Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Mol – Mud

Mole: Ins Meer, einen See oder Fluss gelegte dammähnliche, als Wellenbrecher und / oder Hafenmauer dienende Aufschüttung, die durch Beton, Holz oder Beton befestigt ist.

Monastische Architektur: Die Klosterbaukunst bzw. eine für → Klöster verschiedener Epochen und Kulturkreise typische bauliche und gestalterische Strömung, aber auch eine Sammelbezeichnung für all diese Strömungen.

Mönch (Dachziegel): An ein kurzes, längs halbiertes Rohr erinnernder, mit der Öffnung nach unten verlegter Dachziegel. Anders ausgedrückt: ein konvexer Dachziegel.

Mönch und Nonne (Dachziegeln): Entlang der Längsachse halbkreisförmig ausgeformte Dachziegeln. Nonnen bilden die untere, die gleichsam aufnehmende, Mönche die aufliegende bzw. deckende Lage.

Monolith: Ein griechisches Wort, das »Ein-Stein« bedeutet. In der Baukunst bezieht es sich auf Objekte, die aus einem bearbeiteten oder auch naturbelassenen Steinblock bestehen. Beispiele bieten viele Obelisken oder die Menhire der Megalithkultur.

Monolithische Wand: Andere Bezeichnung der einschaligen Wand, die einen aus einem kompakten konstruktiven Verbund bestehenden Querschnitt aufweist, also keinen aus anderweitigem Baustoff hergestellten Kern besitzt.

Monozentrische Agglomeration (Siedlungswesen): Der Begriff steht für eine Kernstadt und ihr verstädtertes Umland.

Montageschaum: Zur Abdichtung von Gebäuden bzw. Gebäudeteilen (Isolierung, Dämmung) eingesetzter Schaum, der zumeist auf Polyurethan basiert. Verwendet wird Montageschaum u. a. beim Einbau von Tür- und Fensterstöcken. Der Schaum ist biologisch nicht abbaubar; er widersteht Einwirkungen von Benzin, Laugen, Wasser usw., reagiert allerdings auf UV-Einstrahlung.

Monument (allgemein): Großes, kulturhistorisch bedeutsames bzw. als bedeutsam erachtetes → Bauwerk oder eine entsprechende Anlage.

Monumentalachse (Städtebau): Eine Spielart der → Gestaltungsachse, die durch außerordentliche Breite und einen Besatz mit zumeist repräsentativen Großbauten gekennzeichnet ist. Vielfach handelt es sich um Straßenzüge, die Macht, Pracht, Glanz und Glorie herrschender Dynastien oder auch (armseliger) Diktaturen demonstrieren soll(t)en. Gewöhnlich laufen sie auf ein hervorgehobenes Bauwerk (Denkmal, Triumphbogen, Regierungssitz usw.) zu.

Monumentalarchitektur: Oberbegriff für baulich-gestalterische Ausdrucksformen, die Größe betonen bzw. deren Leitmotiv Größe ist. Bezogen auf die physische Dimension handelt es sich um → Bauwerke, die alltägliche Maßstäbe (ihrer Zeit) sprengen, ins Gigantische überhöhen, den Menschen gleichsam verzwergen. Derartige Bauwerke spiegeln eine Geisteshaltung wider, die Größe mit Bedeutung gleichsetzt. Teils bezwecken Monumentalbauwerke, Menschen einen Eindruck individueller Bedeutungslosigkeit zu vermitteln, teils dienen sie dazu, Stolz einzuimpfen, das Bewusstsein, einer Gemeinschaft (Klasse, Volk usw.) anzugehören, die anderen technisch und / oder kulturell überlegenen ist. Einen ins Groteske übersteigerten Hang zur Monumentalität lassen ideologisch und / oder von Personenkulten getragene Diktaturen erkennen. Beispiele boten Hitlers krause Pläne für Germania (Berlin) und die gigantomanischen Projekte stalinistischer Prägung.

Monumentalbaukunst: Siehe → Monumentalarchitektur.

