Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Ol – Oz

Ölabscheider: Eine Anlage zur Abwasserreinigung, die im Wesentlichen aus einem mit einer Tauchwand versehenen Becken besteht, in dem aufschwimmendes Öl vom Wasser abgeschieden wird.

Ölheizung: Eine technische Einrichtung zur aktiven, steuerbaren Erwärmung von Räumen bzw. Gebäuden und / oder zur Warmwassererzeugung, die auf der Verbrennung von Öl beruht.

Olive Green (Gestein): Handelsname eines argentinischen → Charnockits mit einem farblichen Gemenge aus Schwarz und Olivgrün. Das Gestein eignet sich für den Innenausbau, aber auch für Anwendungen im Außenbereich.

Omnibus-Bahn-System: Ein → ÖPNV-Teilsystem, das auf spurgeführten Bussen bzw. Oberleitungsbussen beruht. Die Busführung erfolgt über gewöhnliche Gleisanlagen, entlang einer Mittelschiene oder in Form einer Seitenführungen.

Omnibusdepot: Eine zumeist von einer Halle oder mehreren Hallen geprägte Parkeinrichtung für Busse. Vielfach verfügen Omnibusdepots über Einrichtungen, die es gestatten, kleinere Reparaturen vorzunehmen.

Onager (historisch): Ein spätantikes Wurfgeschütz (Katapult) aus der Gruppe der Torsionsgeschütze. Wesentliche Bestandteile waren ein Tragrahmen, ein aus zwei verbundenen Balken gefertigter Wurfarm sowie eine vorne angebrachte Schale zur Aufnahme des Wurfmaterials. Onager wurden zuvorderst im Rahmen von Belagerungen eingesetzt.

Opisthodom: Bei griechischen Tempeln eine an die Rückseite gespiegelte Vorhalle (→ Pronaos), die im Unterschied zum Pronaos keinen Eingang zum Tempelinneren bietet.

ÖPNV: Geläufiges Kürzel für »Öffentlicher Personennahverkehr«.

ÖPNV-Netz: Die gängige Verkürzung von »öffentliches Personennahverkehrsnetz«. Die Gesamtheit aller Linien bzw. Strecken eines → ÖPNV-Systems.

ÖPNV-System: Die gängige Verkürzung von »öffentliches Personennahverkehrssystem«. Der Ausdruck bezeichnet ein auf einem oder mehreren Verkehrsträgern beruhendes Netz von Verkehrsmitteln vergleichsweise kurzer Reichweite, die – im Gegensatz zum Individualverkehr – auf Massentransporte ausgelegt sind. Der Begriff wird verbreitet mit → »ÖPNV-Netz« gleichgesetzt, hebt sich von diesem jedoch durch die Betonung der systemischen Komponente (Bus, Straßenbahn, S- / U-Bahn) ab.

ÖPP: Das Kürzel für → »Öffentlich-Private Partnerschaft«.

Oppidum (Antike): Eine im Römischen Reich gebräuchliche Bezeichnung für befestige Landstädte bzw. wehrhafte stadtähnliche Siedlungen. Der Begriff wurde vorwiegend auf entsprechende Orte in Provinzen außerhalb des Kernlandes (Gallien usw.) bezogen, die keinen besonderen rechtlichen Status besaßen.

Opportunity Fund (immobilienbezogen): Im eigentlichen Wortsinn ein → Fonds, der situativ bzw. je nach sich bietenden Möglichkeiten Investitionsentscheidungen trifft. Implizit heißt das, dem Anleger sind neu zu erwerbende Objekte teils, überwiegend oder gänzlich unbekannt. Genauer besehen verbergen sich hinter der Bezeichnung vielfach Kapitalsammelstellen, die eine vergleichsweise riskante, mehr oder weniger spekulativ unterlegte Strategie verfolgen, die wiederum – sofern geschickt umgesetzt – überdurchschnittliche Erträge zulässt. Vielfach investieren derartige Fonds in Projektentwicklungen bzw. in Immobilien mit ersichtlichem Aufwertungspotential.

Opportunity-Fonds: Die »denglische« Form von → »Opportunity Fund«.

