Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Sel – Sh

Selbstbauhaus: Eine Spielart des Ausbauhauses, bei dem der Bauherr ein Mehr an Eigenleistungen erbringt. Der Hersteller liefert Baustoffe und vorgefertigte Bausätze an, der eigentliche Bau und Ausbau obliegt dem Bauherrn. Seriöse Anbieter unterstützen und überwachen den Baufortschritt zumeist.

Selbsthilfe (Bau): Eine andere Bezeichnung für Eigenleistungen eines Eigentümers (einschließlich mithelfender, nicht gewerblich bezahlter Freunde und Bekannter), die beim Bau, Umbau, einer Erweiterung oder dem Innenausbau einer Immobilie erbracht werden. Dieser Einsatz reduziert (sofern sachverständig ausgeführt) die Kosten eines Projektes und somit den aufzunehmenden Kreditbetrag oder den Eigenkapitaleinsatz.

Selbsthilfearbeit(en): Siehe → Selbsthilfe (Bau).

Selbstnutzer: Eine andere Bezeichnung des Eigennutzers. Sie steht für eine natürliche oder juristische Person, die eine in ihrem → Eigentum stehende Immobilie selbst nutzt, also in ihr wohnt und / oder arbeitet.

Selbstverdichtender Beton (SVB): Ein erstmals in Japan verwendeter Hochleistungsbeton, der ohne Einsatz von Rüttelenergie verdichtet. Gegenüber gewöhnlichem Beton kennzeichnen ihn eine weichere Konsistenz und ein außerordentlich vorteilhaftes Fließverhalten; er entlüftet unter Schwerkrafteinwirkung und weist nach dem Aushärten eine nahezu porenlose Oberfläche auf.

Selene-Tempel: Ein der antiken griechischen Mondgöttin, Selene, geweihter → Tempel.

Seminarhotel: Eine funktionsorientierte bzw. zielgruppenbezogene Bezeichnung für ein → Hotel, das seine Kompetenz als Gastgeber für Lehrveranstaltungen von Teilnehmergruppen geringer bis mittlerer Größe betont und gewöhnlich teils teilbare Räumlichkeiten mit entsprechender technischer Infrastruktur zur Verfügung stellt.

Senana: Eine andere Schreibweise von »Zenana«. Es handelt sich um die im Kernbereich bzw. dem Inneren eines Hauses oder Palastes gelegenen Frauengemächer oder einen entsprechenden Trakt. Senanas kennzeichnen die muslimische Kultur bzw. Architektur im südlichen Asien (z. B. im indischen Bundesstaat Rajasthan).

Seniorenappartement: Eine kleinere, an die körperlichen Bedürfnisse alter Menschen angepasste Wohneinheit. – Stichwort: Barrierefreiheit.

Seniorengerechte Wohnung: Eine Wohneinheit, die an eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten und eine geminderte Bewegungssicherheit alter Menschen angepasst ist. Das entscheidende Stichwort lautet Barrierefreiheit. Hinzu kommen besondere Ausstattungsmerkmale wie rutschsichere Bodenbeläge, erhöht angebrachte WCs, eingebaute Haltegriffe und dergleichen mehr.

Seniorenheim: Eine Wohn- und Betreuungseinrichtung für Senioren. Inzwischen schließt der Begriff auch → Seniorenpflegeheime ein. Vertiefend siehe → Seniorenwohnheim.

Seniorenhotel: Ein gewerblicher Betrieb, dessen Marketing bzw. Positionierungsansatz auf die zeitweilige Beherbergung und Verpflegung reifer Jahrgänge ausgelegt ist. »Wahre« Seniorenhotels verfügen über seniorengerechte Gästezimmer und entsprechende hausinterne Infrastrukturen (Wellnesseinrichtungen usw.). Weiterhin werden vielfach auf Senioren zugeschnittene Veranstaltungsprogramme geboten.

Seniorenimmobilie: Ein Gebäude, das der Unterbringung, Betreuung und Pflege älterer Menschen dient, die nicht in der Lage sind bzw. in absehbarer Zeit nicht mehr sein werden, einen uneingeschränkt selbständigen Haushalt zu führen bzw. einer Unterstützung durch angepasste Gebäudestrukturen und / oder helfendes Personal bedürfen. Zu den Seniorenimmobilien zählen Anlagen → altengerechten und → betreuten Wohnens, → Seniorenwohnheime, → Altenpflegeheime und → Seniorenresidenzen.

