Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Reet – Rem

Reet (Baustoff): Ein an Bach- und Flussufern sowie in sumpfigem Gelände wachsendes Schilfrohr, das in Gegenden mit starker Verbreitung zur Eindeckung von Dächern genutzt wird. Reet wird auch als »Riet« oder »Rohr« usw. bezeichnet.

Reetbedachung: Eine aus → Reet hergestellte Dacheindeckung.

Reetdach: Ein mit → Reet gedecktes → Dach.

Reetdachdecker: Eine auf Dacheindeckungen mit → Reet spezialisierte Fachkraft; der Begriff kann sich auch auf einen entsprechenden Betrieb beziehen.

Reetdachdeckung (gegenständlich): Eine aus Reet bzw. Reetbündeln hergestellte Dacheindeckung. Zu unterscheiden sind gebundene, genähte und geschraubte Deckungen. Bei der gebundenen Form werden Reetlagen auf ein Drahtgeflecht aufgebracht und mittels Bindedraht an der Lattung befestigt. Bei der in Dänemark entwickelten geschraubten Deckung wird das Reet mit einem mit der Lattung verschraubten Vorlegedraht befestigt. Die Technik, mit Schiffchen genähte Deckungen einzusetzen, kam im Mittelalter auf; sie kommt ohne Stangendraht aus, erfordert jedoch einigen Aufwand.

Reetdachdeckung (prozessual): Die Herstellung einer Dacheindeckung aus Reet.

Reetdeckung: → Reetdacheindeckung (gegenständlich).

Refektorium: Ein klösterlicher Speisesaal. Die deutsche Bezeichnung ist »Remper« oder auch »Rempter«.

Reformarchitektur: Eine zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgekommene architektonische bzw. baustilistische Strömung, die auf eine schlichte, sachliche Formensprache setzte. Sie bildete eine Gegenbewegung zu Vertretern eklektisch-historisch orientierter Linien.

Reformbaukunst: Siehe → Reformarchitektur.

Regalfoliensystem (Grundbuchwesen): Eine Erfassungs- bzw. Dokumentationsform des Grundbuchs, bei für jedes einzelne → Grundstück ein eigenes Grundbuchblatt angelegt wird.

Regeldachneigung: Jene unterste Grenze der Dachneigung, die – abhängig von der jeweiligen Konstruktionsart bzw. dem eingesetzten Dachdeckungsmaterial – gewährleistet, dass kein Niederschlags- bzw. Tauwasser durch die Eindeckung gelangt.

Regelgeschoss: Eines von mehreren Stockwerken eines Gebäudes, die eine identische Grundrissaufteilung aufweisen.

Regelmäßige Pyramide: Eine → Pyramide mit regelmäßigem polygonalen Grundriss, dessen Mittelpunkt der Fußpunkt der zentralen Höhenachse bzw. der Bauwerkshöhe ist. Regelmäßige Pyramiden sind somit zugleich → gerade Pyramiden.

Regelvermutung (Planungswesen, Deutschland): Eine in der → Baunutzungsverordnung verankerte Annahme, die sich auf den → großflächigen Einzelhandel bezieht. Konkret: Sofern ein geplanter Betrieb bzw. eine einheitlich konzipierte Einzelhandelseinrichtung mehr als 800 qm → Verkaufsfläche bzw. über 1.200 qm Geschossfläche aufweist, wird angenommen, dass sie mit Blick auf eine geordnete städtebauliche Entwicklung und Ordnung mehr als unwesentliche Auswirkungen nach sich ziehen und der Umsetzung raumordnerischer Ziele entgegenstehen kann.

Regelvermutungsgrenze (Planungswesen, Deutschland): Der geschoss- bzw. verkaufsflächenbezogene Schwellenwert, ab dem ein Einzelhandelsbetrieb bzw. ein einheitlich geplanter Mehrbetriebskomplex als → großflächiger Einzelhandel eingeordnet wird.

Regelvermutungsschwelle: Siehe → Regelvermutungsgrenze.

Régence: Ein in Frankreich zwischen dem → Barock und dem → Rokoko vermittelnder Kunststil, der von ca. 1715 – 1740 Anhänger fand. Während dieser Zeit wurden das → Rokoko kennzeichnende florale Elemente beliebt.

Régence-Architektur: Siehe → Régence.

Régence-Stil: Siehe → Régence.

Regenklärbecken: Ein mit → Leichtstoffabscheider ausgerüstetes Absetzbecken, das zur mechanischen Wasserbehandlung bei Trennsystemen genutzt wird.

Regenklärbecken mit Dauerstau: Ein im Rahmen von Trennsystemen als Durchlaufbecken ausgelegtes, ständig gefülltes → Regenklärbecken mit Überlauf, Schlammabzug und vorgeschaltetem, den Zufluss begrenzendem Entlastungsbauwerk. Da heute nach Niederschlagsende in aller Regel eine entlastende Ableitung in den Schmutzwasserkanal erfolgt, wird das Trennsystem im Grunde zu einem Mischsystem.

Regenklärbecken ohne Dauerstau: Ein nur während eines Niederschlagsereignisses gefülltes, nach jedem Stauprozess in einen Schmutzwasserkanal entleertes → Regenklärbecken aus Beton.

