Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Müh – Mus

Mühle (Gebäude): Ein Bauwerk bzw. eine Anlage, die darauf ausgerichtet ist, vergleichsweise feines Ausgangsmaterial zu mahlen, also in eine noch feinere Form zu überführen. Zumeist sind Sortiereinrichtungen eingebunden.

Mühlenbann: Siehe → Mühlenzwang.

Mühlengebäude: Ein Gebäude, dessen Formgebung und technische Ausstattung dem Primärzweck dient, stückige Ausgangsstoffe zu mahlen bzw. zu zerkleinern.

Mühlengeld (historisch, Steuerwesen, Europa): Eine von gewerblichen Mühlenbetreibern an die Staatskasse abzuführende Gebühr, die für die Nutzung von Wasserkraft als Mahlwerkantrieb anfiel. Hintergrund: Bäche und Flüsse standen regelhaft in staatlichem Eigentum.

Mühlenzwang (historisch): Auf ein 1158 von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) erlassenes Gesetz zurückgehende Verpflichtung, alles Getreide in einer vom Grundherrn betriebenen bzw. verpachteten Mühle mahlen zu lassen.

Mühlgeld (historisch, Steuerwesen, Europa): Siehe → Mühlengeld.

Mühlrad: Eine teils mehrfach mannshohe radförmige, regelhaft vertikal montierte Konstruktion, die dazu dient, Mahlwerke oder sonstige Maschinen mittels Ausnutzung der Wasserkraft anzutreiben.

Mukarnas: Eine andere Schreibweise von → Muqarnas.

Mukarnas-Gewölbe: Siehe → Muqarnas.

Mukhamandapa: Eine kleinere Eingangshalle hinduistischer Tempel, die häufig als Vorhalle ausgelegt ist.

Mukha Mandapa: Siehe → Mukhamandapa.

Mukhashala (die): Ein zur Abhaltung von Versammlungen dienender Raum bzw. eine entsprechende Halle im Außenbereich hinduistischer Tempel.

Mulaprasada: Eine inhaltsgleiche Bezeichnung des Garbhagriha. Es handelt sich um einen fensterlosen, vergleichsweise kleinen bzw. kammerartigen Raum hinduistischer Tempel, der das Allerheiligste birgt.

Muldengewölbe: Ein an beiden Enden durch → Kappen abgeschlossenes → Tonnengewölbe.

Mulden-Rigolen-System: Anlage, die eine Niederschlagswasser abführende Oberflächenmulde mit einer unterlagernden → Rigole kombiniert. Das Niederschlagswasser sickert (teilweise) durch die Bodenschicht der Mulde, wird hierbei gereinigt, und gelangt in die Rigole, die es abführt.

Mülldeponie (regulär): Ort, an dem Haus-, Landwirtschafts- und / oder Produktionsabfälle auf Grundlage einer behördlichen Genehmigung dauerhaft abgelagert werden (dürfen).

Mülldeponie, wilde: Umgangssprachliche Bezeichnung für einen Ort, an dem größere Abfallmengen bzw. Müll ungenehmigt bzw. illegal abgelagert werden. Meist wird die Kurzbezeichnung »wilde Deponie« verwendet.

Müllplatz: Siehe → Mülldeponie.

Multi Family Office: Ein → Family Office, das mit der Verwaltung der Vermögen mehrerer Familien betraut ist. Jeweilige Einzelvermögen bewegen sich in aller Regel zwischen 10 Mio. und 50 Mio. EUR, sind also deutlich kleiner als im Bereich der → Single Family Offices.

Multifunktionshalle: Ein weitgespannter Raum oder ein mehrere räumliche Einheiten beinhaltender baulicher Komplex, der größenbezogen und infrastrukturell darauf ausgelegt ist, Großveranstaltungen verschiedener Art (Sport, Konzerte, Messen) entsprechend zeitgemäßer Standards durchführen zu können.

Multifunktionszentrum: Diese Zentrenform beinhaltet – wie die meisten »normalen« Einkaufszentren auch – zahlreiche Nutzungen. Der Unterschied liegt darin, dass die Leitfunktion des Einzelhandels deutlich schwächer ausgeprägt ist bzw. sein müsste als in herkömmlichen Einkaufszentren. Die Einbindung eines Kinos, und / oder Fitness-Bereiches erfüllt diese Maßgabe allenfalls bedingt. Kurz: Wahre Multifunktionszentren sind selten.

