Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Ke – Kf

Kegelbunker: Eine andere Bezeichnung des Winkelturms. Dieser 1934 als Patent registrierte Hochbunker geht auf Ludwig Winkel zurück; er diente zuvorderst dem Schutz vor Luftangriffen. Kennzeichnend ist die hohe, schlanke Form, die in einer kegelförmigen Spitze ausläuft. Große Winkeltürme boten mehreren Hundert Menschen Schutz.

Kegeldach: Namensgemäß ein kegelförmiger, an einen Spitzhut erinnernder oberer Gebäudeabschluss. Mit anderen Worten: ein mehr oder weniger stark geneigtes, aus einem kreisförmigen Grundriss heraus aufstrebendes → Dach. In Europa findet sich das Kegeldach verbreitet als Abschluss mittelalterlicher Wehrtürme.

Kegeltreppe: Eine (annähernd) halbrund ausgeführte Treppe, deren Stufenbänder ein Podest oder eine am Treppenfuß gelegene Fläche einfassen. Kegeltreppen erfreuten sich während des Barock weiter Verbreitung bei repräsentativen Bauwerken.

Kegeltreppe, negative: Eine konkav angelegte → Kegeltreppe, also eine Treppe, deren Stufenbänder auf eine »eingekerbte« Fläche zuführen.

Kegeltreppe, positive: Eine Kegeltreppe, deren Stufenbänder zu einer podestähnlichen Fläche aufsteigen bzw. eine konvexe Form ausbilden.

Kehle (Architektur, Karnies): Bei einem → Karnies der konkave Teil des (S-förmigen) Profils.

Kehlhieb (Steinbearbeitung, gegenständlich): Eine mittels → Scharriereisen erzeugte Hohlform.

Kehlkoffer (Festungsbau): Eine verbunkerte, rückwärts gerichtete bzw. der Wallseite zugewandte Stellung, die es gestattet, den Kehlgraben zu bestreichen.

Kehlleiste: Ein langgestrecktes, konkav ausgeformtes Profil, das u. a. genutzt wird, um die Übergänge zwischen Fußboden oder Decke und einer Wand zu be- bzw. verdecken.

Kehlmauer (Festungsbau): Eine nach innen gewandete bzw. auf der Rückseite eines Festungswerkes befindliche Mauer. Eine andere Bezeichnung ist »Gorgenmauer«.

Kehlsparren: Ein die → Dachhaut tragendes Element, das eine Stelle einnimmt, an der zwei geneigte Dachflächen aneinandergrenzen und eine Innenecke ausbilden.

Keilbahnhof: Ein Bahnhof mit keilartig ausgeformtem Bahnsteig. Die Form ergibt sich daraus, dass sich die Gleisanlagen im Stirnabschnitt des Bahnsteigs gabeln, also auseinanderlaufen, ohne sich im abgewandten Bahnsteigbereich wieder zu vereinigen.

Keilstein: Ein keilförmiger Stein, der im Scheitelpunkt eines gemauerten Bogens eingesetzt wird und den Bogen selbsttragend werden lässt. Der Keilstein wird auch als »Schluss-« oder »Scheitelstein« bezeichnet.

Keilstufe: Eine → Stufe mit keilförmigem bzw. angenähert dreieckigem Querschnitt. Bei der Nutzung von Keilstufen entsteht eine schräg verlaufende, dem Steigungswinkel der Treppe folgende Unterseite.

Keilzinkenverbindung: Siehe → Keilzinkung.

Keilzinkung (Holz): Eine zur Längsverbindung zweier aus Holzwerkstoffen oder Vollholz bestehender Bauteile genutzte Technik. Sie beruht auf einer Verklebung von Bauteilenden, die mit keilförmigen, jeweils gleich ausgeformten, kammartig angeordneten Zinken versehen sind.

Keilzinkung, horizontale: Bei nicht quadratisch geformten Bauteilen, eine Verbindung (→ Keilzinkung), bei welcher die Keilzinken parallel zur Oberfläche der breiten Seite der Holzbauteile herausgearbeitet sind. Das Zinkenprofil ist somit an der Schmalseite sichtbar. Diese Verbindung wird vor allem im nicht-konstruktiven Holzbau, z. B. bei Vollholzparketten, angewendet.

