Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu L – Lah

L (Elektrik): Das Kurzzeichen für → »Außenleiter«.

Laaser Marmor: Ein frostharter, tausalzresistenter, im Vinschgau (Südtirol) gebrochener Marmor. Laaser Marmor wurde insbesondere zur Herstellung von Denkmälern, Reliefs und prunkvollen Fassaden(elementen) herangezogen; heute wird er vorwiegend zu Fußbodenbelägen und Fassadenplatten verarbeitet.

Labrador Blau (Gestein): Ein norwegischer, bläulich schillernder Plutonit mit grobkörniger Struktur. Er steht zwischen Syeniten und Monzoniten. Abgebaut wird das Gestein in Tvedalen nahe Larvikit; es wird zur Herstellung dekorativer Gegenstände (Tischplatten usw.) sowie im Innenausbau (Wandverkleidungen usw.) verwendet.

Labrador Blue Pearl (Gestein): Ein Handelsname von → Labrador Blau.

Labrador hell (Gestein): Siehe → Labrador Blau.

Labyrinth (Bauwerk): Ein unter- oder oberirdisch, im Freien oder Gebäudeinneren erbautes Gangsystem, das von verschlungenen, u. U. blind endenden oder schleifenartig ausgelegten Wegen gekennzeichnet ist, die kreuzungsfrei oder unter Einschaltung von Kreuzungspunkten angelegt sind. Der Weg zum Mittelpunkt wird also vorsätzlich verschleiert bzw. mit zahlreichen Verirrungsmöglichkeiten versehen.

Labyrinth (Gartenarchitektur): Ein als Irrgarten konzipierter Teil einer Park- oder Gartenanlage, der von hohen Hecken und Wegen gebildet wird. Kennzeichnend ist, dass zahlreiche verschlungene, teils blind endende oder als Schleifen ausgeführte Wege vorliegen, sodass der Weg zum Mittelpunkt der Anlage (für Erstbesucher) schwer zu finden ist.

Labyrinthgarten: Siehe → Labyrinth (Gartenarchitektur).

Labyrinthziegel: Ein vom österreichischen Architekten Anton Brenner (Junior) Anfang der 1980er Jahre entwickelter → Mauerziegel. Der quadratische Ziegel besitzt ein Lochbild, das aus rechtwinkligen, ineinander verschränkten Hohlräumen in Doppel-T-Form besteht, woraus sich das Muster eines »klassischen« Labyrinths ergibt. U. a. aufgrund schwieriger Herstellung ist der Ziegel als Studie bzw. Modell aufzufassen.

Lachsteingeld (historisch, Bergbau): Eine Gebühr, die ein Landvermesser für das Setzen von Grenzsteinen erhob.

Lack: Ein zumeist flüssiger, teils pulverförmiger, infolge chemischer und / oder physikalischer Prozesse filmbildender Beschichtungsstoff. Eingesetzt werden Lacke u. a., um korrosive Prozesse zu unterbinden; durch zugegebene Pigmente erlangen Lacke eine vielfältig genutzte optische Wirksamkeit.

Laconium: Ein in Nischenform oder rundräumig angelegtes Dampf- bzw. Schwitzbad antiker Badeanlagen, das im Zentrum ein flaches Wasserbecken aufwies.

Laden (Einzelhandel): Eine räumlich erkennbar eigenständige Einheit, die zum Zweck des Abverkaufs von Waren an private Endverbraucher dient. Eine andere Bezeichnung ist »Geschäft«. Der Ladenbegriff wird umgangssprachlich häufig abwertend verwendet.

Laden (Fenster): Eine zumeist von zwei horizontal beweglichen Flügeln gebildete Einheit, die regelhaft an einer Fassade unmittelbar neben einer Fensteröffnung montiert ist bzw. wird. Der Laden dient dazu, das jeweilige Fenster vor womöglich schädigenden Wetterereignissen (Hagel, Regen, Sturm) zu schützen oder unerwünschten Lichteinfall zu vermeiden bzw. abzumildern.

