Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Ne – NGF

NE (Lüftungstechnik): Kürzel für → »Nacherhitzer«.

Nebenerwerbslandwirtschaft: Selbständige, absatzorientierte landwirtschaftliche Tätigkeit, die neben der Hauptbeschäftigung ausgeübt wird.

Nebengebäude: Ein im Rahmen eines baulich-funktionalen Gebäudeverbunds größenbezogen und / oder funktional nachrangiges Gebäude.

Nebennutzfläche (Gebäude, gewerblich): Die Gesamtheit aller Flächen, die dazu dienen, die innerhalb eines Gebäudes ausgeübten primären Funktionen abzurunden, jedoch weder als technische → Funktions- noch → Verkehrsflächen einzuordnen sind. Beispiele: Abstellräume, Garderoben, Sanitärräume, Garagen.

Nebennutzung: Eine wirtschaftlich und / oder flächenbezogen nachrangige Nutzung bzw. Nutzungsart, die neben einer das Gebäude / eine Fläche prägenden Hauptnutzung oder mehreren bedeutenderen Nutzungen besteht.

Nebentor: Ein nachrangiges, nicht als Haupteinlass und -auslass dienendes → Tor.

Necessarium: Eine in (nur wenigen) mittelalterlichen Klöstern Europas über einem natürlichen Fließgerinne oder einem künstlichen Abzweiger eingerichtete Toilette.

Negative Auswirkungen (Planungswesen, Städtebau): Ein Begriff, der in Deutschland u. a. in der → Baunutzungsverordnung präzisiert ist. Er steht für unerwünschte Entwicklungen bzw. nachteilige Strukturwandlungen in Funktionskernen von Städten und Gemeinden, die in Zusammenhang mit der Ansiedlung großflächiger Einzelhandelseinrichtungen zu vermuten bzw. eingetreten sind. Im Sinne gesetzlicher bzw. planerischer Maßgaben müssen mögliche Funktionsverluste bestehender Lagen ursächlich mit entsprechenden Vorhaben zusammenhängen. Hierunter fallen gleichwohl einzig Funktionseinbußen, die als städtebaulich bedeutsam, also »nicht nur unwesentlich« einzustufen sind.

Negative Kegeltreppe: Eine (annähernd) halbrund ausgeführte Treppe, deren Stufenbänder eine am Treppenfuß gelegene Fläche bzw. Vertiefung einfassen. Diese Treppe ist abwärtsgerichtet bzw. konkav ausgebildet.

Negative Pyramidentreppe: Eine mindestens drei Stufenbändern aufweisende Treppe, die aus einer Stirnseite und zwei im rechten Winkel abgehenden Seitenpartien besteht oder einen achteckigen Grundriss aufweist. Kennzeichnend ist, dass die Stufenbänder eine am Treppenfuß gelegene Fläche bzw. Vertiefung einfassen, also eine konkave Form ausgebildet ist.

Negative städtebauliche Auswirkungen: Siehe → negative Auswirkungen.

Negro Alejandra (Gestein): Handelsname eines schwarz geäderten, in Guatemala gebrochenen Marmors, der vor allem im Innenausbau, eingeschränkt auch im Außenbereich verwendet wird.

Neidkopf (Architektur, Symbolik, Aberglauben): Eine an Gesimsen, Konsolen, Giebeln, Fassaden, Toren usw. angebrachte Darstellung einer Fratze oder eines (Fabel)Tierkopfes. Diese Plastiken oder Skulpturen sollten ein Gebäude und darin wohnende und arbeitende vor bösen Mächten schützen. Eine andere Bezeichnung ist »Schreckkopf«.

Neigebrücke: Eine → Brücke mit gekrümmtem Fahr- oder Gehweg und einem um ca. 90 Grad abgewinkelten Halbkreisbogen, der als Gegengewicht fungiert. Der Überweg schwingt entlang einer in Längsrichtung gelagerten Achse auf und ab. Der Brückentyp wird auch »Kippbrücke« genannt.

Nekropole: Wörtlich eine »Totenstadt«. Eine vergleichsweise großflächige Begräbnis-, Gedenk- und Weihstätte, Berliner Domdie vielfach von eindrucksvollen Grabanlagen bzw. Grabtempeln gekennzeichnet ist.

