Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu K – Kan

Kabäuschen: Ein → Zimmer mit sehr kleiner Nutzfläche, das zumeist nur Raum für Stuhl und Schreibtisch oder Bett und Nachttisch bietet.

Kabel: Ein dichter Verbund mehrerer Drähte oder optischer Leiter sowie ein Einzeldraht oder einzelner Leiter, der jeweils von einer isolierenden Hülle umgeben ist.

Kabelkanal (konstruktiv): Ein konstruktiver Leerraum bzw. eine Aussparungen in Wänden, Decken oder Böden zur Verlegung elektrischer Kabel.

Kabelkanal (System): Ein aus rechteckigen, aus Kunststoff oder Metall gefertigten Hohlkörpern bzw. »Rohren« bestehendes Stecksystem, durch das elektrische Kabel geführt werden (können).

Kabinettgut: Ein landwirtschaftlicher Großbetrieb (→ Gut) im privaten Eigentum eines Fürsten.

Kabuff: Bezeichnung für einen kleinen bzw. engen Raum mit schlechter natürlicher Belichtung. Gehoben wird auch von »Gelass« gesprochen.

Kachel (allgemein): Eine keramische bzw. gebrannte und glasierte Fliese.

Kachel (Ofen): Eine kleine, gebrannte, glasierte, regelhaft frostempfindliche Tonplatte. Häufig sind die Oberflächen dreidimensional ausgeformt, wodurch die abstrahlende Fläche vergrößert wird; zudem dienen entsprechende Gestaltungen Zierzwecken.

Kachelofen: Ein bis ins 19. Jahrhundert nahezu ausschließlich mit Holz befeuerter Heizofen, dessen frühe Form sich als kuppelartiges Gebilde darstellte, dessen zumeist aus Lehm gefertigte Einhausung lückenhaft mit Kacheltöpfen besetzt war. Da Kacheln Wärme besser abgeben als Lehmwände, wurde schließlich der gesamte Ofen mit quadratischen Kacheln verkleidet (die eine vollflächige Bedeckung ermöglichen). Seit dem 19. Jahrhundert wurde der Feuerungsraum zunehmend mit Schamottestein ausgekleidet. In Europa wurden Frühformen der Ofenkachel im Alpenraum gefunden, was nahelegt, dass der Kachelofen dort seinen Ursprung hat; er dürfte im ausklingenden 11. Jahrhundert n. u. Z. entstanden sein.

Kadettenanstalt: Eine auf eine militärische Laufbahn vorbereitende, zumeist internatsähnliche Schule.

Kadettenschule: Siehe → Kadettenanstalt.

Kaff: Eine abfällige Bezeichnung für ein (verschlafenes) → Dorf.

Kaffeehaus: Die nahezu ausschließlich in Österreich erhalten gebliebene begriffliche Entsprechung von »Café«. Gleichbedeutend sind beide Begriffe nur bedingt, insofern das Kaffeehaus in Österreich, hierbei insbesondere in Wien, eine kulturelle Einrichtung repräsentiert, die zu langen, von Lesen, Schreiben, Spielen usw. geprägten Aufenthalten einlädt. Das »Leitgetränk« ist – dem Namen entsprechend – Kaffee, der in vielerlei Sorten und Spielarten serviert wird. Typischerweise werden Back- und Konditoreiwaren angeboten. Viele Kaffeehäuser sind wertig, vielfach historisch oder historisierend eingerichtet bzw. ausgestattet.

Kaffeeplantage: Eine großflächige landwirtschaftliche Nutzungseinheit, die auf einer planmäßigen Anpflanzung von Kaffeesträuchern sowie deren Hege und Pflege beruht. Kennzeichnend ist eine arbeitsintensive, absatzorientierte Massenerzeugung in Monokultur. Im weiteren Sinn bezeichnet der Begriff nicht nur die Anbaufläche, sondern auch erschließende Wege und Straßen sowie Betriebs- und Wohngebäude.

Kaffgesims: Ein bauliches Funktions- und Schmuckelement der Gotik. Das unterhalb von Fenstern befindliche, gewöhnlich um Strebepfeiler geführte Gesims weist eine vorspringende, nach unten geneigte Deckplatte sowie eine profilierte Unterseite auf und ist mit Tropfkante und Hohlkehle versehen. Es wird auch als »Kappgesims« bezeichnet.

