Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu S – Sau

Saal: Ein oft überdurchschnittlich hoher, grundsätzlich ausnehmend großer umbauter Raum, der einer gemeinschaftlichen, zumindest jedoch einer über rein private Zwecke hinausgehenden Nutzung dient. Beispiele sind repräsentative herrschaftliche Säle, Ess- und Schlafsäle, Konzertsäle usw.

Saalkirche: Ein aus nur einem Schiff bzw. einem saalähnlichen Raum bestehendes, gewöhnlich längsseitig ausgerichtetes → Kirchengebäude mit regelhaft rechteckigem Grundriss.

Saalkirche, querschiffige: Eine Spielart der Saalkirche, die durch einen an der Längsseite des Schiffes angelegten Altarbereich gekennzeichnet ist.

Saalstube (historisch): Eine andere Bezeichnung der Tafelstube: Es handelt sich um ein beheizbares, seit dem 15. Jahrhundert in vielen deutschen Schlössern eingerichtetes Esszimmer, das der fürstlichen Familie vorbehalten war.

Sacellum (antikes Rom): Ein mit Altar ausgestatteter kleiner Bau, der als Verehrungsstätte eines Gottes bzw. einer Göttin diente, mithin ein kleiner Tempel. Sacellae entstanden häufig als private Heiligtümer.

Sacherl (immobilienbezogen): Eine in Teilen Süddeutschlands und in Österreich geläufige Bezeichnung für ein kleines landwirtschaftliches Anwesen bzw. ein kleines Bauernhaus.

Sachwert: Immobilienbezogen der Substanzwert bzw. der materielle Wert eines Objektes zum Bewertungsstichtag. Der Sachwert eines Gesamtgrundstücks umfasst den Boden- und Gebäudesubstanzwert (Zeitwert) sowie den Wert sonstiger Anlagen (Zeitwert).

Sachwertansatz: Siehe → Sachwertverfahren (Grundstückswertermittlung).

Sachwertermittlung: Siehe → Sachwertverfahren.

Sachwertgutachten (Grundstückswertermittlung): Ein auf Grundlage einer eingehenden Objektanalyse sowie nachvollziehbarer Prämissen und begründeter Schlussfolgerungen erstellter Bericht, in dem der → Sachwertwert eines bebauten oder unbebauten Grundstücks abgeleitet wird.

Sachwertgutachter (Grundstückswertermittlung): Ein Sachverständiger, der einen alle relevanten Objektmerkmale beschreibenden und bewertenden Bericht auf Grundlage des → Sachwertverfahrens erstellt.

Sachwertmethode: Siehe → Sachwertverfahren.

Sachwertverfahren (Grundstückswertermittlung): Methode der Grundstückswertermittlung, die auf eine Bestimmung bzw. Erfassung substanzorientierter Werte abhebt. Der Sachwert umfasst den Boden- und Gebäudesubstanzwert (Zeitwert) sowie den Wert sonstiger Anlagen. Diese drei Größen werden getrennt bestimmt und abschließend zu einem Gesamtwert verbunden. Das Verfahren liefert brauchbare Hinweise, wenn Bau- bzw. Erstellungskosten im Mittelpunkt des Interesses stehen. Dies betrifft besonders eigengenutzte Immobilien, hierbei wiederum zuvorderst Wohnobjekte.

Sackbahnhof: Eine umgangssprachliche Bezeichnung des Kopfbahnhofes. Es handelt sich um einen Bahnhof, in dem alle eingehenden Gleise enden. Somit erfolgen Ein- und Ausfahrt in umgekehrter Richtung.

Sackgasse: Eine → Gasse mit einem »toten», einem nicht unmittelbar mit dem Wegenetz verknüpften Ende.

Sackgassendorf: Eine spätmittelalterliche, häufig aus dem → Rundling hervorgegangene ländliche Siedlung, deren Hauptzuweg abbricht, also inmitten des Dorfes ausläuft. Vielfach erinnern diese Siedlungen an → Reihendörfer. Sackgassendörfer finden sich vor allem in einstigen Übergangsräumen germanisch und slawisch geprägter Gebiete zwischen Ostsee und Erzgebirge.

Sackgleis: Eine andere Bezeichnung für ein Stumpfgleis. Es handelt sich um ein Gleis, das in einem → Prellbock ausläuft oder anderweitig abgeschlossen wird, also nur einseitig mit einem Gleissystem verbunden ist. Bei → Kopfbahnhöfen sind alle Gleise Sackgleise.

