Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Stat – Ster

Statik (Baukonstruktionen): Im Bauwesen ein Teil der Tragwerksplanung, der sich mit der Standsicherheit und Zuverlässigkeit von Tragwerken befasst. Die Baustatik umfasst analytische und graphische Methoden, die angewandt werden, um einzelne Kräfte, die auf ein Bauwerk einwirken bzw. in einem Bauwerk wirken sowie deren Wechselwirkung zu bestimmen. Konkret geht es darum, die Lastabtragung des Tragwerks abzubilden bzw. lastbedingte Spannungen und Verformungen zu ermitteln. Regelhaft berücksichtigt die Statik dauernde Lasten (z. B. das Eigengewicht einer Konstruktion), veränderliche Lasten (Windlasten, Schneelasten usw.) sowie außergewöhnliche Lasten (z. B. Erdbeben).

Stationskapelle: Eine von mehreren → Kapellen, die als Anlaufpunkte entlang von Pilgerwegen bzw. -straßen dienen. Die Stationskapelle stellt eine Spielart der → Wegkapelle dar.

Statuario (Gestein): Die Bezeichnung für den höchstpreisigen Carrara-Marmor, dessen weißen Grundton teils gelbliche Streifen durchziehen. Das sehr feinkörnige Gestein wurde nahezu ausschließlich zur Herstellung von Statuen verwendet (daher auch der Name).

Statue: Eine freistehende, gemeißelte, geschnitzte, gegossene oder zusammengesetzte ganzkörperliche, oft überlebensgroße Darstellung eines Menschen, Tieres oder Fabelwesens.

Statuette: Eine kleine → Statue.

Staudamm: Eine Talsperre bzw. ein wasserbauliches Absperrbauwerk, das – anders als Staumauern – weitestgehend aus aufgeschütteter Erde, Kies, Schotter oder gröberem Felsmaterial besteht. Folglich besitzen Staudämme ein geböschtes Profil. Ihr Kern bzw. → Stützkörper kann aus einem Baustoff oder aus mehreren unterschiedlichen bestehen.

Staumauer: Stern genommen ein als → Mauer zu definierendes Absperrbauwerk, das in Fließgewässern errichtet wird, um Wasser anzusammeln bzw. künstliche Wasserkörper zu schaffen.

Stauraumkanal (Wasserbau): Eine (oft) im Zusammenhang mit Mischsystemen errichtete, als Sammelkanal fungierende bauliche Anlage, in der überschüssiges Regenwasser zurückgehalten bzw. gestaut und dosiert in die Kanalisation abgelassen wird.

Stauwehr: Eine wasserbauliche Stauanlage in einem Bach oder Fluss, die vor allem zur Regulierung von Wasserstand und Fließgeschwindigkeit dient. Wehre werden häufig in Verbindung mit Wasserkraft- und Schifffahrtsanlagen errichtet.

Stauwerk: Siehe → Stauwehr.

Stechfase: Eine andere Bezeichnung für eine ausgesetzte Fase, also eine Kantenabschrägung, die nicht über die gesamte Länge eines Bauteiles – etwa eines Holzbalkens – entwickelt ist.

Steel Grey (Gestein): Handelsname eines grobkörnigen, dunkelgrauen indischen Gabbro-Gesteins. Genutzt wird es vor allem im Innenausbau bzw. zur Herstellung von Bodenbelägen.

Steg (Stahlbau): Der mittlere, von zwei → Flanschen eingefasste Abschnitt eines Stahlprofils.

Stehende Dachrinne: Eine am Dachrand, gleichsam in die Dachfläche hineingesetzte Dachrinne, die mit der Außenwand abschließt, oder eine auf einem Sims verlaufende Dachrinne.

Stehender Dachstuhl: Ein → Dachstuhl mit senkrechten Stuhlsäulen. Es gibt drei Varianten: 1. Einfach stehender Stuhl: Dieser Typ weist nur eine Reihe, zumeist unter dem First errichteter Stuhlsäulen auf. 2. Doppelt stehender Stuhl: Eine Konstruktion mit zwei Reihen symmetrisch angeordneter Stuhlsäulen. 3. Mehrfach stehender Stuhl: Eine Konstruktion, die Typen 1 und 2 verbindet oder mehr als drei Reihen von Stuhlsäulen aufweist.

