Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Kat – KD

Katakombe(n): Ein unterirdisch angelegter, teils etliche Kilometer langer Gang- und Gewölbekomplexe, in dem die Gebeine Verstorbener untergebracht wurden. Die bekanntesten Anlagen finden sich in Rom; gewöhnlich wurden Tote nicht direkt in den Katakomben bestattet, sondern ihre Überreste von Friedhöfen dorthin überführt.

Kataster (Deutschland): Eine Kurzbezeichnung des Liegenschaftskatasters. Das Kataster ist ein von Vermessungs- und Katasterämtern der Bundesländer geführtes Register, das Karten und Beschreibungen beinhaltet. In ihm werden → Flurstücke und Gebäude, keine Grundstücke darstellt und beschrieben. Die jeweiligen Begrenzungen sind in Liegenschaftskarten abgebildet, die Beschreibungen finden sich im Liegenschaftsbuch.

Katasteramt: Die für die Führung des → Katasters zuständige Behörde bzw. behördliche Stelle.

Katasterbehörde: Das für die Führung des → Katasters zuständige Amt.

Katasterbuchwerk (Deutschland): Der textliche bzw. beschreibende Teil des → Katasters. Er bezeichnet Flurstücke (nach → Gemarkung, Flur, Flurstücksnummer) und weist u. a. Flurstücksgrößen, Grundstücksadressen und vorliegende Nutzungsarten aus. Weiterhin sind Grundstückseigentümer (laut Grundbuch) und die Blattnummer des Grundbuchs vermerkt.

Katasterkarte: Siehe → Katasterkartenwerk.

Katasterkartenwerk: Der abbildende Teil des → Katasters. Er enthält maßstäbliche Karten aller Flurstücke (nicht Grundstücke), bei landwirtschaftlicher Nutzung(smöglichkeit) auch Flächen der Schätzungskarte gemäß amtlicher Bodenschätzung. Dargestellt werden u. a. Gemarkungs- und Flurstücksgrenzen (samt Grenzpunkten), Flurstücksnummern, Gebäude, Nutzungsarten und bedeutende topographische Elemente. Das Kartenwerk bildet eine wesentliche Grundlage des Grundbuchwesens.

Katasterzahlenwerk: Eine Dokumentation von Vermessungsergebnissen, die zur Erstellung und Fortschreibung des → Liegenschaftskatasters herangezogen wird und als Grundlage von Liegenschaftsvermessungen dient. Das Werk beinhaltet u. a. Vermessungsrisse und Koordinatenverzeichnisse der Netz-, Grenz- und Gebäudepunkte.

Katastralmappe, Digitale (Grundstückswesen, Österreich): Ein digitaler Nachfolger der in Papierform geführten Katastralmappe. Der amtliche Kürzel ist »DKM«. Es handelt sich um eine öffentlich zugängliche Datenbank, die Grundstückseigenschaften (Grundstücksgrenzen / Grenz- und Vermessungspunkte, Gebäude) über das gesamte Staatsgebiet hinweg darstellt. Sie bietet den grafischen Katasterdatenbestand im Koordinatensystem der Österreichischen Landesvermessung. Enthaltene Daten sind mit dem → Grundbuch zur → Grundstücksdatenbank zusammengeführt.

Katastralgemeinde (Österreich): Die (mit Ausnahme von Wahlbezirken – in Österreich als »Wahlsprengel« bezeichnet) kleinste Verwaltungseinheit, die grundsätzlich der deutschen Gemarkung entspricht. Räumlich ist diese Einheit identisch mit dem im örtlichen Grundbuch erfassten Gebiet. Konkret handelt es sich um einen Verband mehrerer bzw. zahlreicher Grundstücke bzw. Parzellen (die Entsprechung des deutschen Flurstücks). Im Zuge jüngerer Eingemeindungen wurden betroffene Katastralgemeinden im Grundbuch häufig nicht zusammengefasst, wodurch heutige Gemeinden vielfach mehrere Katastralgemeinden umfassen.

