Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Kor – Kram

Korall Gelb (Gestein): Einer von vielen Handelsnamen für einen in Brasilien gebrochenen Gneis. Das Gestein ist mittel- bis grobkörnig strukturiert, von Biotiten und Granaten durchsetzt und spielt farblich von ockergelb bis ins leichte Rosa. Das ausnehmend widerständige Gestein wird u. a. zu Bodenfliesen, Fensterbänken, Waschtischen und Treppenbelägen verarbeitet.

Koranschule (Gebäude): Ein der religiösen, sprachlichen und sozialen Erziehung dienendes Gebäude islamischer Gemeinschaften. Ursprünglich waren Koranschulen in → Moscheen integriert; seit dem 11. Jahrhundert entstanden – zumeist neben der Hauptmoschee – baulich eigenständige Koranschulen mit Unterrichtsräumen bzw. Unterrichts- und Gebetshalle(n) sowie einem großen Hof. Größere Koranschulen besaßen zudem mehrheitlich einen Internatsbereich.

Korbbogen (Architektur): Eine Fortentwicklung des → Segmentbogens. Anders als bei diesem abgeflachten → Halbkreisbogen kennzeichnet den Korbbogen ein uneinheitlicher Krümmungsradius. Konkret: Der Krümmungsradius nimmt in Richtung der Widerlager zu.

Korbbogengewölbe: Ein → Gewölbe, das sich aus mehreren Kreissegmenten zusammensetzt, deren jeweiliger Radius kleiner ist, als jener des vollständigen Gewölbes.

Korbhaus: Ein auf dem Grund einer Hofstätte bzw. eines Bauernhofes erbautes Haus, das der Altbauer nach Übergabe des Hofes an den Erben bewohnt. Weitere Begriffe sind »Ausgedingehaus», »Austragshaus», »Auszugshaus« und – in der Schweiz – »Stöckli«.

Kordongesims (Fassadenelement): Ein horizontal auf Höhe einer Geschossdecke aus der Außenwand eines Gebäudes hervortretendes, streifenartig entwickeltes Element, das zur Fassadengliederung dient. Dieses Gesims wird auch als »Geschoss-», »Gurt-« und »Stockwerkgesims« bezeichnet.

Kordongesims (Festungsbau): Ein aus Formsteinen hergestelltes, wulstartiges Band im Übergang zwischen der (annähernd) senkrecht ausgebildeten → Brustwehr und der geneigten Mauerfläche eines Festungswalls. Im festungsbaulichen Zusammenhang ist die Schreibweise »Cordongesims« weiter verbreitet.

Kordonstein (Festungsbau): Siehe → Kordongesims.

Kore: Im antiken Griechenland verbreitete Skulptur eines aufrecht stehenden, bekleideten Mädchens, das zumeist ein Weihgeschenk mit sich trägt. Typisch sind hängende, zumeist an den Körper gelegte Arme. Neben freistehenden Varianten finden sich Koren vielfach als Säulenersatz in Tempelbauten. Diese, tragende Funktionen erfüllende Figur wird als Karyatide bezeichnet.

Korinthische Ordnung: Siehe → Korinthische Säulenordnung.

Korinthische Säulenordnung: Die jüngste unter den antiken griechischen Säulenordnungen, die erst im 1. Jahrhundert n. u. Z. zur eigenständigen Klasse entwickelt wurde. Die Säulen sind schlanker und regelhaft höher als ihre Pendants in der ionischen Ordnung. Kennzeichnend sind reich mit Voluten ornamentierte Kapitelle, die jeweils zwei, aus nachgebildeten Akanthusblättern gebildete Kränze umlaufen.

Kornhaus: Ein dauerhaftes, solides Gebäude zur Einlagerung von Getreide bzw. Korn. Typische Kornhäuser lagen vielfach am bzw. nahe dem örtlichen Marktplatz und besaßen – schon deshalb – regelhaft mehrere Stockwerke. Das Erdgeschoss war zumeist höher als die aufgesattelten Geschosse ausgelegt und mit zumindest einem Tor versehen war, um mit Wägen bzw. Gespannen einfahren zu können. Neben diesen großen, innerörtlichen Gebäuden bestanden und bestehen kleinere, an einen Hof gebundene Speicher.

Kornspeicher: Siehe → Kornhaus.

