Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Kap – Kast

Kapelle (bauwerksintern): Ein kleinerer, optisch vom Hauptschiff abgesetzter Raum für Gebete, Andachten oder Gottesdienste in Kirchengebäuden oder ein entsprechender Raum in profanen Bauwerken.

Kapelle (eigenständiges Gebäude): Ein zumeist kleineres, vergleichsweise einfach gehaltenes Gebäude, das überwiegend für Andachten, nicht zur Ausübung regelmäßiger Gemeindegottesdienste bestimmt ist.

Kapelle (evangelische Kirche): Ein Gottesdiensten dienendes Gebäude kleiner Gemeinden, die keine eigenständige Pfarrstelle besitzen.

Kapelle (freikirchlich): Im deutschen Sprachraum eine Bezeichnung für einen gottesdienstlichen Versammlungsort einer Freikirche; die Größe des Gebäudes ist in diesem Zusammenhang unerheblich.

Kapelle (kirchenrechtlich): Ein Gebäude oder Gebäudeteil, der kirchlichen Zwecken dient, rechtlich jedoch kein Kirchengebäude darstellt.

Kapellenerker (historisch): Ein häufig eingeschossiger, geschlossener Fassadenvorbau in einem oberen Stockwerk, in dem sich ein Altar bzw. eine Hauskapelle befand. Kapellenerker waren bei Burggebäuden, Schlössern und in Häusern wohlhabender Bürger verbreitet. Sofern sich der Erker über mehrere Stockwerke erstreckte, nahm der Kapellenbereich das oberste Geschoss ein.

Kapellenkranz: Ein Abfolge von mehreren → Kapellen, die von einem → Chor bzw. Chorumgang abstrahlen.

Kapitaldeckungsgrad: Englisch »Debt Service Cover Ratio«. Die Relation gibt an, wie viel Prozent des Kapitaldienstes (Amortisation / Tilgung und Zins) durch die Jahresnettokaltmiete (Reinertrag) gedeckt sind.

Kapitalisierungszinsfuß: Siehe → Kapitalisierungszinssatz (Grundstückswertermittlung, Ertragswertverfahren).

Kapitalisierungszinssatz (Grundstückswertermittlung, Ertragswertverfahren): Ein Zinssatz, mit dem der jährliche Nettomietertrag abgezinst wird. Die Basis bietet ein sogenannter »risikoloser Zinssatz« (in Deutschland gelten Bundesobligationen als risikofrei). Auf diesen werden je nach Immobiliensegment und fallbezogener Standort- und Objektqualität Aufschläge vorgenommen. Vielfach wird angesichts vergleichsweise komplexer Transaktionen usw. der eine oder andere Prozentpunkt zusätzlich aufgesattelt.

Kapitel (Sakralarchitektur): Die Kurzform von »Kapitelsaal«. Ein klösterlicher Versammlungsraum bzw. die zentrale Begegnungsstätte einer christlichen Klostergemeinschaft.

Kapitelhaus: Das einer Bischofs-, Kloster- oder Stiftskirche angegliederte bzw. zugeordnete Versammlungsgebäude für Klerus und / der Domkapitel.

Kapitell: Der oben an den Schaft anschließende Abschluss von → Säulen, → Pfeilern und → Pilastern. Kapitelle sind deutlich herausgearbeitete, oft reichhaltig verzierte bauliche Elemente, die bei Säulen optisch zwischen rundem Schaft und einer rechteckigen / quadratischen Deckplatte vermitteln.

Kapitell, achämenidisches: Eine andere Bezeichnung für das persische Kapitell.

Kapitell, persisches: Ein → Kapitell (betonter oberer Säulenabschluss), das zweiköpfige Tiere – insbesondere Löwen und Stiere – oder (seltener) zweiköpfige Tiermenschen darstellt.

Kapitelsaal: Ein großer klösterlicher Versammlungsraum bzw. die zentrale Begegnungsstätte einer christlichen Klostergemeinschaft.

Kaplanei: Die Wohnstätte bzw. das Wohnhaus eines Kaplans.

