Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Si – Sm

Sicherheit, dingliche (Immobilienfinanzierung): Siehe → Grundschuld.

Sichtbeton: Unverputzter, unverblendeter bzw. unverkleideter → Beton. Vielfach wird Sichtbeton als gestalterisches, z. B. Schalungsmuster widerspiegelndes Moment eingesetzt.

Sichtmauerwerk: Ein unverputztes bzw. unverkleidetes → Mauerwerk.

Sichtqualität (Holzbau, Holzwerkstoff): Die standardmäßig gelieferte Güteklasse von Brettschichthölzern. Merkmale sind gehobelte Oberflächen, ein Ersatz von Ausfallästen mit mehr als 2 cm Durchmesser und farbliche Unregelmäßigkeiten (Bläue, Rotstreifigkeit) auf bis zu zehn Prozent der Oberfläche.

Sickergrube (Toilette): Eine loch- bzw. schachtartige Aushebung zur Aufnahme und Ableitung von Schwarzwasser (teils auch Niederschlagswasser). Zumeist handelt es sich um Plumpsklos, die sich über bloßen Erdaushebungen befinden, teils werden Sickergruben verrohrt, gemauert oder aus Betonfertigteilen errichtet. Kennzeichnend ist, dass Flüssigkeiten versickern, feste Reststoffe hingegen auf dem Grubenboden verbleiben und dort verrotten. Ist die Grube bis einem gewissen Grad gefüllt, wird sie gewöhnlich verfüllt, an anderer Stelle eine neue gegraben.

Sickerrohrleitung: Ein als Fortentwicklung offener Sickergräben aufzufassendes Rohrsystem, das zur Erschließung oberflächennaher, wenig mächtiger wasserführender Schichten herangezogen wird. Dabei werden mit Filterschlitzen versehene, kiesummantelte Beton-, Kunststoff-, Stahl- oder Steinzeugrohre in schwach geneigten Gräben verlegt und einem Sammelschacht zugeführt. Zu Schutz vor Verunreinigungen wird ind die Gräben gewöhnlich eine Tonschicht eingebracht.

Sieben: Vergleiche → Siebfiltration (Wasserbehandlung).

Siebfiltration (Wasserbehandlung): Die Abscheidung fester Stoffe aus Wasser (oder anderen Flüssigkeiten) mittels eines Maschengeflechts, in dem Partikel bzw. Gegenstände mit größerem Durchmesser als jenem der Maschen zurückgehalten werden. Weitmaschige Filter werden als Rechen(siebe) bezeichnet.

Siebung: Siehe → Siebfiltration (Wasserbehandlung).

Siechenhaus (historisch): Eine Art mittelalterlicher Quarantänestation. Nachdem das Laterankonzil von 1170 eine strenge räumliche Trennung von (infektiösen) Kranken und Gesunden angeordnet hatte, entstanden diese Einrichtungen vermehrt. Sicherhäuser wurden abseits der Siedlungen. Der Begriff »Haus« vereinfacht, insofern es sich vielfach um kleinere, aus mehreren Gebäuden bestehende, häufig von einer Mauer eingefasste Siedlungen handelte. Die Bewohner der Siechenhäuser verantworteten ihren Alltag weitgehend selbst; teils erbauten sie ihre Unterkünfte samt Schwitz- und Badestuben eigenhändig. Siechenhäusern waren regelhaft → Kapelle und → Friedhof angegliedert.

Siechenstube (historisch): Ein Raum für bettlägerige Alte und Kranke. Das Wort »siech« wurde vielfach mit »leprakrank« gleichgesetzt, doch triff im hier bestehenden Zusammenhang die zweite Bedeutung, nämlich »(dauerhaft) krank« bzw. »körperlich hinfällig«.

Siedesaline: Eine zumeist in bzw. über Steinsalzlagerstätten eingerichtete Salzgewinnungsanlage, bei der mittels Süßwassereinbringung erzeugte Sole an die Oberfläche gepumpt und dort verdampft wird.