Korral: Ein Gehege zumeist geringer bis mittlerer Größe, in dem Huftiere – vor allem Reit- oder gefangene Wildpferde – gehalten werden.

Kosice (Gestein): Handelsbezeichnung für einen slowakischen Dazit. Das vulkanische Gestein wird vor allem zur Herstellung von Bodenbelägen und Pflastersteinen verwendet.

Kossat (historisch, Landwirtschaft): Ein von ostdeutschen Grundherren bzw. Gutseigentümern angeworbener Siedler, der als Tagelöhner auf einem Gut arbeitete. Die Besonderheit lag darin, dass der Kossat ein kleines Haus und ein Landstück (zur Selbstversorgung) zugewiesen bekam. Neben der landwirtschaftlichen Arbeit waren viele Kossaten handwerklich tätig. Anfänglich entstammen Kossaten mehrheitlich slawischen Bevölkerungsgruppen.

Kossäte: Gleichbedeutend mit → Kossat.

Kossatenhaus: Ein kleines, an ein → Hallenhaus erinnerndes, im Innern jedoch anders gegliedertes Haus, das von einer → Kossatenfamilie bewohnt wurde. Die Gebäude besaßen eine erhöhte Mitteldiele; der beheizbare Wohnbereich lag regelhaft nahe einer → Kübbung. Die Gebäudemaße reichten nicht aus, um mit einem Gespann einfahren zu können. Derartige Gebäude werden je nach Region als »Kate», »Kote», »Kotten« usw. bezeichnet.

Kossatenhof: Siehe → Kossatenstelle.

Kossatenstelle: Das kleinbäuerliche Anwesen eines → Kossaten. Diese Kleinsthöfe bestanden aus einer Kate und kleinen Anbauflächen, deren Größe sich zumeist zwischen einem Hufenachtel und einer halben → Hufe bewegten; ihre Flächen reichten somit nicht aus, um eine Familie ernähren zu können. Kossatenstellen lagen meist am Rand eines Dorfes, vielfach auch unweit eines Gutes oder einer Meierei.

Kossater: Gleichbedeutend mit → Kossat.

Kosten, weiche (Immobilienfonds): Eine Sammelbezeichnung für Kosten, die im Rahmen einer Fondsgestaltung über die Summe aus Objektkaufpreis und üblichen Erwerbsnebenkosten (die grundsätzlich beim Eigentumsübergang einer Immobilie anfallen) hinausgehen bzw. über diese hinaus berechnet werden. Weichkosten umfassen 1. Vergütungen für Leistungen des → Initiators (Gesellschaftsgründung, Konzeption / Strukturierung, Prospektierung, Kapitalbeschaffung, Verwaltung, Verkaufsanbahnung / -durchführung etc.), 2. Ein regelhaft vom Initiator vereinnahmtes → Aufgeld (das bei Anrechnung interner Honorare nicht stichhaltig begründbar ist), 3. Externe Kosten (Steuer- / Rechtsberatung, Finanzierungsvermittlung, Vertriebsprovisionen, eventuelle Platzierungsgarantien usw.). Weiche Kosten stellen keine investive Größe im eigentlichen Sinn dar, keine Aufwendungen, die unmittelbar in den Erwerb eines Objektes bzw. Erträge generierender Flächen fließen. Gemessen an direkten Erwerbslösungen (durch einen / mehrere Anleger) sind sie als verlorenes Kapital zu betrachten. Nun ist offenbar, dass die wenigsten Menschen wohlhabend genug sind, ein kleines Fachmarktzentrum, geschweige Wolkenkratzer oder Mega-Malls zu kaufen. Über ein Fondskonstrukt können manche immerhin Miteigentümer werden. – Dies in aller Regel allerdings um einen hohen Preis, da weiche Kosten (sie bewegen sich gewöhnlich zwischen 12 % und 18 %) mittel- wie unmittelbar hart auf die (vertriebsförderlich kalkulierten) Renditen durchschlagen. – »Mittelbar« deshalb, weil Fondsanbieter auf eine wettbewerbsfähige »Renditeoptik« bedacht sind. Übersetzt heißt das, von ihnen vermarktete Objekte sind in aller Regel weit schwächer zu beurteilen, als solche, die zu gleichen → Vielfachen direkt erworben werden bzw. wurden.

Kottenhaus (historisch): Eine andere Bezeichnung für ein → Siechenhaus.

