Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Lat – Lebv

Lateibrett: Eine hölzerne Innenfensterbank.

Latenter Leerstand: Ein regelhaft in Flächeneinheiten oder Prozentsätzen gefasster Flächenanteil innerhalb eines Gebäudes oder Marktgebietes, die noch belegt sind, jedoch nicht mehr bzw. absehbar nicht länger benötigt werden, also – wenn möglich – leergezogen werden oder bei Vertragsauslauf oder Mieterinsolvenz leerfallen.

Laterne (Architektur): Ein türmchenartiger Aufsatz mit kreisförmigem oder mehreckigem Grundriss, der eine Kuppel, eine Dachhaube oder ein Gewölbe krönt. Insbesondere bei Renaissancekirchen Süddeutschlands und Österreichs finden sich Laternen als Elemente der → Welschen Haube.

Laternenturm: Eine von innen bzw. unten sichtoffene, turmartige, mit Fensteröffnungen versehene Überhöhung des Vierungsraumes eines Kirchenbauwerks. Laternentürme sind quadratisch oder polygonal ausgeformt.

Laube (Architektur): Siehe → Laubengang.

Laube (Balkon / Gang): In der deutschsprachigen Schweiz sowie in süddeutschen und westösterreichischen Gegenden eine Bezeichnung für einen balkonartigen Erschließungsgang an bäuerlichen Häusern.

Laube (Gartengebäude): Ein kleines, seitlich offenes, zumeist aus Holzbalken oder Latten errichtetes Gartenhaus bzw. ein Pavillon. Vielfach besitzt es gitterartige Einfassungen, die (auch) zur Berankung dienen.

Laubengang (Architektur): Ein seitlich offener, in den Baukörper einbezogener, von einem Geländer oder einer Brüstung gesicherter Gang. Regelhaft dient er der Erschließung mehrerer Nutzungseinheiten. Eine Spielart des Laubenganges ist der → Arkaden- bzw. → Bogengang.

Laubenkolonie: Andere Bezeichnung für eine → Kleingartensiedlung.

Laubhauer (historisch): Überwiegend im Kirchenbau eingesetzter → Steinmetz, der auf die Schaffung verzierender Blattwerke an Kapitellen und Fassaden spezialisiert war. Die Entlohnung übertraf jene gewöhnlicher Steinmetze.

Laubwerk (Ornamentierung): Blätter bzw. Laub nachbildender Gebäude- oder Möbelschmuck; er findet sich u. a. als Zier an Fassaden oder Kapitellen.

Lauf (Treppe): Der aus aufeinanderfolgenden Trittstufen bestehende Teil einer → Treppe.

Laufbrunnen: Einrichtung zur stetigen Wasserförderung, der das Wasser einer im Gelände über ihr gefassten Quelle über eine Leitung zugeführt wird.

Laufender Hund: Fries bzw. Ornamentband, das eine wellenartige Abwandlung des typischerweise orthogonalen → Mäanders darstellt. Im Detail kennzeichnend ist, dass die Wellen eingerollt sind, sodass es wirkt, als würden sie sich überschlagen.

Läufer (Mauerstein): Ein in Richtung der Mauerflucht mit seiner Längsseite vermauerter Baustein.

Läuferschar (Mauerwerk): Eine Lage von → Läufern.

Läuferschicht (Mauerwerk): Eine Lage von → Läufern.

Läuferverband (Mauerwerk): Mauerwerksverband, bei dem einzelne, um jeweils ihre halbe Länge gegeneinander versetzte Bausteine in Längsrichtung gesetzt werden. Bei einzelnen Mauern wird die jeweils zweite Lage am Ende mit einem Halbstein abgeschlossen.

Läuferverband, mittiger (Mauerwerk): Der Normalfall des → Läuferverbandes, bei dem die Steine (Läufer) aufeinanderfolgender Lagen einander jeweils mit ihrer halben Länge überdecken.

Läuferverband, schleppender (Mauerwerk): Modifizierter → Läuferverband, bei dem die Steine aufeinanderfolgender Lagen jeweils um ein Viertel ihrer Länge gegeneinander versetzt sind.