Siedlung (allgemein): Ein dauerhaft oder in sich wiederholenden Abständen für längere Zeit (z. B. eine Saison) bewohnter Ort, der mit Gebäuden bestanden bzw. durchsetzt ist, Wegeverbindungen aufweist und dessen Bevölkerungszahl hinreicht, um über eine Kernfamilie hinausgehend, einen Sozial- und Wirtschaftsverband zu begründen. Aufgelassene Siedlungen werden als »Wüstung« bezeichnet.

Siedlung (Architektur, Stadtplanung): Eine zumeist einheitlich geplante oder in mehreren Phasen bzw. Schüben erweiterte Ansammlung von Wohngebäuden, die sich wahrnehmungsbezogen vom Umfeld bzw. der Nachbarbebauung absetzt.

Siedlungsabfälle: Hausmüll und vergleichbare Abfälle aus industrieller und gewerblicher Aktivität.

Siedlungsagglomeration: Eine Ballung, Massierung, Verdichtung verwaltungstechnisch eigenständiger Siedlungseinheiten (Städte und / oder Gemeinden).

Siedlungsballung: Eine anderes Wort für → »Siedlungsagglomeration«.

Siedlungsbrei: Ein bildhafter Ausdruck, der eine unmittelbare Abfolge amorpher Städte und Gemeinden beschreibt, die sich baulich kaum voneinander unterscheiden und räumlich nicht wahrnehmbar voneinander abgesetzt sind.

Siedlungscluster: Ein kleinerer räumlicher Verbund mehrerer rechtlich selbständiger Kommunen.

Siedlungsdichte: Zumeist definiert als die durchschnittliche Einwohnerzahl je Quadratkilometer Siedlungsfläche (einschließlich Verkehrsflächen). Im Kanton Aargau (Schweiz) wird der Begriff auf die Einwohnerzahl je Flächeneinheit (Hektar) überbauter Wohn- und Mischzonen bezogen. Seltener wird die Bezeichnung auf die Anzahl von Siedlungen innerhalb eines abgesteckten Raumes (Region, Staat, Territorium) bezogen. Sinnvoll ist das nur in Bezug auf Gebiete, die von vergleichsweise kleinen und funktional ähnlichen Siedlungen gekennzeichnet sind. Angesprochen sind vorherrschend dörflich bzw. landwirtschaftlich geprägte Regionen (und Siedlungsperioden).

Siedlungsfläche (Formaldefinition, Schweiz): Gemäß → Arealstatistik umfasst die Siedlungsfläche Gebäudeareale, Industrieareale, Erholungs- und Grünanlagen, Verkehrsflächen und besondere Siedlungsflächen (Ver- und Entsorgungseinrichtungen, Abbau- und Deponieflächen, Baustellen).

Siedlungshorizont (Archäologie): Eine im Zuge von Grabungen, anderweitigen Bodenerkundungsverfahren oder infolge äolischer bzw. fluvialer Erosion sichtbar werdende Bodenschicht, die Besiedlungsspuren und / oder größere Ruinen birgt bzw. trägt.

Siedlungskörper: Der bauliche Gesamtzusammenhang einer → Siedlung bzw. ihr klar gegenüber dem Umland abgrenzbarer Bereich. Hierbei ist der allgemeine Siedlungsbegriff (Dorf, Stadt usw.) angesprochen.

Siedlungsmodell (gegenständlich): Eine dreidimensionale, mehr oder weniger detailreiche physische Wiedergabe einer → Siedlung in miniaturisierter Form bzw. in verkleinertem Maßstab. Modelle können Nachbildungen bestehender Siedlungen darstellen, aber auch als Veranschaulichung von Strukturen dienen, die sich im Gefolge geplanter bzw. diskutierter Entwicklungsmaßnahmen einstellen (würden). Weiterhin lassen sich rein fiktive Siedlungen bzw. nie realisierte Siedlungsentwürfe materiell abbilden.

