Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Immobilienl – Imp

Immobilienleasing: Eine Art der Nutzungsüberlassung, die zugleich im Rang eines Finanzierungsinstruments steht. Konkret: Eine Vertragspartei – der Leasinggeber – erwirbt und finanziert eine Immobilie und überlässt diese der anderen Vertragspartei – dem Leasingnehmer – gegen Zahlung eines Entgelts zur Nutzung. Typischerweise wird dem Leasingnehmer zum Ende der vertraglichen Bindung eine Kaufoption eingeräumt.

Immobilien-Leasing: Siehe → Immobilienleasing.

Immobilienlebenszyklus: Der »Werdegang« einer Immobilie bzw. ihre von mehreren Stadien geprägte Geschichte. Unterscheiden lassen sich drei Hauptphasen: 1. Entstehungsphase, bestehend aus Planungs- und Realisierungsphase. 2. Nutzungsphase, als der im Lebenszyklus regelhaft längste Zeitraum; er kann Modernisierungs-, Sanierungs- und Repositionierungsphasen beinhalten. 3. Endphase (dauerhafter Leerstand oder Abriss). Ein zwischenzeitlicher Verkauf kann als Verwertungsphase bezeichnet werden, ist jedoch nicht als Teil des Lebenszyklus' zu begreifen, da eine Veräußerung in jedem Stadium möglich ist.

Immobilienlexikon: Eine alphabetisch sortierte, breit gefächerte Zusammenstellung immobilienbezogener Fachbegriffe nebst vergleichsweise ausführlichen Beschreibungen, Definitionen und Erläuterungen. Inhaltlich lässt sich das Lexikon nur unscharf vom Glossar abgrenzen.

Immobilienmagnat: Eine Person, die ein außergewöhnlich großes Immobilienvermögen besitzt.

Immobilienmakler (allgemein): Ein im Immobilienbereich tätiger Marktmittler. Idealtypisch bringen Makler Angebot und Nachfrage auf dem Weg gezielter Beauftragung durch einen Auftraggeber und gezielter Ansprache möglicher Abnehmer zusammen. Eingegrenzt auf die Immobilienbranche bezieht sich diese allgemein definierte Vermittlerrolle auf Objekttransaktionen, also Käufe und Verkäufe, auf An- und Vermietungen, Beteiligungen (Gesellschaftsanteile im weiteren Sinn), Projektpartnerschaften sowie Finanzierungen usw.

Immobilienmakler (Nachweismakler): Ein Marktmittler, dessen Arbeit sich darauf beschränkt, einem Adressaten eine Gelegenheit für den Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrages anzuzeigen. Ein Nachweismakler vermittelt selbst keine Abschlüsse.

Immobilienmakler (Vermittlungsmakler): Ein Branchenvertreter, der über unmittelbaren Zugang zum Verkäufer einer Immobilie bzw. einem potentiellen Käufer verfügt und eine direkte Verhandlung zwischen beiden interessierten Parteien ermöglicht. Regelhaft begleitet der Vermittlungsmakler die transaktionsbezogenen Gespräche.

Immobilienmakler-Befähigungsprüfung (Österreich): Eine vor der zuständigen Wirtschaftskammer abzulegende Prüfung, die dazu dient, abzuklären, ob ein Bewerber die fachliche Eignung für das in Österreich reglementierte Maklergewerbe besitzt.

Immobilienmaklerlizenz (Deutschland): Eine andere Bezeichnung des Immobilienmaklerscheins. Die amtliche Erlaubnis, als Immobilienmakler zu arbeiten. Die Erteilung erfolgt nach §34c Gewerbeordnung. Anders als etwa in Österreich ist kein fachlicher Befähigungsnachweis gefordert.

Immobilienmaklerschein (Deutschland): Die amtliche Erlaubnis, als Immobilienmakler zu arbeiten. Die Erteilung erfolgt nach §34c Gewerbeordnung. Anders als etwa in Österreich ist kein fachlicher Befähigungsnachweis gefordert.

Immobilienmanagement: Die auf strategischen und taktischen Ansätzen beruhende Betreuung und Steuerung einer Immobilie oder eines Portfolios. Ein Ziel ist es, diese in einem Zustand zu erhalten bzw. in eine Position zu versetzen, die ertragsoptimale Ergebnisse erbringt. Auf Portfolioebene kann dies bedeuten, über Zu- und Abverkäufe zu entscheiden. Das Immobilienmanagement lässt sich in Teilbereiche untergliedern, die sich in die Schlagworte → Asset Management, → Facility Management und → Property Management fassen lassen.