Neobarock (Architektur): Eine barocke Gestaltungs- bzw. Stilelemente aufgreifende bauliche Mode des → Historismus, die sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa verbreitete; ihre Blütezeit fiel in die von starker Industrialisierung geprägten Gründerjahre (ab 1871). Zu den neobarocken Bauwerken zählten z. B. Schloss Herrenchiemsee (Bayern) und der Berliner Dom ((rechts ein Bild. Elmar Pfeiffer, Juni 2011).

Neogotik: Eine historisierende, formensprachliche Kernelemente der → Gotik aufgreifende Kunst- und Architekturströmung, deren Blütezeit zwischen 1830 und 1900 lag. Erste neugotische Bauwerke entstanden in England – hier wurde der epigonenhafte Stil als »Gothic Revival« bezeichnet – bereits um 1720. Die mittelalterliche Vorbilder idealisierende und optisch häufig glättende Linie prägte vorwiegend den Kirchenbau sowie den Bereich staatlicher bzw. staatlich getragener Einrichtungen (Postämter, Rathäuser, Schulen, Universitäten usw.). Mit Blick auf bauliche Einzelheiten und die atmosphärische Stimmung wird fühlbar, dass neugotische Bauwerke stilistisch »reiner« als die meisten bemühten, über die Zeit hinweg überformten Vorbilder anmuten. Auch fällt auf, dass verbreitet industriell hergestellte Bauelemente verwendet wurden. Ein stimmungsvolles kirchenbauliches Beispiel bietet der ab 1862 in 62jähriger Bauzeit errichtete Mariendom (Neue Dom) der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz; mit 20.000 Besucherplätzen ist er Österreichs größtes Kirchenbauwerk.

Neoromanik: Eine architektonische Linie, die während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkam und bis um 1925 in Mode war. Namensgemäß lehnte sich der Stil stark an romanische Vorbilder des westlichen Europa an, schmolz jedoch zahlreiche Elemente der byzantinischen Architektur ein. In den Kirchenbau flossen zudem gotische Konstruktionselemente (Kreuzrippengewölbe usw.) ein. Die Neuromanik verbreitete sich anfangs vor allem im kirchenbaulichen Bereich, griff später jedoch zunehmend auf Profanbauten über. Ein bekanntes Beispiel für ein neuromanisches Bauwerk (mit eklektischer Innenausstattung) ist Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau.

Neptun-Tempel: Ein dem antiken römischen Meeresgott, Neptun, geweihter → Tempel.

Nero Assoluto India (Gestein): Ein Handelsname für einen nahezu schwarzen indischen Plutonit bzw. Mafitolith mit feinkörnigem Gefüge aus der Familie der Gabbro-Gesteine. Das Gestein wird u. a. zur Herstellung von Fliesen und Fensterbänken genutzt.

Nero Black Pearl (Gestein): Handelsname eines blaugrün schimmernden norwegischen Syenits, der sich u. a. zur Herstellung von Küchenarbeitsplatten, Fensterbänken und Waschtischen eignet. Weitere Bezeichnungen sind »Black Labrador« und »Emerald Black«.

Nero Impala China (Gestein): Eine von vielen Handelsbezeichnungen des Padang Dunkel bzw. G654. Der in China gebrochene, fein- bis mittelkörnige, dunkelgraue Quarzdiorit dient u. a. als Rohstoff zur Herstellung von Boden-, Terrassen-, Treppenbelägen und Arbeitsplatten.

Net Operating Profit: Das Netto-Betriebsergebnis bzw. der vor fälligen Steuerbeträgen erzielte Gewinn oder auszuweisende Verlust.

Nettoanfangsrendite: Immobilienbezogen ergibt sich diese prozentuale Größe, wird die Jahresnettomiete (im Startjahr) durch den Kaufpreis geteilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert.

Netto-Anfangsrendite: Siehe → Nettoanfangsrendite.

Nettobetriebsergebnis: Siehe → Netto-Betriebsergebnis.

Netto-Betriebsergebnis: Der vor fälligen Steuern erzielte Gewinn oder auszuweisende Verlust.

