Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu J

Jagamohan: Eine Vor-, Empfangs- und Versammlungshalle hinduistischer Tempel im indischen Bundesstaat Orissa. Ein prominentes Beispiel bietet der Jagannath-Tempel in Puri.

Jagdhaus: Ein dauerhaftes, aus Holz und / oder Stein errichtetes Gebäude mit zumeist gehobener Ausstattung, das als zeitweilige Unterkunft von Jägern bzw. Jagdgesellschaften dient.

Jagdhütte: Ein minimalistischen Ansprüchen genügendes, innerhalb eines Jagdgebietes errichtetes Gebäude auf Holzbasis, das als zeitweilige Unterkunft einzelner Jäger oder kleiner Jagdgruppen genutzt wird.

Jagdpächter: Eine jagdberechtigte Person, die sich das Jagdrecht an einem → Eigenjagdbezirk, einem gemeindlichen Jagdbezirk oder Revieranteile an einem Staatsforst (Bund, Land) sichert bzw. gesichert hat. Die jeweiligen Bedingungen werden in einem → Pachtvertrag festgelegt. Diese Übereinkunft beinhaltet u. a. Regelungen zur Höhe des zu entrichtenden Entgeltes (Pachtzins) sowie zur Dauer der vereinbarten Nutzungsüberlassung.

Jagdschloss: Ein ursprünglich auf Anweisung eines adligen Bauherren errichtetes → Schloss bzw. schlossartiges Bauwerk, das zumeist als repräsentative Unterkunft für größere Jagdgesellschaften diente. In späterer Zeit entstanden teils entsprechende Bauwerke im Auftrag von Großbürgern bzw. Industriellen.

Jagdverpächter: Eine natürliche oder juristische Person, die ein Jagdrecht innerhalb eines bestimmten Gebietes gegen Entgeltzahlung an eine jagdberechtigte Person bzw. einen entsprechenden Personenkreis vergibt. Bei dem Gebiet kann es sich um einen → Eigenjagdbezirk, einen gemeindlichen Jagdbezirk oder Teile eines Staatsforstes (Bund, Land) handeln. Die jeweiligen Bedingungen der Nutzungsüberlassung werden in einem → Pachtvertrag geregelt. In diesem werden u. a. die Höhe des zu entrichtenden Entgeltes (Pachtzins) sowie die Laufzeit des Vertrages festgelegt.

Jagdwaffenmanufaktur: Ein Gebäude oder Gebäudekomplex, das bzw. der auf die Anforderungen einer personalintensiven, arbeitsteiligen, von Handarbeit geprägten vorindustriellen Serienfertigung zur Jagd verwendeter Feuerwaffen ausgelegt war. Manufakturen erlebten ihre Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert.

Jägerhangar (militärisch): Eine Abstell- und / oder Wartungs- und Reparaturhalle für Jagdmaschinen.

Jali: Ein verbreitetes Gestaltungs- und Funktionselement, das vor allem in der Architektur des nördlichen Indien (Rajasthan, Uttar Pradesh, Gujarat usw.) erscheint. Es handelt sich um eine feingliedrig durchbrochene Marmor- oder Sandsteinplatte bzw. eine Verbindung filigran gearbeiteter Elemente (teils bildet Holz das Ausgangsmaterial), die als Fensterfüllung bzw. raumschließendes Gitterwerk dient. Rechts eine Aufnahme von Jalis im Maharaja-Palast von Udaipur, Rajasthan, Indien (Bild: Elmar Pfeiffer, Februar 2012).

Jalousie: Ein Sonnen- und Sichtschutz. Er besteht aus waagrecht gereihten, mit Schnüren bzw. Drähten verbundenen Lamellen aus Aluminium oder Kunststoff. Die Lamellen sind um 180 Grad drehbar, die Jalousie lässt sich heben und senken.

Jama Masjid: In Urdu die Bezeichnung für eine Freitagsmoschee. Sehenswerte Beispiele bieten die Badshahi-Moschee in Lahore (Pakistan) und die Jama Masjid in Delhi (Indien). Beide Bauwerke entstanden unter den Mogul-Kaisern.

Jami Masjid: Siehe → Jama Masjid.

Jharoka: Siehe → Jharokha.

Jharokha: Ein für die Architektur der indischen Rajputen und Mogulen typischer, an einen → Erker erinnernder → Balkon. Kennzeichnend sind verzierte Konsolen, eine Begrenzung durch → Säulen oder → Wandpfeiler, eine gewöhnlich reichhaltig verzierte Balustrade, eine aufgesetzte → Kuppel bzw. ein Pyramidendach oder ein geschwungener, vordachähnlicher oberer Abschluss. Vielfach sind Jharokhas mit → Jalis versehen. Neben Zierzwecken dienten Jharokhas vor allem als Aussichtspunkte (verschleierter) Frauen, teils auch als Ausschaupunkte für Wachen oder – bei feindlichen Angriffen – als Schützenstellung.

JM (Vermietungswesen): Eine Verkürzung von »Jahresmiete«.

Joch (griechisch-römische Architektur): Der von Mittelpunkt zu Mittelpunkt gemessene Abstand zweier Säulen oder Pfeiler, also deren Achsabstand. Dieser wird auch als »Säulenjoch« bezeichnet.

