Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Par – PC

Paradies (Kirchenbau): Ein von Mauern und einem Säulengang eingefasster Vorhof mittelalterlicher Kirchen oder auch eine mehrschiffig ausgelegte Vorhalle zwischen den Westtürmen eines Kirchenbauwerks. Das Paradies ist das westlich Gegenstück zum → Narthex der byzantinischen Bautradition.

Paradiso Classico (Gestein): Ein feinkörniger, von grauen, rostbraunen bis purpurfarbenen Schwüngen gekennzeichneter indischer Migmatit, der gewöhnlich als Granit gehandelt wird. Verwendet wird das Gestein u. a. zur Herstellung von Bodenfliesen, Fensterbänken, Treppenbelägen und Platten.

Paradiso Scuro (Gestein): Siehe → Paradiso Classico.

Parahotellerie: Sammelbezeichnung für Betriebe, die Übernachtungsmöglichkeiten bieten, jedoch nicht als Hotel einzustufen sind. Es handelt sich mehrheitlich um Betriebe einfachen Standards, die vielfach keinen (nennenswerten) Service bieten. Zur Parahotellerie zählen u. a. Privatzimmer, Ferienhäuser / -wohnungen, Jugendherbergen, Lodges und Zeltplätze.

Paralleleinbruch (Tunnelbau): Eine im → Sprengvortrieb eingesetzte Art der Sprengung, bei der erste, in parallel zur Sohle gebohrten Löchern gezündete Schüsse (Einzelsprengungen) auf die Hohlräume ladungsfreier Bohrlöcher wirken; der Auswurf des Sprengschuttes erfolgt anschließend durch Ladungen, die in schräg nach innen gesetzten Bohrlöchern angebracht werden. Siehe auch → Schrägeinbruch.

Parallelstraße: Die nächste, in einigem Abstand gleichgerichtet zu einer anderen verlaufende Straße.

Parallelverband (Parkett): Ein Verlegemuster, bei dem alle Stäbe senkrecht zur Wand stehen und alle Stäbe einer Reihe auf gleicher Höhe abschließen.

Parallelverfahren (Baurecht, Deutschland): Ein Prozess, bei dem eine Aufstellung, Änderung, Ergänzung oder Aufhebung eines → Bebauungsplans gleichzeitig mit der Aufstellung, Änderung oder Ergänzung eines → Flächennutzungsplan erfolgt. Das Parallelverfahren ist in § 8 Absatz 3 Baugesetzbuch verankert.

Parapet (Festungsbau): Vor feindlichem Beschuss schützende → Brustwehr.

Parapet (zivilsprachlich): Im Deutschen selten verwendetes Wort für »Brüstung«. Konkret: Ein als Absturzsicherung dienendes bauliches Element, das Balkone / Terrassen, Brückenwege, Emporen etc. einfasst bzw. begrenzt. Von Balustraden und Geländern unterscheidet es sich durch seine massive, nicht durchbrochene bzw. allenfalls andeutungsweise durchbrochene Bauweise. Der Begriff kann auch für den Wandabschnitt zwischen Fußboden und Fensterunterkante stehen.

Paravent: Französische Bezeichnung für »Wandschirm« bzw. »Spanische Wand«. Es handelt sich um eine zusammenlegbare bzw. zusammenfaltbare, bewegliche Wand. Paravents dienen als Raumteiler, Sicht- oder Windschutz, teils als bloßes Zierelement. Sie besitzen mit Scharnieren verbundene, mit Stoff oder Platten (Holz etw.) ausgefüllte Rahmen (Leporello).

Parcham (Burgenbau): Eine im nordöstlichen Deutschland bzw. den ehemaligen Gebieten des Deutschen Ordens gebräuchliche Bezeichnung für den → Zwinger einer → Burg.

Paritätischer Mietvertrag (Schweiz): Ein zwischen Mieter- und Vermieterverbänden ausgehandelter bzw. inhaltlich abgestimmter und gemeinschaftlich veröffentlichter Mustermietvertrag.

Park (Gartenbau): Großflächige, naturnah gestaltete Grünanlage, die regelhaft idealisierte landschaftliche Elemente (Haine, Teiche, Seen, Hügel) zu einem Gesamtkonzept verbindet, dem die ordnende menschliche Hand kaum anzumerken ist. Ein prototypischer Vertreter ist der englische Landschaftspark (irreführend auch als »Englischer Garten« bezeichnet) mit seinen unregelmäßig angeordneten Elementen. Ein Gegenkonzept versinnbildlicht der ebenfalls großflächige, jedoch von geometrischen Mustern, Blumenbeeten und zugeschnittenen Bäumen geprägte Französische Garten (der verschiedentlich – wiederum irreführend – als »Französischer Park« bezeichnet wird).