Option (Kaufoption, immobilienbezogen): Das einer natürlichen oder juristischen Person von Eigentümerseite zugestandene Recht, eine Immobilie zu bzw. ab einem gewissen Zeitpunkt, zu bestimmten Bedingungen (z. B. einem festgelegten Preis) zu erwerben. Derartige Vereinbarungen werden vor allem zwischen Mietern / Pächtern und Vermietern / Verpächtern bzw. Leasingnehmern und Leasingebern getroffen.

Optischer Brandmelder: Ein auf dem Streulichtverfahren beruhender Brandmelder. Gelangen Rauchpartikel in die Kammer des Melders, streut der von einer Infrarotdiode ausgesandte Prüfstrahl, was wiederum ein Fotosensor registriert. Gegebenenfalls schlägt das Gerät Alarm.

Opus albarium: Zunächst eine Bezeichnung für einen in römischer Zeit verwendeten, Marmorstaub enthaltenden → Stuck, der als Grundfläche für Temperamalereien diente; in späterer Zeit bezeichnete der Begriff jede Art von Weißstuckarbeit.

Opus caementicium: Die Bezeichnung für den »römischen Beton« bzw. einen betonähnlichen Baustoff, der u. a. zur Fundamentierung eingesetzt wurde.

Opus caementitium: Die im deutschen Sprachgebrauch vorherrschende Schreibweise des → opus caementicium.

Opus compositum: Ein antikes römisches Mischmauerwerk, das aus → opus reticulatum und an Ecken oder Seiten aus → opus latericium oder → opus vittatum bestand.

Opus incertum: Eine antike römische Wandverblendung bzw. eine Verblendungstechnik. Kennzeichnend war der Gebrauch unregelmäßig geformter, unbearbeiteter Steine bzw. in etwa faustgroßer Tuffstücke, die in einen Kern aus »römischem Beton« (siehe → opus caementicium) gedrückt wurden. In späterer Zeit wurden kleinere Steine verwendet, der Beton trat optisch zurück, die Oberfläche stellte sich weniger uneben dar.

Opus isodomum: Ein Form- bzw. Werksteinmauerwerk, bei dem die Steine aufeinanderfolgender, jeweils gleich hoher Lagen einander jeweils mit ihrer halben Länge überdecken.

Opus latericium: Ein einfaches, vergleichsweise grobes Ziegelmauerwerk der römischen Antike, das u. a. zur Verschalung von Gussmauerwerk bzw. dem opus caementicium verwendet wurde.

Opus listatum: Ein Kombinationsmauerwerk der römischen Antike, das aus geschichteten Natursteinblöcken und ausgleichenden Ziegellagen besteht.

Opus mixtum: Eine andere Bezeichnung für das → opus compositum.

Opus pseudoisodomum: Ein Form- bzw. Werksteinmauerwerk, bei dem die Steine aufeinanderfolgender Lagen einander jeweils mit halber Länge überdecken, anders als beim → opus isodomum jedoch auf eine von hohen Steinen gebildete Lage eine niedriger ausgebildete folgt.

Opus quadratum: Ein frühes römisches Mauerwerk, das in reiner Form aus quadratisch behauenen, in regelmäßigen Lagen verbauten Natursteinen bestand. Der Verband wurde vielfach ohne Mörtelverwendung hergestellt.

Opus reticulatum: Eine Wandverblendung bzw. eine Verblendungstechnik aus antiker römischer Zeit. Kennzeichnend ist eine netzartige Anmutung. Die Verblendung bestand aus pyramidenförmig behauenen Natursteinen mit Kantenlängen von ca. 7 cm, die auf einer Spitze »stehend« bzw. mit diagonal ausgerichteter Basis in das → opus caementicium gedrückt wurden.

Opus revinctum: Ein durch Metallklammern verstärktes Mauerwerk.

Opus signinum: Ein während der ersten beiden Jahrhunderte n. u. Z. in der römischen Baukunst verwendeter → Estrich, der aus fein- und grobkörnigen Sanden, Mörtel, Ziegelstaub und Ton- oder Keramikstückchen hergestellt wurde. Auf die Grundmasse wurden u. a. Pflanzenöle, Wachse und Teer aufgebracht. Durch Polieren wurde die Oberfläche geglättet. Der wasserabweisende Estrich wurde verbreitete im Fußbodenbau (hier vielfach mit einfachen Mosaiken versehen), aber auch bei Aquädukten und Brunnen eingesetzt.

