Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu I – Immobilienk

IBFC (Betriebswirtschaft): Das Kürzel für »Income Before Fixed Charges«. Zu Deutsch: → Brutto-Betriebsergebnis.

ICR (Finanzwirtschaft): Die Abkürzung für »Interest Cover Ratio«. Die Relation gibt an, welcher Prozentsatz des Zinsaufwandes durch die Jahresnettokaltmiete (Reinertrag) gedeckt ist. Die deutsche Entsprechung ist »Zinsdeckungsgrad«.

IDA (Luftqualitätsnormung): Ein auch in der deutschen Fachsprache verwendetes Kürzel für → »Indoor Air», also → Raumluft bzw. Innenraumluft.

IFRS: Das Kürzel für »International Financial Reporting Standards«. Die deutsche fachsprachliche Entsprechung ist »internationale Rechnungslegungsvorschriften«.

Ijara (immobilienbezogen): Eine auf der Schari'ah bzw. islamischem Recht beruhende Form des Leihvertrages bzw. eine entsprechende Form des Operate Leasings. Konkret: Eine Vertragspartei überlässt einer zweiten, eine Pacht bezahlenden Partei das Nutzungsrecht an einer Immobilie. Die Eigentumsrisiken verbleiben beim Verpächter (zumeist eine Bank). Das jeweilige Objekt – genauer: der unterliegende Vertrag – kann zu einem marktüblichen Preis verkauft werden. Eine Ijara kann auch als Leihkauflösung ausgestaltet sein. Gegebenenfalls werden laufende Pachtzahlungen als Kaufpreisraten behandelt.

Ijara wa iqtina: Eine auf der Schari'ah bzw. islamischem Recht beruhende Form des Finanzleasings.

Immediat (Gebäude): Ein öffentliches → Bauwerk, dessen rechtlicher Träger eine Kommune oder der Staat ist. Siehe → Immediatbau.

Immediatbau (Bauwerk): Ein großes, repräsentativ gestaltetes, zumeist palastähnlich anmutendes Gebäude an einem öffentlichen Platz bzw. an einer (strategischen) Sichtachse. Errichtet und unterhalten werden diese Bauten von Kommunen oder dem Staat. Zum Kreis dieser Bauwerke zählen u. a. Bibliotheken, Gerichtsgebäude, Museen, Theater oder Opernhäuser.

Immediatbauwerk: Siehe → Immediatbau.

Immediatgebäude: Siehe → Immediatbau.

Immobilie: Üblicherweise werden Immobilien als unbewegliche Vermögenswerte definiert. Angesprochen sind Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Bauwerke, Gebäude und bauliche Anlagen. Tatsächlich sind Bauwerke bzw. Konstruktionen jedoch durchaus zu bewegen. Die gängige Definition ist folglich anzupassen. Hier eine erweiterte Begriffsbestimmung: Unter Immobilien sind Objekte zu verstehen, deren räumliche Verlagerung einen üblicherweise nicht zu rechtfertigenden technischen bzw. finanziellen Aufwand bedingen würde oder, anders ausgedrückt, solche Objekte, deren räumliche Verlegung nur ausnahmsweise bzw. auf Grund besonderer Umstände in Betracht gezogen wird und eben einen ungewöhnlichen Aufwand erforderlich machen würde. Diese Definition spiegelt ein vergleichsweise statisches Verständnis von Immobilien wider, eine zuvorderst gegenständliche Betrachtungsweise. Werden dynamische Aspekte berücksichtigt, lässt sich der Begriff einfach definieren: Eine Immobilie ist eine orts- und zweckgebundene Schnittstelle menschlicher Bewegung, Begegnung und Aktivität.

Immobilienakquise: Die planmäßige Beschaffung bebauter und unbebauter Grundstücke auf Grundlage gezielter Marktsondierung und mittel- oder unmittelbarer Ansprache möglicherweise verkaufswilliger Eigentümer.

Immobilienakquisiteur: Eine Person, die bebaute und unbebaute Grundstücke beschafft bzw. mit deren Beschaffung betraut ist und dies auf Grundlage einer planmäßigen Ansprache potentieller Veräußerer tut.