Parkareal (Grünraum): Ein räumlicher Bereich, der als Grünlage ausgelegt ist. Vertiefend siehe → Park (Gartenbau).

Parkareal (Verkehrswesen): Unentgeltlich oder kostenpflichtig nutzbare Fläche, die zur Aufnahme ruhenden Verkehrs dient bzw. mehrere / zahlreiche → Stellplätze bietet.

Parkbucht (Verkehrswesen): Eine an einer Straße befindliche Aufweitung, die einen oder mehrere in Reihe geschaltete Stellplätze bietet. Parkbuchten stellen häufig Unterglieder eines → Parkstreifens dar.

Parkett (Börse): Der Handelssaal einer Börse bzw. eines Börsengebäudes.

Parkett (Freizeit): Vom Parkettfußboden abgeleitete Bezeichnung für die Tanzfläche eines Ballsaals, einer Tanzschule usw..

Parkett (Fußbodenbelag): Aus kleinflächigen, zumeist stabförmigen, fein verfügten Holzelementen bestehender Bodenbelag in Innenräumen.

Parkettbelag: Siehe → Parkettboden.

Parkettboden: Ein aus kleinflächigen, zumeist stabförmigen, fein verfügten Holzelementen bestehender Bodenbelag in Innenräumen.

Parkettfußboden: Ein aus kleinflächigen, zumeist stabförmigen, fein verfügten Holzelementen bestehender Bodenbelag in Innenräumen.

Parkettriemen: Ein im → Stabparkett verbautes Holzstück, das an je einer Längs- und Stirnholzkante mit Nut und Feder versehen ist.

Parkettstab: Parkettstück mit umlaufender Nut. Verbunden werden einzelne Stäbe mit Querholzfedern.

Parkettverleger (Beruf): Namensgemäß eine auf die Herstellung von Parkettböden verschiedenster Art spezialisierte Fachkraft.

Parkettverlegung: Die Aufbringung des → Parketts (Fußbodenbelag) auf eine entsprechend vorbereitete Tragschicht.

Parkfläche (Verkehrswesen): Ein unentgeltlich oder kostenpflichtig nutzbares Areal, das zur Aufnahme ruhenden Verkehrs dient bzw. mehrere / zahlreiche → Stellplätze bietet.

Parkgarage (Großgarage): Ein ein- oder mehrstöckiges Bauwerk, in dem sich zahlreiche → Stellplätze für Kraftfahrzeuge (Pkw, Motorräder, seltener Lkw) befinden. Großgaragen kommen in Form von → Hoch- und → Tiefgaragen vor.

Parkgarage (Kleingarage): Eine von festen Wänden einschließlich Decke oder Dach und einem Tor bzw. einer kleinen Anzahl von Toren definierte räumliche Einheit, die als Abstellfläche für ein Fahrzeug bzw. wenige Fahrzeuge dient. Entscheidend ist, dass sie zu diesem Zweck errichtet bzw. diesem Zweck gezielt angepasst wurde.

Parkhaus: Ein zu den → Großgaragen zählendes, (überwiegend) oberirdisch errichtetes, vielfach mehrgeschossig ausgelegtes Bauwerk, das dem zeitlich befristeten Abstellen von Fahrzeugen des Individualverkehrs, also der Aufnahme des ruhenden Verkehrs, dient.

Parkleitsystem: Ein innerhalb von Siedlungskörpern installierter Verbund von Wegweisern bzw. Anzeigetafeln, die Auskunft über die Standorte von Parkplätzen und Parkbauwerken (Hoch- / Tiefgaragen) geben, häufig auch die Anzahl aktuell verfügbarer → Stellplätze angeben. Parkleitsysteme dienen u. a. dem Zweck, anfallenden Parksuchverkehr zu verringern.

Parkplatz: Eine Fläche, die für das zeitweilige Abstellen von Fahrzeugen vorgesehen bzw. ausgelegt ist. Vielfach wird der Begriff fälschlich auf einen → Stellplatz bezogen. Fälschlich deshalb, weil ein Parkplatz als Ort definiert ist, der mehrere Stellplätze bietet.

Parkplatzanlage (physisch): Siehe → Parkplatz.

Parkplatzanlage (prozessual): Die Schaffung einer mit Pkw-, Lkw- oder Bus-Stellplätzen versehenen Fläche.

