Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Schil – Schla

Schild (Gewölbearchitektur): Die halbrunden Endflächen eines → Tonnengewölbes sowie ihre Gegenstücke bei Spitzbogengewölben.

Schildbogen (Gewölbearchitektur): Die Bogenlinie der halbrunden Endflächen eines → Tonnengewölbes sowie die entsprechende Linie bei spitzbogigen → Gewölben.

Schilderhaus: Ein kleiner, regelhaft aus Holz gefertigter Unterstand für militärische Wachposten.

Schildhaus: Siehe → Schilderhaus.

Schildmauer: Die auf der Hauptangriffsseite einer Burg hochgezogene Mauer, die gemessen an der restlichen Befestigung außerordentlich stark und hoch ausgelegt ist und sich optisch deutlich von der übrigen Umfassungsmauer abhebt.

Schildvortrieb: Ein Verfahren des Tunnelbaus, bei dem der Vortrieb bzw. die Schaffung des Stollens mittels eines rotierenden, gewöhnlich mit Metallzähnen besetzten Schneidewerkzeugs – dem Schild – erfolgt.

Schildwachhaus: Siehe → Schilderhaus.

Schilf: → Schilfrohr.

Schilfdach: Eine mit Schilf gedeckte Dachkonstruktion. Schilfdächer besitzen z. B. am Neusiedlersee (Österreich, Ungarn) eine lange Tradition.

Schilfdachdecker: Ein Handwerker, der auf Dacheindeckungen mit → Schilfrohr spezialisiert ist.

Schilfplatte: → Schilfrohrplatte.

Schilfrohr: Ein feuchtebeständiges, eine raue Oberflächenstruktur aufweisendes Süßgras, das auf eine lange Tradition als natürlicher Baustoff zurückblickt. Schilfrohr wurde frühzeitig zur Dachdeckung, zur Herstellung von Dämmungen, Einhegungen und Trennwänden sowie als Putzträger eingesetzt. Schilfrohr besitzt brandhemmende Eigenschaften.

Schilfrohrdämmplatte: Bezeichnungsgemäß eine für Dämmzwecken gedachte bzw. genutzte → Schilfrohrplatte.

Schilfrohrplatte: Eine flächiges, durch Pressung parallel ausgerichteter, mit Draht verbundener Schilfrohre erzeugtes Element, das u. a. im Bereich der Wärmedämmung eingesetzt wird.

Schindel: Eine handliche, flache, gewöhnlich rechteckige Platte, die zur Dacheindeckung oder der Fassadenverkleidung genutzt wird. Ursprünglich bestanden Schindeln aus Holz, später auch aus Schiefer. Heute werden Schindeln aus verschiedenen Materialien (Alu, Kunststoff usw.) gefertigt.

Schirmvogt (historisch): Auch »Kastvogt« genannt. Es handelt sich um einen mittelalterlichen Titel für einen weltlichen Feudalherren, der die Schutzaufsicht über ein Stift oder Kloster ausübte. Der durch Abgaben entlohnte Schirmvogt übernahm Aufgaben im Bereich von Wirtschaftsführung und Gerichtsbarkeit.

Schlacke: Metallurgische Bezeichnung für einen erstarren, nichtmetallischen, aus Oxiden bestehenden Schmelzrückstand. Schlacken entstehen bei der Erzverhüttung. Im Baubereich werden sie – sofern umweltverträglich – als Schotter und → Zuschlagstoff verwendet.

Schlackensand: Ein feinkörniges, glasiges Nebenprodukt der Roheisenproduktion. Gemahlene Hüttensande bilden die Grundlage von Hochofen- und Portlandhüttenzementen.

Schlafsaal (Beherbergungsgewerbe / Parahotellerie): Ein mit mehr als ca. acht Betten ausgestatteter Raum. Die Abgrenzung gegenüber dem Mehrbettzimmer ist unscharf.

Schlafstadt: Eine Bezeichnung für Vororte bzw. Vorstädte, die überwiegend von Auspendlern bevölkert sind und wenig entwickelte Infrastrukturen im Bereich von Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und Sozialem aufweisen.

Schlagbrunnen: Eine andere Bezeichnung des Rammbrunnens. Es handelt sich um eine zur kleinmaßstäbigen Grundwassergewinnung erstellte Anlage. Kennzeichnend ist, dass ein Rohr in den Boden gerammt wird, durch das Grundwasser gefördert wird. Schlagbrunnen zählen zum Kreis der → Nutzbrunnen; gewöhnlich dienen sie der Brauchwasserförderung bzw. der Viehtränke.