Stehender Stuhl: → Stehender Dachstuhl.

Stehende Schiebetür: Eine Spielart der → Schiebetür, bei der sich der Laufapparat in einer Bodenschiene befindet. Meist besitzt dieser Typ oben eine Führungsschiene.

Stehendes Lehrgerüst: Ein → Lehrgerüst, dessen Lehrbogen über die gesamte Spannweite hin aufgeständert ist.

Stehklo: Eine seltenere Bezeichnung der → Hocktoilette.

Stehtoilette: Eine wenig gebräuchliche Bezeichnung für eine → Hocktoilette.

Stehvermögen (Holz): Eine bei verschiedenen Holzarten bzw. aus diesen hergestellten Objekten ausgeprägte Eigenschaft, ihr Volumen und ihre Form bei wechselnder Luftfeuchte und Umgebungstemperatur (weitestgehend) beizubehalten. Ein gleichbedeutender Begriff ist »Dimensionsstabilität«.

Steigung: Die Steilheit bzw. der Anstiegswinkel einer Geraden oder Kurve. Eine andere Bezeichnung ist »Anstieg«.

Steigung (Treppe): Die Steilheit, der Steigungsgrad einer → Treppe.

Steigungsmaß (Treppe): Das Verhältnis von Stufenhöhe zu Stufenbreite bzw. Auftritt.

Steilstrecke (Eisenbahn): Ein mit mehr als 2,5 % Neigung ansteigender bzw. abfallender Abschnitt einer Bahnstrecke. Die Befahrung derartiger Streckenabschnitte unterliegt besonderen Sicherheitsbestimmungen.

Steinbeil (Werkzeug): In der Steinmetzsprache auch als → »Fläche« bezeichnet. Es handelt sich nicht etwa um ein steinernes Beil, sondern um ein beidhändig geführtes Werkzeug zur Oberflächenbearbeitung von Weichgestein. Es besteht aus einem stählernen Kopf, der zwei beilartige Schneiden aufweist, und einem hölzernen Stiel. Die Schneiden sind mehrheitlich vier bis sechs Zentimeter, selten mehr als zehn Zentimeter breit.

Steinbildhauer: Eine dem Kunsthandwerk (im weiteren Sinne) zuzuordnende Fachkraft, die aus Naturstein (Granit, Marmor usw.) plastische Elemente (Ornamente, Statuen, Kapitelle usw.) herstellt.

Steinbruch: Ein → Tagebau, in dem feste Gesteine abgebaut werden.

Steinhauer (historisch): Ein im Steinbruch arbeitender Handwerker, der Rohsteine formte, die von → Steinbildhauern und → Steinmetzen einer weiteren Bearbeitung unterzogen wurden.

Steinkohlenteer: Ein Nebenprodukt der Koksherstellung. Steinkohlenteer dient u. a. als Holzimprägnierungsmittel.

Steinkorb: Eine andere Bezeichnung der Gabione, eines mit Steinen beschickten Drahtkorbs. Steinkörbe werden u. a. verwendet, um Küsten, Ufer und Böschungen vor Erosion zu schützen, finden sich aber auch im lärm-, sichtschutz- und landschaftsbaulichen Bereich.

Steinkreuzfenster: Ein rechteckiger Fenstertyp, der entwickelt wurde, um die Lichteinfallfläche vertikal zu vergrößern. Kennzeichnend ist die Unterteilung des Fensters durch ein steinernes Kreuz. In die entstehenden vier Bereiche wurden einzelne Glasscheiben eingesetzt.

Steinmetz: Ein Handwerker, der auf die Bearbeitung von Natur- und Kunststein (z. B. Betonwerkstein) spezialisiert ist. Anders als der → → Steinbildhauer befasst sich der Steinmetz zuvorderst mit der Anfertigung funktionaler Bausteine bzw. Bauelemente.

Steinmetzzeichen (historisch): Ein Arbeits- bzw. Ehrenzeichen, das in fertig bearbeitete Werkstücke geritzt bzw. geschlagen wurde.

