Immobilienwirtschaftliches Glossar

1 / 9 - A - Abd - Abg - Abs - Abw - Ai - Alte - Angel - Ap - Are - Ass - Aus - Av - B - Bar - Bau - Bauh - Baul - Baus - Baustoff - Be - Ben - Betonf - Bin - Bo - Boh - Bre - Bur - C - Ci - D - Dar - Dep - Do - Dre - E - Eink - Ek - Er - F - Fam - Fer - Fi - Flachm - Fo - For - Fr - Frem - Fro - Funk - G - Gas - Gef - Geh - Geschi - Gi - Gr - Gru - Grunds - Grup - H - Hau - He - Ho - Holz - Hoteli - Hu - I - Immobilienl - In - Ins - J - K - Kap - Kat - Ke - KG - Kle - Kn - Kon - Kor - Kran - Kry - L - Lai - Lat - Lee - Li - Lo - M - Markt - Mau - Mehr - Mietf - Mis - Mol - Müh - N - Ne - Ni - No - O - Ol - P - Par - Pe - Pfer - Pl - Po - Pr - Pu - Q - R - Raum - Reet - Ren - Ri - Rok - Ru - S - SB - Sche - Schil - Schm -Schu - Se - Sel - Si - So - Sp - Spi - St - Staf - Stan - Stat - Sti - Sto - Strau - Stuhl - Sub - T - Te - Ter - Tief - Tor - Tr - Tri - Tro - Tun - Turm - U - Ug - Un - V - Verbl - Verk - Verm - Vi - Vo - W - Wasser - Wei - Wert - Wi - Wo - Wohnung - Wu - Z - Zi - Zu

Einträge zu Lee – LH

Leerstand: Ein Zustand, in dem eine Immobilie oder eine ihrer abgeschlossenen Einheiten keiner Nutzung unterliegt.

Leerstand, kaschierter: Siehe → Leerstand, verdeckter.

Leerstand, latenter: Ein regelhaft in Flächeneinheiten oder Prozentsätzen gefasster Flächenanteil innerhalb eines Gebäudes oder Marktgebietes, die noch belegt sind, jedoch nicht mehr bzw. absehbar nicht länger benötigt werden, also – wenn möglich – leergezogen werden oder leerfallen.

Leerstand, natürlicher: Eine im Büromarkt relevante Größe. Sie steht für jenen Prozentsatz leerstehender Bestandsflächen, der erforderlich ist, um einen funktionierenden Vermietungsmarkt zu gewährleisten. Es handelt sich gleichsam um Reserveflächen, die in einer ausgeglichenen Marktsituation typische Umzugsaktivitäten, Flächenausweitungen usw. zulassen. Anders ausgedrückt: Es sind Pufferflächen, die notwendig sind, um einen Preisauftrieb infolge Flächenmangels zu vermeiden. Die natürliche Leerstandsquote unterscheidet sich je nach Region bzw. Großraum. In den USA gelten Werte zwischen 8 % und 12 % als durchaus normal, während in Deutschland (noch) rund 3 % als Richtwert angesehen werden.

Leerstand, struktureller (marktgebietsbezogen): Flächenbestände, die infolge einer absolut betrachtet negativen Entwicklung innerhalb eines Marktgebietes oder bedingt durch eine (relative) Positionsverschlechterung innerhalb einer räumlichen Hierarchie als nicht mehr marktgängig bzw. vermietbar einzustufen sind. Korrekterweise sollte von »strukturbedingtem Leerstand« gesprochen werden.

Leerstand, struktureller (objektbezogen): Hierbei handelt es sich um ungenutzte Flächen in Gebäuden, die aufgrund funktionaler und / oder baulicher Überalterung als nicht mehr marktgängig bzw. vermietbar einzustufen sind. Entsprechende Standortgüte vorausgesetzt, können derartige Bestände durch Sanierung oder Restrukturierung in einen vermietungsfähigen Zustand versetzt werden.

Leerstand, verdeckter: Eine ungenutzte Gebäudefläche, deren Zustand durch Maßnahmen verschleiert wird, die eine Belegung durch einen zahlenden Nutzer vorspiegeln. Typisch sind derartige Ansätze in → Einkaufszentren, die mit einem hohen Sockelleerstand zu kämpfen haben; hier bestücken benachbarte Geschäfte häufig die Schaufensterfronten leerstehender Einheiten.

