Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu St – STAE

ST (Holzwerkstoff): Das Kürzel für → »Stabsperrholz«.

Staatsdomäne: Seit dem aufkommenden 19. Jahrhundert eine Bezeichnung für Ländereien, aus denen Landesfürsten unmittelbar Erträge ziehen konnten. Früher übliche Begriffe waren »Kameralgut», »Kammergut« und »Tafelgut«.

Staatsstraße (Deutschland): In Bayern und Sachsen die offizielle Bezeichnung für eine Landesstraße. Es handelt sich um eine Straße, die Teil eines Netzes dem regionalen und überregionalen Verkehr ist und deren Baulast – Ortsdurchfahrten größerer Gemeinden ausgenommen – ein Bundesland trägt.

Stab (Architektur, Karnies): Bei einem → Karnies der vorspringende bzw. konvexe Teil des (S-förmigen) Profils.

Stab (Parkett): Ein Parkettstück mit umlaufender Nut. Verbunden werden einzelne Stäbe mit Querholzfedern.

Stäbchensperrholz: Siehe → Stabsperrholz.

Stabilitätsnachweis (Bauwesen, Statik): Siehe → Standsicherheitsnachweis (Bauvorlagenverordnung, Statik).

Stabparkett: Ein → Parkett, dessen → Stäbe oder → Riemen gewöhnlich aus 14 – 22 mm starkem, auf 4 – 8 cm Breite und 25 – 100 cm Länge zugeschnittenem → Vollholz hergestellt werden.

Stabsperrholz: Ein Holzwerkstoff. Dieser besteht aus einer Mittellage gleichgerichtet verpresster und verleimter Holzstäbe bzw. Holzstäbchen sowie beidseitig aufgeleimten → Absperrfurnieren. Im Handel werden diese auch »Stäbchensperrholz« genannten Platten zumeist unter der Bezeichnung »Tischlerplatte« angeboten.

Stabsperrholzplatte: Siehe → Stabsperrholz.

Stabzugladen: Eine angestaubte Bezeichnung der → Jalousie.

Stadel: Eine in Bayern bzw. Baiern, Österreich und der Schweiz geläufige Bezeichnung für »Scheune« bzw. »Scheuer«. Angesprochen ist ein landwirtschaftliches, der Einlagerung von Stallstreu, Tierfutter und sonstigen agrarwirtschaftlichen Produkten dienendes Gebäude.

Stadl: Siehe → Stadel.

Stadt: Ein zentraler, gemessen an ländlichen Maßstäben dicht besiedelter Ort mit soziologisch bzw. einkommensbezogen heterogener Bevölkerung, die von einer Nahrungsmittelversorgung aus dem Umland (im weiteren Sinne) abhängig ist. Wesentlich ist, dass die örtliche Wirtschaft maßgeblich von Handels- bzw. Einzelhandelsnutzungen, Verwaltungstätigkeiten, sozialen Infrastrukturen usw. geprägt ist bzw. getragen wird (diese definitorischen Momente beinhaltet der Begriff »zentral»).

Stadt (Formaldefinition des BfS, Schweiz): Eine Gemeinde mit mindestens 10.000 Einwohnern.

Stadt, hydraulische: Eine → Stadt, deren Funktionsfähigkeit auf einem ausgeklügelten Be- und Entwässerungssystem beruht, das auch ihr Erscheinungsbild prägt. Ein historisches Paradebeispiel bietet Angkor Wat in Kambodscha.

Stadtbezirk (verwaltungstechnisch): Ein großstädtischer Teilraum, der als politische und verwaltungstechnische Einheit unter der Ebene der Gesamtstadt geführt wird. Diese Bezirke besitzen eigene Bürgermeister und Parlamente.

Stadtbild: Die naturgemäß nur subjektiv erfassbare Anmutung bzw. Wahrnehmung einer Stadt, die sich aus dem Zusammenspiel naturräumlicher Elemente mit baulichen Merkmalen wie Gebäudegrößen, Bauhöhen, Baustilen, Sichtachsen, Platzgestaltungen usw. ergibt.