Regenrinne: Eine umgangssprachliche Bezeichnung der → Dachrinne.

Regenschutzschiene (Fenster, Tür): Eine andere Bezeichnung der Wetterschutzschiene. Es handelt sich um ein abdichtendes, Niederschlagswasser ableitendes Element, das sich als verschraubtes Leichtmetallprofil oder (bei Holzfenstern und -türen) gefräste Nut darstellen kann. Dieses Profil fängt Niederschlagswasser auf und leitete es druckunabhängig nach außen ab.

Registerschuldbrief: Siehe → Register-Schuldbrief (Schweiz).

Register-Schuldbrief (Schweiz): Eine am 01.01.2012 eingeführte Variante des »alten« Schuldbriefs. Es handelt sich um eine Sicherung einer persönlichen Forderung durch eine auf Antrag erfolgende Grundbucheintragung. Diese erfolgt auf den Namen des Grundeigentümers (Eigentümerschuldbrief) oder des Gläubigers. Wie im Rahmen bundesdeutscher → Grundschulddarlehen der Fall, erhält der Gläubiger ein Durchgriffsrecht auf die jeweilige Immobilie. Mit anderen Worten: Sollte der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, kann eine Verwertung eingeleitet werden, um die Forderungen des Gläubigers zu bedienen. Die schuldbriefliche Forderung erlischt nicht von selbst, sobald die Schuld beglichen ist. Vielmehr kann der Schuldner die Übertragung der Register-Grundschuld auf seinen Namen verlangen, um den Grundbucheintrag anschließend löschen oder als Eigentümergrundschuld fortbestehen zu lassen. Neben der Forderungssicherung mittels Register-Schuldbrief besteht u. a. das Instrument des → Papier-Schuldbriefes.

Regula: Eine kleine Zierplatte bzw. die Tropfenleiste dorischer Tempel. An ihrer Unterseite fanden sich die → Guttae, kleine, zylindrisch oder konisch ausgebildete Zapfen.

Reguläre Pyramide: Eine → Pyramide mit regelmäßigem polygonalen Grundriss, dessen Mittelpunkt der Fußpunkt der zentralen Höhenachse bzw. der Bauwerkshöhe ist. Regelmäßige Pyramiden sind somit zugleich → gerade Pyramiden.

Regulärer Einzelhandel: Eine Sammelbezeichnung für Betriebe, die innerhalb der Handelskette zwischen Produzenten bzw. Großhandelseinrichtungen und privaten Endverbrauchern stehen.

REH (Immobilienanzeigen): Ein Kürzel für → »Reihenendhaus«.

Reibebrett (Putzbearbeitung): Ein Handwerkzeug in Form einer rechteckigen Platte mit mittig befestigtem Handgriff. Das Reibebrett – auch »Kardätsche« genannt – wird zum Abziehen angeworfenen → Putzmörtels und zum Glätten aufgebrachten → Estrichs verwendet. Hergestellt wird das Werkzeug gewöhnlich aus hochwertigem Kiefernholz oder rostfreiem Stahl.

Reibeputz: Ein mehr oder minder grobkörniger Putzmörtel, dessen Oberfläche mit einem Reibebrett glattgestrichen oder strukturiert wird.

Reichsburg: Eine im Auftrag des Reichherrschers, also des Königs bzw. Kaisers errichtete und unterhaltene → Burg. Die Verwaltung oblag regelhaft bestellten Beamten bzw. Burgmannen (Angehörige des Ritterstandes). Viele Reichsburgen dienten u. a. als → Pfalzen.

Reichsgut (historisch): Eine Sammelbezeichnung für Geldmittel, Güter, Ländereien und verbundene Rechte, die an die Königs- bzw. Kaiserwürde, nicht an die Person des jeweiligen Herrschers selbst gebunden waren. Im Todesfall ging das Reichsgut an den nachfolgenden Herrscher über.

Reichslehen (historisch): Ein Lehen, das der König bzw. der deutsche Kaiser aus dem bestehenden → Reichsgut vergab.

Reichsschulungsburg (Naziregime): Eine als Kaderschmiede von DAF bzw. NSADP dienende Einrichtungen. Vertiefend siehe → Ordensburg (Naziregime) oder → Schulungsburg (Naziregime).

Reichsstadt (historisch): Im Heiligen Römischen Reich eine reichsunmittelbare Stadtgemeinde, also ein städtisches Gemeinwesen, das unmittelbar dem Kaiser in dessen Funktion als Amtsträger unterstand. Mit dieser Stellung verbanden sich Vorrechte, aber auch Belastungen. So waren Reichsstädte in vielerlei Hinsicht weitgehend unabhängig, dem Kaiser andererseits zur Stellung von Truppen verpflichtet.

Reihenbebauung (gegenständlich): Eine bandartige Abfolge von → Gebäuden. Ein inhaltsgleicher Begriff ist »Zeilenbebauung«.

Reihenbebauung (prozessual): Die Errichtung entlang einer räumlichen Achse aufeinanderfolgender Gebäude, die in ihrer Gesamtheit einen bandartigen Zusammenhang ergeben. Eine andere Bezeichnung ist »Zeilenbebauung«.