Leerstandsabbau: Ein Begriff, der häufig unbedacht mit einem marktbedingten Leerstandsrückgang in einen Topf geworfen wird. Tatsächlich beschreibt der Begriff aktiv zurückgeführte Leerstände innerhalb eines Gebäudes oder eines durch Vermarktungsaktivitäten gekennzeichneten Raumes (Quartier, Viertel usw.).

Leerstandskosten: Die Summe aller Beträge, die sich mit einem Gebäudeleerstand verbinden. Hierzu zählen u. a. entgangene Mieterlöse sowie jene Kosten, die für die Erhaltung und Sicherung der jeweiligen Immobilie aufzuwenden sind.

Leerstandsmanagement: Der Umgang mit leerstehenden Flächen. Ziel ist es, während der Leerstandsphase anfallende Kosten (Erhaltungsaufwand, Gebäudesicherung usw.) zu minimieren und die Leerstandsdauer durch gerichtete Maßnahmen (Marketing, Renovierung, Sanierung usw.) möglichst kurz zu halten.

Leerstandsquote: Auch »Leerstandsrate«. Der in einer Immobilie oder im Immobilienbestand eines Gebietes zum Stichtag unvermietete bzw. ungenutzte Flächenanteil. Leerstandsquoten beziehen sich auf einzelne Nutzungsarten (Büro, Einzelhandel etc.); sie werden zumeist nach Qualitätsstandards, Größenklassen usw. aufgeschlüsselt.

Leerstandsquote, natürliche: Siehe → Leerstand, natürlicher.

Leerstandsrate: Auch »Leerstandquote«. Der in einer Immobilie oder im Immobilienbestand eines Gebietes zum Stichtag unvermietete bzw. ungenutzte Flächenanteil. Leerstandsquoten beziehen sich auf einzelne Nutzungsarten (Büro, Einzelhandel etc.); sie werden zumeist nach Qualitätsstandards, Größenklassen usw. aufgeschlüsselt.

Leerstandsrate, natürliche: Ein Prozentsatz ungenutzter bzw. unvermieteter Flächen, der ausgeglichene, gut funktionierende Märkte kennzeichnet. Es handelt sich gleichsam um eine Flächenreserve, die Umzugs- und Expansionsaktivitäten bei weitgehend stabilem Mietniveau zulässt. Der Begriff wird insbesondere bezogen auf Büroflächen verwendet. In Deutschland wird die natürliche Leerstandsrate mit 3 % veranschlagt, in den USA je nach Region und Teilmarkt bei 8 – 10 %.

Leerstandsrückführung: Siehe → Leerstandsabbau.

Leerstandsrückgang: Eine Abnahme ungenutzter Flächenanteile in einer → Immobilie oder einem Gebiet. Inhaltlich unterscheidet sich der Begriff vom → Leerstandsabbau dadurch, dass er sich – etwa infolge anziehender Nachfrage – auch ohne gerichtete Aktivitäten vonseiten der Eigentümer und / oder entsprechend ermächtigter Personen vollziehen kann.

Leerstandsverwaltung: Die kaufmännische und mittelbare technische Betreuung von Gebäuden bzw. Gebäudeflächen, die von keinem Nutzer belegt sind; diese Tätigkeit beinhaltet keine zielgerichtet auf eine Vermietung bzw. Nachvermietung abhebenden Maßnahmen.

Leerwohnung (Schweiz): Wohneinheiten (Einfamilienhäuser, Wohnungen usw.), die an Wohnraum zu stellenden Anforderungen genügen, jedoch anhaltend keinen Nutzer finden. Eine Einordnung als »Leerwohnung« setzt voraus, dass jeweilige Einheiten über längere Zeit hinweg zur Vermietung oder zum Verkauf ausgeschrieben sind.

Leerwohnungszählung (Schweiz): Eine statistische Erhebung von Wohneinheiten, die als → Leerwohnungen definiert sind.

Leerwohnungsziffer (Schweiz): Eine vom eidgenössischen Bundesamt für Statistik erfasste, jährlich zum 1. Juni veröffentlichte Größe. Sie bezeichnet den prozentualen Anteil leerstehender → Wohnungen am gesamten Wohnungsbestand auf unterschiedlichen Gebietsebenen (kommunal, kantonal, gesamtstaatlich). Zu den Leerständen zählen ausschließlich bewohnbare Einheiten, die anhaltend zur Vermietung (oder zum Verkauf) ausgeschrieben sind.

