Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Markt – Mat

Markt (Betriebsart / Betriebsform): Eine übergreifende Kurzbezeichnung für eine Reihe stationär betriebener Einzelhandelseinrichtungen mit teils sehr unterschiedlichem Flächenformat, Warenangebot und Vermarktungsprofil. Typische Vertreter sind → Super-, → Verbraucher-, → Bau- und Möbelmärkte.

Markt (Siedlung): Eine vor allem im süddeutschen Raum verbreitete Bezeichnung für ein (ehemaliges) → Dorf, das eine gemessen an typischen dörflichen Verhältnissen arbeitsteiligere Wirtschaftsstruktur aufweist, Marktrechte besaß und teils (klein)städtische Funktionen erfüllt. Seinen Namen verdankt es seiner Rolle als Marktort, an dem Bauern umgebender Dörfer ihre Produkte feilboten.

Markt (Verkaufsort, traditionell): Ein Marktszene in Udaipur (Rajasthan, Indien)gewöhnlich dauerhaft bzw. regel- / turnusmäßig genutzter Ort, an dem sich eine nennenswerte Anzahl grundsätzlich verkaufswillige Anbieter und grundsätzlich williger Nachfrager im direkten Kontakt über den unmittelbaren Kauf bzw. Verkauf von Gütern aller Art verständigen. Kennzeichnend ist ein Verkauf aus leichten Konstruktionen (Buden, Hütten, Ständen, Zelten) heraus oder ein auf Boden oder Tischen präsentiertes Angebot. Ein typisches Beispiel sind Obst- und Gemüsemärkte. Das Bild zeigt eine Marktszene in Udaipur, Rajasthan, Indien (aufgenommen von Elmar Pfeiffer im Februar 2012).

Marktcrash (immobilienbezogen): Ein »Denglizismus», der für einen schlagartigen Zusammenbruch, einen regelrechten Absturz des → Immobilienmarktes steht, der von einem rasanten, auf breiter Front greifenden Preisverfall, außerordentlich hohen Kreditausfällen, Not- und Panikverkäufen, Zwangsversteigerungen usw. gekennzeichnet ist.

Marktdurchdringungsindex (Hotellerie): Geläufiger ist der Anglizismus »Market Penetration Index«. Diese Kenngröße gibt an, wie sich die Auslastung eines Hotels im Verhältnis zu jener seiner Wettbewerber bzw. aller Hotels innerhalb eines Betrachtungsraumes darstellt. Beispiel: Ein Hotel verfügt über 5 % aller Zimmer (oder Betten) der herangezogenen Grundgesamtheit aller Hotels im abgesteckten Marktgebiet; es zieht 6 % der realisierten Gesamtnachfrage auf sich. Somit verbucht es eine überdurchschnittliche Auslastung. Rechnerisch ergibt sich ein Verhältnis 6 : 5, also ein Wert von 120 % bzw. ein Indexwert von 120 Punkten.

Marktflecken (siedlungstypologisch): Eine Bezeichnung für ein (ehemals) mit Marktrechten ausgestattetes → Dorf, das gemessen an dorftypischen Verhältnissen eine stärker arbeitsteilig geprägte Wirtschaftsstruktur aufweist und teils (klein)städtische Funktionen erfüllt.

Markthalle (Einzelhandel): Eine vergleichsweise großflächige → Halle mit regelhaft fester Standvergabe bzw. permanenten Ständen, in der Waren – zumeist Lebensmittel oder Textilien – von Einzelhändlern an private Endkunden vertrieben werden.

Markthalle (Großhandel): Angesprochen ist eine Sonderform der Markthalle, nämlich die Großmarkthalle. Es handelt sich um eine regelhaft flächenmächtige → Halle, in der Produzenten und Zwischenhändler während festgesetzter Zeiten Waren an Einzelhändler bzw. gewerbliche Wiederverkäufer und institutionelle Verbraucher vertreiben. Die Großmarkthalle stellt somit eine → Großhandelsimmobilie dar.

Markthoch (immobilienbezogen): Eine Phase, die von deutlich überdurchschnittlich hohen Immobilienpreisen (Kauf, Miete) geprägt ist. Kennzeichnend ist, dass einer hohen Nachfrage ein geringes Angebot gegenübersteht. Gezahlte → Kaufpreisfaktoren tragen ein mehr oder minder beträchtliches Entwertungspotential in sich.