Sägezahndach: Eine kombinierte Dachform, bei der mehrere → Pult- oder → Satteldächer aneinandergereiht werden. In der Regel unterscheiden sich die Neigungswinkel beider Dachflächen. Verbreitet wird eine Seite senkrecht ausgeformt und Oberlichter eingebaut. Die Konstruktionsweise besitzt zwei wesentliche Vorteile: Einerseits minimiert sie die Dachhöhe, wodurch sich großflächige Bauwerke wie Industrie-, Lager- und Logistikhallen mit vergleichsweise geringem Aufwand überdachen lassen. Andererseits lässt sich eine flächendeckend ausgezeichnete Beleuchtung erzielen. Eine andere Bezeichnung ist »Sheddach«.

Sägezahnfries: Ein dekoratives Band, das eine Abfolge an der Basis offener spitzwinkliger Dreiecke zeigt. Ein Fries dient der Abgrenzung, Umgrenzung und Gliederung von Gebäudeteilen.

Sägezahntreppe: Eine → Treppe, deren Trittstufen auf sägezahnartig ausgeschnittenen Holmen auffliegen.

Sahn: Der Hof einer → Moschee.

Saiger (Adjektiv): Bergbaulicher und geologischer Fachbegriff für (annähernd) »lotrecht« bzw. »senkrecht«. Eine andere Schreibweise ist »seiger«.

Saigerschacht: Ein (annähernd) senkrecht in die Tiefe geführter Grubenbau zur Erschließung von Lagerstätten.

Saillant (Festungsbau): Einer der vielen im festungsbaulichen Vokabular verankerten französischen Begriffe. Er bezeichnet einen ausspringenden, von zwei zusammenlaufenden Facen gebildeten Wallwinkel bzw. eine Bastionsspitze.

Sakralarchitektur: Baustile bzw. bauliche Moden, Formensprachen und Bauweisen, die Gebäude und Bauwerke kennzeichnen, deren Errichtung religiös motiviert ist.

Sakralbau: Siehe → Sakralbauwerk.

Sakralbaukunst: Siehe → Sakralarchitektur.

Sakralbaustil: Eine architektonische Linie, Ausprägung, Formensprache und Bauweise, die Gebäude und Bauwerke kennzeichnet, deren Errichtung religiös motiviert ist.

Sakralbauwerk: Ein religiösen Zwecken bzw. dem Vollzug kultischer Handlungen dienendes → Bauwerk. Bekannte Vertreter sind Kirchen, Moscheen und Synagogen, also Tempel der jeweiligen Glaubensgemeinschaft. All diesen Bauwerken gemeinsam ist, dass sie mit einem irrationalen, sich jeder logischen Argumentation entziehenden Glauben an personifizierte übermenschliche Gestaltungskräfte (Gott, Götter) verbunden sind. Sakralbauwerke versinnbildlichen die Spaltung der Menschheit durch Religionen und deren mehrheitlich eindeutig diesseitsorientierte Repräsentanten.

Sakralskulptur: Eine gemeißelte bzw. durch subtraktive Materialbearbeitung hergestellte, freistehende künstlerische Darstellung, die ein religiöses Motiv thematisiert. Im christlichen Kulturkreis handelt es sich zumeist um Bildhauerarbeiten, die Christus, Engel oder Heilige darstellen.

Sakramentskapelle: Ein oft mit einem Altar ausgestatteter Bereich eines Kirchenbauwerkes, der dem persönlichen Gebet vor dem Tabernakel oder einer Monstranz bzw. dem Allerheiligsten dient.

Sala Terrana (Palast- / Schlossarchitektur): Ein im Parterre von Schlössern, Palais' und Palästen des 18. Jahrhunderts gelegener Saal, der zwischen einem Garten und einem Treppenhaus oder Vestibül vermittelt. Der Saal befindet sich gewöhnlich im → Mittelrisaliten. Die deutsche Entsprechung ist »Gartensaal«.

Sala Terrena: Siehe → Sala Terrana (Palast- / Schlossarchitektur).

Saline: Eine Salzgewinnungsanlage. Zu unterscheiden sind Anlagen, die Salz durch Verdampfung unterirdisch erzeugter Solekörper oder von Sole an Quellaustritten gewinnen und solche, bei denen in natürlichen oder künstlich geschaffenen Salzgärten verdunstendes Meerwasser gelöstes Salz freigibt.

Salzburger Fenster: Ein → Kastenfenster mit nach außen aufgehenden Außenflügeln und nach innen aufschwingenden Innenflügeln.

SAM (Verkehrswesen, Deutschland): Das Kürzel steht für eine Mischmeisterei, eine kombinierte → Autobahn- und → Straßenmeisterei.