Seniorenpflegeeinrichtung (physisch): Siehe → Seniorenpflegeheim.

Seniorenpflegeheim: Eine Betreuungs- und Pflegeeinrichtung für alte Menschen, die nicht mehr zu einer eigenständigen Haushaltsführung fähig sind und ganztägiger Betreuung bedürfen. Verbreitet sind Ein- und Zweibettzimmer. Die Ausstattung genügt mehrheitlich einfachen bis mittleren Ansprüchen. Anders als Anlagen des → betreuten Wohnens beinhalten jeweilige Wohneinheiten keine Küchenbereiche bzw. Kochgelegenheiten; die Verpflegung erfolgt im Allgemeinen über eine angegliederte Heimküche. Da Bewohner von Seniorenwohnheimen verpflichtet sind, Verpflegung und Betreuungsleistungen von bestimmten Anbietern abzurufen, greifen die Schutzvorschriften des Heimgesetzes, was bedeutet, dass vorgegebene bauliche und personelle Mindeststandards einzuhalten sind.

Seniorenpflegestätte: Siehe → Seniorenpflegeheim.

Seniorenstift: Ein von einer Stiftung getragenes bzw. finanziertes → Seniorenwohnheim.

Seniorenwohnanlage: Ein an körperliche Bedürfnisse bzw. Bewegungsabläufe alter Menschen angepasster, aus einzelnen → Wohneinheiten bestehender baulicher Komplex. Kennzeichnend sind barrierefreie Zugänge und Erschließungswege sowie entsprechend ausgestaltete Wohneinheiten, die zudem mit rutschsicheren Bodenbelägen, erhöhten WCs, eingebauten Haltegriffen usw. versehen sind. Anlagen seniorengerechten Wohnens stellen keine Sonderimmobilien dar; grundsätzlich sind sie wie normale Wohngebäude zu bewerten, wenngleich ein überdurchschnittlicher Mietpreis gerechtfertigt sein kann.

Seniorenwohnheim: Ein Altenwohnheim mit abgeschlossenen Wohneinheiten, die eine eigenständige Haushaltsführung zulassen. Immobilientechnisch sind Seniorenwohnheime und Anlagen des → betreuten Wohnens vielfach identisch. Der Unterschied liegt im rechtlichen Bereich. Da Bewohner von Seniorenwohnheimen verpflichtet sind, Verpflegung und Betreuungsleistungen von bestimmten Anbietern abzurufen, greifen die Schutzvorschriften des Heimgesetzes, was bedeutet, dass festgeschriebene bauliche und personelle Mindeststandards einzuhalten sind.

Seniorenwohnstift: Ein von einer Stiftung getragenes bzw. finanziertes → Seniorenwohnheim.

Seniorenwohnung: Eine an die körperlichen Bedürfnisse alter Menschen angepasste Wohneinheit. Elementar ist eine durchgängige Barrierefreiheit. Hinzu treten ausstattungsbezogene Elemente wie rutschsicher Bodenbeläge oder erhöhte WCs.

Senkblei: Ein an einer Schnur aufgehängtes, unten zugespitztes Gewicht, das zur Bestimmung der Senkrechten bzw. des bezogen auf eine Ebene oder Gerade rechten Winkels dient. Eine andere Bezeichnung ist »Lot«.

Senkbrücke: Ein beweglicher Brückentyp, der sich als Gegenstück zur Hubbrücke darstellt. Der stets waagrecht ausgerichtete Fahrweg wird im Bedarfsfall unter den Wasserspiegel abgesenkt bzw. über diesen gehoben.

Senke (Logistik): Das Ziel bzw. der Endpunkt einer Transportkette / logistischen Kette.

Senkscharte (Burgen- / Festungsbau): Ein im unteren Bereich nach außen hin abwärts geführte → Scharte. Die Neigung führt zu einer Verkleinerung des toten Winkels im Mauervorfeld. Eine Sonderform stellt die → Fußscharte dar.

Serizzo (Gestein): Umgangssprachliche Bezeichnung und Handelsname eines dunkelgrauen, vor allem in den Südalpen vorkommenden Gneises, der in der Außen- und Innenarchitektur verwendet wird.