Immobilienakquisition: Siehe → Immobilienakquise.

Immobilienaktie: Ein Anteilsschein an einer → Immobiliengesellschaft, die in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) geführt wird.

Immobilienaktiengesellschaft: Ein vorwiegend im Immobilienbereich engagiertes Unternehmen, das Anteilsscheine ausgibt, die – zumindest theoretisch – jederzeit handelbar sind.

Immobilien-Aktiengesellschaft: Siehe → Immobilienaktiengesellschaft.

Immobilienanlage: Die Verwendung finanzieller Mittel für den direkten oder indirekten Erwerb einer → Immobilie oder eines → Immobilienportfolios. Der Begriff wird vielfach mit → »Immobilieninvestition« gleichgesetzt. Tatsächlich sind beide Ausdrücke nicht notwendig kongruent, insofern Anleger sofortige bzw. baldige Mittelrückflüsse erwarten, Investoren hingegen auf langfristige bzw. spätere Gewinne rechnen.

Immobilienbaisse: Ein durch sinkende Nachfrage auf Mieter-, Eigennutzer und / oder Anlegerseite ausgelöstes Markttief, das durch mehr oder minder schnell und stark sinkende Miet- und / oder Kaufpreise sowie steigende → Nettoanfangsrenditen gekennzeichnet ist. Viele Markttiefs sind keineswegs rational begründet.

Immobilienbanking: Einer der vielen »denglischen« Branchenbegriffe. Es handelt sich um eine Sammelbezeichnung für sämtliche Bankdienstleistungen, die sich um die Finanzierung von → Immobilien (einschließlich Modernisierung, Sanierung, Umbau) bzw. bebauten und unbebauten Grundstücken drehen.

Immobilien-Banking: Siehe → Immobilienbanking.

Immobilienbesitz: Ein Begriff, der im Alltagsgebrauch häufig mit dem Eigentum an einem bebauten oder unbebauten Grundstück, einem Gebäude oder einer Gebäudeeinheit gleichgesetzt wird. Zwar können Eigentum und Besitz zusammenfallen, doch bezeichnet »Besitz« lediglich die tatsächliche, zeitlich befristete oder dauerhafte Verfügungsgewalt über eine Immobilie. Formen des Besitzes ergeben sich u. a. auf Grundlage von Miet- und Leasingverträgen oder Leihvereinbarungen. Legaler Besitz unterliegt regelhaft verfügungsbeschränkenden Bedingungen. Der Begriff bezeichnet auch das jeweilige Objekt selbst.

Immobilienbesitzer: Eine natürliche oder juristische Person, die sich im → Besitz eines bebauten oder unbebauten Grundstücks, eines Gebäudes oder einer Gebäudeeinheit befindet. Siehe → Immobilienbesitz.

Immobilienbestand (allgemein): Die Gesamtheit existierender Immobilien innerhalb eines abgesteckten Raumes (Stadt, Land usw.).

Immobilienbestand (individuell): Die Gesamtheit aller Immobilien, die sich im Besitz oder Eigentum einer natürlichen oder juristischen Person befinden oder von dieser zu verwalten sind.

Immobilienblase: Ein Marktzustand, der von hohen und weiter steigenden Preisen gekennzeichnet ist, die sich fernab realer bzw. als nachhaltig zu erachtender Werte bewegen. Kurzum: Es liegt eine massive, vernunftwidrige, regelhaft kapitalgetriebene Überhitzung vor.

Immobiliendarlehen: Ein → Darlehen, das zum Erwerb bzw. zur Abzahlung einer → Immobilie beansprucht bzw. gewährt wird. Korrekt wäre an sich die Bezeichnung »immobilienbezogenes Darlehen«.

Immobilieneigentum: Das im Rahmen eines Rechtssystems bzw. geltender Gesetze weitestgehende Herrschaftsrecht einer natürlichen oder juristischen Person an einem bebauten oder unbebauten → Grundstück, einem Gebäude oder einer Gebäudeeinheit. Eigentum zählt zu den Vermögensrechten. In Deutschland ist das Eigentum an einer Immobilie mit einer Grundbucheintragung verbunden. Der Eigentumsbegriff bezeichnet auch die jeweilige Immobilie selbst.