Schlageisen: Siehe → Meißel.

Schlägel: Ein gewöhnlich 1 – 1,5 kg schwerer Hammer mit zwei quadratisch geformten Schlagflächen, der zur Steinbearbeitung mit einem Schlag- oder Spitzeisen genutzt wird.

Schlagendes Wetter (Bergbau): Siehe → Schlagwetter (Bergbau).

Schlagladen: Eine im norddeutschen Raum geläufige Bezeichnung für einen → Fensterladen.

Schlagrodung: Die Beseitigung größerer Baumbestände durch Fällen.

Schlagschnur: Auch »Markierschnur« genannt. In moderner Form handelt es sich um eine eingehauste, auf eine Rolle gewickelte Schnur, die vor allem im Innenausbau und im Holzbau verwendet wird, um eine exakt gerade Verbauung eingesetzter Stoffe bzw. Bauteile sicherzustellen.

Schlagtor: Ein Tortyp, der um eine in der Mitte oder oben platzierte Horizontalachse bewegt wird. Schlagtore fanden sich besonders bei Befestigungsanlagen.

Schlagwetter (Bergbau): Ein untertätiges Luftgemisch mit erhöhtem bzw. hohem Anteil an explosiven Gasen.

Schlämmputz: Streng genommen kein → Putz, sondern ein aufgebrachter Mörtelbelag, der aus sehr dünn angemachtem Kalk oder Zement hergestellt und mittels Bürste oder Quast aufgebracht wird; kennzeichnend ist, dass die Struktur des Untergrundes sichtbar bleibt.

Schlauchlager (Feuerwehr): Ein regelhaft mit Regalen ausgestatteter Raum, in dem einsatzfähige Löschschläuche aufbewahrt werden.

Schlauchturm (Feuerwehr): Ein turmartiges Bauwerk, in dem Löschschläuche (nach dem Einsatz bzw. der Wäsche) zum Trocknen aufgehängt werden. Schlauchtürme dienen oftmals auch zu Übungszwecken (Atemschutz, Abseilen usw.).

Schlauder (Fenster / Türen): Ein ankerförmiges, mit Schlitz und Bohrung versehenes Flacheisen, das zur Befestigung von Türen und Fenstern im Mauerwerk dient.

Schlauder (Wandverbindung): Eine runde oder vierkantige, lange eiserne Stange, die eingesetzt wird, um einander gegenüberliegende Mauern zu verbinden. Die Stangenenden durchlaufen das Mauerwerk; ihre Enden bilden Keile, Schließen oder Schraubabschlüsse; diese Abschlüsse sind vielfach als Zierwerk ausgestaltet.

Schlechtes Wetter (Bergbau): Ein untertägiges Luftgemisch mit erhöhter bzw. hoher Konzentration giftiger Gase.

Schleiermaßwerk: Ein freistehend vor einer Wand bzw. Mauer errichtetes → Maßwerk.

Schleifenrampe (Autobahn): Eine andere Bezeichnung der indirekten Verbindungsrampe. Es handelt sich um eine schleifenartige, zur Linksabfahrt (bei Rechtsverkehr) errichtete → Verbindungsrampe mit regelhaft engem Kurvenradius, die kein Brückenbauwerk erfordert. Sie verläuft zumeist ein Stück entlang des inneren Saums einer direkten oder halbdirekten Verbindungsrampe.

Schleifung: Die planmäßige Niederlegung bzw. der systematische Abriss von Verteidigungsanlagen bzw. Mauergürteln von Festungen.

Schleppdach: Ein Abschnitt von geneigten Dächern, der mit dem Hauptdach verbunden ist, jedoch über dieses hinaus ausgreift, es dessen Fläche also über die → Traufe hinaus verlängert. Schleppdächer bedecken mehrheitlich nachrangig genutzte Gebäudeteile oder nachträgliche Anbauten. Das Schleppdach wird auch als »abgeschlepptes Dach« bezeichnet.

Schleppender Läuferverband (Mauerwerk): Ein modifizierter → Läuferverband, bei dem die Steine aufeinanderfolgender Lagen nicht um die Hälfte, sondern jeweils um ein Viertel ihrer Länge gegeneinander versetzt sind.