Städtebau: Theorie und Praxis der umsetzungsorientierten räumlich-funktionalen Organisation und architektonisch-baulichen Gestaltung von → Städten einschließlich ihrer baulich-funktionalen Verflechtung mit dem jeweiligen Umland bzw. ihrer Abgrenzung gegenüber dem Umland. Die Disziplin befasst sich also mit der aktiven physischen Anlage, Entwicklung, Gestaltung sowie dem Umbau und der Erneuerung von Städten bzw. städtischen Siedlungen. Hierbei steht eine dreidimensionale Perspektive im Vordergrund. Von der Stadtplanung lässt sich der Städtebau durch seine unmittelbar physisch bzw. umsetzungsorientierte Ausrichtung sowie die Betonung der dritten Dimension abgrenzen.

Städtebauliche Auswirkungen, negative (Planungswesen): Ein Begriff, der in Deutschland u. a. in der → Baunutzungsverordnung präzisiert ist. Er steht für unerwünschte Entwicklungen bzw. nachteilige Strukturwandlungen in Funktionskernen von Städten und Gemeinden, die in Zusammenhang mit der Ansiedlung großflächiger Einzelhandelseinrichtungen zu vermuten bzw. eingetreten sind. Im Sinne gesetzlicher bzw. planerischer Maßgaben müssen mögliche Funktionsverluste bestehender Lagen ursächlich mit entsprechenden Vorhaben zusammenhängen. Hierunter fallen gleichwohl einzig Funktionseinbußen, die als städtebaulich bedeutsam, also »nicht nur unwesentlich« einzustufen sind. Vertiefend siehe den Artikel zum Auswirkungsbegriff (BauNVO).

Städtebauliches Gebot (Baurecht, Deutschland): Eigentlich ein »städtebaulich begründetes Gebot«. Es handelt sich um ein im Baugesetzbuch verankertes Recht einer Gemeinde, → Grundstückseigentümer zu bestimmten Handlungen oder Duldungen zu verpflichten. Vertiefend siehe → Baugebot, → Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot, → Pflanzgebot sowie → Rückbau- und Entsiegelungsgebot.

Stadtflucht: Eine bildhafte Umschreibung für eine großmaßstäbige Abwanderung städtischer Bevölkerungskreise in das nähere und / oder weitere Umland.

Stadtgenese: Ein wissenschaftlicher Ausdruck für die Entstehung bzw. Herausbildung von Städten.

Stadtgraben (historisch): Ein vor einer Stadtmauer ausgehobener Graben.

Stadtgrundkarte (digital, Deutschland): Siehe → Stadtgrundkarte, Kommunale (digital, Deutschland).

Stadtgrundkarte, Analoge: Der in Papierform erstellte Vorläufer der heute auf Grundlage der → Automatisierten Liegenschaftskarte erzeugten Stadtgrundkarte. Siehe → Stadtgrundkarte, Kommunale (digital, Deutschland).

Stadtgrundkarte, Kommunale (digital, Deutschland): Ein auf ein Stadtgebiet beschränkter Auszug der → Automatisierten Liegenschaftskarte. Stadtgrundkarten beinhalten alle Elemente der → Liegenschaftskarte, werden jedoch um Zusatzinformationen ergänzt. Hinsichtlich ihres jeweiligen Detailreichtums können sich diese Kartenwerke je nach Stadt unterscheiden. Abgebildet werden u. a. Grundstücksgrenzen, Flurstücknummer, Straßen, Wege, Gebäude, Stockwerkszahlen, Firstlinien, → Baulinien, Baumbestände, Straßenmöblierungen, topographische Elemente bis hin zu Böschungen. Die digitale Stadtgrundkarte wird standardmäßig in großen Maßstäben (zumeist um 1 : 1.000) ausgegeben; sie dient als wichtige Grundlage kommunaler Planung. Private, gewerbliche und behördliche Anwender können gespeicherte Daten in Form georeferenzierter TIFF-Dateien, im Vektorformat DXF, objektstrukturiert als Vektordatensatz über eine einheitliche Datenbankschnittstelle (EDBS) oder als PDF-Dateien abrufen. Viele → Städte versenden Auszüge auch in gedruckter Form.