Laufkundschaft: In Bezug auf Einzelhandelsbetriebe, Gastronomie- und Dienstleistungseinrichtungen usw. jener Kundenanteil, der die entsprechende Einheit nicht gezielt bzw. geplantermaßen aufsucht, sondern sie spontan betritt. Im weiteren Sinn bezeichnet der Begriff auch jene Kunden, die nicht zum Kreis der Stammkunden zählen.

Lauflage: Ein zu üblichen Öffnungszeiten ansässiger Handels- und / oder Gastronomiebetriebe von dichten Passantenströmen gekennzeichneter Nutzungsbereich. Diese Lagen bieten ausgezeichnete Umsatzaussichten, weshalb hier örtliche Spitzenmieten und höchste Immobilienkaufpreise erzielt werden.

Laufmeile (Einzelhandel): Eine Bezeichnung für eine außerordentlich stark frequentierte Einzelhandelslage. Sie ist identisch mit der »Konsumlage« bzw. der Kernlage des innenstädtischen Einzelhandels. Es handelt sich um eine überwiegend von Betrieben mit Angebotsschwerpunkt im mittleren Qualitätssegment geprägte Einzelhandelslage, deren Branchenspektrum vor allem Angebote aus dem Bereich mittelfristiger Bedarfsgüter (Bekleidung, Schuhe) tragen.

Laufplatte (Treppe): Eine tragende Stahlbetonplatte, auf die Stufen aufbetoniert oder vorgefertigte Betonstufen aufgesetzt werden.

Laufplattentreppen: Eine → Treppe, deren Grundstruktur aus einer schrägen Stahlbetonplatte und aufbetonierten Stufen oder aufgesetzten Betonfertigteilen besteht. Laufplattentreppen sind nicht zuletzt aufgrund eines entscheidenden Vorteils weit verbreitet: sie sind bereits im frühen Rohbaustadium nutzbar, erleichtern also die Bewegung von Arbeitern und den Materialtransport.

Lavoir: Ein Waschbecken. In Deutschland wird der Begriff kaum noch genutzt, in Österreich durchaus.

Lawinengalerie (Verkehrswesen): Eine zur Talseite hin weitgehend offene Einhausung eines Verkehrsweges (Straße, Schienenweg), die zum Schutz vor Lawinen dient. Optisch stellt sich das Bauwerk als einseitig offener bzw. natürlich belichteter Tunnel dar.

LBO (Baurecht, Deutschland): Das Kürzel für »Landesbauordnung«.

LDZ (Logistik): Kürzel für »Logistisches Dienstleistungszentrum«. Eine Ansammlung dienstleistungsorientierter Betriebe, die keine physischen Transport- bzw. Lageraufgaben wahrnehmen, wohl aber derartige Prozesse begleiten. Stellvertretend seien Beratungsunternehmen, Versicherer oder logistische Mittler angeführt. Es handelt sich um bürogebundene Tätigkeiten. Mit Blick auf die angestrebte Nutzung von Verbundvorteilen sind viele LDZ nahe bzw. inmitten massierter Transport- und Lagerunternehmen angesiedelt. LDZ sind fester Bestandteil von → Güterverkehrszentren.

Lead Investor: Ein 1 : 1 in die deutsche Finanzsprache übernommener Anglizismus. Er bezieht sich auf ein Geschäft, an dem sich mehrere → Investoren gemeinsam beteiligen. Übernimmt einer von ihnen die Ablaufsteuerung im Rahmen der angestrebten Transaktion, übernimmt er gleichsam die Führung. Daher rührt der Begriff »Lead Investor«.

Leasing: Eine als Finanzierungsvariante genutzte Art der Nutzungsüberlassung. Konkret: Eine Vertragspartei – der Leasinggeber – erwirbt und finanziert ein Objekt und überlässt es der zweiten Vertragspartei – dem Leasingnehmer – gegen Zahlung eines Entgelts zur Nutzung.

