Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Mis – Mok

Mischarmatur: Siehe → Mischbatterie.

Mischbatterie: Armatur bzw. technische Vorrichtung, die dazu dient, die Vermischung von Flüssigkeiten und / oder Gasen zu regeln. Mischbatterien weisen einen oder mehrere Griffe bzw. Hebel auf, mit denen Ventile eingestellt werden. Die bekannteste Form der Mischbatterie stellen Wasserhähne dar, die den Durchfluss steuern und eine gezielte Vermischung von Warm- und Kaltwasser gestatten.

Mischgebiet (MI): Durch vielfältige Nutzungen (Wohnen, Einzel- und Großhandel, Gewerbe, Dienstleistungen aller Art) gekennzeichneter Bereich gemäß Baunutzungsverordnung.

Mischkanalisation: Gewöhnlich unterirdische Anlage bzw. ein entsprechendes System zur Sammlung und gemeinsamen, also nicht getrennten Ableitung von Haus-, Industrie- und Niederschlagswasser.

Mischkanalisation, modifizierte: Eine gewöhnlich unterirdische oder abgedeckte Anlage bzw. ein Netz entsprechender Kanäle, in denen Schmutzwasser und verunreinigtes Niederschlagswasser gesammelt und gemeinsam abgeleitet werden, bestimmten Reinheitskriterien entsprechendes Wasser hingegen separat abgeführt wird.

Mischlüftung: Ein Hybrid aus → Verdrängungs- und → Verdünnungslüftung. Konkret wird einem Raum von außen angesaugte Luft mit vergleichsweise hoher Geschwindigkeit über Wand- oder Deckenauslässe zugeführt. Infolge der Luftzuführung kommt es zu Durchmischungsvorgängen.

Mischmeisterei: An einem Standort bestehender Verbund von → Autobahn- und → Straßenmeisterei. Derartige Zusammenlegungen erfolgen häufig aus Kostengründen.

Mischnutzungsgebäude: Siehe → Mischnutzungsobjekt.

Mischnutzungsgebiet: Siedlungsteilraum, in dem verschiedene, untereinander vergleichsweise gleichgewichtige Nutzungen nebeneinander bestehen. Der Schwerpunkt liegt verbreitet im gewerblichen Bereich (Einzelhandel, Büronutzungen, Hotellerie usw.). Nutzungsabfolgen stellen sich zumeist horizontal und vertikal ein. Die räumliche Durchmischung verschiedener Nutzungen – insbesondere die Verflechtung der Wohnfunktion mit Einzelhandelseinrichtungen und sozialen Infrastrukturelementen – stellt (nicht nur in Deutschland) einen städtebaulich präferierten Ansatz dar. Praktisch streben viele Nutzungen jedoch auseinander und / oder neigen dazu, sich räumlich mit artgleichen oder artverwandten Nutzungsarten zu verbinden. So entwickelten sich denn auch viele einstige Mischnutzungsgebiete zu mehr oder minder monofunktional geprägten Teilräumen.

Mischnutzungsimmobilie: Eine Immobilie, die verschiedene Nutzungen verbindet. Der Begriff kann sich auf Grund und Boden beziehen, auf dem unterschiedliche, mehr oder minder aufeinander abgestimmte Nutzungsarten nebeneinander bestehen; üblicherweise bezieht sich die Bezeichnung jedoch auf ein Gebäude, das diverse Nutzungsarten buchstäblich unter einem Dach vereint. Mehrheitlich folgen diese Nutzungsarten vertikal aufeinander. Beispiel: Die unteren Stockwerke belegt der Einzelhandel, es folgen Praxisnutzungen, den Abschluss bilden Büroeinheiten.

Mischnutzungskomplex: Eine als Einheit wahrgenommene Gruppe miteinander verbundener Gebäude, die eine Reihe Nutzungen bzw. unterschiedliche Funktionen beherbergt.

Mischnutzungsobjekt: Regelhaft ein Gebäude, das unterschiedliche Nutzungsarten unter einem Dach vereint. Mehrheitlich folgen diese Nutzungsarten vertikal aufeinander. Beispiel: Das Erdgeschoss belegen Einzelhandelsbetriebe, die oberen sind der Wohnfunktion gewidmet.