LEH (Handel): Der gebräuchliche Kürzel für → »Lebensmitteleinzelhandel«.

Lehen (historisch): Ein mit »leihen« bzw. »Leihe« zusammenhängender Begriff. Er bezeichnet eine Sache – im Regelfall ein Landstück, ein größeres Gebiet, eine Burg oder einen Gutshof – die ein Grundherr als Lehensgeber einem Gefolgsmann (Lehensnehmer) zur Nutzung überließ. Lehen wurden einerseits vergeben, um Treue zu belohnen bzw. auf Treue gründende Beziehungsnetze herzustellen, andererseits, um die vielfältigen, mit der Bewirtschaftung und Verwaltung von Ländereien verbundenen Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Der Lehensnehmer war zu Diensten, Abgaben und / oder Zahlungen verpflichtet. Im Laufe der Zeit entwickelten sich Lehen zu erblichen Rechten.

Lehen, leibfälliges (historisch): Ein Lehen, das mit dem Tod des Lehensinhabers an den Grundherren heimfiel, also ein personengebundenes, auf Lebenszeit vergebenes Lehen. Andere Bezeichnungen sind »Fall-« und »Schupflehen«.

Lehensburg (historisch): Eine gewöhnlich mitsamt umgebenden Ländereien in Form eines → Lehens überlassene → Burg.

Lehensgut (historisch): Ein von einem Grundherrn an einen Vasallen als → Lehen übergebener landwirtschaftlicher Großbetrieb.

Lehm: Ein durch Verwitterung oder Ablagerung entstehendes Gemisch aus Schluff, Sand und Ton. Lehm ist das älteste im Baubereich verwendete Bindemittel und – neben Holz – der früheste eigenständig genutzte Baustoff der Menschheitsgeschichte.

Lehmbewurf: Ein Wandbelag, der durch einen händischen Bewurf mit→ Lehm entsteht. Lehmbewurf findet sich verbreitet bei Fachwerkhäusern. Als Bewurfträger dienen in den → Gefachen befestigte Flechtwerke.

Lehmgrube: Eine → Tagebau, in dem Lehm abgebaut wird.

Lehmputz: Ein → Mörtel aus → Lehm, der als Belag (Putz) von Innen- und Außenwänden verwendet wird.

Lehmstampfbauweise: Eine Massivbautechnik, die auf der Nutzung eines Gemisches aus Schluff, Sand, Ton und / oder Schotter beruht. Sie gründet auf der schichtweisen Einbringung von erdfeuchtem Lehm in eine Schalung und der anschließend durch Stampfen erzielten Verdichtung der Füllung.

Lehmziegel: Ein bereits in frühen Zeiten verwendetes, vorgefertigtes, regelhaft rechteckiges, luftgetrocknetes Bauelement.

Lehmziegelbauweise: Ein Verfahren bzw. Ansatz zur Herstellung von → Gebäuden, dessen Primärbaustoff → Lehmziegeln darstellen.

Lehrbogen: Der Bogenteil eines → Lehrgerüsts.

Lehrgerüst: Eine aus Lehrbogen und stützendem Unterbau bestehende Konstruktion, die das Mauern von Bögen und Gewölben unterstützt, heute jedoch zumeist beim Bau von Betonbrücken zum Einsatz kommt. Traditionell wurden Bögen bzw. Gewölbe auf Grundlage eines Lehrgerüsts gemauert, das entfernt wurde, sobald eine notwendige Stabilität erreicht war. Abhängig von der vorgesehenen Bogen- oder Gewölbeform werden Lehrgerüste halbrund, segment- oder spitzbogenförmig ausgelegt.

Lehrgerüst, gesprengtes: Ein Konstruktionstyp, bei dem die tragenden Elemente des Lehrbogens auf den Bogenfundamenten ruhen. Die Bogenspanne wird somit frei überbrückt.

Lehrgerüst, stehendes: Ein → Lehrgerüst, dessen Lehrbogen über die gesamte Spannweite hin aufgeständert ist.

Leibfälliges Lehen (historisch): Ein bei Tod des Lehensinhabers an den Grundherren heimfallendes Lehen, also ein personengebundenes, auf Lebenszeit vergebenes Lehen. Andere Bezeichnungen sind »Fall-« und »Schupflehen«.