Siedlungsschicht: Siehe → Siedlungshorizont.

Siedlungsstätte: Ein kleinerer besiedelter Ort.

Siedlungsstelle (planungsrechtlich, Deutschland): Eine andere Bezeichnung der Kleinsiedlung gemäß → Baunutzungsverordnung. Der Begriff steht für ein Grundstück, das mit Wohngebäude, Nutzgarten und dem landwirtschaftlichen Nebenerwerb dienenden Bauten besetzt ist.

Siedlungsstruktur (innerörtlich): Das räumlich-funktionale Gefüge eines → Siedlungskörpers.

Siedlungsstruktur (überörtlich): Die Verteilung von Siedlungen innerhalb eines Raumes sowie rangtechnische Bezüge unter diesen.

Siedlungswüstung: Die fachsprachliche Bezeichnung für eine dauerhaft aufgelassene, also von ihren Bewohnern verlassene und / oder nicht wieder durch Dritte bezogene → Siedlung.

Siegertreppchen: Ein zumeist dreistufiges Podest, das bei sportlichen Siegerehrungen eingesetzt wird.

Sienite Blue (Gestein): Eine von mehreren Handelsbezeichnungen für einen in Sambia gewonnenen Foyait. Der seltene, mit dem Syenit verwandten Plutonit besitzt ein mittelkörniges, gegenüber dem brasilianischen Azul Bahia regelmäßigeres Gefüge, ist quarzfrei und reagiert empfindlich auf Säureeinwirkungen und UV-Licht. Angesichts seines hohen Preises und seiner Empfindlichkeit wird das Gestein nahezu ausschließlich für luxuriöse Innenraumgestaltungen verwendet.

Silbermine: Ein → Bergwerk bzw. Bergbau, in dem silberhaltige Mineralgemenge gewonnen werden.

Sima: Der auf das → Geison folgende Dachrand griechischer und römischer Bauwerke bzw. die Traufkante.

Sims (Architektur): Zumeist als »Gesims« bezeichnet. Ein horizontales, teils auch geneigtes bauliches Schmuckelement, das aus einer Wand hervorsteht. Es dient dazu, Fassaden und / oder Wände zu gliedern.

Sims (Fenster): Funktional betrachtet ein außenliegendes Fensterbrett, also eine Verkleidung des oberen Brüstungsabschlusses eines Fensters. Zwar wird der Begriff verbreitet auf innen- wie außenliegende Fensterbänke angewendet, bezeichnet – wird der Duden-Definition gefolgt – jedoch nur Letztere.

Single Family Office: Ein → Family Office, das sich exklusiv dem Vermögensmanagement für eine Familie widmet; die verwalteten Vermögen belaufen sich zumeist auf 100 Mio. EUR und mehr.

Single Purpose Company (SPC): In den deutschen Fachjargon eingegangene englische Bezeichnung für eine Objekt- bzw. Zweckgesellschaft. Es handelt sich um eine juristische Person, die für einen eindeutig definierten Zweck gegründet wird. Im Bereich des Immobilienleasings handelt es sich regelhaft um eine Objektgesellschaft, die aus rechtlicher und steuerlicher Sicht als wirtschaftlicher Eigentümer der jeweiligen Immobile bzw. der in ihr zusammengefassten Objekte ist. Ein Zweck der Gesellschaftsgründung liegt darin, den Leasinggeber vor Insolvenzrisiken aus dem Bereich des Leasingnehmers bzw. das Objekt vor dem Zugriff Dritter zu schirmen.

Single Purpose Entity (SPE): Siehe → Single Purpose Company.

Single Tenant Property: Ein in den deutschen Branchenjargon eingeflossener Anglizismus. Zu Deutsch: »Einmieterimmobilie« bzw. »Einmieterobjekt« oder auch »Einzelmieterimmobilie« bzw. »Einzelmieterobjekt«.

