Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Pe – Pfei

PE (Elektrik): Das Kurzzeichen für → »Schutzleiter«.

Pechnase (Wehrbau): Ein unten offener Mauererker, der zum Ausguss siedender Kampfstoffe (Öl, Wasser) gedacht war. Dieser Wehrerker war Bestandteil mittelalterlicher → Burgen und Stadtbefestigungen sowie neuzeitlicher → Festungen. Der landläufige Begriff kam im 19. Jahrhundert auf. Eine ältere, inhaltlich präzisere Bezeichnung ist »Gusserker«.

Pelletheizung: Eine technische Einrichtung zur aktiven, steuerbaren Erwärmung von Räumen bzw. Gebäuden und / oder zur Warmwassererzeugung, die auf der Verbrennung von Pellets (durch Pressung hergestellte Scheite aus Sägemehl usw.) beruht.

Pendelpfeiler (Hochbahn- / Brückenbau): Ein gelenkig mit Brückenoberbau und Brückenfundament verbundener, aus Eisen hergestellter → Pfeiler.

Pendelpfeilerbrücke: Ein etwa zwischen 1880 und 1910 bisweilen realisierter Brückentyp, dessen Eisenpfeiler beweglich mit Fundament und Überbau verbunden wurden. Konstruktionsbedingt waren die Pfeiler keinen Längs-, sondern nur Druck- und Querkräften ausgesetzt.

Pendelstütze: Siehe → Pendelpfeiler (Hochbahn- / Brückenbau).

Pendentif (Architektur): Ein dreieckiges, gewöhnlich nur aus dem Gebäudeinneren heraus sichtbares Bauelement im Übergang zwischen dem quadratischen, bisweilen auch achteckigen Grundriss eines Baukörpers und dem kreisförmigen Grundriss einer aufsitzenden Kuppel. Im Deutschen wird der / das Pendentif als »Hängezwickel« oder »Eckzwickel« bezeichnet.

PEN-Leiter (Elektrik): Ein in Niederspannungsnetzen eingesetzter Leiter, der gleichzeitig als Neutral- und als Schutzleiter dient.

Pendlereinzugsbereich: Siehe → Pendlereinzugsgebiet.

Pendlereinzugsgebiet: Ein Siedlungseinheiten (Städte, Gemeinden) bzw. Wohnorte umfassender Raum, aus dem ein Arbeitsort die Masse der in örtlichen Arbeitsstätten beschäftigten, jedoch nicht am Ort wohnenden Arbeitskräfte anzieht.

Pendlergemeinde: Um Missverständnissen vorzubeugen, sollte je nach Sachverhalt von »Einpendler-« oder »Auspendlergemeinde« gesprochen werden, auch wenn sich der Begriff regelhaft auf Letztere bezieht. Angesprochen ist somit eine Gemeinde, bei der deutlich mehr am Wohnort lebende Menschen auswärts beschäftigt sind als Auswärtige in der Gemeinde.

Pension (Beherbergungsgewerbe): Ein mehrheitlich privat geführter Beherbergungsbetrieb mit wenig ausgeprägtem Dienstleistungsangebot, der vielfach nur Übernachtungsgäste verköstigt.

Pentagon (Bauwerk): Ein Gebäude bzw. Bauwerk mit fünfeckigem Grundriss. Bekanntestes Pentagon dürfte der gleichnamige Sitz des US-Verteidigungsministeriums in Arlington (Virginia) sein.

Penthaus: Die deutsche Schreibung von → Penthouse.

Penthauswohnung: Siehe → Penthouse.

Penthouse: Ein all- oder mehrseitig hinter die Fassadenfront zurückgenommenes Wohngebäude bzw. eine entsprechende Wohneinheit, das bzw. die dem Flachdach eines mehrgeschossigen Gebäudes aufsitzt. Penthäuser weisen häufig einen höheren Ausstattungsstandard als die übrigen Wohneinheiten des jeweiligen Gebäudes auf.