Nettobettenauslastung (Beherbergungsgewerbe, Statistik, Schweiz): Das prozentuale Verhältnis von registrierten Übernachtungen (Logiernächten) und der während des Erfassungszeitraumes vorhandenen → Nettobettenkapazität.

Nettobettenkapazität (Beherbergungsgewerbe, Statistik, Schweiz): Die während des Erhebungszeitraumes vorhandene Bettenanzahl eines Betriebes (oder einer größeren Grundgesamtheit) multipliziert mit den betrieblichen Öffnungstagen.

Nettozimmerauslastung (Beherbergungsgewerbe, Statistik, Schweiz): Das prozentuale Verhältnis von registrierten Übernachtungen (Logiernächten) und der während des Erfassungszeitraumes vorhandenen → Nettozimmerkapazität.

Nettozimmerkapazität (Beherbergungsgewerbe, Statistik, Schweiz): Die während des Erhebungszeitraumes vorhandene Anzahl vermietbarer Gästezimmer eines Betriebes (oder einer größeren Grundgesamtheit) multipliziert mit der Anzahl betrieblicher Öffnungstage.

Netto-Flächenabsorption: Ein insbesondere im Bürosegment verwendeter Fachbegriff. Er steht für die Flächenaufnahme des Marktes bzw. den Saldo von neu belegten und leergezogenen Flächen.

Netto-Flächenaufnahme: Eine andere Bezeichnung für »Netto-Flächenabsorption«. Der Begriff wird vor allem in Bezug auf den Flächenumsatz im Bürosegment verwendete. Er steht für die Flächenaufnahme des Marktes bzw. den Saldo von neu belegten und leergezogenen Flächen.

Nettogrundfläche: Siehe → Netto-Grundfläche.

Netto-Grundfläche (NGF): Die Summe aller nutzbaren Grundflächen eines Gebäudes. Sie umfasst die nutzungsbezogen »effektive« Grundfläche, technische Funktionsflächen (Heizungsräume usw.) und Verkehrsflächen (Flure etc.).

Netzbeeinflussungsanlage (Verkehrswesen): Eine im Rahmen eines Verbundes gleichartiger Anlagen genutzte Einrichtung, die dazu dient den Verkehr von überlasteten Straßen bzw. Straßenabschnitten mittels zentral gesteuerter → Anzeigen auf Wechselwegweisern in flüssig befahrbare Netzteile bzw. auf nachgeordnete Straßen abzuleiten.

Netzgewölbe: Ein → Gewölbe, dessen Rippen einander derart schneiden bzw. überkreuzen, dass eine netzartige Anmutung entsteht.

Netzindustrie: Siehe → Netzwerkindustrie.

Netzpflaster: Siehe → Netzverband (Pflaster).

Netzsteuerungsanlage (Verkehrswesen): Inhaltlich gleichbedeutend mit → Netzbeeinflussungsanlage.

Netzverband (Pflaster): Bei diesem Verlegemuster sind die Einzelsteine in einem 45-Grad-Winkel zum Straßen- bzw. Flächenrand gesetzt. Durchgehende Fugen werden nach maximal drei Steinen von einem quer verlegten Stein gebrochen. Das Verlegemuster kennzeichnet eine »regelmäßige Unregelmäßigkeit«. Andere Bezeichnungen sind »Passée-« und »Polygonalpflaster«.

Netzwerkindustrie: Eine Sammelbezeichnung für Unternehmen, die große Leitungs- bzw. Fernübertragungssysteme unterhalten. Angesprochen sind Gas-, Strom-, Wasserversorger und Telekommunikationsunternehmen.

Neubarock: Siehe → Neobarock.