Schleppender Mauerwerksverband: Siehe → Schleppender Verband (Mauerwerk).

Schleppender Verband (Mauerwerk): Ein Form- bzw. Werksteinverband, bei dem die Steine aufeinanderfolgender Lagen nicht um die Hälfte, sondern jeweils um (etwa) ein Viertel ihrer Länge gegeneinander versetzt sind.

Schleppgaube: Eine aus einer schlitzartigen, waagrecht ausgerichteten Dachbodenlüftung heraus entwickelte Form der → Gaube bzw. Gaupe mit rechteckiger Stirnseite. Die Schleppgaube ist in ein → Pultdach eingebunden, das von einem steiler geneigten Hauptdach ausgeht. Die dreieckigen Gaubenwangen weisen keine rechten Winkel auf. Umgangssprachlich werden ungewöhnlich breite bzw. flache Schleppgauben u. a. als »Dachhechte« oder »Hechtgauben« bezeichnet.

Schleppgaupe: Siehe → Schleppgaube.

Schlesischer Verband (Mauerwerk): Ein Mauerwerksverband, bei dem in jeder Steinlage mindestens zwei → Läufer auf einen → Binder folgen.

Schleswiger Haus: Eine andere Bezeichnung für das → Geesthardenhaus, das auch »cimbrisches Haus« genannt wird.

Schleuse (Wasserbau): Ein mit technischen Installationen ausgestattetes Bauwerk, das es Wasserfahrzeugen gestattete, Gefällsbrüche bzw. durch natürliche Hindernisse oder menschliche Eingriffe erzeugte Höhenunterschiede in einem Gewässer oder zwischen zwei Gewässern zu überwinden. Kernkomponenten sind eine kanalartig anmutende Schleusenkammer sowie → Schleusenhäupter mit eingelassenen Toren. Der Höhenunterschied zwischen beiden Gewässerniveaus wird ausgeglichen, indem der Wasserspiegel in der Schleusenkammer durch Zulauf aus dem Oberwasser gehoben oder durch Ablauf in das Unterwasser gesenkt wird. Zu- und Ablauf werden durch Schieber kontrolliert.

Schleusenhaupt (Wasserbau): Ein Bestandteil eines Schleusenbauwerks, in den ein Schleusentor eingelassen ist. Bei Binnenschleusen wird von Ober- und Unterhaupt gesprochen, bei maritimen Schleusenanlagen von Außen- und Binnenhaupt.

Schleusenkammer (Wasserbau): Das von Ober- und Unterhaupt eingefasste Becken einer → Schleuse, in dem der Höhenunterschied zwischen zwei Gewässerabschnitten bzw. zwei Gewässern durch Füllen und Ablassen ausgeglichen wird.

Schleusentor (Wasserbau): Ein in das Ober- oder Unterhaupt einer → Schleuse eingesetztes Tor, das zum Ein- und Ausfahren von Wasserfahrzeugen dient.

Schleusentreppe (Wasserbau): Eine Abfolge auf- bzw. absteigend angeordneter Schleusenkammern, die direkt aneinandergereiht oder durch vergleichsweise kurze zwischengeschaltete Gewässerabschnitte miteinander verbunden sind.

Schlitz (Zimmermanns- / Tischlerwesen): Die einem kantigen Zapfen angepasste Hohlform eines zu verbindenden Holzstückes. Vertiefend siehe → Zapfenverbindung.

Schlitzfenster: Eine an der Außenseite ausnehmend schmale, lotrechte Maueröffnung, die sich nach innen vielfach erweitert. Schlitzfenster finden sich seit der → Romanik häufig in den Außenmauern von Wehrbauwerken und Wirtschaftsgebäuden.

Schloss (Architektur): Ein gemessen an bürgerlichen StandardsSchloss Linderhof, Ettal, Bayern ausnehmend großes, Wohn-, Repräsentations- und / oder Regierungszwecken dienendes Bauwerk, das mit zahlreichen prunkvoll gestalteten Räumen und zumeist mehreren Sälen ausgestattet ist. Üblicherweise besitzen Schlösser auffällig gestaltete, mehr oder minder reichhaltig ornamentierte Fassaden. Weiterhin verfügen sie mehrheitlich über zugehörige Gartenanlagen. Ursprünglich waren Schlösser Adelssitze. Rechts eine Aufnahme von einem der »Märchenschlösser« König Ludwigs II. von Bayern (aufgenommen von Elmar Pfeiffer, 09 / 2011). Weitere Schlossansichten finden sich u. a. in den Bildergalerien Schloss Linderhof (Linderhof Palace) und Schloss Herrenchiemsee.

