Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Pr – Ps

Pradakshinapatha (der): Ein das Hauptheiligtum hinduistischer Tempel umlaufender Weg, der zur Veranstaltung von Umzügen bzw. Prozessionen, aber auch individuellen Gebetsgängen dient.

Praktischer Feuchtegehalt (insbesondere Holzbau): Jener Feuchtegehalt (in Gewichtsprozent), der sich in einem Baustoff (Holz, Beton usw.) ergibt, wenn dieser längere Zeit einem Umfeld mit weitgehend gleichbleibender Feuchte und Temperatur ausgesetzt ist. Dieser Feuchtegehalt wird auch als »Ausgleichs-« oder »Bilanzfeuchte« bezeichnet.

Prallkugel: Eine andere Bezeichnung der → Abrissbirne.

Prang (Thai): Ein Tempelturm aus der Angkor-Periode des Khmer-Reiches.

Prasat (Khmer): Ursprünglich ein Tempelturm der historischen Khmer-Architektur, im heutigen Verständnis auch ein an südindische Vorbilder angelehnter Pyramidentempel, dessen Zentralturm oder der Kernbereich eines Flachtempels.

Prasat (Thai): Ein → Palast.

Prätorialfront (historisch, Militärwesen): Die am meisten bedrohte, dem feindlichen Anmarschgebiet bzw. Territorium zugewandte Seite eines römischen → Kastells.

Preis-Mengen-Steuerung (Hotellerie): Eine Sammelbezeichnung für Ansätze und Maßnahmen, die einer systematischen Mobilisierung bzw. Abschöpfung bestehender Marktpotentiale für einen Hotelbetrieb dienen. Der Aufgabenkreis wird auch als »Abschöpfungsmanagement« und »Ertragsmanagement« bezeichnet. Englische Entsprechungen sind »Revenue Management« und »Yield Management«.

Preisuntergrenze, absolute (Hotellerie): Auch als »kurzfristige Preisuntergrenze« bezeichnet. Es handelt sich um einen pro Zimmer verlangten Nettopreis (ohne MwSt.), der genau die variablen Stückkosten einspielt. Eine entsprechende Zimmerrate leistet somit kein Beitrag zur Deckung laufender Fixkosten eines Hotels. Diese Preisgrenze ergibt sich, werden die gesamten variablen Kosten durch die Anzahl verkaufter Zimmer dividiert. Unschwer nachvollziehbar gerät ein Hotel rasch in die roten Zahlen, wenn dieser Preis längerfristig angeboten wird.

Preisuntergrenze, kurzfristige (Hotellerie): Siehe → Preisuntergrenze, absolute.

Preisuntergrenze, langfristige (Hotellerie): Jene Preisschwelle, bei der die Gesamtkosten eines Hotelbetriebes (gerade noch) eingespielt werden.

Prellbock (Bahn): Ein Gleisabschluss, der montiert wird, um zu verhindern, dass Züge oder Waggons über das Gleisende hinaus hinausrollen.

Prellholz (Burgen- / Festungsbau): Ein in → Schießscharten befestigter Querbalken, der als Auflager bzw. Aufhängung für Hakenbüchsen bzw. Arkebusen diente. Neben erhöhter Zielgenauigkeit bedingte ein Prellholz eine Rückstoßminderung.

Prellstein: U. a. auch als »Radabweiser« bezeichnet. Es handelt sich um einen oft in die Form eines mehr oder minder hohen Pfostens gebrachten, teils verzierten oder sogar figürlich gestalteten Stein, der Gebäudekanten vor Beschädigungen durch Fahrzeugräder schützte. Heutige Prellsteine bestehen häufig aus Beton.

Pre-Opening Costs (Hotellerie): Kosten, die im Vorlauf einer Hoteleröffnung anfallen. Hierzu zählen u. a. Personal- bzw. Personalanwerbungskosten, Marketingkosten und Kosten für die erste Bestückung des Warenlagers, der Küche und des Kellers.

Presbyterium (Sakralarchitektur): Eine andere Bezeichnung für »Chor« bzw. den Altarraum von Kirchen.

