Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Raum – Red

Raum (Bauwesen): Das Volumen eines Gebäude bzw. Bauwerkes.

Raum (Gebäudeeinheit): Ein → Zimmer oder (kleinerer) → Saal.

Raum (geographisch): Ein anhand eines Merkmals oder einer Merkmalskombination mehr oder minder scharf abgrenzbares bzw. von anderen unterscheidbares Gebiet.

Raum, ländlicher: Ein großes, von land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen, kleinen Siedlungen und vergleichsweise homogenen Bevölkerungsstrukturen geprägtes Gebiet.

Raum, lichter (Verkehrswesen, Straßenbau): Ein von Gegenständen (bauliche Anlage, Bäume usw.) freizuhaltender Raum, der den Verkehrsraum, also die Straße selbst, sowie seitliche und obere (z. B. bei Brücken) Sicherheitsräume umfasst.

Raum, umbauter (Architektur): Die → Kubatur eines Gebäudes bzw. Bauwerkes unter Berücksichtigung umbauter Freiräume.

Raumflucht (Palastarchitektur): Die deutsche Entsprechung von → »Enfilade«.

Raumgitterwand: Eine begrünbare Stützkonstruktion, die aus Stahlbetonfertigteilen besteht, die nach dem Läufer-Binder-Prinzip angeordnet sind, und zumeist mit verdichtetem Material gefüllte Wandkammern aufweist. Mit anderen Worten: Je eine aus Fertigteilbalkenlagen hergestellte Front- und Rückwand werden – je nach Zweck bzw. örtlichen Erfordernissen in unterschiedlichen Abständen – durch bewehrte Betonfertigteile miteinander verbunden. Raumgitterwände werden herangezogen, um natürliche Höhenversprünge oder künstliche Einschnitte in ein Gelände zu sichern; sie finden sich u. a. häufig als Stützmauern an Autobahnen.

Rauminformationssystem: Siehe → Räumliches Informationssystem.

Raumkonzept (Architektur): Eine planerische Vorstellung oder eine umgesetzte Planung, die verschiedene architektonische und innenarchitektonische Elemente bzw. Module absichtsvoll miteinander verbindet, um einen Wahrnehmungen und Bewegungsmuster beeinflussenden Gesamtzusammenhang zu schaffen. Wesentliche Einflussgrößen sind u. a. Sichtbezüge zwischen verschiedenen Raumbereichen, Deckenhöhen bzw. Variationen der Raumhöhe durch Stufen etc., die vertikale Raumgliederung (z. B. durch Umläufe oder Galerien), das Spiel mit natürlichem Lichteinfall und künstlichen Beleuchtungskörpern sowie Farbgebung, Materialwahl und Formensprache.

Raumkosten: Alle finanziellen Aufwendungen, die sich unmittelbar mit der Nutzung bzw. Nutzungsberechtigung eines gemieteten oder im Eigentum befindlichen Raumes, der sich in einem Gebäude befindet oder Bestandteil der Außenanlagen ist, verbinden. Typischerweise sind dies Miet- und Mietnebenkosten oder die entsprechenden tatsächlichen und kalkulatorischen Kosten eines Eigennutzers.

Raumkunst: Eine seltenere Bezeichnung für die designorientierte Linie der Innenarchitektur. Der Begriff steht für ein Fachgebiet, das sich mit der künstlerischen Ausstattung von Innenräumen befasst.

Raumleistung (Einzelhandel, Gastronomie): Der innerhalb eines Betrachtungszeitraumes (Monat, Jahr) je Flächeneinheit (qm, sf) erzielte Umsatz. Eine andere Bezeichnung ist »Flächenproduktivität«.

Räumliches Informationssystem: Abgekürzt »RIS«. Eine andere Bezeichnung des »Geographischen Informationssystems«. Es handelt sich um ein Computerprogramm, das eingesetzt wird, um geographische Informationen zu erfassen, codieren, bearbeiten, organisieren, analysieren, miteinander zu verknüpfen und zu präsentieren. Die Einsatzgebiete sind vielfältig. Beispiele bieten Wettbewerbsanalysen (Einzelhandel, Hotellerie usw.), Filialnetzplanungen, die Kriminalistik (Verbrechenskarten) aber auch Bereiche, die an sich keinen geographischen Bezug aufweisen, so z. B. Dokumentationen in Zusammenhang mit der Restaurierung von Deckengemälden.

Raumluft: Das Luftgemisch innerhalb abgeschlossener Raumeinheiten von Gebäuden und Bauwerken.

Raumluftqualität: Gleichsam eine Güteklasse, die sich auf Merkmale des innerhalb von Gebäuden bzw. einzelnen räumlichen Einheiten befindlichen Luftgemisches bezieht, die Gesundheit und Befinden sich dort aufhaltender Personen beeinflussen (können). Zuvorderst angesprochen sind Staub- und Schadstoffbelastungen sowie Geruchsträger. Nicht zu den bestimmenden Eigenschaften zählt die jeweilige Lufttemperatur.

