Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Sp – Spez

Spähschlitz (Burgen- / Festungsbau): Ein Mauerspalt, der dazu diente, auszuschauen bzw. feindliche Bewegungen auszumachen. Spähschlitze dienten häufig zugleich als → Visierschlitze.

Spähwarte (historisch, Burgenbau): Eine andere Bezeichnung für einen → Scharwachtturm.

Spalett: Eine früher in Österreich verbreitete, heute kaum noch gebräuchliche Bezeichnung für einen (hölzernen) → Fensterladen.

Spalettladen: Siehe → Spalett.

Spandrille (Architektur): Fachsprachliche Bezeichnung für einen Zwickel, also eine dreiseitig definierte Fläche. Siehe auch → Bogenzwickel und → Gewölbezwickel.

Spanische Wand: Ein »Paravent« bzw. »Wandschirm«. Es handelt sich um eine zusammenlegbare bzw. zusammenfaltbare, bewegliche Wand. Paravents dienen als Raumteiler, Sicht- oder Windschutz, teils als bloßes Zierelement. Sie besitzen mit Scharnieren verbundene, mit Stoff oder Platten (Holz etw.) ausgefüllte Rahmen (Leporello).

Spannbeton: Eine Spielart des → Stahlbetons. Die Bewehrung unterscheidet sich von diesem dadurch, dass die Stahleinlage gedehnt bzw. vorgespannt wird. Der Rückgriff aus Spannbeton gestattet es, Bauwerke mit größerer Stützweite zu errichten.

Spannbetonbau (Disziplin): Eine Abart des Stahlbetonbaus, bei der eingebrachte Bewehrungselemente vorgedehnt bzw. vorgespannt werden. Das Verfahren ermöglicht es, Bauwerke mit besonders großen Spann- bzw. Stützweiten zu realisieren.

Spannbetonbau (gegenständlich): Siehe → Spannbetonbauwerk.

Spannbetonbauwerk: Ein konstruktiv durch die Verwendung von → Spannbeton geprägtes Bauwerk.

Spannbetonkonstruktion (gegenständlich): Siehe → Spannbetonbauwerk.

Spannriegel (Dachkonstruktion): Ein Balken, der einander gegenüberliegende Stuhlpfosten eines → liegenden Dachstuhls unterhalb des Kehlbalkens miteinander verbindet.

Spannriegel (Hängewerk): Ein Balken, der die oberen Enden einander gegenüberliegender → Hängestangen bzw. Hängesäulen eines doppelten → Hängewerks miteinander verbindet.

Spannstahl: Ein zumeist unlegierter, hochfester Stahl, der elastisch dehnbar ist. Spannstahl kommt vorwiegend im → Spannbetonbau zum Einsatz.

Sparren: Ein im Verbund die Dachhaut tragendes Element der Dachkonstruktion, das vom → First zur → Traufe verläuft.

Sparrenbinder: Ein primäres Tragelement einer Dachkonstruktion, das aus einem Dachbalken und einem Sparrenpaar besteht.

Sparrendach: Ein traditioneller Dachtyp, bei dem von zwei Seiten des Gebäudes Sparren auf den → First zugeführt und dort verbunden werden. Die Verbindung der aufeinanderfolgenden Sparrenpaare – als »Gespärre« bezeichnet – wird vielfach durch ein der Längsachse folgendes Richtholz erleichtert. Die Längsaussteifung erfolgt u. a. durch den Einbau von → Windrispen oder die Verwendung einer Schalung.

Sparrenfuß: Das untere, dem Erdboden zugewandte Ende eines → Sparrens.

Sparrenkopf (Dachkonstruktion): Der Begriff wird teils auf das obere, dem Himmel zugewandte Ende eines → Sparrens bezogen, bezeichnet an sich jedoch einen → Sparrenfuß, der über die Gebäudeaußenwand hinausgreift.

Sparrenpfette: Eine auch Sparrenfunktionen übernehmende → Pfette.

Sparschleuse (Wasserbau): Eine → Schleuse, die dort eingesetzt wird bzw. werden kann, wo kein ausreichender natürlicher Zufluss besteht, der zur Schleusung nutzbar gemacht werden könnte. Dieser Schleusentyp besitzt gewöhnlich mehrere höhengestaffelte Rückhaltebecken, die seitlich neben der Schleusenkammer angelegt sind. In diese wird Wasser bei Leerung der Schleusenkammer eingeleitet, um es im Zuge einer neuerlichen Füllung einzusetzen. Durch diese Konstruktion wird der anfallende Pumpaufwand bzw. Energieverbrauch reduziert.

SPC: Siehe → Special Purpose Company.

SPE: Siehe → Special Purpose Entity bzw. → Special Purpose Company.