Immobilieneigentümer: Eine natürliche oder juristische Person, die Eigentumsrechte an einem bebauten oder unbebauten Grundstück, einem Gebäude oder einer Gebäudeeinheit besitzt. Siehe → Immobilieneigentum.

Immobilienentwicklung: Alle Maßnahmen, die darauf abzielen, ein Grundstück bzw. ein Gebäude dauerhaft möglichst einträglich zu nutzen, also dessen Ertragskraft zu erhalten und nach Kräften zu steigern. Diese Definition unterscheidet sich scheinbar wenig von der Definition von »Projektentwicklung« (siehe entsprechenden Glossareintrag). Tatsächlich liegt ein grundlegender Unterschied vor, insofern sich Immobilienentwicklung im weiteren Sinn des Begriffs als dauerhafter bzw. fortwährender Prozess darstellt (vertiefend siehe den IK-Beitrag Projekt- und Immobilienentwicklung).

Immobilienerwerb (Kauf): Die zwecks Eigennutzung oder Renditeerzielung vollzogene, mit einem Eigentumsübergang (Verkäufer → Käufer) einhergehende Anschaffung eines bebauten oder unbebauten Grundstücks, eines Grundstücks- bzw. Gebäudeportfolios oder einer Gebäudeteileinheit.

Immobilienerwerber: Eine natürliche oder juristische Person, die eine oder mehrere Immobilien kauft.

Immobilienexperte: Eine mit Blick auf die Komplexität von Immobilien bzw. die zahllosen mit Immobilien befassten Berufszweige fragwürdige, gleichwohl reihum bemühte Bezeichnung. Angesprochen ist eine Person oder Persönlichkeit, die günstigenfalls über ein solides, letztlich jedoch ausschnitthaftes immobilienbezogenes Wissen verfügt, das im Idealfall von erfahrungsbasiertem Gespür unterlegt ist.

Immobilienfach: Die Immobilienwirtschaft als Disziplin oder auch eine immobilienwirtschaftliche Teildisziplin.

Immobilienfachmann: Siehe → Immobilienexperte.

Immobilienfachwirt (Deutschland): Eine geschützte Berufsbezeichnung, die nach erfolgreichem Abschluss einer entsprechenden Fortbildungsmaßnahme geführt werden darf. Die Fortbildung ist nach dem Berufsbildungsgesetz geregelt. Zulassungsberechtigt sind Personen, die einen Abschluss als → Immobilienkaufmann besitzen und / oder eine mehrjährige berufliche Praxis in einem Tätigkeitsfeld mit engem immobilienwirtschaftlichen Bezug nachweisen können. Die Fortbildungsinhalte sollen dazu befähigen, kaufmännisch unterlegte Aufgaben im Bereich der mittleren Managementebene immobilienwirtschaftlicher Unternehmen zu erfüllen.

Immobilienfinanzierung: Die Beschaffung oder Bereitstellung bzw. Verleihung finanzieller Mittel, die für den Bau, Kauf, die Erweiterung, Sanierung usw. einer → Immobilie bestimmt sind.

Immobilienfinanzierung, schariah-konforme: Siehe → Immobilienfinanzierung, schari'ah-konforme.

Immobilienfinanzierung, schari'ah-konforme: Eine → Immobilienfinanzierung nach islamischem Religionsrecht bzw. eine dem islamischem Recht entsprechende. Ihr zugrunde liegt kein geschriebenes Recht westlichen Verständnisses, sondern eine Reihe von Regeln und Vorstellungen, die einem Glaubenssystem entspringen, das Werte wie Gerechtigkeit und allgemeine Moralität vermitteln soll; es leitet sich u. a. aus Korandeutungen ab. In heute verbreiteter Form handelt es sich um Augenwischerei.

Immobilienfinanzierung, shariah-konforme: Siehe Vorabsatz.