Opus spicatum: Ein während der römischen Antike auftauchender, insbesondere im Mittelalter verbreiteter → Mauerwerksverband (dessen Muster auch bei Fußbodenmosaiken umgesetzt wurde). Optisch prägend ist eine gegenläufige Schrägschichtung aufeinanderfolgender Bruchsteinlagen, die von dicken Mörtelfugen durchlaufen sind. Im Ergebnis entsteht ein an eine Ähre erinnerndes Muster bzw. ein Fischgrätmuster. Im Deutschen wird von »ährenförmigem Verband« gesprochen.

Opus testaceum: Eine andere Bezeichnung für das → opus latericium.

Opus vagecum: Eine andere Bezeichnung für das → opus compositum.

Opus vittatum: Ein in römischer Zeit verbreitetes verschalendes Mauerwerk, das aus Schichten kleinformatiger, länglicher Tuffsteine und eingeschalteten Ziegellagen besteht.

Orangerie (Garten): Ein vor allem in Schlossanlagen verbreiteter Garten, der optisch von aufgestellten Zitruspflanzen (Orangen-, Zitronenbäumen usw.) und anderen südländischen, nicht winterharten Gewächsen beherrscht wurde.

Orangerie (Gebäude): Im 18. Jahrhundert erfuhr der ursprünglich auf einen Garten bezogene Begriff einen Bedeutungswandel; nun bezeichnete er regelhaft mit großen Fensterflächen versehene Gebäude, in denen südländische, nicht winterharte Pflanzen gepflegt und gezogen wurden.

Ordensburg (Naziregime): Eine als Kaderschmiede der NSADP gedachte Einrichtungen, die eine Mixtur burgen-, kasernen- und klosterbaulicher Elemente darstellte. Zwischen 1934 und 1936 wurden drei dieser NSDAP-Schulungszentren eingerichtet, nämlich Krössinsee (Pommern), Sonthofen (Allgäu) und Vogelsang (Eifel). Die DAF betrieb hinsichtlich des Zwecks vergleichbare »Reichsschulungsburgen«.

Ordination: Ein österreichischer Ausdruck für eine ärztliche Praxis.

Ordnung, dorische: Die älteste griechische Säulenordnung. Die Säulen ragen unmittelbar aus dem Unterbau bzw. der obersten Fundamentschicht auf, besitzen also keine gesondert betonte Basis. Erkennbar ist diese Ordnung weiterhin an relativ gedrungen anmutenden, kannelierten Säulen, die sich über eine stark ausgeprägte Schwellung des Schaftes (Entasis) aufwärts deutlich verschlanken. Die dreigliedrigen, aus einem Säulenhalsstück (Hypotrachelion), Deckplatte (Abakus) und einem wulstigen Ring (Echinus) → bestehenden Kapitelle sind am oberen Rand mit zumindest einer umlaufenden Kerbe versehen.

Ordnung, etruskische: Siehe → Ordnung, toskanische.

Ordnung, ionische: Die zweitälteste unter den klassischen Säulenordnungen. Kennzeichnend sind gegenüber dorischen Gegenstücken vergleichsweise schlanke, auf einer Basis ruhende, sich nach oben hin nur andeutungsweise verjüngende Säulen. Die tiefen Kanneluren laufen ein Stück vor Säulenfuß und Säulenkopf in einer Rundung aus. Typisch sind Volutenkapitelle.

Ordnung, korinthische: Die jüngste unter den antiken griechischen Säulenordnungen, die erst im 1. Jahrhundert n. u. Z. zur eigenständigen Klasse entwickelt wurde. Die Säulen sind schlanker und regelhaft höher als ihre Pendants in der ionischen Ordnung. Kennzeichnend sind reich mit Voluten ornamentierte Kapitelle, die jeweils zwei, aus nachgebildeten Akanthusblättern gebildete Kränze umlaufen.

Ordnung, toskanische: Eine der fünf »klassischen« Säulenordnungen gemäß Vitruv. Es handelt sich um eine römische Ordnung, die griechische und etruskische Stilmerkmale vermengt; sie kann als Ableger der dorischen Säule aufgefasst werden. Die toskanische Säule besteht aus einer zweigeteilten Basis, die einer Plinthe (Sockelplatte) aufsitzt. Der sich aufwärts verjüngende Schaft besitzt keine Kannelierung (Riffelung), den Abschluss bildet ein dorisches Kapitell. Bei Fassaden, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken, nimmt die toskanische Ordnung die unterste Etage ein.

