Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Se - Sek

Sechspass: Ein vor allem im gotischen → Maßwerk verwendetes Zierelement mit sechs Symmetrieachsen. Das Ornament setzt sich aus sechs ringförmig angeordneten Kreissegmenten bzw. Pässen zusammen, an deren Übergangspunkten sich Nasen ausbilden. Gewöhnlich handelt es sich bei den Segmenten um Halb- oder Dreiviertelkreisbögen.

Sechsplattenofen: Ein gleichsam in die Raummitte gerückter → Fünfplattenofen, der damit zwangsläufig vom → Hinterlader zu einem aus dem Standraum selbst zu beschickenden Vorderlader wurde. Dieser Ofentyp verbreitete sich – zunehmend mit geteilter Brennkammer ausgestattet – während des 18. Jahrhunderts vor allem in Bürgerhäusern. Vorteil: Rundum abstrahlende Wärme. Nachteil: Brennstofftransport und Resteentsorgung durch den jeweiligen Wohnraum.

Sechsschneuß: Ein vor allem im spätgotischen → Maßwerk zu findendes Ornament, das aus sechs, in einem Kreis zusammengesetzten → Fischblasen besteht.

Sechsspänner (Wohnungsbau): Eine Erschließungsform bzw. Gebäudekonfiguration mit sechs → Wohneinheiten je Stockwerk.

Sedilie: Ein zumeist von einem Mauerbogen oder einer kuppelartigen Überwölbung betonter Sitz im Altarraum katholischer Kirchengebäude, der kirchlichem Personal (Priester, Diakone usw.) vorbehalten ist.

Seebad (Deutschland): Ein geschützter, von den Bundesländern vergebener Namenszusatz für Städte bzw. Gemeinden mit Küstenklima, die über Kureinrichtungen verfügen, jedoch keine Heilbäder darstellen.

Seebühne: Eine Spielart des Freilichttheaters. Die Bühne ist hier in einem See bzw. unmittelbar an einem Seeufer angelegt.

Seegrundstück: Ein → Grundstück mit unmittelbarem Seezugang.

Seehafen: Ein mehrdeutiger Begriff, der sich sowohl auf einen → Hafen für Meeresfahrzeuge als auch einen an einem See gelegenen Binnenhafen beziehen kann. Um Missverständnissen vorzubeugen, empfiehlt es sich bei Bezugnahme auf einen meeresorientierten Hafen von »Hochseehafen« zu sprechen. Weiterhin festzuhalten ist, dass Hochseehäfen keineswegs unmittelbar am Meer bzw. an der See gelegen sein müssen. Beispielsweise liegt Hamburgs Hafen rund 100 km von der Elbemündung entfernt im Binnenland.

Seeheilbad: Ein geschütztes Prädikat für Küstenstädte und -gemeinden, die zuvorderst gesundheitsorientierte Aufgaben erfüllen. Gegenüber dem → Seebad liegen verschärfte Einstufungskriterien vor. Bedingungen sind u. a. ein höchstens zwei Kilometer von der Meeresküste entferntes Ortszentrum, ein gesundheits- bzw. genesungsförderliches Klima, ausgezeichnete Wasserqualitäten und vorhandene Kureinrichtungen.

Seetheater: Siehe → Seebühne.

Seeuferpromenade: Eine breite, künstlich an einem Seeufer angelegte Flaniermeile innerhalb von Siedlungskörpern oder ein entsprechender Weg zwischen unmittelbar benachbarten Siedlungseinheiten.

Segelwindmühle: Eine Spielart der → Turmwindmühle. Sie besitzt entweder ein aus Stangenruten gebildetes Windrad, das mit Dreieckssegeln bestückt ist, oder ein entsprechendes Flügelkreuz.

Segmentbogen (Architektur): Ein abgeflachter → Halbkreisbogen. Formbedingt schiebt er stärker nach den Seiten hin. Er kommt bei Gebäuden und als Lösung im Brückenbau zum Einsatz. Hier liegt sein Vorteil darin, dass er – bei vergleichsweise geringer Höhe – große Spannweiten zulässt.

Segmentbogengewölbe: Gleichsam ein stark abgeflachtes → Tonnengewölbe. Konkret: Die Wölblinie entspricht einem Kreissegment von weniger als 180 Grad.