Leibgedinge (historisch): Ein auf Lebenszeit zur Nutznießung übertragenes Gut wie eine Ackerfläche, ein Haus, Hof oder eine Werkstatt. Der Begriff bezeichnet auch für die Überlassung fällige Geldbeträge oder Naturalleistungen sowie den zugrundeliegenden Nutzungsüberlassungsvertrag. Im ehelichen Güterrecht stand die Bezeichnung für ein lebenslanges Gebrauchsrecht eines überlebenden Partners an bestimmten Gegenständen bzw. Gütern.

Leibstuhl: Ein im 18. Jahrhundert aufgekommener, zunächst in Adelskreisen genutzter Stuhl mit integriertem Nachttopf. Kurz: ein Eimerklosett, auch »Nachtstuhl« genannt.

Leibung: 1. Die einer Wandöffnung (Fenster, Tür) zugewandte innere Mauerfläche. 2. Bei Bögen und Gewölben die gekrümmte Innenfläche. Eine andere Schreibweise ist »Laibung«.

Leibungsanschlussprofil: Eine Anputzleiste bzw. ein Putzprofil für Leibungsanschlüsse von Türen und Fenstern.

Leibungsdämmung (gegenständlich): Verbaute Stoffe bzw. eine Konstruktion, die dazu dient, seitliche Mauer- bzw. Wandflächen von Wandöffnungen (Fenster, Türen) gegen unerwünschte Effekte abzuschirmen. Stichworte: Wärmedämmung, Schallschutz.

Leibungsstein (Ziegel): Ein → Anschlagziegel, ein (angenähert) L-förmiger Ziegel zur Herstellung einer Fester- oder Türlaibung.

Leibungsziegel: Siehe → Leibungsstein (Ziegel).

Leichenacker: Antiquierte Bezeichnung für einen → Friedhof.

Leichenhalle: Gebäude, Gebäudetrakt oder Raum, in dem die Körper Verstorbener – in wohlhabenden Ländern unter Einsatz von Kühlsystemen – vor ihrer Bestattung aufbewahrt werden.

Leichenhof: Überholte Bezeichnung für einen → Friedhof.

Leichtflüssigkeitsabscheider: Anlage zur Abwasserreinigung, die im Wesentlichen aus einem mit einer Tauchwand versehenen Becken besteht, in dem aufschwimmendes Öl (Benzin usw.) vom Wasser abgeschieden wird.

Leichtlehm: Ein seit vorgeschichtlicher Zeit als Baustoff verwendeter, mit leichten mineralischen oder organischen → Zuschlägen versetzter bzw. gemischter → Lehm.

Leichtlochziegel: Senkrecht zur Auflagerfläche gelochter → Backstein bzw. Mauerziegel mit einer Rohdichte von höchstens 1 kg je Kubikdezimeter. Eingesetzt werden diese Ziegel vorwiegend zur Herstellung von Mauerwerk, das durch Verblendung oder Verputz vor Witterungseinflüssen geschützt wird und keiner hohen Frostbeständigkeit bedarf.

Leichtputz: Siehe → Leichtputzmörtel.

Leichtputzmörtel: Ein Putzmörtel mit einer Trockenrohdichte von höchstens 1.300 kg pro Kubikmeter. Leichtputze eignen sich besonders zum Verputzen wärmedämmender Wandbaustoffe. Unterschieden werden Typen I und II. Hier wesentliche Kenndaten: Druckfestigkeitsklasse: CS II / CS I oder CS II. Elastizitätsmodul: 2.500 – 5.000 / 1.000 – 3.000 N / Quadratmillimeter. Trockenrohdichte: 1.000 – 1.300 / 600 – 1.200 kg / Kubikmeter.

Leichtverdichtender Beton (LVB): Ein Beton, dessen Verdichtung nur geringer Rüttelenergie bedarf. Der Zusatz »leichtverdichtend« ist mit Konsistenzklassen F5 und F6 verbunden, die einen hohen Mehlkorngehalt aufweisen.

Leichtzuschlag (Betonbau): Sammelbezeichnung für → Zuschlagstoffe mit einer Rohdichte unter 2.200 kg pro Kubikmeter. Entsprechende natürliche Stoffe sind u. a. Bims, oder Lavasand, zu den künstlichen zählen Blähton und Hüttenbims.

Leichtzuschlagstoff: Leichtzuschlag (Betonbau).

Leihamt: Ein von staatlicher oder kommunaler Seite betriebenes → Pfandhaus bzw. → Leihhaus.

