Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Staf – Stam

Staffagebau: Siehe → Staffagebauwerk (Garten- / Landschaftsarchitektur).

Staffagebauwerk (Garten- / Landschaftsarchitektur): In der Tradition des englischen Landschaftsgartens stehende, regelhaft kleinere Bauwerke, die als Blickfänger und Stimmungsbildner eingesetzt werden. Diese Bauten sind gewöhnlich keine (sinnvoll) nutzbaren Gebäude. Verbreitet handelt es sich um historisierend oder in exotischen Stilrichtungen (z. B. chinesisch) errichtete Bauwerke wie Pavillons oder künstliche Ruinen.

Staffelchor: Eine drei- oder mehrschiffige Choranlage, deren Hauptchor tiefer als die Nebenchöre ausgelegt ist. Anders ausgedrückt: Die → Apsis wird von kleineren, sich von außen nach innen verkürzenden Chören flankiert. Staffelchöre waren besonders in der deutschen Kirchenarchitektur des 12. Jahrhunderts verbreitet.

Staffelgeschoss: Ein Stockwerk mit einer gegenüber dem unterliegenden Geschoss kleineren Grundfläche, also eine zurückspringende Etage.

Staffelgiebel: Ein Giebel mit getreppter Form. Derartige Giebel waren charakteristisch für die → Backsteingotik. Andere Bezeichnungen sind »Stufengiebel« und »Treppengiebel«.

Staffelhalle (Kirchenarchitektur): Ein in der Grundanlage basilikales Kirchenbauwerk mit erhöhtem Mittelschiff. Anders als bei der → Basilika werden Hauptschiff und Seitenschiffe jedoch von einer durchgehenden Dachkonstruktion überspannt. Die Staffelhalle wird auch »Stufenhalle« genannt.

Staffelmiete: Eine Miete, die zu festgesetzten Zeitpunkten um einen vereinbarten Betrag bzw. Prozentsatz steigt.

Staffelpacht: Eine je nach vereinbarten Anpassungssätzen nach und nach mehr oder weniger steigende Pacht.

Staffelpachtvertrag (Hotellerie): Ein Pachtverhältnis, das Pachtsteigerungen vorab vereinbarter Höhe vorsieht. Hintergrund: Verbreitet wird Betreibern neu eröffnender Hotels über die Markteinführungsphase hinweg eine niedrige Pacht eingeräumt, deren Betrag mit zunehmender Marktetablierung schrittweise angehoben wird. Der vereinbarte Pachtsatz ist während dieser Zeit zumeist an erzielte Umsätze gekoppelt. Nachdem das operative Geschäft gefestigt ist, greifen feste, regelhaft indexierte Pachtzahlungen.

Stägel: Eine in Norddeutschland gebräuchliche Bezeichnung für einen → Zauntritt.

Stahlbeton: Ein Verbund aus → Beton und stählernen Bewehrungsstäben bzw. Bewehrungsmatten. Stahlbeton verbindet die Druckfestigkeit des Betons mit der Zugfestigkeit des Stahls, wobei die Bewehrung in druckbeanspruchten Bauteilen wie etwa Stützen auch deren Druckfestigkeit erhöht.

Stahlbetonbau (Disziplin): Eine dem Massivbau zuzurechnende Bautechnik, die auf der Verwendung von → Stahlbeton beruht.

Stahlbetonbau (gegenständlich): Ein (prägend) aus → Stahlbeton bzw. stahlbewehrtem → Beton hergestelltes Bauwerk oder Gebäude.

Stahlbetonbauwerk: Siehe → Stahlbetonbau (gegenständlich).

Stahlbeton-Fertiggarage: Eine kleinere, aus industriell vorgefertigten Stahlbeton-Bauteilen oder komplett im Werk hergestellte → Garage. Vollständige Garagenkörper einschließlich Boden werden als monolithischer Block am Aufstellungsort abgesetzt.

Stahlbetonfundament: Ein aus → Stahlbeton bzw. stahlbewehrtem → Beton hergestellter konstruktiver Übergang vom Boden zum Gebäude bzw. die Gebäudegründung. Zweck des Fundamentes ist es, ein → Gebäude oder → Bauwerk derart zu verankern, dass (mögliche) Bodenverformungen und / oder Bodenbewegungen infolge von Austrocknung, Aufschwemmung, Frosthub oder Erdbeben keine (wesentlichen) Schäden erzeugen können.

Stahlbetongebäude: Ein → Gebäude, dessen tragende Elemente aus bewehrtem Beton errichtet sind.

Stahlbetongründung: Siehe → Stahlbetonfundament.

Stahlbetonskelett: Ein auf dem Einsatz von bewehrtem → Beton beruhendes statisches Gesamtsystem, das sich als dreidimensionaler Verbund gestreckter horizontaler und vertikaler Elemente mit tragender Funktion beschreiben lässt.