Marktkollaps (immobilienbezogen): Ein schlagartiger Zusammenbruch, ein regelrechter Absturz des → Immobilienmarktes, der von einem rasanten, auf breiter Front greifenden Preisverfall, außerordentlich hohen Kreditausfällen, Not- und Panikverkäufen, Zwangsversteigerungen usw. gekennzeichnet ist.

Marktmiete: Mietpreis je Flächeneinheit, der für eine bzw. in einer Immobilie mit bestimmten Standortqualitäten und Imagemerkmalen bei gegebenem oder für den Übergabezeitpunkt zugesagtem Zustand und Ausstattungsstandard üblich bzw. erzielbar ist. Dieser, sich aus einem (weitgehend) freien Wechselspiel von Angebot und Nachfrage ergebende Preis kann im Zeitverlauf – besonders im Bereich gewerblicher Immobilien – extremen Schwankungen unterliegen.

Marktort (Siedlungswesen): Eine andere Bezeichnung für einen Marktflecken bzw. ein (ehemals) mit Marktrechten ausgestattetes → Dorf. Gemessen an dorftypischen Verhältnissen weisen Marktorte eine stärker arbeitsteilig geprägte Wirtschaftsstruktur auf. Sie erfüllen teils (klein)städtische Funktionen.

Marktplatz (westlicher Kulturkreis): Eine zumeist zentral innerhalb einer Siedlung (Dorf, Stadt, Stadtteil) gelegene Fläche, die ursprünglich zur regelmäßigen (zumeist wöchentlichen) Abhaltung von Marktveranstaltungen, also dem unmittelbaren Warenverkauf diente. Mehrheitlich befanden sich diese Plätze in unmittelbarer Nähe des örtlichen Rathauses. Der Handel beruhte regelhaft auf einem von herrschaftlicher Seite erteilten Marktrecht. Heute stellen sich viele städtische Märkte als von dauerhaften Verkaufsständen bzw. -gebäuden geprägte, von (nahezu) ständiger Aktivität gekennzeichnete Verkaufsbereiche dar.

Marktpreis: Immobilienbezogen der → Verkehrswert eines bebauten oder unbebauten Grundstücks.

Markttief (immobilienbezogen): Eine Phase, die von deutlich unterdurchschnittlichen Immobilienpreisen (Kauf, Miete) geprägt ist. Kennzeichnend ist, dass einer geringen Nachfrage ein großes Angebot gegenübersteht. Gezahlte → Kaufpreisfaktoren tragen – bildlich gesprochen – die Saat einer mehr oder minder starken (mittelbaren) Aufwertung in sich.

Markttransparenz: Die Durchschaubarkeit und Nachvollziehbarkeit des Marktgeschehens, also der Verfügbarkeitsgrad quantitativ wie qualitativ aussagekräftiger Transaktionsdaten (Anzahl, Volumen von Verkäufen, Vermietungszahlen inkl. Mietpreisangaben etc.) und spezifischer Marktdaten (Leerstandsquoten nach Objektklassen, gewährte Mietanreize usw.).

Marktverwerfung: Eine schockartig eintretende Phase extremen Ungleichgewichts von Angebot und Nachfrage.

Marktwert (Grundstückswertermittlung): Auch als »Verkehrswert« bezeichnet. Der Verkehrswertbegriff wird international mit abweichendem Wortlaut, inhaltlich jedoch übereinstimmend definiert. Stellvertretend seien zwei deutschsprachige Definitionen angeführt: 1. § 194 BauGB (Deutschland): Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der in dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und den tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstandes der Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre. 2. IVSC (International Valuation Standards Comittee / TEGoVA (The European Group of Valuers‘ Association: Europäische Bewertungsstandards 2003): Der Marktwert ist der geschätzte Betrag, zu dem eine Immobilie in einem funktionierenden Immobilienmarkt zum Bewertungsstichtag zwischen einem verkaufsbereiten Verkäufer und einem kaufbereiten Erwerber nach angemessenem Vermarktungszeitraum in einer Transaktion im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verkauft werden könnte, wobei jede Partei mit Sachkenntnis, Umsicht und ohne Zwang handelt. In der 6. Ausgabe der European Valuation Standards (TEGoVA, 2009, S. 15) findet sich eine weitgehend identische Definition: The estimated amount for which the property should exchange on the date of valuation between a willing buyer and a willing seller in an arm’s length transaction after proper marketing wherein the parties had each acted knowledgeably, prudently and without compulsion.