Keilzinkung, vertikale: Eine vor allem im konstruktiven Holzbau verwendete Form der → Keilzinkung nicht quadratischer Bauteile. Hierbei ist das Zinkenprofil an der Breitseite der Hölzer sichtbar.

Keller: Ein ganz oder überwiegend unter der Erdoberkante liegender Gebäudeteil, der insbesondere für Lagernutzungen, die Unterbringung vergleichsweise störender Hausgeräte (Waschmaschinen usw.), als Installationsbereich (Heizung etc.) oder für die Einrichtung werkstattähnlicher Räume (Hobbykeller usw.) genutzt wird.

Kellertage: Siehe → Kellergeschoss.

Kellergeschoss: Ein unterhalb der Geländeoberfläche und des Erdgeschosses liegendes Stockwerk, das nicht für gehobene Nutzungen (Wohnen, Einzelhandel usw.) herangezogen wird.

Kellerstockwerk: Siehe → Kellergeschoss.

Kellerwandaußenputz: Im Kellerbereich als Beschichtungsträger eingesetzte → Putzmörtel, die hydraulische Bindemittel der Kategorie CS IV gemäß DIN EN 998-1 beinhalten.

Kellerei: Ein Betrieb, der Wein, Sekt und andere nicht destillierte alkoholische Getränke herstellt, lagert, abfüllt und vertreibt. Der Begriff bezieht sich auch auf die genutzte Immobilie.

Kellereigebäude: Siehe → Kellerei.

Kellergewölbe: Eine mehr oder weniger stark gebogene bzw. zur Mitte hin aufstrebende Kellerdecke bzw. ein von einer entsprechenden Decke überspannter Kellerraum.

Kellersohle: Die unterste Bodenplatte eines unterkellerten Gebäudes bzw. Bauwerkes.

Kelterhaus: Ein aus logistischen bzw. arbeitstechnischen Gründen gewöhnlich direkt neben dem Weinlagerkeller gelegenes Wirtschaftsgebäude im Weinbaubereich, in dem sich Kelter (Weinpresse) und Bottich befinden. Das Kelterhaus wird auch »Presshaus« genannt.

Kemenate (allgemein): Ein aus Stein errichtetes, beheizbares, oft turmähnlich anmutendes Wohngebäude in mittelalterlichen → Burgen und → Städten.

Kemenate (Burgenbau): Ein mit Kamin oder Kachelofen ausgestatteter, aus Stein errichteter Wohnraum bzw. Wohnbau mittelalterlicher → Burgen, der vorwiegend von Frauen genutzt wurde.

Kemenate (umgangssprachlich): Eine scherzhafte Bezeichnung für ein kleines, von einer Person als persönliches »Reich« betrachtetes → Zimmer.

Kenotaph: Ein Scheingrab, das keine menschlichen Überreste enthält, sondern rein zu Erinnerungszwecken errichtet wurde bzw. wird.

Keramikfliese: Eine kleinflächige keramische Platte, die als Bodenbelag und Wandverkleidung verwendet wird. Sie kann funktionalen und / oder ornamentalen Zwecken dienen.

Keramikklinker: Ein hochgradig frostbeständiger → Klinker, der ausnehmend widerständig gegen mechanische Einflüsse und chemische Angriffe ist. Kennwerte: Druckfestigkeitsklasse mindestens 60, Scherbenrohdichte mindestens 2 kg je Kubikdezimeter, Wasseraufnahme (massenbezogen) maximal 6 %.

Kerbe (Holzbau, Sparren): Ein dreieckförmiger Ausschnitt aus einem schrägen → Sparren, der ein Auflager auf einer zumeist waagrecht verlaufenden → Pfette schafft. Die Kerbe wird auch »Kerve», »Klaue», »Sattel« oder – in Österreich – »Ferserl« genannt.