Parkrampe: Vergleichsweise selten realisierte Spielart der → Hochgarage, gelegentlich auch der → Tiefgarage, oder ein Teilbereich einer dieser → Großgaragen. Kennzeichnend ist, dass die → Stellplätze quer zur Fahrgasse auf einer bis höchstens sechs Grad geneigten Rampe angeordnet sind. Zumeist wird nur eine Seite mit Stellplätzen bestückt.

Parkraum: Verfügbare (oder eben fehlende), teils vertikal angeordnete Flächen zur Aufnahme des ruhenden Verkehrs.

Parkraumbewirtschaftung: Ein gewöhnlich auf einem Maßnahmenbündel gründender Lenkungsansatz, der darauf abzielt, den Parksuchverkehr mit einer begrenzten Anzahl im öffentlichen Straßenraum verfügbarer → Stellplätze und → Parkareale in Einklang zu bringen. Verbreitete Maßnahmen sind, beispielsweise, die Umwandlung freier in kostenpflichtige Stellplatzangebote, Beschränkungen der statthaften Parkdauer oder absolute und eingeschränkte Haltverbote. Konkrete Ziele können in einer gezielten Reduzierung des Verkehrsaufkommens, einer Minderung der Lärmbelastung oder einer mittelbar versuchten Förderung des → ÖPNV-Systems liegen. Mehr und mehr dient die selbst in zentrenferne Wohngebiete ausgedehnte Parkraumbewirtschaftung dazu, kommunale Kassen aufzufüllen.

Parkstand: Ein im öffentlichen Raum angelegter Stellplatz für Kraftfahrzeuge.

Parkstreifen (Verkehrswesen): Ein öffentliche Straßen begleitender, zu Parkzwecken genutzter bzw. freigegebener Bereich zwischen Fahrbahn und (soweit vorhanden) Bürgersteig. Der Parkstreifen kann als bandartiger Parkplatz aufgefasst werden.

Parktasche (Verkehrswesen): Eine an einer Straße befindliche Aufweitung, die einen oder mehrere in Reihe geschaltete Stellplätze bietet. Der Begriff wird gewöhnlich mit »Parkbucht« gleichgesetzt, bezeichnet jedoch eher Bereiche mit Senkrecht- bzw. Schrägaufstellung.

Parlament: Siehe → Parlamentsgebäude.

Parlamentsgebäude: Im demokratischen Grundverständnis ein Gebäude bzw. Bauwerk, das der Versammlung und Arbeit gewählter, für staatsrechliche Beschlüsse (Gesetze, Verordnungen) zuständiger Volksvertreter dient. Strikt genommen fallen weder EU-Parlament noch Stadtparlamente unter diese Definition.

Parlatorium: Klosterbereich, in dem – anders als in der Klausur – frei miteinander gesprochen werden darf. In vielen Klöstern handelt es sich um einen geschlossenen Raum oder Saal, in anderen – häufig in Zisterzienserklöstern – um bloße Nischen oder Gangbereiche.

Parler: Siehe → Parlier (historisch, Bauwesen).

Parlerer: Siehe → Parlier (historisch, Bauwesen).

Parlier (historisch, Bauwesen): Eine Art mittelalterlicher Baustellenmanager, dessen Rolle der eines heutigen Bauleiter oder Vorarbeiters (und Sprechers) auf einer Baustelle eingesetzter Handwerker entsprach. Der Parlier wurde auch »Parler« oder »Parlerer« genannt; auf ihn geht der Begriff → »Polier« zurück.

Parsenturm: Bekannt als »Turm / Türme des Schweigens« bzw. Dakhmah. Es handelt sich um Bestattungen vorbereitende Stätten von Anhängern des Zoroastrismus. Die Toten wurden in diesen Bauwerken aufgebahrt, um sie von Vögeln entfleischen zu lassen. Die verbliebenen Knochen wurden regelhaft anderweitig bestattet.

Parterre (Etage): Das Erdgeschoss.

Parterre (Gartenbau): Ein zwischen Gebäude und gebäudeferneren Gartenbereichen vermittelnder Gartenteil mit repräsentativer Funktion. Das Parterre stellt eine ebene, mit niedrigen Pflanzen besetzte, von geometrischen Mustern (Wege, Beete, Hecken) gekennzeichnete Fläche dar. Den zentralen Punkt vieler Parterres bilden großflächige, regelhaft mit Wasserspielen (Fontänen usw.) versehene Zierbrunnen. Das Parterre zählt zu den prägenden Elementen von Renaissance-, Barock- und Rokokogärten.