KAGB (Finanzen, Deutschland): Steht für »Kapitalanlagegesetzbuch«.

Kähner: In mundartlich alemannisch geprägten Gebieten eine Bezeichnung der → Dachrinne.

Kai: Eine belastbare, (nahezu) senkrechte Ufermauer in See- und Flusshäfen sowie an Kanälen, die zum Laden und Entladen (Löschen) von Schiffen dient. Die Mauern sind massiv gefügt oder bestehen aus Pfahlrosten.

Kaiserpfalz: Eine an sich unkorrekte Bezeichnung für königliche → Pfalzen. – Klingt verwirrend, leuchtet jedoch ein, wird bedacht, dass diese Pfalzen unmittelbar mit der Königswürde verbunden waren bzw. königlichen Regierungsaufgaben und Machtansprüchen dienten. Sie waren also unabhängig von der päpstlicherseits durchgeführten Kaiserkrönung, die als formaler Akt aufzufassen war. Klingt verwirrend, leuchtet jedoch ein, wird bedacht, dass diese Pfalzen unmittelbar mit der Königswürde verbunden waren bzw. königlichen Regierungsaufgaben und Machtansprüchen dienten. Sie waren also unabhängig von der päpstlicherseits durchgeführten Kaiserkrönung, die als formaler Akt aufzufassen war.

Kaiserstiel: Ein senkrecht ausgerichteter, aus witterungsbeständigem Material hergestellter, stangenartiger Aufsatz, der bei verbreitet Turmdächern zu finden ist; er trägt z. B. bekrönende Statuen oder Wetterfahnen.

Kaiserthermen (antikes Rom; Pluralform) Eine Fortentwicklung der »klassischen« → Thermen, die zunehmend zu einem baulich ins Monumentale gesteigerten Komplex ausgeformt wurden. Kaiserthermen beinhalteten eine größere Anzahl von Kalt- und Warmwasserbecken in verschiedenen Formaten, daneben Dampfbäder, Saunen, Sportstätten, Ruheräume, Schönheits- und Massageeinrichtungen, zudem Bibliotheken, Wandelgänge, Ladenzeilen und gastronomische Einrichtungen.

Kaizunge: Eine bildhafte Bezeichnung für → »Pier«. Eine langgestreckte, seitlich mit Holz, Stahl oder Stahlbeton befestigte, in ein Hafenbecken, einen Fluss oder Kanal gelegte Aufschüttung, die regelhaft in einem 90-Grad-Winkel von einem → Kai ausgeht. Die Oberfläche ist meist asphaltiert oder betoniert. Piers dienen dazu, die Anzahl von Anlagestellen für Schiffe zu erhöhen.

Kakaoplantage: Eine ausgedehnte landwirtschaftliche Nutzungseinheit, die auf einer planmäßigen Anpflanzung von Kakaosträuchern sowie deren ertragsorientierter Pflege gründet. Kennzeichnend ist eine arbeitsintensive, absatzorientierte Massenerzeugung in Monokultur. Im weiteren Sinn bezeichnet der Begriff die Gesamtheit von Anbauflächen, erschließenden Wegen und Straßen sowie Betriebs- und Wohngebäuden.

KaK-Grundsatz: Ein Prinzip der Handelsimmobilienplanung, das darauf abzielt, zwischen Stellplätzen und Kassenbereich anfallende Kundenwege möglichst kurz zu halten; es kommt insbesondere mit Blick auf großflächige Betriebe zur Anwendung, hierbei vorrangig in Bezug auf solche, die von Mengenkäufen oder dem Vertrieb sperriger Produkte gekennzeichnet sind.

Kakou (Holz): Eine an der Elfenbeinküste verbreitete Bezeichnung des → Azobe bzw. → Bogossi.

KaK-Prinzip: Siehe → KaK-Grundsatz.

Kalasha (der): Eine vasenähnlich ausgeformte Spitze hinduistischer Tempel im nördlichen Indien.