Ladenband: Eine zeilenartig entwickelte bzw. lineare Abfolge kleinerer, dem → Einzelhandel und / oder dem → Ladenhandwerk angehörender Betriebe.

Ladenbau (Geschäft, prozessual): Die auf betrieblichen Erfordernissen und konzeptionellen Leitvorstellungen beruhende Gestaltung bzw. Einrichtung eines Einzelhandelsgeschäftes oder Ladenhandwerksbetriebes. Der Begriff »Geschäft« umfasst sämtliche Flächenformate.

Ladenbauer (Geschäftsausstattung): Eine auf den → Ladenbau spezialisierte Fachkraft, aber auch die Kurzbezeichnung für ein Ladenbauunternehmen.

Ladencluster: Eine kleinere Ansammlung von Geschäften des Einzelhandels und Ladenhandwerks.

Ladeneinheit: Siehe → Laden (Einzelhandel).

Ladengeschäft: Eine angestaubte Bezeichnung für eine Kunden zugängliche, einzelhandelsgenutzte räumliche Einheit.

Ladengeschäftszeile: Eine bandartige Abfolge von → Einzelhandelsgeschäften und eventuell eingestreuten Betrieben des → Ladenhandwerks.

Ladengrundriss: Die Form der Grundfläche eines Ladens bzw. Geschäftes. Der Begriff kann rein auf Verkaufsflächen bzw. Verkaufsräume bezogen werden, deren Zuschnitt über die gestalterischen Möglichkeiten und letztlich die erzielbaren Umsätze entscheidet. Grundsätzlich sind jedoch Lager-, Sozial- und Verwaltungsflächen zu berücksichtigen.

Ladenhandwerk: Spezialisierte Einzelhandelsbetriebe mit Handwerkshintergrund wie Bäckereien, Konditoreien und Metzgereien. Zunehmend werden die Betriebe in Form reiner Verkaufsoutlets geführt, also von ladenfernen Produktionsstätten aus beliefert.

Ladenhandwerksbetrieb: Siehe → Ladenhandwerk.

Ladeninventar (Allgemeinverständnis): Die Gesamtheit aller Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände eines Geschäftes.

Ladenkette: Eine Filialkette, deren Geschäfte Flächenformate vergleichsweise geringer Größe aufweisen.

Ladenlokal: Eine Kunden zugängliche, einzelhandelsgenutzte räumliche Einheit. Kurz: ein Laden bzw. ein Geschäft.

Ladenpassage (Einzelhandel): Ein baulicher Komplex, der eine Verbindung zwischen zwei oder mehreren ansonsten getrennten Lagen bildet und gewöhnlich mit Einzelhandelsbetrieben kleinen und mittleren Flächenformats besetzt ist. Passagen sind auf hochfrequentierte Pole angewiesen, um ansässigen Betrieben auskömmliche Grundlagen bieten zu können.

Ladensterben: Eine umgangssprachliche Bezeichnung für massenhaft auftretende Aufgaben von Einzelhandelsbetrieben bzw. eine Schließungswelle.

Ladenstraße: Eine gebräuchliche Bezeichnung für einen vorwiegend von Einzelhandelsbetrieben flankierten Laufweg innerhalb eines → Einkaufszentrums. Im Fachjargon wird häufig von → »Mall« gesprochen – ein Begriff, der in den USA ein größeres geschlossenes Einkaufszentrum bezeichnet.

Ladenzeile: Eine bandartige Abfolge von → Einzelhandelsgeschäften und eventuell eingestreuten Betrieben des → Ladenhandwerks.

Ladenzone: Ein der → Kassenzone großer bzw. großflächiger, Verkaufseinheit vorgelagerter Bereich, der mit kleineren Einzelhandels- und (handwerksnahen) Dienstleistungsbetrieben besetzt ist. Shop-Zonen sind typisch für → Verbrauchermärkte und → SB-Warenhäuser. In aller Regel generiert der Großflächenbetreiber über entsprechende Untervermietungen Zusatzerträge. Er fungiert als Frequenzbringer für die kleineren Einheiten.