Kaponniere (Festungsbau): Ein losgelöst von anderen Werken frei im Festungsgraben errichtetes, meist zweistöckiges Werk, das es ermöglicht, den Graben in beide Richtungen zu bestreichen. An den auf die Grabenlängsachse ausgerichteten Seiten befinden sich → Ausfallhöfe. Derartige Werke sind über eine → Poterne zugänglich. Deutsche Entsprechungen sind »Grabenkoffer« und »Grabenwehr«.

Kappe (Gewölbe): Die beiden dreieckigen Segmente eines → Tonnengewölbes zwischen den Eckpunkten von → Schildwand und → Gewölbescheitel.

Kappe, Böhmische: Eine zur Überdeckung quadratischer bzw. rechteckiger Räume genutzte Gewölbeform, die als Ausschnitt eines Halbkugelgewölbes bzw. als abgeflachter Ausschnitt der Schale einer Hängekuppel aufgefasst werden kann. Gemessen an der Hängekuppel weist die Böhmische Kappe eine geringere Höhe auf, wodurch die Stirnbögen nicht halbkreisförmig ausgeprägt sind, sondern Bogensegmente darstellen. Infolge der flachen Wölbung erzeugt die Böhmische Kappe Druck auf ihre begrenzenden Ränder, wodurch vergleichsweise starke Mauern erforderlich sind. Andere Bezeichnungen sind »Platzl-« bzw. »Platzelgewölbe« und »Stutzkuppel«.

Kappengewölbe, Böhmisches: Siehe → Kappe, Böhmische.

Kappenwindmühle: Eine → Windmühle, die aus gemauertem oder balkengefügtem Unterbau, turmähnlichem Aufbau und abschließender, drehbarer Kappe bzw. Haube besteht, an der die Flügel angebracht sind. Anders als bei → Bock- bzw. → Paltrockwindmühlen ist somit nicht das gesamte Mühlenhaus, sondern nur die Kappe in den Wind zu drehen. Kappenwindmühlen weisen regelhaft mehrere Stockwerke (Böden) auf, darunter Lagerböden und Wohnbereiche. Eine andere Bezeichnung ist »Holländerwindmühle«.

Kappgesims: Eine andere Bezeichnung für das Kaffgesims.Es handelt sich um ein bauliches Funktions- und Schmuckelement der Gotik. Das unterhalb von Fenstern befindliche, in aller Regel um Strebepfeiler geführte Gesims weist eine vorspringende, nach unten geneigte Deckplatte, eine profilierte Unterseite, Tropfkante und Hohlkehle auf.

Kapselhotel: Ein junger, in Japan aufgekommener Hoteltyp, der Gäste nicht in Zimmern, sondern in mehrreihig übereinander angeordneten Kapseln beherbergt. Die Kapseln sind waben- bzw. röhrenförmig ausgelegt und nur liegend bzw. sitzend nutzbar. Kapselhotels bieten sanitäre Einrichtungen in gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen an. Zumeist sind Aufenthaltsräume vorhanden.

Karawanserei: Ursprünglich eine an einem Handelsweg bzw. einer Karawanenstraßen errichtete, regelhaft von Mauern eingefasste Herberge, die grundlegende Versorgungsmöglichkeiten für Menschen und Tiere (Nahrung, Wasser) bereithielt. Zahlreiche dieser Plätze entwickelten sich zu Marktorten.

Karawanseray: Eine im Deutschen seltene Schreibweise von → Karawanserei.

Karbonatisierung (Beton): Ein von innen nach außen gerichteter chemischer Prozess, der durch Reaktion von Kohlendioxid und Wasser bzw. Wasserdampf ausgelöst wird. Zunächst entsteht Kohlensäure. Diese verbindet sich mit Kalkhydrat zu Kalkstein bzw. Kalziumkarbonat und Wasser. Im Zuge dieses Prozesses verliert der Beton sein alkalisches Milieu. Der Beton wird durch die Entstehung von Kalkstein zwar tendenziell gestärkt, doch kommt es bei vorhandener Stahlarmierung zu einer (beschleunigten) Korrosion, die zu einer massiven Schädigung des Stahlbetons führen kann.