Monumentalbauwerk: Ein → Bauwerk, das alltägliche Maßstäbe (der jeweiligen Zeit) sprengt, ins Gigantische überhöht, Betrachter bzw. Besucher durch seine schiere Größe gleichsam verzwergt. Vertiefend siehe → Monumentalarchitektur.

Monumentalgebäude: Ein gemessen an den Maßstäben der jeweiligen Zeit riesenhaftes → Gebäude. Die Begriffskombination ist – zumindest bezogen auf kulturell bedeutsame oder technische Potentiale ihrer Zeit ausreizende Gebäude – fragwürdig, insofern diese als → Bauwerke zu bezeichnen sind.

Monumentalismus (Architektur): Eine Sammelbezeichnung für bauliche Ausdrucksformen, die Größe betonen bzw. auf Größe als Leitmotiv beruhen. »Stilprägend« sind Ansätze, die alltägliche Maßstäbe sprengen, ins Gigantische überhöhen, den Betrachter bzw. Besucher eines Bauwerks quasi verzwergen. Teils bezwecken Monumentalbauwerke, Menschen einen Eindruck individueller Bedeutungslosigkeit zu vermitteln, teils sollen sie Stolz wecken, das Bewusstsein, einer Gemeinschaft (Klasse, Volk usw.) anzugehören, die anderen technisch und / oder kulturell überlegenen ist.

Monumentalstatue: Ausnehmend große, als → Skulptur oder → Plastik ausgeführte Figurendarstellung. Wo das »Monumentale« beginnt, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Bezogen auf menschliche Abbilder kann eine zweifach über Lebensgröße liegende Höhe als untere Schwelle erachtet werden.

Moorheilbad: Namenszusatz, den Kommunen führen dürfen, die qualitative, vom Deutschen Heilbäderverband e. V. festgelegte Mindeststandards erfüllen. Grundvoraussetzung ist das Vorhandensein zu Heilzwecken nutzbarer Moorwasservorkommen. Die Vergabe des Prädikats ist an weitere Bedingungen geknüpft. Zu nennen sind insbesondere ein Erholungs- bzw. Heilungszwecken dienliches Ortsklima sowie qualifizierte Kureinrichtungen.

Moorhufendorf: Ein Dorftyp, den zwei wesentliche Merkmale kennzeichnen: 1. Einzeilig oder beiderseits einer Straße bzw. eines Entwässerungsgrabens gereihte, freistehende Einzelhöfe. 2. Eine Flur, die von Äckern gebildet wird, die sich in straßenabgewandter Richtung als schmale, langgestreckte Streifen an den jeweiligen Hof anschließen. Das Moorhufendorf stellt eine Spielart des → Reihendorfes dar.

Moorhufensiedlung: Siehe → Moorhufendorf.

Mordgalerie: Siehe → Mordgang (Burgenbau).

Mordgang (Burgenbau): Eine Form des Wehrgangs. Die Bezeichnung bezieht sich sowohl auf Wehrgänge hinter einer steinernen Brüstung als auch Hurden (hölzerne Wehrgänge auf der Maueraußenseite): Entscheidend ist, dass am Brüstungsfuß oder im Laufboden des Wehrgangs Wurflöcher vorhanden sind. Eine andere Bezeichnung ist »Mordgalerie«.

Mordgrube: Siehe → Mordkeller (Festungsbau).

Mordkeller (Festungsbau): Alte Bezeichnung für eine Kasematte, einen vor Artilleriebeschuss und Bombeneinwirkung geschützten Gewölberaum bzw. Hohlgang in Festungswerken.

Mörtel: Baustoff, der aus einer Gesteinskörnung (bis 4 mm Korngröße), einem Bindemittel (Kalk, Zement) sowie Wasser angemischt wird. Je nach Einsatzbedingungen und Verwendungszweck können weitere Stoffe beigemischt werden. Infolge chemischer Reaktion des Bindemittels härtet die Rezeptur aus. Mörtel wird insbesondere eingesetzt, um Mauersteine zu verbinden und Oberflächen zu verputzen.