Sand: Natürlich vorkommendes, loses bzw. unverfestigtes Sediment. Die Korngröße bewegt sich zwischen Schluff und Feinkies. Sand ist ein verbreiteter Baustoff. Verwendet wird er im Erd-, → Tief- und → Verkehrswegebau sowie als → Zuschlagstoff für Beton-, Mörtel- und Putzmischungen.

Sandgrube: Ein → Tagebau, in dem Sand gewonnen wird.

Sandstein: Ein quarzreiches, vergleichsweise leicht zu bearbeitendes Sedimentgestein, das namensgemäß aus miteinander verkitteten Sandkörnern besteht. Sandstein stellt einen verbreiteten Baustoff dar, der insbesondere als Ausgangsmaterial für Mauern bzw. Trockenmauern und Fassaden zum Einsatz kam und kommt.

Sanierputz: Ein → Putzmörtel mit einer Porosität von über 40 Volumenprozent, entsprechend hoher Wasserdampfdiffusionsfähigkeit und geringerer kapillarer Leitfähigkeit. Verwendet werden Sanierputze bei feuchten bzw. salzbelastetem Mauerwerk.

Sanierung (bodenbezogen): Im landwirtschaftlichen Bereich die Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit, innerhalb von Siedlungsbereichen bzw. auf (ehemals) von Industrie- und Gewerbebetrieben genutzten Arealen zumeist eine Bodenentgiftung (Dekontaminierung) und / oder ein Bodenabtrag mit anschließender Verfüllung.

Sanierung (gebäudebezogen): Eine umfassende Instandsetzung und Modernisierung einer abgewirtschafteten bzw. technisch, strukturell und / oder funktional überalterten Immobilie.

Sanierung, warme: Ein feinsinniger umgangssprachlicher Ausdruck für einen Versicherungsbetrug, der auf gezielter Brandstiftung durch den jeweiligen Gebäude- oder Wohnungseigentümer beruht. Zumeist sind betroffene Objekte erheblich über Wert versichert. Nach der Zerstörung streicht der Täter – sofern nicht überführt – die Versicherungssumme ein. Entweder er »saniert« sich finanziell oder baut neu, wodurch die jeweilige Immobilie in gewisser Weise saniert wird.

Sanierungsaufwand (monetär, bodenbezogen): Siehe → Sanierungskosten (bodenbezogen).

Sanierungsaufwand (monetär, gebäudebezogen): Siehe → Sanierungskosten (gebäudebezogen).

Sanierungsaufwendungen (bodenbezogen): Siehe → Sanierungskosten (bodenbezogen).

Sanierungsaufwendungen (gebäudebezogen): Siehe → Sanierungskosten (gebäudebezogen).

Sanierungsgebiet (städtebaulich, Deutschland): Ein Gebiet, in dem Städte und Gemeinde städtebauliche Sanierungsmaßnahmen durchführen (wollen). Gegebenenfalls kann das Gebiet gemäß § 142 Baugesetzbuch förmlich ausgewiesen werden. Dabei ist es so zu begrenzen, dass eine Sanierung zweckmäßig möglich ist. Einzelne, von einer Sanierung nicht betroffene bzw. keine Sanierung erfordernde Grundstücke können ganz oder teilweise aus dem Gebiet ausgenommen werden. Ziel ist es, städtebauliche Missstände zu beheben bzw. einen von erheblichen Defiziten gekennzeichneten Funktionsraum entscheidend aufzuwerten.

Sanierungskosten (bodenbezogen): Sämtliche finanziellen Aufwendungen, die in Zusammenhang mit einer Wiederherstellung von Bodeneigenschaften anfallen, die infolge einer Degradation oder Kontamination durch land- und forstwirtschaftliche, gewerbliche oder industrielle Nutzungen, aber auch infolge natürlicher Ereignisse zu tragen sind. Die Sanierungskosten beinhalten u. a. auch Aufwendungen für planerische Leistungen, eventuelle Zinsbelastungen oder eine gegebenenfalls erforderliche Entsorgung von Aushubmaterial.

Sanierungskosten (gebäudebezogen): Der finanzielle Gesamtaufwand, der in Zusammenhang mit einer umfänglichen, von Grund auf vollzogenen Instandsetzung und Modernisierung eines technisch und / oder funktional hinfälligen Gebäudes, Bauwerks oder einer baulichen Anlage anfällt. Die Sanierungskosten beinhalten – neben Baustoff- und Baukosten – u. a. Planungshonorare, durch womöglich erforderliche Genehmigungsprozesse entstehende Belastungen sowie eventuell anfallende Finanzierungszinsen.