Leihhaus: Ein Gebäude oder Ladenlokal, in dem Wertsachen, gegen Auszahlung eines Teilwertes bei einem gewerblichen Betreiber hinterlegt bzw. verpfändet werden, um vom jeweiligen Eigentümer später ausgelöst oder an Dritte veräußert zu werden.

Leimfarbe: Ein Anstrichmittel, bei dem in Wasser gelöster Leim als Bindemittel fungiert.

Leimholz: Eine früher gebräuchliche Bezeichnung für → »Brettschichtholz«.

Leipziger Treppe: Eine Wechselstufentreppe, deren im Grundriss dreieckig zugeschnittene Trittstufen so gegeneinander versetzt sind, dass die Spitzen aufeinanderfolgender Stufen abwechselnd nach rechts und links weisen.

Leitertreppe: Eine Sammelbezeichnung für gewöhnlich 50 – 70 cm breite → Treppen, deren Steigung entlang der Lauflinie die Tiefe des Auftritts übersteigt und eine Steigung von mehr als 45 bis zu 75 Grad aufweist. In Deutschland dürfen Leitertreppen lediglich als als Zugang zu Räumen genutzte werden, die keinem (längeren) Aufenthalt dienen.

Leitung (Elektrik): → Litzen oder Drähte, die zur Stromübertragung dienen. In Gebäuden bzw. im Untergrund verlegte Leitungen sind regelhaft mit einem Mantel aus isolierendem Material versehen, stellen also → Kabel dar; bei Freileitungen wirkt die Umgebungsluft als Isolatormedium.

Leitung (Nachrichtentechnik): Ein aus Drähten oder Glasfaserkabeln bestehender Übertragungsweg, der – mit entsprechenden Zusatzgeräten verbunden – zur Übermittlung von Bildern, Text und / oder Tönen dient.

Leitung (Stofftransport): Ein → Rohr bzw. Rohrsystem, das zum Transport von Flüssigkeiten, Gasen oder pumpfähigen Feststoffen dient.

Leitungsführung (Hochspannungsleitung usw.): Die Festlegung des Verlaufs einer Leitung durch ein Gelände bzw. einen (weiten) Raum.

Leitungsgebrechen: Ein österreichischer Begriff für »Leitungsschaden«.

Leitungskanal (Elektrik): Ein konstruktiver Leerraum bzw. eine Aussparung in Wand, Decke oder Boden zur Verlegung elektrischer Kabel bzw. Leitungen.

Leitungskanal (für Rohre): Ein konstruktiver Leerraum bzw. eine Aussparung in Erdreich, Fußboden, Decke oder Mauer, der zur Verlegung von Ver- und Entsorgungsrohren (Gas, Wasser) dient.

Leitungsrecht: Ein beschränktes dingliches Recht am Grundstück eines Dritten, das dem Rechteinhaber gestattet, auf dem betroffenen Grundstück eine bzw. mehrere Ver- und Entsorgungsleitungen zu verlegen und zu betreiben. Aus Sicht des Eigentümers des betroffenen Grundstücks (= dienendes Grundstück) handelt es sich um eine Belastung, die zumeist in Form einer Grunddienstbarkeit in das Grundbuch eingetragen ist. In diesem Fall sind Leitungsrechte Bestandteil des Grundstücks des Berechtigten (= herrschendes Grundstück); sie bleiben somit auch im Fall eines Eigentumsübergangs bestehen.

Leitungstrasse (Hochspannungsleitung usw.): Der Verlauf bzw. die Führung einer Leitung.

Leitungstrassierung (Hochspannungsleitung usw.): Die Festlegung des Verlaufs bzw. der Geländeführung einer Leitung.

Leitungsverlegung (Elektrik): Die Herstellung des Leitungsteils von Elektroinstallationen. Zu unterscheiden sind die Unterputzverlegung und die Aufputzverlegung bzw. die sichtbare Verlegung auf einer unverputzten Mauer.

Leporello: Scharnierrahmen eines auch »Spanische Wand« oder »Paravent« genannten → Wandschirms.

Leprosorium (historisc): Ein speziell für (mutmaßlich) an Lepra Erkrankte errichtetes → Siechenhaus.

Lesene: Eine wenig gebräuchliche Schreibweise von → »Lisene«.