Segmentbogenpflaster: Ein gewöhnlich aus kleinen bis mittelgroßen Pflastersteinen hergestelltes Verlegemuster, bei dem die Einzelsteine in Form von Viertelkreisen bzw. Kreisausschnitten von jeweils 90 Grad angeordnet sind.

Segmentbogenverband (Pflaster): Siehe → Segmentbogenpflaster.

Segregation (Prozess): Der Vorgang einer räumlichen Entmischung verschiedener sozialer und / oder ethnischer Bevölkerungsgruppen oder auch Altersgruppen innerhalb eines Siedlungsbereiches (Stadt usw.).

Segregation (statistisch): Die bestehende räumliche Verteilung verschiedener sozialer und / oder ethnischer Bevölkerungsgruppen oder auch Altersgruppen innerhalb eines Siedlungsbereiches (Stadt usw.).

Segregationsindex: Eine Maßzahl, welche die Wohnortverteilung einer (einzigen) Bevölkerungsgruppe im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ausweist.

Sehschlitz (Burgen- / Festungsbau): Ein Mauerspalt, der zum Anvisieren eines Angreifers mit einer Schusswaffe oder als Spähschlitz dient.

Seige (Bergbau): Auch »Wasserseige«. Ein im Streckenverlauf ausgeschlagenes oder aus Halbschalen hergestelltes Gerinne, das austretendes Wasser zum Pumpensumpf abführt.

Seiger (Adjektiv): Bergbaulicher und geologischer Fachbegriff für (annähernd) »lotrecht« bzw. »senkrecht«. Eine andere Schreibweise ist »saiger«.

Seigerschacht: Ein (annähernd) senkrecht in die Tiefe geführter Grubenbau zur Erschließung von Lagerstätten.

Seitenbahnsteig: Ein → Bahnsteig mit nur einer Verkehrskante, der an einer Längsseite des Bahnhofs liegt, jedoch keinen → Hausbahnsteig darstellt. Ein Seitenbahnsteig wird auch »Außenbahnsteig« genannt.

Seitenkapelle: Ein optisch vom kirchlichen Hauptraum abgesetzter Raum, der einen Seitenaltar beinhaltet.

Seitenrisalit: Ein zwischen Mittelabschnitt und seitlichem Abschluss eines Bauwerkes – also außermittig – über dessen Fluchtlinie vorspringender Gebäudeteil, der gewöhnlich dieselbe Höhe wie der »ankernde« Gebäudekörper aufweist. → Risalite waren typisch für barocke und renaissancezeitliche → Profanbauwerke.

Seitenschiff (Kirchenbau): Innerhalb eines von Säulenreihen gegliederten Kirchengebäudes ein parallel zum → Mittelschiff entwickelter Raum.

Seitenstraße: Von einer übergeordneten, regelhaft stärker frequentierten Achse abgehende Straße.

Seitenstreifen: Eine (bei Rechtsverkehr) rechts neben dem Fahrstreifen einer Richtungsfahrbahn gelegene Spur, die nicht als Beschleunigungs- oder Verzögerungsstreifen kenntlich gemacht ist.

Sektorenmodell (Stadtentwicklung): Ein 1939 vom US-Amerikaner Homer Hoyt vorgestellter Ansatz zur Erklärung der stadtstrukturellen Entwicklung. Hoyt konzentrierte sich auf die Verlagerung von Oberschichtvierteln im Zeitverlauf. Im Ergebnis zeigte sich, dass diese mehr und mehr in Richtung Peripherie tendierten und dieser Prozess bedeutenden Verkehrsadern folgte. Im Ergebnis zeichnete Hoyt ein sektorales Strukturmodell. Das Modell greift jedoch zu kurz; tatsächlich steuern Entwicklungen im gewerblichen Bereich (Büro, Einzelhandel usw.) die Stadtentwicklung weit stärker als die bemühte Verlagerung von Oberschichtquartieren.

Sekundärlage: Bezogen auf bestimmte Nutzungsarten ein nachrangiger bzw. zweitklassiger städtischer Teilraum.

Sekundärluft (Klimatechnik): Aus einem Raum abgeführte Luft, die diesem nach erfolgter Aufbereitung neuerlich zugeführt wird.