Immobilienfonds: Eine Kapitalanlageform bzw. ein Konstrukt zur Geldanlage, bei dem ein Initiator bzw. eine Kapitalanlagegesellschaft Gelder beteiligungswilliger Kreise einwirbt, um sie zweckgebunden (in Immobilien) zu investieren. Namensgemäß stehen bei Immobilienfonds Beteiligungen an einzelnen Immobilien, mehreren zu einem Angebot gebündelten Objekten bis hin zu u. U. fortlaufend umgestalteten Portfolien im Vordergrund. Investments können sich auf klar identifizierte Einzelobjekte oder fest umrissene Immobiliensegmente (Büro, Einzelhandel, Hotellerie usw.) beziehen. Sie können sich auf Bestandsobjekte richten, aber auch auf Projektentwicklungen zielen.

Immobilienfonds, geschlossener: Ein Fonds, dessen Anlagegelder (zumeist) in ein konkret bezeichnetes Objekt oder ein entsprechendes → Portfolio fließen. Dieses wird in Emissionsprospekten beschrieben, wodurch Anleger – anders als bei → offenen Immobilienfonds – einzelne Angebote anhand objekt- und marktspezifischer Aussagen vergleichen können. Zumindest theoretisch liegen transparente Entscheidungsgrundlagen vor. Tatsächlich ist weder der Realitätsgehalt formulierter Aussagen gesichert, noch besitzen die meisten Anleger immobilienwirtschaftliche Kenntnisse, die eine sachliche Einschätzung jeweiliger Angebote zulassen. Die maximale Anlegerzahl eines geschlossenen Fonds ergibt sich aus dem definierten Eigenkapitalbedarf sowie dem festgeschriebenen Mindesteinzahlungsbetrag je Anleger. Sobald das benötigte Eigenkapital eingeworben ist, wird der Vertrieb eingestellt, der Fonds also geschlossen. Anleger binden sich für einen festgeschriebenen Zeitraum, wobei vorzeitige Fondsauflösungen bei entsprechendem Mehrheitsvotum möglich sind. Beabsichtigte Anteilsverkäufe vor dem geplanten Auflösungsstichtag eines Fonds sind zumeist statthaft, scheitern vielfach jedoch am Fehlen eines funktionierenden Zweitmarktes oder sind nur gegen hohe Abschläge möglich. Kurz: Anteilen geschlossener Fonds mangelt es an Fungibilität. Da Laufzeiten von 10 – 20 Jahren üblich sind, eignet sich diese Fondsvariante nur für Anleger, die sicher sein können, das eingebrachte Kapital nicht vorzeitig zu benötigen. Geschlossene Fonds stellen unternehmerische Beteiligungen dar; somit besteht das Risiko eines vollständigen Verlustes eingebrachter Gelder.

Immobilienfonds, offener: Ein Investmentfonds, der fortwährende Marktaktivitäten (Käufe, Verkäufe) entfaltet und bemüht ist, kontinuierlich Anlegergelder einzuwerben. Das Konstrukt ähnelt Aktienanlagen, insofern ein beliebig großer Anlegerkreis jederzeit Anteile zum jeweiligen Marktpreis erwerben und diese – so die Theorie – nach Belieben auch wieder abstoßen kann. Offene Immobilienfonds kennzeichnet somit ein grundsätzlich variables Verhältnis von laufenden Kapitalzuflüssen und -abflüssen. Regelhaft verändert sich der gehaltene Immobilienbestand. Anleger beteiligen sich also weniger an bestimmten Immobilien, sondern vielmehr an einem veränderlichen Pool. Vereinfachend dargestellt beteiligen sie sich an einer Investmentstrategie, weniger an Immobilien selbst. Grundsätzlich ermöglichen es offene Immobilienfonds, Renditen mittels antizyklischer Strategien zu steigern, zumindest jedoch nahe eines angestrebten Niveaus einzupendeln. Da eingeworbene Mittel zu erheblichen Teilen in Immobilien investiert werden müssen, sind offene Fonds allerdings von irrational getragenen Marktentwicklungen abhängig. Einerseits fließen ihnen gehäuft Gelder zu, wenn der Markt »brummt», anderseits steigen Anleger gehäuft aus, bewegt sich der Markt nach unten. Folglich kaufen die Fonds tendenziell hochpreisig ein, umgekehrt verdammen sie Phasen großvolumiger Mittelabflüsse zu teils »unterwertigen« Verkäufen. Derartige Zwangslagen führen wiederholt dazu, dass die jederzeitige, als wesentliches Vermarktungsargument bemühte Anteilsrückgabe ausgesetzt wird. Offene Fonds streben eine große Marktbreite in Bezug auf ansprechbare Zielgruppen an. Dem entsprechend erlauben sie Beteiligungen auf Grundlage geringer Mindestbeträge.