Neugotik: Eine historisierende, wesentlicheNeugotischer Mariendom in Linz (Österreich), Ostturm formensprachliche Elemente der → Gotik aufgreifende Kunst- und Architekturströmung, deren Blütezeit zwischen 1830 und 1900 lag. Erste neugotische Bauwerke entstanden in England – hier wurde der epigonenhafte Stil als »Gothic Revival« bezeichnet – bereits um 1720. Die mittelalterliche Vorbilder idealisierende und optisch häufig glättende Linie prägte vor allem den Kirchenbau sowie den Bereich staatlicher bzw. staatlich getragener Einrichtungen (Postämter, Rathäuser, Schulen, Universitäten usw.). Mit Blick auf bauliche Details und die atmosphärische Stimmung wird fühlbar, dass neugotische Bauwerke stilistisch »reiner« als die meisten ihrer bemühten, über die Zeit hinweg überformten Vorbilder anmuten. Auch fällt auf, dass verbreitet industriell hergestellte Bauelemente eingesetzt wurden. Ein sehenswertes, ausnehmend stimmungsvolles kirchenbauliches Beispiel bietet der ab 1862 in zweiundsechzigjähriger Bauzeit im Stil der französischen Hochgotik errichtete Mariendom (Neue Dom) der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. Mit 20.000 Besucherplätzen ist er Österreichs größte Kirche.

Neuordnung, ländliche (Deutschland): Eine andere Bezeichnung der Flurbereinigung. Es handelt(e) sich um ein auf gesetzlicher Grundlage durchgeführtes Bodenordnungsverfahren im Bereich land- und forstwirtschaftlicher Nutzflächen. Kernthema war die in großem Maßstab durchgezogene Zusammenführung kleiner Flächen zu größeren, sinnvoll bewirtschaftbaren Einheiten. Hintergrund: In → Realerbteilungsgebieten lag hochgradig zersplittertes, räumlich streuendes Grundeigentum vor; viele Flächen waren nicht mehr einträglich zu bewirtschaften. In Zusammenhang mit der Flächenzusammenlegung entstanden erschließende Infrastrukturen (Wege, Straßen, Kanäle usw.). Weinbergsmauern, Hecken, Gebüsche, Baumbestände wurden buchstäblich radikal beseitigt, Auen trockengelegt, Bäche begradigt, in Betonbetten gezwängt. Ein Stück weit dürfte der Blick über den großen Teich einen teils hemmungslosen Umgang mit dem Land angespornt haben; ein Umweltbewusstsein heutiger (deutscher und österreichischer) Prägung gab es nicht. Kurz: Ergriffene Maßnahmen schossen über das Ziel hinaus: Erosion, Überschwemmungen, Muren und Schädlingsplagen nahmen zu. Die österreichische Begriffsentsprechung der Flurbereinigung ist »Zusammenlegung« (der Begriff der Flurbereinigung besteht auch hier, bezeichnet jedoch ein kleinräumiges, regelhaft nur wenige Grundstückseigentümer einschließendes Verfahren).

Neuordnung, landwirtschaftliche (Deutschland): Siehe → Neuordnung, ländliche (Deutschland).

Neuromanik: Eine architektonische Linie, die während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkam und bis um 1925 umgesetzt wurde. Namensgemäß lehnte sich der Stil stark an romanische Vorbilder des westlichen Europa an, amalgamierte jedoch zahlreiche Elemente der byzantinischen Architektur. In den Kirchenbau flossen zudem gotische Konstruktionselemente (Kreuzrippengewölbe usw.) ein. Die Neuromanik verbreitete sich zunächst vor allem im kirchenbaulichen Bereich, griff später jedoch zunehmend auf Profanbauten über. Ein bekanntes Beispiel für ein neuromanisches Bauwerk (mit eklektischer Innenausstattung) ist Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau.

Neutralleiter: Fälschlich auch als »Nullleiter« bezeichnet. Ein Leiter, der Strom vom Verbraucher zurück ins Netz führt. Er ist heute blau ummantelt. Sein Kurzzeichen ist »N«.

NF (Gebäude, gewerblich): Der gebräuchliche Kürzel für »Nutzfläche«. Er bezeichnet die entsprechend der jeweiligen Gebäudefunktion nutzbare Gesamtfläche. Diese setzte sich auf → Haupt- und → Nebennutzfläche, → technischen Funktionsflächen und → Verkehrsflächen zusammen.

Nfl (Immobilienanzeigen): Eine Kürzel für »Nutzfläche«.

NGF: Die »Netto-Grundfläche« als Summe aller nutzbaren Grundflächen eines Gebäudes. Sie beinhaltet die nutzungsbezogen »effektive« Grundfläche, technische Funktionsflächen (Heizungsräume usw.) und Verkehrsflächen (Flure etc.).