Steinschlaggalerie: Eine zur Talseite hin weitgehend offene Einhausung eines Verkehrsweges (Straße, Schienenweg), die zum Schutz vor Steinschlag dient. Optisch stellt sich das Bauwerk als einseitig offener bzw. natürlich belichteter Tunnel dar.

Steinschüttdamm: Ein wasserbauliches Absperrbauwerk, dessen → Stützkörper im wesentlichen aus steinigem Material hergestellt wird bzw. besteht.

Steinturm: Ein aus Steinen errichteter, also gemauerter → Turm.

Steinzeug: Ein bei sehr hoher Temperatur (1200 – 1300 Grad) gebranntes keramisches Erzeugnis, das – wie Porzellan – zur Kategorie Sinterzeug (dichte Tonwaren) zählt. Steinzeug wird u. a. zur Herstellung von Geschirr und Fliesen, aber auch zur Produktion von Kanalisationsrohren genutzt.

Stele: Ein freistehender → Pfeiler, der keinerlei tragende Funktion erfüllt.

Stellmacherei (Werkstätte): Die vor allem in Mittel- und Norddeutschland übliche Bezeichnung für einen Raum oder ein Gebäude, in dem Räder, Wagen und (meist) hölzerne landwirtschaftliche Geräte angefertigt werden.

Stellmacherwerkstatt: Siehe → Stellmacherei.

Stellplatz: Eine Fläche, die für das befristete Abstellen eines Fahrzeuges gedacht ist bzw. genutzt wird. Bietet ein Areal mehrere Stellplätze, wird es als → Parkplatz bezeichnet.

Stellplatzablöse (behördlich): Ist es einem Bauherren eines nicht der Wohnnutzung unterliegenden Gebäudes unmöglich oder nur unter unzumutbaren Bedingungen möglich, die mit dem Bauvorhaben verbundene → Stellplatzverpflichtung zu erfüllen, kann er bei Zustimmung der jeweiligen Kommune von dieser Pflicht befreit werden. Gegebenenfalls ist eine Abstandszahlung – die Stellplatzablöse – zu leisten. Die vereinnahmende Kommune hat diese Mittel zwingend auf die Schaffung, Instandhaltung, Instandsetzung von Stellplätzen an geeigneten Orten oder auf verkehrsentlastende Maßnahmen bzw. die Förderung des → ÖPNV zu verwenden. Stellplatzablösen erweisen sich als ewiger Zankapfel zwischen Kommunen und Investoren; fällige Beträge können Bauvorhaben beträchtlich verteuern. Beispiel: In München reichen Ablösen (Stand 2012) bis zu 12.500 € je nicht geschaffenem Stellplatz.

Stellplatzknappheit: Eine Stellplatzkapazität innerhalb eines bestimmten Gebietes, die während alltäglicher Hauptbedarfszeiten an ihre Grenzen stößt, die durchschnittliche Stellplatzsuche verlängert und / oder dazu führt, dass größere Wegstrecken zwischen Stellplatz und Zielort zu Fuß zurückzulegen sind. Anders als beim → Stellplatzmangel ist eine ordnungsgemäße Aufnahme des ruhenden Verkehrs jedoch grundsätzlich gewährleistet.

Stellplatzmangel: Eine zahlenmäßige Stellplatzausstattung, welche den Bedarf innerhalb eines bestimmten Gebietes deutlich unterschreitet. Die Folgen sind lange Suchzeiten, erhöhte Verkehrsbelastungen infolge des Parksuchverkehrs, vorschriftswidriges Parken, Verkehrsbehinderungen (u. a. durch Abschleppen) und – nicht zu unterschätzen – unfallförderlicher Stress.

Stellplatznachweis: Ein im Zuge eines Baugenehmigungsverfahrens zu erbringender Beleg, dass im Rahmen eines Bauvorhabens eine Anzahl von → Stellplätzen entsteht, die der → Stellplatzverpflichtung für ein Objekt entsprechender Lage und Nutzungsart genügt. Ist es nicht oder nur unter unzumutbaren Bedingungen möglich, die Auflage zu erfüllen, kann die Kommune einer Verringerung der Stellplatzanzahl zustimmen. Gegebenenfalls hat der Bauherr eine → Stellplatzablöse zu bezahlen.