Kardätsche (Putzbearbeitung): Zumeist als »Reibebrett« bezeichnet. Es handelt sich um ein Werkzeug in Form einer rechteckigen Platte mit mittig befestigtem Handgriff. Die Kardätsche wird zum Abziehen angeworfenen → Putzmörtels und zum Glätten aufgebrachten → Estrichs verwendet. Hergestellt wird das Werkzeug gewöhnlich aus hochwertigem Kiefernholz oder rostfreiem Stahl.

Karette: Im Schweizerdeutsch eine Bezeichnung der → Schubkarre.

Karner: Eine vor allem in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für ein → Ossarium bzw. → Beinhaus. Gewöhnlich bezieht sich der Begriff auf eine Friedhofskapelle, die auch als Beinhaus dient.

Karnies (Architektur): Ein aus einer Verbindung einer konvexen mit einer konkaven Formen gebildetes S-förmiges Profil.

Kartätsche: Siehe → Kardätsche (Putzbearbeitung).

Kartusche (Baukunst): Eine kleine, reichhaltig verzierte, von einem plastischen Rahmen eingefasste Fläche, die Schmuckelemente (Inschrift, Konterfei, Wappenbild usw.), trägt. Kartuschen waren u. a. im alten Ägypten sowie während der Renaissance und dem Barock ein stark verbreitetes Schmuckelement von Fassaden, Innenwänden, Portalen etc.

Karwan: Ein gewöhnlich in der → Vorburg errichtetes, oft als Vorwerk ausgelegtes Zeughaus bzw. ein Waffen- und Gerätelager in → Burgen mittelalterlicher Ritterorden.

Karyatide: Eine bildhauerische Darstellung eines aufrecht stehenden, bekleideten Mädchens im antiken Griechenland. Typisch sind hängende, zumeist an den Körper gelegte Arme. Karyatiden wurden als tragende Elemente bzw. anstelle herkömmlicher Säulen u. a. bei Tempelbauten eingesetzt. Das freistehende Gegenstück wird als »Kore« bezeichnet. Das männliche Pendant heißt »Atlant«.

Kaschierter Leerstand: Ein verschleierter Leerstand bzw. eine ungenutzte Gebäudefläche, deren Zustand durch Maßnahmen verborgen wird, die eine Belegung durch einen (zahlenden) Nutzer vorspiegeln. Typisch sind derartige Ansätze in → Einkaufszentren, die mit einem hohen Sockelleerstand zu kämpfen haben; hier bestücken benachbarte Geschäfte häufig die Schaufensterfronten leerstehender Einheiten.

Kasbah (arabisch): Ursprünglich die Bezeichnung für eine Zitadelle, also eine → Burg bzw. einen stark befestigten Bereich innerhalb einer Stadt. Der Begriff wurde teils auf außerhalb von Städten errichtete Burgen (Marokko) oder die gesamte Altstadt (Algerien) übertragen.

Kaschemme: Eine im 19. Jahrhundert aufgekommene Bezeichnung für ein mieses bzw. verrufenes Gasthaus.

Kasematte: Ein ober- oder unterirdisch angelegter, gegen Artilleriebeschuss gesicherter, überwölbter Raum einer Festungsanlage bzw. eines Festungswerkes.

Kasemattenbahn (Festungsbau): Ein in ausnehmend langen Kasemattenkomplexen eingerichtetes schienengebundenes System zum Transport von Truppen und Gütern. Ein sehenswertes Beispiel findet sich in der französischen Maginot-Linie.

Kasemattenkorps (Festungsbau): Ein Verbund bzw. räumlicher Zusammenhang mehrerer benachbarter → Kasematten.

Kaserne: Ein baulicher, regelhaft abgeschlossener bzw. zugangskontrollierter Komplex, der zur langfristigen Unterbringung militärischer oder polizeilicher Einsatzkräfte dient. Kennzeichnend ist eine vorherrschende Wohnfunktion, die auf Bereitschaftszwecke ausgelegt ist. Neben Wohngebäuden – im militärischen Bereich nach Dienstgraden getrennt – verfügen Kasernen im Allgemeinen über Versorgungsinfrastrukturen (Kantine, Wäscherei usw.), Sport- und Freizeiteinrichtungen (Sportplatz, Kasino etc.) sowie Einrichtungen zur Unterbringung und Wartung von Fahrzeugen, Waffensystemen (Hubschrauber, Jets, Panzer usw.) und technischen Gerätschaften.