Kerbzinne: Eine → Zinne, deren oberer Abschluss schwalbenschwanzförmig bzw. in Form eines mehr oder minder breiten V eingekerbt ist. Kerbzinnen sind vor allem in Oberitalien und Südtirol verbreitet. Andere Bezeichnungen sind u. a. »Schwalbenschwanzzinne« und »Welsche Zinne«.

Kern (Siedlungswesen): Ein räumlicher und / oder funktionaler Siedlungsmittelpunkt bzw. eine Dorfmitte oder ein zentrales städtisches Geschäftsviertel. Der Kern ist im Allgemeinen mit der Keimzelle einer Siedlung, mit ihrem ältesten Teilraum bzw. dem im Zeitverlauf erweiterten Ausgangsbereich identisch.

Kernbauweise (Tunnelbau): Die »Deutsche Bauweise« stellt ein arbeitsaufwendiges und somit teures Tunnelbauverfahren dar. Zunächst werden ein First- und zwei Sohlstollen an den Ulmen (= Seiten) ausgebrochen. Diese werden entlang der geplanten Laibung miteinander verbunden. Der entstandene Hohlraum wird mit Holz gegen den verbliebenen Kern abgestützt, anschließend die Mauerung vorgenommen. Nach deren Fertigstellung wird der Kern ausgebrochen.

Kerndämmung: Eine üblicherweise aus Mineral- / Steinwolle, Polyurethan- / expandiertem Polystyrol-Hartschaum oder Schüttgut bestehende Schicht zur Dämmung zweischaliger Mauern. Die Dämmung wird zwischen Vor- und Hintermauer geschaltet.

Kerneinzugsbereich: Siehe → Kerneinzugsgebiet.

Kerneinzugsgebiet: Jenes Absatzgebiet, aus dem ein sehr hoher bis weit überwiegender Umsatzanteil eines Handelsbetriebes oder einer sonstigen Einrichtung stammt. Die Ausdehnung dieser Zone korreliert mit dem spezifischen Wert einer Ware und / oder Dienstleistung. In der Praxis werden für den zur Definition herangezogenen Umsatzanteil Schwellenwerte festgelegt (z. B. 60 %, 70 %, 80 %).

Kerngebiet (Bauleitplanung): Abgekürzt MK. Ein Baugebiet gemäß Baunutzungsverordnung, in dem vorwiegend Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe, Büronutzungen, kulturelle Einrichtungen usw. zu finden sind. Es handelt sich um hochgradig nutzungsverdichtete Teilräume (Innenstadt, City) mit entsprechend hohem Bodenpreisniveau und weit überdurchschnittlich hohen Gebäudepreisen.

Kerngetrenntes Holz: Eine andere Bezeichnung für → Halbholz.

Kernlage: Die zentrale Hauptlage innerhalb eines räumlich-funktionalen Gesamtzusammenhanges.

Kernsanierung: Umfassende, mit einem (teilweisen) Rückbau auf tragende Bauteile verbundene bauliche Maßnahmen an strukturell und versorgungstechnisch überalterten bzw. abgewirtschafteten Gebäuden bzw. Bauwerken. Ziel ist es, die Bausubstanz (Dach, Mauern, Wände, Estrich, Fenster, Türen, Installationen) auf einen zeitnahen Standard zu bringen.

Kernwerk (Festungsbau): Ein in sich geschlossenes, innerhalb der Hauptumwallung gelegenes Festungswerk.

Kernzone (Einzelhandel): Das engere bzw. unmittelbare → Einzugsgebiet oder auch jenes Gebiet, in dem die höchste Kaufkraftbindung erzielt wird. Die konkrete Abgrenzung erfolgt anhand von prozentualen umsatzbezogenen Schwellenwerten.

Kerve: Ein dreieckiger Ausschnitt aus einem schrägen → Sparren, der eine Auflagerfläche auf einer gewöhnlich waagrecht verlaufenden → Pfette erzeugt. Die Kerve wird auch als »Kerbe», »Klaue», »Sattel« oder – in Österreich – »Ferserl« bezeichnet.