Marktwertermittler: Ein → Grundstückwertermittler. Vertiefend siehe → Marktwertermittlung.

Marktwertermittlung: Die Ableitung des → Verkehrswertes für ein bebautes oder unbebautes → Grundstück. Als Grundlage der Ableitung dienen → Ertragswertverfahren, → Vergleichswertverfahren, die DCF-Methode und (bei Renditeobjekten nur eingeschränkt belastbar) das → Sachwertverfahren.

Marktwertgutachten: Eine stichtagbezogene Wertschätzung, die auf zu erläuternden Prämissen, zu begründenden Verfahrensansätzen und nachvollziehbar dargelegten Einschätzungen beruht. Immobilienbezogen handelt es sich um einen qualifizierten Bericht, in dem → Verkehrswert eines bebauten oder unbebauten Grundstücks abgeleitet wird.

Marktwertschätzung (immobilienbezogen): Eine Pi mal Daumen vollzogene Taxierung des Markt- bzw. Verkehrswertes, aber auch eine fundierte, eingehend begründete Wertermittlung. Denn: Der Verkehrswert lässt sich nicht berechnen; jeder ermittelte Betrag beruht auf persönlich getönten Einschätzungen und Ableitungen. Vor diesem Hintergrund ist der Begriff »Verkehrswertschätzung« dem Ausdruck »Verkehrswertermittlung« vorzuziehen.

Marktzinsmethode (Finanzwesen): Ein Erfolgskalkulationsverfahren in der Bankkalkulation, das den Ergebnisbeitrag eines Zinsgeschäftes im Vergleich zu einer bestimmten Messlatte (Opportunität) ermittelt. Dabei wird einem Bankgeschäft ein Kapitalmarktgeschäft gleichen Laufzeitverhaltens (Fristenkongruenz) als Opportunitätsgeschäft gegenübergestellt. Gemäß dem Opportunitätsprinzip könnte statt der Kreditvergabe an Kunden das Geld am Kapitalmarkt angelegt werden. Statt Spargelder anzunehmen, könnte sich die Bank das zur Refinanzierung erforderliche Geld am Geld- und Kapitalmarkt ausleihen.

Marktzyklik (immobilienbezogen): Siehe → Marktzyklus (immobilienbezogen).

Marktzyklus (immobilienbezogen): Eine sich wiederholende Abfolge einander ablösender Phasen, die – besonders ausgeprägt im Gewerbeimmobilienbereich – einmal steigende, einmal fallende → Preise bzw. Mieten kennzeichnen. Herkömmliche Zyklen entstehen im Wesentlichen dadurch, dass eine (segmentbezogen) überbordende oder (weit) hinter den Bedarf zurückfallende Bautätigkeit vorherrscht. Bedingt durch vergleichsweise lange Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeiten von Immobilien halten auf- und absteigende Bewegungen zumeist längere Zeit hindurch an, bis ein Umkehrpunkt erreicht wird. Das Zyklusphänomen veranschaulicht die »Unvernunft« des von Herdentrieben regierten Immobilienmarktes, den (in Wachstumsgesellschaften) – abgesehen von augenblickhaften Zeitpunkten – ein ständig unausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage kennzeichnet.

Markung: Eine seltenere Bezeichnung für → »Gemarkung«.

Marmor: Ein metamorphes, porenarmes Carbonatgestein mit glatter bzw. polierfähiger Oberfläche, das seit antiken Zeiten als Bildhauermaterial und Baustoff verwendet wird. Häufig wird Marmor verwendet, um Brunnen, Denkmäler, Grabsteine, Treppen oder Bodenplatten herzustellen.

Marmorbrot: Die in der → Scagliola (Technik) verwendete Knetmasse.

Marmorimitat: Eine künstliche Nachbildung von → Marmor. Vertiefend siehe → Marmorino, → Marmorstuck, → Scagliola (Technik) und → Stucco lustro.