Kashmere White (Gestein): Siehe → Kashmir White.

Kashmir White (Gestein): Ein fein- bis mittelkörniger, zu den Granuliten zählender Migmatit weißlich-hellgrauer Färbung, der kleine Granate einschließt. Das entgegen dem auf Nordindien verweisenden Namen im südindischen Madurai (Tamil Nadu) abgebaute Gestein wird – gut imprägniert – vielfach im Innenausbau eingesetzt.

Kasino: Eine andere Bezeichnung der Spielbank. Es handelt sich um eine auf Grundlage einer staatlichen Konzession betriebene, öffentlich zugängliche Glücksspieleinrichtung. Eine Einstufung als Spielbank – in Abgrenzung zur → Spielhalle – setzt voraus, dass Spieltische für »echte« Glücksspiele (Baccara, Black Jack, Roulette usw.) vorhanden und prägend sind.

Kasinogebäude: Ein von einer Spielbank genutztes bzw. funktional von einem Spielbankbetrieb dominiertes → Gebäude.

Kasino-Gebäude: Siehe → Kasinogebäude.

Kasinohotel: Siehe → Kasino-Hotel.

Kasino-Hotel: Ein als → Hotel zu klassifizierender Beherbergungsbetrieb, der eine Spielbankkonzession besitzt und Glücksspiele in eigens für diesen Zweck ausgestatteten Räumlichkeiten anbietet. In großen Glücksspielzentren, voran Macau (Macao) und Las Vegas, repräsentieren Casinos die Haupteinnahmequelle der Hotellerie; im Grunde stellt sich die Hotelfunktion als ein den Glücksspielbetrieb unterstützendes Leistungsangebot dar. Neben klassischen Spielbank-Angeboten kennzeichnen diese Kasinos mehrheitlich oft riesige, von Spielautomaten beherrschte Bereiche, die auf Massenumsatz ausgerichtet sind.

Kaskade: Ein künstlich geschaffener, mehrstufiger Wasserfall, der vor allem in der renaissance- und barockzeitlichen Gartenarchitektur eine bedeutende gestalterische Rolle spielte.

Kasr (arabisch): Eine → Burg bzw. eine befestigte Anlage. Im Maghreb steht das Wort vor allem für befestigte Dörfer.

Kassenzone (Einzelhandel): Der Bereich unmittelbar um die – bei großflächigen Einzelhandelsbetrieben üblicherweise in Reihe geschalteten – Kassen. Die Kernbereiche von Kassenzonen sind regelhaft mit Ständern bzw. Regalen bestückt, um Schnelldreher bzw. Impulsartikel anzubieten; zunehmend werden auf Podesten / Tischen usw. Sonderangebote platziert. Die Kassenzone kennzeichnen überdurchschnittliche → Raumleistungen.

Kassette (Baukunst): Ein vertieftes viereckiges Deckenfeld bzw. eine entsprechende Vertiefung in einem Gewölbe oder einer Bogenlaibung.

Kassettendecke (Architektur): Ein oberer, aus flächenhaft aneinandergereihten, vertieften Viereckfeldern bestehender bzw. ein entsprechend verkleideter Raumabschluss.

Kastell (römisches Reich): Ein befestigtes Lager römischer Kampfeinheiten. In einfacher Form wurden Kastelle als kurzfristig genutzte Befestigungen bzw. Marschlager auf Feldzügen errichtet. Vielfach entstanden sie als Standlager, als dauerhaft genutzte, stark befestigte Stationierungsorte römischer Besatzungseinheiten. Kastelle wurden ursprünglich nach einem starr eingehaltenen Regelgrundriss angelegt; in späterer Zeit erfolgten – zumindest bei Standlagern – zunehmend Anpassungen an die jeweilige Topographie. Viele Elemente wiederholten sich dennoch. Die gewöhnlich abgerundeten Ecken der zumeist rechteckigen Umwallung nahmen Türme ein; jede Flanke besaß ein Tor, die jeweils zwei Tore verbindenden Straßen kreuzten sich dem entsprechend im Zentrum. Innerhalb der Umwallung umlief eine Umfassungsstraße die Innenbebauung. Neben einem Stabsgebäude, Soldatenunterkünften und Stallungen enthielten größere Standlager gewöhnlich Güter-, Waffen- und Gerätelager, Werkstätten, Lazarette, zumeist auch eine Therme. Ab dem 3. Jahrhundert entstanden zunehmend schwerer befestigte Kastelle.