Ordnung, tuskische: Siehe → Ordnung, toskanische.

Orgelwerk (Fallgatter): Eine Sonderform des → Fallgatters, das nicht aus einem starren Gitter bestand, sondern sich aus senkrecht ausgerichteten Stäben zusammensetzte, die einzeln gehoben und gesenkt werden konnten.

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Orillon (Festungsbau): Ein im Deutschen als »Bastionsschulter« und »Bollwerksohr« bezeichnetes Festungswerk, das die Flankengeschütze einer → Bastion deckt.

Ort (allgemein): Ein vergleichsweise eng umrissener räumlicher Bereich, eine Stelle oder Position innerhalb eines dreidimensionalen Raumes.

Ort (Siedlung): Eine Ortschaft, eine (früher) eigenständige Gemeinde bzw. Siedlungseinheit.

Ort, nicht-zentraler (Siedlungswesen): Eine Siedlungseinheit, die – sofern versorgungstechnisch nicht völlig autonom – in Bezug auf Einzelhandel und Dienstleistungen (einschließlich sozialer Infrastrukturen) zum Einzugsgebiet eines zweiten Ortes oder mehrerer Orte zählt, selbst jedoch kein Einzugsgebiet besitzt. Anders ausgedrückt: Es handelt sich um eine Ortschaft, die auf Infrastrukturen bzw. Leistungsangebote anderer Städte und Gemeinden zurückgreift, ohne selbst Einrichtungen bzw. Leistungsangebote zu besitzen, die nennenswert über die eigenen Grenzen hinaus wirksam sind.

Ort, zentraler (Siedlungswesen): Eine Siedlungseinheit, die Funktionselemente (Einzelhandels-, Dienstleistungs-, Bildungs-, Infrastruktureinrichtungen usw.) prägen, die neben der Versorgung der ortseigenen Bevölkerung auch der Nutzung durch Umlandbewohner dienen. Hinsichtlich ihrer jeweiligen versorgungstechnischen Stellung bzw. der Absatzreichweite einzelner Angebote sind zentrale Orte je nach Größe und großräumiger Siedlungskonstellation mehr oder minder bedeutend für das Umland. Anders ausgedrückt: Sie entfalten unterschiedliche Bedeutungsüberschüsse. Diese Tatsache birgt eine Ableitung: Siedlungssysteme sind regelhaft von Rangfolgen bzw. Ortshierarchien gekennzeichnet.

Ortbrett: Ein schmales, flaches Brett, das unter dem Dachüberstand am → Ortgang angebracht ist, um Windangriffen zu begegnen. Andere Bezeichnungen sind »Windbrett« oder »Windfeder«.

Örtchen, stilles (umgangssprachlich): Eine Umschreibung für einen Abort, Abtritt, einen Klo- bzw. Toilettenraum.

Ortgang (Dach): Die vordere Abschlusskante des Daches am Giebel.

Orthostat (Architektur, Bauwesen): Ein großer, hoher, vertikal ausgerichteter Steinblock im unteren Teil eines Mauerverbandes (z. B. bei antiken Tempeln). Heute wird der Begriff zumeist auf ausnehmend große, stehende Tragsteine megalithischer Bauwerke bezogen.

Ortsbrust (Bergbau, Tunnelbau): Jener Streckenabschluss, an dem der Vortrieb erfolgt bzw. stattfand.

Ortsdurchfahrt (allgemein): Ein Abschnitt einer überörtlichen Straße, der durch eine Ortschaft führt.

Ortsdurchfahrt (Straßenrecht, Deutschland): Ein innerörtlich verlaufender Abschnitt einer klassifizierten, also überörtlich bedeutsamen Straße (Bundes-, Landes-, Kreisstraße), nicht jedoch einer → Autobahn oder Kraftfahrtstraße. Ortsdurchfahrten unterliegen besondere Bedingungen hinsichtlich der → Straßenbaulast.

