Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu In – Imp

Incentives: In den deutschen Branchenjargon übernommener englischer Begriff, der für Mietanreize steht, die im Rahmen von Vermietungsaktivitäten und Mieterbindungsansätzen eingesetzt werden. Beispiele sind Ausbauzuschüsse oder eingeräumte mietfreie Zeiten.

Indexbasierte Mietanpassung: Siehe → Indexierungsklausel (Mietvertragswesen).

Indexbasierte Wertsicherungsklausel (Mietvertragswesen): Siehe → Indexierungsklausel (Mietvertragswesen).

Indexierter Mietvertrag: Ein → Mietvertrag, der Mietanpassungen auf Grundlage einer → Indexierungsklausel festschreibt.

Indexierung (Mietvertragswesen): Siehe → Indexierungsklausel.

Indexierungsklausel (Mietvertragswesen): Ein vertraglicher Passus, der die Entwicklung einer Miete an eine nachgewiesene Veränderung des Geldwertes koppelt. Ziel ist es, inflations- oder deflationsbedingte Realwertänderungen auszugleichen bzw. abzufedern. Üblich sind vor allem indexbasierte Anpassungsklauseln. Hierbei erfolgen Mietanpassungen regelhaft dann, wenn sich der Verbraucherpreisindex um eine vorab festgelegte Anzahl von Prozentpunkten gegenüber einem Bezugsjahr verändert. Beispiel: Steigt oder fällt der VBI um 10 Prozentpunkte, wird diese Änderung zu 100 %, 70 % oder 50 % auf die Miete übertragen. Klar ersichtlich kommt es in einem inflationären Umfeld selbst bei einer 100 %igen Anpassung nicht zu einer vollständigen Wertsicherung, da Anpassungen zeitlich verzögert bzw. im Nachlauf erfolgen. Andere Bezeichnungen für »Indexierungsklausel« sind »Indexklausel», »Mietindexierungsklausel« und (indexbasierte) »Wertsicherungsklausel«.

Indexierungsvereinbarung (Mietvertragswesen): Siehe → Indexierungsklausel.

Indexklausel (Mietvertragswesen): Eine verkürzte Bezeichnung für → »Indexierungsklausel», → »Mietindexierungsklausel« und (indexbasierte) → »Wertsicherungsklausel«.

Indexmiete: Eine Miete, deren Entwicklung an die nachgewiesene Veränderung des Geldwertes gekoppelt ist. Als Basis dient zumeist der Verbraucherpreisindex.

Indexpacht: Ein Pachtzahlungsbetrag, dessen Anpassung an die belegte Veränderung des Geldwertes gekoppelt ist. Als Grundlage wird gewöhnlich der Verbraucherpreisindex herangezogen.

Indirekte Verbindungsrampe (Autobahn): Eine schleifenartige, bei Rechtsverkehr zur Linksabfahrt errichtete → Verbindungsrampe mit regelhaft engem Kurvenradius. Sie verläuft zumeist ein Stück entlang des inneren Saums einer direkten oder halbdirekten Verbindungsrampe und erfordert kein Brückenbauwerk.

Industrieareal (Schweiz): Gemäß → Arealstatistik die Gesamtheit von Gebäudegrundflächen und → Umschwung bei industrieller oder gewerblicher Nutzung. Der Umschwung umfasst u. a. Grünbereiche, Förderanlagen, Stellplatzareale, Wege, Zufahrten, Silos und Tanks.

Industriebrache: Ein Areal, dessen Nutzung als Produktionsstandort langfristig bzw. auf Dauer eingestellt wurde. Im Zuge eines → Flächenrecyclings kann solch ein Grundstück neuerlich einer industriellen Nutzung zugeführt werden. Zumeist rücken jedoch – wenn überhaupt – anderweitige Nutzungen nach.

Industriegebiet (Bauplanungsrecht, Deutschland): Ein in sicherer Entfernung von Wohn- und Mischgebieten usw. ausgewiesener Funktionsraum, in dem Industrieansiedlungen – unter eventuell zu präzisierenden Auflagen – zulässig sind. Der amtliche Kürzel ist »GI«.

Industriehalle: Ein großflächiges, in sich möglichst offen ausgelegtes und weitgehend stützenfreies Gebäude, das zur maschinellen bzw. stark maschinell geprägten Herstellung von Gütern dient. Bei modernen Vertretern handelt es sich um prototypische Form-folgt-Funktion-Gebäude, die gleichwohl flexibel anzupassen sind. Heutige Industriehallen werden unter weitestgehendem Einsatz standardisierter Fertigteile errichtet. Synonyme sind »Fabrikhalle« und »Produktionshalle«.