Pressfuge: Im Straßenbau eine spaltfrei ausgeführte Stoßkante zwischen Betonplatten, die keine Ausdehnung zulässt.

Presshaus (Weinbau): Ein aus logistischen bzw. arbeitstechnischen Gründen gewöhnlich direkt neben dem Weinlagerkeller errichtetes Wirtschaftsgebäude im Weinbaubereich, in dem sich Kelter (Weinpresse) und Bottich befinden. Das Presshaus wird auch »Kelterhaus« genannt.

Presslufthammer: Die umgangssprachliche Bezeichnung des Drucklufthammers. Es handelt sich um eine mobile Maschine, die im Wesentlichen aus Kolben bzw. Hammer, Meißel und Kompressor besteht. Der durch Druckluft angetriebene Kolben überträgt Impulse auf den Meißel. Drucklufthämmer gibt es in Form leichter, mit geringem Kraftaufwand bedienbarer Geräte, als schwerere, den Einsatz beider Hände erfordernde Varianten und als schwergewichtige Baggeranbauwerkzeuge.

Pressluftschuppen: Ein umgangssprachlicher, teils spaßhaft, teils abfällig verwendeter Ausdruck für eine Diskothek, also eine der → Gastronomie zuzählende Einrichtung, die von extrem lauter musikalischer Beschallung gekennzeichnet ist.

Priependach: Ein → Dach, das mit Ziegeln gedeckt ist, die als → »Mönch und Nonne« bezeichnet werden. Es handelt sich um Dachziegeln, die entlang ihrer Längsachse halbkreisförmig ausgeformt sind. Nonnen bilden die untere Lage, Mönche werden aufgesetzt. Das Priependach stammt aus dem mediterranen Raum; es war während der römischen Antike weit verbreitet.

Priesterloch: Ein teils mit einem Geheimgang verbundenes Versteck beziehungsweise ein Unterschlupf für katholische Geistliche in England. Nachdem Heinrich VII die unter dem Supremat der Krone stehende Anglikanische Kirche eingerichtet hatte, standen Katholiken in staatsfeindlichem Ruf. Nach der Thronbesteigung von Elisabeth I. (1558) wurden sie verfolgt. Priester wirkten in Rom treuen Häusern weiter, mussten bisweilen jedoch rasch abtauchen. Diesem Zweck dienten Priesterlöcher.

Primäreinzugsbereich: Siehe → Primäreinzugsgebiet.

Primäreinzugsgebiet: Jenes Absatzgebiet, aus dem ein sehr hoher bis weit überwiegender Umsatzanteil eines Handelsbetriebes oder einer sonstigen Einrichtung stammt. Die Ausdehnung dieser Zone korreliert mit dem spezifischen Wert einer Ware und / oder Dienstleistung. In der Praxis werden für den zur Definition herangezogenen Umsatzanteil Schwellenwerte festgelegt (z. B. 60 %, 70 %, 80 %).

Primäreinzugszone: Siehe → Primäreinzugsgebiet.

Primatstadt: Eine hinsichtlich ihrer Funktionsvielfalt bzw. funktionsübergreifenden Bedeutung unangefochten und mit weitem Abstand führende → Stadt innerhalb eines Großraumes (Region, Bundesland, Staat).

Primer: Eine andere Bezeichnung für ein Haftmittel bzw. eine Grundierung. Es handelt sich um ein chemisches Produkt, das eine verbesserte Haftung einer Farbschicht bzw. eines Dichtstoffes auf dem Untergrund gewährleistet.

Principia (historisch, Militärwesen): Das Stabsgebäude eines römischen → Kastells.

Privatkapelle (allgemein): Eine von Privatpersonen eingerichtete bzw. unterhaltene Räumlichkeit, die nichtöffentlichen Gebets- und Andachtszwecken usw. dient.

Privatkapelle (kirchenrechtlich): Ein Gebäude oder Gebäudeteil, der Gottesdiensten bzw. rituellen Handlungen zugunsten einer oder mehrerer Personen dient.