Stadtgründung: Die regelhaft von formalen Akten begleitete bzw. herrschaftliche Erklärung, auf einem Stück Land eine Stadt zu errichten bzw. errichtet wissen zu wollen, gefolgt vom Beginn entsprechender baulicher Maßnahmen.

Stadtkern: Ein einstiges, früher häufig durch Wallanlagen definiertes Stadtgebiet, das im Zuge einer fortschreitenden Ausbildung von Vororten, die sich zu Bestandteilen der Stadt entwickelten, zum Mittelpunkt eines größeren Gesamtzusammenhanges wurde.

Stadtkreis (Baden-Württemberg): Eine kreisfreie Stadt.

Stadtkreis (Schweiz): Der Begriff bezeichnet zumeist einen → Stadtbezirk bzw. ein Stadtviertel mit politischer Vertretung im Rat.

Stadtmodell (gegenständlich): Eine dreidimensionale, mehr oder weniger detailreiche physische Wiedergabe einer → Stadt in miniaturisierter Form bzw. in verkleinertem Maßstab. Modelle können Nachbildungen bestehender Städte darstellen, aber auch als Veranschaulichung von Strukturen dienen, die sich im Gefolge geplanter bzw. diskutierter Entwicklungsmaßnahmen einstellen (würden). Weiterhin zählen materielle Abbildungen fiktiver Städte zu den Modellen.

Stadtmodell (Typologie): Eine aus strukturell und funktional ausgerichteten Erhebungen bzw. Beobachtungen abgeleitete Typisierung von Städten. Mit anderen Worten: ein auf einem gemeinsamen Nenner beruhendes Struktur- und Entwicklungsschema, das auf räumlich-funktionalen bzw. kultur- und sozialräumlichen Gliederungsmerkmalen beruht. Bekannte Beispiele sind Ringmodell (Burgess), Sektorenmodell (Hoyt), Mehrkernmodell (Harris & Ullman). Rein kulturräumlich basiert sind u. a. Modelle zur orientalischen oder lateinamerikanischen Stadt.

Stadtmorphologie: Eine geographische Paradedisziplin, die sich im Kern mit Stadtformen bzw. stadtformenden Kräften befasst. Sie thematisiert strukturelle Erscheinungs- und Entwicklungsformen sowie funktionale Hintergründe sich manifestierender struktureller Ausprägungen.

Stadtpalais: Ein in aller Regel im Auftrag von Adelshäusern errichteter → Palast bzw. ein palastartiges Bauwerk innerhalb der Stadtgrenzen.Stadtpalais finden sich insbesondere in ehemaligen Königs- und Kaiserstädten bzw. Reichshauptstädten. Sie dienten hohen höfischen Funktionsträgern als Domizil oder wurden von Adligen errichtet, die dem Brennpunkt des Geschehens nahe sein wollten, um ihren Einfluss geltend machen zu können. Häufig entstanden sie auf Druck der Krone, die darauf bedacht war, ihre vielfach intriganten Adligen unter Kontrolle zu halten.

Stadtpalast: Siehe → Stadtpalais.

Stadtpark: Eine großflächige, Erholungszwecken dienende Grünanlage in einer → Stadt. Verbreitet bezeichnet der Begriff die größte bzw. beliebteste städtische Grünanlage.

Stadtpflegebetrieb: Ein kommunal betriebener → Bauhof, auf dessen Gelände u. a. Wartungsgeräte (für Straßen usw.) und zu Wartungs- und Pflegezwecken genutzte Materialien gelagert sind.