Kraal (Gehege): Im heutigen Sprachgebrauch ein kreisförmiges Viehgehege, das gewöhnlich von einem aus Ästen oder dornigen Sträuchern gebildeten Kranz eingefasst ist. Ursprünglich bezeichnete der Begriff eine ganze Siedlung. Siehe → Kraal (Siedlung).

Kraal (Siedlung): Eine ringförmige, vor allem im südlichen Afrika zu findende Dorfform, die zumeist von einem aus dornigen Pflanzenteile bestehenden Wall umlaufen war bzw. ist.

Kraftfahrstraße (Deutschland): Eine öffentliche → Straße, die ausschließlich von Fahrzeugen befahren werden darf, deren Bauart eine Geschwindigkeit von über 60 km / h zulässt und die höchstens 4 m hoch, sowie 2,6 m breit sind.

Krafthaus (Energiewirtschaft): Eine frühere Bezeichnung des → Maschinenhauses.

Kraftstein: Eine wenig gebräuchliche Bezeichnung für einen Krag- bzw. Konsolstein, also einen aus einer Mauer oder Wand hervorragenden Stein mit tragender Funktion.

Kragarm (Baustatik): Siehe → Kragbalken.

Kragbalken (Baustatik): Ein einseitig gelagerter bzw. eingespannter Horizontalbalken, der eine Last trägt bzw. zu tragen imstande ist.

Kragbogen: Eine Konstruktionsform, bei der beiderseits der oberen Öffnungspartie Kragsteine gesetzt werden, die von unten nach oben enger zusammenrücken. Der Kragbogen wird auch als »falscher Bogen« bezeichnet.

Krage: Eine Bezeichnung des → Kragsteins.

Kraggewölbe: Eine von außen nach innen aufsteigende Decke, die konstruktiv als Vorläufer des echten Gewölbes aufgefasst werden kann. Gebildet wird sie von Kragsteinschichten, die nach oben hin stetig näher an den Mittelpunkt bzw. die Mittelachse heranrücken. Wird ein kreisförmiger Raum überbaut, entsteht eine Abfolge sich verengender Ringe.

Kragstein: Ein aus einer Mauer vorspringender Stein mit tragender Funktion.

Kragsteingewölbe: Siehe → Kraggewölbe.

Kragstufe: Ein nur in einer Treppenhauswand verankerte Stufe, die wie ein Kragarm aus dieser Wand hervortritt.

Kragstufentreppe: Eine → Treppe, deren gewöhnlich in Blockform ausgeführte Stufen nur an einer Seite des Treppenhauses befestigt sind bzw. wie Kragarme aus dieser Wand hervorstehen.

Kragsturzbogen: Auch unter den Bezeichnungen »Konsolbogen« und »Schulterbogen« bekannt. Diese Bogenform wurde entwickelt, um mit einem Sturz eine größere Spannweite überbrücken zu können. Zu diesem Zweck wurden die Kämpfersteine auf beiden Bogenseiten nach innen versetzt. Im Grunde handelt es sich bei dieser zunächst aus statischen Gründen entwickelten Bogenform um eine reduktionistische Spielart des → Kragbogens.

Kragträger (Baustatik): Ein einseitig gelagerter bzw. eingespannter Horizontalbalken, der eine Last trägt bzw. zu tragen imstande ist.

Kral (Gehege): Im heutigen Sprachgebrauch ein kreisförmiges Viehgehege, das gewöhnlich von einem aus Ästen oder dornigen Sträuchern gebildeten Kranz eingefasst ist. Ursprünglich bezeichnete der Begriff ein ganzes Dorf. Siehe → Kraal (Siedlung).

Kral (Siedlung): Eine ringförmige, vor allem im südlichen Afrika zu findende Dorfform, die zumeist von einem aus dornigen Pflanzenteilen bestehenden Wall umlaufen war bzw. ist.

Krampfaderfuge: Klingt umgangssprachlich, ist jedoch ein Fachbegriff. Diese Fugen waren zeitweilig bei Mauerwerk aus (gespaltenen) Feldsteinen verbreitet. Dabei wurde die Fuge zunächst ausgekratzt und nachträglich mit Mörtel verfüllt, der wulstartig hervortrat. Der Fugentyp wird deshalb zumeist als »Wulstfuge« bezeichnet.