Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Ru – RZ

Rückbau (Abriss): Ein teilweiser oder vollständiger Abbruch von → Gebäuden, → Bauwerken oder → baulichen Anlagen.

Rückbaugebot: Siehe → Rückbau- und Entsiegelungsgebot (Baurecht, Deutschland).

Rückbau- und Entsiegelungsgebot (Baurecht, Deutschland): Ein in § 179 Baugesetzbuch präzisiertes Recht einer Kommune, eine im Geltungsbereich eines → Bebauungsplans liegende bauliche Anlage auf einem nicht in Gemeindeeigentum befindlichen → Grundstück teilweise oder gänzlich zu beseitigen. Vorbedingung ist, dass die jeweilige Anlage den Festsetzungen des Bebauungsplans weder entspricht noch an diese angepasst werden kann oder Missstände bzw. Mängel (definiert in § 177 Baugesetzbuch) aufweist, die sich weder durch → Modernisierung noch → Instandsetzung ausräumen lassen. Die Ausführung in Bezug auf B-Planfestsetzungen gilt entsprechend für die Wiedernutzbarmachung dauerhaft brachliegender Flächen, deren durch Bebauung oder Versiegelung beeinträchtigter Boden erhalten oder wiederhergestellt werden soll. Dem jeweiligen → Eigentümer bleibt es unbenommen, die Beseitigung selbst vorzunehmen. Bei Wohnraum darf der Bescheid nur dann vollzogen werden, wenn für die Bewohner angemessener, unter zumutbaren Bedingungen beziehbarer Ersatzwohnraum verfügbar ist. In Bezug auf gewerblich genutzte Objekte gilt sinngemäß dasselbe. Dem → Eigentümer oder sonstigen Nutzungsberechtigten durch die Beseitigung entstehende Vermögensnachteile hat die Gemeinde angemessen zu entschädigen. Ist es dem Eigentümer wirtschaftlich unzumutbar, das betroffene Grundstück nach erfolgtem Rückbau bzw. vollzogener Entsiegelung zu halten, kann er – statt eine Entschädigung anzunehmen – der Gemeinde die Übernahme des Grundstücks abverlangen.

Rückbau- und Entsiegelungsverfügung: Siehe → Rückbau- und Entsiegelungsgebot (Baurecht, Deutschland).

Rückbauverfügung: Siehe → Rückbau- und Entsiegelungsgebot (Baurecht, Deutschland).

Rückgebäude: Ein → Gebäude, das hinter der (primären) Zugangs-, Zufahrts- bzw. Erschließungsseite eines Gebäude- oder Bauwerkskomplexes liegt.

Rückgewähranspruch (Grundschuld): Ein nach Erfüllung gesicherter Forderungen bestehender Anspruch des Grundstückseigentümers gegenüber dem Gläubiger auf Übertragung oder Löschung einer → Grundschuld.

Rückgewährsanspruch: Siehe → Rückgewähranspruch (Grundschuld).

Rückgewährungsanspruch: Siehe → Rückgewähranspruch (Grundschuld).

Rücklage (Architektur): Die hinter der Stirnseite eines → Risalits liegende Fassadenlinie des »ankernden« Baukörpers.

Rücklage (Gebäude- / Bauwerksunterhalt): Ein finanzieller Betrag, der angespart wird bzw. ist, um die Kosten künftiger Instandhaltungs-, Modernisierungs-, Sanierungsmaßnahmen usw. (mehr oder minder) abzudecken.

Ruhmeshalle (physisch): Ein regelhaft von einem großen Saal beherrschtes Gebäude aus dem Bereich der Denkmäler, in dem als bedeutend erachtete Personen bzw. Persönlichkeiten aus dem zivilen und / oder militärischen Bereich geehrt werden. Ruhmeshallen kommen in vielen Ländern vor, sind in den zur Selbstbeweihräucherung neigenden USA jedoch besonders verbreitet, woraus sich die Übernahme der angelsächsischen Entsprechung, »Hall of Fame», in viele Sprachen erklärt.

Ruine: Die Überreste eines stark verfallenen oder zerstörten Bauwerks oder Gebäudes.

Ruinenarchitektur: Eine baulich-gestalterische Linie, die Neubauten bewusst und vom Planungstisch weg auf eine ruinenhafte Anmutung trimmte. Ein prominentes Beispiel liefert die Magdalenenklause im Park von Schloss Nymphenburg, München.

Ruinenlandschaft: Eine ausgedehnte, von zerstören bzw. verfallenen Gebäuden und / oder Bauwerken bedeckte Fläche.

Rundanger: Eine kreisförmige Fläche bzw. ehemalige → Allmende im Mittelpunkt einer planmäßig entwickelten dörflichen Siedlung. Der Anger wurde ursprünglich u. a. als Weidefläche genutzt.

Rundangerdorf: Ein planmäßig entwickeltes Dorf, dessen Gehöfte eine (früher) im Allgemeinbesitz befindliche, annähernd kreisrunde Grünfläche – den Rundanger – umschließen.

Rundbalken: Ein tragendes konstruktives Element mit gemessen an seiner Länge kleinem, annähernd kreisförmigem Querschnitt.

Rundbecken (Vorklärbecken): Namensgemäß ein rundes Becken, in dem eingeleitetes Abwasser mit geringer Geschwindigkeit vom Mittelpunkt dem Rand entgegen strömt und von dort der weiteren Behandlung zugeführt wird.

Rundbild: Die deutsche Bezeichnung für »Tondo«. Es handelt sich um eine kreisrunde Darstellung in Form eines → Reliefs oder Gemäldes, die während der griechischen Antike aufkam; Rundbilder sind ein verbreitetes Stilelement von Gebäuden der Renaissance, voran in Italien; sie finden sich vielfach als augenfällige ausgearbeitete Verzierung an Fassaden bzw. Giebeln.