Mischsystem (Entwässerungstechnik): Eine Verfahrensweise bzw. eine bauliche Anlage, bei der aus menschlicher Nutzung hervorgegangene Abwässer und Regenwasser zusammen bzw. nicht voneinander getrennt abgeführt werden.

Misericordie: Bei hochklappenden Stallen – den Einzelsitzen eines Chorgestühls – ein waagrecht angebrachtes Brett, das als Sitzersatz diente; es sollte Alten und / oder Schwachen längere Stehpausen erleichtern.

Mist Grey (Gestein): Eine von vielen Handelsbezeichnungen des in China gebrochenen G633 bzw. Padang Hell. Der sehr feinkörnige, mittelgraue Granodiorit wird als Boden-, Terrassen-, Treppen- und Wandbelag sowie zur Herstellung von Küchenarbeitsplatten genutzt.

Mistkübel: Eine in Österreich gängige Bezeichnung für einen (öffentlichen) Mülleimer.

Mistplatz: Eine österreichische Bezeichnung für einen Müllplatz bzw. eine → Mülldeponie.

Mitbauhaus: Eine andere Bezeichnung für das Ausbauhaus. Angesprochen ist ein individuell konfigurierbares → Fertighaus, das der Bauherr teils oder vollständig selbst ausbaut; er erbringt also eine → Muskelhypothek. Das vom → Bauunternehmer zu erbringende Leistungsprogramm wird üblicherweise fallbezogen festgelegt. Regelhaft erhält der Bauherr ein mit Fenstern, Türen, Wärmedämmung und vollständiger Fassade versehenes Gebäude.

Mitteldichte Faserplatte: Pressplatte, die aus Holzspänen und Leim hergestellt wird. MDF-Platten weisen ein homogenes Gefüge auf; ihre Dichte bewegt sich zwischen 600 und 1.000 kg pro Kubikmeter. In Form von Rohplatten werden sie u. a. im Dach- und Innenausbau eingesetzt.

Mitteldichte Holzfaserplatte: Siehe → Mitteldichte Faserplatte.

Mittelfette (Dachkonstruktion): Siehe → Mittelpfette.

Mittelflurhaus, märkisches: Eine Fachbezeichnung, die fragwürdig erscheint. Siehe → märkisches Längsflurhaus.

Mittelkies: Loses fluviales Sediment mit Korngrößen zwischen 6,31 mm und 20,0 mm. Im Baubereich dient er vor allem als Schüttgut und Zuschlagstoff.

Mittelklassehotel: Unscharfer Begriff, der sich u. a. in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor allem auf Hotels der Dreisterne-Kategorie bezieht.

Mittelkreuzstockfenster: Ein → Kreuzstockfenster, dessen Querholm die Mitte des Längsholms schneidet. Anders als beim ursprünglichen Kreuzstockfenster entstehen somit vier gleich große Einzelfenster.

Mittelpfette: Im Mittelabschnitt eines Daches angebrachter, regelhaft parallel zum → First verlaufender Träger, auf dem die Dachsparren aufliegen. Die Mittelpfette wird auch als »Zwischenpfette« bezeichnet.

Mittelrisalit: Aus dem Mittelabschnitt eines Bauwerkes über dessen Fluchtlinie vorspringender Gebäudeteil, der gewöhnlich dieselbe Höhe wie der »ankernde« Gebäudekörper aufweist. → Risalite waren typisch für barocke und renaissancezeitliche → Profanbauwerke.

Mittelschiff (Kirchenbau): Der zentrale Raum einer von Säulenreihen in mehrere Längsbereiche bzw. Schiffe gegliederten Kirche.

Mittelschiffwand (Kirchenbau): Bei drei- oder mehrschiffigen Kirchenbauwerken eine zwischen dem → Hauptschiff und einem der beiden (inneren) → Seitenschiffe verlaufende, von Arkaden getragene Wand.

Mittelstadt: Gemäß Konvention der Internationalen Statistikkonferenz von 1887 eine Stadt mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern.