Sanierungssatzung: Ein Gemeindebeschluss zur Festlegung eines → Sanierungsgebietes, in dem das betroffene Gebiet und der Zeithorizont geplanter Maßnahmen festgesetzt werden. In aller Regel werden detaillierte Aussagen zum gewählten Sanierungsverfahren sowie dem Umfang genehmigungspflichtiger Vorhaben getroffen.

Sanitärkeramik: Aus anorganischen Rohstoffen nach Wasserzugabe geformte und anschließend gebrannte Produkte, welche der menschlichen Hygiene dienen. Zu Sanitärkeramik zählen u. a. Badewannen, Fliesen, Toiletten und Waschbecken.

Sanitärtechnik: Gebäudeeinrichtungen, die der alltäglichen menschlichen Hygiene, letztlich also der Gesunderhaltung dienen. Zur Sanitärtechnik zählen u. a. keramische Produkte (Badewannen, Toiletten, Waschbecken usw.) sowie Armaturen / Mischbatterien.

Sarizzo (Gestein): Die an sich korrekte Schreibung des Serizzo. Es handelt sich um einen dunkelgrauen, vor allem in den Südalpen vorkommenden Gneis, der in der Außen- und Innenarchitektur verwendet wird.

Sasse (Holzbau): Ein Einschnitt in ein Holzstück, in den sich ein Ende eines anzufügenden Holzstückes einpasst.

Satellitenstadt: Häufig, jedoch fälschlich mit einer → Trabantenstadt gleichgesetzt. Es handelt es sich um eine zumindest gut mit Grundversorgungseinrichtungen bzw. Basisinfrastrukturen ausgestattete → Stadt im Nahbereich einer funktional dominierenden Kernstadt, nicht – wie bei der Trabantenstadt – um eine weitgehend reine Wohnsiedlung.

Sattel (Holzbau, Sparren): Ein dreieckiger Ausschnitt aus einem schrägen → Sparren, der eine Auflagerfläche auf einer regelhaft waagrecht verlaufenden → Pfette erzeugt. Der Sattel wird auch als »Kerbe», »Kerve», »Klaue« oder – in Österreich – »Ferserl« bezeichnet.

Satteldach: Bei dieser Dachform treffen zwei aufsteigende, entgegengesetzt geneigte Dachflächen an einer horizontalen Mittelkante – dem First – zusammen. Der Neigungswinkel bewegt sich zwischen 30 Grad und 60 Grad. In kalten und gemäßigten Breiten stellt das Satteldach die am stärksten verbreitete Dachform dar. Ein begründendes Stichwort: Schneelasten.

Sauerkohlplatte (Bauprodukt): Siehe → Sauerkrautplatte.

Sauerkrautplatte (Bauprodukt): Eine umgangssprachliche Bezeichnung der → Holzwolle-Leichtbauplatte. Es handelt sich um ein verputzfähiges, flächiges Element, das aus langfasriger Holzwolle und mineralischen Bindemitteln hergestellt wird. Verwendet werden HWL-Platten zur Dämmung von Innen- und Außenwänden. Der Begriff »Sauerkrautplatte« rührt von der optischen Anmutung her (wobei diese eher an verrührte Spaghetti erinnert).

Säule: Ein rundum freistehendes, vergleichsweise schlankes, hoch aufragendes bauliches Element mit gerundetem oder mehreckigem Grundriss, das zumeist tragende Funktionen erfüllt, aber auch bloßen Zierzwecken dienen kann. Der klassische bzw. antike Vertreter besteht aus der Basis, dem Schaft und einem Kapitell.

Säule, dorische: Siehe → Säulenordnung, dorische.

Säule, Hartungsche (Bahn- / Brückenbau): Ein mit zwei Kapitellen bzw. einem zweigliedrigen → Kapitell und Sockel versehener, aus Gusseisen gefertigter → Pendelpfeiler mit → Kannelierung, der zwischen 1880 und 1910 bei vielen Berliner Bahn- bzw. Brückenbauprojekten zum Einsatz kam. Der Name geht auf den Erfinder, Hugo Hartung, zurück.

Säule, ionische: Siehe → Säulenordnung, ionische.

Säule, korinthische: Siehe → Säulenordnung, korinthische.

Säule, toskanische: Siehe → Säulenordnung, toskanische.

Säule, tuskische: Siehe → Säulenordnung, toskanische.

Säulen, gekuppelte: Unmittelbar nebeneinander angeordnete → Säulen, deren Basen und → Kapitelle einander berühren oder miteinander verschmolzen sind.