Parzelle: Im eigentlichen Sinn ein kleineres, physisch abgegrenztes Stück Land. Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff auch eine kleinere, rein vermessungstechnisch definierte Bodeneinheit.

Parzelle (Österreich, Schweiz): Offizielle Bezeichnung für das deutsche »Flurstück«. Der Begriff bezeichnet die kleinste Buchungseinheit des Liegenschaftskatasters. Eine Parzelle ist ein eindeutig begrenzter, vermessungstechnisch festgelegter und ausgewiesener Teil der Erdoberfläche.

Pass (Maßwerk): Ein aus mehreren Kreisbögen bzw. Kreissegmenten zusammengesetztes Zierelement, das typisch für gotische → Maßwerke ist. »Pass« geht auf »Passer« zurück, was wiederum einen Zirkel bezeichnete. Der Zirkel war – neben Lineal und Winkelmaß – das wichtigste Instrument zur Schaffung eines Passes.

Passage (Einzelhandel): Baulicher Komplex, der eine Verbindung zwischen zwei oder mehreren ansonsten getrennten Lagen bildet und gewöhnlich mit Einzelhandelsbetrieben kleinen und mittleren Flächenformats besetzt ist. Passagen sind auf hochfrequentierte Pole angewiesen, um ansässigen Betrieben auskömmliche Grundlagen bieten zu können.

Passage (Wegführung): Ein überbauter bzw. überdachter Verbindungsweg zwischen physisch getrennten Teilräumen bzw. Lagen.

Passagierflughafen: Ein baulicher Komplex, der ausschließlich auf den gewerblichen Lufttransport von Reisenden ausgelegt ist.

Passagierterminal (Flughafen): Jener Bereich bzw. Bauwerksteil, der auf die Abwicklung des Fluggastaufkommens ausgelegt ist. Bei großen Flughäfen bestehen vielfach baulich eigenständige Abflug- und Ankunftsgebäude.

Passantenfrequenz: Das innerhalb einer Zeiteinheit an einem Standort bzw. innerhalb einer Lage zu beobachtende Passantenaufkommen. Die über gewöhnliche Geschäftsöffnungszeiten hinweg auftretende Passantenfrequenz bildet ein entscheidendes Kriterium in Bezug auf die jeweilige Einstufung von Einzelhandelslagen.

Passantenfrequenzmessung: Eine Erhebung der Dichte und räumlichen wie zeitlichen Verteilung von Passantenströmen. Derartige Erhebungen werden vorrangig in Zusammenhang mit Nutzungen durchgeführt, deren wirtschaftlicher Erfolg maßgeblich von Laufkundschaft geprägt ist. Dementsprechend werden Passantenfrequenzmessungen besonders in Einzelhandelslagen durchgeführt. Der Begriff wird vielfach mit »Kundenfrequenzmessung« gleichgesetzt, ist jedoch nicht identisch, insofern nicht jeder Passant als Kunde bzw. Käufer einzustufen ist.

Passantenzählung: Siehe → Passantenfrequenzmessung.

Passée (Verlegemuser): Siehe → Passéepflaster.

Passéepflaster: Ein nicht vollkommen regelmäßiges bzw. von »regelmäßiger Unregelmäßigkeit« gekennzeichnetes Verlegemuster, bei dem die Einzelsteine in einem 45-Grad-Winkel zum Straßen- bzw. Flächenrand gesetzt werden. Durchgehende Fugen werden nach maximal drei Steinen von einem quer verlegten Stein gebrochen. Das Verlegemuster wird zumeist als »Polygonalpflaster« bezeichnet.

Passéepflasterung (gegenständlich): Auf Grundlage des Passée-Musters hergestellte Pflasterdecke.

Passéepflasterung (prozessual): Die Herstellung eines → Passéepflasters.

Passepflaster: Siehe → Passéepflaster.

Passer: Alte Bezeichnung für »Zirkel», also ein Instrument zur Konstruktion geometrischer Objekte. Von »Passer« leitet sich der der »Pass« im gotischen → Maßwerk ab.

Passgeld (historisch): Eine Transitabgabe, die Führer von Straßenfahrzeugen (Fuhrwerke, Kutsche) und wassergebundenen Fahrzeugen (Boote, Kähne, Schiffe) bei Durchquerung eines fremden Territoriums zu entrichten hatten.

Passiver Bestandsschutz (Baurecht): Ein → Bestandsschutz, den ein Immobilieneigentümer genießt, solange der früher rechtsverbindlich genehmigte Gebäudezustand nicht verändert wird bzw. der Ist-Zustand erhalten bleibt.

