Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Podest - Pors

Podest (allgemein): Eine erhöht gelagerte Plattform.

Podest (Architektur): Ein betonter Sockel oder eine Terrasse, die ein Gebäude unterlagert (es oft zugleich umläuft). Fachsprachlich wird ein derartiges Podest als »Podium« bezeichnet.

Podest (Sport): Ein zumeist dreistufiges Siegertreppchen.

Podest (Treppe): Eine kleinere, in einen Treppenlauf eingeschaltete Plattform. Eingezogen werden Podeste, um eine kraftsparende Begehung zu ermöglichen, die potentielle Sturzhöhe zu verringern und (bei geradläufigen Treppen) Richtungswechsel zu erreichen.

Podesttreppe: Ein Oberbegriff für Treppen, die mehrere Läufe bzw. Arme besitzen, die von einer zwischengeschalteten Plattform – einem Podest – miteinander verbunden werden.

Podium (Architektur): Eine betonter Sockel oder eine Terrasse, die ein Gebäude unterlagert (es oft zugleich umläuft).

Podiumstempel: Ein → Tempel, dessen Baukörper auf einem mehr oder minder hohen, deutlich betonten Sockel (= Podium) ruht.

Point de vue: Ein aus dem Französischen übernommener Begriff, der ein bewusst als Blickfang gesetztes Objekt am Endpunkt eines Weges, einer Straße oder einer anderweitigen länglichen Fläche bezeichnet. Als point de vue dienen Nutzgebäude, Staffagen, Brunnenanlagen, Ziersäulen, Standbilder oder auffallende Pflanzen. Das Stilmittel wird in der (Garten)Architektur und im Städtebau eingesetzt.

Polier: Eine baugewerbliche Berufs- bzw. Rollenbezeichnung. Sie bezeichnet den am Ort verantwortlichen bzw. weisungsbefugten Leiter einer Baustelle oder eines Bauabschnittes. Der Polier nimmt eine vermittelnde Stellung zwischen gewerblichem Baustellenpersonal und Bauleitung ein.

Polis: Ein städtisches Gemeinwesen der griechischen Antike.

Polleiter (Elektrik): Eine vor allem in der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung für einen → Außenleiter (hier »Aussenleiter« geschrieben).

Polnischer Verband (Mauerwerk): Ein bei Zier- und Verblendmauern umgesetzter Verband, bei dem in jeder Steinlage je ein → Läufer und → Binder aufeinanderfolgen. Eine andere Bezeichnung ist »Gotischer Verband«.

Polsterei (räumlich): Die → Werkstatt bzw. die Arbeitsräume einer im Polsterhandwerk aktiven Person bzw. Firma.

Polychromie, antike: Die ursprüngliche bzw. einstige Buntheit bzw. Vielfarbigkeit griechischer und römischer → Bauwerke (vor allem Tempel) und → Skulpturen.

Polygonalpflaster: Siehe → Polygonalverband.

Polygonalmauerwerk: Ein aus großen Blöcken gefügtes Bruchsteinmauerwerk, das als ästhetisch basierte Fortentwicklung des → Zyklopenmauerwerks aufgefasst werden kann. Anders als bei Letzterem wurden Quader vergleichbarer Form und Größe sowie mit aneinander angeglichenen Stoßflächen verbaut; die schräg verlaufenden Stoßfugen strahlen von größeren zentrierten Blöcken ab.

Polygonalverband (Pflaster): Ein von »regelmäßiger Unregelmäßigkeit« gekennzeichnetes Verlegemuster, bei dem die Einzelsteine in einem 45-Grad-Winkel zum Straßen- bzw. Flächenrand angeordnet werden. Durchgehende Fugen werden nach maximal drei Steinen von einem quer verlegten Stein gebrochen. Das Verlegemuster ist auch unter den Namen »Passéepflaster« und »Netzverband« bekannt.

Polygonturm: Ein → Turm mit einem fünf oder mehr Ecken aufweisenden Grundriss. Derartige Türme finden sich vor allem in Burgen.

Polyvalente Heizungsanlage: Eine Heizungsanlage, die mehr als zwei Wärmequellen kombiniert.

Polyzentrische Agglomeration (Siedlungswesen): Ein flächenhaft verstädtertes Gebiet, das sich aus mehreren Kernstädten mit jeweils verflochtenen Umlandzonen zusammensetzt. Mit anderen Worten: ein von mehreren Kernstadt-Umland-Räumen gebildetes Mosaik.

Pomerium (antikes Rom): Zunächst die rechtlich definierte, nach etruskischem Vorbild mit dem Pflug gezogene »heilige« Grenzlinie zwischen der Stadt Rom und ihrem Umland. Diese Grenze wurde nicht von der Stadtmauer markiert. In späterer Zeit bezog sich der Begriff auf jede festgelegte Stadt-Umland-Grenze im Reich.