Joch (Kirchenbau): Eine Überwölbung des Schiffs romanischer und gotischer Kirchenbauwerke, die von vier im Quadrat angeordneten Pfeilern und / oder Säulen bzw. zwei Gurtbögen definiert ist.

Jochbrücke: Ein Brückentyp, bei dem der Oberbau (Gehweg, Fahrbahn) auf einer Abfolge von Pfahljochen ruht. Die Joche bestehen aus mehr oder minder schräg zur Mittelachse ausgerichteten Pfeilern und darauf befestigten Querbalken.

Josephinischer Barock: Siehe → Josephinismus.

Josephinischer Klassizismus: Siehe → Josephinismus.

Josephinischer Stil: Siehe → Josephinismus.

Josephinismus: Ein in Österreich bzw. der Donaumonarchie zwischen etwa 1760 und 1790 verbreiteter Übergangsstil zwischen Rokoko und Klassizismus. Kennzeichnend ist eine gegenüber dem Rokoko strengere, geometrisch basierte Formensprache. Benannt ist der Stil nach dem Habsburger Josef II., seit 1765 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (Deutscher Nation).

Jugendherberge: Ein einfach ausgestatteter, preisgünstiger Übernachtungsbetrieb, der sich vorwiegend an junge Menschen richtet. Die Unterbringung erfolgt regelhaft in Mehrbettzimmern.

Jugendstil (Architektur): Eine Sammelbezeichnung für baulich-gestalterische Modeströmungen, die sich gegen Leitbilder des → Historismus wandten und zwischen 1890 und 1920 verbreitet waren. Gemeinsam ist ihnen die Vorliebe für geschwungene Linienführungen, großflächige Floralelemente und eine Ablehnung alles beherrschender Symmetrien. Ein Leitgedanke war es, Fassadengestaltung, Innenausbau und Innenausstattung als harmonisches Ganzes zu entwickeln und die Kunst in den Rang einer Alltagserfahrung zu erheben. Zugleich versuchte der Jugendstil, die Funktion eines Gebäudes bzw. Bauwerkes in dessen Erscheinungsbild zu spiegeln.

Jugendstilarchitektur: Siehe → Jugendstil.

Jugendstilbaukunst: Siehe → Jugendstil.

Jungfer, Holländische: Ein Windmühlentyp, der als Weiterentwicklung der → Bockwindmühle zu erachten ist. Anstelle des Stützengestells findet sich ein gemessen am oberen Mühlenbereich ausladender hölzerner oder steinerner Unterbau, in dem Mahlgeräte, Arbeitsflächen, oft auch die Müllerwohnung unterbracht wurden. Dieser Bereich ist entweder mit einem pyramidenähnlichen Dach versehen oder entsprechend ausgeformt. Auf dieses untere Bauteil setzt ein Hohlzylinder mit durchlaufender Antriebswelle auf. Dieser drehbare Mühlenkasten trägt die Mühlenflügel. Andere geläufige Bezeichnungen für diesen Mühlentyp sind »Kokerwindmühle», »Köcherwindmühle« oder auch »Wippmühle«.

Juniorsuite (Hotellerie): Eine gegenüber »Standardzimmern« größere Gästeunterkunft, die eine Sitzgruppe beinhaltet.

Juno-Tempel: Ein der antiken (vor)römischen Schutzgöttin von Ehe und Geburt, Juno, gewidmeter → Tempel. Juno galt als Gattin des Obergottes, Jupiter.

Juparana India (Gestein): Ein Handelsname für einen indischen Migmatit, der sich durch einen rosafarbenen Grundton und eine bläulich-graue Bänderung auszeichnet. Das Gestein wird im Außen- und Innenbereich eingesetzt; aus ihm werden u. a. Fliesen, Treppenbeläge und Küchenarbeitsplatten hergestellt.

Juparana Venetia (Gestein): Eine unter mehreren Handelsbezeichnungen für einen in Brasilien gebrochenen Gneis. Das Gestein besitzt eine mittel- bis grobkörnige Struktur, ist von Biotiten und Granaten durchsetzt und spielt farblich von ockergelb bis ins leichte Rosa. Das ausnehmend widerständige Gestein wird u. a. zu Bodenfliesen, Fensterbänken, Waschtischen und Treppenbelägen verarbeitet.

Jurte: Eine zerlegbare, leicht transportierbare Wohnstätte zentralasiatischer Steppenvölker. Am bekanntesten ist die mongolische Jurte. Die traditionelle Behausung besitzt einen kreisförmigen Grundriss; sie besteht aus mehreren hölzernen Scherengittern, einer Türeinfassung, zwei mittigen Pfosten und einem abschließenden Dachgestänge. Das hölzerne Gerippe wird mehrschichtig mit Textilien bedeckt. Die untere Lage bildet ein Baumwollstoff, die Außenhülle besteht aus (mehreren Schichten) Wollfilz. Das Dach ist regelhaft zwischen 25 und 35 Grad geneigt; es besitzt eine mittels Seilzug verschließbare Öffnung (Rauchabzug usw.).

Jurtenhaus: Ein aus der traditionellen → Jurte abgeleiteter Haustyp. Anders als das Vorbild besitzen es keinen kreisförmigen, sondern einen polygonalen Grundriss sowie ein starres Grundgerüst, das aus miteinander verschraubten Stangen besteht. Die Außenwände werden aus hölzernen Platten hergestellt.