Raumlufttechnische Anlage: Sammelbezeichnung für Lüftungs- und Umluftanlagen.

Raumplanung (Raumordnung): Ein Oberbegriff für langfristig ausgerichtete Ansätze, die darauf abzielen, die menschliche Organisation im Raum und des Raumes selbst zu steuern. Unter »Raum« ist hierbei ein Teil der Erdoberfläche zu verstehen, der sich aufgrund hoheitlicher Rechte oder eingeräumter Eingriffsmöglichkeiten beeinflussen lässt. Entsprechende Planungen erfolgen im Rahmen der Raumordnung, der Regional- und Landesplanung sowie der Bauleitplanung.

Raumtyp (Siedlungswesen, Schweiz): Eine anhand verschiedener Kriterien bestimmte bzw. gebildete räumliche Kategorie. Unterschieden werden vier Typen, nämlich Kernstadt, Agglomerationsgürtel, semi-ruraler Raum und peripherer ländlicher Raum.

Raumüberwindung: Der Vorgang einer Bewegung von Personen oder Gütern von Punkt A nach Punkt B.

Raumwirkungsgrad (Lichtplanung): Die Relation des auf die → Nutzebene auftreffenden Lichtstroms zu dem von einer Leuchte ausgesandten Lichtstrom. Der Raumwirkungsgrad ergibt sich aus Raumgeometrie, Reflexionseigenschaften der Raumeinfassungen sowie den Eigenschaften eingesetzter Leuchtkörper.

Raumwunder (Immobilie): Ein vor allem von Maklern bemühter Ausdruck für ein kleines Haus mit zahlreichen Räumen, die sich größenbezogen jeweils unmittelbar an oder unterhalb einer Grenze bewegen, die eine sinnvolle Nutzung zulässt.

Raupenbagger: Ein mit Kettenfahrwerk ausgestatteter → Bagger, also eine Baumaschine zum Lockern, Ausheben und Bewegen von Erdreich, Fels, Kohle, Schüttgut usw. Bagger dienen u. a. dem Aushub und der Verfüllung von Baugruben.

Raupenfertiger (Asphaltfertiger): Eine vorwiegend im Verkehrswege- und Deponiebau eingesetzte, mit Kettenfahrwerk versehene Baumaschine. Ihr vorrangiger Einsatzzweck liegt im Einbau von Walzasphalt; sie kann auch herangezogen werden, um Sand, Kies, Schotter oder Beton zu verbauen. Die Maschine besteht aus Antriebseinheit, frontseitigem Aufnahmebehälter, Kratzerbändern, Verteilerschnecke, Einbaubohle, Heizung und Nivelliereinheit.

Raupflaster: Ein aus unregelmäßig gesetzten Einzelsteinen hergestellter Oberflächenbelag, der aus gebrochenem → Naturstein besteht. Eingesetzt wird dieses Pflaster vor allem zur Stabilisierung von Gewässergründen und Uferzonen.

Rauschicht (Freskomalerei): Siehe → Arriccio.

Rautendach: Auch »Rhombendach« genannt. Eine von vier rautenförmigen Flächen gebildete Dachform.

Rautenfries: In der Architektur ein dekoratives Band, das in Laufrichtung eine Abfolge von Rauten abbildet. Ein Fries dient der Abgrenzung, Umgrenzung und Gliederung von Gebäudeteilen.

Ravelin (Festungsbau): Ein eigenständiges, zumeist drei- oder fünfeckiges Festungswerk, das im Graben vor einem Hauptwall bzw. einer → Kurtine errichtet wurde. Ravelins unterschritten die Höhe naher Bastionen.

Rayon (Festungsbau): Ein zonal gegliederter Bereich vor den Werken einer → Festung, in dem besondere, gesetzlich verankerte Bauvorschriften und Nutzungsbeschränkungen galten. Beispielsweise sah das preußische Rayongesetz (außer bei detachierten Forts) drei Rayons vor. Der erster reichte bis 600 m vor die → Enceinte bzw. den gedeckten Weg, der zweite ging 375 m darüber hinaus, der dritte erstreckte sich zwischen der Außengrenze des zweiten bis zu einer Distanz von 1.275 m. Ziel war es, ein freies Schussfeld zu gewährleisten bzw. dem Gegner Deckungsmöglichkeiten zu verwehren.

Rayonnant (Architektur): Ein Stil der französischen Hochgotik, der zwischen 1240 und 1350 verbreitet war. Er entwickelte sich weg von Ansätzen, die Größe und nüchterne Raumkonzepte in den Vordergrund rückten; er verschrieb sich einer Betonung zweidimensionaler Elemente und einer Multiplikation verschiedener Zierelemente in verschiedenen Maßstäben. Kennzeichnend waren ein reiches → Maßwerk und ausnehmend große Fensterflächen. Der Stil ging in den spätgotischen → Flamboyant-Stil über.

Rayonnant-Stil: Siehe → Rayonnant (Architektur).

RC (Einbruchsschutz): Das Kürzel für »resistance class«. Zu Deutsch: → »Widerstandsklasse«.