Industrieimmobilie: Ein → Gebäude oder → Bauwerk, das der maschinellen Produktion materieller oder immaterieller Güter dient. Moderne Industrieobjekte zählen regelhaft zum Kreis nutzerspezifisch errichteter → Spezialimmobilien.

Industrie-Immobilie: Siehe → Industrieimmobilie.

Industrieobjekt (Immobilie): Ein → Gebäude oder → Bauwerk, das der maschinellen Produktion materieller oder immaterieller Güter dient. Moderne Industrieobjekte zählen regelhaft zum Kreis nutzerspezifisch errichteter → Spezialimmobilien.

Industrie-Objekt (Immobilie): Siehe → Industrieobjekt.

Industriequalität (Holzbau, Holzwerkstoff): Ein Güteklasse für oberflächlich geglättetes → Brettschichtholz, die keine besonderen Anforderungen hinsichtlich der Oberflächenqualität erfüllt.

Industriestadt: Eine große Siedlungseinheit, deren Wirtschaft und beruflich-soziales Gefüge maßgebliche von Unternehmen des sekundären Sektors (Produktionssektor) geprägt ist. Industriestädte kamen im Zuge der industriellen Revolution auf. Produktionsschwerpunkte lagen zunächst im Bereich der Eisen- und Stahlherstellung, dem Eisenbahnbau und dem – u. a. in England – im Textilsektor (Manchester usw.).

Infiltration (Klimatechnik): Unerwünschter Lufteintritt in ein Gebäude, der infolge fehlerhaft erstellter und / oder beschädigter Isolierung der Gebäudehülle oder einzelner Bauteile eintritt.

Informationssystem, geographisches: Häufig zu »GIS« verkürzt. Ein datenbankbasiertes Computerprogramm, das genutzt wird, um geographische Informationen zu erfassen, codieren, bearbeiten, organisieren, analysieren, miteinander zu verknüpfen und zu präsentieren. Die Einsatzgebiete sind vielfältig. Beispiele bieten Wettbewerbsanalysen (Einzelhandel, Hotellerie usw.), Filialnetzplanungen, die Kriminalistik (Verbrechenskarten) aber auch Bereiche, die an sich keinen geographischen Bezug aufweisen, so z. B. Dokumentationen in Zusammenhang mit der Restaurierung von Deckengemälden.

Informationssystem, räumliches: Siehe → Informationssystem, geographisches.

Informatisiertes Grundbuch (Schweiz): Ein elektronisch bzw. digital geführtes → Grundbuch.

Infrastruktur, physische: Ein Sammelbegriff für üblicherweise gemeinschaftlich erstellte und zu unterhaltende bzw. für einen mehr oder weniger allgemeinen Gebrauch bestimmte Gebäude, Bauwerke, Konstruktionen, Systeme, Anlagen und Einrichtungen, die menschliche Aktivitäten zeitweilig oder langfristig unterlagern, sie also ermöglichen, erleichtern und / oder fördern (sollen). Beispiele bieten Kanalisationen, Verkehrsträger (Straße, Schiene, Wasser), Kraftwerke oder Kliniken. In obiger Definition klang an, dass diese Einrichtungen u. a. dazu dienen (sollen), die Lebensqualität zu erhöhen. Tatsächlich bedingen Aufbau und Unterhalt vieler Infrastrukturen einen unverhältnismäßig hohen, letztlich durch Lebenszeit zu begleichenden Aufwand, der ihren Nutzen fragwürdig erscheinen lässt.

Infrastrukturrecht: Eine Reihe rechtlicher Gebiete bzw. ein Ouerschnittsrecht, das die Bereitstellung, den Erhalt und die Fortentwicklung leistungsfähiger Infrastrukturen als Aufgabe öffentlicher Daseinsvorsorge thematisiert.

Ingenieurgeodäsie (Bauwesen): Eine ingenieurwissenschaftliche Disziplin, die sich Vermessungsarbeiten widmet, die im Rahmen von baulichen Planungen und der → Absteckung vorzunehmen sind. Weiterhin befasst sie sich mit dem Monitoring von Gebäuden bzw. Bauwerken und der Überwachung des Untergrundes.