Stadtregal (historisch): Das herrschaftliche Vorrecht, eine → Siedlung in den Rang einer → Stadt zu erheben, ihr Stadtrecht zu verleihen.

Stadtstruktur: Das räumlich-funktionale Gefüge einer → Stadt.

Stadtstrukturmodell: Eine aus strukturell und funktional ausgerichteten Erhebungen bzw. Beobachtungen abgeleitete Typisierung von Städten. Mit anderen Worten: ein auf einem gemeinsamen Nenner beruhendes Struktur- und Entwicklungsschema, das auf räumlich-funktionalen bzw. kultur- und sozialräumlichen Gliederungsmerkmalen beruht. Bekannte Beispiele sind Ringmodell (Burgess), Sektorenmodell (Hoyt), Mehrkernmodell (Harris & Ullman). Rein kulturräumlich basiert sind u. a. Modelle zur orientalischen oder lateinamerikanischen Stadt.

Stadttor (Burgen-, Festungsbau): Ein in die Ringmauer bzw. die Umwallung einer Stadt eingebundenes, gewöhnlich besonders befestigtes → Tor. Da Tore vergleichsweise verletzliche Punkte einer Befestigung darstellten, wurde ihre Anzahl zumeist möglichst gering gehalten.

Stadtumbau (BauGB, Deutschland): Siehe → Stadtumbaumaßnahmen.

Stadtumbaumaßnahmen (BauGB, Deutschland): «... sind Maßnahmen, durch die in von erheblichen städtebaulichen Funktionsverlusten betroffenen Gebieten Anpassungen zur Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen vorgenommen werden. Erhebliche städtebauliche Funktionsverluste liegen insbesondere vor, wenn ein dauerhaftes Überangebot an baulichen Anlagen für bestimmte Nutzungen, namentlich für Wohnzwecke, besteht oder zu erwarten ist, oder wenn die allgemeinen Anforderungen an den Klimaschutz und die Klimaanpassung nicht erfüllt werden.» Baugesetzbuch, § 171a (2). Präzisiert werden Stadtumbaumaßnahmen in § 171a (3). Hier heißt es: »Stadtumbaumaßnahmen … sollen insbesondere dazu beitragen, dass 1. die Siedlungsstruktur den Erfordernissen der Entwicklung von Bevölkerung und Wirtschaft sowie den allgemeinen Anforderungen an den Klimaschutz und die Klimaanpassung angepasst wird, 2. die Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie die Umwelt verbessert werden, 3.innerstädtische Bereiche gestärkt werden, 4. nicht mehr bedarfsgerechte bauliche Anlagen einer neuen Nutzung zugeführt werden, 5. einer anderen Nutzung nicht zuführbare bauliche Anlagen zurückgebaut werden, 6. brachliegende oder freigelegte Flächen einer nachhaltigen, insbesondere dem Klimaschutz und der Klimaanpassung dienenden oder einer mit diesen verträglichen Zwischennutzung zugeführt werden, 7. innerstädtische Altbaubestände nachhaltig erhalten werden».

Stadtwarte (historisch): Ein häufig in Form eines wehrhaften → Turms errichtetes Bauwerk, das Beobachtungs- und Ausschauzwecken diente und gewöhnlich mit Signaleinrichtungen ausgestattet war. Stadtwarten wurden in beherrschenden Geländepositionen errichtet; ihr Hauptzweck lag darin, feindliche Annäherungen zu erfassen und den Verteidigern einer Stadt eine Vorwarnzeit zu verschaffen. Stadtwarten befanden sich zumeist außerhalb der Stadtbefestigung.

Stadtwüstung: Eine dauerhaft aufgegebene bzw. von ihren Bewohnern verlassene → Stadt.

STAE (Holzwerkstoff): Das Kürzel für »Stäbchensperrholz«. Siehe → Stabsperrholz.