Penthousewohnung: Vergleiche → Penthouse.

Pergola: Historisch betrachtet ein Zierzwecken, eingeschränkt auch dem Witterungsschutz dienender Pfeiler- oder Säulengang im Übergangsbereich von Fassade und Terrasse oder zwischen einem Gebäude und Aufenthaltsinseln in Gartenanlagen. Im modernen Sprachgebrauch steht der Begriff auch für aufgeständerte Dächer, die Wege zwischen Haus und Garage überspannen.

Perimeterbeitrag (Schweiz, Liechtenstein): Ein Kostenbeitrag, den Grundstückseigentümer für öffentlich getragene Projekte, vor allem im Bereich von Erschließungsmaßnahmen, an die öffentliche Hand (Staat, Gemeinde) zu leisten haben.

Perimeterdämmung: Eine wasserabweisende und druckwiderständige → Wärmedämmung, die in unmittelbarem Kontakt zum umgebenden Erdreich steht.

Perimeterpflicht (Schweiz, Lichtenstein): Eine Grundstückseigentümern innerhalb eines bestimmten Gebietes auferlegte Verpflichtung, Kostenbeiträge zu öffentlich getragenen Entwicklungs- bzw. Baumaßnahmen (Erschließung, Hochwasserschutz usw.) zu leisten.

Perlschnur (Ornamentik): Siehe → Perlstab.

Perlstab (Ornamentik): Ein Fries in Form einer Reihung kugelförmiger Elemente bzw. Perlen, die sich oftmals mit Scheiben oder dergleichen abwechseln.

Permanent Apartments: Längerfristig – oft für mehrere Monate – von einem Gast angemietete bzw. betreiberseitig vermietete Appartements oder Suiten in einem Hotel.

Perron: Eine in der Schweiz geläufige Bezeichnung für einen → Bahnsteig.

Persisches Kapitell: Ein → Kapitell (ausladender oberer Säulenabschluss), das zweiköpfige Tiere – insbesondere Löwen und Stiere – oder (seltener) zweiköpfige Tiermenschen darstellt.

Persische Windmühle: Eine sehr alte konstruktive Variante der → Horizontalwindmühle, also ein Mühlentyp, bei dem die aus Brettern oder bespannten Holzgattern bestehenden Antriebselemente an einer vertikalen Drehachse angebracht sind. Kennzeichnend für die persische Spielart ist, dass der Antrieb von einer Windfangmauer in Form eines angeschnittenen Turms eingefasst wird. Bauartbedingt können diese Mühlen nicht mit dem Wind geführt werden.

Personenaufzug: Eine technische, den »unstetigen« Förderanlagen zugeordnete technische Einrichtung mit Kabine, Fahrkorb oder Plattform zur vertikalen oder schrägen Beförderung von Personen.

Personennahverkehrsnetz, öffentliches: Die Gesamtheit aller Linien bzw. Strecken eines → öffentlichen Personennahverkehrssystems.

Personennahverkehrssystem, öffentliches: Ein auf einem oder mehreren Verkehrsträgern beruhendes Netz von Verkehrsmitteln vergleichsweise kurzer Reichweite, die – im Gegensatz zum Individualverkehr – auf Massentransporte ausgelegt sind. Der Begriff wird verbreitet mit → »Öffentlichem Personennahverkehrsnetz« gleichgesetzt, hebt sich von diesem jedoch durch die Betonung der systemischen Komponente (Bus, Straßenbahn, S- / U-Bahn) ab.

Personen-Umlaufaufzug: Die technische Bezeichnung für »Paternoster«. Es handelt sich um einen → Aufzug mit zwei Schächten und zahlreichen Einzelkabinen, die an zwei Ketten aufgehängt sind und an den Wendepunkten über Scheiben von einem in den anderen Schacht geführt werden. Es handelt sich um eine unablässig bewegte Sonderform des → Aufzugs.