Special Purpose Company (SPC): In den deutschen Branchenjargon eingegangene englische Bezeichnung für eine Objekt- bzw. Zweckgesellschaft. Es handelt sich um eine juristische Person, die für einen eindeutig definierten Zweck gegründet wird. Im Bereich des Immobilienleasings handelt es sich regelhaft um eine Objektgesellschaft, die aus rechtlicher und steuerlicher Sicht als wirtschaftlicher Eigentümer der jeweiligen Immobile bzw. der in ihr zusammengefassten Objekte ist. Ein Zweck der Gesellschaftsgründung liegt darin, den Leasinggeber vor Insolvenzrisiken aus dem Bereich des Leasingnehmers bzw. das Objekt vor dem Zugriff Dritter zu schirmen.

Special Purpose Entity (SPE): Siehe → Special Purpose Company.

Special Purpose Vehicle (SPV): Siehe → Special Purpose Company.

Sphaeristerion (Antike): In der griechischen → Palästra der für Ballsportarten genutzte Trainingsraum.

Sphaeristerium: Die lateinische Entsprechung des → Sphaeristerions.

Speicher (Dach): Eine regional gebräuchliche Bezeichnung des → Dachbodens.

Speicher (Gebäude): Ein aus dauerhaften → Baustoffen errichtetes, solides Gebäude zur Lagerung von Gütern aller Art. Typische historische Speichergebäude lagen vielfach am bzw. nahe dem örtlichen Marktplatz und besaßen – schon deshalb – in aller Regel mehrere Stockwerke. Das Erdgeschoss war zumeist höher als die übrigen Geschosse ausgelegt und mit zumindest einem Tor versehen war, um mit Wägen bzw. Gespannen einfahren zu können. Neben diesen großen, innerörtlichen Gebäuden bestanden und bestehen kleinere, an einen Hof gebundene Speicher, die vor allem zur Einlagerung von Feldfrüchten dienen. Das weltweit vermutlich eindrucksvollste Beispiel für einen historischen Speicherkomplex bietet die Speicherstadt in Hamburg (Deutschland).

Speicherboden: Ein als Lager genutzter → Dachboden oder der Dachboden eines Speichergebäudes.

Speichergebäude: Siehe → Speicher (Gebäude).

Speicherheizung, elektrische: Eine technische Einrichtung zur aktiven, steuerbaren Erwärmung von Räumen bzw. Gebäuden mittels elektrisch erzeugter Wärme. Anders als bei der normalen → Gebäudeelektroheizung wird der benötigte Strom zu Schwachlastzeiten (Nachtstunden) bezogen und ein gespeichertes Medium erhitzt, das die Wärme über mehrere Stunden abzugeben vermag. Der Heizungstyp wird zumeist als »Nachtspeicherheizung« bezeichnet. Der Rückgriff auf diese Heizungsart erfordert einen umschaltbaren Stromzähler mit zwei Zählwerken.

Speis: Eine regional verbreitete Bezeichnung für »Mörtel.« Ein Baustoff, der aus einer Gesteinskörnung (bis 4 mm Korngröße), einem Bindemittel (Kalk, Zement usw.) und Wasser angemischt wird. Je nach Einsatzbedingungen und Anwendungszweck werden weitere Stoffe beigemischt. Infolge chemischer Reaktion des Bindemittels härtet die Rezeptur aus. Mörtel wird vorwiegend eingesetzt, um Mauersteine zu verbinden und Oberflächen zu verputzen.

Spekulationsruine: Eine umgangssprachliche Bezeichnung für ein unvollendetes Gebäude, mit dessen Bau aufgrund einer überoptimistischen Markteinschätzung und / oder Standortbeurteilung begonnen wurde.

Spekulationsvorfeld: Eine Bezeichnung, die gewöhnlich auf das unmittelbare Umfeld eines Stadtzentrums bezogen wird. Es handelt sich um Gebiete, von denen zahlreiche Investoren und Bestandshalter annehmen, dass hiesige Grundstücke eine durchschlagende Aufwertung erfahren werden. Diese Teilräume kennzeichnen vielfach Verfallserscheinungen bzw. abgewirtschaftete Gebäudebestände. Zumeist unterbleiben Erhaltungsaufwendungen, verbreitet wird ein Verfall baulicher Substanz bewusst gefördert bzw. vorsätzlich beschleunigt. Spekulationsvorfelder waren und sind ein typisches Phänomen vieler Städte in angelsächsisch geprägten Großräumen.

Spelte: Ein senkrecht oder leicht geneigt ausgerichtetes Spaltholz, das im Zaunbau eingesetzt wird.