Marmorino: Eine Technik und ein Produkt, das eine vermittelnde Stellung zwischen → Stuckmarmor und → Stucco lustro einnimmt. Die Technik beruht auf einem auf Basis Sumpfkalk und Marmormehl erzeugten → Putz. Dieser wird auf einen Träger (Wand, Mauerwerk) aufgebracht und mit einer zweiten, pigmentierten Putzschicht aus Sumpfkalk und sehr feinem Marmormehl überzogen. Noch vor dem Abbinden wird dieser Auftrag mit pigmentversetzter Essigsäure behandelt, die Oberfläche anschließend poliert.

Marmorkuchen: Die in der → Scagliola (Technik) verwendete Knetmasse.

Marschhufendorf: Ein namensgemäß in Marschgebieten zu findender Dorftyp, den zwei Merkmale kennzeichnen: 1. Einzeilig oder beiderseits einer Leitlinie (Graben, Straße) gereihte, freistehende Einzelhöfe. 2. Eine Flur, die von Äckern gebildet wird, die sich in straßenabgewandter Richtung als mehr oder minder breiter, langgestreckter Streifen an den jeweiligen Hof anschließen. Das Marschhufendorf ist eine Unterart des → Reihendorfes.

Marschhufensiedlung: Siehe → Marschhufendorf.

Marstall: Eine häufig aus mehreren Gebäuden bzw. Trakten bestehende Pferdestallung einschließlich Bauten, die zum Abstellen, zur Wartung und Reparatur von Fahrzeugen dienten, die von Pferden gezogen wurden (Kutschen usw.). Der Begriff bezieht sich vorrangig auf entsprechende Einrichtungen an Fürstenhöfen bzw. auf großen Adelsgütern. Der Marstall wurde vielfach architektonisch hochwertig bzw. aufwendig gestaltet.

Mars-Tempel: Ein dem antiken römischen Kriegsgott, Mars, geweihter → Tempel.

Marterl: Eine in Bayern und Österreich geläufige Bezeichnung für einen → Bildstock.

Martyria (Architektur): Ein kleines, über einer Grabstätte errichtetes Gebäude, das als Gedächtnisstätte gedacht war.

Maß, lichtes (Bauwesen): Der freie, horizontale oder vertikale Raum von Öffnungen oder zwischen einzelnen Bauteilen (Wände, Deckenunterkante, Fußbodenoberkante). Das lichte Maß wird auch als »Lichte», »Lichtmaß« oder »Öffnungsmaß« bezeichnet.

Maß, lichtes (Ingenieurwesen): 1. Der Innendurchmesser eines → Rohres bzw. einer → Rohrleitung. 2. Die Höhe einer Tunnelröhre.

Maschrabiyya: Aus geschnitzten oder gedrechselten Holzelementen zusammengesetzte Gitterwerke. Diese mit geometrischen Mustern versehenen, in oberen Stockwerken eingefügten Gitter zählen zu den verbreiteten Zier- und Funktionselementen der traditionellen arabischen Architektur. Sie dienen als Sichtschutz, zugleich als Sichtmöglichkeit (sehen, ohne gesehen zu werden) sowie zur Belüftung und Belichtung.

Maschikuli (Wehrbau): Eine in der Außenmauer mittelalterlicher → Burgen und Stadtbefestigungen sowie neuzeitlicher → Festungen ausgesparte Öffnung, die zum Abwurf von Gesteinsbrocken und / oder dem Ausguss von siedendem Öl und Wasser gedacht war. Sie diente dazu, in den toten Winkel des Mauerfußes vorgedrungene Angreifer abzuwehren. Es handelt sich um eine Wurf- oder Gussöffnung, die bei Wehrgängen zwischen zwei Kragsteinen liegt, aber auch an der Unterseite von → Wehrerkern zu finden ist.

Maschinenhaus (Energiewirtschaft): Ein oft als Teil von Industrieanlagen zu findendes, mit Turbinen und Generatoren (früher auch dem Leitstand) bestücktes Kraftwerksgebäude.

Mashrabiya: Siehe → Maschrabiyya.

Maskaron (Architektur, Kunst, Kunsthandwerk): Eine flach dreidimensional ausgeführte, oft ins Groteske spielende Darstellung eines fratzenhaften Gesichts eines Menschen, einer Gottheit oder eines sonstigen Fantasie- bzw. Fabelwesens. Der Maskaron findet sich als Zierelement u. a. über Fenster-, Tor- und Türbögen sowie an Schlusssteinen von Gewölben; besonderer Beliebtheit erfreute sich der auch bei mittelalterlichen und renaissancezeitlichen Gebäuden und Bauwerken häufig auftauchende Schmuck während der in Allegorien schwelgenden Barockzeit. Als reines Zierelement ist der Maskaron nicht mit dem → Neid- bzw. → Schreckkopf gleichzusetzen.