Immobilienmanager: Es handelt es sich um eine Person, die eine → Immobilie oder ein → Portfolio auf Grundlage strategischer und taktischer Erwägungen optimal im Markt verankern soll bzw. für Teilbereiche zuständig ist, die in der Summe zu einer idealen Positionierung führen (können). Je nach Stellung entscheidet sie über Käufe und Verkäufe (zumindest mit). Vertiefend siehe → Asset Manager, → Facility Manager und → Property Manager.

Immobilienmarkt: Das umschlagorientierte Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage im Bereich von → Immobilien.

Immobilienmarktbaisse: Ein durch sinkende Nachfrage auf Mieter-, Eigennutzer und / oder Anlegerseite ausgelöstes Markttief, das durch mehr oder minder schnell und stark sinkende Miet- und / oder Kaufpreise sowie steigende → Nettoanfangsrenditen gekennzeichnet ist. Viele Markttiefs sind keineswegs rational begründet.

Immobilienmarktblase: Ein Marktzustand, den hohe und – bis zu einer gewöhnlich absturzähnlichen Gegenbewegung – weiter steigende → Immobilienpreise kennzeichnen, die sich fernab realer bzw. als nachhaltig zu erachtender Werte bewegen. Kurzum: Es liegt eine massive, vernunftwidrige, in aller Regel kapitalgetriebene Überhitzung vor.

Immobilienmarktcrash: Ein »Denglizismus», der einen schlagartigen Zusammenbruch, einen regelrechten Absturz des → Immobilienmarktes bezeichnet, der von einem rasanten, auf breiter Front greifenden Preisverfall, außerordentlich hohen Kreditausfällen, Not- und Panikverkäufen, Zwangsversteigerungen usw. gekennzeichnet ist.

Immobilienmarktflaute: Eine von geringen Transaktionsvolumina und weitgehend unveränderten Preisniveaus gekennzeichnete Marktphase.

Immobilienmarkthausse: Ein durch steigende Nachfrage auf Mieter-, Eigennutzer- und / oder Anlegerseite ausgelöstes Markthoch, das durch mehr oder minder schnell und stark anziehende Miet- und / oder Kaufpreise sowie fallende → Nettoanfangsrenditen gekennzeichnet ist. Viele Markthochs sind keineswegs rational begründet.

Immobilienmarkthoch: Eine Phase, die von deutlich überdurchschnittlich hohen Immobilienpreisen (Kauf, Miete) geprägt ist. Kennzeichnend ist, dass einer hohen Nachfrage ein geringes Angebot gegenübersteht. Gezahlte → Kaufpreisfaktoren tragen ein mehr oder minder beträchtliches Entwertungspotential in sich.

Immobilienmarkttief: Eine Phase, die von deutlich unterdurchschnittlichen Immobilienpreisen (Kauf, Miete) geprägt ist. Kennzeichnend ist, dass einer geringen Nachfrage ein großes Angebot gegenübersteht. Gezahlte → Kaufpreisfaktoren tragen ein mehr oder minder großes Aufwertungspotential in sich.

Immobilienmarktzyklik: Siehe → Immobilienmarktzyklus.

Immobilienmarktzyklus: Eine sich wiederholende Abfolge einander ablösender Phasen, die – besonders ausgeprägt im Bereich gewerblicher Immobilien – einmal steigende, einmal fallende → Immobilienpreise bzw. Mieten kennzeichnen. Herkömmliche Zyklen beruhen im Wesentlichen darauf, dass eine (segmentbezogen) überbordende oder (weit) hinter den Bedarf zurückfallende Bautätigkeit vorherrscht. Angesichts vergleichsweise langer Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeiten von Immobilien halten auf- und absteigende Bewegungen gewöhnlich längere Zeit hindurch an, bis ein Umkehrpunkt erreicht wird – und das »Spiel« von vorne beginnt. Das Zyklusphänomen illustriert die »Unvernunft« des von Herdentrieben beherrschten Immobilienmarktes, den (in Wachstumsgesellschaften) – abgesehen von augenblickhaften Zeitpunkten – ein ständig unausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage kennzeichnet.

Immobiliennachfrage: Im Kaufbereich die Summe der umsetzbaren Erwerbswünsche, im Mietbereich die Intensität und Art des Bedarfs.