Immobilienfondsanleger: Eine Person, die sich an einem geschlossenen oder offenen Fonds beteiligt, also mindestens einen Anteilsschein zeichnet bzw. gezeichnet hat.

Immobilienfondsanteil: Ein Investmentzertifikat, dessen Kaufpreis (ohne → Agio) dem Mindestbeteiligungsbetrag an einem offenen oder geschlossenen Fonds entspricht.

Immobilienfondsbeteiligung: 1. Ein Geldbetrag, der in den Erwerb mindestens eines Fondsanteils fließt. 2. Ein Anteilsschein an einem Fonds. 3. Der Beitritt zum Anlegerkreis eines offenen oder geschlossenen Fonds.

Immobilienfondsinitiator: Eine juristische oder natürliche Person, die einen → offenen oder → geschlossenen Immobilienfonds auflegt. Ihr obliegt es, eine Fondsgesellschaft zu gründen, den Fondsgegenstand zu bestimmen und ein bzw. eine Reihe von Objekten auszuwählen und zu akquirieren. Weiterhin übernimmt ein Initiator die Beschaffung bzw. Einwerbung benötigten Kapitals sowie die Organisation oder die in Eigenregie durchgeführte Überwachung und Steuerung des Fondsbetriebes.

Immobilienfondskosten, weiche: Ein Oberbegriff für Kosten, die im Rahmen einer Fondsgestaltung über die Summe aus Objektkaufpreis und üblichen Erwerbsnebenkosten (die grundsätzlich beim Eigentumsübergang einer Immobilie anfallen) hinausgehen bzw. über diese hinaus berechnet werden. Weichkosten umfassen 1. Vergütungen für Leistungen des → Initiators (Gesellschaftsgründung, Fondskonzeption / -strukturierung, Prospektierung, Kapitalbeschaffung, Verwaltung, Management, Exitanbahnung / Objektverkauf etc.), 2. Ein standardmäßig vom Initiator vereinnahmtes → Aufgeld (das bei Abgeltung interner Leistungen nicht stichhaltig begründbar ist), 3. Außenkosten (Steuer- / Rechtsberatung, Finanzierungsvermittlung, Vertriebsvergütungen, eventuelle Platzierungsgarantien usw.). Weiche Kosten stellen keine investive Größe im eigentlichen Sinn dar, keine Aufwendungen, die unmittelbar in den Erwerb eines Objektes bzw. Erträge generierender Flächen fließen. Gemessen an direkten Erwerbslösungen (durch einen / mehrere Anleger) sind sie als »versenktes« Kapital zu betrachten. Nun sind die wenigsten Menschen wohlhabend genug, ein kleines Fachmarktzentrum, geschweige Wolkenkratzer oder Mega-Malls zu erwerben. Über ein Fondskonstrukt können manche immerhin Miteigentümer werden. – Dies zumeist allerdings um einen hohen Preis, da weiche Kosten (gewöhnlich anteilige 12 % – 18 %) mittel- und unmittelbar hart auf die (vertriebsförderlich kalkulierten) Renditen durchschlagen. – »Mittelbar« deshalb, weil Fondsanbieter auf eine wettbewerbsfähige »Renditeoptik« bedacht sind. Übersetzt heißt das, von ihnen vermarktete Objekte sind in aller Regel deutlich schwächer zu beurteilen, als solche, die zu denselben → Vielfachen direkt erworben werden bzw. wurden.