Kälberzahn: Ein selten verwendete Bezeichnung für → Gutta.

Kalefaktorium: 1. Ein beheizbarer Raum bzw. die Wärmestube eines Klosters. 2. Der Heizungsraum unter der Wärmestube.

Kalenderbau: Siehe → Kalenderbauwerk.

Kalenderbauwerk: Ein während der Jungsteinzeit aufgekommener Bauwerkstyp, dessen Ausrichtung bzw. Elemente zur Erfassung astronomischer Phänomene diente, die es gestatteten vor allem in Zusammenhang mit dem Ackerbau wichtige Zeitpunkte zu bestimmen.

Kalk, gebrannter: Eine andere Bezeichnung für Calciumoxid bzw. Brannt- oder Ätzkalk. Es handelt sich um einen puderigen, stark exotherm mit Wasser reagierenden Stoff. Gebrannter Kalk wird vor allem bei der Herstellung von Kalksandstein sowie als Zugabe zu Mörteln und Putzen verwendet.

Kalk, ungelöschter: Siehe → Kalk, gebrannter.

Kalksandstein: 1. Ein natürlich vorkommendes Sedimentgestein, das sich im Wesentlichen aus Sand und Calciumcarbonat zusammensetzt. 2. Ein künstlich aus Sand und zugegebenem Calciumsilikathydrat hergestellter Stein hoher Dichte und Druckfestigkeit, der u. a. als Mauerstein und Verblender verwendet wird.

Kalksandsteinmauerwerk: Ein aus zumeist künstlich erzeugten → Kalksandsteinen und Mörtel hergestelltes → Mauerwerk.

Kalktuff: Ein poröses, relativ leichtes sekundäres Sedimentgestein, das u. a. im Gewölbebau verwendet wurde.

Kalktuffstein: Siehe → Kalktuff.

Kalotte (Tunnelbau): Das scheitelnahe Drittel des Tunnelquerschnittes.

Kaltasphalt: Ein u. a. Fluxbitumen und Edelsplitt beinhaltendes Mischgut, das ohne thermische Behandlung verarbeitungsfähig ist.

Kaltdach: Diesen Dachtypus kennzeichnet ein (mindestens) zweischaliger Aufbau. Die Hinterlüftung der Dachaußenhaut erfolgt im Bereich der Dachlattung bzw. Konterlattung. Der Aufbau stellt sich folgendermaßen dar: Die Dachsparren werden mit Brettern verschalt, diese mit einer diffusionsoffenen Spannbahn versehen. Es folgt die Konterlattung, die u. a. zur Befestigung der Lagerlattung dient. Die Sparrenzwischenräume werden mit Dämmmaterial verfüllt. Dem Innenraum zugewandt, folgt eine Dampfsperre, dieser regelhaft eine Innenverkleidung.

Kältebrücke: Eine verbreitete, jedoch unkorrekte Bezeichnung der → Wärmebrücke.

Kaltfräse (Asphaltbau): Eine mit Fräswalzen und Ladeband bestückte Baumaschine, die es ermöglicht Asphaltschichten im Fahrbetrieb abzutragen, ohne die gesamt Asphaltdecke zu entfernen. Der Name rührt daher, dass die Maschine – anders als ihr Vorgänger, die Warmfräse – keine vorherige Erwärmung der Asphaltdecke erforderlich macht.

Kalziumsilikatplatte: Eine formstabile, zur Wärmedämmung eingesetzte Platte, deren Hauptbestandteile Calciumoxid, Siliziumdioxid, Zellulose und Wasserglas sind. Die Platte ist auch unter der Bezeichnung »Klimaplatte« bekannt.

Kalziumsilikat-Platte: Siehe → Kalziumsilikatplatte.

Kam (Wohnen / Gewerbe): Eine in Inseraten gebräuchliche Verkürzung von → »Kamin«.

Kamelit: Eine umgangssprachliche Bezeichnung der → Mineralwolle.

Kamelitwolle: Siehe → Kamelit.