Immobilienmogul: Ein auf die phasenweise unvorstellbar reichen, von 1526 – 1858 herrschenden Mogulkaiser Indiens Bezug nehmendes Wortbild, das eine Person bezeichnet, die es mit Immobiliengeschäften zu großem Wohlstand brachte und / oder ein enorm großes Immobilienvermögen besitzt.

Immobilienökonom (allgemein): Eine Person, die sich mit immobilienwirtschaftlichen Thematiken befasst. Vereinfachend können zwei Linien unterschieden werden: Eine praktisch in einem oder mehreren Feldern der → Immobilienwirtschaft arbeitende und eine theoretisch-forschungsorientierte.

Immobilienökonom (Ausbildungsabschluss): Ein per se nicht schützbarer »Titel», den diverse Anbieter von Kursen und Studiengängen zur → Immobilienökonomie bzw. → Immobilienwirtschaft ihren Absolventen unter Anhängung des Namens bzw. Kürzels der lehrenden Institution bzw. des Veranstalters verleihen. In der Begriffswahl spiegelte sich der Anspruch, der »unsortierten« Immobilienwirtschaft einen praxisorientierten, zugleich wissenschaftlich unterlegten Ausbildungsrahmen zu verleihen. Lehrveranstaltungen wurden und werden vielfach in berufsbegleitender Form angeboten. In manchen Kreisen geriet der »Immobilienökonom« allerdings in Misskredit: Teils wurden überzogene Erwartungen geweckt, die sich nicht selten in ein überzüchtetes Selbstverständnis der Ausbildungsteilnehmer übersetzen. Dass mancher Dozenten anscheinend nur deshalb zur Lehrkraft wurde, weil er den Veranstalter mit einer großzügigen »Spende« bedachte, erwies sich als imageschädigendes Moment. Weiterhin litt die Glaubwürdigkeit der Ausbildung darunter, dass so gut wie alle der zahlenden Teilnehmer abschließende Prüfungen bestanden. Kurz: Der von Anbieter XY verliehene »Immobilienökonom XY« war – und ist es vielfach noch – ein käuflicher Abschluss.

Immobilienökonomie: Wörtlich übersetzt bedeutet der um 1990 aufgekommene Begriff »Immobilienwirtschaft«. Inhaltlich identisch mit dem deutschen Wort ist er nicht: Er ist enger gefasst, steht – zumindest was das Selbstverständnis der »Zunftmitglieder« anbelangt – für eine elitäre, eine wissenschaftlich basierte Linie. Sie betrachtet Immobilien zuvorderst aus der betriebswirtschaftlichen, ansatzweise auch der volkswirtschaftlichen und rechtlichen Perspektive.

Immobilienpaket: Immobilienpaket: Ein plakativer Begriff, der ein zum Verkauf stehendes bzw. zur Veräußerung vorgesehenes → Portfolio bebauter und / oder unbebauter → Grundstücke bzw. Gebäudeeinheiten (Wohnungen usw.) bezeichnet.

Immobilienportefeuille: Eine alternative Bezeichnung für ein Immobilienportfolio, also einen mehrere Einzelobjekte umfassenden Immobilienbestand.

Immobilienportfolio: Ein mehrere Einzelobjekte bzw. Grundstücke umfassender Immobilienbestand.

Immobilienpreis (Kauf): Der Betrag, zu dem eine → Immobilie ge- oder verkauft wurde bzw. wird. Der Preis kann identisch mit dem → Marktwert im Sinne des Wertermittlungsgedankens sein, kann aufgrund besonderer Umstände (Liebhaberei, Zwangsversteigerung usw.) jedoch erheblich von diesem abweichen.

Immobilienprojekt: Ein geplantes Vorhaben im Immobilienbereich (Bau, Kauf, Planung, Sanierung usw.) oder ein entsprechendes, in der Umsetzung befindliches Vorhaben.

Immobilienprojektentwickler: Eine natürliche oder juristische Person, die sich der planmäßigen, marktgerechten Aufwertung von Grundstücken widmet. Idealtypisch wird die wirtschaftlich optimale Grundstücksnutzung bestimmt und ein entsprechendes Entwicklungskonzept umgesetzt.

Immobilienprojektentwicklung: Die planmäßige, marktgerechte Aufwertung von Grundstücken. Im Grunde zielt jede wirtschaftlich basierte Projektentwicklung darauf ab, ein Grundstück einer gegenüber der bestehenden Nutzung höherwertigen bzw. einträglicheren zuzuführen. Idealtypisch wird für ein Grundstück die wirtschaftlich optimale Nutzung bestimmt und ein entsprechendes Entwicklungskonzept umgesetzt. Gegenüber der inhaltlich weiter gefassten »Immobilienentwicklung« ist unter »Projektentwicklung« ein einmaliger Vorgang – eben ein Projekt – mit bestimmbarem Beginn und zeitlich festlegbarem Abschluss zu verstehen. Die Projektentwicklung kann folglich als Ausschnitt der Immobilienentwicklung aufgefasst werden.