Pesel: Die »Gute Stube« norddeutscher Bauernhäuser, insbesondere des → Geesthardenhauses. Es handelte sich um einen Raum, dessen Nutzung besonderen Anlässen (Gästebesuche, Hochzeiten, Trauerfeiern) vorbehalten war. Der Pesel war gewöhnlich durch einen Hinterladerofen bzw. einen → Bilegger beheizbar.

Pfahlgraben: Ein regelhaft mit oben zugespitzten Pfählen bestückter Graben, der häufig als zusätzliches Annäherungshindernis vor Mauern, Wällen oder Palisaden angelegt wurde.

Pfahljochbrücke: Eine → Brücke, deren Oberbau (Gehweg, Fahrbahn) auf einer Abfolge von Pfahljochen ruht. Die Joche bestehen aus mehr oder minder schräg zur Mittelachse ausgerichteten Pfeilern und darauf befestigten Querbalken.

Pfahlzaun (Wildzaun): Ein → Zaun, dessen Drahtgeflecht an Pfählen befestigt ist und von diesen getragen wird. Die als Wildzäune eingesetzten Barrieren besitzen regelhaft ein rechteckiges Maschenbild; die Maschengröße nimmt gewöhnlich von unten nach oben zu.

Pfalz (Königspfalz, Europa): Ein Gebäudekonglomerat, das mittelalterlichen Königen als zeitweiliger Aufenthaltsort während wiederholter Besuche diente. Hintergrund: Damalige Machtgleichgewichte waren labil, hochadlige Häuser rivalisierten um die Vorherrschaft. Das Lehnswesen beruhte auf persönlichen Verpflichtungen zwischen Herrscher und Vasallen. U. a. deshalb waren damalige Könige zu fortwährendem Reisen verdammt (der Begriff des »Reisekönigtums« ist vollauf berechtigt). Der König zog gewöhnlich mit großem Gefolge durchs Reich; der Hofstaat war zu beherbergen, zu verköstigen. Empfänge, Feste, Verhandlungen usw. standen an. Pfalzen hielten benötigte Infrastrukturen bereit. Die bauliche »Grundausstattung« bestand aus → Palas, → Pfalzkapelle, Großgut und Pferdestallungen. Pfalzen wurden an häufiger genutzten Wegen in Abständen von 25 - 35 km angelegt. Bevorzugt wurden Standorte in oder nahe an Siedlungsschwerpunkten (Städten) und bedeutenden geistlichen Zentren (Bischofssitze, Klöster). Am wichtigsten waren Winterpfalzen, da sie angesichts kaum möglicher Reisetätigkeit lange Aufenthalte zu verkraften hatten und entsprechend auszustatten waren. Auch Festpfalzen – voran Osterpfalzen – standen hierarchisch über anderen.

Pfalzkapelle: Ein zur baulichen Mindestausstattung mittelalterlicher → Pfalzen zählendes Kirchengebäude, das Andachten und Gebetsritualen der Herrscherfamilie und Angehörigen des Hofstaates vorbehalten war.

Pfandbelastungsgrenze (Kreditwesen, Schweiz, hier immobilienbezogen): Ein abhängig vom Liegenschaftswert bestimmter absoluter Betrag bzw. jener prozentuale Anteil des Liegenschaftswertes, der hypothekarisch beliehen werden darf.

Pfandbrief: Eine durch → Hypothek(en) oder staatliche Garantie gesicherte Schuldverschreibung.

Pfandhaus: Ein Gebäude oder Gebäudeteil, in dem Wertsachen, gegen Auszahlung eines Teilbetrages des Zeitwertes bei einem gewerblichen Betreiber hinterlegt bzw. verpfändet werden, um vom jeweiligen Eigentümer später ausgelöst oder an Dritte veräußert zu werden.