Leasinggeber: Jene Partei einer Leasingvereinbarung, die ein Objekt erwirbt und finanziert und dieses dem Vertragspartner gegen Vereinnahmung eines vereinbarten Entgeltes über eine vertraglich geregelte Nutzungsdauer hin überlässt.

Leasingimmobilie: Eine Immobilie, deren Nutzung in eine Leasingstruktur gefasst ist. Siehe → Immobilienleasing.

Leasingnehmer: Jene Partei einer Leasingvereinbarung, der ein vom → Leasinggeber erworbenes und finanziertes Objekt gegen Entrichtung eines vereinbarten Entgeltes über eine vertraglich geregelte Zeitspanne zur Nutzung überlassen wird.

Leasingobjekt (Immobilie): Siehe → Immobilienleasing.

Lebender Zaun: Eine Bezeichnung für eine von Pflanzen gebildete Abgrenzung bzw. Einfriedung mit der Funktion eines → Zauns. Lebende Zäune können durch Ansatz von Hecken, Büschen, Weidenstecklingen usw. ausgebildet werden.

Lebensmitteldiscounter: Allgemein ein preisaggressiv auftretender Lebensmittelanbieter mit stark eingeschränktem Sortiment an schnelldrehenden Artikeln und Verkaufsflächen, die sich zumeist in Bandbreiten zwischen 250 qm und 800 qm bewegen.

Lebensmittel-Discounter: Siehe → Lebensmitteldiscounter.

Lebensmitteldiskonter: Siehe → Lebensmitteldiscounter.

Lebensmittel-Diskonter: Siehe → Lebensmitteldiskonter.

Lebensmittelgeschäft: Eine kleinflächige, auf den Vertrieb von Nahrungsmitteln spezialisierte Ladeneinheit.

Lebensmittel-Hard-Discounter: SB-Geschäft mit gemessen an → Supermärkten sehr niedrigem Preisniveau und stark eingeschränktem Sortiment von Schnelldrehern. Der Schwerpunkt liegt auf Eigenmarken.

Lebensmittelladen: Siehe → Lebensmittelgeschäft.

Lebensmittelmarkt (Betriebsart): Ein auf den Vertrieb von Nahrungs- und Genussmitteln spezialisierter, auf mittleren bis großen Flächen aktiver Einzelhandelsbetrieb, der üblicherweise einem Selbstbedienungskonzept folgt.

Lebensmittel-SB-Geschäft: Auf Lebensmittel in Selbstbedienung spezialisierter Einzelhandelsbetrieb mit weniger als 200 qm Verkaufsfläche.

Lebensmittel-SB-Markt: Lebensmittelgeschäft mit einer Verkaufsfläche zwischen 200 qm und 400 qm, das auch Frischwaren und kleinere Sortimente des Non-Food-Bereichs in Selbstbedienung vertreibt.

Lebensmittel-Soft-Discounter: Preislich und hinsichtlich der geführten Artikelanzahl zwischen → Hard-Discounter und → Supermarkt angesiedelter Betrieb. Soft-Discounter bieten zumeist 2.000 – 2.500 Artikel an; sie sind teils um Bäcker und Metzger ergänzt. Der Sortimentsschwerpunkt liegt auf Markenartikeln. Softdiscounter beziehen die Masse ihrer Kundschaft aus dem Nahbereich.

Lebenszyklus (immobilienbezogen): Der »Werdegang« einer Immobilie bzw. ihre von mehreren Stadien geprägte Geschichte. Unterscheiden lassen sich drei Hauptphasen: 1. Entstehungsphase, bestehend aus Planungs- und Realisierungsphase. 2. Nutzungsphase; der im Lebenszyklus regelhaft längste Zeitraum kann Modernisierungs-, Sanierungs- und Repositionierungsabschnitte beinhalten. 3. Endphase (dauerhafter Leerstand oder Abriss). Ein zwischenzeitlicher Verkauf kann als Verwertungsphase bezeichnet werden, ist jedoch nicht als Teil des Lebenszyklus' zu begreifen, da eine Veräußerung in jedem Stadium möglich ist.