Kameralgut: Ländereien, aus denen Landesfürsten unmittelbar, d. h. ohne Einflussnahmemöglichkeit der Landstände Erträge ziehen konnten. Andere Bezeichnungen waren »Kammergut», »Tafelgut« und – seit der Wende von 18. zum 19. Jahrhundert – »Staatsdomäne«.

Kamin (Feuerstätte): Ein Nachfolger der ursprünglich offenen Feuerstätte und Vorläufer des Ofens. Der Kamin kam im 10. Jahrhundert in Südeuropa auf. Er bildet eine dreiseitige, gleichsam an die Wand gerückte Einhausung der Feuerstelle und zugleich deren Rauchabzug. Da Kamine keine wärmespeichernden Bauteile besaßen, entfalteten sie eine mäßige Heizleistung; die fühlbare Raumerwärmung beschränkte sich im Wesentlichen auf den unmittelbaren Nahbereich.

Kamin (Rauchabzug): In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz geläufiger Begriff für »Schornstein«. Ein gewöhnlich senkrecht errichteter Hohlbau, der Gebäuden aufsitzt oder seitlich an ihnen hochgezogen ist. Er dient dazu, in Öfen bzw. Verbrennungsanlagen entstehenden Rauch nach außen abzuleiten.

Kaminofen: Ein → Ofentyp, der seinen Namen einem Kennzeichen des Kamins verdankt: der Sichtbarkeit des Feuers. Ofentypisch handelt es sich um eine Vorrichtung zur Wärmeerzeugung, die eine Feuerstelle vollständig umschließt, also eine Brennkammer besitzt. Anders als der Kamin steht er in aller Regel im Raum, wird nur selten eingebaut. Ausgelegt ist er auf die Verfeuerung von Kohlen, Holz und Torf. Die Sichtbarkeit des Feuers gewährleisten verbaute Glaselemente.

Kammer (rechtlich, berufsbezogen): Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, der Angehörige bestimmter Berufsgruppen oder Branchen angeschlossen sind. Beispiele bieten Architekten-, Handwerks- oder Industrie- und Handelskammern.

Kammer (Wohnergänzungsnutzung): Ein kleiner Raum in einem Haus oder einer Wohnung, der nicht unmittelbar der Wohnnutzung dient, sondern für Wohnergänzungsnutzungen herangezogene wird. Beispiel: eine Speisekammer.

Kammer (Wohnraum): Eine ältere Bezeichnung für einen kleinen, von anderen Wohn- und / oder Nutzungsbereichen abgesetzten Wohnraum.

Kammerfach: Beim niederdeutschen Hallenhaus ein hinter der Herdwand anschließender Bereich, der eine Zimmerreihe beinhaltet, deren Raumhöhe geringer ist als jene von → Flett und → Diele.

Kammergut: Siehe → »Kameralgut«.

Kammertor (Burgenbau): Eine Abfolge von zwei oder mehr hintereinander geschalteten, durch Mauern verbundenen Toren. Die Anordnung ergibt eine eingefasste Fläche (Kammer). Kammertore entstanden zumeist, indem der Ringmauer ein Tor vorgesetzt wurde.

Kämpfer: Der oberste Teil eines Bogen- oder Gewölbewiderlagers bzw. der letzte lotrechte Stein, der unter einem zum Bogen selbst gehörenden Stein sitzt. Auch lasttragende, aus Mauern kragende Steine werden als Kämpfer bezeichnet. Ein anderer Name ist »Impost«.

Kämpfer (Brückenbau): Das Widerlager einer → Bogen- oder → Gewölbebrücke.

Kämpfer (Sturz): Eine im Schweizerdeutsch gängige Bezeichnung für einen → Tür- oder → Fenstersturz.

Kämpferfenster: Eine andere Bezeichnung für ein über dem Hauptfenster anschließendes Oberlicht. »Kämpfer« bezeichnet in diesem Zusammenhang den unteren Anschlag des Oberlichts, den Riegel, der es von der unteren Fensterfläche absetzt.

Kämpferfundament: Die heute übliche Bezeichnung für ein → Widerlager einer → Bogen- bzw. → Gewölbebrücke.

Kämpfergesims: Ein fortlaufendes Band von → Kämpfern bzw. lastragenden Kragsteinen an Mauern.