Serliana: Eine andere Bezeichnung für das »Palladio-Motiv«. Es handelt sich um einen Dreiklang aus einer rundbogig abgeschlossenen Wandöffnung und zwei schmalen, diese beiderseits einfassenden, vertikal ausgerichteten Rechtecköffnungen. Voneinander abgesetzt waren diese Elemente ursprünglich durch Säulen, in späterer Zeit auch durch schmale Wandpartien.

Serpentine (Verkehrswesen): Ein in Berghängen mit zahlreichen kehrenartigen Windungen angelegter, gleichsam schlängelnder Weg oder eine entsprechende Straße. Serpentinen werden angelegt, um vertretbare Steigungswinkel bzw. Gradienten zu schaffen; dafür wird eine Verlängerung der Wegstrecke in Kauf genommen.

Serpentinenstraße: Vergleiche → Serpentine (Verkehrswesen).

Serpentinenweg: → Serpentine (Verkehrswesen).

Serpentinit (Gestein): Ein gut zu bearbeitendes Metamorphgestein, das aufgrund mangelnder Säurewiderständigkeit vor allem im Bereich des Innenausbaus eingesetzt wird. Es dient zur Herstellung von Bodenbelägen und Wandverkleidungen.

Serviced Apartments: Zumeist stadtnah angesiedelter Beherbergungsbetrieb, der auf Kundengruppen abzielt, die eine längerfristige Unterkunft benötigen. Das Dienstleistungsangebot reicht von minimal bis zu hotelmäßigen Standards. Eine andere Bezeichnung für »Serviced Apartments« ist »Boardinghouse«.

Servitut (Grundbuchwesen): Eine aus dem Lateinischen abgeleitete Bezeichnung für eine Dienstbarkeit, also eine im → Grundbuch eingetragene Belastung eines → Grundstücks zugunsten einer natürlichen oder juristischen Person (z. B. ein Wohnrecht) oder zugunsten eines anderen Grundstücks (z. B. Wege- oder Leitungsrecht).

Sesame Black (Gestein): Handelsbezeichnung eines fein- bis mittelkörnigen, dunkelgrauen Quarzdiorits, der – wie viele aus China stammende Gesteine – meist unter einer Buchstabe-Zahlenkombination gehandelt wird: G654. Genutzt wird das auch als »Padang Dunkel« bezeichnete Gestein als Boden-, Terrassen-, Treppenbelag sowie zur Herstellung von Arbeitsplatten.

Sesame Grey (Gestein): Einer von zahlreichen Handelsnamen des G633 bzw. Padang Hell. Der in China gebrochene, sehr feinkörnige, mittelgraue Granodiorit wird als Boden-, Terrassen-, Treppen- und Wandbelag sowie zur Herstellung von Küchenarbeitsplatten genutzt.

Sesame White (Gestein): Eine Handelsbezeichnung für den Padang Cristallo bzw. G603. Es handelt sich um einen mittelkörnigen, gleichmäßig gemusterten Monzogranit, der in China im Tagebau gewonnen wird. Der Cristallo besitzt eine helle graue Färbung, ist witterungsbeständig und leicht zu bearbeiten. Verarbeitet wird der ausnehmend günstig angebotene Granit u. a. zu Wand- und Bodenbelägen, Küchenarbeitsplatten, Fensterbänken und Waschtischen.

Setzeisen (Steinbearbeitung): Ein flacher → Meißel mit rund 5 cm breiter Schneide, der zum linienhaften Behauen von Steinen eingesetzt wird bzw. wurde.

Setzer (Werkzeug): Eine andere Bezeichnung des Sprengeisens. Es handelt sich um ein stählernes, durch Hammerschläge geführtes Werkzeug, das → Steinmetze einsetzen, um Ecken und Kanten an Werksteinen herauszuarbeiten, indem überschüssiges Material abgesprengt wird. Der Stiel geht in einen rechteckig, teils annähernd quadratisch ausgeformten Kopf mit abgeschrägten Schneiden über.

Setzstufe: Ein Element bzw. Brett, das, auf der Längsseite stehend, zwischen zwei Stufentritten bzw. Trittstufen eingebaut wird, die Treppe also schließt. Andere Bezeichnungen sind »Futterstufe« und »Stoßstufe.

Sezuan Weiß (Gestein): Einer von vielen Handelsnamen des Padang Cristallo bzw. G603. Der mittelkörnige, gleichmäßig strukturierte Monzogranit wird in China im Tagebau gewonnen. Der Cristallo besitzt eine helle graue Färbung, ist witterungsbeständig und leicht zu bearbeiten. Verarbeitet wird der ausnehmend preiswert gehandelte Granit u. a. zu Wand- und Bodenbelägen, Küchenarbeitsplatten, Fensterbänken und Waschtischen.