Ladenzuschnitt: Der Grundriss eines Ladens bzw. Geschäftes. Vertiefend siehe → Ladengrundriss.

Lage (funktional): Ein verbreitet, ohne präzisierendes Beiwort jedoch fälschlich mit »Standort« gleichgesetzter Begriff. Grundsätzlich lässt sich eine Lage als Abfolge bzw. Verbund einzelner Grundstücke bzw. Standorte definieren, die hinsichtlich ihrer Nutzungseignung und tatsächlichen Nutzung derart ähnlich sind, dass sie als funktionale bzw. funktionsräumliche Einheit fungieren und als solche wahrgenommen werden. Aus diesem Blickwinkel besehen wird deutlich, dass eine Lage – wenn auch nicht durchweg scharf – abgrenzbar ist. Sie stellt also ein relatives Phänomen dar. Sie weist eine Merkmalskombination auf, die sie gegenüber anderen Funktionsräumen profiliert. Folglich eignet sie sich mehr oder weniger für diese oder jene Nutzung.

Lage (geographisch): Die anhand von Längen- und Breitengraden bzw. räumlichen Koordinaten eindeutig bestimmbare Position auf der Erde oder einem beliebigen Himmelskörper (Mond, Planet usw.).

Lageimmobilie: Ein gleichermaßen schräger wie mehrdeutiger, vor allem in der Maklersprache auftauchender Ausdruck. Er bezieht sich einerseits auf Allerweltsobjekte, denen Lagebesonderheiten (Fluss- / Seeufer, Waldrand, Künstlerviertel etc.) einen gewissen Charme verleihen. Andererseits drückt die Begriffswahl häufig (unausgesprochen) aus, dass eine Problemimmobilie vorliegt, deren einziger Vorteil in einem Standort liegt, den manche Menschen womöglich schätzen, eine Mehrheit hingegen nicht.

Lageobjekt: Siehe → Lageimmobilie.

Lageplan (Bauvorlagenverordnung, Deutschland): Siehe → Lageplan, amtlicher (Bauvorlagenverordnung, Deutschland).

Lageplan, amtlicher (Bauvorlagenverordnung, Deutschland): Gemäß Bau- bzw. Bauvorlagenverordnung ein im Rahmen eines → Bauantrags vorzulegendes Dokument, das sich aus kartographischer und textlicher Komponente zusammensetzt. Unterschieden werden einfache und qualifizierte Lagepläne. Der amtliche Lageplan bildet die erste Vorlage in Zusammenhang mit städtebaulichen Vorbescheiden, Bauanzeigeverfahren und Baugenehmigungen. Zu Details siehe → Lageplan, einfacher und → Lageplan, qualifizierter.

Lageplan, einfacher (Bauvorlagenverordnung, Deutschland): Eine Kombination von kartographischer und textlicher Darstellung der räumlichen und eigentumsrechtlichen Situation, in der sich ein Baugrundstück befindet. Erstellt werden einfache Lagepläne auf Grundlage der Flurkarte; sie enthalten rechtssichere Zusätze wie die Grundstücksbezeichnung (Adresse, Grundbuchblatt, Flur, Flurstück), Angaben zu Eigentümern und / oder Erbbauberechtigten sowie Baulasten. Diese Pläne enthalten keine Aussagen zur Grenzsicherheit und keine Einmessungen der Gebäude auf Nachbargrundstücken (die in Bezug auf die Einhaltung von Abstandsflächen bedeutsam sind.

Lageplan, qualifizierter (Bauvorlagenverordnung, Deutschland): Eine kartographisch und textlich basierte Darstellung der räumlichen und eigentumsrechtlichen Situation, in der sich ein Baugrundstück befindet. Der Informationsgehalt dieses Lageplans geht deutlich über jenen des → einfachen Lageplans hinaus. Neben dort vermerkten Angaben (Grundstücksadresse, Grundbuchblatt, Flur, Flurstück, Eigentümer / Erbbauberechtigten, Baulasten) enthält er zusätzlich aus dem Liegenschaftskataster entnommene Grundstücksabmessungen, Aussagen über Grenzzuverlässigkeiten und die Erkennbarkeit von Grenzen im örtlichen Zusammenhang, die Namen benachbarter Grundstückseigentümer und Aussagen über den Vollständigkeitsgrad in Bezug auf verzeichnete Gebäude. Der qualifizierte Lageplan besitzt eine hohe Rechtssicherheit.