Privatstraße: Eine im persönlichen Eigentum eines Individuums oder einer Personengruppe stehende, also nicht-öffentliche → Straße.

Produktionshalle: Ein großflächiges, in sich möglichst offen ausgelegtes und weitgehend stützenfreies Gebäude, das regelhaft zur maschinellen bzw. stark maschinell unterstützten Herstellung von Gütern dient. Es handelt sich um ein prototypisches Form-folgt-Funktion-Gebäude, das gleichwohl flexibel anzupassen ist; es wird gleichsam um bestimmte Produktionsabläufe herum errichtet. Moderne Produktionshallen werden unter weitestgehendem Einsatz standardisierter Fertigteile errichtet.

Produktionslager: Lager- bzw. Logistikeinrichtungen, die be- und verarbeitende Unternehmen mit Rohstoffen, Betriebsstoffen, Komponenten usw. versorgen.

Produktionslogistisches Zentrum (ZPL): Dieses Zentrum konzentriert – produktionsnah – Transport-, Lager- und Zulieferunternehmen. Prototypische Vertreter sind um große Automobilwerke herum entstandene Cluster. Es handelt sich gleichsam um das Gegenstück des → Güterverteilzentrums.

Profanarchitektur: Baustile bzw. bauliche Moden, Formensprachen und Bauweisen, die typisch für nicht religiös genutzte Gebäude und Bauwerke sind.

Profanbau: Ein Gebäude bzw. Bauwerk, das diesseitsorientierten bzw. weltlichen Kulturzwecken dient, also keiner religiösen Nutzung unterliegt. Der Begriff wird im Allgemeinen auf öffentliche Einrichtungen wie Rathäuser, Museen, Universitäten usw. bezogen.

Profanbaukunst: Siehe → Profanarchitektur.

Profanbauwerk: Siehe → Profanbau.

Profangebäude: Siehe → Profanbau.

Profil (Architektur): Im engeren und ursprünglichen Sinn ein (gegenständlicher oder gezeichneter) Querschnitt, eine Seitenansicht oder ein Umriss. In übertragenem bzw. erweitertem Sinn bezeichnet der Begriff eine erkennbare, idealtypisch unverwechselbare Identität eines Gebäudes, Bauwerks oder → Raumkonzeptes.

Profilstahl: Gewalzter, gezogener oder gepresster Stahl sowie ein daraus hergestelltes Bauteil bzw. ein Träger mit einem über die ganze Länge einheitlichen Querschnitt.

Prolongation (Kreditwesen): Die Verlängerung eines → Darlehens. Prolongationen werden häufig nach Auslaufen einer Zinsbindungsfrist vereinbart; der Kredit- bzw. Darlehensgeber bleibt also derselbe.

Prolongation (Miet-, Pachtwesen): Eine vor oder bei Ablauf der Vertragslaufzeit vereinbarte Verlängerung eines Miet- oder Pachtverhältnisses.

Projektentwickler: Branchensprachliche Kurzform von »Immobilienprojektentwickler«. Ein Projektentwickler ist eine natürliche oder juristische Person, die sich der planmäßigen, marktgerechten Aufwertung von Grundstücken widmet. Idealtypisch wird die wirtschaftlich optimale Grundstücksnutzung bestimmt und ein entsprechendes Entwicklungskonzept umgesetzt.

Projektentwicklung (immobilienbezogen): Die planmäßige, marktgerechte Aufwertung von Grundstücken. Im Grunde zielt jede wirtschaftlich basierte Projektentwicklung darauf ab, ein Grundstück einer gegenüber der bestehenden Nutzung höherwertigen bzw. einträglicheren zuzuführen. Idealtypisch wird somit für ein Grundstück die wirtschaftlich optimale Nutzung bestimmt und ein entsprechendes Entwicklungskonzept umgesetzt. Gegenüber der inhaltlich weiter gefassten »Immobilienentwicklung« ist unter »Projektentwicklung« ein einmaliger Vorgang – eben ein Projekt – mit bestimmbarem Beginn und zeitlich festlegbarem Abschluss zu verstehen. Die Projektentwicklung kann somit als Ausschnitt der Immobilienentwicklung aufgefasst werden (vertiefend siehe den Fachbeitrag Projekt- und Immobilienentwicklung).