Massenbeton: Ein → Beton, der zur Herstellung »massiger« Bauteile (Brückenpfeiler, Staumauern usw.) herangezogen wird.

Massivbau: Siehe → Massivbauweise.

Massivbaustoff: Ein schwerer Baustoff vergleichsweise hoher Dichte. Zu diesem Kreis zählen → Naturstein, → Backstein, → Ziegel (Dachziegel), → Beton oder → Stahlbeton.

Massivbauweise (baustoffbezogen): Eine Bauweise, die – im Gegensatz zu Holzbau und Leichtbau – auf dem Einsatz sogenannter massiver bzw. schwerer Baustoffe (Backstein, Beton, Stahlbeton usw.) beruht.

Massivbauweise (funktional): Eine Konstruktionsform bei der einzelne raumeinfassende Elemente (Decken, Wände) auch tragende Funktionen erfüllen.

Massivbauwerk: Ein aus massiven bzw. schweren Baustoffen errichtetes → Bauwerk, bei dem (viele) Decken und Wände tragend ausgelegt sind.

Massivgebäude: Siehe → Massivhaus.

Massivhaus: Ein → Gebäude, das aus massiven bzw. schweren Baustoffen (→ Backsteinen usw.) errichtet ist. Kennzeichnend ist weiterhin, dass zahlreiche raumdefinierende Elemente (Außenwände, manche Innenwände) tragende Funktionen erfüllen.

Massivholz: Eine andere Bezeichnung für »Vollholz«. Es handelt sich um ein aus einem Baumstamm herausgearbeitetes, ohne gefügeverändernde chemische oder mechanische Behandlung hergestelltes Holzerzeugnis.

Massivholzparkett: Siehe → Massivparkett.

Massivparkett: Ein aus → Massivholz bestehender Fußbodenbelag, der sich aus zahlreichen rechteckig oder (seltener) quadratisch zugesägten Holzstücken zusammensetzt.

Massivziegel: Eine andere Bezeichnung des Vollziegels. Es handelt sich um einen → Ziegel mit höchstens 15 % volumenbezogenem Lochanteil; eine Lochung ist – sofern vorhanden – senkrecht zur Lagerfläche ausgebildet.

Mast (technisch): Eine (nahezu) senkrecht aufgestellte, an eine Stange oder einen Gitterpfeiler erinnernde Aufhängeeinrichtung, die u. a. zur zeitweiligen oder dauerhaften Befestigung von Segeln, Fahnen oder Stromleitungen dient.

Maßwerk: Eine geometrische, feingliedrige Steinmetzarbeit, die zur flächenhaften Verzierung von Emporen, Fenstern, offenen Wandpartien, Turmhelmen usw. dient. Das Maßwerk ist ein wesentliches gestalterisches Element hoch- und spätgotischer Gebäude und Bauwerke. Sonderformen bilden → Blendmaßwerk und → Schleiermaßwerk.

Maßwerkfenster: Ein mit → Maßwerk versehenes → Fenster.

Maßwerkornament: Ein → Maßwerk oder ein Zierelement eines Maßwerks wie z. B. ein → Pass.

Materla: Eine in Bayern und Österreich geläufige Bezeichnung für einen → Bildstock.

Materle: Siehe → Materla.

Matrikelkarte (historisch, Norddeutschland): Eine von den Schweden zwischen 1692 und 1709 außergewöhnlich systematisch und genau durchgeführte Landeskartierung von deutschen Gebieten, die nach dem Dreißigjährigen Krieg an die schwedische Krone gefallen waren (Vorpommern, Wismar). Das Katasterwerk diente als Besteuerungsgrundlage. Erforderlich wurde die Vermessung, weil ältere Vorläufer zu ungenau waren und viele abgabenfrei geführte Ländereien nicht erfasst waren. Das Kartenwerk liefert u. a. umfassende Daten über den damaligen Gebäudebestand.

Mattes Wetter (Bergbau): Ein untertägiges Luftgemisch mit erhöhter bzw. hoher Konzentration erstickender Gase.