Kesselbrunnen: Eine ältere Bezeichnung für den Schachtbrunnen. Es handelt sich um eine zwecks Grundwassererschließung (oder der Anzapfung sonstiger Wasserquellen) ausgeschachtete Anlage, deren Schacht bzw. Röhre zumeist durch Ausmauerung bzw. Auskleidung einsturzgesichert und durch Überhöhung der Schachtmauern und / oder eine Abdeckung vor Verunreinigungen geschützt ist. Die Wassererschließung erfolgt zumeist vertikal, seltener schräg.

Kesselhaus (Energiegewinnung): Ein → Gebäude, in dem ein Dampfkessel sowie zur Dampferzeugung benötigte Feuerungsanlagen installiert sind. Bei Industrieanlagen liegt das Kesselhaus gewöhnlich neben dem mit Wärmekraftmaschinen bestückten → Maschinenhaus. Ältere Kesselhäuser sind leicht erkennbar, da eine Gebäudeseite (nahezu) vollständig verglast wurde, um bei einer Verpuffung entstehendem Druck eine Entweichmöglichkeit zu bieten, also nicht das gesamte Gebäude abschreiben zu müssen.

Kettendozer: Ein → Bulldozer mit Kettenfahrwerk, also eine Baumaschine, die zum Abtragen, Einebnen, Glätten und Verdichten von Erdreich eingesetzt wird. Kennzeichnend ist ein vorne angesetzter stählerner Schild, mit dem sich der Oberboden bzw. Substrate abschieben lassen. Je nach Einsatzzweck werden Bulldozer mit geraden, gebogenen, S-förmig gewellten und V-förmigen Schilden oder Zusatzgeräten (Aufreißern, Pflügen, Winden usw.) bestückt.

Kettengeschäft: Einzelhandelsbezogen ein von einer Kette betriebenes Ladenlokal.

Kettenhotel: Ein Haus unter mehreren, die sich über einen gemeinsamen Namen und Auftritt definieren bzw. als Marke oder Markenpool wahrgenommen werden (wollen). Als Kettenhotels sind Häuser zu bezeichnen, die zentral bzw. einheitlich geleitet oder auf Grundlage eines Franchisesystems betrieben werden.

Kettenhotellerie: Die Markenhotellerie bzw. die Gesamtheit aller Betreiber und Betriebe, die einer Mehr-Standort-Strategie folgen.

Kettenkurve: Der mathematisch Idealfall eines → Bogens. Es handelt sich um jene Kurve, die eine an beiden Enden hängend angebrachte Kette beschreibt. Andere Bezeichnungen sind »Katenoide« und »Kettenlinie«. In der Architektur wird die gleichsam umgekehrte Form zum Bau schlanker Bögen verwendet.

Kettenladen: Einzelhandelsbezogen ein von einer Kette betriebenes Ladenlokal.

Kettenlinie: Siehe → Kettenkurve oder → Katenoide.

Kettenmotel: Ein → Motel unter mehreren, die sich über einen gemeinsamen Namen und Auftritt definieren bzw. als Marke oder Markenpool wahrgenommen werden (wollen). Zu den Kettenmotels zählen also Häuser, die zentral bzw. einheitlich geführt oder auf Franchisebasis betrieben werden.

Keuche (historisch): Ein fensterloser Kerker, ein Verlies.

KF (Gebäudefläche): Das Kürzel für »Konstruktionsfläche«. Die KF ergibt sich, wird die Netto-Grundfläche eines Gebäudes von dessen → Brutto-Grundfläche abgezogen.

Kfz-Parkplatz: Eine zum zeitweiligen Abstellen von motorisierten Fahrzeugen vorgesehene Fläche, die eine größere Zahl an → Stellplätzen umfasst.

Kfz-Stellplatz: Eine Fläche, die für das befristete Abstellen eines einzelnen motorisierten Fahrzeuges gedacht ist bzw. genutzt wird. Bietet ein Areal mehrere Stellplätze, wird es als → Parkplatz bezeichnet.