Schloss (Sperrvorrichtung, fest montiert): Eine mechanische (u. a. elektronisch gesteuerte) Vorrichtung, die verbaut wird, um einen unbefugten Zutritt bzw. Zugang zu einem Ort oder den Zugriff auf einen Raum zu vereiteln. Zum bestimmungsgemäßen Öffnen bzw. Schließen ist ein spezielles, passgenaues Werkzeug – der Schlüssel – erforderlich.

Schlossanlage (physisch): Ein aus Haupt- und Nebengebäuden, zumeist auch Gärten bestehender Komplex. Definitorisch entscheidend ist, dass eingebundene Bauwerke, Gebäude und Freiflächen bzw. Gärten als Einheit wahrgenommen werden bzw. einen Nutzungszusammenhang aufweisen, der sich in inneren Wegeverbindungen spiegelt.

Schlossbau (prozessual): Die Errichtung eines → Schloss bzw. Schlossbauwerkes.

Schlossfalle (Schließtechnik): Jenes horizontal bewegliche Teil eines Schlosses, das eine Tür in ihrem Anschlag hält, sobald sie geschlossen wird bzw. zugefallen ist.

Schlossmodell (gegenständlich, Gebäude): Eine dreidimensionale, mehr oder weniger detailreiche physische Wiedergabe eines → Schlosses in miniaturisierter Form bzw. in verkleinertem Maßstab. Ein derartiges Modell kann ein bestehendes oder einstmals bestehendes Schloss nachbilden, aber auch einen nie realisierten Entwurf oder ein rein fiktives Bauwerk.

Schlossruine: Ein → Schloss, das vorsätzlich oder durch ein Unglück stark zerstört wurde oder infolge mangelnder Instandhaltung dermaßen verfiel, dass keine dem baulichen Zweck entsprechende Nutzung mehr möglich ist.

Schlossseite (Tür): Bei Anschlagtüren die mit dem Schloss bzw. der Drückergarnitur versehene Türseite.

Schlot (Gebäude): Ein zumeist senkrecht errichteter Hohlbau, der Gebäuden aufsitzt oder seitlich an ihnen hochgezogen ist. Er dient dazu, in Öfen bzw. Verbrennungsanlagen entstehenden Rauch nach außen abzuleiten.

Schlupf (Burgen- / Festungsbau): Kurzbezeichnung der → Schlupftür.

Schlupfpforte (Burgen- / Festungsbau): Eine andere Bezeichnung der → Ausfallpforte, wobei der Begriff eher die Flucht- und Versorgungsfunktion betont.

Schlupftür: Eine in das Blatt eines (Scheunen)Tores eingelassene Tür, die ein Betreten und Verlassen eines Gebäudes oder räumlichen Bereiches ermöglichte, ohne das unhandlichere Tor bewegen zu müssen.

Schlüssel (Schließeinrichtung): Ein Werkzeug zum Öffnen und Schließen einer Sperrvorrichtung bzw. eines Schlosses.

Schlüsselbart: Der vordere, zuerst in den aufnehmenden Kanal eingeführte Teil eines Schlüssels, der die Schließungscodierung trägt. Der Bart besteht aus einer Abfolge unterschiedlich hoher bzw. unterschiedlich geformter Zacken oder Zinken.

Schlüssellochscharte: Siehe → Schlüsselscharte (Burgen- / Festungsbau).

Schlüsselscharte (Burgen- / Festungsbau): Eine → Schießscharte, deren Form an ein um 180 Grad gedrehtes Schlüsselloch alter Machart erinnert. Konkret: Dieser Schartentyp setzt sich aus einem senkrechten Mauerschlitz und einer unten anschließenden kreisförmigen Erweiterung zusammen. Schlüsselscharten waren vorwiegend für die Nutzung durch Gewehrschützen vorgesehen.

Schlussstein (Bogen): Ein häufig (angedeutet) keilförmiger Stein, der im Scheitelpunkt eines gemauerten Bogens eingesetzt wird und den Bogen selbsttragend werden lässt. Der Schlussstein wird in diesem Zusammenhang auch als »Scheitelstein« bezeichnet.