Stahlbetonskelettbauweise: Ein konstruktiver Ansatz zur Schaffung eines statischen Gesamtsystems, der auf dem Einsatz von → Stahlbeton beruht. Siehe → Skelettbauweise.

Stahleinlage (Betonbau): Einzelne Stahlstäbe oder ein Verbund gitterartig miteinander verschweißter Stahlstäbe, die → Beton eingebracht werden, um ein möglichst zug- und druckbelastbares Gesamtsystem zu schaffen. Derartige Einlagen werden als »Armierung« bzw. »Bewehrung« bezeichnet. Ergänzend siehe → Spannbeton.

Stahlfaserbeton: Ein durch Beimischung von Stahlfasern in seinen Eigenschaften veränderter bzw. ein entsprechend bewehrter → Beton.

Stahlmasse (Abbruchwerkzeug): Eine andere Bezeichnung der → Abrissbirne.

Stahlringausbau (Bergbau): Ein aus starr oder beweglich miteinander verbundenen Stahlsegmenten erstellter → Grubenausbau. Diese Ausbauart ist infolge nötigen Materialeinsatzes und großen Ausbruchs vergleichsweise aufwendig und teuer.

Stahlskelett: Ein statisches Gesamtsystem, das auf einer gerippeartigen Verbindung von tragenden Gliedern beruht, die aus Stahl bestehen.

Stahlskelett, biegefestes: Die Technik entstand in den 1930er Jahren. Es handelt sich um eine Fortentwicklung des halbstarren Vorläufers (siehe unten). Namensgerecht besitzt es eine steifere Konstruktion, die Windlasten bis zu einer Höhe von rund vierzig Etagen gut abfängt.

Stahlskelett, halbstarres: Eine tragende, u. a. bei Hochhäuser des ausgehenden 19. Jahrhunderts eingesetzte Struktur, die Decken und Rahmen mittels Nieten oder Bolzen zu halbstarren Verbindungen zusammenfügt. Die Konstruktion eignet sich für Gebäude mit zehn bis fünfzehn Stockwerken. Höhere Bauten sind anfällig für windbedingte Verformungen. Das erste, von einem rein stählernen, halbstarren Skelett getragene Hochhaus war das von Burnham & Company entworfene Reliance Building. Das fünfzehngeschossige Bauwerk wurde 1885 in Chicago (USA) eingeweiht.

Stahlwerk: Eine baulich-technische Anlage, die zur industriellen Herstellung von Stahl bzw. Stählen dient.

Stair Kit: Ein in die deutsche Marketingsprache eingegangener Anglizismus, der einen → »Treppenbausatz« bezeichnet.

Staken (Bau): Vergleichsweise dicke, lotrecht in ein → Gefach geklemmte Stöcke bzw. Spalthölzer, die mit Weidenruten oder Strohband durchflochten werden; der so hergestellte Verbund dient als Träger für → Lehmbewurf.

Stakung (gegenständlich): Ein → Gefache ausfüllender Verbund starker, mit Ruten (Hasel, Weide) oder Strohzöpfen umwundener Spalthölzer oder Stöcke, der beidseitig mit Lehm beworfen wurde. Die Hölzer wurden gewöhnlich in Löcher oder Nuten von zwei gegenüberliegenden Fachwerkriegeln eingesteckt.

Stalaktitendekor: Siehe → Stalaktitendekoration.

Stalaktitendekoration: Eine deutsche Bezeichnung für sehr komplex gestaltete Muqarnas (den entsprechenden Glossareintrag ergänzt eine Abbildung). Es handelt sich um ein als oberer Nischenabschluss dienendes oder in einen Kuppel- bzw. Gewölbezwickel eingefügtes Stilelement der islamischen Baukunst. Kennzeichnend ist eine horizontale und vertikale Abfolge einzelner Elemente, die an kleine → Spitzbögen bzw. miniaturisierte → Iwans erinnern; diese vermitteln zwischen der Nische und dem einfassenden Mauerwerk bzw. zwischen den Wänden und einer aufsitzenden Kuppel.

Stall: Ein der Aufzucht, Zucht und Haltung von Haus- bzw. Nutztieren dienendes Gebäude.

Stalle: Ein einzelner Sitzplatz in einem → Chorgestühl.

Stambha: Eine freistehende, monolithische Säule der hinduistischen Architektur. Die Stambha – auch »Skambha« – symbolisiert die Verbindung von Himmel und Erde.

Stampflehm: Ein durch Stampfen verdichtetes Gemisch aus Schluff, Sand, Ton und / oder Schotter.

Stampflehmbau (Verfahren): Eine Massivbautechnik, die auf der Nutzung eines Gemisches aus Schluff, Sand, Ton und / oder Schotter beruht. Sie gründet auf der schichtweisen Einbringung von erdfeuchtem Lehm in eine Schalung und der anschließend durch Stampfen erzielten Verdichtung der Füllung.

Stampflehmbauweise: Siehe → Stampflehmbau.