Promenade: Ein breiter, künstlich angelegter, gepflegter Spazierweg bzw. eine Flaniermeile innerhalb von Siedlungskörpern oder ein entsprechender Weg zwischen unmittelbar benachbarten Siedlungseinheiten (z. B. an einem See). In dem Begriff schwingt die Inszenierung des Öffentlichkeitsbedürfnisses gutbürgerlicher Kreise mit.

Promotor (immobilienbezogen): Ein in der Schweiz gebräuchlicher Ausdruck; er bezeichnet eine Person, die eine Bauinvestition auslöst bzw. trägt, deren Produkt einem späteren Verkauf dient, also nicht dazu bestimmt ist, langfristig im Eigentum gehalten zu werden.

Pronaos: Eine zum Tempelinneren führende, an der Stirnseite des Gesamtgebäudes offene Vorhalle griechischer Tempel. Regelhaft wird der Pronaos von den verlängerten Seitenwänden des Hauptraumes und einem gewöhnlich von Säulen gestützten Gebälk gebildet.

Property Management: Eine Immobilienmanagementlinie, die den unmittelbaren Draht zum Markt verkörpert. Im Vordergrund steht die Arbeit unmittelbar am und im jeweiligen Objekt bzw. die Positionierung einer Immobilie im Markt. Eine zentrale Aufgabe liegt darin, Vermietungsstand und Mietermix zu optimieren bzw. einen stabilisierten Mieterbesatz herbeizuführen und zu sichern (vertiefend siehe Immobilienmanagementlinien – Definitionen).

Property Manager: Eine Fachkraft, der es obliegt, eine Immobilie bestmöglich im Markt zu positionieren bzw. deren langfristige Ertragskraft zu sichern. Property Manager sind dafür verantwortlich, Vermietungsstand und Mieterbesatz zu optimieren, begehrte Mieter zu binden, unpassende auszusondern und im Interesse einer längerfristigen Ertragsoptimierung vorzuhaltende Flächenreserven in Form bewusst unvermieteter Räumlichkeiten zu bestimmen. Property Manager fungieren zum Gutteil als Transmissionsriemen nachfrageseitiger Bedürfnisse, was bisweilen zu Spannungen mit → Asset Managern führt.

Prostylos: Ein griechischer Tempeltyp, bei dem der Vorhalle (→ Pronaos) oder der → Cella über die gesamte Breite hinweg eine Säulenreihe vorgeschaltet ist.

Protovilla: Ein frührömisches, aus Holz oder in Fachwerkbauweise errichtetes Gutshaus mediterranen Typs, das als Vorläufer der römischen Steinvilla bzw. der villa rustica einzustufen ist.

Proto-Villa: Siehe → Protovilla.

Prov (Immobilienanzeigen): Die Abkürzung von → »Provision«.

Provision (Maklerwesen): Eine Bezahlung für beanspruchte bzw. erbrachte Maklerleistungen, sofern diese in einen Geschäftsabschluss münden.

Prytaneion: Das repräsentative, gewöhnlich nahe der → Agora befindliche Hauptgebäude der antiken griechischen Polis, das Amtssitz der höchsten Ratsvertreter – der Prytanen – war. Im Prytaneion wurde der Staatsherd, ein »ewiges« Feuer, unterhalten. Das Gebäude diente zudem als Veranstaltungsort öffentlicher Ehrenmähler.

Pseudobasilika: Ein vorherrschend spätgotischer Kirchenbautyp, der als Mischform von → Basilika und → Hallenkirche beschrieben werden kann. Gemessen an basilikalen Maßstäben erhebt sich das Mittelschiff gewöhnlich weniger hoch über die Seitenschiffe, die überragende Mauerpartie ist nicht befenstert, das heißt, es besteht kein → Lichtgaden.