Lageplan zum Bauantrag: Siehe → Lageplan (Bauantrag, Deutschland).

Lagepotential: Die einer → Lage innewohnenden Entwicklungsmöglichkeiten oder – bei verengter Betrachtungsweise – die bei gegebener Lageverfassung durch eine (bestimmte) Nutzung realisierbaren Ertragsgrößen.

Lagepotenzial: Siehe → Lagepotential.

Lager (Brückenbau): Die Berührungspunkte bzw. Kontaktflächen von → Brückenoberbau und → Brückenunterbau.

Lager (Logistik): Ein Gebäude oder Gebäudeteil, der zur kurz- bis langfristigen Aufbewahrung von Materialien bzw. Gütern dient.

Lager (Militär): Soldatenunterkünfte samt Versorgungseinrichtungen auf einem Truppenübungsplatz.

Lager (Notunterkunft): Ein räumlicher Bereich bzw. ein Komplex, der darauf ausgelegt ist, eine größere Anzahl von Personen befristet unterzubringen. Lager reichen von einfachen Zeltstätten, über Hüttensiedlungen bis hin zu Ansammlungen fester Gebäude. Viele Notlager wurden und werden zu stehenden Einrichtungen.

Lagerboden (Dach): Ein auf die Lagerung von Gütern ausgelegter → Dachboden.

Lagerboden (Fußboden): Der gewöhnlich auf hohe Tragfähigkeit ausgelegte Fußboden einer Lagereinrichtung.

Lagerboden (Gebäudeteil): Ein zur kurz- bis langfristigen Aufbewahrung von Materialien, Produkten bzw. Gütern genutzter → Dachboden von Häusern, Scheunen, Werkstätten usw.

Lagerfuge (Mauerwerk): Die waagrecht zwischen zwei Steinlagen verlaufende Fuge.

Lagerfußboden: Der gewöhnlich auf hohe Tragfähigkeit ausgelegte Fußboden einer Lagereinrichtung.

Lagergebäude: Siehe → Lagerimmobilie.

Lagerhalle: Eine → Halle, die zum Zweck der kurz- bis langfristigen Aufbewahrung von Materialien bzw. Gütern errichtet bzw. an diesen Zweck angepasst wurde oder schlicht zu diesem Zweck genutzt wird.

Lagerhaus: Ein → Gebäude, das zur kürzeren oder längeren Aufbewahrung von Gütern dient.

Lagerimmobilie: Ein regelhaft als Halle errichtetes Gebäude, das darauf ausgelegt ist, Materialien bzw. Güter kurz- bis langfristig aufzubewahren.

Lagerimmobilienmarkt: Das transaktionsorientierte Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage (Anmietung / Vermietung, Kauf / Verkauf, Leasing) im Bereich von → Lagerimmobilien.

Lagerkeller: Ein unterirdischer → Raum bzw. Keller, der zur zeitlich befristeten Aufbewahrung von Gütern dient. Eine funktionale Sonderform stellen Keller dar, die der Reifung von Produkten dienen (Weinkeller usw.).

Lagerobjekt: Siehe → Lagerimmobilie.

Lagerraum: Ein → Raum, der zur kürzeren oder längeren Aufbewahrung von Gütern dient.

Lagerschuppen: Ein kleineres, leicht gebautes, zumeist aus Holz oder Metallblechen errichtetes Gebäude, das zur Aufbewahrung von Material und Gütern verschiedenster Art genutzt wird.

Lahnung: Eine Küstenschutzanlage, die aus einer Zweierreihe in den Grund getriebener Holzpflöcke besteht, deren Zwischenräume mit → Faschinen ausgefüllt werden.