Säulenarkade: Ein von zwei → Säulen getragener Bogen.

Säulenarkaden: Eine Abfolge miteinander verbundener, von Säulen getragener → Bögen.

Säulenbasis: Der unterste, optisch betonte, den → Schaft tragende Abschnitt einer Säule. Eine alternative Bezeichnung ist »Säulenfuß«.

Säulenfuß: Der unterste, optisch betonte, den → Schaft tragende Abschnitt einer Säule. Eine alternative Bezeichnung ist »Säulenbasis«.

Säulenjoch (griechisch-römische Architektur): Der von Mittelpunkt zu Mittelpunkt gemessene Abstand zweier Säulen oder Pfeiler, also deren Achsabstand.

Säulenordnung: Ein seit der griechisch-römischen Antike stehendes Muster bezüglich der Ausformung / Proportionierung und Ornamentierung von Säulen, ihrer gegenseitigen Positionierung und ihrer Platzierung innerhalb eines Gebäudes bzw. baulichen Verbundes. Klassische Säulenordnungen sind die dorische, ionische und korinthische.

Säulenordnung, dorische: Es handelt sich um die früheste griechische Säulenordnung. Die Säulen ragen unmittelbar aus dem Unterbau bzw. der obersten Fundamentschicht auf, besitzen also keine gesondert betonte Basis. Erkennbar ist diese Ordnung weiterhin an gedrungen anmutenden, kannelierten Säulen, die sich über eine stark ausgeprägte Schwellung des Schaftes (Entasis) aufwärts deutlich verschlanken. Die dreigliedrigen, aus einem Säulenhalsstück (Hypotrachelion), Deckplatte (Abakus) und einem Ringwulst (Echinus) → bestehenden Kapitelle sind am oberen Rand mit zumindest einer umlaufenden Kerbe versehen.

Säulenordnung, etruskische: Siehe → Säulenordnung, toskanische.

Säulenordnung, ionische: Die zweitälteste unter den klassischen Säulenordnungen. Kennzeichnend sind gegenüber dorischen Gegenstücken vergleichsweise schlanke, auf einer Basis ruhende, sich nach oben hin nur andeutungsweise verjüngende Säulen. Die tiefen → Kanneluren laufen ein Stück vor Säulenfuß und Säulenkopf in einer Rundung aus. Typisch sind → Volutenkapitelle.

Säulenordnung, korinthische: Die jüngste der klassischen Säulenordnungen, die erst im 1. Jahrhundert n. u. Z. zur eigenständigen Klasse entwickelt wurde. Die Säulen sind nochmals schlanker und regelhaft höher als ihre Pendants in der ionischen Ordnung. Kennzeichnend sind reich mit Voluten ornamentierte Kapitells, die jeweils zwei aus nachgebildeten Akanthusblättern gebildete Kränze umlaufen.

Säulenordnung, toskanische: Eine der fünf »klassischen« Säulenordnungen gemäß Vitruv. Es handelt sich um eine römische Ordnung, die griechische und etruskische Stilmerkmale vermengt; sie kann als Ableger der dorischen Säule aufgefasst werden. Die toskanische Säule besteht aus einer zweigeteilten Basis, die einer Plinthe (Sockelplatte) aufsitzt. Der sich aufwärts verjüngende Schaft besitzt keine Kannelierung (Riffelung), den Abschluss bildet ein dorisches Kapitell. Bei Fassaden, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken, nimmt die toskanische Ordnung die unterste Etage ein.

Säulenordnung, tuskische: Siehe → Säulenordnung, toskanische.

Säulenschaft: Das langgestreckte Mittelstück einer von einer Basis oder Fuß und Kapitell abgeschlossenen → Säule.

Säulensockel: Eine förmlich betonte bzw. ausladend gestaltete → Säulenbasis.

Säulentrommel (Architektur, Bauwesen): Ein einzelnes Rundsegment, das im Verbund mit anderen eine Säule bildet. Säulentrommeln waren entlang ihrer Ränder zumeist mit einer → Anathyrose versehen, um eine passgenau schließende Fuge zu erzeugen und somit die Säulenstabilität zu maximieren.

Saumschlag (Steinbearbeitung): Eine andere Bezeichnung für den Randschlag. Angesprochen ist eine sorgfältig behauene, in ebene Form gebrachte randliche Begrenzungsfläche eines Steinquaders.

Saumschwelle (Fachwerkbau): Ein waagerecht eingezogener, mit geringem Abstand zum → Rähm verbauter Balken. Der Abstand entspricht dem Querschnitt der Deckenbalken.