärtung ein sicht- und fühlbares Oberflächengefüge ausbildet. Ein Strukturbeispiel bietet das Hammerschlagmuster.

Strukturmatrize (Beton): Eine texturierte Schalungseinlage aus elastischem Material, die zur Oberflächenstrukturierung von Sichtbeton (Wände, Bauteile usw.) eingesetzt wird.

Strukturputz: Ein Oberbegriff für Putzmörtel, denen nach ihrer Aufbringung durch Einsatz spezieller Werkzeuge und Techniken ein sicht- und fühlbares Muster bzw. eine strukturierte Oberfläche verliehen wird.

Stube: Ursprünglich der wichtigste und regelhaft der einzige beheizbare Raum einer Wohnung oder eines Wohnhauses. Es kann sich um ein Wohnzimmer oder eine Wohnküche handeln.

Stube (militärisch): Der in einem Kasernengebäude eingerichtete Wohn- und Schlafraum von Soldaten.

Stubenerker: Ein vor allem während der späten Gotik und der Renaissance bei Stadthäusern verbreiteter, mit Fenstern versehener Fassadenvorbau in oberen Stockwerken, der einer Vergrößerung der Fläche des wichtigsten Wohn- und Aufenthaltsraumes und zugleich einer verbesserten natürlichen Belichtung diente. Vielfach erfüllten Stubenerker zugleich ästhetisch-gestalterische Funktionen.

Stuccofinto: Ein italienisches Wort, das sich mit »Scheinstuck« oder »vorgetäuschter Stuck« übersetzen lässt. Es handelt sich um eine gemalte, das plastische bzw. dreidimensionale Erscheinungsbild von → Stuck nachahmende Ornamentierung.

Stuccolustro: Siehe → Stucco lustro.

Stucco lustro: Eine italienische Bezeichnung, die sich mit »polierter Glanzstuck« übersetzen lässt. Es handelt sich um eine gemalte bzw. durch Einarbeitung von Pigmenten hergestellte Marmorierung. Grundlage sind aufeinanderfolgende, nach oben hin feiner werdende Kalkputzschichten. Die Oberflächenschicht wird in noch nicht abgebundenem Zustand mit einer erhitzten Glättkelle bearbeitet, anschließend gewachst und poliert.

Stuck: Abgeleitet vom italienischen »stucco«. Der Begriff bezeichnet Strukturen aus plastisch bzw. dreidimensional ausgeformten Mörteln. Eingesetzt wird Stuck vor allem zur Verzierung von Wänden und Decken.

Stuck, vorgetäuschter: Eine (mögliche) Übersetzung des italienischen Wortes »stuccofinto», das auch mit »Scheinstuck« treffend ins Deutsche übertragen ist. Es handelt sich um eine gemalte, das plastische bzw. dreidimensionale Erscheinungsbild von → Stuck nachahmende Ornamentierung.

Stuckateur: Ursprünglich eine Berufszeichnung, die sich auf die Herstellung von und die Arbeit mit Stuck bezog. Heute ist das Aufgabenfeld des (nicht nur in Deutschland) offiziellen Ausbildungsberufes weiter gefasst. Zu den Tätigkeitsfeldern zählen u. a. das Verputzen von Wänden, die Herstellung und Montage von abgehängten Decken und Leichtbauwänden und die Wärmedämmung.

Stuckmarmor: Ein gipsbasiertes Marmorimitat, das seine Blüte als Baustoff während der Renaissance erlebte. Hergestellt wird Stuckmarmor auf Grundlage einer Stoffmischung, die u. a. Alabastergips, Knochenleim, Sumpfkalk und Wachs enthält.

Stuckmarmorintarsie: Eine in → Scagliola (Technik) hergestellte Einlage bzw. Einlegearbeit.

Stuckmörtel: Eine zur Herstellung von → Stuck verwendete Mischung aus Bindemittel(n) – etwa Gips, Hydraulik-, Sumpf- oder Weißkalk –, Zuschlagstoffen (überwiegend feinkörniger Sand) und Wasser.

Stückscharte (Festungsbau): Eine mit breiter Nische auf ihrer Innenseite versehene → Schießscharte, die für den Kanoneneinsatz vorgesehen war. Hinweis: Im 16. Jahrhundert wurde eine Kanone bzw. eine nicht zum Handgebrauch bestimmte Feuerwaffe als »Stück« bezeichnet.

Studio (Hotellerie): Gästezimmer bzw. Unterkünfte, die mit einer Kochnische ausgestattet sind.

Stufe (Trittfläche): Eine einzelne, der vertikalen Raumüberwindung dienende Trittfläche. Stufen sind u. a. Bestandteile von → Treppen und Treppenleitern.

Stufenauftritt: Die Fläche zwischen einer Stufenvorderkante und der Vorderkante der folgenden Setz- bzw. Stoße. Der Begriff wird auch die Tiefe dieser Fläche im Bereich der Hauptlauflinie bezogen.

Stufengiebel: Ein Giebel mit treppenartiger Silhouette. Derartige Giebel waren typische für Gebäude bzw. Bauwerke der → Backsteingotik. Andere Bezeichnungen sind »Staffelgiebel« und »Treppengiebel«.

Stufenhalle (Kirchenarchitektur): Ein mehrschiffiges Kirchenbauwerk mit hohem Mittelschiff und niedrigeren Seitenschiffen. In der Grundanlage entspricht die Stufenhalle einer → Basilika. Der Unterschied liegt darin, dass sämtliche Schiffe von einem durchgehenden Dachwerk überspannt werden. Die Stufenhalle wird auch als »Staffelhalle« bezeichnet.

Stufenkante: Eine Verkürzung von »Stufenvorderkante«. Es handelt sich um den vorderen Abschluss einer Trittfläche bzw. die Schnittlinie von Trittfläche und (soweit vorhanden) → Stoß- bzw. → Setzstufe.

Stufenpyramide: Ein der → Pyramide ähnliches Bauwerk, das keine durchgehend geneigten Flanken aufweist, sondern in mehrere hohe Stufenabschnitte gegliedert ist. Die Errichtung der weltweit ersten Stufenpyramide wird dem ägyptischen Pharao Djoser zugeschrieben (Sakkara, ca. 27. Jahrhundert v. u. Z).

Stufenvorderkante: Die vordere Begrenzung einer Trittfläche bzw. die Schnittlinie von Trittfläche und (soweit vorhanden) → Stoß- bzw. → Setzstufe.

Stufenwange: Eine → Treppenwange, deren Oberkante ein Profil aufweist, das parallel zu den Tritt- und (soweit vorhanden) Setzstufen verläuft; diese Wangen besitzen also ein treppenartiges Aussehen.

Stufenzinne: Eine getreppte → Zinne, die bereits aus Assyrien bekannt ist. Die Stufenzinne wurde vielfach zuvorderst als zierendes Element eingesetzt.