Pfarrpfründe: Eine auf das Mittelalter zurückgehende Einrichtung, die es kirchlichen Amtsinhabern bzw. Pfarrern ermöglichte, ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Verbreitet handelte es sich um Grundvermögen bzw. landwirtschaftliche Nutzflächen, die jeweilige Amtsträger selbst bestellten oder verpachteten. Der Begriff steht sowohl für das gegenständliche Vermögen als auch damit erzielte Einkünfte.

Pfefferbüchse (Wehrbau): Eine andere Bezeichnung für »Scharwachtturm«. Ein kleiner, Burgmauern oder Bastionsspitzen krönender Erkerturm mit kreisförmigem oder eckigem Grundriss, der bedacht sein kann oder von einer zinnengekrönten Plattform abgeschlossen wird. Die Mauerpartien sind meist mit → Schießscharten und → Maschikulis versehen. Dieses vorspringende, von einer Konsole getragene wehrbauliche Element kam im 12. Jahrhundert auf und blieb bis ins 16. Jahrhundert in seiner Funktion erhalten. Inhaltsgleiche Begriffe sind »Echaugette», »Hochwachtturm« oder »Scharwachtturm«.

Pfeifenkapitell: Ein → Kapitell der → Romanik, das röhren- bzw. pfeifenähnliche Formen gliedern.

Pfeiler (Architektur): Eine lotrechte, rechteckig, quadratisch oder polygonal ausgeformte Stütze. Eine Sonderform stellen als »Rundpfeiler« bezeichnete Vertreter dar; von der → Säule lassen sich diese nur »akademisch« abgrenzen.

Pfeiler, kantonierter: Ein im Kern polygonaler oder rechteckiger → Pfeiler mit angesetzten Halb- oder Dreiviertelsäulen oder anderweitig geformten Vorlagen.

Pfeilerarkade: Ein von zwei → Pfeilern getragener Bogen.

Pfeilerarkaden: Eine Abfolge miteinander verbundener, von Pfeilern getragener → Bögen.

Pfeilerbasis: Der unterste, optisch betonte Abschnitt eines → Pfeilers.

Pfeilersporn (Brückenbau): Ein nahe der Basis bzw. im Bereich der Wasseroberfläche bei Brückenpfeilern ausgebildeter keilartiger Vorsprung mit spitzer, teils auch leicht gerundeter Vertikalkante, der stromauf weist. Pfeilersporne dienen der Ablenkung von Treibgut und treibenden Eisschollen.

Pfeilerstaumauer: Ein Absperrbauwerk, dessen Staumauer sich als Abfolge zumeist gedrungener Betonpfeiler (sehr selten aus anderweitigen Baustoffen hergestellter Pfeiler) mit engen, einen geringen Baustoffeinsatz erfordernden Verbindungspartien darstellt.

Pfeilervorlage (Mauer): Eine (gemauerte) Verstärkung, die an einer Mauerflucht »angelegt« ist oder ein entsprechendes (vorspringendes) Element, das an einer Mauerecke zwecks Erhöhung der Standsicherheit hochgezogen ist.

Pfeilervorlage (Pfeiler, Säule): Eine einem Pfeiler zwecks Verstärkung oder optischer Gliederung vorgelegte bzw. gleichsam angeheftete Halb- oder Dreiviertelsäule, eine → Lisene, ein → Dienst.

Pfeilhöhe (Brückenbau usw.): Eine architektonische Größe, die den Abstand zwischen dem Bogenscheitelpunkt und der Kämpferlinie ausweist.

Pfeilschanze (Festungsbau): Neben »Flesche« eine zweite deutsche Bezeichnung des französischen »Flèche«. Es handelt sich um ein im Vorfeld von Festungswall und → Glacis errichtetes Außenwerk, das im Kern aus zwei winklig aufeinandertreffenden → Facen besteht.

Pfeilverhältnis: Der Quotient aus → Pfeilhöhe und → lichter Weite.