Immobilienfondslaufzeit (geschlossene Fonds): 1. Die vorab festgesetzte Haltedauer einer Immobilie oder eines Portfolios bzw. jene Zeitspanne, über die hinweg das jeweilige Immobilienengagement beibehalten werden soll. 2. Die tatsächliche Haltedauer einer Fondsimmobilie oder eines Portfolios. Abweichungen zwischen festgelegter und tatsächlicher Haltedauer ergeben sich z. B. infolge vorzeitiger Auflösungen durch Mehrheitsbeschluss, eintretender Insolvenz oder einer (seltenen) Laufzeitverlängerung bei ungünstiger Marktlage zum ursprünglich angestrebten Exitzeitpunkt.

Immobilienfondsprospekt (geschlossene Fonds): Eine gesamtheitliche Darstellung des Beteiligungsgegenstandes, etwa einer einzelnen Immobilie, eines Portfolios oder – bei projektentwicklungsorientierten Fonds – der Anlagestrategie. Hinzu kommt eine Darstellung der Fondsstruktur. Derartige Prospekte beinhalten Investitions-, Finanzierungs- und Liquiditätsplanungen, eine Ergebnisrechnung, Aussagen bezüglich wirtschaftlicher, steuerlicher, rechtlicher Rahmenbedingungen, eine Chancen-Risiken-Abwägung, Beschreibungen zu benennender Fondspartner sowie Gesellschafts- bzw. Treuhandvertrag und Zeichnungsschein. Der Herausgeber haftet für die Richtigkeit der Prospektinhalte.

Immobilienfondsvertrieb (Abteilung): Eine für die → Platzierung von Fondsanteilen verantwortliche Unternehmensabteilung. In vielen Firmen sind Akquisition und Vertrieb weitgehend getrennt; hier besitzt der Vertrieb äußerst eingeschränkte Möglichkeiten, die Einkaufsaktivitäten zu beeinflussen. In anderen Unternehmen bestimmt der Vertrieb die konkrete Objektakquise maßgeblich (mit). Da eine latente Neigung besteht, sich die Arbeit zu vereinfachen, zielen Vertriebsleute oftmals auf hohe rechnerische Renditen ab. – Die sich im Nachhinein vielfach als illusorisch erweisen, da bei höheren Nettoanfangsrenditen regelhaft mindere Objektqualitäten vorliegen, die, »vertriebslogisch« begründet in kaum einer Kalkulation angemessen aufschimmern; die erhöhten Risiken ziehen vielfach erhebliche Einnahmeausfälle nach sich.

Immobilienfondsvertrieb (prozessual): Der Verkauf von Anteilsscheinen, die Platzierung des Produktes im Markt. Zur vertrieblichen Aktivität zählt der Aufbau neuer bzw. die Pflege und Harmonisierung bestehender Absatzkanäle. Weiterhin fällt die Verantwortung für die Verhandlung vertraglicher Modalitäten zwischen Fondsgesellschaft und Vertriebspartner(n) in diesen Bereich.

Immobilienfondszeichner: Ein Anleger, der mindestens einen Fondsanteil bzw. Anteilsschein erwirbt oder erworben hat.

Immobiliengeschäft (fallbezogen): Eine einzelne, auf ein Gebäude oder ein → Portfolio bezogene Immobilientransaktion wie ein Kauf / Verkauf, eine Anmietung / Vermietung, eine Finanzierung oder Verpfändung.

Immobiliengeschäft (Wirtschaftszweig): Eine andere Bezeichnung für → »Immobilienwirtschaft«.

Immobilienglossar: Eine listenhafte Zusammenstellung immobilienbezogener Fachbegriffe nebst prägnanten Definitionen bzw. Erläuterungen, teils versehen mit Bildern, Diagrammen und Skizzen. Inhaltlich lässt sich das Glossar nur unscharf vom Lexikon abgrenzen.

Immobilienguru: Eine hälftig aus dem Sanskrit entlehnte Bezeichnung. Ein Guru ist gemeinhin ein spiritueller Lehrer. Die Übertragung auf die → Immobilienwirtschaft ist angesichts ihrer weithin renditeorientierten Prägung folglich kritisch zu würdigen. Im Kern steht »Immobilienguru« für eine Person bzw. Persönlichkeit, die ein ungewöhnlich tiefes Verständnis für → Immobilien erkennen lässt.