Rundbogen: Ein oben halbkreisförmig ausgeführter Bogen, der kennzeichnend für die romanische Baukunst war.

Rundbogenfenster: Namensgemäß ein Fenster, dessen oberer Abschluss in Form eines halbkreisförmigen Bogens ausgeführt ist. Diese Fensterform war typisch für die Romanik.

Rundbogenfries: Auch als »Bogenfries« bezeichnet. Ein ornamentales, eine Darstellung aneinandergereihter Rundbögen zeigendes Band, das zur Abgrenzung, Umgrenzung und Gliederung von Gebäudeteilen herangezogen wird.

Rundbogenzinne: Eine stark abgerundete bzw. halbkreisförmig ausgeführte → Zinne, die in der Neuzeit als Zierelement eingesetzt wurde, ihren militärischen Zweck also verloren hatte.

Rundbordstein: Ein zur Fahrbahnseite hin augenfällig kantengerundeter → Bordstein, der zumeist eingesetzt wird, wo eine Höhenabsenkung im Verlauf von Bordsteinkanten sinnvoll oder notwendig ist. Er wird an Fußgängerüberwegen und Grundstückszufahrten verbaut.

Runddorf: Siehe → Rundling.

Rundfenster: Ein (nahezu) kreisförmiges → Fenster.

Rundgaube: Eine mit Wangen versehene oder wangenlose → Gaube, deren oberer Abschluss halbkreisförmig ausgebildet ist.

Rundgaupe: Siehe → Rundgaube.

Rundling: Ein im Mittelalter aufgekommener Typ eines vergleichsweise kleinen Dorfes. Charakteristische Merkmale sind eine Lage über einer feuchten bzw. von Gewässern durchsetzten Niederung, eine ursprünglich zumeist hufeisenförmige, später vielfach zum Kreis geschlossene Anlage der Höfe um einen zentralen Platz, der lediglich über einen der Niederung zugewandten Weg erreichbar war. Der Dorftyp wird auch als »Rund-», »Rundlings-« und »Rundplatzdorf« bezeichnet.

Rundlingsdorf: Siehe → Rundling.

Rundplastik (Kunst, Architektur): Eine Spielart der → Vollplastik mit rundum dreidimensional herausgearbeiteten Motiven, die keine betonte Schauseite aufweist. Mit anderen Worten: Sämtliche Seiten sind auf gleiche Weise bearbeitet.

Rundplatzdorf: Siehe → Rundling.

Rundtonne: Das »klassische« → Tonnendach: Ein im Querschnitt halbkreisförmig gewölbtes Dach, das aussehensmäßig an ein längs durchgeschnittenes, mit der Schnittfläche aufgesetztes Ölfass erinnert.

Rundtonnengewölbe: Siehe → Rundtonne.

Rundturm: Namensgemäß ein → Turm mit (nahezu) kreisförmigem Grundriss.

Rundzinne: Eine stark abgerundete bzw. halbkreisförmig ausgeführte → Zinne, die in der Neuzeit als Zierelement eingesetzt wurde, ihren militärischen Zweck also verloren hatte.

Rustika: Eine andere Bezeichnung des Bossenwerks. Es handelt sich um ein Mauerwerk aus Quadern, deren sichtbare Oberfläche lediglich grob behauen ist.

Rustizierung: Ein auf → »Rustika« zurückgehender Begriff; er wird zumeist auf Arbeiten bezogen, die Bossenwerk in Putz nachbilden. Rustizierungen finden sich vor allem bei Gebäuden des → Barock, aber auch bei repräsentativen Bauten des 19. und 20. Jahrhunderts.

Rüstkammer (historisch): Ein Raum, eine Raumfolge oder ein Gebäude zur Aufbewahrung, Wartung und Instandhaltung von Waffen, Rüstungen und sonstigem Kriegsgerät. Ist ein ganzes Gebäude angesprochen, wird die Rüstkammer seit dem ausgehenden Mittelalter zumeist als Zeughaus bezeichnet, wobei viele dieser Bauten frühzeitig auch repräsentative, u. a. in musealen Sammlungen alter Waffen gespiegelte Funktionen erfüllten.

Rüstloch (historisch): Eine Aussparung im Mauerwerk vornehmlich mittelalterlicher Großbauwerke (Burgen, Kirchengebäude usw.), die zur Fixierung eines Gerüstteile tragenden Balkens diente.

Rüttelbohle: Ein oft tragbar ausgeführtes Motorgerät zur Nivellierung und Verdichtung aufgebrachter Betonmischungen bzw. Betondecken. Eine andere Bezeichnung ist »Vibrationsbohle«.

Rüttelplatte: Ein händisch geführte, durch Motorkraft angetriebene Baumaschine, die zur Verdichtung des Untergrundes dient. Die Verdichtung erfolgt über eine rüttelnde bzw. auf und ab bewegte Metallplatte. Das Gerät kommt bei Flächen mittlerer Größe zu Einsatz.

Rüttelstampfer: Ein händisch geführtes, motorgetriebenes Gerät, das im Erdbau zur kleinflächigen Verdichtung bindiger Böden eingesetzt wird. Unterhalb des Führungs- und Antriebsblocks sitzt eine starke Metallscheibe, die getaktet vom Boden abhebt bzw. auf in ihn niedergeht und ihn stampfend verdichtet. Das Gerät wird meist »Vibrationsstampfer« genannt.

R-Zement: Ein schnell aushärtender → Zement (»R« steht für das englische Verb »rapid»).