Mittelzentrum (Raumplanung): Ein funktional zwischen → Unter- und → Oberzentrum angesiedelter → zentraler Ort. Die Versorgungsfunktion von Mittelzentren geht idealtypisch deutlich über die eigenen Grenzen hinaus. Kennzeichnend sind vollumfängliche Grundversorgungsangebote (Nahrungs- / Genussmittel, Drogeriewaren usw.) sowie eine breite Palette an Warenangeboten, die zur mittelfristigen Bedarfsstufe zählen (Bekleidung, Schuhe usw.), also mehr oder minder periodisch nachgefragt werden. Außerhalb des Einzelhandels sollen sie gehobene soziale Infrastrukturen usw. aufweisen (höhere Schulen usw.).

Mittiger Läuferverband (Mauerwerk): Die Standardvariante des → Läuferverbandes, bei dem die Steine (Läufer) aufeinanderfolgender Lagen einander jeweils mit ihrer halben Länge überdecken.

Mittiger Mauerwerksverband: Siehe → Mittiger Verband (Mauerwerk).

Mittiger Verband (Mauerwerk): Ein Form- bzw. Werksteinmauerwerk, bei dem die Steine aufeinanderfolgender Lagen einander jeweils mit ihrer halben Länge überdecken.

MK (Bauplanungsrecht, Deutschland): Das Kürzel für »Kerngebiet«. Im Sinne der → Baunutzungsverordnung handelt es sich um einen Funktionsraum, in dem überwiegend Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe, Büronutzungen, kulturelle Einrichtungen usw. vertreten sind. Diese Gebiete (Innenstadt etc.) kennzeichnet eine hochgradige Nutzungsverdichtung; sie prägen ein entsprechend hohes Bodenpreisniveau und – zumindest im lokalen Maßstab – weit überdurchschnittliche Gebäudepreise.

MM (Verkehrswesen, Deutschland): Das Kürzel steht für »Mischmeisterei», einen Verbund von → Autobahn- und → Straßenmeisterei.

MM (Vermietungswesen): Verkürzung von »Monatsmiete«.

Möbelfachmarkt: Ein vergleichsweise großflächiger, gewöhnlich schmucklos gehaltener Einzelhandelsbetrieb, der ein weitgehend reines Möbelsortiment vertreibt. Das Angebot entspricht mehrheitlich Ansprüchen, die im unteren Segment bis hin zur unteren Mitte angesiedelt sind.

Möbelhaus: Ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb, dessen Sortiment sich – anders als bei → Einrichtungshäusern der Fall – weitestgehend auf Möbelangebote beschränkt.

Möbelhauskette: Ein Unternehmen, das mehrere bzw. zahlreiche → Möbelhäuser in Eigenregie betreibt oder ein Verbund (auch) auf Franchisebasis geführter Möbelhäuser.

Möbelmarkt: Ein vergleichsweise großflächiger, schlicht ausgestatteter Einzelhandelsbetrieb, der ein weitgehend reines Möbelsortiment vertreibt. Kurz: Ein → Fachmarkt.

Möbelmarktkette: Ein Unternehmen, das mehrere bzw. zahlreiche → Möbelmärkte in Eigenregie betreibt oder ein Verbund (auch) auf Franchisebasis geführter Möbelmärkte.

Möbel- und Einrichtungshaus: Ein regelhaft großflächiger Einzelhandelsbetrieb, der neben einem mehr oder minder breiten Möbelangebot eine breite Palette an Einrichtungsgegenständen (Teppiche, Bettwaren, Heimtextilien) bis hinab zu Wohnaccessoires (Bilder, Geschirr usw.) vertreibt.

Mobilbagger: Eine andere Bezeichnung des Radbaggers. Eine Baumaschine zum Lockern, Ausheben und Bewegen von Erdreich, Fels, Kohle, Schüttgut usw. Kennzeichnend sind vier Komponenten: das Fahrwerk (Unterwagen), ein gewöhnlich drehbarer Oberwagen, ein zumeist knickbarer, hydraulisch gesteuerter Ausleger sowie ein ebenfalls hydraulisch steuerbares Anbaugerät (Schaufel). Bagger dienen u. a. dem Aushub und der Verfüllung von Baugruben.