Lesestein: Ein verwitterungsbedingt vom Anstehenden gelöster Stein bzw. Steinblock, der sich in (bearbeitungstechnisch) störender Weise auf einer Weide, Wiese oder einem Feld befindet und deshalb aufgesammelt wurde bzw. wird. Lesesteine dien(t)en verbreitet als Baustoff.

Lesesteinmauer: Ein regelhaft in Trockenbauweise hochgezogene → Mauer aus → Lesesteinen. Diese Mauern finden sich verbreitet entlang von Feld- und Weidegrenzen.

Letter of Intent (Verhandlungs- / Vertragswesen): Eine Absichtserklärung, die in rechtlich bindender, aber auch weitgehend unverbindlicher Form vorkommen kann. Der LoI ist in Zusammenhang mit Immobiliengeschäften weit verbreitet.

Lettner: Eine vor allem in spätromanischen und gotischen Dom-, Kloster- und Stiftskirchen zu findende, aus Holz oder Stein gefertigte Barriere, welche dem Klerus vorbehaltene Kirchenbereiche von jenen trennte, die Laien gewidmet waren.

Letze (historisch, Befestigung): Eine zumeist mit Wall und Graben versehene Grenzbefestigung bzw. eine befestigte, grenznahe Siedlung im Sinne einer Landwehr.

Letze (historisch, Stadtverteidigung): Ein Mauer- bzw. Verteidigungsabschnitt einer Stadtbefestigung, dessen Bewachung und Verteidigung einem bestimmten Teil der Bürgerschaft zugewiesen war.

Leuchtturm: Ein oben mit einem Leuchtfeuer bzw. einer Lichtsignalanlage bestückter → Turm. Leuchttürme kommen überwiegend an Meeresküsten vor, können jedoch auch an Binnengewässern (Seen usw.) genutzt werden. Diese Türme unterstützen die Navigation von Wasserfahrzeugen; sie dienen u. a. als Warneinrichtungen (vor Untiefen usw.).

Leugenstein (Römisches Reich): Funktional eine Entsprechung des → Miliarium, also eines Meilensteins in Säulenform, der an (vielen) Römerstraßen Entfernungen und Orte auswies. Die Distanzangaben sind jedoch nicht meilenbasiert angegeben, sondern beruhen auf der Leuge (ca. 2,2 Kilometer). Leugensteine kamen unter Trajan auf; sie wurden in Gallien und besetzten Teilen Germanien aufgestellt.

Leverage (Kapitalstruktur): Der englische bzw. amerikanische Begriff bedeutet »Hebel», »Fremdfinanzierungsgrad», »Fremdkapitalaufnahme», »Verschuldungsgrad«. U. a. im Rahmen von Immobilienfinanzierungen wird vielfach versucht, die Eigenkapitalrendite durch Einsatz günstig aufgenommenen Fremdkapitals zu »hebeln», also zu steigern. Vertiefend siehe → Leverage-Effekt.

Leverage-Effekt (Kapitalstruktur): Eine Hebelwirkung, die bei einer Investition eingesetztes → Fremdkapital auf die Verzinsung bzw. Rentabilität eingebrachten → Eigenkapitals ausübt. Konkret: Die Eigenkapitalrendite wird gesteigert, wenn Fremdkapital zu einem Zinssatz aufgenommen werden kann, der dauerhaft niedriger liegt als die Gesamtrentabilität der jeweiligen Investition. Ein hoher Verschuldungsgrad macht Investitionen riskanter, da sich u. U. bereits geringe Erhöhungen der Fremdkapitalzinsen und / oder eine leicht sinkende Gesamtrentabilität in eine negative Eigenkapitalverzinsung übersetzen können. Allgemein hohe Fremdkapitalquoten – kennzeichnend für sich aufbauende Marktblasen – führten mehrfach zu Verwerfungen im Immobiliensektor. Beispielsweise in den USA bedingten günstige Kreditzinsen in Verbindung mit Fremdkapitalfinanzierungen von teils über 100 % (!), dass massenhaft → Einfamilienhäuser erworben wurden, die sich jeweilige Käufer an sich nicht leisten konnten.

LH (Heiz- / Lüftungstechnik): Kürzel für → »Lufterhitzer«.

LHC (Forschungseinrichtung): Das Kürzel für → »Large Hadron Collider», den mit einem annähernd 27 km langen Ringtunnel ausgestatteten Teilchenbeschleuniger, dessen zentrale Einrichtungen sich im Kanton Genf (Schweiz) befinden.