Katenoide: Der mathematische Idealfall eines → Bogens. Es handelt sich um jene Kurve, die eine an beiden Enden hängend angebrachte Kette beschreibt. Daher rührt der deutsche Name »Kettenkurve« bzw. »Kettenlinie«. In der Architektur wird die gleichsam umgekehrte Form zum Bau schlanker Bögen verwendet.

Katharinenrad: Eine andere Bezeichnung des Radfensters; sie steht für ein → Rosettenfenster mit einem mittigen Ring oder massiven Rund, von dem Maßwerkglieder speichenartig abstrahlen.

Kathedra (physisch): Der Bischofssitz in einer Bischofskirche.

Kathedrale: Streng genommen eine Bischofskirche bzw. – insbesondere in England, Frankreich und Spanien – eine (erz)bischöfliche Hauptkirche. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden ausnehmend große, von aufstrebenden Formen beherrschte Kirchen vielfach als Kathedralen bezeichnet.

Kathedralkirche: Siehe → Kathedrale.

Katzenkopfpflaster: Ein aus Einzelsteinen bestehender Bodenbelag, der aus Steinen zusammengesetzt ist, die im Zuge natürlicher Prozesse kantengerundet wurden und sich größenbezogen zwischen → Kieseln und → Findlingen bewegen.

Katzentreppe(n): Eine andere Bezeichnung für den → »Staffel-», → »Stufen-« bzw. → »Treppengiebel«.

Kaufhaus: Auf großer Angebotsfläche betriebenes Branchengeschäft mit breit und tief gegliedertem Sortiment sowie hoher Beratungs- und Serviceintensität. Die Spezialisierung der Kaufhäuser auf eine Schwerpunktbranche sowie ihre anerkannte Angebotskompetenz grenzen sie gegenüber → Warenhäusern ab. Im Gegensatz zur Mehrheit aller Betriebsformen erschließen Kaufhäuser typischerweise die dritte Dimension, also die Obergeschosse.

Kaufhauskette: Ein Unternehmen, das mehrere → Kaufhäuser in Eigenregie betreibt oder ein Verbund auf Franchisebasis geführter Kaufhäuser.

Kaufkraft (konsumbezogen): Das durchschnittlich frei verfügbare Einkommen privater Haushalte bzw. das summierte Volumen entsprechender Einkommensbestandteile innerhalb eines bestimmten Raumes, das für Konsumzwecke ausgegeben werden kann. Mit anderen Worten: Jener durchschnittliche oder summierte Betrag, der nach Abzug laufenden Kosten (Miete, Schuldendienst, Versicherungsprämien usw.) für Konsumzwecke verbleibt.

Kaufkraft, einzelhandelsrelevante: Je nach wirtschaftlichem Entwicklungsstand, demographischen Gegebenheiten, Mentalitäten, Verbrauchsgewohnheiten und Konsumentenstimmung bindet der Einzelhandel unterschiedliche Anteile der verfügbaren → Kaufkraft. Die gemittelte Kaufkraft pro Kopf streut räumlich erheblich (vertiefend siehe → Kaufkraftindex). Diesbezüglich festzustellen ist, dass dem Einzelhandel zufließende Einkommensbestandteile mit wachsendem Kaufkraftniveau sinken. Die in den Einzelhandel geflossene bzw. vorausschauend als bindungsfähig zu erachtende Pro-Kopf-Ausgabe wird als »einzelhandelsrelevante Kaufkraft« bezeichnet. Die Summe entsprechender Ausgaben ergibt das einzelhandelsrelevante Kaufkraftvolumen.

Kaufkraftabfluss (Einzelhandel): Die Summe einzelhandelsrelevanter Verbrauchsausgaben bzw. entsprechender Ausgabenbestandteile, die nicht vom örtlichen Einzelhandel, sondern von auswärtigen Einkaufseinrichtungen gebunden werden. Anders ausgedrückt: im örtlichen Marktpotential beinhaltete Geldbeträge, die nach außerhalb fließen.

Kaufkraftabschöpfungsquote (Einzelhandel): Siehe → Kaufkraftbindungsquote.