Kämpferstein: Der erste, auf dem → Kämpfer (Widerlager) aufsetzende Stein eines → Bogens oder → Gewölbes. Andere Bezeichnungen sind »Anfänger« und »Anfängerstein«.

Kampfhäuschen (Burgen- / Festungsbau): Eine seltener verwendete Bezeichnung für einen → Scharwachtturm; u. a. auch »Pfefferbüchse« oder »Wiekhaus« genannt.

Kanal (Abwasserwirtschaft): Ein künstliches, zur Abführung von Schmutz-, Regen- oder Schmelzwasser geschaffenes unter- oder oberirdisches Gerinne.

Kanal (Bewässerung): Ein künstliches unter- oder oberirdisches Gerinne, das dazu dient, landwirtschaftliche Nutzflächen mit Wasser zu versorgen.

Kanal (Kabel, konstruktiv): Konstruktive Leerräume bzw. Aussparungen in Wänden, Decken oder Böden zur Verlegung elektrischer Kabel.

Kanal (Wasserweg): Ein künstlich geschaffener oder massiv überformter natürlicher Wasserlauf, der auf die Nutzung durch Wasserfahrzeuge zugeschnitten ist. Typischerweise werden Kanäle geschaffen, um Verbindungen zwischen ansonsten getrennten Wasserkörpern bzw. Fließgewässern herzustellen, oder bestehende Verbindungen schiffbar zu machen.

Kanalisation (gegenständlich): Eine unterirdische, stollenähnliche Anlage bzw. ein entsprechendes System zur Sammlung und Ableitung von Ab-, Schmutz-, Regen- und Schmelzwasser. Verbreitete Bestandteile moderner Kanalisationen sind Absperr- und Pumpeinrichtungen sowie mechanische Reinigungsanlagen.

Kanalisation (prozessual): Meist als »Kanalisierung« bezeichnet. Der Bau bzw. die Anlage einer Kanalisation.

Kanalisierung: Der Bau bzw. die Anlage einer Kanalisation.

Kanaltrasse: Der Verlauf bzw. die Führung eines Kanals.

Kanaltrassierung: Die Festlegung des Verlaufs bzw. der Geländeführung eines Kanals.

Kannelur (die): Eine senkrechte Furche bzw. Rille, die vor allem als durchlaufendes Gliederungselement von Säulenschäften, Pfeilern und Pilastern dient.

Kannelüre: Siehe → Kannelur und → Kannelierung.

Kannelure: Siehe → Kannelur und → Kannelierung.

Kannelierung: Eine (umlaufende) Abfolge von → Kanneluren bzw. senkrechten Furchen, die bereits während der Antike zur Gestaltung von Säulen diente.

Kanonenhof (Festungsbau): Eine im Flankenbereich einer → Bastion zum Schutz der → Kurtine und der gegenüberliegenden → Face eingerichtete Geschützstellung. Die meisten Bastionen werden durch zwei einander deckende, häufig mit mehreren Batteriegeschossen versehene Kanonenhöfe gedeckt.

Kanonenofen: Ein um 18. Jahrhundert zunehmend verbreiteter, aus Gusseisen hergestellter Ofentyp. Seinen Namen verdankte er der an ein aufrecht gestelltes Kanonenrohr erinnernden Form. Dieser zylindrische, auf die Verfeuerung von Kohle ausgelegte Ofen besitzt eine über einem Rost befindliche Brennkammer und regelhaft zwei verschließbare Öffnungen, nämlich eine zur Beschickung und eine zweite auf Höhe des unten eingesetzten Aschekastens.

Kanonenscharte (Festungsbau): Eine Öffnung in einem Befestigungswall bzw. einer → Kasematte, die einen Beschuss des Feindes mit einer Kanone bzw. einem Artilleriegeschütz ermöglichte.

Kante, warme (Fenster, Türen, allgemein): Eine Einfassung des Glases, die eine erhöhte Wärmedämmung verbürgt.

Kante, warme (Mehrscheibenisolierglas): Eine Randkante, bei welcher der Glasscheibenabstand von einem aus wenig wärmeleitfähigen Stoffen gefertigten Halter gewährleistet wird.