Pomerium (Garten): Eine alte Bezeichnung für einen Obstbaumgarten.

Pontata (Freskomalerei): Ein »Brückenabschnitt« bzw. eine mehr oder minder wahrnehmbare vertikale Abfolge einzelner → Giornate. Pontata entstehen, weil hohe Wandfresken von oben nach unten, unter Einsatz mehrstöckiger Gerüste gemalt werden. Pontata entsprechen in etwa einer Stockwerkshöhe des eingesetzten Gerüsts.

Pool (Freizeit, Wellness): Ein wassergefülltes bzw. mit Wasser füllbares) Becken, das zum Schwimmen und / oder der körperlichen Entspannung dient. Beispiele bieten Schwimm- oder Strudelbecken.

Porenbeton: Ein durch Blähung stark porosierter, entsprechend leichter dampfgehärteter Baustoff, der auf Kalk-, Kalkzement- oder Zementmörtelbasis hergestellt wird. Der Namensgebung zuwider, ist der Baustoff kein → Beton.

Porinho (Gestein): Eine von mehreren Handelsbezeichnungen des Rosa Rorrino. Es handelt sich um einen in Spanien vorkommenden, rosafarbenen Granit, der u. a. zur Herstellung von Fliesen, Platten und Fensterbänken eingesetzt wird.

Porinno (Gestein): Eine unter mehreren Handelsbezeichnungen des → Rosa Rorrino.

Porino (Gestein): Eine von mehereren Handelsbezeichnungen des → Rosa Rorrino.

Porphyr (Gestein): Ein Oberbegriff für zumeist quarzreiche, polierfähige Vulkanite mit feinkörniger Grundstruktur, in die große Kristalle eingebettet sind. Aufgrund regelhaft starker Klüftigkeit der Gesteinsvorkommen eignen sich Porphyre selten zur Herstellung großer Naturwerksteine. Sie werden als Schotter verwendet, dienen aber auch als Ausgangsmaterial für Denkmäler, Grabstätten, Statuen oder Küchenarbeitsplatten.

Portal (Architektur): Ein torartig anmutender, durch die Fassadengliederung und / oder architektonische Zierelemente (Säulen, Friese, Skulpturen usw.) betonter Eingang sakraler (Tempel usw.) und profaner Bauwerke (Museen, Schlösser etc.).

Portal (Tunnel): Der Tunnelmund bzw. die Tunneleinfahrt.

Portalgewände: Eine abschrägte, seitliche Wandeinfassung eines → Portals.

Porta Praetoria (historisch, Militärwesen): Das Haupttor eines römischen → Kastells.

Portefeuille (immobilienbezogen): Eine andere Bezeichnung für ein Portfolio, also einen mehrere Einzelobjekte umfassenden Bestand.

Portenburg: Häufiger als »Pfortenburg« bezeichnet. Es handelte sich um eine an einer Landes- bzw. Territorialgrenze errichtet Zollburg.

Portfolio (immobilienbezogen): Ein aus mehreren Grundstücken bzw. Objekten zusammengesetzter Immobilienbestand bzw. ein »Paket«.

Portfolioabschlag (immobilienbezogen): Eine negative Differenz zwischen jenem Preis, der bei einem Einzelverkauf in einem Portfolio gebündelter Immobilien (wahrscheinlich) erzielbar wäre, und jenem Preis, der für einen Erwerb des gesamten Portfolios geboten oder gezahlt wird. Abschläge werden verbreitet in Kauf genommen, um Vermarktungszeit und -kosten, die sich bei einem Einzelverkauf einstellen, zu vermindern.

Portfolioaufschlag (immobilienbezogen): Eine positive Differenz zwischen jenem Erlös, den ein Einzelverkauf in einem Portfolio gebündelter Objekte (voraussichtlich) erbringen würde, und jenem Preis, der für einen Erwerb des gesamten Portfolios geboten oder gezahlt wird. Aufschläge werden teils hingenommen oder geboten, um Zeit und Kosten zu reduzieren, die mit einem Einzelerwerb anderer Immobilien verbunden wären. Ein entsprechendes Gebot kann sich u. a. – z. B. für Hotelketten – auch dann empfehlen, wenn schnell eine hohe Marktdurchdringung innerhalb eines Gebietes erreicht werden soll.

Portfolioinvestition (immobilienbezogen): Mittel, die in einen aus mehreren Immobilien bestehenden Bestand fließen, der 1. längerfristig gehalten wird bzw. werden soll oder 2. in einen Zustand versetzt werden soll, der es attraktiv erscheinen lässt, ihn zu erwerben.

Portfoliomanagement (immobilienbezogen): Die auf strategischen Leitlinien und taktischen Einzelmaßnahmen beruhende Betreuung und Steuerung eines mehrere Objekte umfassenden Immobilienbestandes. Ziel ist es, über den Gesamtbestand hinweg eine ertragsoptimale Konstellation herbeizuführen und zu erhalten.