Passivhaus (Deutschland): Gemäß Maßgaben des in Darmstadt ansässigen Passivhausinstituts ein Gebäude, das pro qm einen jährlichen Heizwärmebedarf von höchstens 15 Kilowattstunden entwickelt. Derartige Gebäude kommen idealtypisch ohne aktive Heizungssysteme aus.

Passivierung (allgemein, werkstoffbezogen): Die spontane Entstehung oder Erzeugung einer vor Korrosion schützenden oder korrosive Prozesse erheblich verlangsamenden Schutzschicht auf einem metallischen Werkstoff.

Passivierung (Stahlbeton): Im → Beton enthaltener → Zement bzw. → Zementstein besitzt im Ausgangszustand ein alkalisches Milieu mit pH-Werten zwischen 12 und 14. Dieses Umfeld schützt armierende Stahleinlagen vor Korrosion; dessen Wirkung bzw. die ursprünglich spontane Entstehung dieses Schutzes wird als Passivierung bezeichnet.

Paternoster: Ein → Personenaufzug mit zwei Schächten und zahlreichen Einzelkabinen, die an zwei Ketten aufgehängt sind und an den Wendepunkten über Scheiben in den jeweils anderen Schacht geführt werden. Es handelt sich um eine unablässig bewegte Sonderform des → Aufzugs.

Paternosteraufzug: Siehe → Paternoster.

Patio (historisch, Gartengestaltung): Bezeichnung für einen mittelalterlichen Garten, in dem Topf- bzw. Kübelpflanzen gepflegt wurden.

Patrizierhaus: Städtisches Wohnhaus eines Patriziers bzw. einer Patrizierfamilie. Der Begriff »Patrizier« bezeichnete im antiken Rom die Oberschicht bzw. einen ihrer Angehörigen, im mittelalterlichen Deutschland aus niederem bzw. örtlichem Adel, Ministerialen usw. hervorgegangene Kreise, die überwiegend als Kaufleute im Fernhandel tätig waren.

Patrizierturm: Wehrhafter, zumeist auf quadratischen Grundriss errichteter Wohnturm einer wohlhabenden Familie. Jeweilige Patrizierfamilien nannten sich selbst »Geschlecht», sodass Patriziertürme auch als »Geschlechtertürme« bezeichnet werden.

Patronatserklärung: Rechtsverbindliche Erklärung eines Unternehmens (oder einer staatlichen Instanz), für die Darlehensverbindlichkeiten einer Tochtergesellschaft geradezustehen, sofern diese in Zahlungsschwierigkeiten geraten sollte. Patronatserklärungen werden u. a. häufig im Bereich gewerblicher Mietverträge mit Filialketten gefordert bzw. abgegeben.

Patte d'oie: Die französische Entsprechung des deutschen Gänsefußes. Der Begriff bezeichnet eine von drei, in einem Punkt zusammenlaufenden Alleen gebildete Anlage, die zu den typischen Elementen barocker Gärten zählt.

Pavillon (Architektur): Kleinerer, vorspringender, oftmals durch ein Kuppeldach hervorgehobener Eck- oder Mittelteil eines größeren Gebäudes.

Pavillon (Gartenbauwerk): Kleines, leichtes, offenes Gebäude in einer Gartenanlagen bzw. einem Park.

Pavillon (Messewesen): Ein gewöhnlich einräumiges, Ausstellungszwecken dienendes Einzelgebäude auf einem Messe- bzw. Ausstellungsgelände.

PBS-Fachgeschäft: Siehe → PBS-Geschäft.

PBS-Fachmarkt: Ein auf größerer bis großer Fläche geführter, regelhaft preisbetont auftretender Einzelhandelsbetrieb, der ein breites und / oder tiefes Sortiment Papierwaren, Büroartikeln und Schreibwaren führt. Der Verkauf erfolgt über ein Selbstbedienungskonzept. Typisch sind wenig ausgeprägte Beratungsleistungen.

PBS-Geschäft: Auf kleinerer Fläche betriebenes Fachgeschäft für Papier, Büroartikel und Schreibwaren (PBS). Diese Geschäfte weisen regelhaft breit und tief gegliederte Sortimente auf; sie betonen Beratungs- und Serviceleistungen.

PCM-Putz: Ein → Putzmörtel, der phasenwechselnde Stoffe (phase change materials) enthält. Der ab einer gewissen Temperatur erfolgende Zustandswechsel verbraucht Wärme. Eingesetzt werden PCM-Putze, um die Erwärmung von Innenräumen infolge hoher Außentemperatur zu vermindern.