Mobilkran: Ein fahrbarer Auslegerkran, der auf ein Rad- oder Kettenfahrwerk montiert ist.

Möblierung (gegenständlich): Die Gesamtheit nicht vorrangig schmückender Einrichtungsgegenstände eines Raumes oder räumlichen Zusammenhanges. Beispiele: Schränke, Stühle, Tische, Betten, Sofas, Truhen. Nicht zur Möblierung im eigentlichen Sinn zählen z. B. Teppiche, Lampen, Leuchten und Accessoires.

Möblierung (prozessual): Die aktive Ausstattung bzw. Bestückung eines Raumes oder räumlichen Zusammenhanges mit Möbeln.

Modernisierung (immobilienbezogen): Die Heranführung eines Gebäudes bzw. seiner technischen Installationen an einen gemessen am Ausgangszustand zeitnäheren oder aktuellen Standard.

Modernisierungsaufwand (monetär): Siehe → Modernisierungskosten.

Modernisierungsaufwendungen: Siehe → Modernisierungskosten.

Modernisierungsgebot (Baurecht, Deutschland): Ein Instrument kommunaler Entwicklungssteuerung, das § 177 Baugesetzbuch unter »Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot« präzisiert. Eine Gemeinde kann ein den → Grundstückseigentümer verpflichtendes Modernisierungsgebot aussprechen, wenn eine bauliche Anlage Missstände oder Mängel aufweist, die sich durch Modernisierung beseitigen bzw. beheben lassen. Missstände liegen regelhaft vor, wenn eine bauliche Anlage allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse nicht genügt. Mängel liegen vor, wenn eine bestimmungsgemäße Nutzung der baulichen Anlage z. B. alterungs- oder abnutzungsbedingt erheblich beeinträchtigen ist oder die Anlage das Straßen- bzw. Ortsbild erheblich beeinträchtigt oder die Anlage erneuerungsbedürftig ist und wegen ihrer städtebaulichen Bedeutung als erhaltenswert einzustufen ist. Der Eigentümer hat die Kosten der Maßnahme zu tragen, sofern er damit verbundene Kapitalkosten und möglicherweise zusätzlich entstehende → Bewirtschaftungskosten aus Erträgen der baulichen Anlage decken kann. Sind ihm Kosten entstanden, die er nicht zu tragen hat, ist die Gemeinde – sofern sie keinen anderweitigen Deckungszuschuss gewährte – erstattungspflichtig. Dies gilt nicht, falls andere Rechtsvorschriften den Eigentümer zur alleinigen Kostendeckung verpflichten oder er Instandsetzungen unterließ und nicht belegen kann, dass deren Vornahme wirtschaftlich unvertretbar oder unzumutbar war.

Modernisierungskosten: Die Summe aller Beträge, die aufzubringen sind, um ein Gebäude, ein Bauwerk oder eine bauliche Anlage in einen zumindest zeitnahen, idealtypisch jedoch dem Stand der Technik entsprechenden Zustand zu versetzen. Die Modernisierungskosten beinhalten auch Planungskosten und eventuell anfallende Zinszahlungen.

Modernisierungsrisiko: Ein Begriff aus der immobilienbezogenen Beleihungswertermittlung. Es handelt sich um eine monetäre Größe, die sich als Prozentwert objekttypischer Neubaukosten darstellt. Angesprochen sind finanzielle Aufwendungen, die anfallen, wenn funktional wie strukturell alternde Immobilien an zeitgemäße Marktanforderungen anzupassen sind. Entsprechende Investitionen erweisen sich – früher oder später – als notwendig, um die Ertragskraft einer Immobilie zu sichern. Dieser Kostenblock ist nicht durch Instandhaltungskostenansätze gedeckt, insofern diese lediglich dazu dienen, den Status Quo aufrechtzuerhalten. In der Beleihungswertermittlung fließt das Modernisierungsrisiko in die vom Jahresrohertrag abzuziehenden Bewirtschaftungskosten ein.