Ortsschild (Deutschland): An sich korrekt ist die Bezeichnung »Ortstafel«. Ein tafelartiges, regelhaft an einem senkrechten Rohr angebrachtes Straßenschild, das Ortsanfang und Ortsende markiert. Gemäß Straßenverkehrsordnung sind Ortsschilder auch unabhängig von Ortsgrenzen aufzustellen, wenn eine geschlossene, eine Straße begleitende Bebauung beginnt bzw. endet. Ortsschilder vermerken zumindest den jeweiligen Gemeindenamen. Sie dienen u. a. als Verkehrszeichen, insofern sie bestehende Geschwindigkeitsbeschränkungen ankündigen bzw. aufheben. Darüber hinaus zeigen sie häufig einen Wechsel der Straßenbaulast an.

Ortstafel (Österreich): Die an sich auch im bundesdeutschen Raum korrekte Bezeichnung für ein → Ortsschild.

Ortstafelschild: Siehe → Ortsschild.

Ortsumgehung (Deutschland): Eine andere Bezeichnung der Umgehungsstraße. Es handelt sich um einen Abschnitt einer klassifizierten Straße (Bundesfern-, Landes-, Kreisstraße), der zur Entlastung einer innerörtlichen Straße von → Durchgangsverkehr dient bzw. an die Stelle einer → Ortsdurchfahrt tritt.

OSB-Platte: OSB steht »oriented strand board« und die seltenere Bezeichnung »oriented structural board«. Die deutsche Entsprechung ist »Grobspanplatte«. Diese im Roh- und Innenausbau als Decken-, Wand- und Verlegeplatten eingesetzten Holzelemente bestehen aus langen, gerichteten Spänen. Die Platten sind biegefester als reguläre Spanplatten und entwickeln aufgrund hohen Leimanteils einen hohen Dampfdiffusionswiderstand.

Osmanischer Barock: Eine fragwürdige Bezeichnung für eine architektonische Periode im Osmanischen Reich, die Verfechter des Begriffs zwischen 1730 und etwa 1810 ansiedeln. Die während dieses Zeitraumes angeblich beobachtbare Öffnung der am Bosporus herrschenden Sultane für westeuropäische Einflüsse erscheint zumindest in Bezug auf die Architektur eher fiktiver Natur; sie beschränkte sich – wird von der Nuruosmaniye-Moschee abgesehen, die zweifelsfrei europäische Einflüsse erkennen lässt – auf die Entwicklung bzw. Verzierung von Brunnenbauwerken.

Osmanisches Rokoko: Siehe → Osmanischer Barock.

Ossarium: Ein Gebäude, Raum oder Gewölbe, in dem die Gebeine Verstorbener gesammelt und aufbewahrt werden. In Europa entstanden Ossarien in Zusammenhang mit dem starken Bevölkerungszuwachs während des 11. und 12. Jahrhunderts, das sich in eine Verknappung landwirtschaftlicher Nutzflächen, eine Verdichtung von Siedlungseinheiten und eine Überbelegung von Friedhöfen übertrug. Eine deutsche Bezeichnung ist »Beinhaus«.

Osterpfalz (historische): Regelhaft eine königliche → Pfalz, die vom Herrscher regelmäßig (sofern möglich) während des Osterfestes aufgesucht wurde. Die Osterpfalz stand hinsichtlich ihrer Bedeutung über anderen → Festpfalzen.

Österreichische Bauweise (Tunnelbau): Angesprochen ist die auch als »Aufbruchbauweise« bezeichnete »Alte Österreichische Bauweise«. Bei diesem Verfahren wird zunächst ein Sohl- oder Firststollen vorgetrieben. Anschließend wird ein Firstschlitz erstellt. Von dessen oberem Abschluss aus erfolgt der Ausbruch des gesamten Tunnelquerschnitts.

Ostfriesenhaus: Eine andere Bezeichnung für das → Gulfhaus.

Ostung: Die bewusste Anlage der Hauptachse eines Kirchenbauwerkes in Ost-West-Richtung. Von »Ostung« wird gesprochen, weil der Haupt- bzw. Hochaltar gewöhnlich in Richtung der aufgehenden Sonne – Sinnbild der Auferstehung – liegt.

OU (Verkehrswesen): Das Kürzel für → »Ortsumgehung«.

ÖZH (Versorgungstechnik): Der geläufige Kürzel für »Ölzentralheizung«.