Multiple: Ein englischer, in die deutsche Fachsprache eingegangener Begriff. Vergleiche → Multiplikator (Immobilienerwerb).

Multiplexplatte: Eine aus fünf oder mehr miteinander verleimten bzw. verklebten Furnierlagen identischer Stärke aufgebaute Furnier-Sperrholzplatte. Verwendet werden diese Platten im Innenausbau wie auch im Außenbereich.

Multiplex-Platte: Siehe → Multiplexplatte.

Multiplikator (Immobilienerwerb): Der »Kaufpreisfaktor« bzw. »Vervielfältiger« (nicht identisch mit der gleichnamigen Größe im Ertragswertverfahren). Der Multiplikator ergibt sich, wird der Nettokaufpreis zzgl. Erwerbsnebenkosten durch die Jahresnettomiete (im Startjahr) geteilt.

Multi-Tenant Property: Der Anglizismus steht für »Mehr- bzw. Vielmieterimmobilie« oder auch »Mehr- bzw. Vielmieterobjekt«.

Münchner Treppe: Eine Spielart der → Wendeltreppe mit → Treppenauge. Das Treppenauge ist hierbei nicht zylinderförmig entwickelt, sondern weitet sich von unten nach oben zunehmend auf; seine Form erinnert an einen auf der Spitze stehenden Kegelstumpf.

Mundloch (Bergbau): Ein an der Erd- bzw. Tagesoberfläche – zumeist in einem Hang oder einer Bergflanke – gelegener Stolleneingang.

Mundloch (Tunnel): Die Eingangs- bzw. Einfahröffnung eines Tunnels.

Münster: Der Begriff geht auf das lateinische »monasterium« (Kloster) zurück. Dementsprechend bezeichnete das Wort ursprünglich Kirchen, die einem Kloster oder Kapitel bzw. Stift zugeordnet waren. In späterer Zeit wurde der Begriff insbesondere in Süddeutschland nicht nur auf Kloster- und Stiftskirchen bezogen, sondern auf besonders große Kirchen (Bischofs-, Stadtpfarrkirchen) übertragen.

Münsterschema, Vorarlberger (Barock): Von der → Auer Zunft für Kirchenbauwerke entwickelte Raumgliederung. Kennzeichnend sind einschiffige, Muqarnas an der Yeni-Moschee in Istanbul (Türkei)tonnengewölbte, lichtdurchflutete Langhäuser in Form von Wandpfeilerbauten, die beidseitig von aufeinanderfolgenden Kapellen und durchlaufenden Emporen begleitet werden. Das regelhaft im Osten liegende Querhaus erscheint verkürzt, greift also kaum über die Bauflucht hinaus. Das Langhaus setzt sich in einem an die → Vierung anschließenden Chor fort.

Muqarnas: Ein als oberer Nischenabschluss dienendes oder in einen Kuppel- bzw. Gewölbezwickel eingefügtes Stilelement der islamischen Baukunst. Kennzeichnend ist eine horizontale und vertikale Abfolge einzelner Elemente, die an kleine → Spitzbögen bzw. miniaturisierte → Iwans erinnern; diese vermitteln zwischen der Nische und dem einfassenden Mauerwerk bzw. zwischen den Wänden und einer aufsitzenden Kuppel. Stark »verschachtelte« Muqarnas ähneln Stalaktitvorhängen, weshalb sie auch als »Stalaktitendekoration« bezeichnet werden. Rechts ein Muquarnas an der Yeni-Moschee in Istanbul, Türkei (Foto: Elmar Pfeiffer).

Muqarnas-Gewölbe: Siehe → Muqarnas.

Murabaha (immobilienbezogen): Ein nach islamischem Rechtsverständnis ausgestalteter Kauf-Rückkauf-Vertrag, bei dem eine Bank involviert ist.

Muschelkalk (Gestein): An sich die mittlere Stufe der Germanischen Trias, im Bauwesen im Allgemeinen eine Bezeichnung für stark geschichtete, Fossilien beinhaltende Kalksteine. Diese werden als Straßenbaustoff, zur Zementherstellung, die hochwertigen Vertreter auch als Werkstein benutzt.