Reihendorf: Ein entlang einer Straße, eines Weges, Deiches oder einer sonstigen Leitlinie entwickeltes Dorf, dessen Einzelhöfe auf einer Seite oder zu beiden Seiten dieser Leitlinie aneinandergereiht sind. Reihendörfer stell(t)en sich regelhaft als Hufendörfer dar, was bedeutet, dass zum Hof gehörige Landstücke an diesen anschließen und streifenförmig ausgreifen.

Reihenendhaus: Ein Einfamilienwohnhaus, das den Abschluss einer Reihenhauszeile bildet, also nur einseitig in den Gesamtzusammenhang eingebunden ist. Vertiefend siehe → Reihenhaus.

Reihenhaus: Ein Einfamilienwohnhaus, das baulich mit zumindest zwei weiteren Gebäuden gleicher Art und Erscheinung verbunden ist bzw. jeweils eine gemeinsame Seitenwand mit den Nachbargebäuden teilt.

Reihenpflaster: Ein vor allem mit regelmäßigen Großsteinen ausgeführtes Verlegemuster, bei dem Steinreihen aufeinanderfolgen. Bei der »klassischen« Variante beginnt jede zweite Reihe mit einem Halbstein; es besitzt keine Kreuzfugen. Bedingt durch eine vergleichsweise geringe Verzahnung eignet sich das Reihenpflaster nicht als Belag für Straßen, die hohen Verkehrslasten ausgesetzt sind.

Reihenpflaster mit Kreuzfuge: Eine Abart des Reihenpflasters, bei dem die Steine parallel nebeneinander gesetzt werden, also von einem gitterartigen Fugennetz voneinander abgesetzt sind.

Reihenverband (Pflaster): Siehe → Reihenpflaster.

Reinertrag (Immobilienwertermittlung): Die Summe aus einer Vermietung bzw. Verpachtung einer Immobilie zu ziehenden Netto-Erträge abzüglich aller vermieter- / verpächterseitig zu deckenden Betriebskosten.

Reinertragsvervielfältiger: Der (geschätzte) → Verkehrswert (oder Kaufpreis) eines → Grundstücks bzw. einer → Immobilie geteilt durch den (projizierten) jährlichen Reinertrag.

Reines Wohngebiet (WR): Im Sinne der Baunutzungsverordnung eine regelhaft von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägte Wohnlage bzw. eine Eigenheimsiedlung.

Reiterbahnhof: Eine Bahnbetriebs- und Verkehrsanlage, deren Passagierabwicklungstrakt die Gleisstränge quer überspannt.

Reiterdenkmal: Eine → Skulptur oder → Plastik, die Ross und Reiter in mehr oder minder idealisierter Form darstellt. Derartige Denkmäler wurden regelhaft Herrschern und / oder Heerführern bzw. Feldherren gewidmet.

Reiterstandbild: Siehe → Reiterdenkmal.

Reithalle: Eine → Halle mit breiten, leicht zu öffnenden Toren, die auf Erfordernisse verschiedener Reitsportarten (Dressur, Springen usw.) ausgelegt ist. Sie kann Zuschauertribünen beinhalten oder rein für Übungszwecke errichtet sein. In beiden Fällen liegen stützenfreie Reitflächen vor.

Reitsporthalle: Siehe → Reithalle.

Relative Luftfeuchte: → Relative Luftfeuchtigkeit (immobilienbezogen).

Relative Luftfeuchtigkeit (immobilienbezogen): Der prozentuale Wasserdampfgehalt eines Raumluftvolumens in Prozent. Der Wert bezieht sich auf den höchstmöglichen Wasserdampfgehalt bei gegebener Temperatur und gegebenem Luftdruck.

Relief: Eine gemeißelte, geschnitzte, gegossene oder anderweitig hergestellte künstlerische Darstellung, die aus der tragenden Grundfläche hervortritt bzw. sich plastisch vom Hintergrund abhebt.

Reliefintarsie: Eine Sonderform der → Intarsie bzw. Einlegearbeit, die dreidimensional herausgearbeitet ist. Sie verbindet Einlege- mit Schnitztechniken.

Reliquiar: Im christlichen Kulturkreis ein gewöhnlich kunstfertig verziertes, einem Sarkophag bzw. Kasten ähnliches Behältnis zur Aufbewahrung von Überresten (Skelette, Mumien, Körperteile, Besitztümer) als heilig verehrter Menschen. Eine andere Bezeichnung ist »Reliquienschrein«. Vergleichbare Behältnisse finden sich u. a. in buddhistisch und hinduistisch geprägten Räumen.

Reliquienschrein: Siehe → Reliquiar.

Remise: Ein Gebäude zur Unterbringung und Wartung von Fahrzeugen und Geräten bzw. ein Wagenschuppen.

Rempter: Das deutsche Wort für »Refektorium«. Ein klösterlicher Speisesaal. Gebräuchlicher ist die Schreibung »Remter«.

Remter: Das deutsche Wort für »Refektorium«. Ein klösterlicher Speisesaal.