Ingenieurgeodät (Bauwesen): Eine Fachkraft, die Areale bzw. Grundstücke vermisst, um Grundlagen für die Übertragung von Plandaten eines Bauwerkes in den jeweiligen Geländerahmen zu schaffen, projektbegleitende und abschließende Vermessungen vornimmt und u. U. das Deformationsmonitoring (Setzungen usw.) verantwortet.

Ingenieurvermessung: Siehe → Ingenieurgeodäsie.

Inhaberschuldbrief (Schweiz): Ein → Papier-Schuldbrief, bei dem das verkehrsfähige Wertpapier bzw. der Pfandtitel auf den Namen des Inhabers ausgestellt ist.

Inhomogenes Mauerwerk (baustoff- / bauartbezogen): Ein zweischaliges Mauerwerk, dessen Kern aus einem (qualitativ) anderen Baustoff als die Mauerschalen besteht. Ein Beispiel liefern mittelalterliche Ziegelmauerwerke, deren Kern aus minderwertigen Ziegeln, Ziegelbruch usw. besteht.

Initiator (geschlossene Immobilienfonds): Eine juristische oder natürliche Person, die einen geschlossenen Immobilienfonds auflegt. Ihr obliegt es, eine Fondsgesellschaft zu gründen, das Anlagesegment (Büro, Einzelhandel, Hotellerie usw.) zu bestimmen, konkrete Immobilien auszuwählen und zu akquirieren. Weiterhin übernimmt ein Initiator die Beschaffung bzw. Einwerbung benötigten Kapitals sowie die Organisation oder die in Eigenregie durchgeführte Überwachung und Steuerung des laufenden Fondsbetriebes.

Injektionsmörtel: Ein → Mörtel, der unter Druck in Vertiefungen, Löcher, Spalten, Risse etc. eingebracht bzw. eingespritzt wird bzw. werden kann.

Injektionspacker (Abdichtung): Ein Spezialventil, das dazu dient, ein Injektionsharz oder Injektionsgel unter hohem Druck in oder hinter eine Wand zu pressen.

Inkrustation (Architektur, gegenständlich): Eine Wand- bzw. Mauerverkleidung, die aus sehr dünnen, gewöhnlich unterschiedlich getönten Marmorplatten besteht.

Inkrustation (Architektur, prozessual): Die Herstellung einer Verkleidung von Mauern bzw. Wänden mit sehr dünnen, zumeist farblich unterschiedlichen Marmorplatten.

Inlandshafen (lagebezogen, funktional): Siehe → Binnenhafen.

Innenanschlag (Fenster, Tür): Eine dem Gebäudeinneren zugewandte Aussparung im Mauerwerk bzw. in der → Laibung, in welche ein Fenster oder eine Tür eingesetzt (angeschlagen) wird.

Innenarchitektur (Disziplin): Im engeren Verständnis ein Fachgebiet, das sich mit der künstlerischen Ausstattung bzw. Ausgestaltung von Innenräumen befasst. Da funktionale Aspekte zumeist durchaus berücksichtigt werden, ist die Definition entsprechend zu erweitern.

Innenarchitektur (gegenständlich, konzeptionell): Die auf Grundlage künstlerischer und funktionaler Gesichtspunkte geschaffene Innenausstattung von Gebäuden bzw. Räumen und Bauwerken.

Innenausbau (fachlich): Eine Sammelbezeichnung für sämtliche → Gewerke, die weder dem Rohbau noch dem Bereich der → Haustechnik bzw. dem Feld der → Gebäudeversorgungstechnik zuzuordnen sind.

Innenausbau (prozessual): Die Herstellung von → Gewerken, die weder dem Rohbau, also der Herstellung der Gebäudehülle dienen, noch in den Bereich der → Haus- bzw. → Gebäudeversorgungstechnik fallen.

Innenfensterbank: Die Verkleidung des oberen Abschlusses eines im Rauminneren liegenden Teils einer Fensterbrüstung.

Innenfensterbrett: Siehe → Innenfensterbank.

Innenhof: Ein allseitig von Gebäudefronten eingefasster, nach oben offener, allenfalls teilweise überdachter, platzartig anmutender Raum.