Modernisierungsrücklage: Angesparte Beträge, die dazu dienen, ein Gebäude bzw. dessen → Versorgungstechnik an einen gegenüber dem Ausgangszustand zeitnäheren bzw. aktuellen Zustand heranzuführen.

Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot (Baurecht, Deutschland): Ein Instrument kommunaler Entwicklungssteuerung, das § 177 Baugesetzbuch präzisiert. Ein entsprechendes Gebot kann → Grundstückseigentümern per Bescheid erteilt werden, wenn Gebäude bzw. bauliche Anlagen Missstände oder Mängel erkennen lassen, die sich durch Modernisierung oder Instandsetzung ausräumen lassen. Missstände liegen insbesondere dann vor, wenn eine bauliche Anlage allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse nicht genügt. Mängel bestehen, wenn eine bestimmungsgemäße Nutzung der baulichen Anlage z. B. alterungs- oder abnutzungsbedingt erheblich beeinträchtigen ist oder die Anlage das Orts- oder Straßenbild erheblich beeinträchtigt oder die Anlage erneuerungsbedürftig ist und aufgrund ihrer städtebaulichen Bedeutung als erhaltenswert einzustufen ist. Der Eigentümer hat die Kosten der Maßnahme zu tragen, sofern damit verbundene Kapitalaufwendungen und womögliche zusätzlich entstehende → Bewirtschaftungskosten aus Erträgen der baulichen Anlage gedeckt werden können. Sind ihm Kosten entstanden, die er nicht zu tragen hat, ist die Gemeinde – sofern sie keinen anderweitigen Deckungszuschuss gewährte – erstattungspflichtig. Dies gilt nicht, falls andere Rechtsvorschriften den Eigentümer zur alleinigen Kostendeckung verpflichten oder er Instandsetzungen unterließ und nicht belegen kann, dass deren Durchführung wirtschaftlich unvertretbar oder unzumutbar war.

Modernisierungsverfügung: Siehe → Modernisierungsgebot (Baurecht, Deutschland).

Modernisme: Eine im spanischen Katalonien zwischen 1885 und 1920 verbreitete Spielart des → Jugendstils.

Modernismo: Eine andere Bezeichnung des → Jugendstils.

Modern Style: Eine andere Bezeichnung des Jugendstils. Es handelt sich um eine Sammelbezeichnung für baulich-gestalterische Modeströmungen, die sich gegen Leitbilder des → Historismus wandten und zwischen 1890 und 1920 verbreitet waren. Gemeinsam ist ihnen die Vorliebe für eine geschwungene Linienführung, großflächige Floralelemente und eine Ablehnung alles beherrschender Symmetrien. Ein Leitgedanke war es, Fassadengestaltung, Innenausbau und Innenausstattung als harmonisches Ganzes zu entwickeln und die Kunst in den Rang einer Alltagserfahrung zu erheben. Zugleich versuchte der Jugendstil, die Funktion eines Gebäudes bzw. Bauwerkes in dessen Erscheinungsbild zu spiegeln.

Modifizierte Mischkanalisation: Eine gewöhnlich unterirdische oder abgedeckte Anlage bzw. ein Netz entsprechender Kanäle, in denen Schmutzwasser und verunreinigtes Niederschlagswasser gesammelt und zusammen abgeleitet werden, bestimmten Reinheitskriterien genügendes Wasser hingegen getrennt abgeführt wird.

Modulor: Ein 1948 von Le Corbusier (1887 – 1965) veröffentlichtes, 1955 in überarbeiteter Form publiziertes Proportionsschema, das darauf abzielte, eine an (gar nicht einheitlich fassbaren) menschlichen Maßen orientierte Architektur zu entwickeln. Der Ansatz basiert auf willkürlich festgesetzten (männlichen) Maßen und deren Verknüpfung mit dem → Goldenen Schnitt. Zunächst setzte Le Corbusier ein Grundmaß von 175 cm, später von 183 cm fest. Basierend auf dem Goldenen Schnitt leitete er eine Rote (abwärtsgerichtete) und eine Blaue (aufstrebende) Reihe ab. Das Schema diente einigen Bauvorhaben als Grundlage, besitzt jedoch keinerlei praktische Relevanz.