RDM (Maklerwesen): Das Kürzel für »Ring Deutscher Makler« bzw. »Ring Deutscher Makler – RDM Verband der Immobilienberufe und Hausverwalter Bundesverband e. V.«. Der Verband geht auf den 1924 in Köln gegründeten »Reichsverband Deutscher Makler (R.D.M.) für Immobilien, Hypotheken und Finanzen e. V.« zurück. 2004 vereinigten sich RDM und VDM (Verband Deutscher Makler) zum »Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e. V.«. Einige regionale RDM-Vereine widersetzten sich einer Verschmelzung; sie setzen ihre Tätigkeit in der »Arbeitsgemeinschaft Ring Deutscher Makler« fort.

RDN (Dachkonstruktion): Steht für → »Regeldachneigung«.

Realerbteilung (Landwirtschaft): Die möglichst gleichmäßige Aufteilung eines landwirtschaftlichen Anwesens unter mehreren Erbfolgern (gewöhnlich alle Söhne eines Paares). Folge: eine fortwährende Zersplitterung betroffener Höfe bzw. Nutzflächen; es entstehen – häufig bereits in der ersten Erbengeneration – Hofgrößen, die keine Vollexistenz mehr zulassen.

Realerbteilungsgebiet (Landwirtschaft): Eine Region, in der bäuerliche Höfe zwischen mehreren Erben bzw. Nachfolgern aufgeteilt wurden. Die fortwährend Teilung übersetzte sich in immer kleiner werdende Höfe. Vielfach ließen es entstehende Höfe nicht mehr zu, sie in Vollerwerbsform zu bewirtschaften.

Realerbteilungsrecht (Landwirtschaft): Das rechtlich verankerte Prinzip der → Realerbteilung.

Realerbteilungsregion: Siehe → Realerbteilungsgebiet (Landwirtschaft).

Realitäten: Insbesondere in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für → »Immobilien«.

Realitätenmakler: Insbesondere in Österreich geläufige Bezeichnung für → »Immobilienmakler«.

Realkredit (Deutschland): Ein grundpfandrechtlich – etwa durch eine Hypothek – gesicherter Kredit. Die → Beleihungsgrenze darf 60 % des → Beleihungswertes bzw. 50 % des → Verkehrswertes nicht überschreiten.

Realkreditinstitut: Zumeist als »Hypothekenbank« bezeichnet. Es handelt sich um ein Bankinstitut, dessen Aktivgeschäft schwerpunktmäßig auf der Beleihung von → Grundstücken beruht; im Passivgeschäft werden diese Forderungen als Schuldverschreibungen in Form eines Hypothekenpfandbriefes termingerechte Zins- und Tilgungszahlungen auch bei einer eventuellen Insolvenz gewährleistet sein müssen.

Rebgut (Betrieb): Eine vor allem Im Schweizerdeutsch gebräuchliche Bezeichnung für ein Weingut.

Rechen (Abwasserbehandlung): Siehe → Rechenanlage.

Rechenanlage (Abwasserbehandlung): Ein mechanischer Filter, der einem → Vorklärbecken vorgeschaltet ist. Es handelt sich um einen tatsächlich rechenartigen Filter oder eine Siebtrommel, der bzw. die je nach Filterraster mehr oder weniger grobe Objekte aus dem Abwasserstrom zurückhält.

Rechengutpresse (Abwasserbehandlung): Ein Kompaktor, der in der → Rechenanlage zurückgehaltene, anschließend von Fäkalien befreite Verschmutzungen verdichtet bzw. entwässert.

Rechensieb: Vergleiche → Rechenanlage (Abwasserbehandlung).

Rechteckzinne: Die übliche, rechteckig ausgeführte Form einer → Zinne.

Rechtstür: Eine → Tür mit einem aus Richtung des Raumeingangs betrachtet rechts montierten Türband und dementsprechend links platziertem → Türdrücker bzw. Türschloss.

Rechts-Tür: Siehe → Rechtstür.

Red Dragon (Gestein): Handelsbezeichnung eines mittelkörnigen argentinischen Granits mit einem von Rosa und rötlichem Braun beherrschten Farbenspiel. Das Gestein wird im Innen- und Außenbereich verbaut.

Redoute (Festungsbau): Eine gewöhnlich viereckige Schanze, also ein zumeist aus Erde errichtetes Verteidigungswerk.

Reduit (Festungsbau): Eine innerhalb eines größeren Defensivwerkes errichtete befestigte Rückzugsinsel, von der aus der Widerstand gegen Feinde nach dem Fall des Hauptwerkes fortgesetzt werden konnte.

Reduzierte Basilika: Eine andere Bezeichnung für die Pseudobasilika. Es handelt sich um einen insbesondere während der Spätgotik errichteten Kirchentyp, der sich als Mischform von → Basilika und → Hallenkirche darstellt. Gemessen an basilikalen Maßstäben erhebt sich das Mittelschiff gewöhnlich weniger hoch über die Seitenschiffe, die überragende Mauerpartie besitzt kein Fensterband, d. h. es besteht kein → Obergaden.