Sezuan White: Siehe → Sezuan Weiß (Gestein).

Sgrafitto: Ein Kratzputztechnik, die in der italienischen Renaissance aufblühte und sich bald in deutschsprachige Gebiete ausbreitete. Kennzeichnend ist der Auftrag verschiedener, teils pigmentierter Putzschichten. In obere, noch nicht ausgehärtete Schichten werden nun gewünschte Motive geritzt, geschnitten oder gekratzt, die infolge getönter Unterschichten zur Geltung kommen.

Share Deal (immobilienbezogen): Eine Transaktion, bei der nicht die Immobilie selbst, sondern Anteile an einer Objektgesellschaft, die eine oder mehrere Immobilien hält, erworben bzw. übertragen werden.

Shariah-konforme Immobilienfinanzierung: Siehe → Schari'ah-konforme Immobilienfinanzierung.

Sheddach: Eine kombinierte Dachform, bei der mehrere → Pult- oder → Satteldächer aneinandergereiht werden. In der Regel unterscheiden sich die Neigungswinkel beider Dachflächen. Verbreitet wird eine Seite senkrecht ausgeformt und Oberlichter eingebaut. Die Konstruktionsweise besitzt zwei schlagende Vorteile: Einerseits minimiert sie die Dachhöhe, wodurch sich großflächige Bauwerke wie Industrie-, Lager- und Logistikhallen mit verhältnismäßig geringem Aufwand überdachen lassen. Andererseits lässt sich eine flächendeckend ausgezeichnete Beleuchtung erzielen. Eine andere Bezeichnung ist »Sägezahndach«.

Shikhara (Nordindien): Ein hoher, bienenkorbähnlich geformter, den Weltenberg Meru symbolisierender Tempelturm.

Shikhara (Südindien): Eine Tempeltürme abschießende Flachkuppel.

Shiro: Eine traditionelle japanische → Burg.

Shivakashi (Gestein): Ein von rötlich-braunen Wolken durchsetzter indischer Granulit bzw. Granit mit gelblich-grauer Grundfarbe. Das Gestein wird – obwohl für den Außenbereich geeignet – bevorzugt im Innenausbau genutzt. Es dient u. a. als Ausgangsmaterial für Waschtische, Küchenplatten, Boden- und Treppenbeläge und Kaminverkleidungen.

Shiva Kashi: Siehe → Shivakashi (Gestein).

Shopping Center: Die aus dem US-Englischen ins Deutsche übernommene Bezeichnung für ein »Einkaufszentrum«. Es handelt sich um eine gewöhnlich einheitlich geplante und errichtete, großflächige Versorgungseinrichtung, die zahlreiche Betriebsformen und Betriebstypen aller Größenordnungen einbindet. Große Zentren weisen einen umfänglichen Branchenbesatz auf. Als Magnetbetriebe fungieren SB- und / oder Waren- und Kaufhäuser. Kennzeichnend ist ein Einschluss von Gastronomie- und Dienstleistungsbetrieben. In der Regel liegt ein zentrales Management vor. Das Europäische Handelsinstitut definiert – logisch nur bedingt nachvollziehbar – 10.000 qm Einzelhandelsgeschäftsfläche (nicht Verkaufsfläche) als unteren Schwellenwert, der eine Einordnung als Einkaufszentrum rechtfertigt (vertiefend siehe Zentrenplanung – Dimensionen und Prinzipien).

Shopping Centre: Die britische Schreibweise von → Shopping Center.

Shopping Mall: Ein flächenmächtiges, geschlossenes → Einkaufszentrum.

Shop-Zone: Eine gängige Bezeichnung der Ladenzone. Es handelt sich um einen der → Kassenzone einer großen bzw. großflächigen, Verkaufseinheit vorgelagerter Bereich, der mit kleineren Einzelhandels- und (handwerksnahen) Dienstleistungsbetrieben besetzt ist. Shop-Zonen sind typisch für → Verbrauchermärkte und → SB-Warenhäuser. In aller Regel generiert der Großflächenbetreiber über entsprechende Untervermietungen zusätzliche Erträge. Er fungiert als Frequenzbringer für die kleineren Einheiten.