Kastellan (historisch): Eine mit der Verwaltung einer → Burg, eines → Schlosses oder → Palastes betraute Person mit Befehlsgewalt, teils auch gerichtlicher Zuständigkeit. In deutschen Territorien waren Kastellane Reichsbeamte oder adlige Dienstmänner.

Kastellan (moderner Sprachgebrauch): In Entsprechung der historischen Eigenschaft werden Verwalter von Burgen und Schlössern bis heute mit dieser Bezeichnung belegt. Zumeist bezieht sie sich inzwischen jedoch auf im jeweiligen Gebäude wohnende Hausmeister öffentlicher Bauten (Schulen usw.).

Kastellburg: Eine während der Kreuzzüge im Mittelmeergebiet entwickelte Burgform, deren Anlage sich an römerzeitlichen Kastellen orientierte. Voll entwickelte Kastellburgen verbreiteten sich Hand in Hand mit dem Einsatz von Feuerwaffen. Sie besitzen mehrheitlich quadratische, teils auch polygonale Grundrisse. Die Gebäude sind an den Innenseiten der Außenmauern angeordnet, die Mauerecken häufig durch Türme verstärkt. Das Tor bzw. besonders gefährdete Mauerabschnitte besitzen zumeist vorgelagerte Gräben.

Kasten (Möbel): Ein in Österreich und der deutschsprachigen Schweiz gebräuchlicher Begriff für »Schrank«.

Kastenbank: Ein kombiniertes Sitz- und Aufbewahrungsmöbel, das sich im Mittelalter verbreitete.

Kastenfenster: Ein Fenstertyp mit zwei, in größerem Abstand hintereinander angeordneten Glasfronten, deren Rahmen eine konstruktive Einheit bilden. Rahmen und Glasflächen sind so angeordnet, dass sie einen kastenartigen Raum bilden. Die Fensterflügel sind unabhängig voneinander zu öffnen; moderne Kastenfenster verfügen gewöhnlich über einen Mechanismus, der eine parallele Bedienung gestattet.

Kastenmühle: Eine auf dem Einsatz von Windkraft beruhende → Mühle, die aus einem Stützgestell (Bock), einem starken Pfahl und einem Hauskörper besteht, der die Mahleinrichtung beinhaltet. Das Mühlenhaus sitzt dabei auf dem Pfahl, der es ermöglicht, die gesamte aufsitzende Einheit in den Wind zu drehen. Eine bekanntere Bezeichnung ist »Bockwindmühle«.

Kastenofen: Ein gusseiserner Heizofen, der aus einer gewöhnlich schmalen Frontplatte, zwei tief ausgelegten Seitenplatten sowie Deck- und Fußplatte bestand; die Rückfront war mit einem Nachbarraum verbunden, von dem aus der Ofen beschickt wurde. Diese »Fünfplattenöfen« waren also Hinterlader. Ihr Manko: Ein großvolumiger, nur aus einer Kammer bestehender Brennraum. Kurz: Der Kastenofen besaß einen unbefriedigenden Wirkungsgrad. Mitte des 16. Jahrhunderts traten → Aufsatzöfen die Nachfolge an.

Kastenrinne (Dach): Eine → Dachrinne mit rechteckigem Querschnitt.

Kastvogt (historisch): Ein auf das Alemannische zurückgehender mittelalterlicher Titel. Er bezeichnet einen weltlichen Feudalherren, der die Schutzaufsicht über ein Kloster oder Stift ausübte. Der durch Abgaben entlohnte Kastvogt übernahm Aufgaben im Bereich von Wirtschaftsführung und Gerichtsbarkeit.