Innenjalousie: Ein im Gebäudeinneren bzw. unmittelbar hinter einem Fenster oder einer Glastür angebrachter Sonnen- und Sichtschutz. Er besteht aus waagrecht gereihten, mit Schnüren bzw. Drähten verbundenen Lamellen aus Aluminium oder Kunststoff. Die Lamellen sind um 180 Grad drehbar, die Jalousie lässt sich heben und senken. Unter Wärmeschutz- und Reinigungsaspekten betrachtet, ist die Innenjalousie außenliegenden Gegenstücken überlegen.

Innenliegende Dachrinne: Eine im Dachbereich innerhalb des Gebäudegrundrisses verlaufende Rinne, die zur Sammlung und Abführung von Niederschlagswasser dient. Diese Rinnen werden in Haltekonstruktionen oder auf Unterlagen montiert.

Innenliegendes Treppenhaus: Im Allgemeinverständnis jedes im Inneren eines Gebäudes oder Bauwerks liegende → Treppenhaus. Im engeren Sinn handelt es sich um ein Treppenhaus im Gebäudeinneren, von dem keine Seite mit der Gebäudeaußenwand identisch ist bzw. an diese anschließt.

Innenraumluft: Gleichbedeutend mit »Raumluft», also dem Luftgemisch innerhalb abgeschlossener Raumeinheiten von Gebäuden und Bauwerken.

Innenrüttler: Ein Baugerät, das in frischen Beton bzw. den eingeschalten Raum gesenkt wird, um ihn mittels erzeugter Vibrationen zu verdichten. Andere Bezeichnungen sind »Flaschenrüttler« und »Tauchrüttler«.

Innenschale: Die hintere, die innere, die tragende Wand einer → zweischaligen Wand.

Innensims (Fenster): Die Verkleidung des oberen Abschlusses eines im Rauminneren liegenden Teils einer Fensterbrüstung.

Innenstadt: Die einzelhandelsgeprägte, in Großstädten verbreitet als »City« bezeichnete Kernlage einer → Stadt. Die Innenstadt ist gewöhnlich mit der Altstadt bzw. der Keimzelle der Stadtentwicklung identisch. Kleinstädtische Kernlagen weisen vielfach eine stark entwickelte, teils vorherrschende Grundversorgungskomponente auf. In Mittel- und Großstädten liegt der Angebotsschwerpunkt grundsätzlich im mittel- und (abgeschwächt) langfristigen Bereich. Auf Großstadtebene bieten die Kernlagen idealtypisch ein vollumfängliches Angebotsspektrum, tatsächlich sind Branchen geringer Mietbelastbarkeit (Möbel usw.) jedoch weitgehend verdrängt; sehr hohe Flächenanteile entfallen auf die Leitbranchen Bekleidung und Schuhe. Großstädtische Kernlagen sind stark von nationalen und internationalen → Filialisten durchsetzt. In metropolitanen Innenstädten prägen sich regelhaft → Konsum-, → Niveau- und → Luxuslagen aus. Die Wohnfunktion wich weitestgehend gewerblichen Nutzungen. Die Innenstadt weist regelhaft das höchste Mietniveau am Ort auf.

Innenstadtmaut: Ein von Nutzern motorisierter Fahrzeuge zu entrichtender Geldbetrag, der – in Städten, die ein entsprechendes System installierten – bei Einfahrt in die → Innenstadt fällig wird. Offiziell dient die Citymaut dazu, die jeweilige Innenstadt vom → Individualverkehr zu entlasten bzw. einen Umstieg auf den → ÖPNV zu motivieren. Tatsächlich dienen diese Systeme vielfach zuvorderst als zusätzliche Einnahmequelle der Stadtkasse.