Museum: Ein permanenten, publikumsorientierten, nicht verkaufsorientierten Ausstellungen dienendes Gebäude.

Museumsdepot: Raum oder Trakt, in dem nie oder nur phasenweise ausgestellte Museumsgegenstände gelagert werden.

Mushaus (historisch, Burgenbau): Ursprünglich die Bezeichnung für ein Küchen-, Vorrats- und Speisehaus größerer Burganlagen. In späterer Zeit wurde der Begriff vielfach gleichbedeutend mit → Palas verwendet.

Musikbrunnen: Ein → Zierbrunnen, dessen Wasserspiele bzw. Fontänen von Musikstücken gesteuert bzw. mit diesen synchronisiert sind.

Muskelhypothek: Umgangssprachlicher Ausdruck für Eigenleistungen eines Eigentümers einschließlich herangezogener (nicht gewerblich bezahlter) Freunde und Bekannter, die beim Bau, Umbau, einer Erweiterung oder dem Innenausbau einer Immobilie erbracht werden. Dieser Einsatz reduziert (sofern sachverständig ausgeführt) die Kosten eines Projektes und somit den aufzunehmenden Kreditbetrag oder den Eigenkapitaleinsatz.

Musterbauordnung (Deutschland): Von der Bauministerkonferenz fortgeschriebene Blaupause einer Bauordnung. Ihr Zweck liegt darin, die Landesbauordnungen zu vereinheitlichen. Sie unterlegt die Bauordnungen aller Bundesländer, ist jedoch kein Gesetz, sondern bildet lediglich einen Orientierungsrahmen.

Muter (historisch, Bergbau): Der mit einem Schürfschein ausgestattete Finder einer Lagerstätte (Mineralien usw.), der ein Gesuch an die zuständige Stelle richtete, eine Abbaugenehmigung zu erhalten bzw. mit dem entsprechenden Areal belehnt zu werden.

Muthaus (historisch, Bauernhaus): Früher vor allem in bayerischen Gebirgsgegenden geläufige Bezeichnung für ein Vorhaus bzw. einen breiten Flur bäuerlicher Häuser, das bzw. der u. a. zur Einnahme von Speisen diente.

Muthaus (historisch, Burgenbau): Auch »Mushaus«. Ursprünglich ein Küchen-, Vorrats- und Speisehaus größerer Burgen. In späterer Zeit wurde die Bezeichnung vielfach mit → »Palas« gleichgesetzt.

Muther: Siehe → Muter.

Muthzettel (historisch, Bergbau): Bergrechtliche Bewilligung, welche den Anspruch eines → Muters auf Ausbeutung einer Lagerstätte bestätigte. Die Abbaugenehmigung erhielt der Muter allerdings nur, wenn der vom Fund der jeweiligen Lagerstätte in Kenntnis gesetzte Landeigentümer auf einen Abbau in Eigenregie verzichtete.

Mutschein (historisch, Bergbau): Siehe → Muthzettel.

Mutung (historisch, Bergbau): Ein seit dem 16. Jahrhundert bergrechtlich verankertes Gesuch bzw. Institut. Konkret bezeichnet der Begriff einen an das zuständige Organ (Grund-, Landesherr, Bergamt) gerichteten Antrag, eine Genehmigung zum Bergbau auf einer bestimmten Fläche zu erhalten bzw. mit dieser Fläche belehnt zu werden. Maßgeblich war, dass das jeweilige Areal bzw. dessen Untergrund mit hoher Wahrscheinlichkeit entsprechende Bodenschäfte barg.

Mutung (Lehnswesen): An den jeweiligen Grund- bzw. Landesherrn gerichtete Ersuchen eines Vasallen, ein bestehendes Lehensverhältnis zu erneuern bzw. zu verlängern.

Mutungskarte (Bergbau): Von der Bergaufsicht erstelltes und gepflegtes Kartenwerk, das vergebene Grubenfelder abbildet.

Mutungsübersichtskarte: Siehe → Mutungskarte (Bergbau).

MZ (Mauerziegel): Kürzel für »Vollziegel« bzw. »Massivziegel«.