Immobilienrating: Eine regelhaft systembasierte Analyse, die darauf abzielt, die Ertragssicherheit und die Ertragsaussichten von Objekten einzugrenzen, sie Risikokategorien zuzuordnen, Ertragsklassen abzubilden, Investments vergleichbar zu machen. Einerseits bilden Ratings Relationen ab, andererseits dienen sie dazu, absolute monetäre Größen bzw. Erwartungswerte zu bestimmten. Wenngleich Ratingverfahren dazu herangezogen werden können, kurz- und mittelfristige Chancen und Risiken einzugrenzen, verlangt die (unterstellte) Langlebigkeit von Immobilien an sich nach einer langfristig ausgerichteten Einwertung jeweiliger Objekte. – Zumindest aus Sicht nicht vorrangig trading-orientierter Marktteilnehmer, deren Ziel es ist, Portfolien aufzubauen, Bestände zu halten. Dieselbe Perspektive ist für finanzierende Instanzen und langfristig ausgerichtete Halter einzelner Immobilien bis hinab zum Eigenheimbesitzer geboten.

Immobilien-Rating: Siehe → Immobilienrating.

Immobilienrendite: Die tatsächliche, zumeist auf Jahresbasis berechnete Verzinsung des für eine Immobilieninvestition eingesetzten Kapitals.

Immobilien-Rendite: Siehe → Immobilienrendite.

Immobilienresearch: »Research« bedeutet »gründlich nachforschen«. Inhaltlich steht das Wort für eine zielgerichtete Annäherung an ein Thema. Ein erstes Ziel ist es, Fakten, Ereignisse, Verhaltensweisen aufzudecken und nachvollziehbar aufzubereiten. Darin erschöpft sich das Immobilienresearch jedoch keineswegs: Die ursprüngliche – und heute zeitgemäße – Bedeutung des Begriffes verweist darauf, dass es eine grundlegende Aufgabe des Research ist, Daten zu deuten, Theorien zu entwickeln, zu überprüfen und Erkenntnisse in marktorientierte Anwendungen zu überführen. Denn: Immobilienresearch heißt übersetzt »Immobilienforschung« (vertiefend siehe den Artikel Immobilienresearch).

Immobilien-Research: Siehe → Immobilienresearch.

Immobiliensachverständiger: Eine Person, die über ein profundes, idealtypisch von einem breiten Erfahrungsschatz unterlegtes immobilienbezogenes Wissen verfügt. In der Branche werden vor allem Grundstückswertermittler mit der Bezeichnung »Immobiliensachverständiger« belegt. Dass dem so ist, dürfte zum Gutteil einer geschickten Selbstvermarktung der »Zunft« zu verdanken sein. Die Bezeichnung ist logisch begründet nicht geschützt.

Immobiliensicherheit(en): Ein oder mehrere Grundstücke und / oder Gebäude, die ein Kreditnehmer als Pfand für ein aufgenommenes Darlehen einsetzt.

Immobilienspekulant: Eine natürliche oder juristische Person, die bebaute oder unbebaute Grundstücke zum Zweck eines baldigen Weiterverkaufs auf Grundlage einer mehr oder minder begründeten Hoffnung auf rasch erzielbare Gewinne erwirbt. Ausschlaggebend ist häufig die Erwartung, einen planungsinduzierten Mehrwert versilbern zu können, ohne Erschließungs- bzw. Entwicklungsmaßnahmen durchführen zu müssen. Eine weitere Triebfeder liegt in der Annahme eines baldigen Marktaufschwungs, der sich in höhere Immobilienpreise übersetzt. Bezogen auf unbebaute Grundstücke wird meist der Begriff »Bodenspekulant« gebraucht.

Immobilienspekulation: Ein von mehr oder weniger vage begründeten Hoffnungen auf rasch erzielbare Wiederveräußerungsgewinne getriebener Ankauf bebauter oder unbebauter Grundstücke. Ein Auslöser liegt vielfach in der Erwartung, dass erworbene Immobilien im Zuge kommunaler Planungen einer höherwertigen Nutzungskategorie zugeschlagen werden, also ein Planungsmehrwert zu bebuchen ist. In den Bereich der Spekulation fallen auch Käufe, die auf der Annahme eines baldigen Baubooms bzw. einer stark aufwärts gerichteten Marktentwicklung gründen.