Mörtelgruppe I: Auf Basis von gelöschtem Kalk und Sand hergestellte Kalkmörtel.

Mörtelgruppe II: Fasst Kalkzement, hydraulische Mörtel und Kalkzementmörtel zusammen.

Mörtelgruppe III: Umfasst diverse Zementmörtel.

Mörtelgruppe IV: In diese Gruppe fallen Gipsmörtel bzw. auf einer Mischung von Gips und Sand basierende Mörtel.

Mörtelmauerwerk: Ein aus Mauersteinen und Mörtel bzw. Mörtelfugen aufgebautes → Mauerwerk.

Mortgage Backed Securities: Kurz »MBS«. Es handelt sich um einen Oberbegriff für alle Arten immobilienbesicherter, übertrag- bzw. handelbarer Titel.

Mortgage Equity Withdrawal: Eine Möglichkeit, private Wohnimmobilien im Falle steigender Immobilienpreise bzw. Verkehrswerte mit zusätzlichen, zumeist konsumorientierten Darlehen zu belasten. Hintergrund: Bei steigenden Immobilienwerten erhöht sich deren Beleihungswert. Das MEB wurde vor allem in den USA lange Zeit hindurch ausgenutzt. Das Desaster war vorprogrammiert, da keine als nachhaltig zu erachtenden Immobilienwerte vorlagen, sondern »Blasenpreise«.

Moschee: Muslimischer bzw. islamischer → Tempel, also ein Gebäude bzw. Bauwerk, das zum Sultanahmet-Moschee in Istanbul(gemeinschaftlichen) Gebet und dem Vollzug von Riten dient. Über diese primären religiösen Zwecke hinaus fungieren Moscheen vielfach als Begegnungsstätten und Schulungseinrichtungen. Eindrucksvolle Beispiele für Großmoscheen bieten die Umayyaden-Moschee (Damaskus, Syrien), die im Mogulstil erbaute Badshahi-Moschee (Lahore, Pakistan) und die Sultanahmet (Istanbul, Türkei. Bild: Elmar Pfeiffer).

Mota: Die im Mittelalter gebräuchliche lateinische Bezeichnung für eine → Motte, eine → Erdhügelburg.

Motel: Hotelbetrieb mit verkehrsorientiertem Standort (Überlandstraßen, Autobahnen usw.), der überwiegend nur eine Nacht verweilende Kunden und fast ausschließlich motorisierte Gäste (Pkw, Lkw) anspricht. Dem Konzept entsprechend weisen Motels zumeist Stellplatzkapazitäten auf, die zumindest der Zimmeranzahl entsprechen, bei Betrieben mit eingebundener Gastronomie auch deutlich darüber hinausgehen können. Das »klassische« Motel belegt ebenerdige, allenfalls jedoch zweigeschossige Gebäude. Anders als bei gewöhnlichen Hotels sind die Gästezimmer meist von außen, also nicht über einen Rezeptionsbereich zugänglich.

Motelkette: Ein Unternehmen, das mehrere bzw. zahlreiche → Motels in Eigenregie betreibt oder ein Verbund (auch) auf Franchisebasis geführter Motels.

Motorschrapper: Zum schichtweisen Abtragen und Aufschütten von Erdreich eingesetzte Maschine, die aus Fronttraktor und Schürfkübel besteht. Der Fronttraktor beinhaltet Motor und Führerhaus. Der hydraulisch gesteuerte Schürfkübel besitzt eine in Fahrtrichtung ausgerichtete Schneidkante und eine aufklappbare Schürze zur Aufnahme des Erdreichs, hinten eine bewegliche Rückwand, die den Ausstoß aufgenommenen Materials ermöglicht. Andere Bezeichnungen sind »Scraper« und »Schürfzug«.

Motorschürfwagen: Eine Baumaschine, die zum schichtweisen Abtragen und Aufschütten von Erdreich entwickelt wurde. Es handelt sich um ein aus Fronttraktor und Schürfkübel bestehendes Gerät. Der Fronttraktor beinhaltet den Motor und das Führerhaus. Der hydraulisch gesteuerte Schürfkübel besitzt eine in Fahrtrichtung ausgerichtete Schneidkante und eine aufklappbare Schürze zur Aufnahme des Erdreichs, hinten eine bewegliche Rückwand, die den Ausstoß aufgenommenen Materials ermöglicht. Inhaltsgleiche Begriffe sind »Scraper« und »Schürfzug«.