Kaufkraftbindung (Einzelhandel): Der absolute Teilbetrag (in Währungseinheiten) oder der prozentuale Anteil des vorhandenen Kaufkraftvolumens, das die Summe aller Einzelhandelsbetriebe einer Gebietseinheit, ein z. B. branchenbezogener Ausschnitt des Einzelhandels oder ein einzelner Betrieb abschöpft.

Kaufkraftbindungsquote (Einzelhandel): Der prozentuale Anteil des innerhalb eines abgesteckten Gebietes vorhandenen einzelhandels- oder branchenrelevanten Kaufkraftvolumens, das der örtliche Einzelhandel in seiner Gesamtheit oder ein z. B. betriebsformenbezogen definierter Ausschnitt der Grundgesamtheit abschöpft bzw. bindet.

Kaufkrafthöhe: Eine umgangssprachliche Bezeichnung des → Kaufkraftniveaus.

Kaufkraftindex: Ein Kennwert, der ausweist, wie stark die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft innerhalb eines Raumes (Gemeinde, Kreis, Bundesland) positiv oder negativ vom Durchschnitt einer überordneten Bezugseinheit (in Deutschland zumeist das Bundesgebiet) abweicht.

Kaufkraftkennziffer: Ein Index, der angibt, in welchem Maße die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft innerhalb eines Raumes (Gemeinde, Kreis, Bundesland) positiv oder negativ vom Durchschnitt einer überordneten Bezugseinheit (in Deutschland zumeist das Bundesgebiet) abweicht.

Kaufkraftniveau: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen innerhalb eines definierten Bezugsraumes gemessen am Durchschnittswert einer übergeordneten Bezugseinheit (in Deutschland regelhaft das Bundesgebiet). Die jeweilige Höhe in Städten, Kreisen oder Bundesländern wird in → Kaufkraftkennziffern gefasst.

Kaufkraftpotential: Die Summe markt- bzw. branchenrelevanter Geldbeträge innerhalb des Einzugsgebietes eines Standortes bzw. Objektes. Das einzelhandelsrelevante Nachfragepotential errechnet sich, indem jährliche Pro-Kopf-Ausgaben – gewichtet mit dem örtlichen Kaufkraftindex – mit der Einwohnerzahl des Einzugsgebietes multipliziert werden. Ein synonym verwendeter, sachlogisch allerdings irreführender Begriff ist »Nachfragepotential«. Richtig wäre es, von »bindungsfähigem / abschöpfbarem Nachfragepotential« zu sprechen.

Kaufkraftpotenzial: Siehe → Kaufkraftpotential.

Kaufkraftstrombilanz: Einzelhandelsbezogen der Saldo aus einem Ort zufließender und aus dem Ort abfließender Kaufkraftvolumina.

Kaufkraftströme (Einzelhandel): Das Muster einzelhandels- bzw. branchenrelevanter → Kaufkraftzuflüsse und → Kaufkraftabflüsse, das zwischen definierten Gebietseinheiten besteht oder z. B. infolge der Realisierung neuer Einzelhandelsprojekte künftig anzunehmen ist.

Kaufkraftvolumen: Die Summe auf eine bestimmte Zeitspanne bezogener durchschnittlicher Pro-Kopf-Ausgaben innerhalb eines abgesteckten Betrachtungsraumes. Kaufkraftvolumina werden regelhaft auf Jahresbasis berechnet.

Kaufkraftzufluss (Einzelhandel): Die Summe einzelhandelsrelevanter Verbrauchsausgaben bzw. entsprechender Ausgabenbestandteile, die dem örtlichen Einzelhandel von außerhalb zufließen.

Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft (Deutschland): Bis 2006 die offizielle Bezeichnung für → Immobilienkaufmann.