Stellplatznot: Ein dauerhaft in einem Maße verschärfter → Stellplatzmangel, der sich in chaotisch zu nennende verkehrliche Zustände übersetzt und die Funktionstüchtigkeit bzw. Tragfähigkeitsgrundlagen örtlicher Einrichtungen mittelbar erheblich schwächt.

Stellplatznotstand: Siehe → Stellplatznot.

Stellplatzpflicht: Siehe → Stellplatzverpflichtung.

Stellplatzverpflichtung: Wenn ein Gebäude errichtet wird, dessen Nutzung mit einem gewissen Verkehrsaufkommen verbunden sein wird, hat der jeweilige Bauherr eine dem Nutzungszweck bzw. dem zu erwartenden Parkbedarf entsprechende Anzahl von Stellplätzen zu schaffen. Gewöhnlich haben diese auf dem Baugrundstück zu entstehen, können ersatzweise jedoch auf einem Grundstück in unmittelbarer Nähe geschaffen werden, sofern das Nutzungsrecht an diesem langfristig gesichert ist. Für Wohnobjekte sind pflichtige Stellplätze grundsätzlich real herzustellen, bei anderweitigen Nutzungen kommt eine → Stellplatzablöse in Betracht.

Stellschmiege: Ein verstellbarer Winkel, der zur unmittelbaren Übertragung von Winkeln auf ein Werkstück genutzt wird. Die hölzerne oder metallene Schmiege setzt sich aus einem geschlitzten Schenkel und einer beweglichen Zunge zusammen, die sich mittels einer Schraube fixieren lässt.

Stempel (Bergbau): Ein unter Tage verwendetes Stützelement, das eingesetzt wird, um → Grubenbaue offenzuhalten bzw. den Einsturz des → Hangenden zu verhindern.

Stempelrauben (Bergbau): Der Ausbau, die Entfernung eines → Stempels.

Stempelsetzen (Bergbau): Der Einbau, die Platzierung eines → Stempels (Stütze).

Stereobat: Ein mehrschichtiges → Fundament antiker griechischer Tempelbauwerke. Es besteht aus mehreren Lagen grob behauener Quadersteine und einer oberen, aus fein behauenen Steinen gebildeten und geglätteten Schicht (Euthynterie), die ein wenig aus dem Untergrund hervortritt.

Sternelokal: → Sternerestaurant.Jantar Mantar in Jaipur (Rajasthan, Indien)

Sternenobservatorium: Siehe → Sternwarte.

Sternerestaurant: Ein Speiselokal, das mit ein bis drei Michelin-Sternen (vergleichbar den Hauben von Gault-Millot) ausgezeichnet ist.

Sterngewölbe: Eine komplexere Spielart des → Kreuzgewölbes. Kennzeichnend ist, dass die dreieckigen → Gewölbekappen von zusätzlichen Rippen gegliedert werden, die aus den Eckpunkten der Kappen zu einem gemeinsamen Scheitelpunkt aufsteigen.

Sternobservatorium: Siehe → Sternwarte.

Sternwarte: Eine dauerhafte bauliche Einrichtung zur Beobachtung natürlicher Himmelskörper. Heute verbinden sich mit Sternwarten zumeist Vorstellungen an Observatorien, die mit Radioteleskopen bestückt sind; tatsächlich zählen Sternwarten zu den alten menschlichen Einrichtungen, die u. a. zur Bestimmung von Jahreszeiten, Aussaatzeitpunkten usw. dienten. Architektonisch hypermodern anmutende Beispiele Jahrhunderte alter Sternwarten finden sich u. a. in Delhi und Jaipur. Rechts eine Ablichtung der größten von mehreren ähnlichen Sternwarten, der Jantar Mantar in Jaipur, Rajasthan, Indien (Foto: Elmar Pfeiffer, Januar 2012; umfangreiches Bildmaterial bietet die Fotostrecke »Jantar Mantar»).