Motte (Burgenbau): Überwiegend aus Holz errichtete Spielart der → Burg. Motten wurden (anders als → Turmburgen) auf künstlichen Erdhügeln angelegt. Ihr zweites prägendes Merkmal ist die Dominanz eines auf diesem Hügel errichteten, von einem Graben und / oder Wällen bzw. Palisaden umlaufenen Turms, der Wohn- und Wehrzwecken diente. Bei großflächigen Erdaufschüttungen wurden hier gewöhnlich auch Wirtschaftsgebäude angesiedelt. Die meisten Motten besaßen jedoch eine oder mehrere Vorburgen, wodurch der Wohnturmbereich zur Kern- bzw. Hochburg wurde. In der oder den Vorburgen fanden sich die Wirtschaftsgebäude. Zu unterscheiden sind einteilige Anlagen, bei denen die Kernburg innerhalb der Vorburg liegt, und mehrteilige Anlagen, bei denen Kern- und Vorburg(en) neben- bzw. hintereinander angeordnet sind.

MoU (Verhandlungswesen): Kürzel für »Memorandum of Understanding«. Es handelt sich um eine rechtlich regelhaft nicht bindende Absichtserklärung, die von mehreren verhandlungsbeteiligten Seiten unterzeichnet wird.

MPI (Hotellerie): Das Kürzel steht für »Market Penetration Index« – zu Deutsch: »Marktdurchdringungsindex«. Diese Kennziffer gibt an, wie sich die Auslastung eines Hotels gemessen an der seiner Wettbewerber bzw. aller Hotels innerhalb eines Betrachtungsraumes darstellt. Beispiel: Ein Hotel besitzt 5 % aller Zimmer (oder Betten) der herangezogenen Grundgesamtheit aller Hotels im abgesteckten Marktgebiet; es zieht 6 % der realisierten Gesamtnachfrage auf sich. Somit verbucht es eine überdurchschnittliche Auslastung. Rechnerisch ergibt sich ein Verhältnis 6 : 5, also ein Wert von 120 % bzw. ein Indexwert von 120 Punkten.

MRICS (Verbandswesen): »Member of the Royal Institution of Chartered Surveyors«.

MRS (Entwässerung, Abwasserwirtschaft): Der gebräuchliche Kürzel für → »Mulden-Rigolen-System«.

Muckibude: Scherzhaft oder abfällig gemeinte umgangssprachliche Bezeichnung für ein auf Kraft(sport)übungen spezialisiertes (Fitness)Studio.

Mudaraba (immobilienbezogen): Treuhänderische Finanzierung auf Grundlage der Schari'ah bzw. nach islamischem Recht, bei der eine Bank zwischengeschaltet ist. Konkret: Eine Partei kümmert sich um die Projektfinanzierung, die andere errichtet es geschäftsführend. Erzielte Gewinne werden nach einem vorab festgelegten Schlüssel verteilt. Eventuelle Verluste gehen zu Lasten der finanzierenden Bank (sofern der Ausführende vertragskonform handelte).

Mudéjar-Architektur: Siehe → Mudéjarstil.

Mudéjarstil (Architektur): Ein besonders im 14. Jahrhundert in Spanien verbreiteter Architekturstil, der auf muslimische Bevölkerungen zurückgeht, die nach der Reconquista unter christlicher Herrschaft lebten. Kennzeichnend ist, dass für die islamische Architektur typische bauliche Elemente und Verzierungen (→ Hufeisenboden, Mauresken, Stalaktitgewölbe usw.) mit dem gotischen Stil, in späterer Zeit mit dem renaissancezeitlichen Stil verschmolzen wurden.

Mudéjar-Stil: Siehe → Mudéjarstil (Architektur).