Portfoliomanager (immobilienbezogen): Eine Person, die einen mehrere Einzelobjekte umfassenden Immobilienbestand ziel- bzw. ergebnisorientiert verwaltet, steuert und / oder umgestaltet bzw. aufbaut. Die Tätigkeit gründet auf strategischen Leitlinien und taktischen Einzelmaßnahmen. Ziel ist es, den Gesamtbestand ertragsoptimal zu gestalten.

Porzellanmanufaktur: Ein Gebäude oder Gebäudekomplex, das bzw. der auf die Anforderungen einer personalintensiven, arbeitsteiligen, von Handarbeit geprägten vorindustriellen Serienfertigung (Herstellung und / oder Bemalung bzw. Verzierung) von Porzellanwaren ausgelegt war. Manufakturen erlebten ihre Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert.

Poseidon-Tempel: Ein dem antiken griechischen Meeresgott, Poseidon, geweihter → Tempel.

Positive Kegeltreppe: Eine halbrund ausgeführte Treppe, deren Stufenbänder zu einer podestähnlichen Fläche aufsteigen bzw. eine konvexe Form ausbilden.

Positive Pyramidentreppe: Eine mindestens drei Stufenbändern aufweisende Treppe, die aus einer Stirnseite und zwei im rechten Winkel abgehenden Seitenpartien besteht oder einen achteckigen Grundriss aufweist. Kennzeichnend ist, dass die Stufenbänder zu einem erhabenen Podest bzw. einer podestähnlichen Fläche aufsteigen, also eine konvexe Form ausbilden.

Postament: Ein gestalterisch betonter, mehr oder minder reichhaltig verzierter Sockel von → Statuen, → Säulen oder (kleineren) Gebäuden. Der Begriff wird im Allgemeinen nur auf mehrgliedrige, gewöhnlich Fußgesims, Schaft und Kranzgesims aufweisende Sockel bezogen. Eine andere Bezeichnung ist »Piedestal«.

Postmoderne (Architektur): Eine uneinheitliche baulich-gestalterische Strömung, die Mitte der 1970er Jahre als Antwort auf den funktionalistisch orientierten Fortschrittsglauben der »Moderne« zu entstehen begann; sie wurde während der 1980er Jahre – gleichsam als Spiegel philosophischer und gesellschaftlicher Diskussionen – zur vorherrschenden architektonischen Modeströmung. Vertreter der Postmoderne wandten sich gegen die zunehmend als kalt, gefühlsarm, minimalistisch und maschinenhaft empfundenen Ausdrucksformen der »Modernen», voran der »Internationalisten«. Die Postmoderne brachte im Grunde keine neuen Formen hervor; vielmehr stellte sie herkömmliche Elemente in teils ironischer, teils skurril anmutender Manier zusammen oder verlieh ihnen neue Funktionen. Die Postmoderne setzte gleichsam auf die »Sprache des Gegenständlichen«; sie wies Objekten eher »kommunikative« bzw. wahrnehmungsbezogene als alltagstaugliche funktionale Rollen zu.

Potemkinsches Dorf: Siehe → Potjomkinsches Dorf.

Potentialimmobilie: Eine vor allem von Maklern verwendete Bezeichnung für ein abgewirtschaftetes und / oder schlecht geschnittenes Objekt, das sich gewöhnlich in einer absteigenden bzw. unterdurchschnittlichen → Lage befindet.

Potentialobjekt: Siehe → Potentialimmobilie.

Potenzialimmobilie: Siehe → Potentialimmobilie.

Potenzialobjekt: Siehe → Potentialimmobilie.

Poterne (Festungsbau): Ein massiv überbauter Gang, der verschiedene Bereiche innerhalb einer Festung verbindet oder zu befestigten Stellungen vor dem Hauptwall führt.

Potjomkinsches Dorf: Eine zum stehenden Begriff gewordene Bezeichnung, die auf eine Anschwärzung bzw. Verunglimpfung des russischen Fürsten Grigori Alexandrowitsch Potjomkin (1739 - 1791) zurückgeht. Dieser zufolge ließ der Favorit von Zarin Katharina II. kulissenhafte Attrappendörfer errichten, um der Herrscherin samt deren Gefolge wirtschaftlich blühende Landschaften vorzugaukeln, obwohl sich das neu eroberte Gebiet – die Krim – in einem elenden Zustand befand. Bis heute werden unter Potjomkinschen Dörfern einen schönen Schein vermittelnde Gebilde verstanden, die tatsächlich inhaltsleer bzw. substanzlos sind.

PPP: Das Kürzel steht für »Public Private Partnership« – zu Deutsch: Partnerschaft von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft. In der deutschen Immobilienpresse werden entsprechende Modelle seit Jahrzehnten thematisiert. Tatsächlich erweisen sie sich als kompliziert; ihre Marktbedeutung ist gering.