Kaufoption (immobilienbezogen): Das einer natürlichen oder juristischen Person von Eigentümerseite zugestandene Recht, eine Immobilie zu bzw. ab einem bestimmten Zeitpunkt zu bestimmten Konditionen (z. B. einem vorab festgelegten Preis) zu erwerben. Derartige Absprachen werden vor allem zwischen Mietern / Pächtern und Vermietern / Verpächtern bzw. Leasingnehmern und Leasingebern getroffen.

Kaufpreisfaktor (Immobilienerwerb): Der »Multiplikator« bzw. »Vervielfältiger« (nicht identisch mit der gleichnamigen Größe im Ertragswertverfahren). Der Kaufpreisfaktor bezieht sich auf die Jahresnettomiete zum Stichtag. Der Wert ergibt sich, wird der Nettokaufpreis zzgl. Erwerbsnebenkosten durch die Jahresnettomiete geteilt.

Kaufpreismultiplikator (Immobilienerwerb): Eine andere Bezeichnung des → Kaufpreisfaktors.

Kaufpreissammlung: In Deutschland regelhaft von Gutachterausschüssen zusammengestellte und gepflegte Liste von Grundstücksmarkttransaktionen. Sie beruht auf Echtdaten, die von Notariaten übermittelt werden.

Kaufpreisvervielfältiger: Eine selten genutzte Bezeichnung für den → Kaufpreisfaktor.

Kaufsrecht (immobilienbezogen): Eine vor allem in der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung für eine Kaufoption, also das einer natürlichen oder juristischen Person von Eigentümerseite eingeräumte Recht, eine Immobilie zu einem bestimmten Zeitpunkt, zu bestimmten Bedingungen (z. B. einem vorvereinbarten Preis) zu erwerben. Derartige Absprachen werden insbesondere zwischen Mietern / Pächtern und Vermietern / Verpächtern bzw. Leasingnehmern und Leasingebern getroffen.

Kavalier (Festungsbau, neupreußische Befestigung): Eine → Defensivkaserne mit aufgesattelter Artilleriestellung.

Kavalier (Festungsbau): Eine nahe → Werke deutlich überragende Geschützstellung, die infolge ihrer höheren Lage eine erhöhte Reichweite entwickelte und eine bessere Kontrolle des Festungsvorfeldes gestattete. Kavaliere wurden zumeist auf Bastionen aufgesattelt.

Kavalierhaus: Siehe → Kavaliershaus.

Kavaliershaus (historisch): Eine im Barock aufgekommene Bezeichnung für ein innerhalb bzw. in Zusammenhang mit einer Schlossanlage errichtetes Gebäude, das Mitgliedern des Hofstaates sowie zeitweilig beherbergten Gästen als Wohn- bzw. Unterkunftsstätte diente.

Kavent: Eine kaum noch gebräuchliche Bezeichnung für einen → Bürgen.

Kaverne: Ein vergleichsweise großvolumiger, natürlich entstandener oder künstlich geschaffener unterirdischer Hohlraum, der saal- bzw. gewölbeartig anmutet. Kavernen dienen u. a. als Öl- und Erdgasspeicher, als Maschinenhallen, Stückgutlager, Weinkeller oder Parkhäuser. Ein sehenswertes Beispiel für eine ungewöhnliche Nutzung bieten zur Kultureinrichtung / Bühne umfunktionierte Kavernen in der Innenstadt von Salzburg (Österreich).

Kavernenbau: 1. Die planmäßige Schaffung einer → Kaverne. 2. Das entsprechende (berg)bauingenieurliche Arbeitsfeld.

Kavernenkraftwerk: Eine Spielart des Wasserkraftwerks, die insbesondere in gebirgigen Gegenden realisiert wird. Kennzeichnend ist, dass betriebsnotwendige Großmaschinen in einem natürlich entstandenen oder künstlich angelegten unterirdischen Hohlraum eingebaut sind. Generatoren, Turbinen usw. benötigen somit kein herkömmliches Maschinenhaus. Das genutzte Wasser wird in aller Regel über Rohrleitungen bzw. Stollen zu- und abgeleitet.

KDB (Wohnungssektor): Eine in Inseraten gebräuchliche Verkürzung von »Küche, Dusche, Bad«.