Immobilienhai: Ein Wortbild, das eine Person bezeichnet, die Immobiliengeschäfte rücksichtslos und vielfach mit unsauberen Methoden betreibt.

Immobilienhandel (fallbezogen): Ein einzelnes Immobiliengeschäft bzw. eine zwischen Verkäufer und Käufer vollzogene, mit einem Eigentumsübergang verbundene Transaktion.

Immobilienhandel (grundsätzlich): Der Kauf und Verkauf von → Immobilien bzw. der Erwerb bzw. die Veräußerung von bebauten und unbebauten Grundstücken, Grundstücks- bzw. Gebäudeportfolien, Gebäudeteileinheiten (Wohnungen usw.) und grundstücksgleichen Rechten.

Immobilienhausse: Ein durch steigende Nachfrage auf Mieter-, Eigennutzer- und / oder Anlegerseite ausgelöstes Markthoch, das durch mehr oder minder schnell und stark anziehende Miet- und / oder Kaufpreise sowie fallende → Nettoanfangsrenditen gekennzeichnet ist. Viele Markthochs sind keineswegs rational begründet.

Immobilienholding: Die Mutter- bzw. Dachgesellschaft miteinander verbundener Immobiliengesellschaften.

Immobilien-Holdinggesellschaft: Siehe → Immobilienholding.

Immobilieninvestition: Der strategisch ausgerichtete Einsatz finanzieller Mittel für den direkten oder indirekten Erwerb einer → Immobilie oder eines → Immobilienportfolios. Bei einer Investition handelt es sich also um eine Geldzahlung (im weiteren Sinn), die auf den Erwerb eines bebauten oder unbebauten Grundstücks, eines Grundstücks- bzw. Gebäudeportfolios oder einer Gebäudeteileinheit verwendet wird und der langfristigen Gewinnerzielung dient. Weiterhin deckt der Begriff alle Aufwendungen ab, die darauf abzielen, die Ertragskraft der jeweiligen Immobilie(n) zu erhalten und / oder zu erhöhen. Angesprochen sind bauliche Erweiterungen, Modernisierungen, Sanierungen und imagebezogene Maßnahmen, die zu einer vorteilhaften Marktpositionierung beitragen. Der Begriff wird vielfach mit → »Immobilienanlage« gleichgesetzt, doch sind beide Ausdrücke nicht inhaltsgleich, insofern Anleger sofortige bzw. baldige Mittelrückflüsse erwarten, Investoren hingegen auf langfristige bzw. spätere Gewinne rechnen.

Immobilieninvestment: Siehe → Immobilienanlage und → Immobilieninvestition.

Immobilienkauf: Die zwecks Eigennutzung oder Renditeerzielung vollzogene, mit einem Eigentumsübergang (Verkäufer → Käufer) verbundene Anschaffung eines bebauten oder unbebauten Grundstücks, eines Grundstücks- bzw. Gebäudeportfolios oder einer Gebäudeteileinheit.

Immobilienkäufer: Eine natürliche oder juristische Person, die eine oder mehrere Immobilien erwirbt.

Immobilienkaufmann: In Deutschland und Österreich eine Berufsbezeichnung, die nach einer entsprechenden Ausbildung geführt werden kann. Der Aufgabenfächer von Immobilienkaufleuten umfasst Tätigkeiten im Bereich der Verwaltung und Bewirtschaftung von Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie die Begleitung, teils auch die Durchführung von Immobilientransaktionen. Bis 2006 lautete die Bezeichnung des heutigen Immobilienkaufmanns in Deutschland »Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft«.

Immobilienkontor: Eine zumeist auf hanseatische Wurzeln verweisende Bezeichnung für eine Immobilienhandlung bzw. – moderner ausgedrückt – ein Maklerhaus.

Immobilienkrösus: Ein mit Blick auf den sprichwörtlich reichen Lyderkönig Krösus (geb. um 590 v. u. Z.) geschaffenes Wortbild, das eine Person bezeichnet, die es mit Immobiliengeschäften zu großem Wohlstand brachte und / oder ein gewaltiges Immobilienvermögen besitzt.