Speltenzaun: Ein traditioneller, u. a. in Südtirol verbreiteter Zauntyp. Dieser besteht zumeist aus Lärchenholz. Sein Grundgerüst bilden Säulen, die im Abstand von 3 – 4 m in den Boden gesetzt werden, und daran in etwa 1 m Höhe angebrachte Querstangen bzw. Querlatten, die durch ausgestemmte Säulenöffnung geschoben werden. Anschließend werden entlang dieser Querhölzer → Spelten im Abstand von 5 – 10 cm in den Boden gestoßen. Die Spelten werden abschließend mit ca. 1,5 m langen, durch vorsichtiges Erhitzen biegsam gemachten Fichtenästen untereinander sowie mit dem Querholz verflochten.

Spengler: Ein im → Ausbau- bzw. Bauinstallationsgewerbe tätiger Handwerker. Spengler fertigen Blechbauteile für Dächer und Fassaden, montieren, warten und reparieren sie. Andere Bezeichnungen sind »Flaschner« und »Klempner«.

Spenglerei (baulich): Die Werkstatt samt sonstigen Betriebsgebäuden eines → Spenglers bzw. Spenglerbetriebes.

Sperrbalken (historisch, Wehrbau): Ein starkes, langes, regelhaft vierkantiges Holz zur Sicherung eines geschlossenen Tores. Vorgelegt wurden Sperrbalken, indem sie durch seitliche Maueröffnungen geführt oder in Klauen versenkt wurden.

Sperrbezirk: Ohne anderweitige Erläuterung ein städtisches Gebiet, in dem sexuelle Prostitution ausdrücklich untersagt ist.

Sperrbogen (Burgen- / Festungsbau): Ein dem äußeren Hauptwall einer → Höhenburg vorgeschalteter Torbau, der einen zuführenden Weg kontrolliert. Sperrbögen wurden häufig mehrfach hintereinander gestaffelt. Ein eindrucksvolles Beispiel einer derartigen Staffelung bietet die im indischen Bundesstaat Rajasthan gelegene Rajputen-Festung Chittaurgarh (das Portal enthält eine Bildergalerie zu diesem historischen Monument).

Sperrfort: Eine Befestigung, deren Zweck darin besteht, eine strategische wichtige Lage zu sichern, diese also derart zu kontrollieren, dass vorrückende Feinde aufgehalten werden. Sperrforts wurden z. B. in Talengen, an Flussübergängen oder Bahnknotenpunkten errichtet.

Sperrgrund: Eine Sammelbezeichnung für porenfreie Filme ausbildende Voranstriche, die aufgebracht werden, um stoffliche Einwirkungen aus dem Untergrund auf eine Beschichtung oder zwischen Systemschichten zu verhindern. Inhaltsgleiche Bezeichnungen sind »Absperrmittel« und »Isoliergrund«.

Sperrholz: Ein mittels Verleimung und Pressung hergestellter Verbund von drei oder mehr Holz- bzw. Holzwerkstoffschichten. Kennzeichnend ist, dass die Faserverläufe aufeinanderfolgender Schichten jeweils um 90 Grad versetzt sind. Sperrholz wird im Innen- und Außenbereich, im Rohbau und Ausbau, zudem in der Möbelproduktion häufig verwendetet.

Spezialbahn (Schweiz, BfS-Definition): Eine Zahnrad-, Standseil- oder Luftseilbahn.

Spezialgeschäft: Eine Sonderform des → Fachgeschäftes. Spezialgeschäft in Kochi (Kerala, Indien)Das Angebot ist besonders tief gegliedert. Spezialgeschäfte befriedigen hoch entwickelte Auswahlansprüche. Typisch sind eine eingehende Beratung sowie Angebote hochwertiger produktbezogener Dienstleistungen. Unterschieden werden können Non-Food- sowie Food-Spezialisten: Beispiele für Kategorie 1 bieten Anbieter von Brautmoden, Jagdmoden, Waffen. In Kategorie 2 fallen (hochklassige) Vinotheken, Teeläden u. a. m. Das Foto eröffnet einen Blick in ein auf Regenschirme spezialisiertes Ladengeschäft in Kochi, Kerala, Indien (Bild: Elmar Pfeiffer, März 2012).

Spezialimmobilie: Auch »Sonderimmobilie« genannt. Ein passgenau auf die Bedürfnisse eines Nutzers bzw. die Anforderungen einer vergleichsweise hoch spezialisierten Nutzungsart zugeschnittenes Gebäude oder Bauwerk, das sich anderweitigen, ähnlichen oder sogar artgleichen (!) Nutzungen nicht oder nur unter wirtschaftlich grenzwertigem bis unvertretbarem Aufwand zuführen lässt.

Spezialwabenziegel: Ein gegenüber dem → Thermowabenziegel vier zusätzliche, größere, sechseckige Hohlräume aufweisender Mauerziegel, der sich zur Herstellung bewehrten → Mauerwerks eignet.