Kantenstein: Ein im ostdeutschen Raum verbreiteter Ausdruck für »Bordstein«. Er bezeichnet ein bauliches Element im Straßen- und Wegebau, das eingesetzt wird, um verschiedene Bereiche des Straßenraumes voneinander abzusetzen sowie Fahrbahn- und Gehsteigränder zu befestigen. Bordsteine werden regelhaft aus → Beton oder Naturstein – insbesondere widerständigem → Granit – hergestellt.

Kantholz: Ein in einen rechteckigen oder quadratischen Querschnitt übergeführtes → Vollholz.

Kantine: Eine regelhaft in Selbstbedienungsform und auf Grundlage mehrerer Zeitfenster geführte, zumeist saalartige Speisegaststätte, die sich in einem Unternehmensgebäude oder einer öffentlichen Einrichtung befindet oder diesen Gebäuden / Komplexen angegliedert ist.

Kantonal genehmigtes Formular (Mietwesen, Schweiz): Ein amtliches, von einem Kanton genehmigtes Formular, das ein Vermieter dem Mieter zustellen muss, um Anpassungen des → Mietzinses, beabsichtigte Vertragsänderungen oder Kündigungen durchsetzen zu können. Anderweitige Mitteilungsformen gelten als nichtig.

Kantonierter Pfeiler: Ein im Kern polygonaler oder rechteckiger → Pfeiler mit angesetzten Halb- oder Dreiviertelsäulen oder anderweitig geformten Vorlagen.

Kantonierung (Architektur, Besatz): Der Besatz von Pfeilerkanten oder Mauerecken mit Rundstäben oder Halbsäulen.

Kantonierung (Architektur, Bündelung): Eine Bündelung von vier Dreiviertelsäulen bzw. Diensten mit einem zentralen Pfeiler bzw. einer entsprechenden Säule.

Kantstein: Eine in norddeutschen Regionen gebräuchliche Bezeichnung für »Bordstein«. Es handelt sich um ein bauliches Element im Straßen- und Wegebau, das dazu dient, verschiedene Bereiche des Straßenraumes voneinander abzusetzen sowie Fahrbahn- und Gehsteigränder zu befestigen. Bordsteine werden regelhaft aus → Beton oder Naturstein – insbesondere widerständigem → Granit – hergestellt.

Kantzapfen (Zimmermanns- / Tischlerwesen): Namensgemäß ein eckiger bzw. recheckiger bzw. quaderförmiger → Zapfen, der eine verdrehungsfreie Holzverbindung gestattet. Der Zapfenform entsprechend dient ein gestemmter oder gefräster Schlitz als aufnehmendes Gegenstück.

Kanzel (Sakralarchitektur): Ein herausgehobenes, über den Gläubigen befindliches Gebilde, das seit dem 13. Jahrhundert in christlichen Kirchen, aber auch in → Moscheen auftritt. Diese zumeist ein bis zwei Geistlichen Raum bietende, über eine Treppe erreichbare, mit einer brüstungsartigen Einfassung versehene Plattform dient als Verkündigungs- bzw. Predigtort. Kanzeln bestehen regelhaft aus Holz oder Stein. Im christlich geprägten Kulturkreis besitzen sie überwiegend mehreckige, vielfach achteckige Grundrisse. Gewöhnlich befinden sie sich innerhalb des altarnahen Bereiches einer Kirche, wo sie einige Meter über dem Boden an einer Säule oder zwischen zwei Säulen angebracht sind.

Kanzelbaldachin: Zumeist gleichbedeutend mit → »Schalldeckel« und → »Kanzelhimmel« verwendet, wobei der Begriff tendenziell das schmückende Moment betont.

Kanzeldach: → Kanzelhimmel (Sakralarchitektur).

Kanzelhaube: → Kanzelhimmel (Sakralarchitektur).

Kanzelhimmel (Sakralarchitektur): Eine Überdachung einer → Kirchenkanzel, die dazu diente, die Stimme eines Prediger bzw. Geistlich durch Schallreflexion weithin vernehmlich werden zu lassen. Der Kanzelhimmel wird – weniger blumig – auch als »Schalldeckel« bezeichnet.