Sinwellturm: Eine Bezeichnung für einen Rundturm mittelalterlicher Burgen und Stadtbefestigungen.

Sisalplantage: Eine ausgedehnte landwirtschaftliche Nutzungseinheit, die auf einer gezielten Anpflanzung der Sisal-Agave (einer zur Fasergewinnung genutzten Pflanze) sowie der ertragsorientierten Pflege der Anbauflächen gründet. Kennzeichnend ist eine absatzorientierte Massenerzeugung in Monokultur. Der Plantagenbegriff (im weiteren Sinn) schließt alle Anbauflächen, die erschließenden Wege und Straßen sowie sämtliche Betriebs- und Wohngebäude ein.

Skambha: Eine andere Schreibweise der Stambha. Es handelt sich um eine freistehende, monolithische Säule der hinduistischen Architektur. Diese Säulen symbolisieren die Verbindung von Himmel und Erde.

Skelett (Bauwesen): Eine Tragstruktur, die sich aus Stützen (vertikale Elemente) und Riegeln (horizontale Elemente) zusammensetzt. Im Zuge der Montage entsteht eine Art dreidimensionalen Gitterwerks.

Skelettbau: Siehe → Skelettbauweise.

Skelettbauweise: Ein konstruktiver Ansatz zur Schaffung eines statischen Gesamtsystems. Er beruht auf einer gerippeartigen Verbindung von tragenden Gliedern. Es handelt sich um eine Konstruktion, deren tragende Elemente – anders als Mauern massiver Gebäude – regelhaft keine raumabschließende Funktion erfüllen. Diese Aufgabe fällt der angebrachten Hülle (Fassade) bzw. den im Allgemeinen nicht tragenden Innenwänden zu. Die Skelettbauweise ermöglicht es, ausnehmend hohe Gebäude mit stützenfreien bzw. stützenarmen Geschossflächen zu errichten.

Skelettkonstruktion (gegenständlich): Siehe → Skelettbauweise.

Skriptorium (historisch): Eine Schreibstube oder ein Schreibsaal eines Klosters.

Skulptur (Kunstwerk): Eine gemeißelte bzw. durch Anwendung einer subtraktiven Materialbearbeitungsweise entstandene, freistehende künstlerische Darstellung. Kurz: eine Bildhauerarbeit.

Slum: Eine Siedlung innerhalb oder am Rand einer Stadt, die begrifflich mit »Elendsviertel« gleichgesetzt wird. Es kann sich um verfallen(d)e Siedlungsbereiche handeln, aber auch um »informelle Siedlungen», die von gleichsam »über Nacht« erstellten Behausungen wie Wellblechhütten, Zelten oder minderwertigen Gebäuden geprägt sind. Regelhaft kennzeichnend sind: 1. Außerordentlich hohe Bevölkerungsdichten, 2. Fehlende (oder verfallende) Infrastrukturen (Kanalisation, Wasser- und Stromversorgung etc.), 3. Mindere Lebenserwartungen der Einwohnerschaft, 4. Hohe Analphabetenquoten bzw. im Querschnitt weit unterdurchschnittliche Ausbildungsniveaus. Slums entstehen vielfach infolge ausgeprägter Wanderungsbewegungen, die sich vom Land auf die Stadt richten. Die verbreitete Auffassung, Slumbewohner stellten die im jeweiligen nationalen Rahmen schwächsten Einkommensgruppen, trifft vielfach keineswegs zu. Tatsächlich übertreffen die Pro-Kopf-Einkommen oftmals jene ländlicher Bevölkerungsgruppen. Weiterhin weisen Slums häufig ein organisiertes Sozial- und Geschäftsleben auf. Schließlich beruht der Handwerks- und Dienstleistungssektor von Städten in Entwicklungs- und Schwellenländern in erheblichem Umfang auf Leistungen von Slumbevölkerungen.

Slumgebiet: Siehe → Slum.

SMA (Bauwesen): Der gebräuchliche Kürzel für → »Splittmastixasphalt«.