Immobilienspezialist: Eine mit Blick auf die Komplexität von Immobilien bzw. die zahllosen mit Immobilien befassten Berufszweige fragwürdige Bezeichnung. Angesprochen ist eine Person oder Persönlichkeit, die günstigenfalls über ein solides, letztlich jedoch ausschnitthaftes immobilienbezogenes Wissen verfügt, das im Idealfall von erfahrungsbasiertem Gespür unterlegt ist.

Immobilientransaktion: Ein Immobiliengeschäft wie ein Kauf / Verkauf, eine Anmietung / Vermietung, eine Finanzierung oder Verpfändung.

Immobilien-Tycoon: Eine der vielen »denglischen», reißerisch anmutenden Wortverbindungen, die sich in der → Immobilienwirtschaft breitmachten. Sie bezeichnet eine gewöhnlich marktaktive Person, die ein außergewöhnlich großes Immobilienvermögen besitzt.

Immobilienuhr: Eine von dem Makler- und Beratungshaus Jones Lang LaSalle eingeführte zyklusorientierte Darstellung der Preisentwicklung in ausgewählten Städten bzw. Marktgebieten. Die Grundversion entspricht einem in vier Sektoren unterteilten Kreis, dessen rechte Hälfte Orte mit fallenden, die linke solche mit steigenden Preisen abbildet.

Immobilienverband Deutschland: Vollständige Bezeichnung: »Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e. V.«. Der Berufsverband ging 2004 aus einem Zusammenschluss der Bundesverbände von → RDM und → VDM hervor.

Immobilienverkauf: Die durch einen → Eigentümer gegen Geldzahlung erfolgende Übertragung des Eigentumsrechts an einem bebauten oder unbebauten Grundstück, einem Grundstücks- bzw. Gebäudeportfolio oder einer Gebäudeteileinheit (Wohnung usw.) an den Zahlenden.

Immobilienverständnis (Einstellung): Die Sichtweise, Einschätzung, Auffassung von und Haltung zu Immobilien. Stellvertretend für verschiedene Linien können die funktionale, auf Markt-, Standort- und Objektqualitäten abhebende Sicht und die vorrangig finanzwirtschaftlich geprägte, Mieterbonitäten, Vertragsgestaltungen usw. in den Fokus rückende Betrachtungsweise genannt werden. Letztere lässt sich salopp ausgedrückt unter dem Schlagwort »Excel-Akrobatik« fassen. Die zynische anmutende Begriffskopplung drückt ein unter realwirtschaftlich orientierten Immobilienwirtschaftlern zunehmendes Unbehagen über die Verbreitung finanzwirtschaftlicher Ansätze aus, die nicht nur im Immobilienbereich für weltweite wirtschaftliche Desaster verantwortlich zeichnen.

Immobilienverständnis (Wissen): Immobilienbezogenes Fachwissen.

Immobilienwert (monetär): Der zu einem Stichtag unter marktüblichen Umständen erzielbare Verkaufspreis einer → Immobilie.

Immobilienwertermittler: Eine idealtypisch mit aktuellen methodischen Ansätzen vertraute Person, die → Verkehrswerte bebauter oder unbebauter → Grundstücke ableitet bzw. schätzt. Als Grundlage dienen → Ertragswertverfahren, → Vergleichswertverfahren, die DCF-Methode und (bei Renditeobjekten allenfalls eingeschränkt belastbar) das → Sachwertverfahren.

Immobilienwertermittlung: Die Ableitung eines → Verkehrswertes für ein bebautes oder unbebautes → Grundstück. Als Grundlage der Ableitung dienen → Ertragswertverfahren, → Vergleichswertverfahren, die DCF-Methode und (bei Renditeobjekten nur eingeschränkt belastbar) das → Sachwertverfahren.

Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV): Eine deutsche Verordnung, die ausgehend von einer → Verkehrswertdefinition die Grundsätze der Verkehrswertermittlung von → Grundstücken regelt. Diese sind für die → Gutachterausschüsse bindend. In der ImmoWertV geregelte methodische Ansätze gelten als normierte Wertermittlungsverfahren. Dies sind das → Vergleichswertverfahren, das → Ertragswertverfahren und, obwohl bezogen auf gewerbliche Immobilien selten zu Verkehrswerten führend, das → Sachwertverfahren.