Innenstadtrelevantes Sortiment: Ein Begriff aus dem Planungswesen, der insbesondere in Zusammenhang mit der Genehmigungsfähigkeit → großflächiger Einzelhandelseinrichtungen an städtebaulich unintegrierten Standorten bedeutsam ist. Inhaltlich ist er unscharf definiert, manche Definition erschöpft sich darin, geschaffene Realitäten in Worte zu fassen. Zunächst ist festzustellen, dass der Begriff »innenstadtrelevant« irreführt, wenn er rein beschreibend auf Ortsmittelpunkte bezogen wird. Viele Ortsmitten besitzen ausstattungsbezogen keinen innenstadttypischen Besatz und sind doch zentrale Versorgungskerne. Weiterhin weisen zahlreiche metropolitane Stadtteilzentren Besatzstrukturen auf, die durchaus mit jenen mittel-, teils auch großstädtischer Kernlagen vergleichbar sind. Vor diesem Hintergrund ist der Begriff »innenstadtrelevant« durch »zentrenrelevant« zu ersetzen. Diese Logik führt gleichwohl in ein Dilemma. Denn: Grundsätzlich sind alle → Sortimente bzw. Artikel, Artikel- und Warengruppen auf die eine oder andere Weise zentrenrelevant, also zentrenbildende bzw. Zentren stabilisierende Komponenten (eine florierende Agglomeration von Baumärkten und Möbelhäuser ist ein Zentrum, eine funktionsfähige Innenstadt ist es). Die definitorische Schlüsselfrage lautet: Auf welche Art von Zentren wird abgehoben. Antwort: auf gewachsene oder planmäßig entwickelte Versorgungskerne bzw. Lagen, die für eine Verbrauchermehrheit zu Fuß oder mittels öffentlicher Nahverkehrsmittel erreichbar sind (Nahversorgungs-, Stadtteil-, Stadtzentren). Für diese Zentren bedeutsame Sortimente setzten sich regelhaft aus Artikelgruppen zusammen, die je Wareneinheit einen geringen Flächenanspruch aufweisen, für nahezu alle Kundengruppen bedeutsam sind und von vielen Verbrauchern vergleichsweise häufig nachgefragt werden, also dem kurz- und mittelfristigen Bedarfssegment zuzurechnen sind. Typische Beispiele bieten die Bereiche Bekleidung und Schuhe sowie – auch wenn aus vielen Innenstädten weitgehend verschwunden – Nahrungs- und Genussmittel. Nicht zentrenrelevante Sortimente umfassen vorwiegend schwer transportierbare, vergleichsweise selten nachgefragte Artikel (Baustoffe, Gartenbedarf, Möbel, Teppichböden usw.). Eine pauschale Einstufung als zentrenrelevant geht fehl, da eine wirklichkeitsgerechte Bewertung nur möglich ist, wenn örtliche Verhältnisse berücksichtigt werden. Nur: Praktisch wurde die Einordnung bis zum Gehtnichtmehr verwässert. Dies vor allem über nirgends einkalkulierte Summeneffekte.

Innentor (Burgen- / Festungsbau): Ein zweites, hinter dem äußeren, dem Umfeld einer Anlage zugewandten Tor gelegenes → Tor bzw. das innere Tor einer → Doppeltoranlage.

Innentreppe: Eine im Gebäudeinneren liegende → Treppe.

Innentreppenhaus: Im allgemeinen Verständnis jedes im Inneren eines Bauwerks oder Gebäudes befindliche → Treppenhaus. Im engeren Sinn handelt es sich um ein Treppenhaus im Gebäudeinneren, von dem keine Seite mit der Gebäudeaußenwand identisch ist bzw. an diese anschließt.

Innenwand: Eine tragende oder nicht-tragende → Wand im geschlossenen Innenbereich eines → Gebäudes.

Innenwange (Treppe): Die schrägen, die Stufen tragenden Bauteile einer → Treppe, die einem → Treppenauge zugekehrt sind.

Innenziegel: Ein → Mauerziegel bzw. → Backstein, der (lediglich) auf die Anforderungen eines Einsatzes im Gebäudeinnenbereich ausgelegt ist.

Innere Grabenwand (Burgen- / Festungsbau): Fachsprachlich als »Escarpe« bezeichnet. Eine geböschte, aus Erdreich bestehende oder durch Mauern gestützte Grabenseite, die sich auf der Mauer- bzw. Wallseite befindet.

Innere Scheidewand (Kirchenbau): Bei fünfschiffigen Kirchenbauwerken eine zwischen dem → Hauptschiff und einem der beiden inneren → Seitenschiffe verlaufende Wand. Diese wird auch als »Hauptschiff-», »Hochschiff-« oder »Mittelschiffwand« bezeichnet.

Innere Wange (Treppe): Siehe → Innenwange.

In-Passe-Pflaster: Eine andere Bezeichnungen des »Polygonalpflasters«. Dieses Verlegemuster beruht auf Einzelsteinen, die in einem 45-Grad-Winkel zum Straßen- bzw. Flächenrand verlegt sind. Durchgehende Fugen werden nach höchstens drei Steinen von einem quer verlegten Stein gebrochen. Das Verlegemuster kennzeichnet eine »regelmäßige Unregelmäßigkeit«.