Immobilienwirtschaft: Ein alle Lebensbereiche durchdringender Teilbereich der Gesamtwirtschaft, der sich der Planung, Entwicklung, Errichtung, Ausstattung, Bewirtschaftung und Vermarktung von Grundstücken, Gebäuden und Bauwerken verschreibt.

Immobilienwirtschaftler: Im weiteren Verständnis eine Person, die in einem der zahlreichen mit → Immobilien befassten Berufsfelder tätig ist. Enger gefasst ist eine Person angesprochen, die sich professionell mit (unmittelbaren) finanziellen Aspekten bzw. einnahme- und ausgabewirksamen Thematiken auseinandersetzt, die sich mit Immobilien verbinden. Eindeutig abgrenzbar sind entsprechende Tätigkeiten nicht; als entscheidendes Zuordnungskriterium können profunde immobilienbezogene bzw. den → Immobilienmarkt betreffende Kenntnisse aufgefasst werden. Demnach zählt z. B. eine Fachkraft, die rein buchhalterische Aufgaben erfüllt, die in Zusammenhang mit Immobilien stehen, nicht zum Kreis der Immobilienwirtschaftler.

Immobilien-Zusatzbeleihung: Eine bisweilen genutzte Übersetzung von »Mortgage Equity Withdrawal«. Angesprochen ist ein Vorgang, bei dem private Wohnimmobilien während einer Phase steigender Immobilienpreise bzw. Verkehrswerte mit zusätzlichen, gewöhnlich konsumorientierten Darlehen belastet werden. Hintergrund: Bei anziehenden Immobilienwerten erhöhen sich jeweilige Beleihungswerte. Das Instrument wurde vor allem in den USA lange Zeit hindurch ausgenutzt. Das Desaster war vorprogrammiert, da keine als nachhaltig zu erachtenden Immobilienwerte vorlagen, sondern »Blasenpreise«.

Immobilist: Ursprünglich augenzwinkernd bzw. scherzhaft gebrauchte, inzwischen auch von Branchenprofis verwendete Bezeichnung für eine in der → Immobilienwirtschaft aktive Person beziehungsweise Persönlichkeit

ImmoWertV: Der gebräuchliche Kürzel für »Immobilienwertermittlungsverordnung«. Es handelt sich um eine deutsche Verordnung, die ausgehend von einer → Verkehrswertdefinition die Grundsätze der → Verkehrswertermittlung von → Grundstücken regelt. Diese sind für die → Gutachterausschüsse bindend. In der ImmoWertV geregelte methodische Ansätze gelten als normierte Wertermittlungsverfahren. Dies sind das → Vergleichswertverfahren, das → Ertragswertverfahren und, obwohl bezogen auf gewerbliche Immobilien selten zu Verkehrswerten führend, das → Sachwertverfahren.

Imperialarchitektur: Baukunst kaiserlicher Reiche beziehungsweise völkerübergreifender Imperien. Musterbeispiele liefern Roms antike Bauwerke, Wiens recht junge Altstadt und grandiose Bauten der indischen Mogul-Kaiser.

Imperial Blue / Imperial Blue Quartzite: Weitere Handelsnamen für den Azul Imperial. Es handelt sich um einen brasilianischen Quarzit mit wellenartiger bläulich bis grünlicher Bänderung. Das Gestein wird im Innen- und Außenbereich eingesetzt. Er eignet sich u. a. für Fassadengestaltungen, als Bodenbelag und für die Herstellung von Küchenarbeitsplatten.

Impluvium (historisch): Ein mittig unter dem Compluvium (Dachöffnung) angelegtes Regenauffangbecken im → Atrium (gehobener) römischer Wohnhäuser. Das Impluvium war rechteckig zugeschnitten, gewöhnlich mit Marmor ausgekleidet, rund drei Dezimeter tief und besaß Verbindung mit einer unterirdischen → Zisterne.

Impost: Ein anderer Ausdruck für Kämpfer. Der oberste Teil eines Bogen- oder Gewölbewiderlagers bzw. der letzte lotrechte Stein, der unter einem zum Bogen selbst gehörenden Stein sitzt. Auch lasttragende, aus Mauern kragende Steine werden als Kämpfer bezeichnet.

Imprägnierung (Bauwesen): Das Durchtränken von Baustoffen mit Substanzen, die vor Feuchtigkeitseinwirkung schützen und / oder – etwa bei Holzelementen – zu erhöhter Widerständigkeit gegen Pilz- oder Insektenbefall führen.